- Post date: 12. Mai 2012
Hmhm, hmhm, hmhm. Ich weiß ja, dass ich nicht ganz so viel verstehe vom Schach wie so manch andere. Dennoch: nun sind in Moskau die ersten beiden Partien gespielt zwischen Vishy Anand und Boris Gelfand, und nach meinem Gefühl waren beide nicht besonders aufregend.
Kaum hatten sich interessante Konstellationen angebahnt, waren die meisten Figuren auch schon wieder vom Brett verschwunden. Jede Partie steuerte schon bald nach der Eröffnung in den sicheren Remishafen. Insgesamt sahen wir bisher 49 Züge – 24 Züge waren es gestern, und auch heute 24 Züge (plus ein Bonuszug) mit erneutem Remis.

Anand - Gelfand : Remis!

Gelfand - Anand: Remis, obwohl der schwarze Springer hängt!
Tjaja, kein Aufreger, noch nicht. Nur schön für die Freunde des gepflegten Figurentausches.

I always feel like somebody´s watching me.
(Alexej Yushenkov/ FIDE World Cup Homepage)
Doch alles hat seine zwei Seiten, und wir wollen ja geduldig sein. Es geht um viel Geld, das ein russischer Sponsor ausgelobt hat, und beide Spieler müssen sich auch erst einmal hineinfinden in den Wettkampf.
Man kennt das ja selbst von eigenen Turnieren: in der ersten Runde stolpert man herum und erobert - wenn überhaupt - nur mit Mühe und einigem Glück den ersten Punkt.
Und auch die Fußballteams, die in der Champions League im Finale stehen, tasten sich dort erst einmal vorsichtig ab! Die Zuschauer sehen dann erstmal nur Rasenschach, und die ersten Tore fallen frühestens nach 30 Minuten.
Bis dahin aber ist es traditionell die Aufgabe des Publikums, zu singen, zu klatschen und zu hoffen – und tatsächlich, irgendwann zündet dann doch das erste Feuerwerk, und alles wird gut.
Wird es uns auch so gehen in diesem WM-Finale? Gestern zumindest gab es schon einige hübsche Handgemenge und einen gefesselten Springer auf c6.

Ein Kaffee aus dieser schönen Tasse könnte auch in Moskau Wunder wirken.
Am Ende zählt nicht, wie aufregend die Partien waren - am Ende zählen nur das erfolgreiche Gesamtergebnis und der Titelgewinn. Doch es wird schon noch werden mit einer spannenden WM.
Morgen ist zwar erst einmal Pause, aber am Montag sehen wir dann vielleicht 26 Züge in nur einer Partie - und mit etwas Glück den ersten vollen Punkt.
- Post date: 10. Mai 2012
Das Warten hat ein Ende: Boris Gelfand und Viswanathan Anand treffen sich in dieser Woche im schönen Moskau und beginnen am Freitag mit einem zwölfrundigen Match um die Weltmeisterschaft.
Zwölf Runden – das ist eigentlich nicht sehr viel, aber andererseits auch nicht sehr wenig. Zumindest, und das zeigte der WM-Kampf Anand vs Kramnik, ist es lang genug für einige Überraschungen und starke Züge (Se3!).
Wichtig ist ja immer, dass man als Spieler auch nach einer Niederlage noch einmal –wie Fußballer so sagen - zurückkommen kann ins Match. Doch genau das könnte schwierig sein bei dieser kurzen Distanz. (Allerdings nicht so schwierig wie beim Kandidatenfinale, in dem sich Gelfand gegen Grishuk in nur sechs Spielen für diesen WM-Kampf qualifizierte.)
Früher, als die Spieler noch Boris Spassky und Robert Fischer hießen, wurden glatt 24 Spiele angesetzt für so ein Match. Heutzutage scheint niemand mehr so lange zusehen zu wollen. Vielleicht war auch der Moskauer Spielsaal nur verfügbar bis zum 31.Mai? Schade ist es dennoch – 12 Runden sind eigentlich sehr kurz. Wie wäre es mit 17? -
Herausforderer Gelfand gilt gemeinhin als Außenseiter. Worauf gründet sich diese Einschätzung? Wenn wir in guter investigativer Tradition die DWZ-Liste studieren, finden wir unter Gelfand eine aktuelle DWZ von 1722. Wir vermuten, diese Zahl wird es ihm kaum erleichtern, gegen den amtierenden Weltmeister zu bestehen.
Zudem hat Olexandr Gelfand beim Tus Makkabi Wiesbaden seit einem Jahr kein Ligaspiel mehr bestritten – seine letzte Auswertung liegt schon ein Jahr zurück und war mit 4 von 6 möglichen Punkten (66%) in der Bezirksliga 8 (Hessen) zwar solide, jedoch nicht wirklich außergewöhnlich gut. Anand schaffte zwar nur 50%, doch das immerhin auch in der Bundesliga am ersten Brett.

Boris Gelfand bei der Olympiade in Dresden, 2008
(Photo: Frank Hoppe, vielen Dank!)
Doch blicken wir lieber auf den Gelfand, um den es hier wirklich geht – Boris Gelfand nämlich, den wir auch in Moskau sehen werden! Im Gegensatz zu Anand kam Boris Gelfand in der letzten Bundesliga-Saison bei keiner einzigen Mannschaft zum Einsatz. Ein schlechtes Zeichen?
Allerdings wissen wir natürlich, dass Boris Gelfand ein bärenstarker Spieler ist, der sich schon seit Jahren in der (mal engeren, mal erweiterten) Weltspitze hält. Er ist ein Mann der russischen Schachschule, und die ist ja immer für ein paar gut sortierte Punkte gut.

Aroniand – Gelfand, Dresden 2008: Schwarz am Zug hat eine gute Idee!
Anand dagegen, Weltmeister seit seinem Sieg gegen Kramnik in Bonn 2008, glänzte schon in jungen Jahren mit dem Blick fürs Taktische und beeindruckte schon früh damit, starke Züge in rasant kurzer Zeit zu finden. Der Inder hat sich nunmehr in Baden-Baden unter Führung von Teamchef Sven Noppes und als Teamkollege von Jan Gustafsson den letzten schachlichen Schliff geholt und konnte in der Bundesliga seinen universellen Stil vervollkommnen. Ein sympathischer Weltmeister!

Anand - Kramnik, Bremer Meisterschaften 2005:
mit welchem feinen Manöver widerlegte Weiß hier das ungenaue 17....De4?
Beide allerdings, Anand ebenso wie sein israelischer Herausforderer, präsentierten sich in den letzten Monaten eher mit durchwachsenen Ergebnissen. Doch was soll man da sagen - so ist eben der Modus (und das ist auch das Problem daran), und verdientermaßen spielen beide trotz ihrer aktuell mauen Ergebnisse nun den Weltmeistertitel unter sich aus.
Als Anand AnLand (i)Gelfand
Erstaunlich genug: die Namen der beiden Kontrahenten enden beide mit der eleganten Buchstabenkombination –and. Ob das ein Omen ist? Ein Vorzeichen? Doch wie sollen wir es deuten?
Anand – Gelfand – wir stellen fest: das -and erweist sich im modernen Schach zunehmend als Qualitätsmerkmal. Vielleicht werden von nun an nur noch jene Weltmeister, die das and in ihrem Namen tragen? Berechtigte Titelhoffnungen gäbe es dann nun nur noch für die folgenden Andidaten:
- Jan Timmand
- Anandtoli Karpov (den kennen wir schon als Weltmeister)
- Luke McShanand
- Dr John Nunnd
- Levon Aroniand
- Fabiano Caruanand
Schade, wird mancher denken, gibt es denn schon wieder gar keine deutschen Spieler in diesem Feld? Ja, doch, auch wir können auf einen Weltmeister hoffen:
- Daniel Fridmanand (ist ja bereits Europameister!)
- Rainer Buhmannand (ebenfalls)
- Janand Gustafsson (auch so)
- Herbert Bastianand (Präsident!)

