SCHACHWELT

Der Schach-Blog

Freitag,24 Mai 2013

Aktualisiert17:37:03 Fri

Font Size

Screen

Cpanel
Samstag, 31. März 2012 15:46

Die Kamikaze-Lady

Als ich mit meiner Tätigkeit als Kolumnist bei schach-welt begann, prophezeite mir Jörg Hickl eher mäßigen Erfolg. Er sagte sinngemäß, dass die Themen Politik, Blut und Tit... am meisten gelesen würden. Nachdem meine Beiträge die mit Abstand am wenigsten gelesenen auf diesem Blog sind, versuchte ich, mich mit dem Titel dieses Beitrags diesem Themenkreis zumindest ein wenig anzunähern. Über die (Miss-)Erfolge berichte ich gerne.

 

Vorgestern Abend merkte ich, dass der Monat sich langsam dem Ende entgegen neigt, aber das Problem des Monats noch auf sich warten lässt. Auf das folgende Stück stieß ich dann beim Blättern im FIDE-Album, in dem die besten oder zumindest am meisten veröffentlichungswürdigen Stücke dokumentiert sind. Es erregte sofort meine Aufmerksamkeit als konsumentenfreundliches Stück mit leicht nachzuvollziehendem Thema, das im Titel schon mitklingt. Denn tatsächlich kommen diejenigen, die eine Schwäche für Damen mit suizidalen Tendenzen hegen, bei diesem Dreizüger von Sychev auf Ihre Kosten.

Sychev3

Weiß am Zug, matt in drei. Lösungsvorschläge und Anmerkungen wie immer als Kommentar! Viel Spaß beim Lösen!

Samstag, 31. März 2012 15:44

So plowtief sind wir gesunken

Dimitri Jakowenko ist Europameister. Der russische Filigrantechniker schlug in der letzten Runde den alleine Führenden Fressinet. 2008 spielte er mal zwei Bundesligapartien für Mülheim-Nord. 2009 durfte er mal in Dortmund dabei sein (geteilter Zweiter bis Vierter im Sechserfeld). Ohne je als Weltklassespieler etabliert zu sein und die entsprechenden Einladungen zu kriegen, verweilte er einige Zeit in den Top Ten und war kurze Zeit Russlands Nummer eins nach Elo, bevor sich Kramnik derrappelte (Österreichisch für, ach Sie verstehen schon).

Jakowenkos Leistung ist indessen Nebensache. Das große Thema der an diesem Samstag zu Ende gegangene Europameisterschaft ist die entsetzliche Gängelung der Spieler, die in Plowdiw ein bisher unbekanntes Ausmaß erreicht hat. Die Bulgaren haben alles daran gesetzt, einen traurigen Rekord zu setzen: Nie gab es bei einem hochrangigen Wettbewerb so viele aberkannte Punkte wie bei dieser EM. So plowtief sind wir gesunken.  

Wie hat das gleich nochmal angefangen? Nein, nicht mit dem Rauchverbot in den Achtzigern. Das hat uns Nichtrauchern (allen Minderjährigen sowieso) das Turnierspielen quasi erst ermöglicht. Der Dammbruch, bei dem die Drangsalierer merkten, dass wir Spieler eh alles mit uns machen lassen, war das Handynullen (ich wiederhole zum hundersten Mal, dass ich nicht dafür plädiere, das Telefonieren während der Partien freizugeben, sondern die Sanktion der Vergesslichkeit mit Augenmaß zu handhaben). Dann das Hin und Her bei stets kürzeren Bedenkzeiten. Überteuerte Zwangsquartiere bei offiziellen Wettbewerben, Dopingtests, Nulltoleranz (auch gegenüber Minderheiten, die aus der sommerzeitfreien Wildnis kommen), Remisverbot (bis hin zur Zwangsnull, wenn beim technischen Remis nicht der Schiri geholt wird - Beispiele hier), neuerdings ein Dresscode (der den Mädels das Zeigen des Ausschnitts oder Modetorheiten wie Hüte verbietet).  

banner-seminarturnier200-anSteve Giddins fragt in seinem sehr lesenswerten Blogbeitrag, warum sich die Spieler das gefallen lassen, und schlägt einen Streik nach dem Vorbild der Radprofis vor: Passt ihnen eine Regeländerung nicht, fährt beim Startschuss einfach keiner los, und man quatscht fröhlich, bis die Rennleitung ein Einsehen zeigt. Sollen die Regeldeppen, äh Schiedsrichter, sagen wir bei der nächsten Schacholympiade, doch nach einer Stunde alle Weißspieler nullen.

Es wird Zeit, dass wir erfahren, welche wesentlichen Schachfunktionäre sich der Gängelung der Spieler mit aller Kraft widersetzen.

Freitag, 30. März 2012 15:17

Schau her Shak so wird das gemacht

Diesen Beitrag hatte ich eigentlich für nach der Europameisterschaft vorgesehen, aus aktuellem Anlass kommt er etwas früher. Die letzten beiden Runden finden nämlich ohne Mamedyarov - immerhin an zwei gesetzt - statt. Nicht das erste Mal dass er ein Turnier nicht zu Ende spielt, aber diesmal habe ich durchaus Verständnis.

