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Der Schach-Blog

Donnerstag,17 Mai 2012

Aktualisiert15:07:09 Thu

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Sven-Hendrik Loßin

Sven-Hendrik Loßin

Website URL: http://losso.blogger.de

Wieder auf den letzten Drücker kommt das Problem des Monats. Heute stelle ich euch, liebe Leser, das Motiv des Seebergers vor. Was das ist, wird im Titel schon angedeutet. Schwarz wird zu etwas gezwungen, was wohl jedem von uns schon einmal passiert ist: eine Figur wird eingebaut. Jüngst habe ich das als grobes Versehen bei Nigel Short (London Chess Classics 2011 gegen Kramnik) gesehen, aber im Schachproblem ist das natürlich alles erzwungen.

Das Motiv ist nach seinem Erfinder benannt, der 1860 ein Problem dazu entwarf, ein Vierzüger, der glücklicherweise auch die Computerprüfung überstand. Ich habe jedoch ein zeitgenössisches Stück des Neckargemünders Ralf Krätschmer herausgesucht. Es erschien in der Rhein-Main-Presse, kurz bevor diese die Schachecke einstellte.

Seeberger Krätschmer 2002

Materiell ist es vielleicht noch ausgeglichen, aber der schwarze König ist in schlechter Verfassung. Mit vier gut durchdachten Zügen erzwingt Weiß das Matt.

Viel Spaß beim Lösen, Lösungsvorschläge, Gedankengänge und alles, was euch sonst noch zu diesem Stück einfällt, gerne als Kommentar.

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Heute präsentiere ich euch wieder ein Stück aus der Kategorie knobelig, aber machbar.

Klein, aber fein ist das Motto dieser Studie von Jasik (Zadachi i Etyudi 2008, Lob), bei der ich den überflüssigen ersten Zug weggelassen habe. Mit wenigen Steinen wird hier ein hübscher Inhalt geboten. Klein, aber fein ist aber auch der Unterschied zwischen der Stellung, die aus der Verführung entsteht und der aus der Lösung. Diese herauszufindende Kleinigkeit macht den Unterschied zwischen remis und schwarzem Sieg aus.

Jasik

Der schwarze Materialvorteil ist groß und zu allem Überfluss droht auch noch der schwarze Bauer auf a2 mit dem Einzug. Doch auf einem schmalen Grat kann Weiß sein Überleben sichern. Wie?

Lösungsideen und Anmerkungen wie immer als Kommentar.

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Als ich mit meiner Tätigkeit als Kolumnist bei schach-welt begann, prophezeite mir Jörg Hickl eher mäßigen Erfolg. Er sagte sinngemäß, dass die Themen Politik, Blut und Tit... am meisten gelesen würden. Nachdem meine Beiträge die mit Abstand am wenigsten gelesenen auf diesem Blog sind, versuchte ich, mich mit dem Titel dieses Beitrags diesem Themenkreis zumindest ein wenig anzunähern. Über die (Miss-)Erfolge berichte ich gerne.

 

Vorgestern Abend merkte ich, dass der Monat sich langsam dem Ende entgegen neigt, aber das Problem des Monats noch auf sich warten lässt. Auf das folgende Stück stieß ich dann beim Blättern im FIDE-Album, in dem die besten oder zumindest am meisten veröffentlichungswürdigen Stücke dokumentiert sind. Es erregte sofort meine Aufmerksamkeit als konsumentenfreundliches Stück mit leicht nachzuvollziehendem Thema, das im Titel schon mitklingt. Denn tatsächlich kommen diejenigen, die eine Schwäche für Damen mit suizidalen Tendenzen hegen, bei diesem Dreizüger von Sychev auf Ihre Kosten.

Sychev3

Weiß am Zug, matt in drei. Lösungsvorschläge und Anmerkungen wie immer als Kommentar! Viel Spaß beim Lösen!

