SCHACHWELT

Der Schach-Blog

Donnerstag,23 Mai 2013

Aktualisiert17:31:19 Thu

Font Size

Screen

Cpanel

Au Weyer, DSB?

Hans Jürgen Weyer Hans Jürgen Weyer Schachbund NRW

In Gladenbach bei der Hauptausschusssitzung des Deutsche Schachbunds wird Robert von Weizsäcker an diesem Wochenende sein Ausscheiden als Präsident ankündigen. Sein Vizepräsident Hans-Jürgen Weyer gilt im Moment als wahrscheinlichster Nachfolger. Gewählt wird erst beim DSB-Kongress im Mai in Bonn, doch in Gladenbach werden die Weichen gestellt, wenn nicht bereits alles ausgekungelt.

Zwei weiteren Mitgliedern des Präsidiums, Michael Langer und Hans-Jürgen Hochgräfe, werden Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt. Mitzureden haben aber vor allem die „Landesfürsten“. Im Arbeitskreis der Landesverbände wird die Arbeit des Präsidiums kritisch gesehen. Eine Gegenkandidatur aus diesem Kreis, am wahrscheinlichsten wie 2009 durch Herbert Bastian, kündigt sich an.

Von Weizsäckers vier Jahre an der Spitze haben viele enttäuscht. Sein Scheitern in der internationalen Schachpolitik, wo er Karpows Kandidatur für den FIDE-Vorsitz unterstützte und selbst als Europäischer Präsident kandidierte, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, zumal der DSB die ECU-Geschäftsstelle und damit verbundene Mietsubvention für seine Geschäftsstelle verlor. Zwar hat der Münchner im Außenauftritt und in den Außenbeziehungen des Schachbundes durchaus das eine oder andere bewegt. Der Wirtschaftsprofessor hatte allerdings wenig Glück mit seinen fürs Tagesgeschäft verantwortlichen Vizepräsidenten, dem wenig engagierten Matthias Kribben (2007/09) und dem seine Linie hintertreibenden Weyer (2009/11).

Der Herzogenrather ist als Geschäftsführer des Geologenverbands ein Verbandsprofi. Einst galt er als Anpacker, der auch Probleme offen anspricht. Als 2001 Alfred Schlya von der Spitze in NRW an die im DSB rückte, sorgte Weyer für Aufbruchstimmung in seinem Landesverband. Inzwischen wären dort manche froh, Weyer auf dem gleichen Weg loszuwerden. Es ist unklar, wo er Akzente setzen würde und wo aufgrund der schlechten Finanzsituation sparen, ob er den Mut hätte, die unsäglichen Zustände beim Ramada-Cup zu beenden, dessen Überschüsse dem DSB nicht nur nicht zugute kommen, sondern der sogar noch subventioniert wird, vom zeitlichen Engagement der Funktionäre, das an anderer Stelle fehlt, ganz zu schweigen.

Die nächste Amtszeit wird alles andere als leicht. Ideal wäre ein Moderator des Übergangs, der sich der Lösung der internen Probleme verschreibt, ohne im Funktionärsland Brownie-Punkte zu sammeln oder besonders auf Außenwirkung zu achten. 2013 könnte der DSB dann einen gestandenen Verantwortungsträger (und dabei starken Schachspieler) an seine Spitze holen, den Mainzer OB Jens Beutel.

Kommentare  

 
#1 Hütte 2010-11-28 20:14
Was soll immer diese Kritik am Ramada-Cup. Das Turnier ist für Spieler bis DWZ 2300. Diese Spieler zahlen bestimmt 95% der Beiträge des DSB. Da kann der DSB auch mal ein paar Euro für eine ordentliche Turnierserie ausgeben. Ich spiele da immer gerne mit, da es ein reines Amateur-Open unter Profi-Spielbedingungen ist.
 
 
#2 Bierfass 2010-11-29 18:51
@ Hütte
"Das Turnier ist für Spieler bis DWZ 2300."

Na dann der Schachblogger ja bald mitspielen...!
 
 
#3 Löffler 2010-11-30 14:38
Das Problem beim Ramada-Cup ist, dass da dank der zahlenden Teilnehmer Überschüsse erwirtschaftet werden, die aber in private Taschen fließen und nicht einmal zur Deckung aller mit dem Turnier verbundenen Kosten des Schachbunds herangezogen werden.

@Bierfass: Weißte, wo ich mal eben meistbietend hundert DWZ-Punkte verticken kann?
 
 
#4 Jörg Hickl 2010-11-30 16:03
Sind denn Zahlen bekannt?? Oder spekulieren wir hier nur? Dann will ich mal mitmachen:
Die Einnahmen könnten sich belaufen sich auf ca 230 TN x 36 € Startgeld= 8280 € + unbekannte Provision an den Hotelübernachtungen. Vielleicht 150 TN x 2 Nächte x Provision ca. 5 €/Nacht= 1500 € Gesamt 9780 €. zzgl. Werbeeinnahmen.
Preise sind gespendete Sachpreise.