Was ist alles passiert? Erst war er, womit nicht zu rechnen war, Remiskönig. Dann gewann er in Runde 7 gegen Grigor Grigorov. Und dann? In Runde 8 war er zu spät am Brett - wie er selbst sagt zehn Sekunden zu spät, laut Turnierbulletin "über eine Minute", Steve Giddins legt sich in seinem Blog fest dass es acht Sekunden waren. Wie dem auch sei, den Regeln entsprechend wurde er genullt. Sein (geplanter) Gegner war übrigens ausgerechnet der georgische IM Shota Azaladze, einer der Spieler die zwei Tage davor nicht oder verkehrt an ihrer Uhr gedreht hatten. Und in Runde 9 geschah dies:

Hier einigten sich die Spieler auf remis, aber - Danailov läst grüssen - das ist vor dem 40. Zug ohne Erlaubnis eines Schiedsrichters verboten. Daher wurden, wiederum den Regeln entsprechend, beide Spieler genullt. Daraufhin trat Mamedyarov vom Turnier zurück, laut Bulletin "aus persönlichen Gründen". Sinn oder Unsinn der Regel(n) kann man diskutieren. Die Nulltoleranz-Regel sollte kein Problem mehr sein, was spricht dagegen einige Minuten vor Rundenbeginn zu erscheinen? Und das mit der Sommerzeit ist inzwischen auch in Georgien bekannt. Die Anti-Kurzremis Regel lässt sich, wie ich jetzt zeige, auch umgehen. Fast richtig machten es zwei Spieler drei Bretter weiter hinten:

Und remis durch dreimalige Zugwiederholung, dachten die Spieler jedenfalls. Allerdings geschah 14.-Le4 nicht mehr auf dem Brett, und sie machten einfach so remis ohne einen Schiedsrichter zu rufen. Das geht doch nicht, daher war auch hier das Ergebnis 0-0. Safarli trat auch vom Turnier zurück und leistet Mamedyarov vielleicht Gesellschaft im Flieger zurück nach Baku.

Wie man es richtig macht zeigten einige andere Spieler - besonders pikant für die beiden Azeris: von Armenien lernen heisst remis spielen lernen. Das geshah in Runde 5:

Eine spannende Partie, allerdings dauerte sie insgesamt nur 55 Minuten. 17.-Sxf2 wurde zwar offenbar noch nie gespielt, ist aber laut Engines forciert remis. Es ist zumindest möglich dass sich die beiden Armenier nicht weh tun wollten und das Ergebnis bereits vor der Partie kannten. Was die Kosintseva-Schwestern machen wenn sie gegeneinander antreten müssen sieht man hier oder hier oder hier oder auch hier oder zuletzt hier. Diese Partie gab es schon öfters, z.B. auch beim Politiken Cup 2011 zwischen Zatonskih und Fridman / da wollte oder durfte der nominell stärkere Spieler vielleicht aus privaten Gründen nicht auf Gewinn spielen? 

In Runde 6 geschah dann folgendes zwischen zwei Jungstars:

Hier kann es sein dass beide ihrer Stellung nicht mehr vertrauten. Vielleicht ist die Zugwiederholung sogar objektiv am besten, aber erzwungen ist sie wohl nicht.

Und dann Runde 9 am Spitzenbrett, wieder mit Akopian:

Na gut, die Berliner Mauer ist schwer zu knacken - auch diese Partie gab es übrigens bereits zweimal. Da die Spieler brav den Schiedsrichter ans Brett holten wurde es auch offiziell remis.

Es mag viele Gründe für ein Kurzremis geben: Wie gesagt, man will dem Gegner nicht wehtun, oder man braucht einen extra Ruhetag, oder man wurde in der Eröffnung überrascht, oder es hat turniertaktische Gründe. Vor allem gegen Ende wollen einige Spieler vielleicht die World Cup Qualifikation (Spatz in der Hand) absichern statt um die Medaillen zu kämpfen (Taube auf dem Dach). Für Profis legitim oder zumindest nachvollziehbar, eher ein Geburtsfehler des Turniers.

Und wer wird Europameister? Ich bin doch kein Hellseher! Momentan ist Fressinet wertungsbester von sieben punktgleichen Spielern, und - was am Ruhetag noch nicht so aussah - Khenkin bester Deutscher. Und auch Huschenbeth hat es in die Liveübertragung geschafft, der ich mich jetzt wieder zuwende.

Liebe Leser des Schachwelt-Blogs,

auf der Dialogseite des Kanzleramtes wurde im „ Zukuntsdialog“ unter der Rubrik "Wie wollen wir lernen?" ein interessanter Vorschlag für Schach als Schulfach eingebracht:

https://www.dialog-ueber-deutschland.de/ql.html?cms_idIdea=9187

 Zurzeit hat er etwa 4.000 Unterstützer gefunden und liegt damit auf Platz 4 aller Vorschläge. Die ersten 10 der gesamten Abstimmung werden im Kanzleramt intensiver diskutiert.

Hier bietet sich eine gute Gelegenheit, Schach (und nicht nur das Schulschach) in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen. Etwas, für das wohl die Erringung des Europameistertitels nicht ausreichte.

Ich würde mich freuen, wenn unsere kleine Szene hier durch gemeinsames Auftreten Werbung für unseren einzigartigen Sport machen könnte.

Bitte geben Sie Ihre Stimme ab! Mehrfachabstimmungen sind übrigens möglich, die Abstimmung läuft noch bis zum 15. April.