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Alle 4 Jahre findet die Kompositionsweltmeisterschaft WCCT statt. Unsere diesmalige Studie des Monats war Sieger der siebten Ausgabe dieses Turniers von 2001-2004. Wenn ich das Thema des Turniers nenne, verrate ich zu viel, aber man kann zumindest sagen, dass bei dieser Materialverteilung Weiß etwas großzügiger sein darf. Er hat auch guten Grund dazu, dies zu sein. Glücklicherweise eignet sich das Stück zur Anschauung recht gut, da es kaum Verzweigungen gibt. So lenkt nichts vom Thema ab und der Löser kann den Verlauf mit nach meinem Dafürhalten durchaus machbaren Löseaufwand genießen. 

 

Benno

Es sieht gut aus für Weiß, aber die schwarze Dame droht zum rasenden Roland zu werden. Wie muss Weiß spielen, um den ganzen Punkt einzufahren? Ideen und Anmerkungen wie immer als Kommentar.

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Schaltjahre sind ja eigentlich etwas gräßliches, da man einen Arbeitstag mehr für das gleiche Geld als einfacher Arbeitnehmer hat. Ich habe diesen Schalttag dafür genutzt, ein hübsches und auch lösbares Problem für Euch, liebe Leser, herauszusuchen und damit aus der Not eine Tugend gemacht, hatte ich dadurch doch einen ganzen Tag mehr Zeit für meine Kolumne.


Der Schalttag ist ein alle vier Jahre wiederkehrendes Ereignis und um Rückkehrer geht es auch im Problem des Monats des Mehrzügerspezialisten Dieter Kutzborski (veröffentlicht in Schach Aktiv 10/2011).Die Rücknahme eines Zuges wirkt auch im Problemschach paradox. Im Partieschach spricht man in dem Fall oft vom Tempoverlust und ein Problemkomponist muss sich einen Grund ausdenken, warum es nach einem gegnerischen Zug Sinn macht, den vorherigen Zug wieder zurückzunehmen. Schauen wir also auf unser Stück.

Kutzborski 4 SA 10-2011

Weiß am Zug setzt in vier Zügen matt. Zwar hat er neben dem schwarzen König nur einen einzigen Bauern zu zähmen, aber sowohl Drohung als auch Abspiel müssen erst einmal gefunden werden.

Lösungsvorschläge und Anmerkungen bitte als Kommentar.

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Auch die Studie des Monats geht in seine erste Runde. Ich habe mir vorgenommen, partienahe und weniger partienahe Studie hier in ausgewogener Häufigkeit zu bringen und bin gespannt, welche Studien hier gut ankommen. Auf gehts!

Einmal im Jahr findet die Problemlöseweltmeisterschaft statt, meines Wissens dieses Jahr in Kobe /Japan. Am Rande dieser Veranstaltung tagen auch die Funktionäre des Problemschachweltverbandes WFCC. Dort gibt es auch ein "endgame study committee". Dieses hat bei der WM 2011 in Italien die Studie des Jahres 2010 gewählt und schreibt dazu: 

"[...]the endgame study committee selected the following study from 2010 as the best one for promoting endgame studies to a general chess public."

Ein Werbestück also. Das gekürte Stück stammt u.a. vom deutschen Studienkomponisten Siegfried Hornecker, der sehr streng mit seinen eigenen Stücken ins Gericht geht. Und so fand er einen Vorgänger zur Studie des Jahres 2010 und diesen möchte ich hier vorstellen (die Studie des Jahres gibt es hier zu sehen - sollte man nicht anklicken, wenn man untere Studie lösen möchte):

Iglesias

Weiß hat die Wahl, wie er in das Bauernendspiel einlenken möchte. Was ist der richtige Weg, um den vollen Punkt einzufahren? Die Studie stammt von einer französischen Schachwebsite und ist nach meinen Erkenntnissen von Iglesias. Lösungsideen gerne als Kommentar.

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Wonach die Wissenschaft sucht, gibt es im Schach schon lange: Das Perpetuum Mobile. Doch bevor wir dazu kommen, schauen wir erst, was unsere vier Aufgaben, bei denen sich keiner traute, die Lösung zu posten, denn vereint. Ich schrieb da ja was vom vollständigen Satz. Das bedeutet, das Weiß die Forderung auch erfüllen könnte, wenn er auf den ersten Zug verzichten müsste. Schachprobleme, in denen eine solche Situation vorliegt nennt man Zugwechselprobleme. Spannend ist dabei immer, wie der Zugwechsel dann aufgelöst wird.

