Chess is not what it seems...

...just a boring little game in a cold, cold world", trällert Thomas Stipsits im Jeannie-Modus in seinem neuen Programm "Bauernschach", das am Mittwoch abend im Kabarett Niedermair seine Wien-Premiere hatte. Im umjubelten Falco-Schach-Medley wird aus Vienna Calling The King is Falling. Nur Anatoli, Anatoli! (den Amadeus-Sound zum FIDE-Debakel) erspart uns der trotz seiner erst 27 Jahre gestandene Kabarettist (Foto: Rusch).

bauernschach

Alles dreht sich um ein verlassenes Haus im Burgenland, das einmal dem Schachweltmeister Rachimow gehörte und seit ihn während seiner letzten Partie, man sagt gegen den Teufel persönlich, der Schlag getroffen hat, leer steht, bis die günstige Immobilie unbesehen von einem Kabarettisten aufgekauft wird, der einen Schachtisch mit aufgebauter Position und das Tagebuch des Großmeisters vorfindet. Der wendige Stipsits spielt sich selbst und ein halbes Dutzend weitere Rollen. In seinem kurzweiligen, aber nicht kurzen vierten Soloprogramm geht es um Österreich, um Austropop (Stipsits kann nicht nur Falco), um Religion (das God Wide Web läuft ohne Windows), um Rassismus (Stipsits kann diverse Akzente) und ein bisschen Fett kriegt auch Schach ab (was Stipsits auch kann, und er will das demnächst noch beweisen). Empfehlung!

Alle Wiener Vorstellungen in diesem Jahr sind bereits ausverkauft, aber am 19., 20., 25. und 26. Jänner im Orpheum Wien gibt es noch Karten. Auf Tournee geht "Bauernschach" demnächst in ganz Österreich und wahrscheinlich auch mal eben über die bayrische Grenze, aber weiter westlich oder nördlich würde vieles nicht mehr verstanden. Das schon erwähnte Falco-Schach-Medley wird hoffentlich bald vom ORF aufgezeichnet, damit es auf Youtube landen kann.

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