 

Gens una sumus – wir sind eine Familie

Mittwoch, 28. März 2012 04:56

Schach will Schule machen

Sollen alle Kinder in der Schule Schach lernen? Armenien hat Schach als erstes Land als Pflichtfach eingeführt. Immerhin an die 15 deutsche Schulen probieren es ebenfalls. Auf der Dialogseite des Kanzleramts hat der Vorschlag reichlich Unterstützung und gute Chancen, als einer der ersten zehn zu einer Veranstaltung mit Kanzlerin Merkel eingeladen zu werden.

Dass sich das Europäische Parlament für Schach in der Schule ausgesprochen hat, ist vor allem der Initiative Kasparows zu verdanken. Der Russe jettet derzeit um den Globus, um für Schulschach zu werben. Die letzten Tage verbrachte er in Südafrika, um dort die Kasparov Chess Foundation Africa aus der Taufe zu heben. An diesem Mittwoch wirbt er in Paris mit einer Rede in der UNESO bei den Journées de l´Innovation für Schach in der Schule.

Auch die FIDE hat neuerdings ein ehrgeiziges Schulschachprogramm. Als Hauptsponsor tritt die halbstaatliche russische Ölgesellschaft Rosneft auf. An diesem Donnerstag präsentiert Ali Nihat Yacizi das Chess in Schools-Programm der FIDE (CIS100) in Wien.

Ebenfalls in Wien veranstalte ich in genau einem Monat in der Albertina einen international besetzten Workshop über die Chancen, die sich für Schach im Schulsystem insbesondere dank der Unterstützung auf EU-Ebene bieten, eingebettet in das Zweite Wiener Kinderschachfest mit als Headliner einem Uhrensimultan von Wesselin Topalow gegen eine internationale U18-Auswahl.  

 

 

Dienstag, 27. März 2012 13:50

American Football in Plovdiv

Häh? Das ist doch ein Schachblog!? Dann muss ich den Titel wohl erklären: Zu American Football kann man mir gerne völlige Ahnungslosigkeit unterstellen oder vorwerfen, aber meines Wissens geht es darum die gegnerische Grundlinie zu erreichen. Im Schach ist das so eine Sache: Mit einem Bauern ist es meistens gut. Mit Schwerfiguren kann man es auch probieren (könnte ja Matt sein). Springer und Läufer haben da, zumindest als Einzelkämpfer, eher nicht zu suchen oder zu finden. Und mit dem König kann es böse enden, muss aber nicht.

Olaf Steffens hatte ja bereits die Europameisterschaft im fernen Plovdiv erwähnt. Ich habe zwei Partien herausgesucht die zu obigem Thema passen - na gut, erst die Partien dann das Thema. Sie haben noch mehr gemeinsam: beide wurden nicht ganz oben gespielt (Brett 32 und 29), und in beiden Fällen konnte man nach den ersten paar Zügen nicht unbedingt ein Spektakel erwarten. Aber den Wanderkönig ereilte ein unterschiedliches Schicksal. Die erste Partie ist übrigens auch Chessbase bzw. Alejandro Ramirez aufgefallen. Der geneigte Leser muss mir glauben dass ich - ausnahmsweise - genauso schnell dachte wie ein Grossmeister, aber nicht so schnell schreiben konnte. Dass der Kommentar zum Teil ähnlich ist ist auch Zufall oder Telepathie.

[Event "13th EICC round_4"]
[Site "Plovdiv BUL"]
[Date "2012.03.23"]
[Round "4.32"]
[White "Vallejo Pons, Francisco"]
[Black "Nabaty, Tamir"]

1. d4 d5 2. c4 dxc4 3. e3 e5 4. Lxc4 exd4 5. exd4 Ld6 6. Sf3 Sf6 7. De2+ De7 8. Dxe7+ Kxe7 Damentausch die Luft ist raus? Wie lange dauert es noch bis die beiden sich friedlich einigen? Wenn dem so wäre würde ich die Partie nicht hier besprechen ...  Vallejo-Nabaty move 8. 9. O-O Le6 10. Te1 Kd7 11. Se5+ Lxe5 12. dxe5 Lxc4 13. exf6 gxf6 14. Sc3 c5 15. Lf4 Sc6 16. Ted1+ Hier zitiere ich doch mal Ramirez: "A fabulous move." 16.Tad1+ erscheint naheliegender, aber dann kann sich Schwarz nach 16.-Sd4 17.b3 La6 18.b4 mit 18.-The8 und Turmtausch entlasten. Ke6 16.-Sd4 wäre auch hier (relativ) besser gewesen. Schwarz tut so als ob das ein Endspiel wäre, aber es ist eher ein damenloses Mittelspiel. 17. b3 Vallejo-Nabaty move 17Nun verpasst Schwarz vielleicht seine letzte Chance: Engines plädieren für (freiwillig) 17.-Kf5 und betrachten dann 18. bxc4 Kxf4 19. Td5 als nicht ganz aussichtslos. Auch verschiedene Züge die den Lc4 gratis verschenken waren "besser" als der Partiezug 17.- La6 18. Td6+ Ab hier spielen beide immer den besten Zug - für Schwarz sind das aber nur noch lebensverlängernde Massnahmen für einen todkranken Patienten Kf5 19. Sd5 Nun ist 19.-La6xd5 wie Vlasti Hort sagen würde "gägän die Rägäl"! Sd4 20. Txf6+ Hier beginnt die Abteilung Problemschach: 20.-Kg4 ist Matt in zwei Zügen Ke4 21. f3+ Kd3 21.-Kxd5 (Sterbende dürfen alles essen) ist sofort Matt 22. Td1+ Kc2 22.-Ke2 war einzügig Matt 23. Td2+ Kb1 24. Sc3+ Ka1 24.-Kc1 war einzügig Matt, leider mit Nebenlösung (Houdini sagt 25.Te2, Stockfish 25.Tf2). Vallejo-Nabaty move 25Und jetzt? Weiss verlor den Faden, besann sich dann aber auf die alte Regel "wenn Dir nichts einfällt, ziehe einen Randbauern!" 25. a4 Es folgte noch 25.-h5 (Schwarz fiel auch nichts mehr ein) 26.Ta2# [Na gut, das hab' ich erfunden - Nabaty liess sich das nicht mehr zeigen, schade eigentlich ...] 1-0

