Deutschland ist Mannschaftseuropameister – das stolze Ergebnis einer wunderbaren Teamleistung! Sollte man meinen…. Anscheinend bleibt „das Team“ jedoch auf die Spieler und ihren Sekundanten Rustam Kasimdschanow beschränkt, der Schachbund außen vor.
Wusste man im Vorfeld bereits, dass die Mannschaft um Deutschlands Spitzenbrett, Arkadij Naiditsch und Bundestrainer Uwe Bönsch nicht miteinander klarkommem, geht der Kampf nun in eine neue Runde.
„Natürlich hoffe ich, dass wir mit dem Titelgewinn etwas Positives bewirken können für das deutsche Schach“, sagt Naiditsch, „aber das liegt jetzt am Verband. Und da bin ich sehr skeptisch. Ich glaube sogar, dass sich die meisten Präsidiumsmitglieder gar nicht über unseren Sieg freuen. Gratuliert hat mir auch niemand.“…
… „Er (Bundestrainer Uwe Bönsch) hat eine Festanstellung beim Deutschen Schach-Bund und kassiert rund 50.000 Euro im Jahr. Er glaubt jedoch, er fahre nicht zu einer EM, sondern in die Ferien“,
Soweit Naiditschs markige Worte, zu lesen in Thomas Lelgemanns Artikel „Seltsame Züge“ auf www.DerWesten.de
Zurückhaltende Unterstützung erhält er von Mannschaftskollegen Daniel Fridman:
„Er (Bundestrainer Uwe Bönsch) kümmert sich um die Unterbringung im Hotel oder sorgt dafür, dass wir immer genügend Getränke haben.“
Für mich völlig unverständlich ist hierbei die Vorgehensweise des Schachbundes, der trotz der nahezu militanten Vorgeschichte, die in Naiditschs Brandbrief auf Chessvibes.com ihren Höhepunkt fand, an seinem Bundestrainer festhielt und alle zusammen zur EM nach Griechenland schickte.
Die neuerliche Eskalation lässt vieles erwarten. Bisher war Schach wohl eine der großen sportlichen Ausnahmen, bei denen der Trainer wichtiger als das Team zu sein schien.
Möglicherweise hat die neu erstarkte Mannschaft mit der Goldmedaille nun genug Rückenwind, um sich gegenüber den Funktionären stärker zu positionieren.
Eins sollte jedoch allen Beteiligten klar sein: Für eine Ersatzmannschaft und einen 64. Platz auf einem Mannschaftswettbewerb hat niemand mehr Verständnis.
Uwe Bönsch 2008, Foto: GFHund




Kommentare
Und Lob an den Autor dieses Artikels: Klares Bekenntnis zur Meinung Arkadi.
Ich hoffe, H. Bönsch liest und trifft die richtige Entscheidung!
Im Sommer, als die Zusammensetzung der Mannschaft für die EM bekannt gegeben wurde, wurde Uwe Bönschs Position als "Teammanager" bezeichnet - also nicht Trainer, sondern nur der Mann fürs Administrative. Von einem Trainer - der Posten, den Rustam Kasimdzhanov dann bekommen hat - war damals noch nicht die Rede.
In der Öffentlichkeitsarbei t des DSB während der EM wurde dann aber ständig der "Bundestrainer Bönsch" hervorgekehrt, der Teammanager stand öfter im Blickpunkt als die Leistung der Spieler. In einigen Kurzmeldungen wurden die Spieler nicht einmal namentlich erwähnt, aber "Bundestrainer Bönsch" fehlte fast nie.
Wie intensiv war Bönsch in die Öffentlichkeitsarbei t des DSB eingebunden? Er hat ja auch die täglichen Interviews für die Live-Sendung des DSB-Partners/Sponsors Chessbase gemacht.
Mich hat an den Meldungen vom EM-Sieg gestört, dass der Bundestrainer, den ich in dem Zusammenhang lieber als Teamkapitän oder Mannschaftsbetreuer bezeichnet habe, von dpa
abendblatt.de/.../...
und DSB
schachbund.de/.../...
in den Vordergrund gestellt wurde. Wer neben den fünf Spielern Großes geleistet hat, war der tatsächliche Trainer Rustam Kasimdschanow. Chessbase hat ein Interview mit ihm
www.chessbase.de/.../
und ZEIT ONLINE einen Hintergrund
zeit.de/.../...
