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Donnerstag,17 Mai 2012

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Schachschlappe für die SPD

coverzz2200Das Image des Schachs genießt in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Häufig findet das königliche Spiel deshalb Verwendung in der Werbung. Dass es dabei nicht immer um die Liebe zum Spiel gehen kann, zeigt oftmals bereits die mangelhafte Regelkunde. Nach Arnold Schwarzenegger wurden nun Peer Steinbrück und Altbundeskanzler Helmut Schmidt auffällig: Bei der Präsentation ihres gemeinsamen Buches „Zug um Zug“ (Hoffmann und Campe, 330S., 24.99€), setzte man nicht nur im Titel auf die Symbolkraft des Schachs.

Für das Cover engagierte der Verlag die Fotografin Ingrid von Kruse. Heraus kam ein ansprechendes Foto – doch leider mit einigen handwerklichen Schwächen. Es gehört zur schachlichen Grundausbildung, dass die rechte untere Ecke des Schachbretts weiß ist, damit man eben nicht über die Seiten des Brettes spielt. Anscheinend ging dies im Eifer des Gefechts unter, denn auch das Handgemenge am weißen Damenflügel zeugt von hoher Dynamik, die jedoch Schachspielern fremd ist – bei uns geht es immer abwechselnd: Zug um Zug.

Dabei müssten es die beiden besser wissen. Zumindest Peer Steinbrück – spielte er sogar im Jahr 2005 in Bonns Bundeskunsthalle einen Schaukampf gegen Wladimir Kramnik.

Soweit ich mich erinnere, gehörte dieses Match zu einer großen Werbekampagne, die die Deutsche Bank mit Schach verband. Auffallend war auch hier ein Schachbrett, das auf vielen Werbematerialien zu sehen war und es sogar auf die Website des Unternehmens schaffte. Raten Sie, welche Farbe die rechte untere Ecke hatte....

Passend zum Thema ist wohl auch der Artikel auf Welt-Online:
Die Guttenbergs spielen nur mit weißen Figuren

Jörg Hickl

Jörg Hickl

Großmeister, Schachtrainer, Schachreisen- und -seminarveranstalter.
Weitere Informationen im Trainingsbereich dieser Website
oder unter Schachreisen

Website: www.schachreisen.eu

Kommentare  

 
#1 Frank Jarchov 2011-10-28 11:43
Zug um Zug ist doch ein Anfängerbuch von Helmut Pfleger!!
Dort werden alle Regeln allgemeinverständlic h erklärt....
Eine Buchempfehlung für Helmut Schmidt und Peer Steinbrück.
 
 
#2 Cliff 2011-10-28 11:51
Auf der heutigen FAZ ist dafür ein Schachbrett wenigsten richtigherum, wenngleich dennoch sinnfrei abgebildet.
 
 
#3 Bernard Verfürden 2011-10-28 12:51
Aber immerhin ist ein Aschenbecher auf dem Bild und Altkanzler Schmidt hält eine Zigarette in der Hand. Ich glaube, wenn das fehlen würde, würde die Authenzität dieses Bildes noch mehr in Frage gestellt werden.

Und wir sollten nicht zu laut über solche Details klagen. Wer weiss ob wir nicht schon bald die Frauenquote aufs Brett kriegen. Dann gibt es anstatt Springer wahrscheinlich Kühe - und stehen diese am Rand sind es "dumme Kühe" -, sowie 4 von 8 Bauern werden dann Bäuerinnen sein.

... gut die "Türmin" finde ich allerdings jetzt albern ......... :-)
 
 
#4 Max 2011-10-28 13:52
Das Brett auf der Titelseite der FAZ ist natürlich auch falsch und zeigt die oben gespielte Stellung.
 
 
#5 Olaf Steffens 2011-10-28 16:04
Wir schauen in Tarraschs Lehrbuch des Schachspiels nach und sehen: Unten rechts muss weiß sein! Nun liegt die Chance, ein Brett richtig hinzustellen, zwar auch für Nicht-Schachspieler bei fünfzig Prozent – unheimlich ist, dass es trotzdem in den allermeisten Fällen schief zu gehen scheint.

Doch es kann mal vorkommen, wirklich – mir ist es auch erst passiert vor kurzem, bei einem (um es mit Heidi Klum zu sagen) Photo-Shooting in Baden-Baden hier für den Blog. Kein Geringerer als der geschätzte Schachfreund Frank Zeller hat mich darauf aufmerksam gemacht. (Danke nochmal dafür, Frank ….. knirsch.)

Die Hamburger ZEIT (Mit-Herausgeber Helmut Schmidt) hat das Bild der beiden schachspielenden Politiker gestern noch einmal ganz oben auf die Titelseite gebracht . Allerdings wurden die Farbe der Felder noch schnell überarbeitet, so dass es jetzt wieder stimmt.

In der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung erschien heute zu diesem Thema noch ein lesenswertes Interview mit der Fotografin Ingrid von Kruse.

sueddeutsche.de/.../...

Profi der sie ist, war für die Fotografin der Aschenbecher des Altkanzlers wichtiger als die richtige Position des Schachbrett – und warum hätte sie sich auch sorgen sollen um das Brett?
Ich glaube, hier haben einfach Steinbrück und Schmidt geschlafen, aber wie gesagt – sowas kommt mal vor. Ich glaube, die beiden werden sich sehr ärgern.
Eigentlich aber ist es eine schöne Anekdote, für später.
Und was soll´s - wer von uns ohne Fehler ist, der setze den ersten Stein.
 