Schauen wir auf unser erstes Beispiel:

Mansfield 2Wäre Schwarz am Zug, hätte es Weiß leicht, da es auf jeden schwarzen Zug einen weißen Mattzug gibt. Auf Züge des Turmes auf c4 erfolgt Lh7#, auf 1.-e2 2.Df3# und Züge des Turmes auf d4 erlauben das Matt auf e5. So weit die Analyse der Satzsituation.

Allerdings ist es gar nicht so leicht einen vernünftigen Wartezug für Weiß zu finden. Besonders verlockend sind 1.Te7? und 1.Lf7?, aber Schwarz hat echoartige Fesselausreden: 1.Te7? Tc1! und 1.Lf7? Td1!. Und die Lösung? Der versteckte Zug 1.g5! erhält die Satzspiele aufrecht und nutzt die Tatsache aus, dass Schwarz auch das zusätzliche Fluchtfeld für den König keinerlei nutzen bringt, da alle Mattzüge im Satz f5 überdecken und die sofortige Flucht 1.-Kf5 durch 2.Lh7# gekontert wird.

Der Zugwechsel wird hier also dadurch aufgelöst, dass Weiß dem Schwarzen eine zusätzliche Variante einräumt. Dass diese dann auch noch ein Fluchtfeld für den König schafft, ist dabei eine besondere Nettigkeit, die gar nicht so leicht zu komponieren ist.

Damit zum zweiten Zweizüger:

Auch hier liegt ein vollständiger Satz vor, auf 1.-Kc5 2.De5#, auf 1.-Kc3 2.Sd5# und auf 1.-g4 ebenfalls 2.Sd5#. Wer jetzt nach einem geeigneten Abwartezug gesucht hat, ist nicht fündig geworden. Es gibt ihn einfach nicht. Also muss Weiß bereits sein, Satzmatts aufzulösen. Ein Versuch wäre die hübsche Auflösung der Läufer-Springer-Batterie 1.Lb8?, wonach es sowohl nach 1.-Kc5 2.De3# als auch nach 1.-Kc3 2.Le5# zu Mattwechseln im Vergleich zum Satz kommt, aber 1.-g4! ohne Antwort bleibt.

Statt dessen löst hier 1.Df3! mit den Abspielen 1.-Kc5 2.Dd5#, 1.-Ke5 2.Sc4# und 1.-g4 2.Td5#. Hier wurde der Zugwechsel damit gänzlich anders aufgelöst als in der vorherigen Aufgabe, denn hier wechseln gleich alle Matts sowohl vom Satz zur Verführung als auch zur Lösung. Allein auf den Zug1.-Kc5 sieht man drei verschiedene Mattzüge. So etwas ist nicht leicht darzustellen und durch die Königsfluchten musste das Autorenduo hier sehr viel Raum auf dem Brett beherrschen. Dabei eindeutige Mattzüge zu gewährleisten, ist alles andere als einfach.

Die beiden vierzügigen Zugwechselstücke werden beide durch eine zusätzliche Variante wie der erste Zweizüger gelöst. Schauen wir noch einmal kurz rein:

    

Im ersten Stück fordert der Läufer zum Duell mit der Dame. MiBu schrieb ja bereits, dass die schwarze Lady nur von d7, f5 und h7 die beiden Felder h3 und d3 decken kann. Weiß würde hier (und im nächsten Stück ebenso) sehr gerne auf sein Zugrecht verzichten. Die Dame kann derzeit nur mit 1.-Dh7 die beiden Mattdrohungen decken und wäre nach 2.Lg4! mit ihrem Latein am Ende. Aber Weiß hat keinen Wartezug, der dies sofort erzwingt. Statt dessen kann Weiß links das Gleiche veranstalten, was er rechts bereits droht. 1.Lf7! und jetzt kann die schwarze Lady entweder nach 1.-Dd7 2.Le6 Dh7 3.Lg4 wie in der Satzsituation das Duell verlieren oder echoartig auf der anderen Seite nach 1.-Dh7 2.Lg6 Dd7 3.Le4, wonach es wieder keine Ausreden gibt.

