- Post date: 01. April 2012
Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war, gibt es konkrete Pläne die ChessBase GmbH in eine AG umwandeln. Natürlich denkt man dabei sofort an einen Börsengang wie beispielsweise Facebook ab Mai 2012, dieser wird aber von den Hamburgern nicht vorrangig angestrebt. In erster Linie möchte man aber schon jetzt die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen schaffen, um bei einem kommenden Börsenaufschwung und entsprechenden Chancen am Schachmarkt für einen Börsengang vorbereitet zu sein.
Da der Schachmarkt schon einige Jahre stagniert, ist Wachstum nur mehr durch Verdrängungswettbewerb möglich und durch einen möglichen Börsengang sollen dafür die Mittel zur Verfügung gestellt werden.
Geplant ist die ChessBase AG in drei Divisionen aufzuteilen:
Am wenigsten sollte sich in der Verlagsdivision ändern, die weiterhin das Hauptaugenmerk auf den Schach-DVD-Markt legen wird, aber auch hier sollen die Titel nun nicht mehr einsprachig, sondern multilingual produziert werden, um vor allem auf den zukunftsträchtigen Märkten in Asien und im russischen Sprachraum erfolgreich sein zu können.
In der Division Datenbank und Engines wird in Zukunft wieder mehr das Kernprodukt ChessBase – mit dieser Datenbank begann die Geschichte vor über 25 Jahren – geachtet und die Engineentwicklung wird etwas zurückgefahren, da für die meisten Schachkunden Spielstärke nicht mehr vorrangig wichtig ist. Aus dem bereits laufenden „Let’s check“ soll eine echtes Schach-elearning-System werden, das sich sowohl an die Bedürfnisse von Anfängern, Fortgeschritten bis hin zu Großmeistern anpassen lässt. Da dies sehr personalkostenintensiv ist, könnte man diese Sparte in ein osteuropäisches EU-Land auslagern.
Die größten Pläne hat man für die Division Server und Broadcasting – hier möchte man nicht nur User von anderen Mitbewerbern abwerben, sondern plant nach einem Börsengang die Übernahme von großen Mitbewerbern. Das ist der eigentliche Grundgedanke für die Umwandlung in eine AG, denn dieser Schritt ist aus eigener Kraft nicht finanzierbar und nur über einen Börsengang zu bewerkstelligen. Der Server sollte vor allem durch Übertragungen von Schachevents mit Video und Liveberichterstattung attraktiver werden. Zudem ist man mit der FIDE in Gesprächen, ob es möglich wäre die Übertragungsrechte von FIDE-Events exklusive an das Haus ChessBase zu binden, um auch entsprechende Werbeeinnahmen lukrieren zu können. Ebenfalls möchte man nationalen Verbänden und auch privaten Organisatoren eine Komplettlösung für die Übertragung von Turnieren anbieten.
Kann man den Angaben der Quellen trauen, sollte noch im Herbst diesen Jahres die Umwandlung der GmbH in die AG abgeschlossen sein und sollte sich das wirtschaftliche Umfeld entsprechend gut entwickeln wäre ein Börsengang im Herbst 2013 oder Frühjahr 2014 nicht auszuschließen.
- Post date: 05. März 2012
- Post date: 01. März 2012
Ein wenig sind wir Österreicher wie kleine Kinder – alles was andere haben, wollen wir auch haben und dabei wird schnell vergessen, dass wir seit fast 100 Jahren keine regionale Großmacht sondern ein Kleinstaat sind. Wir leisten uns neben den althergebrachten Universitäten und einer Akademie der Wissenschaften auch noch das Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) welches kürzlich mit einer Milliarde Euro ausgestattet wurde während die anderen Universitäten unter akutem Geldmangel leiden. Allerdings muss gesagt werden, dass das IST wunderbar liegt und man der Gegend um Maria Gugging bei einer Wienreise unbedingt einen Besuch abstatten muss.
Aber was hat das mit Schach zu tun? Zuerst einmal das „Wollen haben“ – auch wenn die Voraussetzungen dafür nicht so gegeben sind wie anderswo. Zudem hat die Krennwurzn fieberhaft nach einem zweiten österreichischen IST gesucht, es aber trotz Google, Wikipedia & Co nicht gefunden: das Institut für Sinnlose Turniere!
Dass es dieses geben muss ist klar, denn schon im Vorjahr berichtete die Krennwurzn hier über eine Turnierserie ohne Teilnehmer, die der ÖSB mit großem Werbeaufwand ohne tieferes Konzept ins Leben gerufen hat und dann nicht einmal für die Eintragung ins Guinness-Buch der Rekorde für die längste und größte Meisterschaftsserie ohne Teilnehmer gesorgt hat.
Nun startet heute ein weiteres Meisterwerk aus dieser unauffindbaren IST Schmiede: eine Damenbundesliga auf zwei Brettern mit acht Mannschaften. Die Experten des IST ÖSB – damit keine Verwechslung mit dem IST Austria – entsteht, haben messerscharf erkannt, dass wir keine Damenbundesliga haben und siehe „Wollen haben“ wurden sofort die Planungen gestartet. Da einerseits eine Bundesliga auf einem Brett eine Einzelmeisterschaft ist und andererseits für eine Bundesliga auf vier Brettern das Wesentlichste fehlt: nämlich die Damen und man nicht die Vorjahresleistung eines Turniers ohne Teilnehmer kopieren wollte, war es nur allzu logisch eine Liga mit der theoretisch minimal möglichen Mann- oder hier korrekterweise Frauschaftsstärke von ZWEI ins Leben zu rufen.

