Noch eine PR-Katastrophe

Schach statt Kapitulation Schach statt Kapitulation FIDE
Unser unvergleichlicher FIDE-Präsident hat einmal mehr in Erinnerung gerufen, warum er für unser Spiel ein Klotz am Bein und eine PR-Katastrophe ist. Iljumschinow hat am Pfingstwochenende den von der Welt isolierten und dem größten Teil seines Volks zur Hölle gewünschten libyschen Diktator Gaddafi besucht. Nicht etwa, um den Mann, der sein Volk niederschießen und bebomben lässt, zur Kapitulation zu überreden oder Asyl in Kalmückien anzubieten, sondern um zu behaupten, die Welt höre nicht, was das libysche Volk wirklich sage und um ein Partiechen gegen seinen von fast allen verlassenen Freund zu spielen. Reuters hat ein Video des bizarren Schauspiels. Chessintranslation hat Hintergrund, die FIDE-Website schweigt nicht höflich, sondern findet, Schach werde in Libyen nicht vergessen. Als erste Verbände haben sich die English Chess Federation und der Deutsche Schachbund von Iljumschinows Mission distanziert. Der Trip ist bereits die in den Medien meistbeachtete Schachmeldung des Jahres. So glossieren es der New Yorker und der Deutschlandfunk
 
Hätte Iljumschinow doch gleich in Tripolis bleiben sollen. Ist er aber nicht. Stattdessen ist er zurück in Moskau, gibt in russischen Medieninterviews seine verdrehte Sicht der Dinge wieder und missbraucht die FIDE-Website weiter. Er stellt seine Reise als wertvollen Beitrag der FIDE zum Friedensprozess dar und kritisiert, die Journalisten hätten seine Reise politisiert. Über seine Motive wird Iljumschinow am besten Bescheid wissen. Und wenn er sagt, es gehe ihm nicht um Politik, glaube ich das gern. Schließlich handelt es sich um ein Milliardenvermögen, das der Gaddafi-Clan ins Ausland geschafft hat.  

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