Da erfährt man auch, dass Naiditsch unmittelbar vor der EM nochmals vor dem Rausschmiss aus der Mannschaft stand aufgrund einer zynischen Bemerkung über Bönsch. Für Bönsch kann man nur hoffen, dass es nicht er war, der die läppische Äußerung DSB-intern bekanntmachte. Halbwegs berechtigte Kritik, auch wenn sie nicht diplomatisch vorgetragen wird, muss gerade ein gut bezahlter Hauptamtlicher von einem schlechter abgesicherten Spieler einstecken können. Schließlich kriegt der Hauptamtliche auch Lorbeeren, für die er mitunter gar nicht so viel geleistet hat.
Naiditsch der kurz vor einer Sperre war, sucht mal wieder den öffentlichen Weg. Unabhängig von Absprachen hat Naiditsch so oder so erneut eine interne Diskussion versäumt. Natürlich sollte ein Nationalspieler wissen, dass es auch im Schach Funktionen geben muss, die nicht durch das Ehrenamt geregelt werden können. Und natürlich wird nicht der Bundestrainer das Hotel für die Nationalmannschaft buchen, das werden die Angestellten der Geschäftsstelle hoffentlich auch hinbekommen. Hier liegt das Problem wieder einmal an der fehlenden Transparenz im DSB. Sei es bei der Aufgabenverteilung oder bei der Verwendung der finanziellen Mittel. Weder der Vereinsspieler, noch die Nationalspieler, wissen vermutlich wirklich, was die Aufgaben des Bundestrainers und des Sportdirektors sind und was sie für ihr Gehalt leisten. Und sind die angegebenen 50.000 € überhaupt richtig, sind sie netto oder brutto?? Für mich stellt sich aber nicht die Frage warum es im Schach Funktionäre gibt die Geld verdienen, sondern wie deren Tätigkeit eingeteilt und kontrolliert wird. Ist es z.B. wirklich notwendig, dass bei den meisten Veranstaltungen der Nationalmannschaften Bundestrainer und Sportdirektor anwesend sind?
Aber am langem Ende geht es vielleicht auch nur um Neid(-itsch).
Der DSB muß sich entscheiden:
1. Klare Definition der Zuständigkeiten - auch mich hatte gewundert, daß Bönsch erst Manager und dann doch wieder Trainer genannt wird. Das liegt vielleicht am Arbeitsvertrag, vielleicht aber auch an schlechter Kommunikation.
2. Wenn 1. erledigt ist, muß klar sein, wie sich eine Mannschaft zu verhalten hat - auch in der Öffentlichkeit! Und wenn da permanent jemand aus der Reihe tanzt, muß man Konsequenzen ziehen! Man kann sich nicht erpressen lassen von guten Ergebnissen. Dieses ständige Theater in der Öffentlichkeit ist doch nur noch traurig und peinlich! Dann lieber Platz 64 mit dem Nachwuchs!
Jeder Spieler bekommt persönliche Ziele, an denen er gemessen wird und von denen auch seine Berufung in die Nationalmannschaft abhängt. Es scheint, als gäbe es nicht einmal diese Selbstverständlichke iten (korrigiert mich, wenn das nicht stimmen sollte).
Mag sein, dass ich ein Patzer bin, aber ich würde als Nationaltrainer unabhängig von den Modalitäten, die zu erledigen sind, alles darum geben, die Spielstärke meiner Jungs zu verbessern und den Teamgeist zu stärken.
Meine Güte, Nationaltrainer der deutschen Schachmannschaft, mehr kann man doch als deutscher Schachspieler kaum erreichen. Sich dann den Allerwertesten aufzureißen und immer das Maximum herausholen zu wollen, ist unabhängig vom Gehalt doch eine Frage der Ehre. Und solche Tuchelschen Matchpläne zu entwerfen, wie sie von Kasim schließlich kamen, genau diese erwarte ich von UB. Wenn das, was die Spieler sagen und schreiben, annähernd stimmt, dann kann es mit UB so wie er sein Amt derzeit interpretiert nicht weiter gehen.