Rechts könnte Schwarz, wenn er am Zug wäre, nur trist zu 1.-c4 greifen, wohl wissend, dass er nach der beliebigen Umwandlung des wBf7 keinen vernünftigen Zug mehr hat. Doch auch hier gibt es keinen geeigneten Wartezug. Daher lässt Weiß überraschend das Schach auf b3 zu: 1.f8S! Lb3+ und nach 2.Se6 Lxe6+ 3.Kg7 hat der Läufer das Feld besetzt, dass der Springer jetzt gerne schachgebend besetzen würde. So weit von MiBu angedeutet. Aber Schwarz kann es sich auch anders überlegen 2.-Lc2 3.Sxc5! Der weiße Bauer auf f7 ist zum prachtvollen Springer auf c5 geworden und Schwarz stirbt an seiner Zugpflicht, obwohl Weiß (einzügig und alles andere zählt nicht, denn Weiß hat ja nach der Forderung "Matt in vier" nur noch einen Zug übrig) gar nichts droht.

Meines Erachtens sind das alles schöne Beispiele zum Thema Zugwechsel. Nichtsdestotrotz findet man Zugwechselstücke heutzutage nur noch selten in Schachproblemzeitschriften oder -spalten. Das liegt daran, dass insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dieses Gebiet weitläufig abgegrast wurde.

In diese Zeit fallen auch die ersten Perpetuum Mobiles. Was das ist, sieht man an folgendem Stück (Kiss, 1942):

Kiss2

Weiß am Zug, Matt in zwei Zügen. Im Satz erfolgt auf die Königssternfluchten 1.-Kd6 2.d8D#, 1.-Kd8 2.Dg5#, 1.-Kf6 2.f8D# und 1.-Kf8 2.Dc5#. Wieder gibt es keinen geeigneten Wartezug, so dass nach dem Schlüsselzug 1.De4! sich alle vier Matts ändern: 1.-Kd6 2.f8D#, 1.-Kd8 2.Dh4#, 1.-Kf6 2.d8D# und 1.-Kf8 2.Db4#. Vier Mattwechsel bei vollständigem Satz - so weit so gut, aber der eigentliche Gag ist: versetzt man in der Diagrammstellung die weiße Dame nach e4 lautet die Lösung, dreimal darf man raten 1.De3! und man kann die Varianten von oben übernehmen, es erfolgt lediglich ein Austausch von Satz und Lösung. Eine solche Anordnung, in dem sich die Stellungen nach dem Schlüsselzug entsprechend abwechseln, nennt man Perpetuum Mobile. Wenn ich mich nicht irre, gibt es auch längere Perpetuum Mobiles, das würde ich bei Interesse mal recherchieren. Und wenn sie nicht gestorben ist, dann versucht sich die weiße Dame immer noch zu entscheiden, ob sie lieber auf e3 oder e4 steht...



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Heute wird mein Sohn zwei. Herzlichen Glückwunsch auch an dieser Stelle!
Während er motorisch im Altersdurchschnitt ist, ist er sprachlich schon unheimlich weit und ist drauf und dran, seine ersten vollständigen SPO-Sätze (für diejenigen, bei denen die Schule schon etwas her ist: das bedeutet Subjekt, Prädikat, Objekt) zu formulieren.


Um vollständige Sätze geht es auch im ersten Teil unserer Problemschachreihe. Dazu zunächst zwei kleine Erläuterungen: Als Satzsituation bezeichnet man die abgebildete Stellung bei Umkehrung des Zugrechts, das heißt, wenn Schwarz am Zug ist. Wenn man gelegentlich versucht, Probleme zu lösen, geht man irgendwann dazu über, sich intensiv mit der Satzsituation zu beschäftigen, gibt sie doch darüber Auskunft, auf welche schwarzen Züge es noch kein Matt gibt. Auf diese muss der erste Zug von Weiß eine Antwort liefern. Diesen ersten Zug nennt man Schlüsselzug (und nur den!). Die Beschäftigung mit der Satzsituation ist durchaus praxisnah, geht es doch im Wesentlichen um die stets aktuelle Frage "Was droht?"
So genug der Definitionen. Den vollständigen Satz werde ich hier nicht definieren, denn was sich dahinter verbirgt, dürft ihr selber herausfinden. Da die Aufgaben von niedrigem bis mittlerem Schwierigkeitsgrad sind, bringe ich gleich vier Beispiele von vollständigen Sätzen. Ziemlich viel für den Anfang, gewiss, aber so kann sich jeder sein Stück der Wahl heraussuchen.
In den ersten zwei Stücken heißt es Weiß am Zug, matt in zwei.

