SCHACHWELT

Der Schach-Blog

Dienstag,21 Mai 2013

Aktualisiert19:10:55 Tue

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Donnerstag, 30. Juni 2011 11:00

Elf Kekse sollt Ihr sein

Mit Apfelsaft an die Weltspitze? Viele von uns hatten es ja schon seit langem geahnt – und nun endlich ist es auch amtlich: Allein durch die richtige Ernährung während der Partie können SchachspielerInnen ihre Rating gehörig steigern (Quelle: Gesellschaft für Lebensmittelforschung (Berlin) in Kooperation mit Foodwatch, dem Deutschen Wetterdienst und dem Freiburger Institut für Indogermanische Sprachen).

Wie eine seit 1951 in der Oberliga Württemberg durchgeführte Vergleichsstudie ergeben hat, steht der schachliche Erfolg in erstaunlichem Zusammenhang mit dem Verzehr bestimmter Lebensmittel:

- Apfel und Bananen essende Oberligaspieler konnten ihre Rating deutlich um 5 Punkte pro Monat erhöhen im Vergleich zu den nichtapfelundbananenessenden Schachsportlern. Bei Kiwis und Kürbissen ließen sich von den Forschern dagegen keine derartigen Wertungssprünge nachweisen.

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- Kekse knistern zwar und man muss sie deshalb abseits des Brettes verzehren, doch ist die Wirkung beachtlich: durchschnittlich ein Anstieg von 3 DWZ-Punkten pro Monat bei den schwäbischen Keksessern. Als besonders ergiebig erwiesen sich Schokoladenkekse (mindestens elf davon bei der klassischen Bedenkzeitregelung) und kleine Mandelspätzle.

- Der Verzehr der nicht nur im Süden, sondern vor allem auch im Ruhrgebiet beliebten „Stullen“ (mit Butter, Käse und/oder Marmelade) scheint indes auf das Ergebnis einer Partie kaum Einfluss zu haben – durchschnittlich nur 1 DWZ-Punkt Zuwachs im Monat, aber immerhin. Besser als nichts!

- SpielerInnen, die am Brett viel Wasser, viel Apfelsaft oder viel Wasser mit viel Apfelsaft tranken, konnten ihre nervösen Spannungen während der Partie deutlich besser abbauen – das führte zu durchschnittlich 2 Punkten mehr DWZ pro Monat. (Nicht umsonst wird erzählt, dass der Sieger des Opens, welches 1994 parallel zur Deutschen Meisterschaft auf Rügen stattfand, sich vor allem durch das beständige Trinken von Coca-Cola zu ausdauernder geistiger Hochform aufschwingen konnte. Man ahnt es schon – der Mann war Amerikaner!)
Ein schöner Nebeneffekt: manchen DWZ-Punkt erkämpften sich die Probanden im Südwesten auch durch das ständige Auf-und Zuschrauben ihrer Flaschen–viele Gegner ließen sich davon nerven, waren abgelenkt und machten Fehler.

(Ähnlich populär ist auch das dauernde An-und Ausknipsen von Kugelschreibern, doch fällt das nicht in die Kategorie der Lebensmittel. Über den psychologischen Einsatz von Nahrung zum Zwecke der Gegnerstörung sind ja schon ganze Enzyklopädien verfasst worden. Man denke nur an Zwieback (wundervoll laut, aber mittlerweile nicht mehr so verbreitet), krachendes Knäckebrot, Wurzeln, Möhren und knirschende Karotten, an Popcorn, zerbrechende Chips, die Bahlsen Prinzenrolle, Knoblauch (leise vor der Partie verzehrt erzielt er starke Effekte), an Kieler Sprotten oder auch an Spinat-Omelette. Früher gab es im Turniersaal ja auch noch das Rauchen, doch das ist lange her.

- Vorsicht hingegen scheint geboten beim Genuss von Kaffee. Wir wissen ja schon aus vielerlei Quellen, dass Koffein das Denken beschleunigt – leider machten die kaffeetrinkenden Württemberger dadurch auch ihre schlechten Züge schneller und verloren ihre Partien durchschnittlich 48 Minuten früher als die teetrinkenden Kollegen am Nachbarbrett. Die freie Zeit, die sie so gewannen, mussten sie mit einer sinkenden Rating teuer bezahlen (monatlich minus 3 DWZ im Vergleich zu den Teetrinkern).
Auch Marc Lang, König des Blindsimultanspiels, schiebt bei seinen Wettkämpfen die Kaffeetasse beiseite – stattdessen baut er auf grünen Tee.

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Wir meinen: Wer hätte das gedacht? Mit ein wenig blindem Vertrauen in die Wissenschaft scheint sich anzudeuten, dass man seiner Karriere durch die richtige Nahrung noch einen weiteren Push geben kann. Das bestätigt auch Mr.Y auf Schachfeld.de: „Ich bin Angriffsspieler, und sobald ich merke, dass es zur Sache geht, dass ich jetzt den Sack zu machen muss, nehme ich meistens auch nochmal Schokolade oder Traubenzucker zu mir.“ Und darüber hinaus schmeckt es oft auch noch ganz gut! Biologen werden wahrscheinlich ohne Mühe ergänzen, dass das irgendetwas mit dem Blutzuckerspiegel und solcherlei Dingen zu tun hat. Die Energie für die langen Stunden am Schachbrett sollte man regelmäßig und auch rechtzeitig nachlegen – wenn sich ein Energy Low erst einmal ausbreiten konnte, hat man den Bauern vielleicht schon eingestellt, bevor die Konzentration wieder ganz zurückgekehrt ist.

Monty Python trainierten schon vor vierzig Jahren in einem wunderbaren Sketch die Selbstverteidigung gegen Angriffe mit frischem Obst („Also, ich würde sagen, es ist ganz simpel, mit einem Bananenfanatiker umzugehen!“). Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir uns Ähnliches auch für unsere Turnierpartien überlegen? Die Konkurrenz schläft nicht!

Beim SV Werder, meinem Verein, ist davon noch nicht viel zu spüren. Noch immer werden in der Vereinsgaststätte die traditionellen Pommes gekocht und verzehrt, und manche essen dazu eine Currywurst. Von DWZ-steigernden Keksen, Äpfeln und Bananen keine Spur (auch bei mir nicht) - bedauerlich! Ich weiß, es ist gewagt, doch vielleicht ist diese Form der schachlichen Ernährung mit ein Grund dafür, weshalb wir Bremer nun schon seit einiger Zeit immer nur Zweiter wurden in der Bundesliga (und – beinahe noch schlimmer - beim Blitzen immer von Delmenhorst geschlagen werden).

Doch können wir den Forschungsergebnissen wirklich trauen? Oder sind die Interpretationen so gewagt wie jede Prognose zum griechischen Haushaltsdefizit? Mir zumindest ist aufgefallen:

Großmeister essen im Allgemeinen nichts während einer Schachpartie!

Unheimlich, oder? Vielleicht können das die Leser des Blogs ja sogar bestätigen? Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, dass ein GM jemals einen Apfel, eine Butterstulle oder einen Keks neben das Brett gestellt hätte. Kaffee dagegen, ja!, Kaffee geht immer, auch für Großmeister – doch scheint es ihrer Spielstärke nicht zu schaden. Zumindest nicht, wenn sie mal gegen mich spielten.
Auch Internationale Meister essen eher nicht so viel während ihrer Partien. Je weiter man aber nach unten klettert mit der DWZ, desto mehr scheinen die Spieler rein intuitiv auf das Essen und vor allem das Trinken während der Partie Wert zu legen. Die Ergebnisse der Studie scheinen ihnen jetzt Recht zu geben.

