Wollen haben
Ein wenig sind wir Österreicher wie kleine Kinder – alles was andere haben, wollen wir auch haben und dabei wird schnell vergessen, dass wir seit fast 100 Jahren keine regionale Großmacht sondern ein Kleinstaat sind. Wir leisten uns neben den althergebrachten Universitäten und einer Akademie der Wissenschaften auch noch das Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) welches kürzlich mit einer Milliarde Euro ausgestattet wurde während die anderen Universitäten unter akutem Geldmangel leiden. Allerdings muss gesagt werden, dass das IST wunderbar liegt und man der Gegend um Maria Gugging bei einer Wienreise unbedingt einen Besuch abstatten muss.
Aber was hat das mit Schach zu tun? Zuerst einmal das „Wollen haben“ – auch wenn die Voraussetzungen dafür nicht so gegeben sind wie anderswo. Zudem hat die Krennwurzn fieberhaft nach einem zweiten österreichischen IST gesucht, es aber trotz Google, Wikipedia & Co nicht gefunden: das Institut für Sinnlose Turniere!
Dass es dieses geben muss ist klar, denn schon im Vorjahr berichtete die Krennwurzn hier über eine Turnierserie ohne Teilnehmer, die der ÖSB mit großem Werbeaufwand ohne tieferes Konzept ins Leben gerufen hat und dann nicht einmal für die Eintragung ins Guinness-Buch der Rekorde für die längste und größte Meisterschaftsserie ohne Teilnehmer gesorgt hat.
Nun startet heute ein weiteres Meisterwerk aus dieser unauffindbaren IST Schmiede: eine Damenbundesliga auf zwei Brettern mit acht Mannschaften. Die Experten des IST ÖSB – damit keine Verwechslung mit dem IST Austria – entsteht, haben messerscharf erkannt, dass wir keine Damenbundesliga haben und siehe „Wollen haben“ wurden sofort die Planungen gestartet. Da einerseits eine Bundesliga auf einem Brett eine Einzelmeisterschaft ist und andererseits für eine Bundesliga auf vier Brettern das Wesentlichste fehlt: nämlich die Damen und man nicht die Vorjahresleistung eines Turniers ohne Teilnehmer kopieren wollte, war es nur allzu logisch eine Liga mit der theoretisch minimal möglichen Mann- oder hier korrekterweise Frauschaftsstärke von ZWEI ins Leben zu rufen.

Immerhin treten acht Mannschaften an und die Kaderliste umfasst 32 Spielerinnen von denen fast die Hälfte weniger Elo als die Krennwurzn hat und die Krennwurzn ist eben eine ebensolche, weil sie (die Wurzn – nicht der Wurz wie die Deutschen so gerne sagen) sprechen wir es mal ganz nett aus: schachlich absolutes Mittelmaß ist und fügen wir korrekterweise hinzu, dass dies für den Hobbybereich gilt. Selbst die allgemeine österreichische Großmannssucht lässt hier keine Chance auf eine sentimental favoritische Annäherung an den Profibereich zu.
Es ist klar, dass die Frauen ein Hoffnungsmarkt für Schach sind und daher gefördert werden müssen, denn was gerne vergessen wird, ein nicht unwesentlicher Teil des Erfolges der westlichen Welt liegt eben auch darin, dass wir - gezwungen durch zwei Weltkriege – erkannt haben, dass es kontraproduktiv ist, auf das Leistungspotential von 50% der Menschheit freiwillig zu verzichten.
Ob aber Maßnahmen wie diese Damenbundesliga, deren sportlicher Wert sehr beschränkt ist, wirklich hilfreich sind, wage ich zu bezweifeln, denn wer die zu Fördernden der „Lächerlichkeit“ Preis gibt, ist meiner Meinung nach schlimmer als jeder Chauvinist! Wir haben nicht nur zu wenig Damen im Schach, sondern wir haben vor allem nicht genug starke Damen für eine Bundesliga und da hilft auch kein „Wollen haben“ und die anderen haben das auch schon weiter: uns fehlen einfach die Voraussetzungen und das muss man vorerst einmal so akzeptieren. Die stärkste Dame IM Eva Moser trifft bei den sieben Begegnungen auf einen maximalen Eloschnitt von 2032 am ersten Brett – das ist das Niveau von Erstrundengegner bei Open und keine sportliche Herausforderung!
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(Elo Gegnerinnen IM Moser)
Ausgetragen wird die Damenbundesliga parallel zur Bundesliga und startet heute bei einem Schachgroßevent in St. Veit/Glan: dort spielen Bundesliga, 2. Bundesliga Mitte und Damenbundesliga in der Blumenhalle bis Sonntag 4. März 2012. Dass es dabei zu einer Terminüberschneidung mit der Fraueneuropameisterschaft 1-14. März in der Türkei kommt, ist nur eine weitere Fußnote der perfekten IST Planung.
