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Samstag,18 Mai 2013

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Istanbuls andere Seite

Parkplätze sind die Stärke des Ausrichtungsorts der Schacholympiade Parkplätze sind die Stärke des Ausrichtungsorts der Schacholympiade IstanbulAirportShuttleTransportation.com






Vor zwölf Jahren hat schon einmal eine Schacholympiade in Istanbul stattgefunden. Viele haben sie in guter Erinnerung behalten. Gerade in Deutschland. Damals holten Jussupow, Hübner, Lutz, Dautow, Bischoff und Luther verdient Silber hinter den damals noch mit Kasparow souverän siegenden Russen.

Von 27. August bis 10. September ist Ali Nihat Yacizi erneut Gastgeber. Eine gelungene Schacholympiade würde seine Chancen heben, eines Tages FIDE-Präsident zu werden. Nach einem Reinfall kann er sich diese Ambition dagegen wohl abschminken.

Vor dem 2008 erteilten Zuschlag, versprach er vollmundig ein Budget von 10 Millionen Euro. Schon die Kampagne kostete fast 100 000 Euro und nährte den in der New York Times berichteten Verdacht, dass für Stimmen bezahlt oder geldwerte Geschenke übergeben wurden. Diese Website spricht immer noch von minimal 7,5 Millionen Euro. Beisammen hat Yacizi, soweit bei der WM in Moskau zu hören ist, vier Millionen Euro, praktisch alles von öffentlichen türkischen Geldgebern.

Für die in den Bewerbungsunterlagen 2008 versprochene Ausrichtung in der Innenstadt und in Hotels in fußläufiger Entfernung reicht das vorhandene Geld hinten und vorne nicht. Nun wird im Messezentrum CNR Expo neben dem Flughafen gespielt, das vor allem mit den guten Parkmöglichkeiten und der Nähe zur Autobahn für sich wirbt. Genächtigt wird in Hotels am Flughafen (die gleichwohl nicht direkt beim Messezentrum liegen). Nur wichtige FIDE-Leute dürfen sich auf Unterbringung mit Blick aufs Marmara-Meer freuen. Diese Schacholympiade wird vielen erlauben, Istanbul von einer weniger bekannten Seite kennenlernen.

Für diese Lage sind die Einzelzimmerzuschläge mit 100 Euro stolz angesetzt. Zu zahlen sind sie für alle Spieler, die nicht zwei Wochen im Doppelzimmer verbringen wollen. Wer ein offizielles Hotel, etwa für zusätzliche Betreuer oder Teilnehmer des FIDE-Kongresses bucht, soll mit 240 Euro pro Nacht (Vier-Sterne) zum Handkuss kommen. Verbände, die ihre Teams nicht frühzeitig anmelden (bevor sich die Umstände herumsprechen), verlieren die ihren Spielern und Spielerinnen zustehenden Betten. Natürlich ist alles bestens, wenn man Yacizi fragt, wie es Europe Echecs getan hat.

Vielleicht ist ihm schon egal, wie viele er gegen sich aufbringt, und versucht, Finanzlöcher zu stopfen, wo es nur geht. Zwischenzeitlich hatten sich einige Insider schon auf eine Absage gefasst gemacht. Yacizi ist zugute zu halten, dass die Schacholympiade überhaupt stattfinden kann.

Für 2014 ist im norwegischen Tromsö dem Vernehmen nach alles auf Schiene. Um die Ausrichtung 2016 bewerben sich voraussichtlich Tallinn (zu Ehren des 100.Geburtstag von Paul Keres) und Toronto.

Kommentare  

 
#1 Tiger-Oli 2012-05-25 16:18
Interessante Recherche, danke schön.

Spannend, was sich herausfinden lässt, wenn man mal die ursprünglichen Aussagen und Versprechungen mit der Gegenwart vergleicht.

Und wie ist das mit den Hotels? Dieser Trick kommt mir bekannt vor - ist fast schon das übliche Procedere bei diesen Turnieren, fürchte ich. Aber was soll´s - man fährt ja hin, um Schach zu spielen, und nicht, um die Stadt zu genießen. Oder so.
 

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