Doping-Studie braucht Probanden

Kann die schachliche Performance durch Einnahme von unerlaubten Substanzen oder die Nutzung von unerlaubten Methoden zur Leistungssteigerung (Doping) verbessert werden? Wie in anderen Sportarten, würden auch im Schach Viele sich funktionierender Hilfsmittel bedienen - die "200 DWZ-Punkte-Spritze" könnte schnell zum Verkaufsschlager avancieren.

Doch ist ein klares Nein auf die Frage eindeutiger Konsens unter den Aktiven. Unabhängig davon steht noch immer die endgültige wissenschaftliche Beantwortung aus.

Für die Meisten spielt das Ergebnis jedoch kaum noch eine Rolle – mit dem seltsamen Bestreben des Weltschachbundes (FIDE), den Schachsport olympisch werden zu lassen, gingen unabwendbar Kontrollen einher. Auch auf der am Freitag beginnenden Deutschen Meisterschaft werden sicher wieder einige Pröbchen für 250€/Stück, deren Kosten der Veranstalter zu tragen hat, eingesammelt.

Für die Betroffenen bedeutet dies eine Lebensumstellung - äußerste Vorsicht bei der Medikamenteneinnahme und Ernährung (ein Stück Mohnkuchen kann zu einem positiven Ergebnis führen) ist geboten und nicht nur während des Wettbewerbs, sondern auf Jahre hinaus. Denn, was den meisten Teilnehmern nicht bewusst ist, die Kontrolleure können auch jederzeit außerhalb der Wettkämpfe, z. B. sonntagsmorgen an der Wohnungstüre, auftauchen (wie z. B. im Fall der Monika Galambfalvy, damals Nr. 1005 der österreichischen Rangliste http://oe3.orf.at/aktuell/stories/188069/)

Bereits im September 20009 beschäftigten wir uns in Ausgabe 1 des Schachwelt-Magazins mit dem Thema des wissenschaftlichen Nachweises (Artikel als PDF). In der Zwischenzeit ist die Studie zwar angelaufen, doch fehlt es noch an einer ausreichend großen Anzahl von Probanden, um zu einem statistisch aussagekräftigen Ergebnis zu gelangen. Nachfolgend der erneute Aufruf:

PROBANDEN GESUCHT für eine Studie zum Thema
„IST HIRNDOPING IM SCHACHSPORT MÖGLICH?“

Für eine mittlerweile angelaufene Studie zum Thema Leistungssteigerung von Hirnleistungen (Hirndoping im Schachsport), die von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz durchgeführt wird, werden noch gesunde männliche Probanden im Alter von 18 bis 60 Jahren gesucht.

Untersucht werden soll die Wirkung von Substanzen, die einen möglichen Einfluss auf kognitive Leistungen von Schachspielern haben. In einem doppel-blinden Setting werden dabei die Substanzen Koffein, Methylphenidat, Modafinil und Placebo verabreicht.

Für die klinische Medikamentenstudie werden im Schachsport aktive, gesunde Probanden im Alter von 18 bis 60 Jahren gesucht, die die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Keine psychischen Erkrankungen in der Vorgeschichte, die psychiatrisch behandelt werden mussten (z.B. behandlungsbedürftige Depressionen)
  • Keine Abhängigkeit/ kein Missbrauch von legalen und illegalen Substanzen (z.B. Alkohol, Cannabis)
  • Regelmässiger Tag-Nacht-Rhythmus (z.B. keine Tätigkeit im Schichtbetrieb)

Die Studie findet in den Räumen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz während insgesamt vier Tagen im Abstand von jeweils etwa 1 – 2 Wochen statt, an denen 10 Partien Schnellschach gegen einen Schachcomputer gespielt werden. Die Probanden sollten deshalb möglichst ihren Wohnsitz oder Arbeitsplatz im Großraum Rhein-Main-Neckar haben.

Der Aufwand wird angemessen entschädigt.

Wenn die o.g. Kriterien auf Sie zutreffen und Sie Interesse an einer Teilnahme haben, so melden Sie sich bitte bei:

Harald Balló Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Jörg Hickl

Großmeister, Schachtrainer, Schachreisen- und -seminarveranstalter.
Weitere Informationen im Trainingsbereich dieser Website
oder unter Schachreisen

Webseite: www.schachreisen.eu

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