Frauen gehören im Schach gefördert, das ist klar, denn um unseren schönen Sport am Leben zu erhalten und nicht immer über sinkende Mitgliederzahlen in Vereinen und Verbänden jammern zu müssen, ist es ein Gebot der Stunde nicht auf 50% der Menschheit als potentielle Mitglieder zu verzichten. Da haben wir starken Aufholbedarf und müssen dennoch behutsam vorgehen und nicht Alibimaßnahmen setzen, die im schlimmsten Fall abschreckend wirken können, sondern uns Gedanken machen, wie wir Schach auch für Frauen attraktiv machen können – aber das wäre Stoff für eine eigene Geschichte und wohl besser für eine Autorin!
Abschließend möchte ich anmerken, dass ich die Trennung in Damen und Herrenbewerbe im Schach als die schlimmste Diskriminierung überhaupt empfinde. Denn – und da schließt sich der Kreis zum IST Austria – im Denken haben die Frauen keinen Nachteil! Oder gibt es Institute für weibliche Mathematik oder den Abschluss Diplomingenieurinnen für Informatik bereits nach dem ersten Studienabschnitt, weil ... ja sprechen wir es in aller Härte aus: Frauen sowieso nicht das Zeug zu einem echten Diplomingenieur haben!
Es ist gut, dass uns Frauen wie Judith Polgar und viele Topwissenschaftlerinnen zeigen, dass dieses männliche Haltung nicht nur falsch und stark veraltet, sondern steinzeitlich ist!
Unter Killern und Womanizern
Vor kurzem hab ich in Wien ein unbedeutendes Schachdings organisiert. 34 Großmeister dabei, nicht weiter der Rede wert. Die Schachkommunisten der Tageszeitung Standard haben es schon richtig eingeordnet mit den Stichwörtern "Verdorfung" (Wien) und "Virtualisierung" (so viele Zuschauer wie ewig nicht). Na ja, eine massenmediale Einrichtung (ORF 1) meinte aber, wahrscheinlich von wegen öffentlich-rechtlichem Bildungsauftrag, das ganze nicht links liegen lassen zu dürfen, und schickte ein dreiköpfiges Team. Angeführt von einem weißgekleideten Herrn, der sich Hermes nannte, taten sie ihr Bestes, die für die Reduktion des Veranstalterdefizits dringend benötigen Gastroerlöse durch die frühzeitige Konsumation geistiger Getränke anzukurbeln, und holten sich anschließend einige Zuschauer, den Schiedsrichter und auch zwei Spieler vor die Kamera, damit die Fernsehzuschauer mal was Wichtiges über Schach erfahren. Etwa, was ich auch noch nicht wusste, dass in Österreich anscheinend nicht mattsetzen sondern töten gesagt wird oder wie ein Schachspieler eine Frau aufreißt. Unter Killern und Womanizern ist man also bei so einer Schachliga, so so. Vielleicht keine Sternstunde des Fernsehens beim Schach aber doch irgendwie sternige dreieinhalb Minuten in der ORF1-Late-Night-Show Willkommen Österreich (Sendetermin 9. Februar) kamen heraus:
Dass der Österreicher Schach für eine ernste Angelegenheit hält, ist somit geklärt. Darüber darf man sich von Thomas Stipsits Kabarettabend "Bauernschach" (hier der Trailer) nicht täuschen lassen. Danke (ach, sind wir jetzt schon im Werbeblock?) an den Stadtsaal Wien, wo der Stipsits das Programm im Februar jeden Sonntag spielt, der so blöd nett war, fürs Aufhängen von einigen Plakaten und Auflegen einiger Waschzettel sechs Freikarten (für meine Helfer) rauszurücken. Und an die Firma Hoanzl, der eine DVD-Aufnahme davon zu einem unverschämten Preis vertreibt. Aber der von Stipsits gerettete Originaltext des von Falco zu "Jeannie" umgedichteten Heulers ist es wert: Chess is just a little boring game in a cold, cold world....
Fasching Elfelf
Im Rahmen des Villacher Faschings der wohl bekanntesten Fasching Veranstaltung Österreichs traf die nichtanwesende Krennwurzn den ungeborenen designierten Nachfolger Herrn Äwigkneiper des ÖSB (Österreichischer Schachbund) Präsidenten zu einem nichtgegebenen und unautorisiertem Interview über das österreichische Schach. Leider meldete sich dieser am 1. April wieder und drohte ein neuerliches Interview für 11.11.11 natürlich um 11.11 an.
Krennwurzn: (Zitternd die Sekunden zählend) 11 Uhr 11 und 1,2, - Hoffnung keimt auf – der Äwigkneiper könnte den Termin vergessen haben – 9, 10, ...
Äwigkneiper: 11 – punktgenau am 11.11.11 um 11 Uhr 11 und 11 Sekunden bin ich da – das nenne ich Pünktlichkeit – ich bin ein Unterstützer der Nullkommanulltoleranzregel! Warum sind Sie so bleich?
Krennwurzn: Kren ist im Inneren nun mal weiß, auch wenn er außen oft ein wenig schmutzig ist, aber es zählen ja die inneren Werte oder nicht?