Und auch rein schachhistorisch gibt es Belege für die Vorzüge einer ausgewogenen Ernährung - wir schauen 75 Jahre zurück und auf das Großmeisterturnier von Nottingham.

emanuel lasker und sein bruder bertold

Emanuel Lasker und sein Bruder Bertold

Emanuel Lasker, der von den Nazis schon 1933 aus Deutschland vertrieben worden war, trat in Nottingham 1936 als Veteran und Vertreter einer früheren Generation an. Darum war es vielleicht kein Wunder, dass Max Euwe, der amtierende Weltmeister aus den Niederlanden, sich für diesen Tag einiges vorgenommen hatte und gegen seinen Great Predecessor streng auf Gewinn zu spielen versuchte.
Als echter Holländer war er dem Kaffee nicht abgeneigt und hatte zu diesem Zeitpunkt in der Partie bereits zwei Tassen Kaffee mit Milch und Zucker genossen. Lasker dagegen, der alte Fuchs, war mit ein paar Keksen, einer Tüte Boskop-Äpfeln und in Begleitung zweier selbstgezüchteter Tauben zur Runde angetreten.

lasker-euwe nottingham 1936

 Nach 23. Zügen war es zu der folgenden Stellung gekommen – Lasker hatte gerade seinen König von e2 nach d3 gespielt. Niemand und auch wir nicht hätten damals geahnt, dass diese Position später einmal so berühmt werden würde. Zeitzeugen berichten, dass Euwe (am Zug) noch an seinem Kaffee sippte, während er überlegte, wie er den Angriff auf seinen Springer parieren sollte. Mit b7-b5? Oder mit Sc4-b6? Doch beides würde seinem berühmten Gegner leichten Ausgleich erlauben. Dann jedoch hatte er einen Geistesblitz – und spielte mit dem gefährlichen impulsiven Schwung des Kaffeetrinkers seinen Läufer von c7 nach a5.


Obwohl Lasker hier schon wieder in seinen nächsten Apfel biss, kalkulierte er bereits die ersten Varianten. Mit der Erfahrung aus über vierzig Jahren Turnierschach hatte der Achtundsechzigjährige Lc7-a5 schon kommen sehen – und mit der Energie aus Schokokeksen und Boskop-Äpfeln fand er eine wuchtige Widerlegung. Wie kam der Ex-Weltmeister in großen Vorteil und gewann gegen seinen Nachfolger? -


Wir Schachspieler   sollten das Potential erkennen, dass die richtigen Lebensmittel für unsere DWZ bereithalten.kis akropolis Der Schachbund ist gefragt. Auch wenn sich unsere Gegner vielleicht nicht so sehr über die vielen Äpfel, Bananenstauden und Butterstullen neben unserem Brett freuen – unsere Mannschaftsführer werden es uns danken!

PS Essen Großmeister denn nun wirklich nichts während der Partie?

Mittwoch, 29. Juni 2011 10:09

Rybka – ein Weltmeister, der keiner war!

Schon im März stellte sich die Frage, ob ein Fisch ein Früchtchen sein kann, hier im Blog und nun ist es quasi offiziell: Rybka und sein Programmierer Vasik Rajlich wurden von der International Computer Games Association (ICGA) disqualifiziert und sämtliche errungenen Plätze und WM-Titel wurden annulliert. Zudem wurde Rajlich aufgefordert sowohl die Pokale als auch die gewonnenen Preisgelder an die ICGA zurückzugeben.

Konkret wird dem Programm vorgeworfen ein Plagiat aus Fruit und Crafty zu sein. Auf der Internetseite von Chessvibes gibt es weitere technische Einzelheiten und auch detaillierte Dokumente zur Entscheidung.

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Interessant wird auch sein wie ChessBase darauf reagiert – die Hamburger hatten zuerst versucht das erfolgreiche Programm tot zu schweigen (die Erwähnung des Namens konnte zu Chatsperren führen) und es dann erfolgreich ins Verkaufsprogramm aufgenommen. Man darf also gespannt sein, wie die Marketingabteilung mit dem Weltmeister, der keiner war, umgehen wird. Die Methode „Rybka? Was ist das? Das gab’s nie bei uns!“ wird wohl schwer funktionieren.

Aber darf man den Saubermännern des Nordens wirklich vorwerfen ein schwarzes Schaf - upps einen stinkenden Fisch - eingekauft zu haben? Und haben doch nicht alle Schachprogrammierer von der damals offengelegten Arbeit des Fruit-Autors Fabien Letouzey profitiert? Und was ist mit all den anderen Programmen mit Klonvorwürfen wie Houdini und die ganze Ippolit-Familie. Ein schwieriges und langes Diskussionsfeld für Computerschachfreunde!

Andererseits muss man auch sagen, dass die Computerschachweltmeisterschaft sowie das Computerschach im Allgemeinen stark an Interesse verloren haben. Das Thema ist einfach durch und wir durften in den letzten 30 Jahren die Entwicklung vom Jausen- zum beinahe unschlagbaren Gegner erleben. Aktuelles Problem in der Schachwelt ist nun, wie man die damit entstehenden Betrugsmöglichkeiten am besten eindämmen kann, ohne zu starke Eingriffe in die Menschenrechte, die uns ja aus der Dopingproblematik allzu bekannt sind.

Die neuen Computerschachweltmeister:

2007

1st Zappa (World Champion)
2nd Loop=3rd GridChess
=3rd Shredder

 2008

1st Hiarcs (World Champion)
2nd Junior
3rd Cluster Toga 

2009 

=1st Junior (Joint World Champion)
=1st Shredder (Joint World Champion)
=1st Deep Sjeng (Joint World Champion)

2010 

=1st Rondo (Joint World Champion)
=1st Thinker (Joint World Champion)
3rd Shredder

Nachtrag 1. Juli: Medienecho

SPIEGEL ONLINE: Plagiats-Skandal - Weltmeisterprogramm Rybka verliert alle Titel

HEISE ONLINE: Schachcomputer-Weltmeister nachträglich disqualifiziert

Montag, 27. Juni 2011 10:53

EPO nein danke - ich hab‘ ein Handy!

Ein satirisches Gespräch des Schachspielers Dopow mit seiner Leichtathletikfreundin Ana B.

Dopow: Ana, was machst Du, was spritzt Du da?

Ana: EPO – ich möchte morgen den Wettkampf gewinnen! Bereitest Du Dich gar nicht vor?

Dopow: Doch – ich lade gerade meinen Akku.

Ana: Sag‘ mal ist das nicht gefährlich stundenlang diesen Handystrahlen ausgesetzt zu sein – jetzt sagt doch schon die WHO dass das Krebsrisiko erhöht ist.

Dopow: Aber Ana, ich halte doch das Handy nicht ans Ohr – ich sitze auf der Toilette ...

Ana:  Das stinkt doch ...

Dopow: ja, ist aber sicher und nicht gesundheitsgefährdend!

Ana: Aber das ist doch Betrug!

