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"It will be Short and it will be short!" Kasparow - Short Rematch?

Garri Kasparow Garri Kasparow Frank Jarchov

1992 konnten sich der Weltschachbund, Weltmeister Garri Kasparow und sein Herausforderer Nigel Short nicht über die Austragungsmodalitäten des anstehenden WM-Kampfes einigen. Es kam zum Bruch. Kasparow und Short gründeten ihren eigenen Verband, PCA (Professional Chess Association) – der Wahlspruch der FIDE „Gens una Sumus“ (wir sind eine Familie) galt nicht mehr. Zustände, die beim Boxen schon lange zuvor an der Tagesordnung waren, hielten Einzug: Zwei Verbände mit zwei Weltmeistern, wobei der Titel der FIDE ohne die schillernde Persönlichkeit des weltbesten Spielers, Kasparow, immer mehr an Bedeutung verlor.

Doch auch Kasparow hatte es nicht leicht, für das Match gegen Short Sponsoren zu finden. Bei den Buchmachern galt er mit 4,5:1 als klarer Favorit und seine Anpassung an Boxersprüche mit "It will be Short and it will be short!" erleichterte die Sache nicht unbedingt. Doch gelang es mit Hilfe der Times of London in Englands Hauptstadt einen würdigen Rahmen zu schaffen. Doch die Buchmacher sollten recht behalten. Nach 9 Runden stand es 7:2 am Ende 12,5:7,5 für Kasparow.

Im Oktober soll es nun unbestätigten Angaben zufolge zu einem Rematch im belgischen Leuven im Oktober kommen. Natürlich nur ein Schaukampf mit verkürzter Bedenkzeit, denn nach seinem überraschenden Rückzug vom Turnierschach vor sechs Jahren, hat Garri keine elogewertete Partie mehr gespielt. Sein Fokus gilt der russischen Politik mit dem Bestreben Präsident zu werden. Allerdings agiert er hier deutlich weniger erfolgreich als im Schach. Seine Partei kämpft auch nach Jahren noch mit der 5%-Marke.

short400classicDer Wahlgrieche Short hingegen, derzeit mit Elo 2682 die Nummer 54 der Welt und hierzulande bestens bekannt durch seine permanente Präsenz auf dem Schachserver schach.de, ist nach wie vor aktiver Turnierspieler. An der Einschätzung der Buchmacher wird sich aber auch 18 Jahre später wenig geändert haben.

In Erinnerung blieb mir Shorts Äußerung in einem Interview vor langer Zeit auf der Jugend-WM. Auf die Frage nach seinem größten Hobby antwortete er „chasing girls“. Möglicherweise auch ein Grund, weshalb der Englands größtes Talent sich nie in den TOP10 positionieren konnte.

Jörg Hickl

Großmeister, Schachtrainer, Schachreisen- und -seminarveranstalter.
Weitere Informationen im Trainingsbereich dieser Website
oder unter Schachreisen

Webseite: www.schachreisen.eu

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