Äwigkneiper: Lenken Sie mich nicht vom Thema ab! Nullkommanulltoleranz bedeutet, dass in Zukunft nicht nur Spieler kontumaziert werden, die zu spät zur Partie kommen, sondern auch jene, die zu früh am Brett erscheinen. Diese Unhöflichkeit gegenüber den Schiedsrichtern und Veranstaltern muss ein Ende haben! Spielbeginn 10 Uhr bedeutet nun einmal exakt 10 Uhr und nicht 9 Uhr 59 und 59 Sekunden!
Krennwurzn: Ja, aber startet nicht der Schiedsrichter die Runde und kann das nicht auch um 10 Uhr 2 Minuten sein?
Äwigkneiper: Warum sollte er?
Krennwurzn: Weil vielleicht der Hauptsponsor, der Bürgermeister oder sonst ein Prominenter noch nicht da ist – oder weil er selbst zu spät kommt bzw. seine Uhr nicht genau geht!
Äwigkneiper: Die Erstgenannten interessieren mich nicht – außerdem die gibt es beim Schach praktisch nicht. Kommt aber der Schiedsrichter zu spät wird er kontumaziert und die Spieler logischerweise auch gleich mit.
Krennwurzn: Ok - wechseln wir das Thema: in unserem Nachbarland Deutschland weht ein neuer Wind – Schachpräsident ist dort ein wenig überraschend ein ganz passabler Turnierspieler aus dem Saarland geworden. Nun spielen die Deutschen nach früheren Streitereien bei der EM in Griechenland mit einer starken Mannschaft sogar an der Spitze mit.
Äwigkneiper: Und Sie tippen immer 4-0 für die Gegner – dafür muss ich Sie zwar loben, aber ich werde Ihr unmögliches Verhalten natürlich auch meinen deutschen Freunden mitteilen.
Krennwurzn: Machen Sie das nur – das österreichische Schach rackert sich ab!
Äwigkneiper: Wir waren bei der Olympiade vor den Deutschen und das genügt für Jahrzehnte – wenn nicht für Jahrhunderte – außerdem zählen EM nicht zu unseren Stärken. Wie Sie sicher wissen, haben wir uns im Fußball nie für eine EM qualifiziert!
Krennwurzn: Richtig und dennoch bei einer EM mitgespielt!
Äwigkneiper: Und genau da liegt meine Zukunftsabsicht – in meiner Amtszeit werden wir eine ÖEM veranstalten.
Krennwurzn: ÖEM was ist das?
Äwigkneiper: Eine Österreichische Einzel-Meisterschaft nur mit österreichischen Mannschaften, dann gewinnen wir diese auch!
Krennwurzn: Das klingt widersprüchlich und sehr international ist das auch nicht.
Äwigkneiper: Iwo – bei uns dürfen da alle mit Österreichbezug mitspielen.
Krennwurzn: Jetzt verstehe ich mit Bezug meinen Sie alle, die von uns bezahlt werden?
Äwigkneiper: Aber nein und nochmals nein! Da der bekannte Heinz Freiherr von Prüll schon länger nicht mehr „Niki und die Kreisfahrer“ kommentieren darf, hat er mir zugesichert für alle Top 100 Spieler einen Österreichbezug herzustellen, auch wenn es sich nur um eine angeheirate Cousine der Friseuse des Lieblingsfleischers des Wahlonkels handeln sollte. Der würde sogar bei einem Außerirdischen einen Österreichbezug finden.
Krennwurzn: Na ja man kann sich Illusionen hingeben, ich wünsche ihm da 99 Mal Glück – ein Österreicher hat es ja aus eigener Kraft in die Top 100 geschafft.
Äwigkneiper: Den werden wir da auch noch rauswerfen – wir brauchen Beitragszahler und Funktionäre und keine Spieler!
Krennwurzn: Mann geht das schon wieder los – Schach ohne Schachspieler! Aber was sagen Sie zu den Plänen der FIDE die Gebühren für die Ratingberechnung zu erhöhen?
Äwigkneiper: Das wird ja erst durch meinen Vorschlag richtig genial: ohne Schachspieler keine Partien und damit absolut keine Kosten! Die Ratingzahlen gehen dann monatlich nur mit Datumsänderung online – das nenne ich dann Effizienzsteigerung inklusive Gewinnmaximierung. Und als Sahnehäubchen kommt dann zweifelsfrei die ÄwigeELOliste, die wird gar nicht mehr geändert, da müssen die Spieler nur mehr einzahlen!
Krennwurzn: Und da kommt niemand mehr neu auf die Liste? Das schaut mir nach einem Geschäftsmodel mit Ablaufdatum aus.
Äwigkneiper: Iwo?
Krennwurzn: Es sterben ja auch manche und dann sinken die Einnahmen.
Äwigkneiper: Nein, nein - dann müssen die Erben zahlen!
Krennwurzn: Oje
Äwigkneiper: Wie schaut’s eigentlich mit dem österreichischen Schach aus?
