Comeback mit 51

Seirawan bei seiner letzten US-Meisterschaft 2003 Seirawan bei seiner letzten US-Meisterschaft 2003 James F. Perry

Einer der aktivsten Schachklubs der Welt ist in einer Stadt zuhause, die man noch vor kurzem nicht mit Schach in Verbindung gebracht hätte, nämlich St. Louis. Dort beginnt am Freitag die US-Meisterschaft. Nicht nur die Dotierung ist mit 166 000 Dollar, etwa 115 000 Euro, nicht übel, sondern auch das System: Dabei sind 16 Spieler mit einem Eloschnitt von 2579, aufgeteilt in zwei Achtergruppen, die jeder gegen jeden spielen, bevor die beiden Ersten ins Halbfinale aufrücken. Damit ist am Ende sowohl für Spannung gesorgt als auch für einen eindeutigen Sieger. Das ganze ist attraktiv genug, um Yasser Seirawan, der sich vor acht Jahren in Amsterdam als Spieler zur Ruhe gesetzt und seitdem noch gelegentlich als Kommentator auftritt und praktisch nur noch einzelne Mannschaftskämpfe in der niederländischen Liga bestritten hat, zu einem Comeback zu locken. Und Yasser ist wohl ein Geheimtip für den Sieg. Nicht nur, weil es eine schöne Geschichte wäre. Er versteht Schach einfach sehr gut, ist eröffnungstechnisch weniger ausrechenbar, und Elofavorit Gata Kamsky spielt kurz danach die Kandidatenkämpfe. Die klare Nummer eins der USA Hikaru Nakamura wohnt zwar neuerdings selbst in St. Louis. Er hat aber inzwischen höhere Ziele ("Nak, Nak, Naking on Heaven´s Door!") und, wer weiß, vielleicht ein Engagement als Sekundant in der WM-Ausscheidung.

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