Das ist aber lieb, Kollege Schneider

dass du diesen zur WM eingerichteten Blog mit einer so nett gemeinten Imageaktion für Topalow-Manager Silvio Danailow eröffnet hast. Ich hätte ja auf das Schicksal des vulkanaschegebeuteten Titelverteidigers fokussiert, selbst vulkanaschehalber in Wien gestrandet, wie ich bin.

Falls Anand Dienstag oder Mittwoch in Sofia eintrifft, sollte er eigentlich keine besonderen Probleme haben, sich am Freitag zur ersten Partie ans Brett zu setzen. Von Frankfurt aus kommend erwartet ihn dort weder ein anderes Klima noch ein Jetlag. Eine Matchverlegung um drei Tage nach hinten (bei einer Verschiebung um einen oder zwei Tage würden sich zu viele Spieltermine ändern, weil ja auf zwei Spieltage stets ein Ruhetag folgt) würde die Veranstalter einiges kosten - und nicht nur die, sondern auch Zuschauer, berichtende Medien, anreisende Reporter... In ein paar Stunden soll über den Verlegungsantrag entschieden sein.

Aber zurück zu Topalows Manager. Einige sind ja überzeugt, dass kein isländischer Vulkan so viel Asche ausspucken kann wie Danailow Gift. Es ist in der Tat kein sehr glücklicher Umstand, dass Topalows Manager in die Organisation eingebunden ist. Offiziell übrigens in seiner Funktion als Vizepräsident des ausrichtenden Bulgarischen Schachverbands. Aber ich glaube nicht, dass die Entscheidung, ob Verlegung oder nicht und unter welchen Umständen, von Danailow getroffen wird. Oder zumindest nicht von ihm hauptsächlich oder gar allein.

Dass Anand seinen Antrag auf höchstoffiziellem Weg über den Indischen Schachverband und an die FIDE gerichtet gestellt hat, weckt den Verdacht, dass seine berechtigte Sorge, was geschieht, wenn er nicht rechtzeitig nach Sofia kommt, nicht auf informellem Weg mit dem Veranstalter zu klären war. Wenn sein Team diesen Weg aber gar nicht gegangen ist, sieht es schon anders aus. Darüber will ich nun nicht weiter spekulieren. Aufschluss darüber wird es wohl bei der Auftaktpressekonferenz in Sofia, ich tippe mal auf Donnerstag, geben.

Noch ein Wort zu Topalow. Er hat sicher wenig Lust auf drei weitere Tage Warten. Probleme nach Sofia zu kommen, hat der Herausforderer nicht, denn dort ist er bereits seit Anfang April. Ihm droht eher Lagerkoller. Das ist kaum weniger schlimm als im Ungewissen zu sein, ob der Flieger am Dienstag, Mittwoch oder wohlmöglich erst am Donnerstag startet.

PS: Chessbase berichtet unter Bezugnahme auf Anands Organisationschef Hans-Walter Schmitt, dass der Weltmeister schon auf dem Weg nach Sofia sei und dam Dienstag dort eintreffen werde. Das Organisationskomitee hat Anands Forderung derweil eher grob als feinfühlig zurückgewiesen.

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