Daniel Fridmanand - der zukünftiger Weltmeister? (Photo: Stefan64, danke!)
Diejenigen unserer Leser, die über einen Internetzugang verfügen, können dort täglich so dies und das rund um das Match auf der offiziellen Wettkampfseite verfolgen.
Es scheint auch Live-Kommentare zu geben – das ist wiederum sehr schön. Wir hoffen, sie sind nicht nur auf Russisch! Doch Chessbase meldet, und das ist gut so, dass es auch englischsprachige Kommentare geben wird. Auf der Seite der Hamburger fanden wir auch einen Hinweis auf den sehenswerten WM-Blog des Holländers Eric van Reem.
Zusammen mit den sehr ansehnlichen Standards, die der Weltcup im russischen Khanty-Mansiysk bei den Übertragungen gesetzt hat, können wir hoffnungsvoll sein, dass es neben der rein schachlichen Freude auch wieder ein Genuss sein wird für Augen und Ohren, wenn die beiden Finalisten ins Rennen gehen.

Da ist er, der stärkste Spieler der Welt!
Anders als beim WM-Kampf 1935 zwischen Euwe und Aljechin habe ich diesmal vor dem Match noch keine ganz großen Emotionen gespürt – um ehrlich zu sein: die anstehende Fußball-EM hat mich bisher rein emotional eigentlich mehr beschäftigt.
Doch das will ja nichts heißen – Freitag geht es los in Moskau, und mit den ersten Bildern, Zügen, Entscheidungen wird sich schon langsam der Fokus auf die Begegnung der beiden Top-Spieler richten. Freitag also – freuen wir uns drauf!
Schach-Welt.de, der Blog für die wahren Prognosen, fragt heute einfach mal rum bei seinen Lesern:
a) Ist der kommende WM-Kampf ein Aufreger?
b) Wer gewinnt, und wie hoch?
c) (Bonusfrage) Wird Deutschland Fußball-Europameister?
- Post date: 06. Mai 2012
Deutschland ist Europameister, und wir freuen uns noch immer! Team Germany ging letztes Jahr als Außenseiter in das Turnier und gewann. Das macht mir Mut - vielleicht kann ja auch der HSV eines Tages noch einmal Deutscher Meister werden?!
Lange Zeit haben sich die Scheinwerfer der Teletext lesenden Öffentlichkeit nun schon auf die fünf neuen Europameister gerichtet, die im schönen Griechenland durch starke Eröffnungen, kraftvolle Züge und das kunstvolle Aushalten in heiklen Situationen sehr zu Recht alle anderen Mannschaften auf Distanz hielten. Chapeau!
Erstaunlich, ein wenig unheimlich und bislang recht wenig diskutiert ist dabei die enge Verbindung der Glorreichen Fünf mit der Hansestadt Bremen:
- Arkadij Naiditsch (spielte erst neulich Schach an der Weser - wie dieser Film beweist),
- Georg Meier (war früher mal ganz, ganz kurz bei Werder Bremen im Team),
- Daniel Fridman (ein Bremer im Herzen)
- Jan Gustafsson (wohnt in der Nähe von Bremen) und
- Rainer Buhmann (war bestimmt auch schon mal in der Stadt)
Auch Uwe Bönsch als Bundestrainer, Betreuer und/ oder Teamchef (vielleicht klärt es sich irgendwann mal auf) und Rustam Kazimdschanow, der Coach für die allerersten Partiezüge, hatten erheblichen Anteil am Erfolg.
Und das gilt ebenso natürlich auch für all jene, die in den neun Runden des Turniers am Bildschirm die Daumen gedrückt haben. (Man soll so etwas ja nicht unterschätzen - kein Scherz, vielleicht hilft es ja wirklich! So sagt es jedenfalls dieser Artikel.)
Das alles führte zu einem sagenhaften ersten Platz bei der EM. Wir können uns bei vielen bedanken. Doch vielleicht haben wir bisher noch nicht an alle gedacht?
Tatsächlich gibt es da jemanden, der in der kitzligen letzten Runde gegen Armenien das letzte, das entscheidende Unentschieden rettete und somit die Meisterschaft für Deutschland entschied.
Die Rede ist von Jan Gustafsson – und von seinem phänomenalen Läufer. Vom weißfeldrigen Läufer auf c8, um genau zu sein – dem Man of the Match, der in Jans letzter Partie alle gefährlichen Situationen gekonnt zu meistern half. Wir sprechen es offen aus: ohne diesen Läufer wäre Deutschland wahrscheinlich nicht Erster geworden.
Das Remis ist gesichert – auf diesem historischen Photo direkt nach dem Titelgewinn sehen wir Jan Gustafsson, das Ergebnis der Partie und … den Man of the Match auf e4! (Photo: WhyChess)
Dieser Läufer war extra-wichtig. Doch leider scheut er die Öffentlichkeit und hält sich seit dem Titelgewinn bisher sehr im Hintergrund. Der schwarze Läufer c8 - ein typischer Hidden Champion.
"Hidden Champions - Gewinner ohne Aufsehen
Ein Hidden Champion entspricht ungefähr einem „heimlichen Helden“. Unter Hidden Champions versteht man in der Wirtschaft Unternehmen, die einerseits in ihrer Branche bzw. ihrem Konkurrenzumfeld europäische oder gar Weltmarktführer sind, andererseits von der Öffentlichkeit und den Wirtschaftsmedien kaum beachtet oder völlig unterschätzt werden.“ (www.mittelstandswiki.de)
Ein anderer Hidden Champion ist in der norddeutschen Fußballszene schon gut bekannt – es handelt sich um die Papierkugel, die in einem (fiesen) UEFA-Pokalspiel zwischen Hamburg und Werder Bremen mal eine besondere Rolle gespielt hat.

Der Läufer, ein Hidden Champion? Auf dem Schachbrett ist er schon ein Sieger,
nur das Verstecken muss er wohl irgendwie noch lernen.

Auch hier ist das Versteck noch nicht ganz optimal gewählt.

Hier dagegen - perfekte Tarnung, fast wie in freier Wildbahn.
Noch aber hat niemand die Heldentaten des weißfeldrigen Läufers besungen. Schach-Welt, der Blog für die wahren Zusammenhänge, will darum die tolle Leistung dieses Läufers im entscheidenden Spiel der EM mit einem feierlichen Artikel würdigen.
Gabriel Sargissian – Jan Gustafsson
a) Vor dem Spiel: Das Mannschaftsfoto

Man merkt es schon: Gustafssons Läufer c8 beginnt bereits über sich hinauszuwachsen
b) Eröffnung
Nach einigen Minuten des ruhigen Abwartens tritt der Läufer von c8 schwungvoll auf die Bühne und zieht auf das schöne Feld a6. Was soll der Läufer eigentlich dort? Aber sein Chef, Herr Gustafsson, wird es schon wissen. Man kann zwar nach 1….b6 den Läufer auch sofort mit 2…..La6 hinausspielen („Blaubär“), doch auch erst im 12. Zug ist es eine schöne Idee.

b) Mittelspiel
Auf a6 bleibt der Läufer nicht lange. Gegen Armenien muss er seine neue Wirkungsstätte gleich wieder verlassen – Jan Gustafsson braucht ihn, um die Mitte und seinen etwas wackeligen Bauern auf c6 abzusichern. Also weiter mit Energie – die drei Züge von c8 nach a6, weiter nach c4 und gleich darauf nach d5 macht der Läufer alle in direkter Folge!
Das kostet Kraft, und es folgt eine lange, wirklich lange Zeit des Verschnaufens in der Mitte des Brettes. Auf dem schönen Feld d5 bleibt der hidden champion erstmal und hält als Strukturläufer (Stefan Bücker) die Stellung zusammen.