Mansfield 2         SkrinnikMarkovtsy 2

       Comins Mansfield, 1935, #2                    Skrinnik & Markovtsy, 2001, #2

Viel kann man zu diesen Stücken gar nicht schreiben, ohne gleich alles zu verraten. Weiß ist zahlenmäßig klar im Vorteil, doch in nur zwei Zügen matt zu setzen, ist gar nicht so einfach.
Anbei noch zwei Vierzüger, die das Quartett vollenden.

Kraemer 4 wL vs. sD
        Kraemer 4 springer

            Kraemer, 1925, #4                                Kraemer & Zepler, 1932, #4

Im ersten der zwei Stücke des Komponisten Ado Kraemer (1898-1972) sieht man einen amüsanten Zweikampf, im rechten Stück, das Kraemer zusammen mit Erich Zepler komponierte, darf sich jemand austoben, ohne dabei das Unvermeidliche abwenden zu können. Die rechte ist nach meinem Empfinden die schwierigere.


Lösungen bitte in den Kommentaren! Es wäre schön, wenn zumindest bei den Zweizügern eine gewisse Schamfrist bei der Nennung der Lösung eingehalten wird (Vorschlag: am Sonntag darf sie gepostet werden). Zudem sind Überlegungen, was denn nun ein vollständiger Satz ist, herzlich willkommen. Eine ausführliche Lösungsbesprechung kommt dann in ca. einer Woche. Sollten keine Lösungskommentare oder Lösungen kommen, werde ich gelegentlich Hinweise geben.

Im Problemschach ist es übrigens durchaus erlaubt, ein Brett aufzubauen und auszuprobieren. Viel Spaß, die Mühe lohnt sich!


Interessanterweise hat sich niemand getraut, die Lösung der Mansube zu posten. Das schöne Mattbild unter Beteiligung aller vier Springer entsteht nach: 1.Th7+ Kg8 2.Sf6+ Kf8 3.e7+ Sxe7 4.Tf7+ Sxf7 5.Se6#.

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Ich möchte mich an dieser Stelle vorstellen. Ich bin Sven-Hendrik Loßin (kurz: Losso) und Schachliebhaber. Ich bin im „Normalschach“ Spitzenbrett bei einem Verein aus der Region Hannover und spiele dort in der Verbandsliga. Auch im Fernschach war ich aktiv und wurde vor 8 Jahren Landesmeister in Mecklenburg-Vorpommern. Beim Lesen in Blogs bin ich verschiedentlich auf Schachprobleme gestoßen und bin irgendwann in diese Welt eingetaucht.
Bald fing ich an, selber Probleme zu basteln, löse aber auch recht gerne.
 
Wie funktioniert dieses „Eintauchen“? Nun ja, selbst als Normalschachspieler kommt man wohl gelegentlich mit Studien in Berührung. Oft hat man es dann mit Studien zu tun, die nicht sehr partienah sind, sich aber durch eine besondere Schönheit des Motivs, Ablaufs oder der Endstellung auszeichnen.
Wenn man die Studie verlässt und die Zugzahl im Vornherein beschränkt, ergeben sich weitere Möglichkeiten, Interessantes, Außergewöhnliches oder auch Kurioses darzustellen. Insofern sind dies die zwei Hürden, die ein Normalschachspieler nehmen muss, wenn er die Attraktion eines Schachproblems genießen möchte: Er muss einerseits in der Lage sein, partieferne Stellungen zu akzeptieren, andererseits muss er sich mit einer Bedingung anfreunden, die zumeist so ähnlich lautet wie Matt in 2 Zügen. Diese Bedingung bedeutet, dass eine Lösung, in der Schwarz den zweiten Zug überlebt, als solche nicht gültig ist, auch wenn Weiß weiterhin eine gewonnene Stellung besitzt.
 