Krennwurzn: Nichts besonders außer einer ebenfalls nahezu unbeachteten und nicht im Buch der Rekorde eingetragenen langen Turnierserie ohne Teilnehmer. Aber interessiert Sie das oder das österreichische Schach wirklich?
Äwigkneiper: Nein – ganz und gar nicht – mich interessiert nur mein Präsidentenamt mit unendlicher Dauer und ein wenig meine Funktionäre!
Krennwurzn: Gut und mich interessiert Ihr Geschwafel nicht mehr – das war unser letztes nichtgegebenes Interview – Lang lebe der Präsident, lang lebe Österreich, lang lebe das Schach!
Äwigkneiper: "I'll be back"
Bisher erschienen und dennoch nicht gelesen:
Von Dortmund nach Wien
1. April 2011
Die Krennwurzn sitzt ruhig und entspannt vor dem Computer, das Telefon läutet nicht und die Krennwurzn hebt nicht ab!
Krennwurzn: Hallo?
Äwigkneiper: Hallo Krennwurzn, Äwigkneiper am Apparat – wie geht’s?
Krennwurzn: Nicht Sie schon wieder! (Tiefer Scheufzer – aber da ich nicht abgehoben habe, kann ich schwer auflegen!) Ich denke unser Interview vom Faschingsdienstag war kein großer Erfolg.
Äwigkneiper: Das liegt doch nur an Ihrer Anonymität bzw. Pseudoanonymität – wer soll sich da bitte auskennen?
Krennwurzn: Ist doch ganz einfach und zu tiefst österreichisch: jeder darf es wissen, weiterzählen, aber bitte nicht öffentlich schreiben, Bilder veröffentlichen usw. – kurz gesagt einfach das Recht auf Privatsphäre achten, auch wenn das in Zeiten von Facebook und Co. nicht modern erscheint.
Äwigkneiper: Typisch für Sie, Herr Krennwurzn – immer alles komplizieren - Fakt ist: Realname ist ehrlich, anonym ist böse! Da Sie zwar bekannt aber anonym sind, müssen sie ehrlich böse sein!
Krennwurzn: Böse gesagt: das ist ehrlich mein Ziel!
Äwigkneiper: Was?
Krennwurzn: Unangenehmes ehrlich ansprechen und sachlich diskutieren – wenn auch gerne mal mit einem sarkastischen Unterton – aber deshalb werden Sie sicherlich nicht nicht angerufen haben – oder?
Äwigkneiper: Um Gottes Willen – natürlich nicht! Ich möchte Sie auffordern es zu unterlassen meine zukünftig besten Leute abzuschießen!
Krennwurzn: Äh ...
Äwigkneiper: Dieser Salto nullo Artikel gefällt mir gar nicht! Da setzt einer meine Vision von einem Verband ohne Schachspieler in einem Teilbereich konsequent um und Sie kritisieren das auch noch! Ich habe Ihnen bereits beim letztem Mal gesagt: alle Probleme kommen nur von den Schachspielern und daher muss daran gearbeitet werden einen Schachverband ohne Schachspieler und damit ohne Probleme zu verwirklichen! Das Schachparadies darf keine Vision bleiben – es muss Realität werden!
Krennwurzn: Aber ohne Schachspieler braucht es gar keine Verbände und natürlich machen Menschen Probleme - oder?
Äwigkneiper: Quatsch! Stellen Sie sich vor wie viele Turniere man veranstalten könnte, wenn es keine Teilnehmer gäbe – täglich mehrere tausend inklusive Kontinental- und Weltmeisterschaftszyklen. Es gäbe keine Preisgeldsorgen, keine Betrugsprobleme, keine Spiellokal- und Terminprobleme. Die Funktionäre könnten herrliche Konzepte entwickeln, diese nach langen Diskussionen in schönen Hotels dann in endgültige Bestimmungen umwandeln und niemand würde auf die absurde Idee kommen, diese auch noch auf Praxistauglichkeit zu überprüfen! Und kein Spieler – auch kein Weltmeister - könnte sagen: ich spiele nicht in Stadt XY, weil... oder ich möchte mehr Geld, einen Sitz aus Glas, usw...
Krennwurzn: Ok – das ist aber nicht nur für mich keine Vision sondern ein Alptraum!
Äwigkneiper: Weil Sie einfach nichts verstehen wollen – zur Strafen singen Sie mir jetzt „Die Krennwurzn war’s die sieht ma so verdächtig aus“ (Ursprungsversion)
Krennwurzn: Ich kann nicht singen!
Äwigkneiper: Was können Sie?
Krennwurzn: Nichts!
Äwigkneiper: Sehr gut! Da wären auch Sie ein guter Kandidat für mein zukünftiges Team – wann ist der nächste Bundestag?
Krennwurzn: Keine Ahnung, aber das müssten Sie doch wissen oder auf der Internetseite finden können.
Äwigkneiper: Da steht nichts!
Krennwurzn: Wahrscheinlich am 1. April
Äwigkneiper: An welchem?
Krennwurzn: 2011
Äwigkneiper: In Östereich ist jeder Tag der 1. April – das müssten Sie doch besser wissen: heute ist der 91. Und wir haben uns am 67. in Villach nicht getroffen!