Der Läufer wagt sich tief ins weiße Lager ....

... und macht es sich dann in der Mitte gemütlich.
Hier steht er also, der Läufer, umgeben von Trubel und Dramatik. In den nächsten sechsundfünfzig Zügen eilen eigene und fremde Figuren vorbei, grüßen flüchtig und ziehen weiter. Alles fließt!
Um ihn herum könnten Weltreiche zerfallen, Bundespräsidenten zurücktreten oder Währungen zerbrechen - doch der Läufer hält durch im Auge des Sturms und rührt sich nicht vom Fleck wie ein winterschlafender Igel am Rande eines schunkelnden Rosenmontagszuges.
Man sehe:
(Achtung, das Folgende ist nichts für schwache Nerven - es geht ja immerhin um den EM-Titel! Halten Sie darum bitte Ihre Kinder vom Bildschirm fern.)

Nach dem 19.Zug ...

Nach dem 25.Zug ... wir fragen: wo ist der Läufer?

38 Züge sind gespielt.

50.Zug: Festgemauert in der Erden (auf d5)
steht der Läuf´ in Lehm gebrannt

Nach dem 56.Zug: das Endspiel bahnt sich an

59.Zug: noch weniger Figuren auf dem Brett
c) Endspiel
Hat es das bei einer Europameisterschaft schon einmal gegeben? Erst im 70.Zug, nach ausgiebigem Verschnaufen und unglaubliche sechsundfünfzig Züge später wird der Läufer wieder einen Zug machen. 56! Mit dieser Zugzahl entscheidet Magnus Carlsen oft schon zwei oder drei Partien! (Das weiß auch das Schach-Café Berlin, das Carlsens Kombinationen darum bald einen ganzen Abend widmen wird.)
War die Stellung nun schon Remis? Damals im November und zu Hause vor den Bildschirmen sprach einiges dafür, doch so richtig sicher konnte man ja nicht sein.
Team Germany führte zu diesem Zeitpunkt schon sensationell mit 2 : 1 gegen eigentlich übermächtige Armenier: Arkadij Naiditsch sicherte früh ein Remis gegen Levon Aronian, einen weiteren halben Punkt holte Daniel Fridman gegen Vladimir Akopian, und Georg Meier hatte sein Team mit einem furiosen Sieg gegen Sergei Movsesian in Führung gebracht.
Und nun, die letzte Partie? Alles was ich wusste, war: solange dieser Teufelskerl von Läufer noch auf d5 stand, konnte nichts schiefgehen! Doch nun brauchte Jans König eine schützende Figur, und so fing der Läufer im 70.Zug (wie gesagt, nach 56 Zügen) wieder an sich zu bewegen, nun aber gleich fünfmal in fast direkter Folge. Und das machte mich wirklich nervös.

Langsam aber klärte sich die Lage. Und stellvertretend für alle Armenier ahnte wohl auch Gabriel Sargissian (und mit ihm Spartak Grigorian) so allmählich, dass gegen Jans gediegene Spielführung und vor allem auch seinen Über-Läufer an diesem Tag kein Kraut gewachsen sein würde.
Neben den beiden Königen waren nur noch ein Turm und der uns schon gut bekannte Läufer auf dem Brett. Der König des Verteidigers steht in der Ecke, die nicht die Felderfarbe des Läufers hat. Das könnte doch ein Unentschieden ...

Der Läufer c8 rettet den Tag
Und tatsächlich: DAS war nun wirklich Remis. Doch es war mehr als das – es war auch die Europameisterschaft!
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Suisuique (20:14) (Jan Gustafssons Blog)
Man, war das spannend, ich hätte das Endspiel zigmal verloren, aber "uns" Jan hält das. GLÜCKWUNSCH! [..]
Das ist ein historischer Moment in der deutschen Schachgeschichte !
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Nach dem Titelgewinn - der Läufer findet ein Versteck in der Taverna Rehakles (Porto Carras)
- Post date: 17. April 2012
Das große Rennen um die Deutsche Meisterschaft 2012 ist entschieden. Auch wenn es vorher niemand ernsthaft zu hoffen gewagt hätte - die SG Baden-Oos sicherte sich als Außenseiter den begehrten Meistertitel und ließ dabei die Favoriten aus Bremen, Solingen, Porz und sogar die Schachfreunde Berlin deutlich hinter sich.
Schachwelt.de, der Blog für die angenehmen Wahrheiten, sagt: Gut gemacht! Wir gratulieren herzlich und wünschen alles Gute für den Europapokal und auch schon für die kommende Saison - vielleicht gelingt ja sogar eine Titelverteidigung?

Sven Noppes und Peter Heine Nielsen befragen das Homburger Liga-Orakel
Zu Ehren von Teamchef Sven Noppes, seinem Chef Wolfgang Grenke, Jan Gustafsson, Viswanathan Anand und den anderen Spielern,
sowie für alle Badener im Herzen bieten wir heute ein Stücken Kultur an.
Wir freuen uns über die (siebte!) Deutsche Meisterschaft (in Folge!) mit einem kleinen Lied. Frisch auf!
Das schönste Land (Badenlied)
Das schönste Land in Deutschlands Gau´n
das ist das Badnerland,
es ist so herrlich anzuschaun
und ruht in Gottes Hand.
Drum grüß ich dich, mein Badnerland,
Badnerland, du edle Perl im deutschen Land
Frisch auf, frisch auf!
Frisch auf, frisch auf, mein Badnerland,
Du edle Perl im deutschen Land!
Zu Haslach gräbt man Silbererz
in Freiburg wächst der Wein,
im Schwarzwald schöne Mädchen
ein Badner möcht ich sein.
Drum grüß ich dich, mein Badnerland,
Badnerland, du edle Perl im deutschen Land
Frisch auf, frisch auf!
Frisch auf, frisch auf, mein Badnerland,
Du edle Perl im deutschen Land!
Der Bauer und der Edelmann
das stolze Militär
die schaun einander freundlich an
und das ist Gottes wert.
Drum grüß ich dich, mein Badnerland,
Badnerland, du edle Perl im deutschen Land
Frisch auf, frisch auf!
Frisch auf, frisch auf, mein Bremerland,
Du edle Perl im deutschen Land!
Quelle: http://www.volksliederarchiv.de/text1705.html