 
#6 Max Bouaraba 2011-10-28 16:06
solange überhaupt wer Schach in Szene setzt sollten wir uns nicht über solche banalen, für den interessierten Beobachter völlig belanglose Fehler beschweren. Ich verstehe das auch nicht als Sinn des Artikels. Ich persönlich freue mich jedes Mal wenn ich Schach als Motiv oder in einem Hollywoodstreifen sehe und auch meinen jüngsten Kindern die ebenfalls Schach spielen fällt dies immer wieder mit Begeisterung auf. @Berny: :-)))
 
 
#7 Max Bouaraba 2011-10-28 16:28
@Olaf: wer ist eigentlich für den Aufbau der Stellung, gespielt von Tony Miles verantwortlich? (Siehe Dein Beitrag "Wer wird Deutscher Meister"). Nicht, dass das jetzt bei Dir zur Gewohnheit wird :-)))
 
 
#8 Martin S. 2011-10-28 19:32
"Nun liegt die Chance, ein Brett richtig hinzustellen, zwar auch für Nicht-Schachspieler bei fünfzig Prozent – unheimlich ist, dass es trotzdem in den allermeisten Fällen schief zu gehen scheint."

Also wenn man die Aufgabe hundert Schimpansen stellen würde...
 
 
#9 Gerhard 2011-10-29 08:39
Ich habe mal mit meinem Bruder in einer Freizeitanlage Schach gespielt. Beim Aufstellen der Figuren wurde mir gewahr, daß die weiße Dame auf dem schwarzen Feld zum Stehen kam, doch korrigieren wollte ich das nicht mehr, denn wir wollten nur schnell ein paar Züge aus Spaß machen.
Doch aus dem Spaß wurde dann Ernst, äh ein weiterer Spaß, als einige der hier regelmäßig spielenden Kibitze schrien: "Unerhört, spielen hier Schach und kennen noch nicht mal die Regeln !!" und verliessen empört und demonstrativ die Szene und überliessen uns unserem Schicksal..
 
 
#10 Olaf Steffens 2011-10-29 11:35
@Max

Guter Hinweis! Ich habe unserem Chef Jörg Hickl schon seit langem nahegelegt, dass er uns für solche kniffligen Außeneinsätze eine nette Produktionsassistent in zur Seite stellen sollte. Dann wäre das bestimmt nicht passiert, mit dem falsch aufgestellten Gullydeckel.

Noch will er das aber nicht so richtig bewilligen. Vielleicht kannst Du da mal mit ihm sprechen?!
 
 
#11 Jörg Hickl 2011-10-29 17:11
Lieber Olaf, eine gute Idee.
Doch für ein freundlicheres Arbeitsklima sind wir auf die Unterstützung unserer Leser angewiesen - aber da gibt es noch viel Spielraum.
 
 
#12 Olaf Steffens 2011-10-29 17:46
@ Max

Siehst Du, Max, das ist genau das, was ich meine. Jörg kommt IMMER mit diesem Argument an, genau wie in seinem Kommentar gerade eben!
Da kann das ja nichts werden, mit Produktionsassistent in, freiem Kaffee und so.

Versuch Du doch einfach mal Dein Glück bei ihm - ich weiß nicht mehr weiter. :-)

@ Jörg: Hallo Chef!
 
 
#13 Max Bouaraba 2011-10-29 19:10
Tja mein lieber Olaf, es tut mir ja wirklich sehr leid für Dich unter diesen Bedingungen Dein Tagwerk verrichten zu müssen, aber ich kann Deinen Chef da in gewisser Weise sehr gut verstehen. Vielleicht schaffst DU es ja dazu beizutragen, hier eine kommerzielle Webseite entstehen zu lassen, die sich nicht mehr nur Blog nennt, von der aber dennoch nach wie vor alle etwas haben. Von einem Blog geht nunmal leider jeder davon aus, dass dies jemand aus Spaß an der Freud betreibt (!). Eine andere Selbstdarstellung wäre daher vielleicht schon mal ein Anfang. Wie wärs zB mit "Chessbook" - ein Portal von Schachspielern für Schachspieler ala. Facebook die neben redaktionellem vorallem den Amateur umgarnt. So wäre zB ein ausgeklügeltes Studium mit DWZ-Gewinn-Garantie sicher ein Leckerbissen. Sollte sich kein DWZ Erfolg einstellen gibts das Geld zurück! Das jetzt mal so ganz spontan. Etwas ähnliches plant übrigens derzeit ein uns allen bekannter Brittischer GM in England. Wie ich versichern darf: erst mal nur in Englisch!

Also: Spendenbutton weg - attraktive Online-Schachschule her und das ganze nicht für 50 € die Stunde sondern für 19,99 EUR im Jahr! Dann wird das auch was mit Deiner Assistentin :-)
 
 
#14 Eckhard Krauße 2011-10-29 22:13
Sollte ich mal in die Verlegenheit kommen für Werbezwecke ein Foto mit Schachspielern zu machen, werde ich garantiert das Brett falsch aufbauen!
Mit richtig aufgebautem Brett hätte es doch weder hier noch in der FAZ einen Artikel gegeben.
 
 
#15 Pucher 2011-10-30 17:59
Das erinnert mich irgendwie an meine Ex- Freundin. Die baute das Brett auch oft falsch auf (das war ihr alles nicht soo wichtig). Oft waren König und Dame oder auch Springer und Läufer vertauscht. Ich habe das ganze dann immer Steffi Random genannt.
 

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