Krennwurzn: (leise) und nun hoffentlich auch länger nicht wieder.
Äwigkneiper: Das habe ich gehört – ich melde mich wieder bei Ihnen am 315.
Krennwurzn: Sie müssen den Termin nicht extra eintragen, ich werde ihn garantiert vergessen!
Äwigkneiper: Jetzt reicht’s mir aber! Wenn ich Präsident werde, müssen Sie dann täglich zu Strafe 200 „Krennwurzn Gedächtnisturniere“ organisieren und dass bei denen niemand mitspielt, dafür brauche nicht einmal ich zu sorgen! Da spielen die Leute freiwillig nicht mit!
Krennwurzn: Wie soll ich dann als bereits Verstorbener meine eigenen Gedächtnisturniere organisieren?
Äwigkneiper: Ein Blitzkneisser sind Sie aber nicht! Ohne Teilnehmer können Sie schon heute alles erledigen: Ausschreibung, Regeln, usw. Was Du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen!
Krennwurzn: Und ich dachte schon an Falco „muss ich denn sterben, um zu leben?“ Quelle
Nachtrag:
Am vergangenen Samstag 2. April 2011 fand in Graz der ÖSB Bundestag 2011 statt, mit den Wahlen für die kommende zweijährige Periode. Präsident Kurt Jungwirth wurde einstimmig von den Landesverbänden wiedergewählt.
Raggers Höhenflug
Um beim Schwerpunkt Österreich zu bleiben und weil die Krennwurzn die Aufgabe übernommen hat, weniger schöne Seiten aufzuspüren, während das Angenehme danach schreit, von einem anderen vermeldet zu werden, bin ich zur Stelle: Markus Ragger teilt bei der EM in Aix-les-Bains drei Runden vor Schluss Platz eins. Der 23ährige Kärntner spielt voll mit um den Titel. Die Weltcup-Quali ist mit einem weiteren Punkt schon zum Greifen nahe. Dank einer Supersaison in der deutschen und der österreichischen Bundesliga steht er virtuell über 2660 und zieht in der Mai-Liste mit höchster Wahrscheinlichkeit in die Top 100 ein. Schon bei der Schacholympiade hat Österreich Deutschland um (erinnerte) 25 Plätze (das schau ich jetzt nicht nach) abgehängt. Droht bei der EM ein weiteres Schach-Cordoba?
Salto nullo
Böse Zungen werfen dem ÖSB oftmals gerne Untätigkeit und eine gewisse Abneigung sich modernen Gegebenheiten anzupassen vor. Das weder das eine noch das andere stimmt, kann man leicht daran erkennen, dass der ÖSB eine innovative Internetturnierserie mit Meisterschaftscharakter ins Leben gerufen hat.
Die Serie trägt den stolzen Namen „Österreichischen Meisterschaft im Internetschach“ wird im Schnell- und im Blitzschach ausgetragen und hat alles was notwendig ist: eine Internetseite, Ausschreibung Blitz, Ausschreibung Schnell, Durchführungsbestimmungen, Infos zum Serverzugang, Turnierleiter, Bankverbindung, etc... – wirklich alles da was man sich nur wünschen kann inklusive ÖSB-Logo und Segen! Es fehlt nur eines: die Mitspieler - jedenfalls traf das auf die ersten beiden Blitzturniere und das erste Schnellschachturnier zu. Und natürlich fehlen auch Berichte über die Turniere - allerdings was soll man über Turniere ohne Teilnehmer schreiben.

Im Forum des ÖSB nahm der Turnierverantwortliche dazu Stellung und konnte sich das mangelnde Interesse nicht erklären, denn man hatte doch alles so gut geplant, der Präsident und der Generalsekretär waren informiert und man reiste sogar zum Serveranbieter nach Hamburg, um vor Ort ... fast hätte ich geschrieben die Turnierräumlichkeiten zu begutachten, aber dies hätte man ja auch von Österreich mit einem PC mit Internetzugang erledigen können. Zusätzlich hat man noch einige Leute befragt und nur positive Reaktionen bekommen und so ist es vollkommen unerklärlich warum niemand tatsächlich mitgespielt hat.
Da man in Österreich bei einem Misserfolg einen Schuldigen braucht, wurde natürlich schnell einer gefunden: die Krennwurzn! Hatte die doch am 19. März mittags ein Posting zur Betrugsgefahr bei Meisterschaften und beim Spiel um Geld beim Onlineschach mit Verlinkung zur Artikelserie in der Schachwelt abgesetzt und dies muss alle potentiellenTeilnehmer blitzartig davon abgehalten haben, um 19 Uhr beim ersten Blitzturnier teilzunehmen. Eine bis dahin vollkommen unbekannte Gefahr wurde öffentlich gemacht und den österreichischen Schachfreunden muss der Schock tief in die Glieder gefahren sein – langer Rede kurzer Sinn: Schuld ist die Krennwurzn! Eindeutig und logisch total nachvollziehbar!