Das berühmte Baden-Badener Wetter zeigt sich auch auf diesem Bild
Die älteren Leser dieses Blogs werden sich noch vage erinnern:
zum Saisonbeginn hatten wir hier ein kleines Tippspiel ausgeschrieben und fragten, wer wohl Deutscher Vizemeister 2012 werden würde? Die Beteiligung war munter, damals im Oktober - es waren die seligen Zeiten vor der Europameisterschaft und dem Naiditsch-Interview zur Bundestrainer-Diskussion, und hier im Blog konnte noch kommentiert werden ohne jegliche Registrierungspflicht. (Das waren noch Zeiten, was?)
Entgegen aller Wahrscheinlichkeit lag Holger Hebbinghaus bei diesem Tippspiel daneben - er hatte Eppingen auf Platz 2 gesehen. Stattdessen gehen die begehrten Preise nun wie folgt in die Welt hinaus:
Platz 1: eine schöne Tasse Kaffee und ein Schiffsquartett der Meyer Werft in Papenburg
Platz 2: eine Tafel Bremer Hachez Schokolade und ein Saisonmagazin der SG Baden Oos (Saison 2011/2012)
Die Preise 1 und 2 gehen an die Leser mit den besten (und für Schachspieler so immens wichtigen) visionären Fähigkeiten. Sowohl Klaus aus Berlin als auch Rolf aus Hamburg tippten Werder Bremen auf Platz zwei, und wahrlich, so geschah es! Also musste ein neutrales Los entscheiden, und durch Münzwurf geht der erste Platz nun an Rolf, Platz zwei an Klaus. Glückwunsch - die Preise werden zugestellt!
Platz 3: die schöne CD "Rod Stewart Unplugged" geht an Che Falquito. Er tippte auf Solingen als Vize und lag damit auch beinahe richtig. Beeindruckend! Wir gratulieren - zur neuen CD (und mehr noch zum Aufstieg!).
Einen symbolischen Ehrenpreis würden wir gerne vergeben an Scheiterer, dessen Tipp Dresden nicht nur nicht Vizemeister wurde, sondern darüberhinaus erst einmal und wenn auch nur sehr knapp den Gang in die Zweite Liga Ost antreten muss. Beim nächsten Mal wird´s besser! -
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An alle Leser: Wir freuen uns sehr über den einen oder anderen Kommentar zur Bundesliga oder zum Saisonverlauf. Soll Porz wieder aufsteigen? Hat Baden-Baden den Titel wirklich verdient? Und was hat Euch in der vergangenen Saison am Besten gefallen?
- Post date: 12. April 2012
Liebe Leserinnen, aber auch liebe Leser unseres kleinen Schachwelt-Blogs,
die Saison neigt sich allenthalben dem Ende zu, und nicht nur in Fußball-Dortmund werden Endspiele um die Meisterschaft gespielt (und gewonnen!).
Auch in unserem geliebten Schachsport steht die letzte Runde vor der Tür, und Schachwelt.de, der Blog für die objektiven Wahrheiten, knöpft sich heute noch einmal die vier Zweiten Bundesligen vor. Wer steigt auf? Das dürfen wir zwar heute noch nicht verraten, aber einen allgemeinen Eindruck zur Lage in den Ligen – den geben wir heute ab.

Ohne Bildung kein Aufstieg - das gilt vor allem auch für die Zweiten Ligen
Zweite Liga Nord
Im Norden geht es wie immer hoch her. Einige Zeit stand Werder II an der Spitze, doch dann übernahm die junge Truppe aus Norderstedt durch ein 4,5:3,5 im direkten Vergleich die Tabellenführung. Zuletzt wackelten dann aber auch die Schleswig-Holsteiner und verloren am achten Spieltag beim berühmten Hamburger SK – es war sozusagen ein Lokalderby, die Anreise kann nicht weit gewesen sein.
Doch auch als Zweiter kann man im Norden noch aufsteigen, denn Werder als (Noch-) Erster könnte das nicht – es gibt ja bereits eine Werder-Mannschaft in der Bundesliga. Also, früh aufstehen am Sonntag und dabei sein beim Showdown in den Begegnungen Norderstedt vs Rostock und Lübeck vs Neukloster (Wismar). Einer von denen steigt auf!

Immer wieder schön: das Norderstedter Stadtwappen
Quelle: Knuud, Wikipedia (Danke!)
Zweite Liga Ost
Irgendwie undurchsichtig erscheint die Lage auf den ersten Blick in der Ost-Staffel. Schnell aber zeigt sich: Erfurt, die Aktionäre aus Bindlach und der SC Forchheim haben allesamt 12 Punkte und ringen gegen Nürnberg, Aue und Garching um die letzten Punkte für den Aufstieg. Die besten Chancen sollte Erfurt haben, da sie bereits jetzt 2,5 Buchholzpunkte Vorsprung haben und ihr Gegner Nürnberg als Tabellenletzter antritt. Aber man weiß ja nie!
Mit sieben Punkten aus acht Partien hat der frühere Deutsche Meister Peter Enders maßgeblichen Anteil an der guten Platzierung der Erfurter. Beeindruckend!

Peter Enders punktet sich durch die Liga (Photo: Frank Hoppe, vielen Dank!)
Zweite Liga Süd
Aus dem Süden liegen uns leider keine Ergebnisse vor.
Zweite Liga West
Zwar wurden die schönen Offenen Kölner Stadtmeisterschaften in diesem Jahr von Himmelfahrt in den kühlen Herbst verschoben (schade!), doch findet der geregelte Punktspielbetrieb im Westen weiterhin statt. Das gilt natürlich auch nach dem 1:0 der Dortmunder gegen den FC Bayern (im Fußball).
Wie wir wissen, hat in der Weststaffel die SG Porz viele Jahre lang alle 10 Startplätze belegt. Der Verein weigerte sich aber standhaft, sowohl mit einer seiner Mannschaften sowohl auf-als auch abzusteigen. Erst nach dem Eingreifen von FIDE-Präsident Herbert Bastian zeigten sich die Porzer bereit, ihr Engagement in der Liga auf ein einziges Team zu beschränken. Und diese Mannschaft hat es in sich - Großmeister wohin man auch sieht! Allein, noch ist die Meisterschaft im Westen nicht gesichert, denn das Team aus Wiesbaden hielt bislang Schritt, schlug Porz im direkten Vergleich und liegt nur einen Punkt hinter den Kölnern.
Da Porz mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch in diesem Jahr leider wieder auf den Aufstieg verzichten wird, scheint der Aufstieg den Wiesbadenern somit eigentlich nicht mehr zu nehmen sein. Doch wer weiß – vielleicht hat das von Wilfried Hilgert gesponsorte Team ja mal wieder Lust auf Ausflüge in den Rest der Republik? Et kütt wie et kütt.

Wilfried Hilgert - Laufen seine Porzer bald wieder in der Bundesliga auf?
(Photo: GFHund, Dank!)
Soweit unser Überblick. Schauen wir also mal, was sich am letzten Spieltag (und danach) so tut. Allen und in allen Ligen eine schöne letzte Runde. Und danach dann ... ab in die Sommerpause!

