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Andrew Paulsons neue Heimat

Englands neuer Schachpräsident Andrew Paulson Englands neuer Schachpräsident Andrew Paulson

Wer sich gewundert hat, wo der mit großen Plänen angetretene Schachvermarkter und früher in Russland erfolgreiche Medienunternehmer Andrew Paulson seit dem Kandidatenturnier und mehreren verlegten Grandprixturnieren geblieben ist, hat nun die Antwort. Der Amerikaner ist seit dem Samstag neuer Präsident des Englischen Schachverbands. So abwegig ist das nicht. Paulson lebt in London und ist in England aufgewachsen. Der Verband hat mit den wichtigsten Initiativen wie dem London Chess Classic oder Chess in Schools and Communities nichts zu tun und ist notorisch zerstritten. Paulsons Vorgänger hat den ECF zwar einigermaßen beruhight, doch verfügt er weder über große Ideen noch rhetorisches Geschick. Versuchen wir es also mit Paulson, er ist zwar ein exzellenter Bullshiter, aber schlechter werden kann es kaum noch, sagten sich viele.

Ob er bei der Sponsorensuche für Schach in England mehr Erfolg haben wird als international? Bemerkenswerter als ein unter anderem von Chessbase übernommenes Interview mit Yorkshire Chess scheinen mir Paulsons An- und Aussagen im ECF-Forum, etwa was er zur FIDE und zu Iljumschinow sagt. Die Befürchtung, Paulson würde wegen seines laufenden Vertrags mit der FIDE dafür sorgen, dass England für Iljumschinow stimmt, geht ins Leere. Paulson würde weder für Iljumschinow stimmen, der einfach schon zu lange dran sei, noch für Kasparow, den er als Oppositionellen und Spalter sieht. Doch die englische Stimme vergibt (oder enthält) nicht Paulson, der versprochen hat, sich herauszuhalten, sondern der wiedergewählte FIDE-Delegierte des ECF Nigel Short. 

 

 

 

Kommentare   

#1 Thomas Richter 2013-10-15 18:05
Dazu ein Video-Interview (aus Jakarta wo er momentan spielt) von Maria Manakova mit Nigel Short:
http://www.youtube.com/watch?v=u6UtU78pAgc&feature=youtu.be
Trotz der schlechten Tonqualität (es wurde in einem lauten Restaurant aufgenommen) acht sehr interessante Minuten, nur zwei kurze Short-Zitate:
(zu Paulson) "It will certainly make things more ... interesting in England"
(zu FIDE) "You are talking about FIDE and you're talking about rules, come on ...."
Short wird für Kasparov stimmen da er zumindest das kleinere Uebel ist, wenn auch vielleicht nicht viel mehr als das.

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