Dopow: Und bei Dir etwa nicht?

Ana: Nein – bei uns nennt man das Chancengleichheit – ohne EPO & Co läuft nichts. Aber immerhin müssen wir hart trainieren und uns im Wettkampf quälen – Du musst nur darauf achten, dass Dein Handy geladen ist und dass Du eine freie Kabine findest.

Dopow: Das ist unser Hauptproblem: es gibt zu wenig freie Kabinen und in der Zeitnotphase ist es schwierig eine zu finden, aber ich gehe dann immer auf die Damentoilette, dort ist fast immer was frei.

Ana: Aber auf der Damentoilette ist doch immer ein Stau!

Dopow: Aber nicht beim Schach!

Ana: Ah – ich verstehe: Schach ist nur was für Männer! Hast Du schon mal daran gedacht, dass die deterministische Natur des Schachspiels keine wirkliche Intelligenz erfordert, da man, zumindest theoretisch, jeden Zug vorausberechnen kann?

Dopow: Deterministisch – was ist denn das wieder für ein Wort – wir Schachspieler sind Künstler, Sportler und Wissenschaftler in Personalunion.

Ana: Super – aber gegen die Computer verliert ihr immer!

Dopow: Gut - Schach wird auf einem endlichem Brett mit einer endlichen Anzahl von Figuren gespielt und ist damit berechenbar - natürlich ist die Schönheit schon da, aber wir legen sie frei, so wie Michelangelo einst den bereits Jahrtausende vorhandenen Adam aus dem Carrara-Marmorblock befreit hat. Das kann auch nicht jeder!

Ana: Ach so - jetzt seid ihr auch noch Genies! Und warum beschäftigt sich die KI-Forschung schon lange nicht mehr mit Schach, sondern mit Robo-Fußball?

Dopow: Ana, Ana: Frauen, Fußball und Intelligenz ... mir wird das jetzt langsam zu viel!

Ana: Jedenfalls hat die Frauenfußball-WM mehr Medieninteresse als Euer Schach!

Dopow: Ok – ich gebe mich geschlagen: kannst Du mir bitte einen Betablocker spritzen!

Sonntag, 26. Juni 2011 16:33

Sag mal: Scheveningen!

Unter Niederländern gilt es als ultimativer Test, um herauszufinden, ob sie es wirklich mit einem Landsmann zu tun haben: Zeg eens Scheveningen! Mal sehen, ob der andere den Namen des an der Nordsee gelegenen Haager Nobelvororts richtig aussprechen kann. Nämlich mit einem s und einem ch am Anfang. Zur Übung schreibe ich das jetzt auch so.
 
Beim S-cheveninger System denken wir Schachspieler heute meist an Sizilianisch. Dass es auch einen S-cheveninger Turniermodus gibt, weiß längst nicht jeder. Dabei spielen in einem Mannschaftskampf alle Spieler einer Mannschaft je eine Partie gegen alle Spieler der anderen Mannschaft. Leider wird das selten praktiziert. Dabei sehe ich zwei schöne Anwendungsmöglichkeiten:
 
Warum werden Verbands- und Betriebsligakämpfe eigentlich nur als lange Partien angeboten? Gar nicht wenige Partien kommen nicht zustande, weil einer fehlt (oder einer sein Handy abzuschalten vergessen hat). Oder die Partie ist durch einen groben Schnitzer ohne echten Kampf entschieden. Oder man trifft Saison für Saison auf mehr oder weniger die gleichen Gegner. Oft harrt man aus, bis alle fertig sind, um zusammen zu essen, Karten zu spielen oder heimzufahren. Ein guter, oft der beste Teil vom Tag geht dafür drauf, und es hat sich vom Schachlichen absolut nicht gelohnt. Ich würde eine Hobbyliga im Schnellschachmodus und nach S-cheveninger System austragen. Ich bin sicher, dass viele lieber vier oder sechs Schnellpartien gegen verschiedene Gegner spielen als nur eine lange. Und innerhalb der Mannschaft gäbe es auch keinen Streit um die Hackordnung.  
 
Sehr gut passt das S-cheveninger System meines Erachtens für Einladungsturniere, die aufstrebenden Spielern Normchancen bieten. Oft spielen Freundesgruppen mit, und die Partien gegeneinander sind mitunter schnell remis oder eine Farce. Und wenn nach einem schlechten Start die Normchance weg ist, fehlt es in den letzten Runden an Motivation. Allerdings hört man in der FIDE-Normkommission nicht gerne vom S-cheveninger System, weil es zu ungleichen und damit fragwürdigen Wettbewerben kam. Zum Beispiel gab es Wettkämpfen zwischen elolosen und elogewerteten Spielern, in denen letzterer Seite offenbar der sportliche Anreiz fehlte. Oder Wettkämpfe zwischen einem Team GM-Normhungriger IMs und einem Team, das aus Großmeistern und auf IM-Normen schielenden Spielern gemischt ist.
 
Ich würde es anders anlegen. Nämlich Dreier- oder Viererteams einladen, die dann mehrere Runden kurzer Wettkämpfe nach S-cheveninger System spielen. Ideal scheint mir mit Viertelfinale, Halbfinale und Finale mit Platzierungskämpfen. So wird aus einem Normturnier ein spannender Teamwettbewerb. Ich habe den Vorsitzenden der Normkommission Mikko Markkula gefragt, ob der Modus für Normen taugt. Zu meiner Überraschung wusste er nicht, ob der Modus so je angewandt wurde und meinte, ein solches Turnier sollte man mal ausprobieren.
 
Am 3. bis 11. August biete ich in Wien Gelegenheit dazu. Interessierte Dreierteams mit jeweils (mindestens) einem IM werden noch gesucht. Preiswerte Unterkünfte vermittle ich, und man kann anschließend ab 13.August auch das Wiener Open (im herrlichen Festsaal des Rathauses) spielen. Interessenten bitte ich um Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder Anruf unter               0043 650 2189098       . Ich arbeite daran, dass wir zumindest einige Runden am Strand von Wien spielen. 
Freitag, 24. Juni 2011 01:27

8 Jahre Sperre für Handybetrug?

Der Schachsport sieht sich mit einer ständig zunehmenden Reglementierung konfrontiert. Unter Anderem unterwerfen wir uns auf Jahre hinaus mit dem von Vielen nicht nachvollziehbaren Ansinnen der FIDE, Schach olympisch zu machen, den allgemeinen Dopingregeln der NADA (Nationale Anti-Doping Agentur), die auf die Besonderheiten unseres Sports nicht im Geringsten eingehen.

In gewisser Weise kann ich strenge Regularien verstehen, denn wie in anderen Sportarten auch, würden im Schach Viele ohne Zögern zu leistungssteigernden Maßnahmen greifen, wenn, ja wenn es welche gäbe… Für die von Kontrollen betroffenen Spieler bedeutet dies derzeit aber nur Beeinträchtigungen ihres täglichen Lebens, wie den dauerhaften Verzicht auf Mohnkuchen und größte Vorsicht bei der Einnahme von Medikamenten, denn jederzeit könnte ein Kontrolleur an der Tür klingeln.doping

Allerdings gibt es für uns, mit der Machtübernahme der Computer und immer kleiner werdenden elektronischen Bauteilen, andere Helfer, vor deren unerlaubtem Einsatz sich einige Schachspieler keineswegs scheuen. Jüngster Fall ist der anscheinend zweifelsfrei nachgewiesene Handybetrug auf der Deutschen Meisterschaft.