Bönsch hat mit dem Erfolg NICHTS zutun. Er war einfach nur dabei. Schlimm genug, daß er dafür auch noch eine Medallie bekommen hat !
Hier wird immer mit Löw verglichen. Das hinkt gewaltig ! Der Bundestrainer bekommt beim Fußball ein ordentliches Gehalt, aber die Spieler ein Vielfaches davon ! Beim Schach kassiert nur Bönsch ordentlich und die Spieler die die ganze Arbeit leisten bekommen nur einen Bruchteil !
GENAU DARUM GEHT ES !
Bönsch muss weg ! Er ist einmal mehr in die Kritik geraten und sorgt für schlechte Stimmung im Team. Er ist der Grund und nicht die Spieler, die sich über ihn aufregen !
Ich habe fertig !
Nachdem die komplette Mannschaft in Interviews etc. NUR Kasimdzhanov als entscheidenden Faktor erwaehnt hat und oft genug darlegt was der Herr Boensch dazu beigetragen hat, naemlich nichts, sollte man hier doch bitte dann auch nicht von einem perfekten Duo reden. Hotels buchen und Tee kochen bekomme ich auch noch hin...
Ich hoffe das dieser tolle Erfolg endlich Druck auf die Funktionaere ausuebt und man zum Handeln gezwungen ist, denn ich will keinen 64.ten Platzt bei einer Schacholympiade mehr sehen, zumal man ja gesehen hat welches Potential in der Mannschaft steckt!
Da kann ich die "Wutentgleisung" meines Vorredners bedingungslos verstehen und unterstuetzen!
Es gibt hier auch ein paar kritische Bemerkungen, die berechtigt sind, ich habe sie alle gelesen und werde sie intern bei der Auswertung zur Sprache bringen. Wir merken das, wenn wir Fehler machen!!
Bin gespannt, wer noch Uwe Bönsch das nächste Ziel sein wird!
Wenn hier einer glaubt es besser zu wissen als die Verantwortlichen, die seit Monaten täglich viele Stunden ehrenamtlich im Einsatz sind und keinerlei angemessene Anerkennung bekommen, dann kann ich nur sagen: Wir brauchen noch kompetente Mitarbeiter, engagiert euch!
Ist übrigens eine interessante Erfahrung, auf der Gegenseite zu sitzen und am eigenen Leib all das zu erfahren, was man vorher anderen angetan hat.
Keine Sorge, ich bin nicht dünnhäutig, ich habe das Stahlbad des Mobbings schon hinter mir und werde meinen Job weiter machen.
Aber lasst Uwe Bönsch endlich in Ruhe, was jetzt mit ihm gemacht wird hat er mit Sicherheit nicht verdient!!
Mit dem Merken darf es aber dann nicht getan sein, man müßte auch versuchen sie abzustellen...
Zitat:
Das Problem scheint zu sein, daß es nicht gerade viele bezahlte Funktionen im Schachverband gibt und es schwer zu verstehen ist, warum es hier nicht - wie in anderen Sportverbänden - zeitlich stärker begrenzte Besetzungen gibt. So ließen sich vielleicht alle zwei, drei Jahre durch Neuberufungen neue Anreize setzen.
In der aktuellen Situation hat man den Eindruck, daß die Hauptamtlichen die Probleme vorwiegend aussitzen. Aktive kommen und gehen, wozu sich aufregen? Daran muß sich etwas ändern, sonst wird dieses Theater noch jahrelang so weitergehen...
Naiditsch wird seine Gründe haben. Es darf ruhig auch mal was in der Presse auftauchen. Aber dass dann auf einmal jeder meint, dass der Mann gefeuert gehört, weil das Wort "Bundestrainer" suggeriert, dass er nur für die A-Mannschaft verantwortlich sei? Das ist typische BILD-Gekeife und in letzter Zeit leider sehr typisch geworden.
Im Internet pöbelt es sich noch leichter als am Stammtisch. Es ist wie im Fußball auch - alle sind kleine Bundestrainer, aber niemand macht sich die Mühe, sich über die Arbeit des Bundestrainers abseits der 90 Spielminuten Gedanken zu machen. Und wenn Löw falsch wechselt, fordern in den BILD-Kommentaren und im SPON-Forum die Leute auch reflexartig, dass er keine Ahnung habe und gehen müsse.