Immerhin treten acht Mannschaften an und die Kaderliste umfasst 32 Spielerinnen von denen fast die Hälfte weniger Elo als die Krennwurzn hat und die Krennwurzn ist eben eine ebensolche, weil sie (die Wurzn – nicht der Wurz wie die Deutschen so gerne sagen) sprechen wir es mal ganz nett aus: schachlich absolutes Mittelmaß ist und fügen wir korrekterweise hinzu, dass dies für den Hobbybereich gilt. Selbst die allgemeine österreichische Großmannssucht lässt hier keine Chance auf eine sentimental favoritische Annäherung an den Profibereich zu.
Es ist klar, dass die Frauen ein Hoffnungsmarkt für Schach sind und daher gefördert werden müssen, denn was gerne vergessen wird, ein nicht unwesentlicher Teil des Erfolges der westlichen Welt liegt eben auch darin, dass wir - gezwungen durch zwei Weltkriege – erkannt haben, dass es kontraproduktiv ist, auf das Leistungspotential von 50% der Menschheit freiwillig zu verzichten.
Ob aber Maßnahmen wie diese Damenbundesliga, deren sportlicher Wert sehr beschränkt ist, wirklich hilfreich sind, wage ich zu bezweifeln, denn wer die zu Fördernden der „Lächerlichkeit“ Preis gibt, ist meiner Meinung nach schlimmer als jeder Chauvinist! Wir haben nicht nur zu wenig Damen im Schach, sondern wir haben vor allem nicht genug starke Damen für eine Bundesliga und da hilft auch kein „Wollen haben“ und die anderen haben das auch schon weiter: uns fehlen einfach die Voraussetzungen und das muss man vorerst einmal so akzeptieren. Die stärkste Dame IM Eva Moser trifft bei den sieben Begegnungen auf einen maximalen Eloschnitt von 2032 am ersten Brett – das ist das Niveau von Erstrundengegner bei Open und keine sportliche Herausforderung!
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(Elo Gegnerinnen IM Moser)
Ausgetragen wird die Damenbundesliga parallel zur Bundesliga und startet heute bei einem Schachgroßevent in St. Veit/Glan: dort spielen Bundesliga, 2. Bundesliga Mitte und Damenbundesliga in der Blumenhalle bis Sonntag 4. März 2012. Dass es dabei zu einer Terminüberschneidung mit der Fraueneuropameisterschaft 1-14. März in der Türkei kommt, ist nur eine weitere Fußnote der perfekten IST Planung.
Frauen gehören im Schach gefördert, das ist klar, denn um unseren schönen Sport am Leben zu erhalten und nicht immer über sinkende Mitgliederzahlen in Vereinen und Verbänden jammern zu müssen, ist es ein Gebot der Stunde nicht auf 50% der Menschheit als potentielle Mitglieder zu verzichten. Da haben wir starken Aufholbedarf und müssen dennoch behutsam vorgehen und nicht Alibimaßnahmen setzen, die im schlimmsten Fall abschreckend wirken können, sondern uns Gedanken machen, wie wir Schach auch für Frauen attraktiv machen können – aber das wäre Stoff für eine eigene Geschichte und wohl besser für eine Autorin!
Abschließend möchte ich anmerken, dass ich die Trennung in Damen und Herrenbewerbe im Schach als die schlimmste Diskriminierung überhaupt empfinde. Denn – und da schließt sich der Kreis zum IST Austria – im Denken haben die Frauen keinen Nachteil! Oder gibt es Institute für weibliche Mathematik oder den Abschluss Diplomingenieurinnen für Informatik bereits nach dem ersten Studienabschnitt, weil ... ja sprechen wir es in aller Härte aus: Frauen sowieso nicht das Zeug zu einem echten Diplomingenieur haben!
Es ist gut, dass uns Frauen wie Judith Polgar und viele Topwissenschaftlerinnen zeigen, dass dieses männliche Haltung nicht nur falsch und stark veraltet, sondern steinzeitlich ist!
- Post date: 21. Februar 2012
Fachingsdienstag 2012 – keine Angst, nicht weglaufen es kommt nicht der schwer verständliche Äwigkneiper zu Wort, die Krennwurzn beschäftigt sich nicht noch einmal mit dem möglichen designierten Nachfolger, sondern wirft einen Blick auf den real existierenden Amtsinhaber.
Der DSB hat bei den letzten FIDE Wahlen immer auf die falschen Kandidaten gesetzt, nämlich jene, die dann wieder dem Alien erprobten Amtsinhaber unterlegen sind – der österreichische Schachbund und besonders sein „ewiger“ Präsident Kurt Jungwirth waren da immer besser positioniert und nun bekommt er und Österreich eine Belohnung dafür, wie auf der Homepage des ÖSB zu lesen ist:
Jungwirth wird Chairman der WM
Die kommende Weltmeisterschaft zwischen Viswanathan Anand und Boris Gelfand wird vom 10. Mai bis 1. Juni 2012 in Moskau über die Bühne gehen. Das schachliche Highlight des Jahres wirft seine Schatten voraus und berührt dabei auch Österreich. Schachpräsident Kurt Jungwirth wurde von der FIDE zum "Chairman of the Appeals Committee of the event" ernannt. Das ist eine hohe Auszeichnung für den langjährigen FIDE-Vizepräsidenten und Anerkennung seiner fachlichen und menschlichen Qualitäten, insbesondere da beide Spieler zustimmen müssen.
Zuerst leise, dann immer lauter erinnert sich die Krennwurzn an den Refrain eines Welthits von Falco: Amadeus und summt diesen vor sich hin: „Amadeus, Amadeus - ma muas wissen wen ma wähn muas!“ Sinngemäß übersetzt: Man muss wissen, wen man wählen muss!
Während sich die Krennwurzn noch mehr ins gedachte Singen hineinsteigert, blitzt ihr ins Gehirn, dass es einen noch bekannteren österreichischen Kurti gab, der eine sehr opportunistische Haltung zu einem diktatorischen System zeigte.
Und da – wir kennen ja alle die gemeine Krennwurzn nur allzu gut – änderte sich auch schon der Text: „Amadeus, Amadeus - ma muas wissen wen ma wähn muas – ma muas wissen, wann ma geh‘n muas!