Komisch ist nur, dass in den Durchführungsbestimmungen vom 1. März bereits ein Passus enthalten ist, der die Verwendung von Schachsoftware untersagt und unter Strafe stellt. Außerdem soll eine Überprüfung aller Partien mit einer Betrugserkennungssoftware durchgeführt werden - vier Tage sollte diese Überprüfung maximal in Anspruch nehmen und erst dann werden die Preisgelder ausbezahlt. Warum war beim Lesen dieser Zeilen niemand geschockt, sondern erst als die Krennwurzn ...

Kommen wir zu etwas Erfreulicherem: Preisgelder gibt es zu gewinnen! In den Durchführungsbestimmungen steht: Preisgelder werden in den Ausschreibungen bekannt gegeben - in den Ausschreibungen steht: es werden mindestens drei Geldpreise ausgespielt; wie hoch die sein könnten oder nach welchem Schlüssel die berechnet werden – Fehlanzeige! Gut Preisgelder sind der Krennwurzn total egal, denn die Gefahr in einen Preisgeldrang zu kommen hält sich in überschaubaren Grenzen. Aber es sollte doch Spieler geben für die Preisgelder interessant sind und bei offiziellen Meisterschaften sollten entweder fixe Preise ausgelobt werden oder aber von Teilnehmerzahlen abhängige fixe Verteilungsschlüssel angegeben werden. Dazu kann man in den Durchführungsbestimmungen nur lesen, dass das Nenngeld abzüglich Organisationskosten ausgespielt wird.
Nenngeld muss man natürlich bezahlen, das leuchtet sogar der Krennwurzn ein: 12 Euro fürs Blitz- und 15 Euro für Schnellschach. Und das für eine Turnierserie mit dem klingenden Namen „Österreichischen Meisterschaft im Internetschach“ – da bin ich dabei! Aber halt - das Kleingedruckte soll man immer lesen!

Das Nenngeld ist nicht für die Serie sondern für jedes einzelne Turnier, dann mal schnell den Taschenrechner zücken und rechnen: 13x Blitz + 1x Bundesland + Finale sind 180 Euro und für Schnellschach dann 225 Euro – in Summe 405 Euro Nenngeld – etwas weniger, wenn man’s nicht ins Finale schafft! Gut dafür hat man keine Extrakosten für Anreise und Unterkunft, aber möchte man nicht auch gerne Menschen treffen.
In den Durchführungsbestimmungen wird dann auch noch verlangt, dass man die Bankdaten bekannt gibt, damit mögliche Gewinne überwiesen werden können. In den Medien wird immer zu Recht gewarnt, dass man mit der Weitergabe von Bankdaten sehr vorsichtig sein sollte und es ist nicht ersichtlich, warum man dies dann für mögliche Gewinne vorab machen sollte – wo doch den meisten klar sein sollte, dass sie keine machen werden und jenen die welche machen werden die Höhe unklar ist.
Zudem muss man am Server, der von einer privaten Firma betrieben wird, zwingend seinen Namen bei den Benutzerdaten eintragen, was aber laut Serverbedingungen eine freiwillige Angelegenheit ist. Zusätzlich seine ÖSB-ID bei den persönlichen Daten eintragen. Selbstverständlich ist klar, dass man bei der „Österreichischen Meisterschaft im Internetschach“ seinen Namen glaubhaft machen muss – es sollte aber genügen, wenn man dies dem Veranstalter ÖSB gegenüber macht und aus datenschutzrechtlicher Vorsicht sollte man nicht einen Veröffentlichungszwang auf einem privaten Server vorschreiben.

Natürlich hat man sich auch über die möglichen Teilnehmerzahlen Gedanken gemacht und der Turnierverantwortliche hat im ÖSB-Forum die Zahl von 10 Teilnehmern als Kalkulationsgrundlage angegeben. In Worten ZEHN in Zeichen ##### ##### um diese gigantische Anzahl anschaulich zu machen – und ja es geht um die „Österreichischen Meisterschaft im Internetschach“. Hoffentlich fängt da jetzt ja kein Preisgeldjäger zum Rechnen an.
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Und all diese Planung, diese Arbeit mit Ausschreibung, Durchführungsbestimmungen, Abschätzungen von Risiken, usw. wird mit ein paar Tastendrucken einer Krennwurzn bezüglich Betrugsmöglichkeiten zunichte gemacht! Ich sage es Ihnen ehrlich: an so einer Selbstüberschätzung leidet nicht einmal die Krennwurzn! Wäre es daher doch nicht denkbar, dass man ...
NEIN! Daran darf man als gelernter Österreicher erst gar nicht denken!
Nichtgegebenes Faschingsdienstagsinterview
Im Rahmen des Villacher Faschings der wohl bekanntesten Fasching Veranstaltung Österreichs traf die nichtanwesende Krennwurzn den ungeborenen designierten Nachfolger Herrn Äwigkneiper des ÖSB (Österreichischer Schachbund) Präsidenten zu einem nichtgegebenen und unautorisiertem Interview über das österreichische Schach.