Für das Problem mit der A-Mannschaft lässt sich eine Lösung finden, auch ohne dem Mann das Leben zur Hölle zu machen.
Wir können hier viel diskutieren ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Das Thema muss nun schnellstmöglich und endgültig von der Bildfläche verschwinden, denn es schadet dem Schach. Irgednwie scheint es auf wohl auf einen Showdown hinauszulaufen. Entweder Naiditsch oder Bönsch.
Und selbst wenn man sich für Naiditsch entscheidet, bedingt dies nicht die Entlassung Bönschs - eine Entbindung von der Betreuung der Delegation (und des A-Kaders) würde hier vielleicht schon helfen.
Und noch etwas zu "tiger": Es hilft hier nicht, mit Vermutungen zu dem Einkommen der Spieler zu arbeiten. Ich kann mir z. B. keineswegs vorstellen, dass auch nur einer der Nationalspieler mehr als der Bundestrainer verdient. Spitzenschach in D ist ein hartes Brot.
Ich habe mir mal die Muehe gemacht, ein paar der Aussagen der verschiedenen Spieler zusammenzutragen:
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Arkadij Naiditsch:
"The first Olympiad that I played in was in Turin, 2006. I played on the first board for the German team and Mr. Bönsch was already an experienced and well-respected trainer. But the strange thing was, all he ever did was distribute the line-up for the next match and make a great black tea that we drank together every evening. Not once did he make the slightest effort to help anybody from the team chess wise."
Brandbrief (sieher obiger Artikel):
chessvibes.com/.../...
Audiointerview
schachbundesliga.de/.../...
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Daniel Friedmann:
"Ich würde sagen, Uwe Bönsch kümmert sich eher um technische Fragen. Visafragen oder Dopingbestimmungen, aber Schachtraining habe ich noch nicht mit ihm gemacht. Ich war einmal bei einem Vorbereitungstreffen vor der Schacholympiade in Dresden 2008, aber da hat Uwe schachlich nicht mit uns gearbeitet. Die Spieler haben sich zusammengesetzt und trainiert."
www.chessbase.de/.../
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Meier:
"Die Stellung von Uwe Boensch sollte schon gekippt werden"
"Alle Spieler die man fragen kann sind sich einig das Uwe auf diesem Posten nichts verloren hat [...]"
schachbundesliga.de/.../...
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Jan Gustafsson
(Nicht direkt auf Uwe Boensch bezogen, sonder die allgemeine Situation beim DSB)
"Ich erwarte vom Schachbund nicht, dass er uns reicher macht, aber er sollte sich engagieren, bessere Spieler aus uns zu machen! "
Auserdem das grose Interview in "Schach 08/2010" von Gustafsson, Meier, Naiditsch
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Ausserdem sucht sich eine "Danksagung" der Spieler in den aktuellen Reaktion an Uwe Boensch vergeblich, im Gegensatz zu Kasimdzhanov
www.chessdom.com/.../
"Ok, bisschen Analyse krieg ich doch hin. Früher nein Theorietrainer, diesmal ja Theorietrainer. Theorietrainer gut. Jan viel Theorie gelernt. Jan weniger nachdenken müssen, das immer gut."
jan-gustafsson.de/.../...
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Sicherlich sind diese Quellen vielleicht nicht uptodate, aber nach den neuerlichen Reaktionen von Naiditsch und Meier kann ja wohl nicht davon ausgehen, das all die Differenzen aus der Welt geschafft worden sind.
Es geht hier auch doch nicht darum jemanden in der Anonymitaet des Internets zu "mobben", aber man wird ja noch kritisch hinterfragen duerfen ob Herr Boensch bei diesen Tenor der Spieler noch der richtige Mann fuer den Posten ist. Natuerlich hat Herr Bastians recht, das man als Laie keinen Einblick in die Interna etc. hat, jedoch draengt sich einfach der Verdacht auf, das bei wenn die Spieler unabhaengig von einander den selben Sachverhalt schildern, eben irgendetwas wohl nicht stimmen kann.