 

 

 

 

 

[Event "13th EICC round_5"]
[Site "Plovdiv BUL"]
[Date "2012.03.24"]
[Round "5.29"]
[White "Khismatullin, Denis"]
[Black "Stefansson, Hannes"]

1. c4 gähn, wird wohl eine langweilige Partie Sf6 2. Sc3 e5 3. Sf3 Sc6 4. g3 Sd4 Hier wird fast immer 5.Lg2 gespielt und das wird dann auf höchstem Niveau remis - mit einigen Ausnahmen vor allem im Blitz- und Blindschach. Stattdessen schnappt Weiss sich einen Bauern, der ist aber nicht ganz gratis. 5. Sxe5 De7 6. f4 6.Sd3 wird matt - zwei Spieler mit Elo 1410 und 1550 sind darauf reingefallen. 6.Sf3 ist noch schlechter da es auch noch eine Figur einstellt. d6 7. Sd3 Lf5 8. Kf2 DIAGRAMM - ich nehme meinen Kommentar zum ersten Zug zurück! Der erste von insgesamt 19 Königszügen, fast jeder vierte in der Partie Khismatullin-Stefansson move 8 g5 9. Lg2 O-O-O 10. e3 Lg7 11. fxg5 Lxd3 12. exd4 h5 wohl nicht ganz korrekt, dafür aber interessant 13. gxf6 Dxf6+ 14. Df3 Dxd4+ 15. Ke1 d5 16. cxd5 Lc2 17. Lh3+ Kb8 18. d3 Lxd3 19. Le3 The8 20. Kf2 Db4 21. Tad1 Txe3 22. Dxe3 Ld4 23. Txd3 Dxb2+ 24. Kf3 Lxe3 25. Txe3 Dc2 26. The1 a6 27. T1e2 Dg6 28. Kf2 h4 29. Lg2 Df6+ 30. Ke1 Dd4 31. Kf1 hxg3 32. hxg3 Td6 33. Le4 Tb6 34. Td3 Dh8 35. Kg2 Th6 36. Kg1 DIAGRAMM So, Weiss hat rochiert - wurde aber auch Zeit! Aber wo steht die weisse Majestät nach nochmal zehn bzw. zwKhismatullin-Stefansson move 36anzig Zügen? Schau'n mer mal f5 37. Lxf5 Th1+ 38. Kf2 Dh2+ 39. Kf3 Tf1+ 40. Kg4 Dh8 41. Lg6 Dh6 42. Te6 Th1 43. Rf3 Dh3+ 44. Kf4 Dh6+ 45. Kf5 Dh3+ 46. Ke5 Khismatullin-Stefansson move 46DIAGRAMM Die erste Frage wäre beantwortet Dg4 47. Tf8+ Ka7 48. Se4 De2 49. Te7 Db2+ 50. Ke6 Db6+ 51. d6 cxd6 52. Tf6 Db2 53. Kf7 Te1 54. Txd6 Dxa2+ 55. Kf8 Db2 56. Kg8 Touchdown! Auch diese Partie ist damit fast vorbei - wobei aber der weisse Wanderkönig überlebt während der schwarze in seiner eigenen Ecke gleich ins Gras beissen muss.Khismatullin-Stefansson move 56 Db3+ 57. Lf7 Db4 Der Vollständigkeit halber: Engines (die die Stellung lange als etwa ausgeglichen bewertet hatten) sehen nach 57.-Df3 noch Hoffnung für Schwarz. 58. Tdd7 Db6 59. Sd6 Df2 60. Txe1 Dxe1 61. Txb7+ Ka8 62. Ld5 1-0




 

Dann noch zum Turnier insgesamt zunächst mal aus deutscher Sicht - der Ruhetag eignet sich ja für eine Zwischenbilanz. Naiditsch und Fridman spielen vorne mit, Naiditsch momentan nach Wertung ganz vorne. Seine Partie gegen Sokolov war auch interessant, auch er spielte c4 (aber nicht im ersten Zug). Khenkin und Buhmann spielen auch mit. Huschenbeth fährt Achterbahn, gewinnen mit Weiss und verlieren mit Schwarz (hat aber wohl auch mit der Spielstärke der Gegner zu tun). Fridman machte es ähnlich nur dass er mit Schwarz remisierte - ob er morgen gegen Bacrot auch einen Weissieg einfahren kann? Frank Holzke hat immerhin in einer Partie girig eine Figur einkassiert, was Anish letztes Jahr in Wijk aan Zee gegen Carlsen gelang. Wie schon im Kommentar erwähnt bekam FM Christian Braun auch einen 2700er - sicher ein Erlebnis auch wenn er verloren hat. Und Richard Meyers hat mit einem Sieg gegen den furchterregenden Volodymir Vdovenko jetzt seine Elo-Zahl (fast) bestätigt.

