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En Passant bleibt erstklassig!?
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Das bezieht sich wieder nicht auf unseren Vereins-Namensvetter aus Bunschoten, wobei auch die den Klassenerhalt in der Meesterklasse geschafft haben. Nachdem sie, im Gegensatz zu den letzten Jahren, ohnehin nicht oben mitspielten traten sie in Runde 8 von 9 fast ohne Grossmeister ein (eher der Vollständigkeit halber: Zhaoqin Peng hat den männlichen GM-Titel, allerdings auch Elo 2378). War das, gespielt wurde am 1.4.2017, ein Aprilscherz? Vielleicht auch das, jedenfalls verloren sie gegen den voraussichtlichen Vizemeister aus Leiden 1,5-8,5, haben aber auch danach 3 Mannschaftspunkte Vorsprung auf den vorletzten Platz - und in der höchsten Liga steigen immer zwei Vereine ab, nie mehr. Meister wird voraussichtlich Kennemer Combinatie aus Haarlem, da neben Neuzugang Loek van Wely auch diverse Eigengewächse fleissig punkteten.

Thema dieses Artikels ist aber ein Rückblick auf unsere Saison. Da wurde ebenfalls am 1. April gespielt, da war es allerdings die letzte Runde - wobei die definitive Entscheidung im Abstiegskampf noch nicht gefallen ist. Hup Wijker Toren! Hup Witte Paard! Was soll das denn? Später werde ich das erklären, erst unsere eigenen Ergebnisse. Letzte Saison waren wir zum dritten Mal aufgestiegen, diesmal wollten wir erstmals nicht absteigen, und es wurde - so schien es - eine Punktlandung. Das war die Tabelle direkt nach dem letzten Spieltag:

1  EP:Beerepoot Magnus-Anna Paulowna Chess  * 5 6 5 14 38
2  Heerhugowaard 3  * 6 12 33½
3  K.T.V. 2  * 4 5 8 7 30½
4  Bergen  * 4 5 6 7 29
5  Aartswoud 2 4 * 5 4 6 27
6  En Passant 4 3 3 * 5 26
7  De Waagtoren 4 3 3 4  * 5 26
8  Castricum 2 2 0 2  * 0 14

 

Unter der Annahme, dass zwei Vereine absteigen, sicherten wir den Klassenerhalt aufgrund Sieg im direkten Duell gegen Waagtoren 4. Später wurde dann das Ergebnis Aartswoud 2 - Waagtoren 4 in 5-3 geändert (nicht spielberechtigter Spieler bei Waagtoren) und wurde unser sechster Platz souveräner. Warum der überlegene Aufsteiger so einen langen Vereinsnamen hat (und warum er überlegen aufstieg und wohl nächste Saison jedenfalls keine Abstiegssorgen hat), siehe dieser Beitrag. K.T.V. ist dagegen schön kurz und bedeutet "Kan tegen verlies" (Kann mit Niederlagen umgehen).

K.T.V. war unser Gegner in Runde 1: K.T.V. - En Passant 4-4 - für uns ein Erfolg, da sie im Schnitt etwa 100 Elopunkte besser waren. In diesem Match war für uns sowohl mehr als auch weniger drin. Schon diesmal könnte ich mehrere kuriose Momente zeigen, stattdessen ein Fragment nebst nicht gespielter Computervariante:

Jaap de Wijk (1663) - Marco Groot, K.T.V. (1812)

de Wijk GrootKTV

Weiss steht prächtig, Computer spielen hier 23.Sxf6!! Kxf6 24.Dxh6+!! mit zwei Varianten:

24.-Sxh6 25.Lxe5 matt

de Wijk GrootKTV mat1

 

 

 

 

 

 

 

Oder auch, etwas zäher, 24.-Sg6 25.Lxe5+ Ke7 26.Lf4+ Kd7 27.Lxf5#

de Wijk GrootKTV mat2

 

 

 

 

 

 

 