Krennwurzn: Äh, Herr Äwigkneiper wie soll ich Dich ansprechen?
Äwigkneiper: Ich denke wir sollten förmliches Siezen ohne akademische Titel wählen, damit einerseits eine gewisse Respektdistanz gewahrt bleibt, sich aber auch keine eventuellen Plagiatsvorwurfsschatten über dieses Gespräch werfen können – wer weiß schon heute, was künftige Doktoren bei Google noch alles ausgraben werden.
Krennwurzn: Gut, kommen wir zur Sache. Herr Äwigkneiper Sie sind ja noch gar nicht geboren und dennoch schon designierter Präsident des ÖSB – warum?
Äwigkneiper: Auch wenn es mir sehr unangenehm ist, so muss ich doch auf einen schweren Nachteil meines Vorgängers hinweisen: er wurde erst im Alter von 42 Präsident des ÖSB und selbst wenn er solange wie Jopi Heesters aktiv bleibt, könnte das eine unter 70jährige Amtszeit bedeuten. Wohin derart rasche Wechsel im Präsidentenamt führen können, sehen wir gerade im Nachbarland Deutschland, das im Streit um Geld und Meisterschaft geradezu in einem Chaos versinkt.
Krennwurzn: Ja, aber kann so eine Diskussion nicht auch befruchtend sein – hier ist am Sonntag die Bundesliga zu Ende gegangen und auf der Webseite des ÖSB wurde erst Montag mittags – nach einem deutschem Medium – darüber berichtet.
Äwigkneiper: Typisch für Sie, Herr Krennwurzn, immer diese Hektik, alles muss jetzt und sofort sein – haben Sie sich schon einmal überlegt was ein Tag in Relation zu meiner überhundertjährigen Amtszeit sein wird. Außerdem missfällt mir dieses ewige Schielen nach Deutschland sowieso. Ich werde daher die Bundesliga wieder in Staatsliga rückumbenennen!
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Krennwurzn: Warum?
Äwigkneiper: Schon alleine das Wort „Bund“ beinhaltet, dass möglicherweise mehrere Personen mitentscheiden möchten. Das Wort „Staat“ drückt eine Autorität aus und an diese glauben viele Österreicher gerne, daher wird „Das Schach bin ICH“ mein Wahlspruch werden.
Krennwurzn: Sie werden also dem österreichischen Schach mehr Aufmerksamkeit widmen und Sie wären wohl persönlich zur Schlussrunde nach St. Veit an der Glan gefahren?
Äwigkneiper: Um Gottes Willen – natürlich nicht! Wo denken Sie hin bzw. da sieht man, dass Sie gar nicht an die Auswirkungen einer solch gefährlichen Reise denken. Kärnten ist ein sehr problematisches Land?
Krennwurzn: Äh – aber wir sind doch gerade hier in Villach in Kärnten und führen dieses Interview!
Äwigkneiper: Also ich bin noch gar nicht geboren, dieses Interview wurde gar nicht geführt und wo Sie sind ist mir eigentlich egal, aber bedenken Sie: in Kärnten gibt es die Ortstafelfrage, libysche Milliarden könnten vergraben sein und die Bayern fahren auch nicht gerne hin, obwohl das ist egal, denn ihr Geld ist schon da.
Krennwurzn: Eine Reise nach Khanty-Mansiysk zum FIDE-Kongress würden Sie dann schon gar nicht machen, wenn Kärnten schon so gefährlich ist?
Äwigkneiper: Khanty-Mansiysk ist doch bequem und sicher mit dem Flugzeug zu erreichen – sie als Österreicher müssten doch wissen, dass die Südautobahn als gefährliche Sparautobahn gilt. Außerdem ist es die Aufgabe eines Österreichers in der großen Weltpolitik entscheidend mitzugestalten!
Krennwurzn: Aber gerade das Wahlverhalten Ihres Vorgängers hat nicht allen gefallen?
Äwigkneiper: Hätte er die wertvolle Stimme Österreichs an einen Kurzzeitpräsidenten vergeuden sollen? Da wäre doch außer Spesen nichts gewesen?
Krennwurzn: Stichwort Kosten – wo gedenken Sie aufgrund drohender Mindereinnahmen Sparmaßnahmen zu setzen?
Äwigkneiper: Bei den Schachspielern!
Krennwurzn: Äh – aber um die geht’s ja bei unserem Sport!
Äwigkneiper: Nein – das wichtigste sind die Funktionäre! Und da nehme ich Sie jetzt beim eigenen Wort - sie haben einmal gesagt: Funktionen kommen von funktionieren und sollten daher auch funktionieren. Natürlich haben Sie das in einem anderen Zusammenhang gesagt und wohl auch die Tragweite und Richtigkeit Ihres Satzes nicht verstanden, aber ohne Funktionäre funktioniert das System nicht und Funktionäre müssen funktionieren, das sage ich Ihnen jetzt als Präsident!
Krennwurzn: Und die Liebe zum Schach?
