24. Donauopen Aschach an der Donau 2015

by on15. Januar 2016

Über 250 Spieler aus 13 Nationen, darunter 9 Großmeister, 9 Internationale Meister und viele weitere Titelträger sorgten in drei Turnieren für eine spannende Schachwoche nach Weihnachten in Aschach. Gespielt wird traditionel vom 26. Dezember bis 31. Dezember, wobei am 27. Dezember immer eine Doppelrunde angesetzt ist. Angeführt wurde die Setzliste von der bulgarischen Nummer 5 GM Nikita Mairorov vor dem ebenfalls erstmals in Aschach spielenden GM Vladislav Nevednchy der rumänischen Nummer 7 vor den bereits öfter in Aschach spielenden serbischen GM Nikola Sedlak und GM Dusan Popovic, die in ihrer Heimat die Nummer 8 und 9 sind. Neben der rumänischen Nummer 2 der Damen IM Irina Bulmaga traten erfreulicherweise viele starke Damen im Turnier an. Mehr zum Teilnehmerfeld und den Ergebnissen finden sie auf der informativen Homepage im Internet. Hier möchte ich Ihnen nur einen kleinen Überblick über das Turnier geben:

2016Aschach01Blick in den Turniersaal von der Bühne aus

Runde 1

Eine lokale Sensation schaffte der Oberösterrreicher Wilhelm Kirchmayr, der mit den schwarzen Steinen gegen den finnischen IM Miikka Maki-Uuro ein Remis erzielen konnte. Ebenfalls mit den schwarzen Steinen erzielte die Nummer 91 Margot Landl gegen die Nummer 40 einen vollen Erfolg!

Runde 2

Für die Überraschung der Runde sorgte die junge Slowenin WFM Teja Vidic (2112) die nach einer gelungenen Eröffnung mit einem hübschen Tete-a-Tete von Springer- und Läuferpaar ihren Landsmann IM Leon Mazi – einem Stammgast in Aschach – in einem fulminanten Schlussangriff überzeugend schlagen konnte.

2016AschachR2

Tete-a-Tete im Zentrum

Vidic erreichte nach weiteren guten Partien den hervorragenden 27 Platz in der Endabrechnung und auch Mazi steckte diese frühe Niederlage noch gut weg und wurde noch punktegleich mit dem Turniersieger 7.

Runde 3

Am Doppelrundentag gab es den großen Auftritt von Jörg Hanisch (2132 – Nummer 38) – schon am Vormittag konnte er gegen IM Thomas Reich das Endspiel Dame gegen Turm für sich entscheiden nachdem der IM vorher mehrmals einem Remis ausgewichen war. Aber damit war der Hunger noch nicht gestillt, denn am Nachmittag musste GM Vladimir Sergeev ebenfalls eine Niederlage hinnehmen.

2016AschachR3

Auch GM unterlaufen manchmal Fehler – Da3+ führt in die Niederlage, Schwarz muss mit e5 selbst einen Freibauern forcieren, um noch ins Remis entwischen zu können. Wieder einmal bewahrheitet sich der alte Merksatz: in Damenendspielen entscheidet nicht die Zahl der Bauern, sondern deren Gefährlichkeit. Ein wohl unvergesslicher Tag für den Schachfreund Hanisch.

Neben dem Turnier in gewohnter freundschaftlicher Atmosphäre freuten sich viele Schachfreunde auch über die vom Veranstalter angebotenen Side Events, wie eine Bierverkostung, eine Playersparty und eine Fahrt in die Großdisko Empire.

Runde 4

In dieser Runde erwischte es den Aschachsieger der Jahre 2011 und 2013 GM Nikola Sedlak gegen den jungen österreichischen IM Peter Schreiner.

2016AschachR4

Mit g5 war der GM doch ein wenig optimistisch und unvorsichtig, denn das Qualitätsopfer auf c4 führte den Weißen auf die Gewinnerstraße.

Runde 5

Der Zug g5 hat den beiden serbischen Teilnehmern in diesem Turnier wenig Glück gebracht.

2016AschachR5

GM Dusan Popovic (2545) erreichte gegen den jungen Oberösterreicher FM Florian Schwabeneder (2380) eine gewinnträchtige Stellung, jedoch mit g5 gewann er die Qualität aber nicht die Partie. Chancenreicher wäre Dxb2 gewesen.