Aber das sang damals schon die EAV auf ihrer CD „Kann den Schwachsinn Sünde sein?“
- Post date: 17. Februar 2012
Nein es kommt jetzt kein Beweinen, dass die bösen Ratingagenturen das schöne Österreich und das noch schönere Oberösterreich herabgestuft haben.
Es geht um Schach und die immer wieder lochnesshaftig wiederkehrende Diskussion über Stärken und Schwächen von Ratingsystemen. Jetzt brauchen Sie, lieber Leser aber auch keine Angst vor langen mathematischen bzw. statistischen Abhandlungen zu haben, denn ich möchte die Aufmerksamkeit nur auf die grundlegenden Problematik lenken, denn diese wird leicht vergessen, sobald die Diskussion sich tief in Detailprobleme verliert.
Als Beispiel möchte ich einen kleinen Exkurs zu der immergrünen Diskussion, welche nun die „gerechteste“ Zweitwertung beim Schweizer System sei, wagen. Hier wird schon seit Jahrzehnten ohne Ergebnis gestritten – ja manche sprachen sogar schon von „Gelddiebstahl“ und vergessen ganz, dass das Schweizer System ein abgekürztes Verfahren ist, dass mit weniger Ressourcen – vor allem weniger zur Verfügung stehender Zeit – ein sportlich und statistisch vertretbares Ergebnis ermöglichen soll.
Vereinfacht gesagt: das Schweizer System ist per se schon ungerecht – wen interessiert da noch die Gerechtigkeit einer Zweitwertung!
Aber uns zeigt das schön die Problematik von „Abschätzungsprozessen“ und wie schnell man sobald man wieder festen Boden – in unserem Fall konkrete mathematische Formeln für die Zweitwertungsberechnung – unter den Beinen hat, vergisst, dass man eigentlich auf dem schwankenden Schiff der Statistik unterwegs ist.
Klar wir lieben das Exakte: 1+1=2 lernten wir in der Schule und unterstrichen das Ergebnis noch doppelt. Die gleiche Vorgehensweise übertrugen wir dann auf den Chemieunterricht, denn HCI + NaOH = H2O + NaCl ! Zu spät erkannten oder lernten wir, dass dieses Gleichheitszeichen eigentlich ein Reaktionspfeil oder in diesem konkreten Fall ein Gleichgewichtspfeil ist und alles nicht so exakt und endgültig ist. Aber wer würde dann mit Genuss in ein Salzstangerl beißen, wenn ihm dabei klar würde, dass in seinem Mund nun Salzsäure und Natronlauge entstehen ... sagen wir hier mal könnten!
Dann kommen wir zur Statistik und da sich bereits unser ganzes Schulleben das „ist gleich“ als ein in Stein eingemeißelt Ergebnis bewährt hat, stellen wir uns gar nicht mehr die Frage, ob es etwas anderes als „ist gleich“ geben könnte.
Zur Vervollständigung der Allgemeinbildung lernen wir dann zwar noch, dass es die Heisenbergsche Unschärferelation – man kann nicht Ort und Geschwindigkeit eines Teilchens gleichzeitig messen – gibt. Liebe Physiker, bitte nicht aufschreien, es geht weder darum die Unschärferelation zu verstehen noch sie richtig zu zitieren, es geht simpel darum einen Nobelpreisträger zu kennen und die Erkenntnis, dass bei den ganz kleinen Teilchen sich nicht alles so verhält wie ... naja lassen wir das, das reicht schon!

Und mit diesem Grundwissen ausgestattet sollten wir dann an unseren heiligen ELO zweifeln – ja sogar ernsthaft daran glauben, dass diese nicht „ist gleich“ sind? Dass die etwas schwammiges, schwer fassbares zu beschreiben versuchen und damit zwangsweise selbst nicht „ist gleich“ sein können!
Haben wir doch von Anfang an gelernt Dinge zu kategorisieren, zu reihen, zu bewerten: in der Schule mit Noten, der Like-Button für Beiträge, das Geld für Leistung und Erfolg, usw. und es hat sich als praktisch und lebensnah erwiesen und da der „ist gleich Stempel“ fest in unseren Gehirnen implementiert ist, stellt man sich schon aus reiner Bequemlichkeit nicht die Frage ob ein Gut in Schule A nicht doch besser sein könnte als ein Sehr gut in Schule B – ob ein Beitrag, den weniger liken möglicherweise doch besser ist?
Unsere Fixierung auf „ist gleich“ ist aber auch sehr praktisch für die Ratingagenturen, denn so können sie uns Errungenschaften verkaufen, die wir gar nicht wirklich benötigen: kürzere Wertungsperioden, Schnellschach- und Blitzelo, Serverelo und das natürlich alles mehrfach berechnet auf internationaler und nationaler Ebene – aber halt, wenn ein „ist gleich“ wirklich ein „ist gleich“ sein sollte, warum hat ein Spieler verschiedene Elozahl in verschiedenen Ländern und warum ist die nationale Zahl eine andere als die internationale? 1+1=2 das gilt doch in allen Ländern ...
Könnte doch die Aussage eines Professors auch für unsere geliebten Elo stimmen, der im Zusammenhang mit Ergebnissen, die statistischen Gesetzen unterliegen, sagte:
Den wahren Wert kennt nur der liebe Gott, der Mensch erkennt ihn nicht einmal dann, wenn er ihn zufällig exakt trifft!
- Post date: 04. Januar 2012
Dass die englischsprachige Newsseite von ChessBase meist besser ist als die deutschsprachige, ist in Schachkreisen ein offenes Geheimnis – warum das so ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Irgendwie könnte man aber den Eindruck bekommen, dass für den deutschen Markt kritische Berichte nicht erwünscht sind. Ein gutes Beispiel ist eine anfangs dieses Jahres gestartet Artikelserie in vier Teilen von Dr. Søren Riis über einen „Justizirrtum im Computerschach“, der die Bestrafung und Verbannung Rybkas durch die ICGA (International Computer Game Association) im Juni 2011 zum Thema hat.