Schlechte Nachrichten für die Deutsche Fährboot-Bundesliga
PS Hoppla, wichtiger Nachtrag zur Zweiten Liga Süd: Wir haben die Ergebnisse nun gefunden!
Zweite Liga Süd
Aus dem Süden steigt seit jeher und nie ganz unberechtigt eine Mannschaft in die 1.Liga auf. Wir fragen: warum eigentlich auch nicht? Schließlich gibt es auch dort starke Spieler – das Neckar-Open in Deizisau hat es gerade wieder bewiesen. (Wie man so hört, haben sich auch der süddeutsche Nachwuchskräfte in Deizisau nicht geniert und luchsten spielstarken Vertretern aus dem Norden einige ELO-Punkte ab.)
Oft schon konnten sich Mannschaften aus dem Süden erfolgreich in der Bundesliga halten oder - denken wir an Baden-Baden - sogar um die Deutsche Meisterschaft mitspielen.
Wir schließen daraus: ein Aufsteiger aus der Südliga scheint weiterhin mehr als gerechtfertigt zu sein. Und wer könnte dieses Aufstiegsrecht in diesem Jahr besser wahrnehmen als das Team des SV Griesheim? Nach dem unglücklichen Abstieg im Vorjahr (Ilya Schneiders Berliner Schachfreunde hatten ihre Finger im Spiel) folgte für die Frankfurter eine sagenhaft gute Saison im Süden und besonders bei IM Marcin Tazbir ein glänzendes Ergebnis von 7,5 Punkten aus 8 Partien. Wir verraten also sicherlich nicht zu viel, wenn wir heute schon berichten, dass Griesheim als Aufsteiger bereits feststeht. Herzlichen Glückwunsch!

Das Griesheimer Museum steht bald wieder in einer Stadt mit Bundesliga!
(Photo: Störfix/ Wikipedia)
- Post date: 06. April 2012
Die Osterwoche ist seit jeher berühmt dafür, viel Schach an vielerlei Orten zu bieten. Große Open in Norderstedt (bei Hamburg), Oberhausen (im Pott!) und Deizisau (irgendwo im Süden) öffneten gestern ihre Pforten, und am letzten Sonntag gingen – wenn auch noch ganz unösterlich – die Europameisterschaften in Bulgarien zu Ende.
Auch für ganz offizielle Turniere scheint die Osterwoche ein idealer Zeitpunkt zu sein. Seit die ersten Menschen mit ihren Schachbrettern aus dem Urschlamm krochen und sich an festen Orten niederließen, spielt man in Schleswig-Holstein und ebenso in der Freien Hansestadt Bremen in diesen Tagen die Landesmeisterschaften aus. Das ist gute Tradition und lockt jeweils viele Schachbegeisterte an. In Bremen sind ungefähr zehn Prozent der Vereinsspieler am Start – eine gute Quote.
Ich nehme in diesem Jahr das erste Mal seit mehreren Jahren wieder teil und bin sehr angetan von dem Rhythmus des Bremer Turniers. Die Bremer Schachgesellschaft, oft und zu Recht als altehrwürdig gepriesen, richtet die Meisterschaften zusammen mit den Schachfreunden Bremer Osten im Bürgerhaus Mahndorf aus. Woran denkt man, wenn man „Mahndorf“ hört? Ich weiß es nicht, aber es liegt im äußersten Südosten Bremens, die Stadtgrenze ist schon fühlbar, und Züge und Straßenbahnen fahren fast direkt dorthin. Mahndorf, ein idealer Ort für Schachturniere!

Der nächste Zug nach Mahndorf kommt bestimmt
Gespielt werden satte neun Runden an acht Tagen. Am Anfang gibt es eine flotte Doppelrunde, ansonsten aber ist jeweils nur eine Partie am Tag angesetzt. Sie beginnt um 17 Uhr und kann maximal 6 Stunden dauern (schöne alte Bedenkzeit-Regelung!). Danach fährt man mit der Straßenbahn aus dem Vorort wieder nach Hause, schläft ein bisschen, und der nächste Tag ist schachfrei, wenn man es denn will. Aber die Schachfreiheit währt täglich nur bis 16:07 Uhr, denn dann fährt die Straßenbahn ab Kurfürstenallee wieder los nach Bremen-Mahndorf, und der nächste Gegner lauert schon am Brett.
Vom Turnier kann man mehr erfahren auf der Seite www.bremereinzel.de. Heute um 10 Uhr beginnt die vorletzte Runde, und absolut live und mit echten Zügen wird die Partie am Spitzenbrett ins Netz übertragen. Eine schöne Idee! Wer gucken möchte, findet dort heute die Begegnung von Tobias Jugelt, dem starken IM aus Delmenhorst und nach DWZ Turnierfavorit. Er tritt an gegen Timur Elmali vom SV Werder Bremen. Timur ist zurück auf der Schachbühne nach ungefähr fünf Jahren Pause . Das hat seinem Schach aber nicht geschadet – die letzten beiden Runden gewann er mit Schwarz in beeindruckender Manier gegen Rolf Hundack und Peter Issing, die beide gestandene Oberliga-Spieler der Bremer SG sind.
(Ob auch unserem Schach eine mehrjährige Pause gut tun würde? Vielleicht ist es so, aber – was machen wir dann bloß mit der ganzen freien Zeit? )
Mir gefällt das Turnier! Und nur ganz am Rande – die FIDE-Regeln sind noch nicht ganz bis Bremen vor- bzw. eingedrungen, und das gefällt mir umso mehr. Die neuen Turnierregelungen, die Stefan Löffler hier erst vor kurzem und ganz zu Recht monierte, greifen hier noch nicht. Und trotzdem geht alles gut:
- - man spielt mit fester Bedenkzeit – zwei Stunden für vierzig Züge. Einen Aufschlag gibt es nicht, keine 30 Sekunden extra für niemanden. Mir sagt das mehr zu – irgendwie kommt mir mein Zeitkonto überschaubarer vor, und ich verstehe viel besser, wieviel Zeit mir nun eigentlich noch bleibt.

Z Zwei Stunden, vierzig Züge - was mehr kann man sich wünschen?
- - nach vierzig Zügen gibt es eine Stunde extra für jeden Spieler – dann muss die Partie beendet sein, denn irgendwann wollen die Schiedsrichter ja auch mal nach Hause kommen. Aber eine Stunde extra – wo gibt es sowas noch? Es ist wunderbar. In vielen Ligapartien ist man oft gerade durch die erste Zeitnot geeilt, steht zitternd vor der Tür und erholt sich von den letzten ungenauen Zügen – und schon tickt die Uhr wieder und steht schon bei 19 Minuten Restbedenkzeit. Das ist massiv wenig – auch wenn die Minuten hier weniger schnell nach unten zählen aufgrund des dann üblichen Zeitaufschlags von 30 Sekunden. Und dennoch – es ist ein tolles Gefühl, nach der Zeitnot wieder 60 neue Minuten auf der Uhr zu finden. Was für ein Luxus!
- - Wer zu spät kommt, der verliert dann eben – so ähnlich formulierte es nicht nur schon Michail Gorbatschow, sondern neuerdings auch die FIDE und das Reglement der Deutschen Meisterschaften. Die bedenkliche Bedenkzeitregelung bestraft auch ein um zehn Sekunden verspätetes Erscheinen mit sofortigem Partieverlust, Führerscheinentzug und Sportschauverbot. Kein Komfort mehr und kein fliegender Start in die Partie! Das führt dazu, dass alle wie festgeklammert an ihren Tischen sitzen, wenn die Rundeneröffnung droht. Doch nicht so auf den Bremer (und wohl auch nicht den schleswig-holsteinischen) Meisterschaften. Der Zug aus der Innenstadt kommt erst um drei nach fünf? Kein Problem! Dann fängt der eine Spieler eben etwas später an. Wen soll das auch groß stören? Gens una sumus. Danke an den Bremer Landesschachbund!