Noch ein bisschen über den Tellerrand schauen: Als Wahl-Niederländer vermisse ich neben Giri derzeit auch Smeets und l'Ami in der Liveübertragung. Und da ich auch ein bisschen Franzose bin (habe einige Zeit in Brest und Bordeaux verbracht) freue ich mich auch über bzw. für Fressinet, Vachier-Lagrave und Bacrot - der morgen gegen Fridman spielt, da gibt es für mich quasi kein falsches Ergebnis. Dass Mamedyarov, Giri und Navara morgen schön nebeneinander spielen, damit konnte man vielleicht rechnen - nicht unbedingt mit Brett 75-77. Dabei ist Mamedyarov immer noch ungeschlagen, hat aber (gegen Elo ca. 2500) auch noch nicht gewonnen.

Und noch was habe ich Sonntag gelernt: Georgien kennt keine Sommerzeit. Können die denn kein Deutsch bzw. lesen sie diesen Blog nicht? Olaf hat sie doch schon vor einem Jahr gewarnt ! Offenbar muss man Grossmeister sein um trotzdem an der Uhr zu drehen und pünktlich zu erscheinen - die Herren Jobava, Mchedlishvili und Pantsulaia schafften es jedenfalls.


Montag, 26. März 2012 13:26

Schachbund stellt Gewissensfragen

Wer Lust auf kuriose Fragebögen hat, kann heute beim Deutschen Schachbund voll auf seine Kosten kommen.
Der DSB hat eine Online-Umfrage freigeschaltet, um sich ein besseres Bild von uns Schachspielern machen zu können. Es geht darum, „mehr über das Informationsverhalten und die Erwartungen unserer Mitglieder zu erfahren“, so der Präsident Herbert Bastian. Das ist natürlich eine ehrenvolle Idee – unsere Gesellschaft lebt und atmet ja durch den steten Fluss von Informationen.
Ich bin ein Fan von Herbert Bastian und freue mich, dass er nun Präsident geworden ist. Und eigentlich mag ich auch den Schachbund– er regelt kompetent und unauffällig alle Dinge und ermöglicht es mir, an Mannschaftskämpfen teilzunehmen, auf Landesmeisterschaften zu spielen und meine immer schlechter werdenden DWZ-Auswertungen zeitnah zu erfahren. Danke für all das!

ligabetrieb

Sonnenschein und Ligabetrieb - dank den Ehrenamtlichen im Schachbund

Dennoch: zu hundert Prozent professionell kommt mir diese Umfrage nicht vor. Es ist ein wenig kurios, denn man kann mehrfach abstimmen. Die Fragen sind teilweise doppeldeutig, und teilweise fragen sie Bereiche ab, die mit dem Schachsport nichts zu tun haben. Was wollen wir zum Beispiel mit Finanzdienstleistern?? -

 

Heute morgen füllte ich die DSB-Umfrage mal so zum Spaß aus – ich dachte, vielleicht helfen meine Antworten ja bei der Erstellung eines umfassenden Meinungsbildes.
Hier die Fragen im Überblick:

1. Wie oft nutzen Sie die DSB-Homepage?

Gute Frage, man kann hier zwischen vielen Antworten auswählen

2. Welche anderen Internetseiten außer der DSB-Homepage nutzen Sie, um sich über Schach zu informieren?
  Achtung, liebe Leser - hier bitte alle „schach-welt.de“ eingeben!

3. Welche Internetseiten ohne Schachbezug nutzen Sie privat am häufigsten?

Hmmmmm, warum will der Schachbund das denn wissen? Aber na gut: www.birds-online.de/, schauburg-kino-bremen.kino-zeit.de/programm, und natürlich www.royal.gov.uk/

4. Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie?

Ohne soziale Netzwerke scheint heutzutage gar nichts mehr zu gehen. Plausible Frage, Facebook, Twitter und wie sie alle heißen … wenn der DSB da mit einsteigen will, erfährt er hier, wo sich schon jetzt Schachspieler tummeln

5. Welche Schachmagazine/Schachzeitungen lesen Sie regelmäßig? SchachZeitung,  Schach,  Schachmagazin64, …

    Interessante Frage! Aber warum interessiert das den Schachbund?

6. Was mögen Sie an Ihrem Vereinsleben?

    Wichtige Frage, hier kann man alles eintragen, was einem in den Sinn kommt.

7. Was könnte bei Ihnen im Verein besser sein?

    Ebenfalls eine wichtige Frage – es ist interessant zu erfahren, was die Vereinsspieler da denken. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf Ilya Schneiders Klassiker Schachdeutschland schafft sich ab. Dort wurde eigentlich schon alles gesagt.