Nun könnte man einwerfen, dass die Leser des deutschsprachigen Portals auf diesem noch gar informiert wurden, dass Rybka im Juni 2011 als Plagiat von der ICGA alle WM-Titel aberkannt wurden und der Programmierer lebenslänglich gesperrt wurde – klar dass da eine Artikelserie zur Verteidigung Rybkas irgendwie überraschend wirken würde. Warum man – obwohl man Rybka im Verkaufsprogramm hat – bisher geschwiegen hat, obwohl man sehr wohl die WM-Titel aus den Beschreibungen entfernt hat, dazu wird man wohl weiter schweigen.
Und da wir gerade beim Schweigen sind, so ist es für Kenner wohl kaum verwunderlich, dass uns die Hamburger Imposantes über den Autor erzählen: „Søren Riis is a Computer Scientist at Queen Mary University of London. He has a PhD in Maths from the University of Oxford. He used to play competitive chess (Elo 2300).“ – aber verschweigen, dass dieser Moderator im offiziellen Rybkaforum ist und beispielsweise das Rybkateam zur WM in Pamplona begleitet hat.
Interessant ist auch, dass dieser sehr lesenswerte Artikel viele Fragen aufwirft, aber gerade die einfachste nicht stellt: Warum wehrt sich Rajlich nicht gerichtlich, wenn an der Sache nun außer normalem Erkenntnissen aus Konkurrenzprodukten nichts dran ist? Der Sourcecode von Fruit ist öffentlich zugänglich und wenn nicht kopiert wurde, so wäre die Offenlegung des Sourcecodes von Rybka 1.0 Beta bei Gericht wohl kein Problem. Zudem sind seit damals - wie im Artikel ausgeführt – viele Verbesserungen vorgenommen worden, sodass auch die Geheimhaltung von eigenen Ideen kein Problem mehr darstellen sollte – jedenfalls dann nicht, wenn der eigene Ruf so stark beschädigt wurde und die Existenz des Projektes Rybka dadurch gefährdet ist.
Die ICGA sieht unter vielen Vorwürfen eine Codezeile „If (movetime >= 0.0)“, die sowohl in Rykba 1.0 Beta als auch in Fruit vorkommt als starken Beweis für die Verurteilung als Plagiat. Ich versuche diese technische Frage einfach darzustellen: Fruit verwendet Gleitzahlen und dadurch ist 0.0 die korrekte Schreibweise – Rybka verwendet die schnellere Lösung mit Integerzahlen und da ist die korrekte Schreibweise einfach 0 und 0.0 einfach unlogisch und unnötig! Für sich alleine gesehen, könnte es sich dabei um einen einfachen Tippfehler aus Gewohnheit handeln, da aber ebenfalls die Geschichte mit dem nicht mehr auffindbaren Rybka 1.0 Beta Code durchs Netz geistert – ein Grund warum man neben dem allgemeinen Klagsrisiko die ICGA nicht klagen sollen könnte – könnte es sein, dass Nichtschicksalsgläubige ein wenig viele Zufälle sehen. „Verliert“ ein Programmierer wirklich den Sourcecode und dann auch gerade noch jenen, der ihm so viele Unannehmlichkeiten einbringt?
Das weiter angeführte Argument, dass Rybka viel stärker wurde als Fruit und daher kein Plagiat sein könne, ist meiner Meinung nicht angebracht und sogar gefährlich. Man könnte auf die Idee kommen beispielsweise ChessBase 11 – wenn man in den Besitz des Sourcecodes käme – programmtechnisch zu verbessern, indem man von 32bit auf 64bit Programmierung portiert, diverse Bugs, die in jeder Software vorkommen, verbessert und auch eine Multicoreunterstützung implementiert. Wird man dann vor dem Kadi gezerrt – so sagt man ganz naiv: ja, ich habe kopiert – aber mein Produkt ist nun viel schneller, innovativer und zudem mit weniger Bugs versehen als das Ausgangsprodukt. Käme man mit dieser Argumentation durch, könnte man das Copyright gleich ersatzlos streichen!
- Post date: 22. Dezember 2011
Da nun die Hochsaison für Wunschzettel an das Christkind, den Weihnachtsmann und weitere bekannte, aber dennoch anonyme Bittempfänger ist, hat sich die Krennwurzn in ihrer kindlichen Unbefangenheit aufraffen können ebenfalls einen Wunschzettel an die Schachgöttin zu schreiben.
Liebe Caissa,
bevor ich zu meinen Wünschen komme, möchte ich Dir herzlich für das Schachjahr 2011 danken – es hätte für mich wohl nicht besser kommen können. Trotz wenig Zeit für Schach kam ich in den heurigen Urlauben an schönen Orten mit Schach in Berührung. Zuerst im Frühling in Budapest der Besuch des legendären Szechenyi-Bad und dann noch im September eine Werbeveranstaltung für Sport in Florenz vor der Kirche Santa Maria Novella.

(Schachbretter vor der Kirche Santa Maria Novella in Florenz)
Am Brett hast Du mich dieses Jahr total verwöhnt – ich spielte zwar wie meist grottenschlecht, aber dafür punktete ich hervorragend und blieb bis jetzt ohne Niederlage in einer Turnierpartie – mir ist klar, dass diese Serie beim 20. Donauopen in Aschach enden muss!
Nun aber zu meinem Wünschen – vor allem wünsche ich mir mehr Realitätssinn bei uns Schachspielern und ein wenig mehr Farbe im Denken. Das typische schwarz-weiß-Denken wird zwar vom Spiel vorgegeben, eröffnet aber abseits des Brettes in Kombination mit sportlich ehrgeizigem Sieg oder Niederlagedenken mehr Konfliktpotential und lässt vor allem wenig Raum für das schachtypische Remis – das sich dann Kompromiss nennt – oder sich im Grundsatz „Leben und leben lassen“ wiederspiegelt.
