Gerade gelesen, als ich auf der Seite der Junioren-WM herumschaute: Svetozar Gligoric ist verstorben. Der jugoslawische/ serbische Großmeister war einer der großen Schachspieler in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Oft sah man ihn auf Kandidatenturnieren, bei denen er aber immer den anderen den Vortritt lassen musste beim Kampf um die Weltmeisterschaft.
Gligoric entwickelte mit seinem intensiven Spielstil das dynamische Schach weiter. Ich staunte nicht schlecht über eine Partie von ihm gegen Kotov 1953 in Zürich – wie er hier seine beiden (!) Mittelbauern opferte, um auf den schwarzen Feldern zu dominieren, ist mittlerweile Legende.

Stellung nach 11...e5-e4! - aber das ist erst der Anfang.
Ich sah Gligoric das erste Mal in der schönen BBC/NDR-Serie Turnier der Schachgroßmeister Anfang der 80er Jahre. Allein seinen Namen fand ich schon faszinierend. In der Sendung sah er immer sehr sehr cool aus mit seinem Schnauzbart, und ich glaube, er rauchte da auch während der Partien – gepasst hätte es jedenfalls zu ihm.
Mit 89 Jahren ist Svetozar Gligoric nun weitergezogen. Traurig, aber so ist es - alle müssen wir einmal gehen. Halten wir ihn in guter Erinnerung.





Kommentare
Wie ich hörte, pflegte Fischer auch in seinen späten Jahren Kontakt zu Gligoric.
Was mich aber sehr erstaunt und die Bewunderung für den Mann (den ich nicht kenne) noch verstärkt, war seine späte Hinwendung zur Musik, seiner 1. Liebe. Nach einem Leben, dem Schach gewidmet, keine kleine Leistung. Obwohl ich seine Cd nicht kenne, fällt mir ein anderer 80er ein, der neapoletanische Musiker Roberto Murolo, der mit jenseits der 80 noch zwei CD's veröffentlichte, mit ihm als Sänger! Ottantavogliadicanta rre - 80-jährige wollen singen...
Ich HOFFE auf noch einige würdige und würdigende Nachrufe auf den großen Meister!
Das Cover sieht interessant aus, ein im Nachdenken versunkener Schachspieler (Arme halten den Kopf) und dahinter steht ein revolutionsmäßig aussehender Che Guevara-artiger Typ (mit verschränkten Armen). Muß jetzt aber arbeiten, also denkt mal selbst drüber nach, was das bedeuten soll.
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