Stattdessen kam (ab dem ersten Diagramm) 23.Sxe5 fxe5 24.Lxf5 Sxf5 25.Txe5 f6 26.Txf5 - auch gut genug, immerhin zwei Mehrbauern. Die behielt er dann auch im Damenendspiel, wobei Damenendspiel eigentlich nicht sein musste - zwar objektiv gewonnen, aber latent kompliziert. Zwischendurch konnte Schwarz dann mal Dauerschach geben, und auch die überlieferte Schlusstellung war eigentlich Tablebase-remis. "Überliefert", da bei der verwendeten Zeitkontrolle (1:40 für die Partie plus pro Zug zehn Bonussekunden) irgendwann nicht mehr mitgeschrieben wird. Für Jaap de Wijk, romantischer Angriffsspieler, blieb es im Saisonverlauf der einzige Sieg, dabei ein wichtiger.

Ich selbst war schon lange fertig, da ich mit Schwarz ein "Grossmeister-remis" spielte - nach 25 Zügen war es quasi unterschriftsreif, nach 33 Zügen war es offiziell. Da ich Elo 1968 habe und mein Gegner 2050, war es aus meiner Sicht in Ordnung und mannschaftsdienlich. Ausserdem war ich zweimal zuvor gegen K.T.V. als Letzter fertig: 2015/2016 eine Klasse tiefer gegen deren zweite Mannschaft - Sieg aus Verluststellung, Endstand 4,5-3,5 für uns. 2014/2015, da waren wir zuletzt erstklassig, Niederlage aus Remisstellung da ich, in der falschen Annahme unbedingt gewinnen zu müssen, überzog - Endstand dann 4,5-3,5 für K.T.V. eins. Zuvor spielten wir in der Saison 2004/2005 gegen K.T.V. 2:

26-02-2005

  K.T.V. 2  -  En Passant 4 - 4
1 7386203  Theo Weel  1616  -  7602177  Jaap de Wijk  1762 ½-½
2 8029813  Jack Glas  1565  -  8039955  Thomas Richter  1950 ½-½
3 7945003  Alex Brouwer  1514  -  6244502  Jaap Dros  1922 ½-½
4 8108782  Jan Baars  1728  -  7040814  Gerard van Es  2056 ½-½
5 8151000  Mirsad Dzanic  1641  -  6244546  Rinus Vittali  1649 1-0
6 7622010  Marco Groot  1727  -  7295134  Piet Cornelisse   1-0
7 7707645  Koen Hoffer  1643  -  8030803  Willem Otten  1617 0-1
8 7724618  Peter Stam  1570  -  7842340  Dick van Barneveld  1766 0-1

 

Was damals genau los war, weiss ich aber nicht mehr - ich habe ein einigermassen gutes Langzeitgedächtnis, aber das habe ich vergessen bzw. verdrängt. Am Ende dieser Saison sind wir damals trotzdem aus der dritten in die zweite regionale Liga aufgestiegen.

Runde 2: En Passant - Castricum 2 4,5-3,5

Gegen den - erwartungsgemäss - souveränen Absteiger taten wir uns schwer, aber zwei Mannschaftspunkte sind zwei Mannschaftspunkte. Noch war nicht klar, dass am Ende jeder halbe Brettpunkt relevant wurde. Beim Stand von 4-3 für uns lief noch eine Partie:

Anish Hidde Brugman, Castricum 2 (1789) - Jaap Dros (1953)

Schachfreund Brugman hat zwar etwa tausend Elopunkte weniger als Schachfreund Giri, aber mindestens genauso viel Talent in Gewinnstellungen einen Remisweg zu finden:

BrugmanCastricum Dros move 69

 

 

 

 

 

 

 

70.Td7! (nicht etwa 70.Td8+?, wobei man das nach 70.-Txd8 71.c7+ Kb7 72.cxd8D g3 noch mit 73.fxg3!! korrigieren kann) 70.-Kc8 71.Tc7+ Kb8 72.Tb7+ Kc8 73.Ka6 g3 74.fxg3 Txg3

BrugmanCastricum Dros

 

 

 

 

 

 

 

75.c7!! Ta3+ 76.La5 Txa5+ 77.Kxa5 Kxb7 1/2. Da war natürlich die Bedenkzeit bereits knapp - vor allem beim Weisspieler der zunehmend nervöser wurde.

Runde 3: En Passant - Aartswoud 2 3-5

Das war ein Dämpfer gegen einen Abstiegskonkurrenten. Wie der Gegner einen von fünf Brettpunkten genau erzielte, lässt sich nicht mehr rekonstruieren.

Kees de Best (1870) - Peter Roskam, Aartswoud 2 (1866)

de Best RoskamAartswoud

 

 

 

 

 

 

 

So stand es nach 36 Zügen - aus weissem Königsangriff entstand letztendlich dieses Endspiel. Nun war die weisse Bedenkzeit knapp (unter fünf Minuten) und es wurde nicht mehr notiert. Weiss spielte nicht 37.h5 Sf4 38.Lxf4 exf4 39.b4 Kg7 40.c4 Kf6 41.Kc2 Kg5 42.c5 mit gewonnenem Bauernendspiel, sondern etwas anderes und verlor noch. Auch aus diesem Mannschaftskampf nur ein Fragment, wobei mehrere veröffentlichungswürdig waren oder auch nicht.

Runde 4 EP usw. - En Passant 5,5-2,5 hatte bereits einen eigenen Artikel, muss ich hier nicht wiederholen.

Runde 5 En Passant - Bergen 3-5 wird ignoriert. Da ich diesen Artikel schreibe, muss ich das furchtbare Gegurke eines gewissen Thomas Richters nicht zeigen.

Runde 6 Waagtoren 4 - En Passant 2,5-5,5 war Abstiegskampf pur. Vorab stellte sich heraus, dass das halbe gegnerische Team Jahrgang 1947 oder älter ist - durchaus aktive Turnierspieler (dafür haben sie ja auch, da nicht mehr berufstätig, Zeit) aber einige brachen mit knapper Bedenkzeit ein. Ich spielte mein zweites GM-remis mit Schwarz - mein Gegner hatte zwar nur (oder immerhin) Elo 1899, aber wenn Weiss nichts riskiert und betont solide spielt, kann Schwarz dagegen nichts machen. So konnte ich den Rest live mitbekommen und nebenbei auch nebenan kibitzen - im selben Saal spielten auch Waagtoren 1 und Waagtoren 2 höherklassig. Da unser Brett 4 platt stand, musste unser Brett 3 remis ablehnen - dessen Gegner wollte dann durch Figurentausch remis forcieren und landete in einem schlechten Turmendspiel. Zwischenzeitlich war dieses Endspiel dann doch remis, aber dann gewannen wir an diesem Brett - und auch am Nachbarbrett 4 wurde aus einem glatt verlorenen irgendwie ein gewonnenes Springerendspiel.

Noch ein Endspiel mit dem objektiv vielleicht falschen, aber aus unserer Sicht dem richtigen Ergebnis:

Johan Plooijer, Waagtoren 4 (1767) - Gerard Postma (1662)

Plooijer Waagtoren Postma

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt geschah 55.Kb3 Tc4?? (55.-Ta7 56.Txa3 Tb7+ ist wohl noch remis, aber das gewinnt Schwarz jedenfalls nicht). Und nun 56.Kxa3?? (offenbar war seine Hand in Zeitnot noch am König, 56.Txa3 gewinnt forciert da Weiss dann auch Turmtausch erzwingen kann) 56.-Txc3+ 57.Kb2 Kd4 58.Tg1??! (58.Td1+ Td3 59.Kc2! Txd1 60.Kxd1 Ke3 61.Ke1 ist immerhin noch "knapp" remis) und Schwarz gewann im weiteren Partieverlauf. Statt 5,5-2,5 war aus unserer Sicht auch 3,5-4,5 möglich, dabei brauchten wir einen hohen Sieg den wir dann auch bekamen.

Die Runden werden nicht parallel gespielt, sondern am jeweiligen Vereinsabend der Heimmannschaft - bzw. für uns immer Samstag mittags, da sonst wir oder unser Gegner die letzte Fähre nach/von Texel verpassen würden. Wir waren in der letzten Runde als letzte dran und kannten daher die Ergebnisse der Konkurrenz bereits. Eine Stunde lang schien der Klassenerhalt bereits gesichert, denn im Internet stand das Ergebnis K.T.V. - Castricum 2 0-8. Hatte K.T.V. etwa den Vereinsnamen geändert in W.W.D. (wij willen degraderen - wir wollen absteigen)? Dann verschwand dieses Ergebnis wieder und später erschien dann K.T.V. - Castricum 2 8-0. Wer sich da einen Scherz erlaubt hatte oder was da sonst los war, dazu habe ich nicht recherchiert. Mit den Ergebnissen der Konkurrenz brauchten wir noch ein 3,5-4,5 gegen ein nominell klar überlegenes Team, und so kam es dann auch:

Runde 7 En Passant - Heerhugowaard 3,5-4,5

Zwei Dinge halfen dabei: Beim Gegner fehlte ein Spieler mit Elo 1900 (hatten sie uns freundlicherweise vorab mitgeteilt), und wir entschieden uns für eine taktische Aufstellung und opferten die beiden Spitzenbretter:

01-04-2017

  En Passant  -  Heerhugowaard 3½ - 4½
1 7698317  Gerard Postma  1662  -  7838963  Kevin Tan  2199 0-1
2 7602177  Jaap de Wijk  1663  -  6286907  Piet de Haas  2097 0-1
3 8383694  Mohamed Al-Rawy  1938  -  8241464  Dennis Keetman  1953 ½-½
4 8039955  Thomas Richter  1968  -  8285563  Sandra Keetman  1709 1-0
5 6244502  Jaap Dros  1953  -  7640798  Johan Wester  1846 ½-½
6 6435528  Kees de Best  1870  -  8290678  Kasper van der Meulen  1793 ½-½
7 8496213  Joop Rommets  1899  -  8075089  Mats Bakker  1640 1-0
8 7842340  Dick van Barneveld  1780  -  6041574  Piet Konijn  1770 0-1

 

Das geht hierzulande, man kann die Aufstellung nach Belieben durchwürfeln - und sie hatten damit offenbar nicht gerechnet bzw. für sie war dieses Match irrelevant. Ich spielte, vielleicht zum zehnten Mal in über 30 Jahren Turnierschach, gegen eine (junge) Dame. Zuvor in Deutschland in meinem südhessischen Heimatverein wohl mal gegen die Töchter des Vorsitzenden, zu Kieler Zeiten dann in Schnell- und Blitzturnieren mehrfach gegen WIM Anja - die erst Dahlgrün hiess, später Ehrke, noch später Hegeler [warum sie nie Hickl hiess, das ist a) lange her und b) Privatsache]. Ansonsten weiss ich es nicht mehr, selten war es jedenfalls. Ich bin ja kein Weltklassespieler der gelegentlich gegen Hou Yifan spielen darf oder muss, und spiel(t)e auch recht wenige offene Turniere bei denen man(n) auch, wenn es die Auslosung will, mal eine Gegnerin bekommt. Sondern vor allem vereinsintern und regionale Mannschaftskämpfe.

Elo 1709 sollte man nicht unterschätzen, da sie zuvor immerhin 4,5/6 erzielt hatte. Ausserdem stammt sie aus einer Schachfamilie, Schwester Maaike spielt höherklassig und war auch mit der NL-Damenmannschaft bei der Olympiade in Baku dabei. Dann wurde es aber eine "sechsy" Partie:

Thomas Richter (1968) - Sandra Keetman, Heerhugowaard (1709)

Richter Keetman

 

 

 

 

 

 

 

16.Sd2?! war eigentlich nicht besonders gut (16.-e5!), aber es folgte 16.-Lg5 17.Ld6 Lxd2?! 18.Dxd2 Te8 19.Dh6 f5 20.Ld3 Df6?! 21.La6 - mit Qualitätsgewinn. Der Rest war Technik, die ich allerdings während der Partie nicht als trivial empfand - später gewann ich doch im direkten Königsangriff.

Das war der erste Schritt zum (möglichen) Klassenerhalt, für ein Foto erwischte ein Spieler unserer zweiten Mannschaft zufällig einen passenden Moment:

20170401 142531

 

 

 

 

 

 

 

Gerade als er abdrückte spiele ich 19.Dh6. Lag es vielleicht auch daran, dass fast alle Kaffee oder Tee trinken, sie dagegen Orangensaft? Das hat Magnus Carlsen sich inzwischen abgewöhnt, das Glas war zu diesem Zeitpunkt auch schon leer. Die Spitzenbretter zeige ich auch noch, schliesslich haben sie zum Erfolg beigetragen:

20170401 135653

 

 

 

 

 

 

 

Rechts jeweils En Passant. Mit (vorne links) Kevin Tan unterhielt ich mich hinterher und meinte "laut Internet warst Du ein vielversprechendes Jungtalent". "Das ist lange her, reden wir nicht darüber ...". Aus seiner Generation wurde IM Robert Ris Schachprofi (dabei alles mögliche neben Schach spielen: Trainer, Chessbase-DVDs, Kommentator, ...), GM Erwin l'Ami (ebenfalls Schachprofi) und GM Jan Smeets (nicht mehr Schachprofi) erreichten schachlich noch mehr.

Der zweite Schritt zum (möglichen) Klassenerhalt:

Mats Bakker, Heerhugowaard (1640) - Joop Rommets (1899)

Bakker Rommets

 

 

 

 

 

 

 

Weiss steht gut, was tun? Es kam 33.Lb3!! (die Ausrufezeichen aus unserer subjektiven Sicht, es ist ungefähr sechzehnte Wahl von Stockfish noch hinter z.B. 33.Dxh8. Gut ist alles das die leicht - aber nur leicht - versteckte schwarze Drohung pariert, z.B. 33.De7+, 33.Df5 oder auch 33.Ld1) 33.-Sf4+ 34.Kh1 Dxg4 35.f3 Txh2+ 0-1. Speziell für Schachfreund Giri hat Stockfish übrigens hier noch die nette Remisvariante 35.-Sxe4 36.Dxh8 Dxg3 37.Lxg3 Sxg3+ 38.Kh2 Sxf1+ 39.Kh1 Sg3+ 40.Kh2 Sf1+ usw. :

Bakker Rommets Variante

 

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss liefen noch drei Partien. Ich schrieb mit an Brett 6, da Kees de Best mal wieder weniger als fünf Minuten hatte. Ich selbst war diese Saison nie in dieser (dann quasi-permanenten) Situation - ich bin zwar im Schnell- und Blitzschach etwa und relativ genauso gut oder schlecht wie im Normalschach, hätte aber Probleme mit der Umstellung während einer Partie. Parallel lief (ausser Sichtweite) noch Brett 1, das wir bereits abgehakt hatten (schon vor dem ersten Zug) sowie, etwa fünf Meter entfernt, Brett 3. Kann Mohamed sein schlechteres Turmendspiel remis halten? Das konnte Kees, da dort nur noch weinge Klötze auf dem Brett waren, auch ohne aufzustehen beurteilen. Als es soweit war, gab er auch seine Partie remis.

Hinterher warnte uns der Gegner, dass unser Klassenerhalt eventuell doch noch nicht gesichert ist: Wenn mehrere noord-holländische Teams aus nationalen Ligen absteigen, hat das Folgen für alle regionalen Spielklassen. Letztes Jahr mussten sie, da vier Teams von oben dazu kamen, als Siebter von Zehn (7-9 Mannschaftspunkte) aus der Promotieklasse (höchste regionale Liga) absteigen. Sie rechneten mit dem direkten Wiederaufstieg, dann wurde aus Magnus-Anna Paulowna EP Beerepoot usw. .

3,5-4,5 war vielleicht doch notwendig, so sind wir (5 Mannschafts- und 26 Brettpunkte) nämlich besser als SC Aalsmeer (Sechster der Parallelklasse 1B mit 5 Mannschafts- und nur 25,5 Brettpunkten). Damit dürfen aus unserer Sicht zwei noord-holländische Teams aus nationalen Ligen absteigen (Aalsmeer sieht das vielleicht anders). Deshalb Hup Wijker Toren! Hup Witte Paard!

Ein noord-holländisches Team ist bereits abgestiegen, diese beiden aus Wijk aan Zee (da wird nicht nur im Januar Schach gespielt!) und Haarlem sind noch abstiegsgefährdet. Fast-Deutschland entscheidet mit über unser Schicksal, da sie in der letzten Runde gegen Teams aus Nijmegen und Arnhem spielen. Ein Turm ist hierzulande ein toren, ein Springer heisst so wie er aussieht, nämlich paard (Pferd). Ist es ein gutes Zeichen, dass ich diese Saison mit Schwarz viermal 1.Sf3 vorgesetzt bekam? Ist es ein schlechtes Zeichen, dass niemand - nicht einmal IM Piet Peelen - auf 1.-c5 mit 2.Tg1!? fortsetzte? Wie dem auch sei: Hup Wijker Toren! Hup Witte Paard!

Hier kommt der Kandidat!
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Moinmoin, da sind wir wieder - der Blog hat ein wenig vor sich hin geruht, doch heute geht es wieder weiter, pünktlich zum vorletzten Wochenende in der Schach!- Bundesliga. Hingehen! 

Im Mai wird im Deutschen Schachbund ein neuer Präsident gewählt. Wir blicken zurück auf eine sechsjährige Amtszeit von Herbert Bastian, der 2011 von Saarbrücken aus schwungvoll ins Amt startete und nun zum vierten Mal seinen Hut in den Ring werfen wird.

Als Gegenkandidat tritt der Lübecker Ullrich Krause an, seines Zeichens bereits Präsident im Schachverband Schleswig-Holstein, und mehrfacher Landesmeister im Land zwischen den Meeren - ganz ähnlich wie Herbert Bastian, dem ebensolches an der Saar wiederholt gelang. Beide sind vielfach für den Schachsport engagiert, und FIDE-Meister noch dazu. Was mehr kann man sich wünschen?

Nach Interview- Anfragen bei beiden Kandidierenden freuen wir uns sehr, dass Ullrich Krause im Vorfeld der Wahl für ein Gespräch zugesagt hat.

Ganz basisdemokratisch sind dazu auch die Schar der Schachwelt-LeserInnen draußen vor den Computertastaturen eingeladen - schickt uns Eure Fragen an den Herausforderer im Kommentarbereich! Wir sichten alles, suchen einiges davon aus, und alles zusammen geht dann alsbald auf den Weg an Candidate President  Krause.

Ansprechen könnt Ihr im Prinzip alles. Schüttet uns Euer Herz aus, und sendet, was Euch im Schach umtreibt:

- Wo geht die Reise hin im Schachbund - und wann werden wir wieder mal Europameister?

- Die Vereine werden kleiner, die Aktiven weniger - was kann man tun?

- Ist die Öffentlichkeitsarbeit im Schachbund ausbaufähig? Wie? Und wenn ja, wer soll das bezahlen?

- Tut der DSB genug, um Sponsoren und Werbepartner zu finden?

- Sollten die Beiträge erhöht werden, um mehr Spielraum für die Schachförderung zu haben?

- Wann wird meine DWZ endlich wieder besser? (na gut, eine sehr persönliche Frage - und ich befürchte, hier sind selbst Präsidenten machtlos)

 Wer sich noch etwas reinfuchsen möchte in die Thematik, hier sind drei sehr lesenswerte Stücke:

- vor drei Jahren interviewte SF Krennwurzn den DSB-Präsidenten Herbert Bastian hier im Blog - dies ist der Link zu dem ausführlichen Gespräch

- Ullrich Krause hat drei Schwerpunkte für neue Impulse in der deutschen Schachszene formuliert, um einige recht bedenkliche Trends zu stoppen

- einen Blick auf das deutsche (Vereins-) Schach wirft in bewährt versierter Manier Stefan Löffler im Blog der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

 
Bitte schickt uns (Achtung!) Eure Fragen zum Thema schon bis Donnerstag abend - Einsendeschluss ist streng um 24 Uhr. Wir sichten sie, und bringen alles zusammen mit unseren eigenen Schachwelt-Fragen zur Post. Im Mai folgt dann das Interview hier im Blog. Bis die Tage!