Wie können wir in Zukunft dieser Bedrohung Herr werden?

Bei nur drei bekanntgewordenen Fällen (Allwermann, Naiditsch und Shvartz), mit denen sich der Schachbund in den vergangenen 12 Jahren auseinanderzusetzen hatte, scheint der Handlungsbedarf überschaubar.

Auf Chessvibes.com forderte der unmittelbar betroffene Gegner Natsisids, GM Sebastian Siebrecht, unlängst ein Mitnahmeverbot jeglichen technischen Equipments, doch wie ist das zu kontrollieren? Ein Aufstellen von Scannern erscheint für Schachturniere unrealistisch und Kontrollen bedeuten eine Kasteiung Vieler für das Fehlverhalten Weniger.

Ohnehin ist die gegenwärtige Regelung, dass Handyklingeln zu Partieverlust führt, für nicht immer praxistauglich. Denken wir an den Fall im entscheidenden Match der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft, als IM Ralf Hess in eindeutiger Gewinnstellung beim Stand von 3,5:3,5 einfiel, dass sein neues Handy noch aktiv war. Kurzerhand stellte er dieses in der Hosentasche ab, doch beim Herunterfahren löste er einen Ton aus – Partieverlust. Der Gegner aus Mendrisio wurde dadurch Schweizer Meister.
Oder der GM, der 8 Runden lang bei einem Open in Frankreich pünktlich um 14 Uhr am Brett saß. Die letzte Runde begann jedoch um 10 Uhr morgens und wurde jäh durch die Aktivierung seines auf Wiederholung stehenden Weckers um 10.15 Uhr unterbrochen…

Diese Liste ist lang und keiner der Betroffenen hatte Betrug im Sinn. Hier könnte man über die Einführung einer optional wählbaren (Geld-) Strafe nachdenken, die natürlich schmerzlich ausfallen muss (vielleicht 150 €), aber nicht den Ausgang des Turniers beeinflusst. Dies würde zudem Geld in die Veranstalterkassen fließen lassen.

Der Fall der DM ist jedoch anders geartet:

Harte Strafen unumgänglich?!

Bei nachgewiesenem Betrug ist der Verband gefordert.
Doch welche Handhabe besteht eigentlich? Kein Spieler ist direkt Mitglied im DSB, sondern nur die Vereine in einem Landesverband, der wiederum dem Schachbund angeschlossen ist - eine unglückliche Konstellation für ein schärferes Durchgreifen.

Anscheinend lassen die Regularien aber einen Ausschluss von bis zu drei Jahren auf DSB-Ebene zu. Siebrecht forderte eine Sperre analog zu Dopingvergehen und anderen Sportarten: 2 Jahre bei einer durchschnittlichen Sportleraktivität von 10 Jahren. Die Laufbahn eines Schachspielers dauert 40 Jahre und länger, was seiner Meinung nach zu einer deutlich höheren Strafe führen muss (4x2=8 Jahre?).

Um klar zu machen, dass es hier nicht um ein Bagatelldelikt geht, könnte man noch einen Schritt weitergehen: Aberkennung der DWZ und Antrag an die FIDE zu evtl. Titel- und Elolöschung. Doch auch dieses würde das Problem nicht vollständig lösen, könnte doch der gebrandmarkte Spieler am Ende auf die Idee kommen, die hochdotierten Preise für Elolose auf amerikanischen Turnieren einheimsen… coveru1anz

Das Präsidium des DSB wird frühestens bei der nächsten Zusammenkunft, Ende Juli, zu dem Fall Natsidis Stellung nehmen. Es liegt keine leichte Aufgabe vor ihm. In den bisherigen Fällen fielen die Strafen ganz oder sehr moderat aus (z. B. Presseerklärung des DSB 2004 auf Teleschach.de). Doch der öffentliche Druck ist erheblich gestiegen. Es ist an der Zeit, dieses leidige Thema abzuschließen. Sollte die Strafe in einer Sperre eines Turnieres bestehen, das der Spieler sowieso nicht mitspielen will, kann ich mir vorstellen, dass wir mit einem Anstieg der Fälle zu rechnen haben.

Der französische Verband verhängte übrigens jüngst im Fall Feller&Co. Sperren von bis zu fünf Jahren.


Die Schachwelt-Leser haben klar entschieden.

Der Zwischenstand unserer Umfrage "Handybetrug - welche Strafe ist angemessen?" zeigt ein deutliches Ergebnis: Fast 94% sprechen sich für harte Strafen ab 2 Jahren Sperre aus. Am beliebtesten mit 44% war die komplette Löschung eines Spielers aus dem deutschen Schach inklusive Aberkennung von Wertungszahl und evtl. Titel. 18% waren an eine Anlehnung an die Strafen der Franzosen über 20% stimmten sogar für ein noch drastischeres Strafmaß um den Abschreckungsfaktor zu erhöhen.

2 Jahre auf allen Ebenen inkl. DWZ-, Elo- und Titellöschung
68        44.4%

mehr als 5 Jahre - die Strafe muss der Abschreckung dienen
31        20.3%

5 Jahre wie bei den Franzosen
27        17.6%

2 Jahre auf DSB-Ebene
17        11.1%

Bagatelle, Ermahnung reicht
6          3.9%

1 Jahr auf DSB-Ebene
4          2.6%

Zum Umfrageergebnis

Mittwoch, 22. Juni 2011 17:43

Alles wird gut - wir müssen nur üben

Doping beim Schach ist, wenn man vorher übt - so ungefähr schrieb es einmal Oswald Roggental im Kommentarbereich der schach-welt ("Trainieren ist Doping, wirklich Nachdenken beim Spielen ist Cheating!:-)").
Wir meinen: ein bisschen Doping kann ja nicht schaden, und obwohl wir Oswald schätzen und er bestimmt Recht hat, wollen wir durch kleine Trainingseinheiten unsere Aussichten beim nächsten schachlichen Wettstreit gerne ein wenig verbessern. Vielleicht lohnt sich ja die Mühe - und durch gelungene Schachzüge erhöhen wir dann auch gleich noch die Freude an unserem Hobby . So meinte denn auch ein sympathischer Schachfreund in Kiel vor vielen Jahren, dass er durch gutes Training nun schon die ersten neun Züge seiner Partien fehlerfrei spielen könne. Zu seinem Pech blieben danach aber immer noch genügend Züge übrig für (eigene) Fehler.
Vom Trainer lernen heißt Siegen lernen
Wie kann man also üben? Kann man eigentlich üben? Und wie verbessert man seine Spielstärke oder ganz allgemein das Verständnis für das Spiel?
Die unschöne Antwort lautet: ich weiß es auch nicht. In vielen Jahren hat sich Training bei mir (so wie bei vielen anderen auch) eher zufällig abgespielt, ganz nach Interesse und danach, wo die Not am größten war. Hier und da schnappte ich mal was auf zum Thema Turmendspiel, Positionsspiel oder Bauernführung, und nur manchmal habe ich es vertiefen können - oder wollen.  
(Ob diese Art von Training aber wirklich empfehlenswert ist? Die 2 Punkte, die ich aus den letzten 9 Liga-Partien holen konnte,  deuten leider etwas anderes an .....)    
 Ich finde es gar nicht so leicht, den Trainingseifer immer am Köcheln zu halten - da gehört schon einiges dazu, und die echten Schachprofis werden erst einige harte Stunden im einsamen Studierzimmer verbringen müssen, ehe sich ein greifbarer Effekt daraus ergibt. Und im Leben müssen (oder wollen?) wir ja auch noch andere Dinge tun als Schachspielen. 

Weil die Zukunft immer näher kommt, bannersr400anzkönnen wir heute schon mit  dem PC trainieren, mit Software und mit DVDs. Das alles sind gute Ideen und motivierende Medien. Bei mir liegen oft auch noch ganz klassisch überall Bücher herum, mit Taktikaufgaben, oder mit Eröffnungen, und in der Satteltasche für unterwegs fährt immer "A Practical Guide to Rook Endgames"  von Nikolay Minev mit. (Nicht, dass ich den Inhalt schon gut begriffen habe - ich erwähne es hier nur, damit nur ja niemand gegen mich ins Turmendspiel geht!)
Oft hilft es auch sehr, einen Trainer oder Coach zu haben, der mit uns Partien durchgeht und auch die psychologische Seite des Spiels anspricht. Wir kennen das ja alle: durch handwerkliche Mängel oder übereilte Entscheidungen am Brett sind schon viele schöne Stellungen verdorben worden - ein Coach kann da helfen. Wenn es ein guter Freund oder Mannschaftskollege ist, der einen aufmerksam macht oder auch nur die Partien mit durchspricht, kann der Effekt ähnlich positiv sein.

Ohne ein gediegenes Training für Turmendspiele, Positionsfeinheiten und Eröffnungen wird es im Schach nicht gehen. Doch auch wenn wir uns in all diesen Bereichen stählen - die ernüchternde Wahrheit ist, dass am Ende des Tages wahrscheinlich dann doch immer wieder und vor allem die Taktik zählt. Für Ästhetiker mag das nicht schön sein. Doch man kann machen, was man will - es kommt immer der Zeitpunkt, an dem hart gerechnet werden muss:
 "Nobody can manage without calculation in chess, and it is precisely calculation and tactics which decide most games. [...] ...very often the winner is not the player whose position is superior (or [..] even winning), but the one who is able to calculate better at the crucial moment."
(Valeri Beim, How to Calculate Chess Tactics)
  
ritterSo wie es früher die Bayern waren, die ihre Fußballspiele durch glücklich hereingekegelte Tore am Ende noch  gewannen, so werden im Schach viele, viele, wirklich viele Partien durch plumpe taktische Tricks entschieden. Wer weiß - vielleicht ist Schach letztlich doch zu 80% Taktik und zu 15% Glück? (Und zu 5% pünktliches Erscheinen zum Spielbeginn - neuerdings.) Zumindest kommt fast in jedem Spiel der Moment, wo es dramatisch wird und der bessere Rechner eine Partie noch drehen kann.
 Weil das so ist, möchte ich hier auf die kleine Homepage ideachess.com hinweisen, die von Italien aus in die Welt gesendet wird und einen reichen Schatz an Taktikaufgaben und der Suche nach dem Matt in eins, zwei, drei, vier Zügen bietet. Dieses Konzept ist im Internet nicht ganz neu, mir gefällt dort aber besonders, dass auch alternative Lösungen akzeptiert werden, die ursprünglich nicht vorgesehen waren - ein Computer summt im Hintergrund mit und bewertet die vorgeschlagenen Züge. Um seinen Kopf mit Schachaufgaben warm zu halten, kann man auf dieser feinen Seite immer wieder die Sinne schärfen - und in der nächsten Partie im Verein eine kleine taktische Wendung noch schneller entdecken. Große Empfehlung, für den guten Trainingseffekt! Wenn man es als kleinen Wettbewerb gegen sich selbst arrangiert und versucht, von zehn Aufgaben zumindest sechs oder sieben passabel zu lösen, ist das Ganze vielleicht gleich etwas spannender. Ein Trainingseffekt kann sich dann schon nach ein paar Tagen bemerkbar machen.

 
  matt in vier bei www.ideachess.com                                                                         
Wo ist das Matt in vier Zügen? (Quelle: ideachess.com)

Der Königsweg für erfolgreiches Training besteht vielleicht also darin, jeden Tag immerhin ein bisschen was zu lesen, ein bisschen zu  spielen, und sich mit anderen auszutauschen - wenn man sich die Zeit dafür nehmen will oder kann. Das mag schon helfen, um geschmeidig zu bleiben beim Rechnen, um dazuzulernen und den Spaß am Spielen zu behalten - vor allem auch, damit es nicht langweilig wird!
Ich bitte um Nachsicht, denn ein richtiges Trainingskonzept ist das sicherlich noch nicht. Aber wenn die Partie deshalb schief läuft - vielleicht können wir uns dann am Ende ja noch durch unschöne taktische Tricks retten ... (siehe oben - auch wenn´s nicht nett ist!)
 

1992 konnten sich der Weltschachbund, Weltmeister Garri Kasparow und sein Herausforderer Nigel Short nicht über die Austragungsmodalitäten des anstehenden WM-Kampfes einigen. Es kam zum Bruch. Kasparow und Short gründeten ihren eigenen Verband, PCA (Professional Chess Association) – der Wahlspruch der FIDE „Gens una Sumus“ (wir sind eine Familie) galt nicht mehr. Zustände, die beim Boxen schon lange zuvor an der Tagesordnung waren, hielten Einzug: Zwei Verbände mit zwei Weltmeistern, wobei der Titel der FIDE ohne die schillernde Persönlichkeit des weltbesten Spielers, Kasparow, immer mehr an Bedeutung verlor.

Doch auch Kasparow hatte es nicht leicht, für das Match gegen Short Sponsoren zu finden. Bei den Buchmachern galt er mit 4,5:1 als klarer Favorit und seine Anpassung an Boxersprüche mit "It will be Short and it will be short!" erleichterte die Sache nicht unbedingt. Doch gelang es mit Hilfe der Times of London in Englands Hauptstadt einen würdigen Rahmen zu schaffen. Doch die Buchmacher sollten recht behalten. Nach 9 Runden stand es 7:2 am Ende 12,5:7,5 für Kasparow.

Im Oktober soll es nun unbestätigten Angaben zufolge zu einem Rematch im belgischen Leuven im Oktober kommen. Natürlich nur ein Schaukampf mit verkürzter Bedenkzeit, denn nach seinem überraschenden Rückzug vom Turnierschach vor sechs Jahren, hat Garri keine elogewertete Partie mehr gespielt. Sein Fokus gilt der russischen Politik mit dem Bestreben Präsident zu werden. Allerdings agiert er hier deutlich weniger erfolgreich als im Schach. Seine Partei kämpft auch nach Jahren noch mit der 5%-Marke.

short400classicDer Wahlgrieche Short hingegen, derzeit mit Elo 2682 die Nummer 54 der Welt und hierzulande bestens bekannt durch seine permanente Präsenz auf dem Schachserver schach.de, ist nach wie vor aktiver Turnierspieler. An der Einschätzung der Buchmacher wird sich aber auch 18 Jahre später wenig geändert haben.

In Erinnerung blieb mir Shorts Äußerung in einem Interview vor langer Zeit auf der Jugend-WM. Auf die Frage nach seinem größten Hobby antwortete er „chasing girls“. Möglicherweise auch ein Grund, weshalb der Englands größtes Talent sich nie in den TOP10 positionieren konnte.

Freitag, 17. Juni 2011 09:33

Die Geometrie des Schachbretts

Nach so viel Politik ist es an der Zeit, schachlich wieder etwas zu arbeiten. Zur Aufpeppung eines langweiligen Wochenendes haben sich Studien trefflich bewährt:

Die Geometrie des Schachbretts hat Ihre eigenen Gesetze und weicht häufig in verblüffendem Maße vom normalen menschlichen Denken ab. Sehr plastisch stellte dies Richard Réti in seiner bekannten Bauernendspielstudie dar:

Richard Réti, 1921, Weiß am Zug - Remis

retistudi1

Es ist verblüffend, wie der weiße König, der sich weit außerhalb des Bauernquadrats befindet, den gegnerischen Freibauern noch einholen kann.

Mit diesem Verständnis fällt die Lösung der nächsten Aufgabe deutlich leichter:

Weiß am Zug - Remis

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Ein nettes Beispiel fand ich unlängst in einem alten Sportverlagsbuch. Als Komponist ist nur "Gaja" angegeben – mir unbekannt. Vielleicht kann hier ein Leser Licht ins Dunkel bringen*.

Gaja, Weiß am Zug - Gewinn

gaja1

* "Der Verfasser heißt Richard Kenneth Guy, ist geboren am 30. September 1916 und laut Wikipedia - wie passend! - emeritierter Mathematikprofessor an der University of Calgary: http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Kenneth_Guy Die Studie wurde in CHESS, Vol. 4, No. 38 vom 14. Oktober 1938 auf Seite 78 veröffentlicht."
Vielen Dank an unseren Leser Eckart, der uns in Windeseile erleuchtete!

Lösungen in unserem Lösungsbereich

Da mein Artikel “Herr Präsident, bitte übernehmen Sie!“ auf erfreulich große Resonanz gestoßen ist, möchte ich das Thema noch vertiefen, und dabei auf einige Kommentare eingehen.
Zu Recht wurde die Frage aufgeworfen, ob meine Wortmeldung wirklich eine Polemik war oder nicht. Unter dem Strich wohl nicht, weil ich versucht habe, konstruktiv zur Verbesserung der Situation im deutschen Schach beizutragen. Als ich das Statement eingesendet habe, habe ich befürchtet, dass viele sich an den Vorschlägen stören würden, tatäschlich stießen die meisten Thesen aber auf breite Zustimmung.

Die größte Ausnahme war wohl meine Forderung zur Deutschen Meisterschaft. Zunächst möchte ich in Erinnerung rufen, dass mein Wunschzettel in diesem Punkt aus zwei Teilen bestand – nämlich dem Ausschluss von Spielern unter 2400 und zugleich einer kräftigen Erhöhung des Preisfonds – mir schwebte gedanklich ein Mindestpreisfonds von 10.000 Euro vor. In diesem Zusammenhang möchte ich eine aktuelle Chessbase-Meldung zitieren:

„Die diesjährige ukrainische Meisterschaft (9.-21. Juni) ist dank eines großzügigen Preisfonds die bestbesetzte in der Geschichte des Landes seit der Unabhängigkeit und wird im Ukrainischen Haus in Kiew durchgeführt. Das Turnier wird als Rundenturnier mit zwölf Spielern ausgetragen. Bis auf Vassily Ivanchuk sind  alle Topspieler des Landes am Start.“ (Chessbase, 10.06.11)

Noch eine Meldung gefällig?
„Derzeit werden im Chess Club and Scholastic Center von Saint Louis die US-Landesmeisterschaften ausgetragen. Das mit 166.000 Dollar (1. Preis 40.00 Dollar) dotierte Turnier wird in zwei Vorgruppen zu je acht Spielern mit anschließender Finalrunde ausgetragen.“ (Chessbase, 18.04.11)

Frage: wäre es nicht sinnvoll, wenn man das selbe von der deutschen Meisterschaft behaupten könnte? Und hier tönt mir unisono entgegen: „Nein! Wir sollten die Meisterschaft für die Medien, die Schachöffentlichkeit und unsere Spitzenspieler unattraktiv machen, indem wir Teilnehmer unabhängig von ihrer Spielstärke zulassen. Das Recht auf Qualifikation muss bleiben.“ OK, dann muss ich das eben akzeptieren. Man will also die Deutsche Meisterschaft gar nicht aufwerten. Da es aber auch sonst wenige Spitzenturniere in Deutschland gibt, muss man unseren Spitzenspielern wohl empfehlen, ins Ausland zu gehen, und dort ihr Glück zu versuchen.

Wie komme ich zu dieser harschen Schlussfolgerung? Ganz einfach, weil ich mit großer Betroffenheit den Kommentar von Georg Meier – immerhin dem stärksten gebürtigen deutschen Spieler seit Robert Hübner – gelesen habe. Der zentrale Satz seiner Wortmeldung lautet:

„Ich habe verstanden dass Schachdeutschland kein fruchtbarer Boden für Spieler mit großem schachlichen Potential ist.“ Und weiter: „Deutsche sind nicht blöder als Ukrainer oder Holländer,aber Schachdeutschland bietet keine weiteren Herausforderungen um sich weiterzuentwickeln wenn man als junger Spieler bei 2550-2600 angekommen ist. Kein Wunder dass reihenweise Spieler wie Baramidze, Braun, Bindrich sich dann langsam vom aktiven Schach zurückziehen. Ein Leben lang Opens zu spielen ist wirklich keine schöne Perspektive.“
Na prost Mahlzeit – nun haben wir es also geschafft, einen unserer besten Spieler zu frustrieren! Untersuchen wir nun die veröffentlichten Reaktionen auf diese schlechte - ja, für das deutsche Schach katastrophale -  Nachricht:Jusu2anzeige

Konan (08.06.) (...) Wenn die wenigen Spieler über 2550 aus finanziellen Aspekten und wegen mangelnder Unterstützung (nicht nur DSB) aufhören, was ist denn das für ein Zeichen für junge Talente?

Bravo – da macht sich jemand Sorgen um die Zukunft des deutschen Schachs!


Krennwurzn (08.06.) (...)Weil dies mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die bessere Entscheidung ist und eine existenzsichernde noch dazu! sage ich als Schachliebhaber mit einem weinenden Auge dazu.

OK da gebe ich ihm absolut Recht, allerdings bietet er keine Lösung für das Problem an. Seine Lösung lautet: auch die besten deutschen Talente sollten es gar nicht erst als Profi versuchen.


Gerhard Riewe (09.06.) Vorschlag: Der DSB organisiert einmal im Jahr einen Wettkampf Deutschland-Welt. Dazu werden für die "Welt" sechs Weltklassespieler verpflichtet, vielleicht ein Top 5-Spieler als Zugpferd und 5 weitere aus dem Bereich 20-50 der Weltrangliste. Diese spielen doppelrundig Scheveninger System (mit Sofia Rules) gegen die sechs ersten der Deutschen Meisterschaft.

Bin mir nicht sicher, ob bei Umsetzung dieses Vorschlags Georg Meier in Deutschland bleiben würde. So ein Turnier wäre nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Herbert Bastian (10.06.) „Georg Meier unterstützt im Prinzip das Modell einer internationalen Meisterschaft, mit der unseren Spitzenleuten entsprechend stärkere vorgesetzt werden könnten, die sie nach oben ziehen, wie von Georg gefordert. Mit ist klar, dass das nur ein Modell ist, es sind auch andere denkbar. Letztlich kommt es darauf an, was finanzierbar sein wird.“

Interessanter Vorschlag, aber immer noch kein Wort des Bedauerns für die Entscheidung von Georg Meier und die damit verbundene Schwächung des deutschen Schachs – und das vom neugewählten Präsidenten des DSB! Ich würde mir an Herberts Stelle jetzt große Sorgen um die Zukunft des deutschen Schachs machen...

Thomas Oliver (10.06.) (...) Neben schwachen Open kann man ja auch starke Open im Ausland spielen, z.B. Aeroflot und Gibraltar. Klar, das kostet (zunächst) was - worin genau bestand eigentlich Georg Meiers durchaus vorhandene Förderung durch den Schachbund? Ich vermeide mal Worte wie "grosszügig" ode "üppig" ... . (...)

Da kann ich nur sagen - ja man kann ins Ausland gehen und dort Turniere spielen (was Georg ja auch tut), man könnte aber auch im eigenen Land als Vorbild angesehen und gefördert werden. Und schon klingt im zweiten und dritten Satz Missgunst über die doch durchaus erfolgreiche Förderung eines der größten deutschen Talente an.


Gausdal (10.06.) (...) Für viele der hier im Forum gemachten Vorschläge ist eine Menge Geld vonnöten - ich wünsche Herrn Bastian, dass er die richtigen Maßnahmen herausfiltert und dann mit einem klaren Konzept auch entsprechende Geldgeber findet. M.E. können dies auch die Breitensportler via Beitragserhöhung sein, wenn diesen das Gefühl vermittelt wird, dass die Erhöhung für sinnvolle Maßnahmen verwendet wird.

Jetzt sind wir endlich beim entscheidenden Punkt angekommen, den ja unser neuer Präsident bereits angesprochen hat. Das Grundproblem des Schach in Deutschland ist die chronische Unterfinanzierung, die meiner Meinung nach in erster Linie auf mangelnde Medienpräsenz des Schachsports zurückzuführen ist. Natürlich ist es extrem schwierig Sponsoren zu finden, wenn Schach in den Massenmedien (wobei ich das Internet in dieser Klassifikation nicht als Massenmedium mit einrechne) praktisch kaum noch vorkommt. Schach im Fernsehen? – Fehlanzeige! Schach im Rundfunk? – Fehlanzeige! Schach in den führenden Tageszeitungen? – Fehlanzeige bis auf die obligatorische und eher beliebige Schachecke! Also haben wir uns schmollend in das Internet zurückgezogen, was zwar ein Klasse Medium für Schach ist, aber auch nicht mehr. Sprich, das haut keinen Sponsor vom Hocker! Aber macht ja nichts, wir könnten ja mehr Geld über die Mitgliedsbeiträge erheben - und bitte nicht nur für das Spitzenschach oder die deutsche Meisterschaft ausgeben, wie mir zu Unrecht unterstellt wurde (aber manche Leute lesen eben nur die Absätze, an denen sie sich reiben möchten).

Jetzt sind wir natürlich neugierig geworden, wie unser neuer Präsident zu dem Thema Beitragserhöhung steht – ich zitiere: „Dass der DSB mehr Geld braucht, steht außer Frage. Eine kräftige Beitragserhöhung wird derzeit nicht durchsetzbar sein.“

Es ist genau dieser Satz, der mich bis ins Mark getroffen hat, und zwar aus zwei Gründen.

ritterErstens, ist das die präsidiale Bestätigung, dass „Steuererhöhungen“ nicht machbar sind. Nun dann ziehen wir doch mal einen Vergleich. Meine Heimatstadt München hat vor ein paar Jahren die Zweitwohnungsteuer eingeführt, im letzten Jahr die Grund- und Hundesteuer (moderat) erhöht, und strebt des weiteren die Einführung einer Übernachtungssteuer an – all das spült jährlich zweistellige Millionenbeträge in die Kasse. Dies wurde vom Kämmerer vorgeschlagen und vom Stadtrat beschlossen, damit die Stadt München ihre zahlreichen Aufgaben erfüllen kann, ohne sich immer mehr verschulden zu müssen. Man sieht, ich bin als Beamter der Stadtkämmerei gut informiert. Aber es ist natürlich völlig klar, dass ein analoges Handeln im Deutschen Schachbund nicht möglich ist, weil:
  • Man keine Verantwortung für die Zukunft übernehmen möchte,
  • Schach immer der Billigsport bleiben soll, der es schon immer war,
  • und weil man die sauer abgeführten und exorbitant hohen Mitgliedsbeiträge ja auch für die privilegierten Großmeister verwenden könnte, die doch lieber ins Ausland gehen sollten, um dort ihr Geld zu verdienen!
Entschuldigung, wie konnte ich so naiv sein, anzunehmen, dass der DSB die Beiträge erhöhen würde – und zwar für den Bundesverband und die Landesverbände, um deren Handlungsfähigkeit wieder herzustellen.

Der zweite Grund, weshalb ich peinlich berührt bin, ist eher noch gravierender. Sollte ein neugewählter Präsident nicht den ernsthaften Vorsatz haben, die bestehenden Defizite im DSB anzugehen? Ich will Herbert Bastian nicht unterstellen, dass er diesen nicht hat, ganz im Gegenteil, ich kenne ja sein jahrelanges Engagement, und bin mir sicher, dass er seine Anstrengungen noch verdoppeln wird! Aber ich meine, dass er sich mit diesem Satz in eine Ecke manövriert, die daran zweifeln lässt, welcher Erfolg seiner Amtszeit beschieden sein wird. Denn es ist uns doch wohl allen klar, dass die Aufrechterhaltung des kläglichen finanziellen status quo dazu führen wird, dass sich fast nichts von all dem ändert, was ich gefordert habe:

Unsere Nationalmannschaft wird nicht immer die stärkste sein, die Deutsche Meisterschaft wird keinen Preisfonds von mindestens 10.000 Euro haben, die Homepage des DSB wird nicht auf Vordermann gebracht, die Öffentlichkeitsarbeit bleibt wie sie ist, es gibt keine Zuschüsse für Jugendarbeit, und vor allem es lebe das obligatorische Ehrenamt im DSB bis hoch ins Präsidium – mit anderen Worten: wir haben es geschafft - es bleibt es alles so wie es ist! An dieser Stelle denke ich, dass Herbert entschiedenen Widerspruch anmelden wird, und ich hoffe, das tut er auch.

Lieber Herbert, was ich mit all diesen Ausführungen sagen will: du hast bereits innerlich akzeptiert, dass sich im DSB nichts groß ändern lässt. Tatsächlich sollte es aber dein oberstes Ziel sein, die überfällige Beitragserhöhung durchzusetzen!!! Ich weiß natürlich, dass die Beitragserhöhung nicht die Lösung aller Probleme ist, es gibt noch viele andere Baustellen im DSB. Aber am Ende geht es doch fast immer um das Geld, und deshalb muss man JETZT einen Anfang machen. Lass es uns doch wenigstens versuchen!