Naja, vielleicht kann Herr Bastians ja mal darlegen was die "falschen Behauptungen" sind auf die sich dieses "Mobbing" stuetzt, als Weltoffener und Lernfaehiger Mensch waere ich sehr daran interessiert zu erfahren, was Ihrer Meinung nach der Grund ist, warum der komplette A-Kader gegen den Bundestrainer rebelliert.
Fakt ist auf jeden Fall: Die Spieler haben geliefert, der Ball liegt nun beim DSB.
ich freue mich, daß Sie auf dieser Seite immer wieder mitdiskutieren. Ich finde das "volksnah", im Gegensatz zu dem Kommentar weiter oben.
Auch ich halte viele der hier getätigten Äusserungen für erschreckend, inhaltlich wie im Tonfall.
Der DSB sollte sich nicht von Spielern zu einer Maßnahme drängen lassen. Nach wie vor sollte es eine Ehre sein, für sein Heimatland spielen zu dürfen und keine Bürde. Und Kritik intern zu äussern ist eine Selbstverständlichke it, die hier in provozierender Weise missachtet wird.
Trotzdem sollte das "Schachvolk" verstehen können, was denn die Aufgabe eines der wenigen bezahlten Funktionäre im DSB ist. Offensichtlich wird das aber nicht verstanden.
Es ist in jedem Verein das gute Recht eines Mitglieds, die Verwendung der Mitgliedsbeiträge zu hinterfragen, wenngleich man im DSB nur mittelbar Mitglied ist. Herr Bönsch wird aus Mitgliedergeldern bezahlt - ergo muß wenigstens der Versuch unternommen werden zu erklären, was seine Aufgabe ist und ob diese zur Höhe des Gehalts passt.
Damit will ich keinesfalls sagen, daß sein Gehalt nicht zu seiner Tätigkeit passt, oder daß er gar keine sinnvolle Aufgabe hätte. Ich stelle nur fest, daß es in der (Mitglieder-)Wahrnehmung ein Problem gibt.
Schön wäre, wenn Sie dann mit den unwahren Behauptungen aufräumen würden statt nur festzustellen, daß es welche gibt.
Ihr Kommentar erscheint tatsächlich etwas dünnhäutig, was allerdings bei soviel Ungemach, daß sich hier zusammenbraut verständlich sein mag - präsidial erscheint es aber nicht.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Mannschaft ein glückliches Händchen bei der Lösung der Probleme. Es scheint allerdings die Wahl zwischen Pest und Cholera zu sein. Ich möchte nicht in Ihrer Haut stecken.
Die Forderung, Bönsch müsse bei Fotos aus dem Bild treten oder eine Medaille zurück geben ist grotesk! Man stelle sich vor, er wäre nicht auf den Fotos: dann würden wahrscheinlich die gleichen Leute schreiben, er würde sich nicht als Teil der Mannschaft sehen, würde den Erfolg nicht gönnen oder sonst was.
Irgendjemand muß diese Hetze beenden! Für die Spieler, den Verband, für Uwe Bönsch und nicht zuletzt für das deutsche Schach!
ich freue mich, dass hier und anderswo, soviele Schachfreunde mitdiskutieren.
Leider, und da schließe ich mich meinen Vorredner an, ist die Art und Weise zum Teil deutlich unterhalb der Gürtellinie.
Wir alle kennen die Fakten nicht. Aber es ist an der Zeit sie auf den Tisch zu legen, damit wir uns wieder auf das SCHACH konzentrieren können.
Ich gratuliere allen Beteiligten und damit natürlich auch dem Deutschen Schachbund zum Gewinn der Europameisterschaft.
Mit freundlichen Grüßen
der das Schach liebt
und Nachts ist es kälter als draußen ?
Die Forderung, Bönsch müsse bei Fotos aus dem Bild treten oder eine Medaille zurück geben ist grotesk! Man stelle sich vor, er wäre nicht auf den Fotos: dann würden wahrscheinlich die gleichen Leute schreiben, er würde sich nicht als Teil der Mannschaft sehen, würde den Erfolg nicht gönnen oder sonst was.