D Die FIDE - manchmal meint sie es einfach zu gut mit uns
- - Wer will, darf auch Remis machen. So einfach kann das sein. Sofia-Regel – wer ist diese Sofia? Und warum kann sie entscheiden, wann man Remis machen darf? Nett auch, dass die Schiedsrichter in Bremen uns Spieler nicht nullen, wenn wir a) zu früh Remis machen (vor dem 40.Zug), oder wenn wir b) Remis machen, ohne dass ein Schiedsrichter in der Nähe war. Wie von Thomas Richter sehr schön beschrieben, sahen wir das alles schon ganz anders auf den letzten Europameisterschaften! So gesehen bin ich im Nachhinein doch ganz froh, dass ich nicht für Bulgarien nominiert wurde – auch wenn ich schon gerne mal mit Arkadij Naiditsch und Richard Meyes in einer Mannschaft gespielt hätte.
Also: Bremer Meisterschaften. Die nächste coole Sache. Es geht auch ohne FIDE-Hardcore – schön, dass es (noch) so ist.
PS: Viele Grüße auch nach Deizisau, was natürlich ein schönes Städtchen ganz in der Nähe von Stuttgart ist!
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Nachtrag am 10.April 2012:
Neuer Bremer Meister wurde Tobias Jugelt vom Delmenhorster SK mit 8 Punkten aus 9 Partien, vor Stephan Buchal (Werder) und Rolf Hundack (Bremer SG). Bremer Damenmeisterin wurde Maike Janiesch (Werder). Herzlichen Glückwunsch!
- Post date: 26. März 2012
Wer Lust auf kuriose Fragebögen hat, kann heute beim Deutschen Schachbund voll auf seine Kosten kommen.
Der DSB hat eine Online-Umfrage freigeschaltet, um sich ein besseres Bild von uns Schachspielern machen zu können. Es geht darum, „mehr über das Informationsverhalten und die Erwartungen unserer Mitglieder zu erfahren“, so der Präsident Herbert Bastian. Das ist natürlich eine ehrenvolle Idee – unsere Gesellschaft lebt und atmet ja durch den steten Fluss von Informationen.
Ich bin ein Fan von Herbert Bastian und freue mich, dass er nun Präsident geworden ist. Und eigentlich mag ich auch den Schachbund– er regelt kompetent und unauffällig alle Dinge und ermöglicht es mir, an Mannschaftskämpfen teilzunehmen, auf Landesmeisterschaften zu spielen und meine immer schlechter werdenden DWZ-Auswertungen zeitnah zu erfahren. Danke für all das!

Sonnenschein und Ligabetrieb - dank den Ehrenamtlichen im Schachbund
Dennoch: zu hundert Prozent professionell kommt mir diese Umfrage nicht vor. Es ist ein wenig kurios, denn man kann mehrfach abstimmen. Die Fragen sind teilweise doppeldeutig, und teilweise fragen sie Bereiche ab, die mit dem Schachsport nichts zu tun haben. Was wollen wir zum Beispiel mit Finanzdienstleistern?? -
Heute morgen füllte ich die DSB-Umfrage mal so zum Spaß aus – ich dachte, vielleicht helfen meine Antworten ja bei der Erstellung eines umfassenden Meinungsbildes.
Hier die Fragen im Überblick:
1. Wie oft nutzen Sie die DSB-Homepage?
Gute Frage, man kann hier zwischen vielen Antworten auswählen
2. Welche anderen Internetseiten außer der DSB-Homepage nutzen Sie, um sich über Schach zu informieren?
Achtung, liebe Leser - hier bitte alle „schach-welt.de“ eingeben!
3. Welche Internetseiten ohne Schachbezug nutzen Sie privat am häufigsten?
Hmmmmm, warum will der Schachbund das denn wissen? Aber na gut: www.birds-online.de/, schauburg-kino-bremen.kino-zeit.de/programm, und natürlich www.royal.gov.uk/
4. Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie?
Ohne soziale Netzwerke scheint heutzutage gar nichts mehr zu gehen. Plausible Frage, Facebook, Twitter und wie sie alle heißen … wenn der DSB da mit einsteigen will, erfährt er hier, wo sich schon jetzt Schachspieler tummeln
5. Welche Schachmagazine/Schachzeitungen lesen Sie regelmäßig? SchachZeitung, Schach, Schachmagazin64, …
Interessante Frage! Aber warum interessiert das den Schachbund?
6. Was mögen Sie an Ihrem Vereinsleben?
Wichtige Frage, hier kann man alles eintragen, was einem in den Sinn kommt.
7. Was könnte bei Ihnen im Verein besser sein?
Ebenfalls eine wichtige Frage – es ist interessant zu erfahren, was die Vereinsspieler da denken. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf Ilya Schneiders Klassiker Schachdeutschland schafft sich ab. Dort wurde eigentlich schon alles gesagt.
8. Wie beurteilen Sie die Arbeit des DSB? Sehr gut, gut, befriedigend ...
In bezug auf … was genau? Problem bei dieser Frage: man kann hier leider keine eigenen Antworten eingeben. Es ist keine offene Frage - und eigentlich wäre es doch hier besonders interessant zu wissen, was die Mitglieder über den DSB und seine Arbeit denken. Oder ... scheinbar doch nicht:
Fördert der Schachbund das Image unseres Sports? Wirbt er genug für neue Mitglieder? Ist die Deutsche Meisterschaft noch attraktiv? Wie ist es mit der Bundesliga als Aushängeschild? Werden die Nationalmannschaften (Damen, Herren) genügend unterstützt? Sind die Beiträge hoch genug, oder würden höhere Beiträge auch mehr Spielräume ermöglichen?
Schade, dass man zu all diesen Fragen nichts schreiben kann.