 8. Wie beurteilen Sie die Arbeit des DSB? Sehr gut, gut, befriedigend ...

    In bezug auf … was genau? Problem bei dieser Frage: man kann hier leider keine eigenen Antworten eingeben. Es ist keine offene Frage - und eigentlich wäre es doch hier besonders interessant zu wissen, was die Mitglieder über den DSB und seine Arbeit denken. Oder ... scheinbar doch nicht:

Fördert der Schachbund das Image unseres Sports? Wirbt er genug für neue Mitglieder? Ist die Deutsche Meisterschaft noch attraktiv? Wie ist es mit der Bundesliga als Aushängeschild? Werden die Nationalmannschaften (Damen, Herren) genügend unterstützt? Sind die Beiträge hoch genug, oder würden höhere Beiträge auch mehr Spielräume ermöglichen?

Schade, dass man zu all diesen Fragen nichts schreiben kann.

 

kaffee

Sollte es bei offiziellen Turnieren freien Kaffee für alle geben?

 9. Wie finden Sie die Zusammenarbeit des DSB mit Sponsoren/Unternehmen, um den Schachsport zu fördern?

    Wie ist das gemeint? Vielleicht finde ich es gut, dass der DSB mit Sponsoren zusammenarbeitet, aber nicht gut, wie der DSB mit Sponsoren zusammenarbeitet. Was soll ich dann ankreuzen? Und wie aussagekräftig sind dann die Antworten auf diese Frage?

10. Kennen Sie die folgenden Sponsoring-Partner des DSB? Honorarkonzept, UKA, Chessbase?

    Honorarkonzept, ja, das sind die mit den Prinzen. Aber was machen die eigentlich genau?

    UKA, auch ja, aber wer das eigentlich ist - keine Ahnung.

    Chessbase? Nie gehört.

11. Haben Sie Interessen an speziellen Werbe-Angeboten dieser Partner?

    Lieber nicht, sonst fliegen mir bald die Werbemails in den Briefkasten. Wie genau hängt diese Frage mit den Ansichten und dem Informationsverhalten von Schachspielern zusammen? Aber es ist nett, dass mal jemand fragt. Vielleicht gibt man dann ja unsere Daten einfach unbürokratisch weiter an die Sponsoringpartner.

12. Haben Sie Interesse an einer Beratung zu Finanzdienstleistungen / Versicherungen?

    Uah, uah, uah. Was ist denn das für eine Frage? Und was, bitte schön, hat sie mit Schach zu tun??

13. Wenn ja, zu welchen Themen? Berufsunfähigkeit, Risiko-Lebensversicherung, Haftpflicht-Versicherung …

   Wieder eine sehr gelungene und auch eine sehr wichtige Frage – für den Schachsport im Allgemeinen, und überhaupt. Ist es das, wo wir hinwollen - Schachbund goes Finanzdienstleister?

14. Welche Schachangebote seitens Ihres Vereins oder des Verbandes würden Sie sich zukünftig wünschen?

    Endlich wieder eine Frage, die sinnvoll erscheint. Offene Frage. Prima!

15. Spielen Sie Schach auch online im Internet?

    Kann man auch mal fragen.

16. Wenn ja, warum? Was bietet Ihnen diese Form des Schachspielens? Was die Vorteile für Sie?

Über Antworten auf diese Fragen freut sich möglicherweise auch die Firma Chessbase, Werbepartner des Deutschen Schachbundes.

17. Was für Angebote von externen Partnern wären im Rahmen einer Online-Schachplattform interessant für Sie? Schachreisen (zu Turnieren, z.B. WM);  Übernachtungsangebote von Partnerhotels;  Schachzubehör;  Schachzeitschriften; Finanzen/Versicherungen ..

   Der Schachbund scheint ein neues Portal zu planen. Aber immer diese externen Partner … gut, dass wir Schachspieler für Finanzen/ Versicherungen eine ideale Zielgruppe zu sein scheinen. Wahrscheinlich wegen der hohen Preisgelder?

18. Wie viel Euro wären Sie bereit für eine solche Online-Plattform pro Jahr zu bezahlen?

    Offene Frage, man kann hier alles eintragen.


Es folgen noch drei Fragen zur Person, und dann kann man sich für ein Gewinnspiel registrieren lassen.

Dann absenden!

Und dann – kann man gleich nochmal mitmachen.

Und – nochmal!

Die Teilnahme scheint unbeschränkt – was ich zumindest für leicht ungewöhnlich halte. Ob ich die Ergebnisse manipulieren könnte? Heute habe ich schon dreimal abgestimmt. -

 
Nochmal zur Sicherheit: es ist immer leichter, Dinge zu kritisieren, als selber sinnvolle Dinge auf die Beine zu stellen.
Auch möchte ich mich nicht aufspielen und den DSB und seine vielen ehrenamtlichen und stark engagierten Mitarbeiter zum Gespött zu machen – kein Interesse daran.

Ich möchte nur, dass es besser wird. Es ist ja auch mein Schachverband.

******************************************

Für die große Sache!
Auch Schach-Welt.de will helfen, Informationen für den Schachbund zusammenzutragen.
Weil nach unserer Ansicht bei Frage 8 nur sehr wenig Raum bleibt, um konstruktiv und ausführlich Anregungen zu geben, spenden wir hier im Kommentarbereich etwas Speicherplatz für detailliertere Antworten.

Frage 8 reloaded: Wie beurteilen Sie die Arbeit des DSB?

Die Leser sind am Zug.