Lediglich eine überspitzte Darstellung, die die Probleme vor Augen führen soll. Man kennt das aus Karikaturen ! Aber manche verstehen den Sinn hinter Überspitzung nicht und dann kommt so eine Antwort, wie oben.
Auch ich halte viele der hier getätigten Äusserungen für erschreckend, inhaltlich wie im Tonfall.
Tonfall ?
1) Wie sah die genaue Rollenverteilung während der EM aus? Wer hat was (z.B. Aufstellung und Matchstrategie) mit wem besprochen? Wer hat entschieden, wann wer aussetzt? Gab es Mannschaftssitzungen , die von Uwe Bösch geleitet wurden? Wie war das Verhältnis der Spieler zu Uwe Bönsch?
2) Ich finde, Uwe Bönsch sollte sich endlich mal öffentlich zu den ganzen Vorwürfen äußern. In seiner Position muss man mit Kritik umgehen können, auch wenn sie z.B, von "nö immer noch keinen Namen !" im Ton total verfehlt ist. Aber damit sich die Schachöffentlichkeit eine Meinung bilden kann, sollten beide Seiten bekannt sein.
3) Wie sehen denn jetzt die Zukunftspläne bzgl. der Förderung der Nationalmannschaft aus? (Präsident Bastian?) Werden die Spieler auch weiterhin mit Kasimdshanov zusammenarbeiten oder war das eine einmalige Geschichte? Beim CB Interview meinte er ja schon, dass er bei der Olympiade für Usbekistan spielen wird. Aber man könnte ja fast schon überlegen, ob man ihn nicht fragen soll, als Spielertrainer für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen. . .
Was ist mit den Veranstaltern von Dortmund - ist es für sie jetzt nicht interessant, die deutschen Europameister London-mäßig gegen die Weltelite antreten zu lassen? Vermarktungstechnisc h geht das doch jetzt z.B. besser, als wenn man ausländische "schwache" 2700er hat. Für das breite, eher schachferne Publikum ist doch ein Gusti sicher interessanter, als wenn sich irgendwelche ausländischen Spieler auf deutschem Boden duellieren.
Und Herr Bastian hat sicher Recht, wenn er behauptet, dass dem überwiegenden Teil der Kommentatoren hier der Einblick in die interenen Strukturen und Verhältnisse fehlt. Natürlich sind die Fans auf der Trübune darauf angewiesen, sich ein Bild zusammen zu basteln, das auf den zur Verfügung stehenden Informationen basiert (eben die Aussagen der Spieler), die nun mal einseitig und subjektiv sind. Wenn man diese Stimmen nicht ernst nehmen soll, welche denn dann?
Allerdings kann und darf dieser Umstand nicht als rhetorischer Universalschlüssel dienen. Denn spätestens mit der vierten oder fünften Auflage des Konfliktes hätte man beim DSB genügend Gelegenheit gehabt, die Vorwürfe argumentativ zu entkräften, indem man der Gegenseite UND der Öffentlichkeit einen Einblick in ebenjene internen Zusammenhänge gestattet und somit darlegt, WARUM diese oder jene Personalentscheidung nicht zur Diskussion steht bzw. die gegen sie erhobenen Vorwürfe falsch sind. Natürlich handelt es sich dabei um eine Art Rechtfertigung und niemand möchte sich gerne rechtfertigen. Aber Schach - auf dieser Ebene - ist nun mal Sport und da zählen sportliche Erfolge. Und da sind Rechtfertigungen und Hinterfragen der Strukturen nach Misserfolgen normal.
Die Tatsache, dass der DSB von dieser Möglichkeit Abstand genomen hat, lässt nun vielfältige Interpretationsmögli chkeiten offen. Möglicherweise ist das Spektrum der entkräftenden Gegenargumente doch nicht so breit, wie immer vom DSB angedeutet wird. Möglicherweise ist das Meinungsbild der Amateure dem DSB egal und die paar Stänkerer, die sich im Internet die Tastaturen heißtippen sind halt der akzeptierte prollende Bodensatz (sozusagen das .net-Gambit). Was auch immer nun der Grund dafür ist, fest steht, dass der DSB an der Intransparenz festhält und brav weiter die "ihr kennt die Hintergründe nicht"-Karte spielt und sogar noch bemüht ist, die undichten Stellen im Deich (=Spieler) zu stopfen (=halten bitte künftig das Maul), wie in der putzigen "Wir-haben-uns-alle-wieder-lieb"-Mitteilung vor ein paar Wochen.
schach.usv-halle.de/.../...