Sollte es bei offiziellen Turnieren freien Kaffee für alle geben?
9. Wie finden Sie die Zusammenarbeit des DSB mit Sponsoren/Unternehmen, um den Schachsport zu fördern?
Wie ist das gemeint? Vielleicht finde ich es gut, dass der DSB mit Sponsoren zusammenarbeitet, aber nicht gut, wie der DSB mit Sponsoren zusammenarbeitet. Was soll ich dann ankreuzen? Und wie aussagekräftig sind dann die Antworten auf diese Frage?
10. Kennen Sie die folgenden Sponsoring-Partner des DSB? Honorarkonzept, UKA, Chessbase?
Honorarkonzept, ja, das sind die mit den Prinzen. Aber was machen die eigentlich genau?
UKA, auch ja, aber wer das eigentlich ist - keine Ahnung.
Chessbase? Nie gehört.
11. Haben Sie Interessen an speziellen Werbe-Angeboten dieser Partner?
Lieber nicht, sonst fliegen mir bald die Werbemails in den Briefkasten. Wie genau hängt diese Frage mit den Ansichten und dem Informationsverhalten von Schachspielern zusammen? Aber es ist nett, dass mal jemand fragt. Vielleicht gibt man dann ja unsere Daten einfach unbürokratisch weiter an die Sponsoringpartner.
12. Haben Sie Interesse an einer Beratung zu Finanzdienstleistungen / Versicherungen?
Uah, uah, uah. Was ist denn das für eine Frage? Und was, bitte schön, hat sie mit Schach zu tun??
13. Wenn ja, zu welchen Themen? Berufsunfähigkeit, Risiko-Lebensversicherung, Haftpflicht-Versicherung …
Wieder eine sehr gelungene und auch eine sehr wichtige Frage – für den Schachsport im Allgemeinen, und überhaupt. Ist es das, wo wir hinwollen - Schachbund goes Finanzdienstleister?
14. Welche Schachangebote seitens Ihres Vereins oder des Verbandes würden Sie sich zukünftig wünschen?
Endlich wieder eine Frage, die sinnvoll erscheint. Offene Frage. Prima!
15. Spielen Sie Schach auch online im Internet?
Kann man auch mal fragen.
16. Wenn ja, warum? Was bietet Ihnen diese Form des Schachspielens? Was die Vorteile für Sie?
Über Antworten auf diese Fragen freut sich möglicherweise auch die Firma Chessbase, Werbepartner des Deutschen Schachbundes.
17. Was für Angebote von externen Partnern wären im Rahmen einer Online-Schachplattform interessant für Sie? Schachreisen (zu Turnieren, z.B. WM); Übernachtungsangebote von Partnerhotels; Schachzubehör; Schachzeitschriften; Finanzen/Versicherungen ..
Der Schachbund scheint ein neues Portal zu planen. Aber immer diese externen Partner … gut, dass wir Schachspieler für Finanzen/ Versicherungen eine ideale Zielgruppe zu sein scheinen. Wahrscheinlich wegen der hohen Preisgelder?
18. Wie viel Euro wären Sie bereit für eine solche Online-Plattform pro Jahr zu bezahlen?
Offene Frage, man kann hier alles eintragen.
Es folgen noch drei Fragen zur Person, und dann kann man sich für ein Gewinnspiel registrieren lassen.
Dann absenden!
Und dann – kann man gleich nochmal mitmachen.
Und – nochmal!
Die Teilnahme scheint unbeschränkt – was ich zumindest für leicht ungewöhnlich halte. Ob ich die Ergebnisse manipulieren könnte? Heute habe ich schon dreimal abgestimmt. -
Nochmal zur Sicherheit: es ist immer leichter, Dinge zu kritisieren, als selber sinnvolle Dinge auf die Beine zu stellen.
Auch möchte ich mich nicht aufspielen und den DSB und seine vielen ehrenamtlichen und stark engagierten Mitarbeiter zum Gespött zu machen – kein Interesse daran.
Ich möchte nur, dass es besser wird. Es ist ja auch mein Schachverband.
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Für die große Sache!
Auch Schach-Welt.de will helfen, Informationen für den Schachbund zusammenzutragen.
Weil nach unserer Ansicht bei Frage 8 nur sehr wenig Raum bleibt, um konstruktiv und ausführlich Anregungen zu geben, spenden wir hier im Kommentarbereich etwas Speicherplatz für detailliertere Antworten.
Frage 8 reloaded: Wie beurteilen Sie die Arbeit des DSB?
Die Leser sind am Zug.
- Post date: 23. März 2012
Die Schachwelt schaut nach Bulgarien. Von der Weltöffentlichkeit unbemerkt, werden dort seit dem Dienstag die Europameisterschaften der Herren ausgetragen.
Ein erlesenes Feld von 348 Spielern hat sich auf den Weg nach Plovdiv gemacht. Wir informierten uns zur Sicherheit in der Wikipedia über den Austragungsort und fanden:
"Plovdiv liegt in der Thrakischen Ebene an beiden Ufern der Mariza am Fuß der Rhodopen."
Mariza? Rhodopen? Verblüffendes Bulgarien - unbekannte Welt, selten gehörte Namen! Doch das spricht natürlich nicht gegen das Land, denn immerhin kommt mit Vesselin Topalov einer der letzten FIDE-Weltmeister von dort, und ebenso der Präsident der Europäischen Schachunion (ECU) – Silvio Danailov, Erfinder des Dresscodes, der Sofia-Remisbekämpfungsregel und des wackelnden Daumens.

Plovdiv, ein Ort mit tollen Gebäuden: hier das Völkerkundemuseum
(Photo: Klearchos Kapoutsis, danke, mit Grüßen nach Griechenland!)
Nun also die Europameisterschaften – und wie der Schachbund informiert, nehmen auch insgesamt 14 Spieler aus Deutschland daran teil. Team Germany ist wieder da!
Wir schauen vorsichtig auf das Teilnehmerfeld und finden Arkadij Naiditsch auf Platz 13 der Rangliste, dicht gefolgt unter anderem vom neuen Deutschen Meister Daniel Fridman, den vormaligen Deutschen Meistern Igor Khenkin und Niklas Huschenbeth (HSV? HSK!) und dem vielleicht zukünftigen Deutschen Meister Rainer Buhmann.
Von der Weltöffentlichkeit unbemerkt, haben noch weitere IMs und FMs aus D ihren Hut in den Ring geworfen. Und dann ... ist da noch Richard Meyes, der bei diesen offenen Europameisterschaften das Feld von hinten aufrollen könnte.
Auch wenn seine ELO mit 1786 Punkten auf viele Gegner nur bedingt furchteinflößend wirken mag – nach der Partie ist man immer klüger, und es ist ehrenvoll, wie Meyes (DJK Aufwärts Aachen) sich in Bulgarien einem geballten internationalen Feld entgegenwirft. Schau´n mer mal!
Verblüffend ist es dennoch, dass der Schachbund bei der Aufstellung des vierzehnköpfigen deutschen Kaders eher den Aachener Newcomer Meyes berücksichtigte, und verdiente (Europa-) Meister wie Jan Gustafsson und Ilya Schneider stattdessen nicht für die Meisterschaften in Bulgarien nominierte.
Schach-Welt fragt: nach welchen Kriterien wurde aufgestellt? Und bahnt sich da neuer Ärger für das Nationalteam an? Wir werden weiter recherchieren.
Team D ist wieder da!
Während Richard Meyes in Plovdiv bislang noch auf den ersten Punkt hinarbeitet, sieht es bei seinem Teamkollegen Arkadij Naiditsch schon deutlich besser aus. Mit 3 aus 3 hatte der Baden-Badener einen glänzenden Start, und das Remis von heute gegen Yuriy Kuzubov (2615) wird sicherlich auch noch nichts verderben.
Niklas Huschenbeth (HSK!), Frank Holzke, Igor Khenkin und Michael Fedorovsky sammelten aus den ersten drei Partien je 2 Punkte.

Viele norddeutsche Großmeister haben ein Faible für tolle Fußballclubs
Da die ersten 12 Bretter von der Weltöffentlichkeit unbemerkt fast alle Remis endeten, konnte sich der Brite Gawain Jones als Sieger der einzigen entschiedenen Partie heute erst einmal an die Spitze des Feldes setzen. Doch das heißt noch nicht viel, denn es werden ja noch weitere sieben Runden gespielt.
Übertragen werden die ersten 47 Bretter täglich ab 15 Uhr Ortszeit – es gibt also einiges zu sehen. Wir grüßen nach Bulgarien!
- Post date: 18. März 2012
Mit einem knappen 4,5:3,5- Erfolg gegen Werder Bremen hat die SG Baden-Oos das Spitzenspiel der Bundesliga für sich entschieden. Den zahlreichen Zuschauern im Bremer Weserstadion bot sich ein Stelldichein der Top-Großmeister - so waren bei Werder bis auf Vugar Gashimov alle Mann an Bord, und auch der deutsche Meister der letzten Jahre präsentierte sich an der Weser mit einer prachtvollen Aufstellung. Neben Vishy Anand, Peter Svidler und Michael Adams war bei den Badenern unter anderem auch Jan Gustafsson mit angereist (der aber nicht mit am Brett saß).
Im zweiten Spiel des Tages setzte sich Emsdetten knapp mit 4,5:3,5 gegen die SG Trier durch.
Die gelungene Veranstaltung in den Business Logen des Stadions wurde von vielen ehrenamtlichen Helfern aus den Reihen der Werderaner engagiert vorbereitet und durchgeführt.
Gebt mir einen Gegner! - Alexej Shirov

Gelebte Entschleunigung - Luke McShane nahm sich viel Zeit für seinen dritten Zug

Souveränes Remis - Weltcup-Sieger Peter Svidler

Unter den Augen der Bremer Fans: Weltmeister Anand!