Wenn ich den Problemschachteil der Rochade, Schach etc. sehe, kann ich übrigens sehr gut nachvollziehen, dass nicht viele Normalschachspieler den Weg zur Schachkomposition finden. Es ist leider so, dass sich dieser Bereich unseres Hobbies eine ziemlich hohe Einstiegshürde erlaubt, die zu nehmen ziemlich schwer ist. Ich habe irgendwann einmal Probehefte gängiger Problemschachzeitschriften geordert, zuvorderst der Schwalbe. Die Schwalbe ist ein gemeinnütziger Verein, in dem die deutschen, aber auch ausländische, Problemschachfreunde Mitglied sind. Die Vereinszeitschrift heißt genau so wie der Verein und das erste Heft, das man liest, wird man zumeist recht schnell beiseite legen, es sei denn, man hat jemanden, der einem das ein oder andere erklärt.

 

Schwalbelogo

Nicht nur ein nostalgischer Motorroller aus Ostdeutschland,
sondern auch die deutsche Vereinigung für Problemschach: die Schwalbe.

 

Das Vokabular, Abkürzungen und nicht gerade anfängerfreundiche Fachartikel sorgen dafür, dass das Feuer sich nur sehr langsam entfacht. Ich kann nach ca. 2 Jahren Problemschach sagen, dass sich das Nehmen dieser Einstiegshürde gelohnt hat. Viele Aufgaben haben sich nachhaltig in mein Gedächtnis eingeprägt und ich denke gerne an diese oder schaue sie mir noch einmal an, so wie man sich ein hübsches Bild immer wieder ansieht oder ein Musikstück immer wieder anhört.
Aber auch im Trainingsbetrieb werden Schachkompositionen genutzt. Und das bezieht sich nicht nur auf Studien, die zum Erlernen des technischen Endspiels auf der einen und der Technik, im Endspiel weit rechnen zu können, den Trainern eine wichtige Stütze sind. Insbesondere in Trainingsbüchern von Alexander Koblenz tauchen aber auch Zwei- und Dreizüger auf (meist unter Verschweigen der Quellenangabe, was in der Schachkomposition gar nicht gerne gesehen wird), die wohl helfen sollen, auch in ungewöhnlichen Situationen eine genaue Berechnung der Züge vornehmen zu können. Ich gehe davon aus, dass seine Schüler wohl auch nicht selten mit Schachproblemen konfrontiert worden sind.
 
Was sich in solchen Konstellationen, also im Wesentlichen Matt in 2, 3 oder mehr für Motive darstellen lassen, möchte ich in der Rubrik „Problem des Monats“ darstellen. Diese hier zu übernehmen, habe ich Jörg Hickl angeboten, der dankend annahm.
Ich habe mich dabei entschlossen, jedem Artikel ein Thema aus der Schachkomposition zu widmen, dazu ein bis zwei Aufgaben zu präsentieren und dann ca. eine Woche später das Thema vorzustellen. Über das Normalschach hinaus gehende Bereiche werde ich eventuell streifen. Es gibt nämlich über das Normalschach hinaus noch die so genannten Hilfs- und Selbstmatts. Hilfsmatts zeichnen sich durch die Kooperation beider Parteien zum Matt aus, während Selbstmatts sozusagen „Schach paradox“ ist: Wer matt setzt, hat verloren. Selbstmatts sind mein absolutes Steckenpferd. Über 90% der Stücke, die ich komponiere, sind Selbstmatts. Noch abgefahrener wird es dann beim Märchenschach, bei denen es noch weitere Bedingungskomplexe, Figuren und Forderungen gibt. Ein letzter zu nennender Bereich ist die Retroanalyse, bei der die Historie einer Stellung Teil der Aufgabenstellung ist. Dort gibt es einige Aufgaben, die gerne bei Vereinsabenden vorgeführt werden, wie z.B. „König über Bord“.

Schon bald wird es hier mit dem "Problem des Monats" losgehen und auch die "Studie des Monats" werde ich betreuen. Das obige Diagramm entstammt der Geburtszeit der Schachkomposition. Es handelt sich um eine recht bekannte arabische Mansube (so wurden die damals erdachten Stücke genannt; lt. Wiki heißt das so etwas wie "Anordnung") aus dem 10. Jht. Weiß ist am Zug und setzt matt in 5 Zügen.

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