Dass Einnahmen von ca. 10.000 € nicht zur Deckung der Organisationskosten eines Wochenendturniers ausreichen sollen und man noch zuschießen muss, stimmt nachdenklich.

Unter diesen Umständen würde wohl kein Verein ein Turnier mehr ausrichten…
 
 
#5 caissa 2010-11-30 18:01
Im Jahresabschluss des DSB von 2009 werden als Einnahmen durch Startgelder 70,5 T€ und als Ausgaben 78,9 T€ ausgewiesen.
 
 
#6 Stefan Hütte 2010-11-30 20:48
Warum sollte da eine Provision gezahlt werden. Die Hotelzimmer werden für gut die Hälfte des normalen Preises an die Teilnehmer vergeben. Die Preise werden ebenfalls zum Teil vom Hotel gesponsert. Die Konferenzräume werden ebenfalls zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug finden die Turniere zu Zeiten statt, wo im Hotel nichts los ist (Karneval in Brühl). Eigentlich eine typische win/win-Situation für alle Beteiligten. Ob man dadurch dicke Gewinne im Bereich des Schachbundes erzielen kann, muss wohl bezweifelt werden. Das Finalturnier bringt zudem keine Startgelder. Sollten an die beteiligten Personen irgendwelche Aufwandsentschädigun gen gezahlt werden, ist mir das auch egal. Immerhin geht für die Organisation ja wohl ein ganzer Jahresurlaub drauf. 8000 Euro Aufwand für eine Turnierserie mit einer solchen Beteiligung ist wohl kein Problem. Kommt von unseren Beiträgen auch mal was bei uns an. Welche Gelder fließen denn in private Taschen. Gibt es dafür Beweise? Was sagen die Kassenprüfer dazu?
 
 
#7 Bierfass 2010-11-30 22:19
@ Löffler

"Weißte, wo ich mal eben meistbietend hundert DWZ-Punkte verticken kann?"

Ick biete mal 7,50 EURO pro Punkt! Macht also schlappe 750,00 EURO!! Biste dabei?
 

Die Teilnahme an unserer Kommentarfunktion ist nur registrierten Mitgliedern möglich.
Login und Registrierung finden Sie in der rechten Spalte.

Werbepartner

bskf2013
logoss1501

Schlagzeilen auf SCHACH-TICKER

Nationale und internationale Nachrichten
  • M(ein) persönlicher Zwischenbericht von den DJEM 2013
    Von den Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften in Oberhof berichtet exklusiv für den Schach-Ticker MY LINH TRAN   Die Deutsche Jugend-Einzelmeisterschaft in Oberhof läuft seit vergangenen Samstag. Die beiden Doppelrunde (Sonntag und Dienstag) sind geschafft, und jetzt steht der Endspurt im Vordergrund.   Wie jeder sehen kann, läuft es nicht gerade optimal für mich. Ich will mich auch [...]
  • 16. Sigemann & Co Chess Tournament
    22. bis 28. Mai 2013 Der Limhamn Chess Club ist stolz darauf, die Spieler, das Schachpublikum, die Medien und die Sponsoren des 21. Sigeman Schachturniers einzuladen. Das Turnier findet in dem klassischen Hipp Theater im Zentrum von Malmö statt, zum 16. Mal. Genau wie im letzten Jahr, spielen acht Spieler sieben Runden, und wie üblich [...]
  • Der Wanderzirkus zieht weiter
    4. Turnier der Grand-Prix-Serie 2012/13 in Thessaloniki (Griechenland) 21.5. bis 4.6.2013 Teilnehmer: Bacrot, Etienne FRA GM 2725 Caruana, Fabiano ITA GM 2774 Dominguez Perez, Leinier CUB GM 2723 Grischuk, Alexander RUS GM 2779 Ivanchuk, Vassily UKR GM 2755 Kamsky, Gata USA GM 2741 Kasimdzhanov, Rustam UZB GM 2699 Morozevich, Alexander RUS GM 2760 Nakamura, Hikaru [...]
  • Mitropa-Cup 2013 in Meißen
    Vom 1. bis 9. Juni 2013 findet in Meißen der diesjährige Mitropa-Cup statt. Traditionell nehmen bei den Herren die Mannschaften aus Frankreich, Italien, Kroatien, Österreich, Slowakei, Slowenien, Schweiz, Tschechische Republik, Ungarn und Deutschland teil. Bei den Damen werden ebenfalls 10 Mannschaften antreten, allerdings wird Frankreich durch Polen ersetzt. Der genaue Zeitplan und weitere Einzelheiten sind [...]
  • In Memoriam [2]
    Er bleibt eine deutsche Schachlegende – zum Tode von Lothar Schmid [10. Mai 1928 bis 18. Mai 2013] Foto: von links nach rechts sitzend: Raymund Stolze, GM Burkhard Malich, GM Lothar Schmid und GM Wolfgang Uhlmann auf dem Legendentreffen in Dresden – Copyright: Dr. Gabriele Stolze   Noch vor wenigen Tagen hatte mein Kollege Dagobert [...]

Populäre Artikel

You are here Au Weyer, DSB?