Der Tiger stirbt

Hans-Walter Schmitt hat in der Vergangenheit viel Kraft, Herzblut und auch eigenes Geld in seine Schachbabys gesteckt, seinen Club Chess Tigers, seine Schachuniversität, sein Schachzentrum in Bad Soden und vor allem sein jährliches Event, anfangs im Westen von Frankfurt, dann zehn Jahre lang in Mainz und nun, da sich Schmitts "Chess Classic" dem Erwachsenenalter näherte, ist es aus. Das drohende finanzielle Loch war zu groß, als dass es der engagierte IT-Manager noch einmal selbst stopfen konnte oder wollte. Die traurige Nachricht überbringt uns sein früherer Pressechef Hartmut Metz in der Frankfurter Rundschau. Von den Mainzer Sponsoren war praktisch nichts mehr übrig, die von ihm selbst andernorts gewonnenen Sponsoren wie Wolfgang Grenke reichten nicht, das führende deutsche Schachfestival ohne weitere heftige Abstriche über die Bühne zu bringen.

ccmteam
Das Team der CCM

Alle Weltklassespieler von heute und der letzten 15 Jahre mit Ausnahme Gelfands, der es nie schaffte, gaben sich bei Schmitts Turnieren ein Stelldichein. Mainz war in den letzten Jahren der Schachtreffpunkt in Deutschland. Es ist nach Iljumschinows Wiederwahl, Carlsens WM-Ausstieg, Londons WM-Absage und Van Oosteroms Abschied als Mäzen (und Linares könnte ebenfalls ganz aus sein) aber auch ein weiterer Schlag in einem internationalen Abwärtstrend des Spitzenschachs. Und es ist ein Rückschlag fürs Fischerschach bzw. Chess960, das nirgends so gefördert wurde wie in Mainz. Danke an das ganze große CCM-Team! Und ganz besonders danke Hans-Walter, komm gut drüber weg und alles Gute mit deinen verbleibenden Babys!

Chesstigers.de

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