Nach so viel Politik ist es an der Zeit, schachlich wieder etwas zu arbeiten. Zur Aufpeppung eines langweiligen Wochenendes haben sich Studien trefflich bewährt:
Die Geometrie des Schachbretts hat Ihre eigenen Gesetze und weicht häufig in verblüffendem Maße vom normalen menschlichen Denken ab. Sehr plastisch stellte dies Richard Réti in seiner bekannten Bauernendspielstudie dar:
Richard Réti, 1921, Weiß am Zug - Remis

Es ist verblüffend, wie der weiße König, der sich weit außerhalb des Bauernquadrats befindet, den gegnerischen Freibauern noch einholen kann.
Mit diesem Verständnis fällt die Lösung der nächsten Aufgabe deutlich leichter:
Weiß am Zug - Remis

Ein nettes Beispiel fand ich unlängst in einem alten Sportverlagsbuch. Als Komponist ist nur "Gaja" angegeben – mir unbekannt. Vielleicht kann hier ein Leser Licht ins Dunkel bringen*.
Gaja, Weiß am Zug - Gewinn

Vielen Dank an unseren Leser Eckart, der uns in Windeseile erleuchtete!






Kommentare
das erste Beispiel - ein Klassiker, und wirklich schön!
Das zweite Beispiel - das bekommt man noch gelöst, weil man schon einen Hinweis hat aus der ersten Aufgabe.
Aber die dritte Aufgabe .... fehlt da nicht ein Turm und zwei Bauern noch bei Weiß ... wie soll Weiß das denn sonst gewinnen?
Ich warte mal auf den 20. Juni!
Ich glaub in Nummer drei geht es auch ohne Turm und zwei Bauern :-). Hier hat mir beim Erkennen der Lösung der Titel des Artikels weitergeholfen.
Der Titel "Geometrie des Schachbretts" ist vertretbar und wird häufig verwendet, aber es handelt sich um verschiedene Themen. Die ersten beiden Studien würde ich unter "Multifunktionale Königsbewegung" einordnen, ein großes Thema in allen Endspielen! Im zweiten Fall handelt es sich um ein geschicktes Damenmanöver.
Aus schachdidaktischer Sicht halte ich diese letztgenannten Begriffe für geeigneter, weil sie dem Lernenden die Methode zum Lösen direkt vermitteln.
Das Thema interessiert mich deswegen besonders, weil ich immer an guten Lehrbeispielen für das Schachtraining interessiert bin. Der Aufbau einer gut sortierten und gut ausgewählten Sammlung von Lehrbeispielen steht immer noch aus. Damit ließe sich bundesweit die Qualität des Schachtrainings steigern.
Ich denke, das 3. Beispiel lässt sich auch unter mehreren Kategorien unternbringen.
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