Überall Prominenz - und Fotografen! (Otto Borik, Oliver Höpfner und Herbert Bastian)
Viele Partien endeten Unentschieden und verließen dabei auch nicht die Remisbreite. Allein in den Partien Peter Heine Nielsen gegen Tomi Nybäck hätte der für Bremen spielende Finne aussichtsreich fortsetzen können, und auch bei Anand - Eljanov wäre für den Bremer ein Sieg möglich gewesen. Am Ende aber eben - alles Remis!

Die Schach-Bundesliga übertrug alle Spiele auch in den Nebenraum

Abschied nach über zehn Jahren als Werder-Teamchef: Ingolf Meyer-Siebert

Auf welcher Seite sitzen die Werderaner?
Da blieb nur noch die Partie von Mickey Adams gegen Laurent Fressinet - und obwohl der Franzose am Donnerstag noch im Simultan gegen 26 Bremer geglänzt hatte (25 : 1), geriet er heute in eine typische Michael Adams-Massage und musste sich stundenlang wehren. Sehr unangenehm!

Die Massage beginnt ...

... und wird noch stundenlang weitergehen: Adams gegen Fressinet
In der siebten Stunde dann schließlich war es genug des Widerstandes - Fressinet gab sich geschlagen, reichte die Hand zur Aufgabe und machte damit den Baden-Badener Sieg perfekt.
Die Süddeutschen haben damit Eddie, unser Schachwelt-Orakel, eindrucksvoll widerlegt - Eddie hatte mit 4,5:3,5 einen knappen Werder-Sieg vorhergesagt.
Vor den letzten drei Bundesligarunden haben Sven Noppes und seine Mannen nun einen komfortablen Vorsprung auf den direkten Verfolger aus Bremen. Ob das schon den sicheren Klassenerhalt bedeutet? Oder gar die Meisterschaft?
Wir gratulieren auf alle Fälle schon einmal herzlich zum heutigen Sieg!
- Post date: 15. März 2012
Nachdem vor kurzem Spartak Grigorian zum Oldenburger Sportler des Jahres gewählt wurde, sahen wir die Zeit für gekommen an, endlich auch auf bundesdeutscher Ebene eine(n) Schachspieler(in) bei dieser Wahl ins Rennen zu schicken.
Unsere Leser konnten abstimmen, wen der Deutsche Schachbund dafür im Jahr 2015 nominieren sollte.
Nun mag man fragen: wieso eigentlich erst 2015? Wir halten es da mit der bewährten Wahrheit: Gut Ding will Weile haben –vielleicht braucht es einfach noch drei Jahre sportpolitische Wühlarbeit, ehe die Öffentlichkeit reif ist, bei dieser richtungsweisenden Wahl für einen Schachsportler zu stimmen. Wir bleiben am Ball!

Abwarten und Kaffee trinken heißt es auch in der sportpolitischen Arbeit
Im Zuge unseres nimmermüden Bestrebens, den Schachsport in die Öffentlichkeit zu tragen, meldeten sich fünf Leser und gaben ihre Stimme ab.
Wir freuen uns darüber und sagen Danke, denn fünf Stimmen sind für den Anfang ja auch schon ganz gut. Um einen Schachspieler bei einer Sportlerwahl ganz nach vorn zu bringen, reicht diese Beteiligung aber wahrscheinlich noch nicht aus. Das muss bis 2015 noch besser werden!
Doch bis dahin ist ja noch etwas Zeit. Darum hier erst einmal die fünf abgegebenen Stimmen:
a) eine Stimme für Peer Steinbrück, schachspielender Ex-Finanzminister
b) eine ehrenvoll zwischen Herbert Bastian, schachspielendem Präsident des Deutschen Schachbundes, und Levon Aronian (Mannschaftskollege von Ilya Schneider) aufgeteilte Stimme. Wir haben für die Wahl einfach beide Stimmen zu einer vollen addiert.
c) eine Stimme für Hauke Reddmann, Hamburger Angriffsspieler bei den letzten Deutschen Meisterschaften
d) eine Stimme für Sarah Hoolt, Jung-Nationalspielerin der Damen.
e) eine Stimme für Carsten Maschmeyer, aus welchen Gründen auch immer

Konnte mehr Stimmen auf sich vereinen als Weltmeister Vishy Anand:
Carsten Maschmeyer (hier mit seiner Frau Veronica Ferres)
Quelle: Siebbi, Wikicommons
Fünf Vorschläge, fünf Stimmen – wir versuchen bei dieser Gelegenheit darüber hinwegzusehen, dass auch für Kandidaten gestimmt wurde, die gar nicht nominiert waren!
Nun musste das Los entscheiden. Wie das beiliegende Video dokumentiert, haben wir uns um eine allgemeine, faire und gleiche Losentscheidung bemüht.
Die Entscheidung fiel dabei auf …
Sarah Hoolt
Schach-Welt empfiehlt hiermit dem Deutschen Schachbund ganz offiziell Sarah Hoolt als Kandidatin für die Wahl zur Sportlerin des Jahres 2015!
Herzlichen Glückwunsch, Sarah!
Wer ist Sarah Hoolt?
Sarah (*1988) kommt aus Nordhorn an der holländischen Grenze, spielte Schach in Bad Bentheim und Essen-Katernberg und für den HSK in der Frauen-Bundesliga. Im letzten Jahr wurde sie in Bonn Deutsche Damenmeisterin, und beständig sammelt sie schon seit längerem Großmeisternorm um Großmeisternorm – der Titel einer WGM ist schon unter Dach und Fach.
Ein Porträt ihrer schachlichen Laufbahn zeichnete Frank Hoppe für den Deutschen Schachbund, und Raymund Stolze interviewte sie erst kürzlich für die Chessbase-Homepage.
Zur Feier des Tages werfen wir einen kurzen Blick auf eine wichtige Partie in Sarahs Karriere.
Anthony Kosten – Sarah Hoolt, Cappelle-La-Grande 2008
Der englische Großmeister Kosten hat seine Stellung ein wenig überdehnt - und seine um 300 ELO niedriger eingestufte Gegnerin drückt bereits auf den weißen Damenflügel. Noch scheint Kosten dort aber alles abgesichert zu haben – doch es scheint nur so.
Mit welchem inspirierten Manöver sicherte sich Sarah Hoolt, die Deutsche Sportlerin des Jahres 2015, die Initiative und aussichtsreiches Spiel?
***
Wir kommen zum Schluss
Der Vorschlag für Sarah kam übrigens von Holger Hebbinghaus, unserem Leser in Hamburg, der sogar selber auch auf der Liste der Nominierten gestanden hat.
So unheimlich das auch klingt – damit setzte Holger seine beeindruckende Serie fort, bei der er ein ums andere Mal die Tippspiele hier im Blog für sich entscheidet. Wir werden ihn beizeiten interviewen, wie er das eigentlich immer schafft.
Als Lohn für alle Einsendungen hatten wir einen attraktiven Preis ausgelobt – das bezaubernde Werder-Sweatshirt (Größe M, frisch gewaschen) geht nun auf den Weg zu Holger. Wir gratulieren!