Äwigkneiper: Jetzt kommen gerade Sie mir auch noch mit dieser Romanik! Sie sagen doch selbst immer: man muss auch aufs Geld und die nachhaltige Finanzierung achten und nicht nur träumen. Meine Antwort darauf: Vollkommen richtig! Die Abschaffung der aktiven Schachspieler senkt die Kosten radikal, das gesamte Geld kann für einen funktionierenden Apparat verwendet werden und es gibt niemanden mehr, dem die Spielbedingungen, die Gagen oder sonst was Lächerliches zu schlecht sind!
Krennwurzn: Schachfunktionäre dürfen aber schon Schachspielen?
Äwigkneiper: Natürlich nicht! Sie müssen funktionieren und nicht spielen! Wir brauchen generell keine Schachspieler, weil sie verursachen nur Kosten und Probleme und beides können und wollen wir uns nicht mehr leisten! Mein Vorgänger hat nach anfänglichen Rückschlägen in den 80er und 90er Jahren das Problem der steigenden Mitgliederzahlen durch kluge Maßnahmen in den Griff bekommen und ich werde diesen Weg konsequent weiterführen, bis es keine Schachspieler und nur mehr Funktionäre gibt!
Krennwurzn: Aber wer bezahlt dann die Mitgliedsbeiträge, wenn Sie keine Schachspieler mehr haben wollen und die Funktionäre doch bezahlt werden sollten?
Äwigkneiper: Jeder der auch nur im Entferntesten an etwas Schachliches denkt, wird beitragspflichtig. Beispielsweise wird dies auch durch das Betrachten der kroatischen Flagge ausgelöst oder so wie in Ihrem Falle gerade jetzt durch das Hinterherstarren bei einer vorbeigehenden Dame! Und zwar auch dann, wenn es sich um eine „Drag Queen“ handeln sollte.
Krennwurzn: Wann werden Sie Ihr Amt antreten?
Äwigkneiper: Das ist noch nicht terminisiert – jedenfalls werde ich kurz nach der Amtsniederlegung meines Vorgängers meine Geburt einleiten und spätestens nach einer Woche mein Amt antreten. Mein Ziel ist es dem österreichischem Schach Kontinuität und eine lange stabile Amtszeit zu geben.
Krennwurzn: LeiLei! Und danke für das nichtgegebene Interview!
Äwigkneiper: LeiLei!
Lei Lei = Faschingsruf Gegend Villach (Kärnten, Österreich – slowenisch: Koroška)
Insel der Seligen
So bezeichnete der Sonnenkönig - Bundeskanzler Bruno Kreisky (1970-1983), dessen Geburtstag sich vor wenigen Tagen zum 100mal jährte – die schöne Alpenrepublik Österreich.
Österreich ist das Land des ersten Schachweltmeisters – aber “Babberlabab” Steinitz wurde in 1836 in Prag im Kaiserreich Österreich geboren und ist und bleibt damit Österreicher – „lernen Sie Geschichte“ hätte hierzu mürrisch Bruno Kreisky geraunzt, zudem verbrachte Steinitz viel Zeit in Wien als dort unser Kaiser Franzl mit seiner Sissi regierte – ach waren das schöne Zeiten!
Rundherum gibt es diverse Probleme zwischen Spielern und Verbänden – hierzulande herrscht einfach Kontinuität. Als Bruno Kreisky im Jahre 1971 nach einer kurzen Minderheitsregierung bei den Wahlen die absolute Mehrheit erreichte, wurde auch Prof. Kurt Jungwirth (*1929) zum Präsidenten des Schachbundes (ÖSB) gewählt und diese Funktion hat er auch 2011 noch inne.
Bedeutende Ereignisse fielen in die bisher 40jährige Präsidentschaft: es wurden die Elozahlen eingeführt und auch den Weg ins Internetzeitalter fand man ebenso wie die Anerkennung als Sport und die Aufnahme in die BSO (Bundessportorganisation) und damit den Zugang zu großzügigen Fördertöpfen. Dass das Geld dennoch knapp ist und die Gebühren für die sinkende Anzahl von Schachspielern erhöht werden musste – ach wer will schon so kleinlich sein!
Und 2010 bei der Schacholympiade platzierten wir uns auf Rang 38 und die Deutschen auf Rang 64 weit hinter uns – „Cordoba“ das Wort, das jedem österreichischen Fußballfan ein Lächeln ins Gesicht treibt und das in Wahrheit dazu dient, das Verschlafen von Entwicklungen zu kaschieren. Aber warum nach vorne blicken, wenn der Blick zurück einfach so schön ist?
„Sissi“ „Ja, Franzl“ tönt es süß in meinem Ohr und ich lehne mich zufrieden zurück, verdränge mögliche reale Probleme, die sowieso nur in meinem Querkopf existieren können, denn auch zu Sissi’s Zeiten gab es keine Demokratie, keine Meinungsfreiheit dafür aber Zensur und später kitschige Verklärung bis zur Realitätsverzerrung.
„Sissi“ „Ja, Franzl“ – es ist einfach schön auf einer Insel der Seligen zu leben!