Runde 6

In dieser Runde kamen es zum Duell zweier österreichische Nachwuchsspieler. Der noch nicht ganz 11jährige Marc Morgunov (1776) traf mit den weißen Steinen auf den schon etablierten 21jährigen Lukas Handler (2397). Die Eröffnung lief für Marc sehr gut.

2016AschachR6

Lukas musste nun eine schwierige Entscheidung für den Läufer auf b7 treffen und entschied sich für c5, was der junge Marc ganz kühl auskonterte, weil es am Königsflügel keinen durchschlagenden Mattangriff gibt.

Runde 7

Im A-Turnier endeten die ersten beiden Bretter schnell remis und so blieb nur IM Schreiner mit der Chance auf den Turniersieg über, allerdings war seine Stellung mit Schwarz zu diesem Zeitpunkt sehr verdächtig.

2016AschachR7

Diese Stellung führte zum Remis auf den beiden Spitzenbrettern

Für Spannung um den Kampf um den Turniersieg war gesorgt und so entwickelten sich scharfe Partien auf den nächsten Brettern. So ergaben sich hinter den drei Spitzenbretter auf den weiteren acht Brettern nur entschiedenen Partien. Auch der junge Marc Morgunov – als Nummer 101 in der Schlussrunde auf der Bühne – musste gegen IM Thomas Reich nach hartem Kampf eine Niederlage hinnehmen. Nach hartem Kampf konnte Schreiner die Partie gerade noch halten und damit stand der Turnierendstand fest. Sieben Schachfreunde beendeten das Turnier mit 5,5 Punkten – von den folgenden Sechs mit 5 Punkten, schafften es nur mehr die Hälfte in die Preisgeldränge.

Nach hartem und spannendem Turnierverlauf fielen wie üblich die Entscheidungen erst in der letzten Runde und davon dauerte die längste Partie über 100 Züge, das nennen die Schachfreunde dann eine Seeschlange und das im schönen Schiffermarkt Aschach an der Donau.

Endstand A

1. GM Nevednichy Vladislav
2. IM Schreiner Peter
3. GM Maiorov Nikita
4. GM Horvath Jozsef
5. IM Shkapenko Pavel
6. Kaczur Florian
7. IM Mazi Leon

Schlecht lief es für Pero Dumancic im B-Turnier, da er mit den weißen Steinen eine Niederlage hinnehmen, aber da heute auf den vorderen Brettern auch für die anderen nicht optimal lief, konnte er das Turnier dennoch für sich entscheiden. Aber das Feld rückte enger zusammen und fünf Spieler erreichten 5,5 Punkte. So sind alle Preisgeldträger punktegleich, aber nur drei dürfen aufs Stockerl.

Endstand B

1. Dumancic Pero
2. Kranebitter Gerhard
3. Juricevic Ante

Wie ein Routinier holte der junge Bauer mit einem Remis die Turniersiegernte ein. Ein wirklich schöner Erfolg für das 12-jährige Nachwuchstalent aus Hörsching. Einen Stockerlplatz gab es auch für den veranstaltenden Verein Hartkirchen durch Daniel Buchroither.

Endstand C

1. Bauer Sebastian
2. Jahrke Jonas
3. Buchroither Daniel

Es ist anzunehmen, dass sich die Veranstalter für das 25. Turnier so manche Überraschung einfallen lassen, vielleicht werfen Sie mal einen Blick auf die Homepage (die neue Ausschreibung kommt aber traditionell immer etwas spät im Jahr)!

Wollen Sie aktuelle Bilder vom Turnier 2015 sehen, dann darf ich Sie auf die Seite des FM Peter Kranzl verführen, der nicht nur ein FIDE-Meister sondern ein ganz großer Schachfotomeister (FM) ist, auch wenn es offiziell bei der FIDE diesen Titel nicht wirklich gibt, auch wenn Sie dort sehr wohl einen FM Peter Kranzl finden, der dieser Foto- und Schachmeister in Personalunion ist!

Krennwurzn

Anonymer aber dennoch vielen bekannter kritischer Schach√∂sterreicher! Ironisch, sarkastisch und dennoch im Reallife ein netter Mensch - so lautet meine Selbst√ľbersch√§tzung! Motto: Erfreue Dich am Spiel, nicht an der Ratingzahl! Das Leben ist hart, aber ungerecht (raunzender √Ėsi)!
 
Kontakt: krennwurzn@yahoo.de Internetseite: www.krennwurzn.gnx.at (uralt)

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