Dann wünsche ich mir weniger Neid im Schach – manchmal hat man das Gefühl, dass sich die Akteure nicht einmal das Schwarze unter den Fingernägeln vergönnt sind. Nahezu endlose Diskussion zu Bezügen von Funktionären und Spielern auf Verbandsebene legen hier ein sehr schlechtes Zeugnis ab, wie auch die unsäglichen Diskussion über die Verteilung der Preisgelder. Sei es die unsinnige Frage, ob man Rückflüsse an die Masse der Einzahler (Ratingpreise) zulassen soll oder nicht oder die ebenfalls endlose Fragerei welche Zweitwertung bei Turnieren angewandt werden sollte. Ein besonders krasses Beispiel hierzu ist, dass ein namhafter Schachspieler in diesem Zusammenhang sogar von Gelddiebstahl spricht und offensichtlich gar nicht daran denkt, dass man das als Wunsch nach jener Zweitwertung sehen könnte, die aktuell persönlich das meiste Geld ins Tascherl spült. Ein Wunsch, den nicht einmal Sie verehrte Caissa erfüllen können, denn Zweitwertung kann nicht bedeuten: jedem das Meiste, sondern bedeutet zwangsläufig fast immer „ungerecht“ Teilen.
Da ich ja unersättlich bin, habe ich noch einen Wunsch, den die FIDE erfüllen könnte und der den meisten Ländern, die keine Schachspieler „exportieren“, helfen würde: ein Spieler ein Verein und zwar weltweit! Die Mitgliederzahlen sinken und viele beklagen, dass es immer schwieriger wird als Profi das Auslangen zu finden und da sollen „Wanderarbeiter“ die Lösung sein? Junge Leute kann man auf Vereinsebene leichter heranführen, wenn es fix bezahlte Profis im Verein gibt, deren Aufgabe neben den Meisterschaftsspielen auch das Trainieren und Sichten von jungen Talenten ist. Ein Verein kann sich dann schwerer eine Kaderliste voller Profis leisten, die nur zu den Spielen anreisen und sonst nicht zur Verfügung stehen. Vielleicht entwickelt sich aus einem fix angestellten Spieler ein „Localhero“ und dieser lockt dann seinerseits junge Spieler und Sponsoren an – wäre das nicht eine Zukunftsvision – gerade für die reichen mitteleuropäischen Länder?
Und da wir schon bei den Sponsoren sind, kannst Du, liebe Caissa, den Profis einmal im Schlaf den Unterschied zwischen einem Mäzen, der Geld zur eigenen Freude verschenkt und einem Sponsor, der für sein Geld eine Gegenleistung haben möchte, klar und verständlich erklären? Auch ein Sebastian Vettel muss Sponsorentermine wahrnehmen und sein Arbeitgeber nagt bei Gott nicht am Hungertuch.

(legendäres Szechenyi-Bad in Budapest)
Damit wir mit Schach nicht baden gehen, wäre es auch Zeit mit dem längst nicht mehr gültigen und widerlegten „Mythos vom Talent“ aufzuräumen – sogar in der Fischerdokumentation wurde klar angesprochen was viele moderne Studien längst bewiesen haben: der Erfolg, der zur Meisterschaft führt, kommt vom Arbeiten (viele 10.000e Stunden)!
Ich hätte noch so viele Wünsche, aber der Zettel neigt sich dem Ende, so bleibt mir nur noch zu sagen, dass es mich als Österreicher ungeheuer gefreut hat, dass der schachliche Underdog Deutschland Europameister wurde und mich als Zyniker die Aftershowparty zu wahren Begeisterungsstürmen hingerissen hat. Schade nur, dass uns Österreichern auch in Zukunft so eine Chance nicht geboten werden kann.
Deine Krennwurzn
- Post date: 02. Dezember 2011
Beinahe unbemerkt von der Schachöffentlichkeit fand im November die 19. Computer Schachweltmeisterschaft der ICGA in Tillburg satt.
Wie bei jedem Turnier gab es einen Sieger (Junior), aber interessant war vor allem die Tatsache, dass die aktuell stärksten Engines laut CEGT (Houdini, Stockfish und Co) nicht teilnahmen und Rybka ja ausgeschlossen wurde.
Hier noch kurz ein Blick auf die Abschlusstabelle:

Wollten die Programmierer durch die Nichtteilnahme einer Diskussion über Plagiatsvorwürfe und/oder einer Überprüfung auf Übereinstimmungen mit Fruit aus dem Weg gehen? Wollten Sie ein Statement gegen die ICGA abgeben? Warum reiste der bekannte Fritz mit holländischen Wurzeln nicht zur WM?
Viele Fragen und nur wenige Antworten – die plausibelste wäre: weil kein Interesse an einer Computerschachweltmeisterschaft mehr besteht. Es geht dort nicht einmal mehr um die berühmte „goldene Ananas“.
- Post date: 23. November 2011
Der DSB rief bezüglich der Fragen um die Nationalmannschaft zu einer öffentlichen Umfrage „Sie fragen, wir antworten!“ auf! Anonyme sind aber wie zu lesen ist („Ihre Fragen schicken Sie mit Ihrem Vor- und Familiennamen – nur diese werden beantwortet – bitte bis 30. November an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. “) ausgeschlossen.
Da mich das als Österreicher rein gar nichts angeht und mich nur ärgert, dass die Deutschen einen Jahrhunderterfolg besser als wir Österreicher zermatschkern können, schrieb ich folgendes Email NICHT an den DSB:
Sehr verehrter, hochwohlgeborener Herr Präsident!
