Das Image des Schachs genießt in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Häufig findet das königliche Spiel deshalb Verwendung in der Werbung. Dass es dabei nicht immer um die Liebe zum Spiel gehen kann, zeigt oftmals bereits die mangelhafte Regelkunde. Nach Arnold Schwarzenegger wurden nun Peer Steinbrück und Altbundeskanzler Helmut Schmidt auffällig: Bei der Präsentation ihres gemeinsamen Buches „Zug um Zug“ (Hoffmann und Campe, 330S., 24.99€), setzte man nicht nur im Titel auf die Symbolkraft des Schachs.
Für das Cover engagierte der Verlag die Fotografin Ingrid von Kruse. Heraus kam ein ansprechendes Foto – doch leider mit einigen handwerklichen Schwächen. Es gehört zur schachlichen Grundausbildung, dass die rechte untere Ecke des Schachbretts weiß ist, damit man eben nicht über die Seiten des Brettes spielt. Anscheinend ging dies im Eifer des Gefechts unter, denn auch das Handgemenge am weißen Damenflügel zeugt von hoher Dynamik, die jedoch Schachspielern fremd ist – bei uns geht es immer abwechselnd: Zug um Zug.
Dabei müssten es die beiden besser wissen. Zumindest Peer Steinbrück – spielte er sogar im Jahr 2005 in Bonns Bundeskunsthalle einen Schaukampf gegen Wladimir Kramnik.
Soweit ich mich erinnere, gehörte dieses Match zu einer großen Werbekampagne, die die Deutsche Bank mit Schach verband. Auffallend war auch hier ein Schachbrett, das auf vielen Werbematerialien zu sehen war und es sogar auf die Website des Unternehmens schaffte. Raten Sie, welche Farbe die rechte untere Ecke hatte....
Passend zum Thema ist wohl auch der Artikel auf Welt-Online:
Die Guttenbergs spielen nur mit weißen Figuren






Kommentare
Dort werden alle Regeln allgemeinverständlic h erklärt....
Eine Buchempfehlung für Helmut Schmidt und Peer Steinbrück.
Und wir sollten nicht zu laut über solche Details klagen. Wer weiss ob wir nicht schon bald die Frauenquote aufs Brett kriegen. Dann gibt es anstatt Springer wahrscheinlich Kühe - und stehen diese am Rand sind es "dumme Kühe" -, sowie 4 von 8 Bauern werden dann Bäuerinnen sein.
... gut die "Türmin" finde ich allerdings jetzt albern .........
Doch es kann mal vorkommen, wirklich – mir ist es auch erst passiert vor kurzem, bei einem (um es mit Heidi Klum zu sagen) Photo-Shooting in Baden-Baden hier für den Blog. Kein Geringerer als der geschätzte Schachfreund Frank Zeller hat mich darauf aufmerksam gemacht. (Danke nochmal dafür, Frank ….. knirsch.)
Die Hamburger ZEIT (Mit-Herausgeber Helmut Schmidt) hat das Bild der beiden schachspielenden Politiker gestern noch einmal ganz oben auf die Titelseite gebracht . Allerdings wurden die Farbe der Felder noch schnell überarbeitet, so dass es jetzt wieder stimmt.
In der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung erschien heute zu diesem Thema noch ein lesenswertes Interview mit der Fotografin Ingrid von Kruse.
sueddeutsche.de/.../...
Profi der sie ist, war für die Fotografin der Aschenbecher des Altkanzlers wichtiger als die richtige Position des Schachbrett – und warum hätte sie sich auch sorgen sollen um das Brett?
Ich glaube, hier haben einfach Steinbrück und Schmidt geschlafen, aber wie gesagt – sowas kommt mal vor. Ich glaube, die beiden werden sich sehr ärgern.
Eigentlich aber ist es eine schöne Anekdote, für später.
Und was soll´s - wer von uns ohne Fehler ist, der setze den ersten Stein.
Also wenn man die Aufgabe hundert Schimpansen stellen würde...
Doch aus dem Spaß wurde dann Ernst, äh ein weiterer Spaß, als einige der hier regelmäßig spielenden Kibitze schrien: "Unerhört, spielen hier Schach und kennen noch nicht mal die Regeln !!" und verliessen empört und demonstrativ die Szene und überliessen uns unserem Schicksal..
Guter Hinweis! Ich habe unserem Chef Jörg Hickl schon seit langem nahegelegt, dass er uns für solche kniffligen Außeneinsätze eine nette Produktionsassistent in zur Seite stellen sollte. Dann wäre das bestimmt nicht passiert, mit dem falsch aufgestellten Gullydeckel.
Noch will er das aber nicht so richtig bewilligen. Vielleicht kannst Du da mal mit ihm sprechen?!
Doch für ein freundlicheres Arbeitsklima sind wir auf die Unterstützung unserer Leser angewiesen - aber da gibt es noch viel Spielraum.
Siehst Du, Max, das ist genau das, was ich meine. Jörg kommt IMMER mit diesem Argument an, genau wie in seinem Kommentar gerade eben!
Da kann das ja nichts werden, mit Produktionsassistent in, freiem Kaffee und so.
Versuch Du doch einfach mal Dein Glück bei ihm - ich weiß nicht mehr weiter.
@ Jörg: Hallo Chef!
Also: Spendenbutton weg - attraktive Online-Schachschule her und das ganze nicht für 50 € die Stunde sondern für 19,99 EUR im Jahr! Dann wird das auch was mit Deiner Assistentin
Mit richtig aufgebautem Brett hätte es doch weder hier noch in der FAZ einen Artikel gegeben.
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