Ei der Daus! Oder neudeutsch ROFL!
Wenn das so ist, dann sollte man seine Stelle mit einem guten und einfühlsamen Psychologen mit ordentlichen Schachkenntnissen und Organisationstalent (Visa beantragen etc.) besetzen, wobei ich offen lassen möchte, ob UB dafür der Richtige ist, da ich es nicht beurteilen kann. Wenn das, was die Spieler beschreiben, tatsächlich seine Rolle ist, dann frage ich mich, warum man da einen A-Trainer mit solchen Aufgaben verschenkt.
Die A-Nationalmannschaft, das hat man wohl gesehen, braucht zumindest für die Großereignisse einen Schachtrainer, v.a. für Eröffnungen. Wenn das nicht die Aufgabe von Bönsch ist, dann ist das okay. Dann sollte man allerdings auch überlegen, ob er dann noch die Mannschaftsaufstellu ng machen sollte und dann ist für diese organisatorischen Sachbearbeitertätigk eiten sein Salär auch durchaus stattlich, wenn auch aufgrund der Reisetätigkeit nicht komplett unrealistisch.
Und dann müsste man jemanden engagieren, der die Nationalmannschaft regelmäßig schachlich betreut und evtl. auch schon im Vorfeld bei der Vorbereitung aktiv ist.
Ansonsten würde es auch mich brennend interessieren, wie die Aufgabenverteilung, insbesondere auch zwischen Kasim und Bönsch, war.
In den letzten Monaten sind offensichtlich einige vernüntige Entscheidungen getroffen worden, sonst wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Es wäre schön, dass diese positive Entwicklung nicht gefährdet, sondern weiter befördert wird.
Vielleicht helfen einige grundlegende Thesen und Erläuterungen (aus meiner subjektiven Sicht) der breiten deutschen Schachgemeinde ein wenig weiter, um die Situation besser zu verstehen.
Vor der deutschen Einheit ging es den Berufsspielern in Ost und West gar nicht so schlecht. Die Westdeutschen profitierten von einem abgeschotteten Markt. Die Ostdeutschen lebten in einem Billig-Preis-Land und konnten von den Preisgeldern (z.B. ungarischer Turniere) und Handel mit Schachuhren und -büchern recht gut leben, obwohl Schach seit dem Leistungssportbeschl uss von 1972 dem Bereich Sport 2 (nicht olympische und nicht besonders förderungswürdiger Sektor) unterstand.
In beiden deutschen Statten kümmerten sich die Verbände somit hauptsächlich um die Abwicklung des Spielbetriebes und die Mitgliederverwaltung .
Nach der politischen Wende in Osteuropa und der Sowjetunion brachen (von mir geschätzt) ca. 15000 Durchschnittseinkomm en im Bereich Schach weltweit weg.
Etliche starke Spieler aus ehemals sozialistischen Ländern nutzten die offenen Grenzen, um ihren Lebensunterhalt nun auf Turnieren im Ausland zu sichern, was wegen der hohen Inflation im Inland zusätzlich attraktiv war. Auf diesen Andrang waren weder deutsche Spieler noch Spitzen-funktionäre und -organisatoren vorbereitet. Die Antrittskonditionen und Preisgelder auf Turnieren verschlechterten sich zusehends.
Das Spielen in mehreren Ligen wurde Usus. Der Deutsche Schachbund war einer der ersten Verbände, der nach und nach völlig auf eine Inländer-Einsatz-Regelung verzichtet, die in den meisten Ländern noch Bestand haben und dort für ständigen Nachschub an jungen Talenten sorgen.
Nun ist die Bundesliga selbstständig und setzt diesen bedenklichen Kurs fort.
Für die Identifikation der Klubmitglieder mit Profimannschaften und Erkämpfung finanzieller Mittel ist diese Entwicklung nicht förderlich, für die Nachwuchs-Förderung ebensowenig. Ein Spieler mit 2400 Elo unter 20 Jahren hatte in einigen Jahren schon Seltenheitswert. Jahrelang gab es kaum Erfolge zu verzeichnen. Und wenn diese dann dennoch zustandekamen, lag und liegt noch immer fast ausschließlich an privater Initiative der jeweiligen Spieler.
Die Medienpräsenz des deutschen Spitzenschachs (außerhalb des Internets) nahm nach und nach ab und Schach ist seit einigen Jahren auch im Vergleich zu anderen "Rand"-Sportarten unterrepräsentiert.
Es fehlt auf allen Ebenen an Transparenz und Kommunikation zwischen Funktionären und Spielern, die mehr und mehr im Ausland spielen.
Vor allem die Verhältnismäßigkeit zwischen Preisgeldern, Antrittsgeldern in Turnieren und Ligen, Tages-Sätze für den DSB tätiger Trainer und dem Fix-Gehalt hoher DSB-Funktionäre in Relation zu deren Tätigkeit (die im Detail nicht bekannt ist) kommt unter solchen Rahmenbedingungen schnell in die Kritik.
(Im Jahr 2000 qualifizierte sich die Deutsche Mannschaft mit dem sensationellen 2. Platz bei der Olympiade in Istanbul seit Jahren wieder für die Mannschafts-WM. Dort traten sie gegen stärkste Gegnerschaft ohne Ersatzspieler an, was den gegnerischen Mannschaften die Vorbereitung wesentlich erleichtert haben dürfte. Das darf sich wie der 64. Platz in 2010, wo der jungen unerfahrenen Mannschaft sicher die Unterstützung und vor allem die Kraft für die letzten 3 Runden fehlte, auf keinen Fall wiederholen!)
Eine Bestandsaufnahme aller Aufgabenfelder des DSB ist notwendig... und dann muss geklärt werden, welche bisherigen hauptamtlichen Mitarbeiter welche Aufgaben am besten lösen können und wo externe Hilfe erforderlich ist und dies auch intern und soweit notwendig öffentlich so kommunziert werden.
Aus meiner Sicht liegt es nicht fern, dass Uwe Bönsch und Raj Tischbierek wesentlichen Anteil daran hatten, Gernot Gauglitz (UKA) zu bewegen, neben ihrem neuen Verein USV Dresden auch die DSB-National-Teams zu unterstützen.
Andererseits würde ich mir vom Bundestrainer wünschen, dass er sich öffentlich für den Einsatz einheimischer Spieler in den deutschen Spitzenklubs einsetzen würde, wie das sein ehemaliger Kollege Heiner Brandt vom Handballbund bei vielen Gelegenheiten getan hat. Zudem wären angemessene Honorare für Trainer und entsprechende Vorbereitungskurse bei Welt- und Europa-Meisterschaften im Jugend- und Damenbereich notwendig, um weitere Spitzenleistungen zu befördern.
So würde die Akzeptanz für seine Position auch im Kollegenkreis sicher schlagartig steigen.
Fördermaßnahmen wie das HonorarKonzept Prinzen-Team sind schon ein Schritt in die richtige Richtung.
Dipl.-Ing. GM Henrik Teske
Noch ein paar Daten zum Autor:
Ich habe am Bereich Arbeitswissenschafte n an der TU Dresden studiert, u.a. 4 Semester Arbeitspsychologie, Arbeitsorganisation, Personalführung, Entgelt-Gestaltung
Seit 1996 bin ich Schachprofi, was etwa folgende Tätigkeiten umfasst:
Redakteur Rochade-Europa - (Rubrik- RE-International), Spieler (BL, Österr. BL, Tiroler Liga, früher auch in Frankreich und Spanien), Mentor von Falko Bindrich vor der Olympiade 2008 (der in unseren 15 Monate Zusammenarbeit von 2350 auf 2480 kletterte), früher Jugend-Trainer in Bayern (u.a. Julian Jorczik, Alexander Raykhman), Taktiktrainer für mehr als ein Dutzend heutige Großmeister, jetzt gelegentlich Jugend-Trainer in Sachsen, Übersetzer von Schachbüchern, mehrmals Pressereferent bei den OIBM in Bad Wiessee
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