Vorerst möchte ich Ihnen herzlich zu Ihrer Wahl gratulieren, die meiner Meinung nach viel zu spät erfolgte, denn unter Ihrer Präsidentschaft kommen nun endlich jene Erfolge, die dem deutschen Schach schon lange zustehen, zu Stande. Der Gewinn des Mitropa Cups und der Europameisterschaft zeigt, dass Sie genau auf dem richtigen Weg in eine glorreiche Zukunft des deutschen Schachs sind. Leider führte der Erfolg nicht zu der gewünschten Harmonie und es müssen noch Probleme, deren Ursachen in der Vergangenheit und damit nicht in Ihrer Verantwortung liegen, gelöst werden. Aus dem Fußball ist Ihnen sicherlich die Usance bekannt, dass es leichter ist den Trainer zu feuern als die Mannschaft. Aber warum nicht den mutigen Schritt wagen und die aufmüpfige Mannschaft zu ersetzen, wie dies ein mexikanischer Fußballklub schon angedacht hat.
Natürlich besteht dann die Gefahr - wie bei der Olympiade 2010 - dass der sportliche Erfolg nicht darstellbar ist, wenn man eine B oder gar C Mannschaft zum Bewerb schicken muss. Als Lösung schlage ich vor, Spieler die bereits einen starken Deutschlandbezug haben in die deutsche Nationalmannschaft zu integrieren. Als erster bietet sich hier der schon bewährte Rustam Kasimdzhanov an, der die Mannschaft schon zur Europameisterschaft führte und er könnte natürlich dann seinen Schützling Viswanathan Anand mitbringen, der in Wirklichkeit nicht der Tiger von Madras, sondern ein waschechter Chesstiger aus der Karnevalstadt Mainz ist. Dass dem Berliner Levon Aronian ein Fixplatz zusteht ist ebenso klar wie jener für den vielfachen Dortmundsieger Vladimir Kramnik mit seinem deutschen Manager. Das erste Ersatzbrett geht dann an den netten „Gusti nationale“ um für eine positive Stimmung auf seinem Blog zu sorgen!
Nationalmannschaft: Anand, Aronian, Kramnik, Kasimdzhanov
Mit dieser Mannschaft braucht man dann auch beinahe kein Glück bei zukünftigen Bewerben – es genügt allein die Teilnahme, um Erfolge zu garantieren. Mittelfristig sollte man daran denken auch Magnus Carlsen in die Nationalmannschaft einzubauen – kurzfristig genügt es den Alterspassus (keine Spieler über 40), der ohnehin diskriminierend ist, aus den Bestimmungen zu streichen.
Nun bietet sich Ihnen die einmalige Möglichkeit es allen Recht zu machen! Die aufmüpfigen Spieler wurden bereits aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen und nun können Sie sich daran machen die Forderung nach einem neuen Bundestrainer ebenfalls zu erfüllen. Da Ihrem Vorgänger es nicht gelungen ist, die größten K‘s der Schachgeschichte an der FIDE Spitze zu etablieren, steht der Weg offen für einen Teammanager Karpov für das Organisatorische und Politische und einen Bundestrainer Kasparov, dessen Eröffnungskenntnisse und -datenbank legendär sind – zudem könnte er das zweite Ersatzbrett als selten spielender Kapitän besetzen, falls er wie viele andere Sportler über 40 den Rücktritt vom Rücktritt machen sollte.
Teammanger Karpov – Bundestrainer Kasparov
Da nun jegliche Probleme mit der Nationalmannschaft zweifelsfrei geklärt sind, müssen Sie sich nur mehr der Kommunikation und Außenwirkung widmen und auch diese radikal umstellen. Als erste Maßnahme ist die Durchsetzung des Hausrechts des DSB klarzustellen. Kein Schachspieler darf sich – auch nicht im privaten Bereich – in irgendeiner Form negativ über Schach und schon gar nicht Schachpolitik äußern. Da aber schon der Begriff „negativ“ nicht positiv ist und auch zu Diskussionen führen könnte, gilt ab sofort das totale Äußerungsverbot für alle Schachspieler, Funktionäre, Blogger, usw. Nur positive Jubelmeldungen mit vielen Fotos am besten ohne Text – das verringert auch die Anzahl der Rechtschreibfehler – dürfen in Zukunft auf der Homepage des DSB und untergeordneten Partnerseiten veröffentlicht werden! Denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte! Und ein Präsidentenfoto mit einem oder mehreren Pokalen – was will man da noch mehr?
Da man die Bloggerszene leider nicht vollständig kontrollieren kann und diese Anonymen ziemlich lästig sein können und überall ihren Senf, Kren oder sonst was dazugeben müssen, ist es notwendig auch dort meinungsbildend präsent zu sein. Ich schlage daher vor, dass Sie sich zwar öffentlich niemals zu nichts äußern, aber gerade deswegen mit verschiedenen wechselnden Pseudonymen an diversen Blogdiskussionen teilnehmen und dort auch bei konträren Diskussionen beide Standpunkte einnehmen zu können, denn nur so können Sie sicherstellen, dass Sie schon vorher wussten was richtig oder falsch war! Wie schon bei der Problemlösung Nationalmannschaft gilt: nur wer beiden Seiten recht gibt, steht als Gewinner da!
Hausrecht – nur Jubelmeldungen – keine Kritik
Wie sollte man das alles finanzieren höre ich die Kritiker, die es nun bald gar nicht geben dürfte, dennoch fragen. Auch das ist ganz einfach! Da Beitragserhöhungen beim Schachvolk nicht gut ankommen, Sponsoren schwer zu finden sind und auch noch Gegenleistungen wollen, muss auf eine sichere Einnahmenquelle umgestellt werden: einer Partieabgabe von lächerlichen 10 Cent pro Partie. Das können sich sogar die knausrigsten Schachspieler leisten.
