[13.03.2010] Die Geschichte des Nachkriegsfernschachs ist in besonderem Maße mit dem Namen Hans-Werner von Massow verbunden. von Massow, geboren 1912 und gestorben 1988, war Mitbegründer des IFSB und dessen Generalsekretär. Dieses Amt erfüllte er später auch für den Weltfernschachbund ICCF, bevor er sogar dessen Präsident wurde.
von Massow hat unermüdlich und an etlichen "Baustellen" für die Entwicklung des Weltfernschachs gewirkt. Insgesamt konnte er auf eine rund sechzigjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Dienste des Fernschachs zurückblicken.
[13.02.2010] Das internationale Fernschach nahm nach dem Ende des 1. Weltkriegs Fahrt auf. Dies führte dazu, dass im Jahre 1928 der Internationale Fernschachbund (IFSB) gegründet wurde, der sogleich die Ausrichtung von Meisterschaften übernahm. In dieser Zeit und in den folgenden Jahren waren es auch die Namen einiger Spitzenspieler des Nahschachs, die sich mit dem Fernschach verbanden. So gewann Paul Keres im Jahr 1935 die IFSB-Bundesmeisterschaft, die heute als Vorläufer der späteren Fernschach-Europameisterschaften angesehen werden. 1936 war es Alexander Aljechin, der sich für die Austragung einer Weltmeisterschaft auch im Fernschach einsetzte. Bevor ein entsprechender Beschluss des IFSB, im selben Jahr getroffen, umgesetzt werden konnte, begann der 2. Weltkrieg. Die Bemühungen kamen hierdurch erst mal wieder zum Erliegen.
[29.01.2010] Als älteste Aufzeichnung einer Fernschachpartie gilt die Notation zur Begegnung zwischen Friedrich von Mauvillon und einem nicht mehr bekannten Spieler. Sie wurde 1804 mit Friedrich Wilhelm Von Mauvillon als Führer der weißen Steine im Rahmen eines Städtekampfes zwischen Den Haag und Breda per Post gespielt und nahm folgenden Verlauf:1.e4 e5 2.d4 Df6 3.d5 Lc5 4.Sh3 d6 5.f3 Lxh3 6.gxh3 c6 7.c4 a5 8.Sc3 Sa6 9.a3 h6 10.Dd3 Ld4 11.Sa4 Se7 12.Ld2 Sc5 13.Sxc5 Lxc5 14.Le3 Lxe3 15.Dxe3 c5 16.Db3 0-0 17.De3 Sg6 18.Tg1 Sf4 19.0-0-0 Sg6 20.Td2 Df4 21.Df2 h5 22.Kb1 Sh4 23.Dg3 g6 24.Td3 a4 25.Le2 Kh7 26.Ka2 Tfb8 27.Tb1 b5 28.cxb5 Txb5 29.Ld1 Tb6 30.b3 axb3+ 31.Lxb3 Tab8 32.Dxf4 exf4 33.Lc2 Sg2 34.Tdb3 Txb3 35.Txb3 Txb3 36.Kxb3 Se1 37.Ld1 Sd3 38.h4 Kg7 39.Kc3 Se5 40.a4 Sd7 41.a5 Sb8 42.Kc4 Sa6 43.Kb5 Sb4 44.e5 Sxd5 45.exd6 Sc3+ 46.Kxc5 Sxd1 47.d7 1-0.
Es sollen aber auch schon im Mittelalter Fernpartien ausgetragen worden sein. So finden sich entsprechende Angaben zu einer Begegnung zwischen Heinrich I. von England und Ludwig VI. von Frankreich. Diese Partie soll 1119 gespielt worden sein. Ein belastbarer Nachweis liegt aber nicht vor.

[27.12.2009] Fernschach hat eine Geschichte. Seine Wurzeln reichen zwar nicht so weit in die Vergangenheit zurück wie jene des Nahschachs, sie sind aber dennoch bemerkenswert. Die Anfänge des Fernschachs liegen, soweit sich dies heute noch verlässlich ermitteln lässt, in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts. Anders als heute waren es zunächst Städtevergleiche, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Die Städtemannschaften kann man sich als eine Gruppe von Spielern vorstellen, die sich untereinander berieten und sich so auf den nächsten auszuführenden Zug einigten. Es ist überliefert, dass auch sehr bekannte Schachgrößen zu den Teilnehmern zählten, wie beispielsweise Wilhelm Steinitz und Michail Tschigorin. Berlin, Boston, Hamburg, London und Philadelphia zählten zu den Großstädten, die sich im Wettkampf mit anderen maßen.
Die Züge wurden zunächst per Post ausgetauscht, später wurden sie auch schon mal telegrafisch und per Funk übermittelt.