Die Schachwelt schaut nach Bulgarien. Von der Weltöffentlichkeit unbemerkt, werden dort seit dem Dienstag die Europameisterschaften der Herren ausgetragen.
Ein erlesenes Feld von 348 Spielern hat sich auf den Weg nach Plovdiv gemacht. Wir informierten
uns zur Sicherheit in der Wikipedia über den Austragungsort und fanden:

"Plovdiv liegt in der Thrakischen Ebene an beiden Ufern der Mariza am Fuß der Rhodopen."

Mariza? Rhodopen? Verblüffendes Bulgarien - unbekannte Welt, selten gehörte Namen! Doch das spricht natürlich nicht gegen das Land, denn immerhin kommt mit Vesselin Topalov einer der letzten FIDE-Weltmeister von dort, und ebenso der Präsident der Europäischen Schachunion (ECU) – Silvio Danailov, Erfinder des Dresscodes, der Sofia-Remisbekämpfungsregel und des wackelnden Daumens.

regional ethnographic museum plovdiv- klearchos kapoutsis

Plovdiv, ein Ort mit tollen Gebäuden: hier das Völkerkundemuseum
                                     (Photo: Klearchos Kapoutsis, danke, mit Grüßen nach Griechenland!)

Nun also die Europameisterschaften – und wie der Schachbund informiert, nehmen auch insgesamt 14 Spieler aus Deutschland daran teil. Team Germany ist wieder da!

Wir schauen vorsichtig auf das Teilnehmerfeld und finden Arkadij Naiditsch auf Platz 13 der Rangliste, dicht gefolgt unter anderem vom neuen Deutschen Meister Daniel Fridman, den vormaligen Deutschen Meistern Igor Khenkin und Niklas Huschenbeth (HSV? HSK!) und dem vielleicht zukünftigen Deutschen Meister Rainer Buhmann.

Von der Weltöffentlichkeit unbemerkt, haben noch weitere IMs und FMs aus D ihren Hut in den Ring geworfen. Und dann ... ist da noch Richard Meyes, der bei diesen offenen Europameisterschaften das Feld von hinten aufrollen könnte.
Auch wenn seine ELO mit 1786 Punkten auf viele Gegner nur bedingt furchteinflößend wirken mag – nach der Partie ist man immer klüger, und es ist ehrenvoll, wie Meyes (DJK Aufwärts Aachen) sich in Bulgarien einem geballten internationalen Feld entgegenwirft.
Schau´n mer mal!
Verblüffend ist es dennoch, dass der Schachbund bei der Aufstellung des vierzehnköpfigen deutschen Kaders eher den Aachener Newcomer Meyes berücksichtigte, und verdiente (Europa-) Meister wie Jan Gustafsson und Ilya Schneider stattdessen nicht für die Meisterschaften in Bulgarien nominierte.
Schach-Welt fragt: nach welchen Kriterien wurde aufgestellt? Und bahnt sich da neuer Ärger für das Nationalteam an? Wir werden weiter recherchieren.
hidden champion-blume

           Team D ist wieder da!

Während Richard Meyes in Plovdiv bislang noch auf den ersten Punkt hinarbeitet, sieht es bei seinem Teamkollegen Arkadij Naiditsch schon deutlich besser aus. Mit 3 aus 3 hatte der Baden-Badener einen glänzenden Start, und das Remis von heute gegen Yuriy Kuzubov (2615) wird sicherlich auch noch nichts verderben.
Niklas Huschenbeth (HSK!), Frank Holzke, Igor Khenkin und Michael Fedorovsky sammelten aus den ersten drei Partien je 2 Punkte.

hsv2

Viele norddeutsche Großmeister haben ein Faible für tolle Fußballclubs


Da die ersten 12 Bretter von der Weltöffentlichkeit unbemerkt fast alle Remis endeten, konnte sich der Brite Gawain Jones als Sieger der einzigen entschiedenen Partie heute erst einmal an die Spitze des Feldes setzen. Doch das heißt noch nicht viel, denn es werden ja noch weitere sieben Runden gespielt.
Übertragen werden die ersten 47 Bretter
täglich ab 15 Uhr Ortszeit – es gibt also einiges zu sehen. Wir grüßen nach Bulgarien!

Mittwoch, 21. März 2012 18:15

Fernschach: Neulich im Verein...

… hatte ich so eine Idee. Ich wollte unbedingt in unserem großen Traditionsverein ein Fernschachprojekt ins Leben rufen. Ich war mir sicher, daß es in einem alten und großen Verein dafür interessierte Spieler geben muß! Für die meisten Mitglieder war dieses Thema sehr weit weg – für mich eigentlich auch. Einige wussten zu berichten, daß sie schon oft genug gegen Computer spielen würden. Fernschach sei kein Schach mehr.

Ich selbst hatte auch überhaupt keine Ahnung vom Fernschach. Ich erinnerte allerdings, daß einige Zeit zuvor in einem Bremer Anzeigenblättchen ein Artikel über einen erfolgreichen Bremer Fernschachspieler zu lesen war. Es handelte sich um einen gewissen Dr. Staroske, der früher sogar Mitglied unseres Vereins war, dann allerdings seine nahschachliche Heimat in einem anderen Bremer Club fand.

Ich beschäftigte mich eine Weile mit dem Thema Fernschach und spielte bald auf dem Server des BdF ein Kennenlernturnier. Die Sache fing an, mir zu gefallen. Insbesondere wurde mir schnell klar, daß das Spiel nur nach Engine nicht besonders weit führt (zu diesem Thema gibt es auch viele Informationen im Fernschachbereich der Schachwelt!).

In mir reifte der Plan, eine Fernschachmannschaft zu gründen! Ich lud also Dr. Staroske zu einem Vortrag ein. Er sagte sofort begeistert zu! An jenem Abend kamen dann auch tatsächlich 15 interessierte Mitglieder (zum Vergleich – wir haben ca. 100). Am Ende dieses Abends hatten viele Teilnehmer eine neue Sichtweise auf diese eigentlich sehr traditionelle Art des Spiels. Und vielen war klar, daß es aus vielen Gründen sinnvoll sein kann, Fernschach zu spielen, sei es als Training für das Nahschach oder um die eigenen Analysefähigkeiten zu verbessern oder um einfach eine andere Schachdisziplin kennen zu lernen.

Was hat sich seither getan? Dr. Staroske sagte zu, für uns in der Mannschaft zu spielen und als Captain zu fungieren. Kurze Zeit später wurde er Präsident des BdF. Einige weitere Vereinsmitglieder erklärten sich auch bereit. Am Ende sind es zwei Mannschaften geworden. Auch ein neues Mitglied konnte auf diesem Weg gewonnen werden und bringt sich sogar als Trainer in den Verein ein: Matjaz Pirs, ein echter Fernschach Großmeister!

In der Rubrik Schach – Fernschach – Aktuelles finden Sie weitere Nachrichten aus der Welt des Fernschach. Ich löse nun Uwe Bekemann auf dieser Seite ab und würde mich freuen, wenn ich Ihnen auf diesem Weg eine neue oder wenigstens zusätzliche Sicht auf die Dinge verschaffen könnte. Meine Geschichte zum Fernschach kennen Sie jedenfalls schon einmal!

Spielen auch Sie Fernschach? Wird in Ihrem Verein Fernschach gespielt?

Sonntag, 18. März 2012 01:53

Baden-Baden hält Kontakt zur Spitze

Mit einem knappen 4,5:3,5- Erfolg gegen Werder Bremen hat die SG Baden-Oos das Spitzenspiel der Bundesliga für sich entschieden. Den zahlreichen Zuschauern im Bremer Weserstadion bot sich ein Stelldichein der Top-Großmeister - so waren bei Werder bis auf Vugar Gashimov alle Mann an Bord, und auch der deutsche Meister der letzten Jahre präsentierte sich an der Weser mit einer prachtvollen Aufstellung. Neben Vishy Anand, Peter Svidler und Michael Adams war bei den Badenern unter anderem auch Jan Gustafsson mit angereist (der aber nicht mit am Brett saß).
Im zweiten Spiel des Tages setzte sich Emsdetten knapp mit 4,5:3,5 gegen die SG Trier durch.
Die gelungene Veranstaltung in den Business Logen des Stadions wurde von vielen ehrenamtlichen Helfern aus den Reihen der Werderaner engagiert vorbereitet und durchgeführt.
shirov

Gebt mir einen Gegner! - Alexej Shirov

luke

Gelebte Entschleunigung - Luke McShane nahm sich viel Zeit für seinen dritten Zug

svidler

Souveränes Remis - Weltcup-Sieger Peter Svidler

anand

Unter den Augen der Bremer Fans: Weltmeister Anand!

otto

Überall Prominenz - und Fotografen! (Otto Borik, Oliver Höpfner und Herbert Bastian)

Viele Partien endeten Unentschieden und verließen dabei auch nicht die Remisbreite. Allein in den Partien Peter Heine Nielsen gegen Tomi Nybäck hätte der für Bremen spielende Finne aussichtsreich fortsetzen können, und auch bei Anand - Eljanov wäre für den Bremer ein Sieg möglich gewesen. Am Ende aber eben - alles Remis!

claus

Die Schach-Bundesliga übertrug alle Spiele auch in den Nebenraum

ingolf

Abschied nach über zehn Jahren als Werder-Teamchef: Ingolf Meyer-Siebert

werder

Auf welcher Seite sitzen die Werderaner?

Da blieb nur noch die Partie von Mickey Adams gegen Laurent Fressinet - und obwohl der Franzose am Donnerstag noch im Simultan gegen 26 Bremer geglänzt hatte (25 : 1), geriet er heute in eine typische Michael Adams-Massage und musste sich stundenlang wehren. Sehr unangenehm!

fressinet

Die Massage beginnt ...

fressinet2

... und wird noch stundenlang weitergehen: Adams gegen Fressinet

In der siebten Stunde dann schließlich war es genug des Widerstandes - Fressinet gab sich geschlagen, reichte die Hand zur Aufgabe und machte damit den Baden-Badener Sieg perfekt.
Die Süddeutschen haben damit Eddie, unser Schachwelt-Orakel, eindrucksvoll widerlegt - Eddie hatte mit 4,5:3,5 einen knappen Werder-Sieg vorhergesagt.
Vor den letzten drei Bundesligarunden haben Sven Noppes und seine Mannen nun einen komfortablen Vorsprung auf den direkten Verfolger aus Bremen. Ob das schon den sicheren Klassenerhalt bedeutet? Oder gar die Meisterschaft?
Wir gratulieren auf alle Fälle schon einmal herzlich zum heutigen Sieg!

Seite 1 von 3

Werbepartner

bskf2013
logoss1501
You are here Artikel nach Datum gefiltert: März 2012