Wie uns zuverlässige Statistiker – auch undiplomatische – sagen, werden alleine am deutschen weltgrößten Schachserver täglich um die 200.000 Partien gespielt, daneben gibt es noch den weltgrößten browserbasierten Schachserver ebenfalls mit Sitz in Deutschland und natürlich werden auch anderswo in Deutschland in Klublokalen, Kaffeehäusern, privaten Wohnungen, etc. täglich unzählige Partien gespielt. Bei vorsichtiger Schätzung von 300.000 Partien täglich ergeben sich Jahreseinnahmen von über 10 Millionen Euro (30.000 Euro täglich).
Finanzierung: Partieabgabe von nur 10 Cent
Sollten sich dennoch Finanzierungsprobleme ergeben, sollte man auch noch checken, ob nicht auch Analysestellungsabgaben, Taktikstellungsabgaben, Tablebase- und Enginestellungsberechnungsabgaben als Einnahmequellen zu erschließen wären.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr ergebenster gschamsta Diener
Krennwurzn
ANHANG
Zur Unperson
Krennwurzn, geht seit einem Jahr = Jahrgang, Volksschulabschluss, Tanzkurs, österreichischer Dauernörgler, größter schachlicher Erfolg: Remis gegen Kasparov in Gewinnstellung (2006)
Sprachliche Eigenheiten
Da sich die Deutschen und Österreicher vor allem durch die gemeinsame Sprache unterscheiden (Karl Kraus):
Thema Anonymität
Hier möchte ich auf die bemerkenswerten Zeilen des Schachfreundes „hiphappy“ verweisen - danke für die schöne Ausformulierung:
Zur bösen Anonymität: auch ich werde hier nicht mit meinem Namen unterschreiben. Ein Pseudonym (welches ich seit knapp 10 Jahren verwende) reicht, einigen ist meine Identität bekannt, und wer will, kann meinen Namen wahrscheinlich binnen einer Minute ermitteln. Trotzdem muss ich nicht ALLES mit meinem Namen in Verbindung bringen (Stichwort: neuer Arbeitgeber und Google: der kann nämlich diverse Diskussionsbeiträge unter Umständen überhaupt nicht richtig einordnen). Das halte ich für mein und jedermanns gutes Recht. In jedem regelmäßig geführten Blog/Forum hat man nach kurzer Zeit raus, wer sinnvoll schreibt und wer nicht. Ob da nun realer Name oder Irgendwas steht ist völlig unerheblich.
Schachlicher Erfolg
Remis gegen IM Sergej Kasparov bei einem Onlineblitzturnier – gegen den Garry würde ich mich wohl gar nicht spielen trauen und die Stellung war vorher natürlich für mich verloren.
Zum Nachspielen einfach in ein Schachprogramm kopieren oder als PGN abspeichern.
[Event "Wertungspartie, 5m + 0s BLITZ"]
[Site "SCHACH.DE Offiziell B"]
[Date "2006.01.20"]
[Round "2"]
[White "Krennwurzn"]
[Black "Masis"]
[Result "1/2-1/2"]
[ECO "A57"]
[WhiteElo "1718"]
[BlackElo "2647"]
[SetUp "1"]
[FEN "8/1r2pk2/p2p1p2/P2P2p1/4P3/5PK1/qpQ3P1/1R6 w - - 0 45"]
[PlyCount "23"]
[EventDate "2006.01.20"]
[EventType "blitz"]
{Masis = IM Sergej Kasparov - Sie dachten doch wohl nicht an Garry - es war für mich das schon ein toller Erfolg :-))} 45. e5 {in verlorener Stellung darf man alles spielen!} dxe5 $4 {oops -der hat die Partie schon abgehakt} (45... Qxd5 $19) 46. Qh7+ Ke8 $4 und Remis will er auch nicht} (46... Kf8 47. Qh8+ Kf7 48. Qh7+ {Dauerschach}) 47. Qg8+ {GEWINNSTELLUNG} Kd7 48. Qe6+ Kc7 (48... Kd8 49. Rh1 $18 {wird matt}) (48... Ke8 49. Rh1 {detto matt}) 49. Qxe7+ {Zeitnot- den Gewinn sehe ich nicht - ich mache Zugwiederholung} (49. d6+ $1 exd6 50. Qxa2 $18 {und die Dame ist weg - leichter Gewinn}) 49... Kb8 50. Qf8+ Ka7 51. Qc5+ Ka8 52. Qc8+ Ka7 53. Qc5+ Kb8 54. Qf8+ (54. Rh1 {wird schon fad - aber das wird wieder matt}) 54... Kc7 55. Qe7+ (55. Qc5+ Kd7 56. Rh1 {nicht schon wieder #6 :-))}) 55... Kb8 00:06]} 56. Qf8+ {GESCHAFFT REMIS - dem Sieg erfolgreich aus dem Weg gegangen!!} 1/2-1/2
- Post date: 11. November 2011
Im Rahmen des Villacher Faschings der wohl bekanntesten Fasching Veranstaltung Österreichs traf die nichtanwesende Krennwurzn den ungeborenen designierten Nachfolger Herrn Äwigkneiper des ÖSB (Österreichischer Schachbund) Präsidenten zu einem nichtgegebenen und unautorisiertem Interview über das österreichische Schach. Leider meldete sich dieser am 1. April wieder und drohte ein neuerliches Interview für 11.11.11 natürlich um 11.11 an.
Krennwurzn: (Zitternd die Sekunden zählend) 11 Uhr 11 und 1,2, - Hoffnung keimt auf – der Äwigkneiper könnte den Termin vergessen haben – 9, 10, ...
Äwigkneiper: 11 – punktgenau am 11.11.11 um 11 Uhr 11 und 11 Sekunden bin ich da – das nenne ich Pünktlichkeit – ich bin ein Unterstützer der Nullkommanulltoleranzregel! Warum sind Sie so bleich?