Dienstag, 14. Juni 2011 01:00

Ich liebte ein Mädchen in der Sowjetunion

Schach ist nicht nur Kultur, Sport, Mathematik, Nervenkitzel und Zeitvertreib zugleich. Nein, es bietet auch wunderbare Anlässe, in die Welt hinauszureisen und an allerlei schönen Orten mit anderen Menschen die Schachfiguren aufzustellen.
Wer von uns wäre zum Beispiel noch nicht in Österreich gewesen, der hügeligen Heimat der Krennwurzn, um dort eine Partie zu spielen und dann in die Straußenwirtschaft weiterzuziehen? Oder hätte eine Turnierpartie genossen in besonderem Ambiente – auf einer Burg, auf einem Berg, auf einem Boot?

Die Freude über das Reisen und über interessante Spielorte teilen wir, egal wie gut wir spielen. Dafür müssen wir keine Großmeister sein. Und an viele Orte werden wir uns gerne erinnern – in den langen Jahren unserer Schach-Karriere sind wir ja möglicherweise viel herumgekommen. Vielleicht haben wir es nicht alle gleich bis nach Moskau geschafft, um wie Niklas Huschenbeth beim Aeroflot-Open mitzuspielen. Auch werden die wenigsten von uns auf Island in einem Geysir gesessen haben, mit einem Schachbrett und/oder einer schönen Frau im Arm (aber schön wäre es gewesen!).

Ich liebte ein Mädchen in Polen
Die hat mir die Unschuld gestohlen
Ich liebte ein Mädchen in der Sowjetunion
Die sagte immer njet mein Sohn
Ich liebte ein Mädchen in Ägypten
So lang bis die Pyramiden wippten
Ich liebte ein Mädchen in Luxemburg
Die liebte Ingo Insterburg

(Insterburg & Co)

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Bannerschachreisen300Der geschätzte Schach-Welt-Leser Tom Cody hat beim Artikel „Kölnisch Open“ treffend angemerkt: „Schachreisen nutzen, um neue Orte und interessante Menschen kennenzulernen: Dieser schöne Aspekt ist vielen Spielern leider abhanden gekommen …“.

Wir wollen daraufhin den Blick noch einmal näher auf die Schach-Reise und den Spielort richten. Denn auch der Ort ist von Bedeutung - man will ja nicht nur schachspielen! Manchmal fährt man sogar lieber zu dem Turnier mit dem schöneren Spielort als dorthin, wo das Teilnehmerfeld stärker ist.

Was aber sind Kriterien, die eine Spielstätte zu so einem besonderen Ort machen würden? Da könnte man zum Beispiel nennen:

- schönes Ambiente, schöne Sitzmöbel, schöne Bedienung (falls Café oder Hotel).

- schöner Blick hinaus auf hohe Berge, auf den Rhein, auf die Autobahn A7.

- ungewöhnliche Location, irgendwie inspirierend. Vielleicht ein Ort, in den man normalerweise nicht hineinkommen würde, der aber für dieses Turnier geöffnet wurde?

- oder irgendwelche anderen Kriterien. Was weiß denn ich? It´s a free country.

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Auch bei mir kommen nun schon einige Jahre am Schachbrett zusammen. Darum jetzt hier in Echtzeit ein Blick auf ganz persönliche ….

Tolle Orte für Turnierpartien

Nicht alle Schachpartien/-turniere werden in Gemeindezentren, Gasthäusern, Hinterzimmern, Bahnhofskneipen, Turnhallen oder Schulen ausgetragen. Auch wenn diese Spielorte völlig tadellos und in Ordnung sind – den besonderen Charme und die Pracht verbreiten eher andere Örtlichkeiten:

- Der Große Saal im Rathaus in Völklingen (mit Blick auf ein gewaltiges, wenngleich kriegerisches Wandgemälde beim Völklinger Open 2003)

- die Weserterrassen in Bremen (Spielort der Bremer Schachgesellschaft, jeden Montag! – mit einem tollen Blick auf die Weser, die dort mal nach Westen und mal nach Osten durchs Flußbett fließt. Sowas gibt´s!)

- das Bootshaus des Ruder-Club Favorite Hammonia (direkt an der Binnenalster in Hamburch! – leider hat sich die zwischenzeitlich sehr erfolgreiche Schachabteilung des Ruderclubs 2002 wieder aufgelöst)

- die Festung Ehrenbreitstein beim Koblenz Open 1991 - ok, ich weiß, schon lange her!

- das Straßenbahnmuseum Köln-Thielenbruch (Kölner Open 2011)

- der Gasthof Zur Treene in Schwabstedt/ Nordfriesland (sehr sehr urig – dort wurden unter anderem einige Landesmeisterschaften von Schleswig-Holstein ausgetragen)

- das alte Casino in Travemünde, fast direkt an der Lübecker Bucht gelegen (mittlerweile findet das Open aber ein paar Meter weiter im Binnenland statt)

- das Kurhaus in Bad Zwischenahn, ein schöner Saal mit Blick auf das Zwischenahner Meer (ist aber in Wahrheit ein See!).  Hier findet in jedem Jahr der Nord-West-Cup statt. Aber Vorsicht einmal mehr vor der Niedersächsischen Schachjugend, die hier in Scharen angemeldet wird.


Andere besondere Orte der Schachgeschichte

- eine kleine Raumkapsel der Russen, die von dort aus eine Partie Schach gegen das Kontrollzentrum auf der Erde spielten (wann genau? – konnte ich leider nicht herausfinden)

- ein Ozeandampfer auf dem Weg von Buenos Aires nach New York, in dem einige Amateure gegen Weltmeister Czentovic um Geld spielen – in der Schachnovelle von Stefan Zweig.

- der 107.Stock des World Trade Center (WM-Kampf 1995 zwischen Kasparov und Anand)

- der Marshall Chess Club in Manhattan, von dem aus Bobby Fischer seine Partien auf dem Havana Open 1965 spielte – per Telex! (Fischer durfte wegen eines US-Embargos gegen Kuba nicht persönlich anreisen.)

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Schach-Welt, der Blog für alles, wofür sonst kein Platz ist, fragt zu dieser Thematik heute mal ganz offiziell bei der verehrten Leserschaft an:

Was sind/ was waren für Sie/ für Euch die nettesten Orte zum Schachspielen?


(Und, nein!, damit sind nicht die Toiletten gemeint – auch wenn es immer wieder Leute gibt, die versuchen, von dort aus ihre Partien zu gewinnen.)

Wir suchen die schönsten Orte in der Kategorie Turnierpartie. Unter allen Kommentaren verlosen wir schöne Preise (Che Falquito, aufgepasst!):

1) Der Sieger kann (wieder einmal) eine Partie einschicken, die wir hier im Blog von einem Titelträger auf Deutsch oder Ungarisch kommentiert veröffentlichen (mal sehen, wen wir dafür rankriegen können!)

2) Eine CD „Tom Jones – Millenium Collection“ (smashing!)

3) Ein Jahr Reisebegleitung von Kirsan Iljumschinow (genaue Reiseziele werden gerade verhandelt. Vielleicht fällt dieser Preis aber auch aus!)


Also, dann mal los. Viel Spaß – wir freuen uns und sind neugierig auf die Einsendungen!

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