Krennwurzn: Kren ist im Inneren nun mal weiß, auch wenn er außen oft ein wenig schmutzig ist, aber es zählen ja die inneren Werte oder nicht?
Äwigkneiper: Lenken Sie mich nicht vom Thema ab! Nullkommanulltoleranz bedeutet, dass in Zukunft nicht nur Spieler kontumaziert werden, die zu spät zur Partie kommen, sondern auch jene, die zu früh am Brett erscheinen. Diese Unhöflichkeit gegenüber den Schiedsrichtern und Veranstaltern muss ein Ende haben! Spielbeginn 10 Uhr bedeutet nun einmal exakt 10 Uhr und nicht 9 Uhr 59 und 59 Sekunden!
Krennwurzn: Ja, aber startet nicht der Schiedsrichter die Runde und kann das nicht auch um 10 Uhr 2 Minuten sein?
Äwigkneiper: Warum sollte er?
Krennwurzn: Weil vielleicht der Hauptsponsor, der Bürgermeister oder sonst ein Prominenter noch nicht da ist – oder weil er selbst zu spät kommt bzw. seine Uhr nicht genau geht!
Äwigkneiper: Die Erstgenannten interessieren mich nicht – außerdem die gibt es beim Schach praktisch nicht. Kommt aber der Schiedsrichter zu spät wird er kontumaziert und die Spieler logischerweise auch gleich mit.
Krennwurzn: Ok - wechseln wir das Thema: in unserem Nachbarland Deutschland weht ein neuer Wind – Schachpräsident ist dort ein wenig überraschend ein ganz passabler Turnierspieler aus dem Saarland geworden. Nun spielen die Deutschen nach früheren Streitereien bei der EM in Griechenland mit einer starken Mannschaft sogar an der Spitze mit.
Äwigkneiper: Und Sie tippen immer 4-0 für die Gegner – dafür muss ich Sie zwar loben, aber ich werde Ihr unmögliches Verhalten natürlich auch meinen deutschen Freunden mitteilen.
Krennwurzn: Machen Sie das nur – das österreichische Schach rackert sich ab!
Äwigkneiper: Wir waren bei der Olympiade vor den Deutschen und das genügt für Jahrzehnte – wenn nicht für Jahrhunderte – außerdem zählen EM nicht zu unseren Stärken. Wie Sie sicher wissen, haben wir uns im Fußball nie für eine EM qualifiziert!
Krennwurzn: Richtig und dennoch bei einer EM mitgespielt!
Äwigkneiper: Und genau da liegt meine Zukunftsabsicht – in meiner Amtszeit werden wir eine ÖEM veranstalten.
Krennwurzn: ÖEM was ist das?
Äwigkneiper: Eine Österreichische Einzel-Meisterschaft nur mit österreichischen Mannschaften, dann gewinnen wir diese auch!
Krennwurzn: Das klingt widersprüchlich und sehr international ist das auch nicht.
Äwigkneiper: Iwo – bei uns dürfen da alle mit Österreichbezug mitspielen.
Krennwurzn: Jetzt verstehe ich mit Bezug meinen Sie alle, die von uns bezahlt werden?
Äwigkneiper: Aber nein und nochmals nein! Da der bekannte Heinz Freiherr von Prüll schon länger nicht mehr „Niki und die Kreisfahrer“ kommentieren darf, hat er mir zugesichert für alle Top 100 Spieler einen Österreichbezug herzustellen, auch wenn es sich nur um eine angeheirate Cousine der Friseuse des Lieblingsfleischers des Wahlonkels handeln sollte. Der würde sogar bei einem Außerirdischen einen Österreichbezug finden.
Krennwurzn: Na ja man kann sich Illusionen hingeben, ich wünsche ihm da 99 Mal Glück – ein Österreicher hat es ja aus eigener Kraft in die Top 100 geschafft.
Äwigkneiper: Den werden wir da auch noch rauswerfen – wir brauchen Beitragszahler und Funktionäre und keine Spieler!
Krennwurzn: Mann geht das schon wieder los – Schach ohne Schachspieler! Aber was sagen Sie zu den Plänen der FIDE die Gebühren für die Ratingberechnung zu erhöhen?
Äwigkneiper: Das wird ja erst durch meinen Vorschlag richtig genial: ohne Schachspieler keine Partien und damit absolut keine Kosten! Die Ratingzahlen gehen dann monatlich nur mit Datumsänderung online – das nenne ich dann Effizienzsteigerung inklusive Gewinnmaximierung. Und als Sahnehäubchen kommt dann zweifelsfrei die ÄwigeELOliste, die wird gar nicht mehr geändert, da müssen die Spieler nur mehr einzahlen!
Krennwurzn: Und da kommt niemand mehr neu auf die Liste? Das schaut mir nach einem Geschäftsmodel mit Ablaufdatum aus.
Äwigkneiper: Iwo?
Krennwurzn: Es sterben ja auch manche und dann sinken die Einnahmen.
Äwigkneiper: Nein, nein - dann müssen die Erben zahlen!
Krennwurzn: Oje
Äwigkneiper: Wie schaut’s eigentlich mit dem österreichischen Schach aus?
Krennwurzn: Nichts besonders außer einer ebenfalls nahezu unbeachteten und nicht im Buch der Rekorde eingetragenen langen Turnierserie ohne Teilnehmer. Aber interessiert Sie das oder das österreichische Schach wirklich?
Äwigkneiper: Nein – ganz und gar nicht – mich interessiert nur mein Präsidentenamt mit unendlicher Dauer und ein wenig meine Funktionäre!
Krennwurzn: Gut und mich interessiert Ihr Geschwafel nicht mehr – das war unser letztes nichtgegebenes Interview – Lang lebe der Präsident, lang lebe Österreich, lang lebe das Schach!
Äwigkneiper: "I'll be back"
Bisher erschienen und dennoch nicht gelesen:



