Play Magnus Group kauft ChessBase

Gemäß dem Motto „Growing chess to make the world a smarter place“ wollte die Play Magnus Group schon im Herbst 2020 die ChessBase GmbH Hamburg kaufen und die Geschichte rauschte schon durch den virtuellen Blätterwald, aber eine Sekunde vor der Unterzeichnung am 11. 11. 2020 um 11 Uhr 11 und 10 Sekunden trat ein schier unlösbares Problem auf, das erst nach langen und zähen Verhandlungen gelöst werden konnte und zur heutigen Unterschrift am 1. 4. 2021 führte.

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Gut informierte Quellen zwitscherten es schon von den herbstlichen Bäumen,
bevor noch viel Wasser die Elbe hinuntergeflossen ist.

Aber bevor wir zu dem einen entscheidenden Problem kommen, schauen wir was da im Herbst 2020 bereits ausgehandelt und fix paktiert wurde. Und da kommt ein anderer Hamburger Jung mit ins Spiel: Großmeister Jan Gustafsson, der schon 2009 im Interview mit ChessBase sagte: "Ich glaube, ... dass sich harte Arbeit immer gegen ... Talent durchsetzt.“ Und dieser Grundsatz sollte aufgrund der beiderseitigen Krise – ChessBase hat die Marktführerschaft an lichess, chess.com, etc. klar verloren und auch Magnus Carlsen spielt schon einige Zeit unter seinem Zenit und gewinnt keine Turniere mehr – in die Realität umgesetzt werden. Durch harte Arbeit sollte dem Talent die Rückkehr an die Weltspitze ermöglicht werden. Magnus soll wieder Turniere am Fließband gewinnen und auf den vereinten Plattformen von Play Magnus, Chess24 und ChessBase sollen die Millardenmitgliedergrenze noch im Sommer 2021 durchbrochen werden und bei Übertragungen von Spitzenturnieren möchte man in Superbowl Dimensionen vorstoßen.

Daher wurde folgender Geheimplan zur Erholung und damit Stärkung der jeweils eigenen Position erarbeitet. Jan Gustafsson wird die beiden ChessBase Programmierer Matthias Wüllenweber und Mathias Feist – beide gute Amateurschachspieler die das MAT(T) in ihren Vornamen tragen – in einem harten Trainingssommer so auf Vordermann bringen, dass sie beim verschobenen Norway Chess 2021 im September Magnus Carlsen am Brett vertreten können. Die Weißpartien wird Mathias Feist spielen und die härte Aufgabe mit schwarz gegen die Weltklasse muss der Chef Matthias Wüllenweber persönlich übernehmen.

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Die schwarze Gefahr - das MATT klar im Auge ...

In der Zwischenzeit wird Magnus Carlsen, der wesentlich jünger und damit belastbarer sein sollte als die beiden Herren von ChessBase nach Hamburg übersiedeln und dort vormittags die Programmierarbeit am für die Weihnachtszeit anberaumten Erscheinungstermin von Fritz 18 in Angriff nehmen, darf aber am Nachmittag doch etwas Schach spielen und am Fritzserver, der auf „C24-Magnus-Powerplay-Server“ umbenannt wird, zocken bis die Schaltkreise glühen. Nach dem Abendessen um 22 Uhr steht dann noch eine Stunde WM-Vorbereitung mit dem Trainer Jan Gustafsson am Programm, bevor es am nächsten Morgen mit dem Programmieren neuer Ideen weitergehen wird.

Ziel ist es einen Algorithmus zu entwickeln, der für jeden legalen Zug einer Stellung einfach eine Bewertungszahl errechnet aufgrund dieser man den besten Zug unter drei Minuten finden kann ohne endlose Varianten oft bis ins Endspiel abschätzen zu müssen. Dies sollte zuerst für die Maschine umgesetzt werden und dann so optimiert werden, dass Rechenkünstler wie Magnus das am Brett ohne Hilfsmittel jeglicher Art selbst in dieser kurzen Zeit schaffen können. Eine Rapid-, Blitz- oder gar Bulletversion ist dann für die Jahre ab 2025 geplant. Sollte die Turnierversion allerdings wie geplant vor September gelingen, dann kann man dem noch unbekannten Gewinner es bald fortgesetzten Kandidatenturniers schon jetzt zum Vize-Weltmeistertitel gratulieren.

Das und auch das genauere Prozedere standen schon vor dem 11. 11. 2020 fest, doch wie schon gesagt, kam es in allerletzter Sekunde noch zu einem Stopp, weil es gab ein wesentliches Problem das die Unterschrift unter den fertigen Vertrag verunmöglichte. Rainer Woisin, der zweite vertretungsberechtigte Geschäftsführer von ChessBase – dort für die wirtschaftlichen Belange zuständig –, wies darauf hin, dass es einen wesentlichen Grund gibt, warum ChessBase nicht so einfach in die Play Magnus Group integriert werden kann.

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Quelle: Präsentation Play Magnus Group

Eine potentielle Tenbagger-Aktie wie eben jene der Play Magnus Group darf in der Wachstumsphantasiephase eines nicht aufweisen: beständige Gewinne!! Denn dies würde die Phantasie der Börsengemeinde sofort lahmlegen und blitzartig einschlafen lassen, wie es sonst nur so manche Kommentatoren auf ChessBase mit seinem Publikum gelingt. Gewinne sind für junge aufstrebende Börsenstars ein NOGO. Interessierte Leser können sich bei „Aktien mit Kopf“ ein Video über die Hintergründe anschauen.

Und daher wurde aus logischen Gründen der Vertrag am 11. 11. 2020 um 11 Uhr 11 eben nicht unterschrieben und von nun an rauchten die hellsten Köpfe in Oslo und Hamburg wie man dieses Dilemma aus der Welt schaffen könnte. Denn ein Blick in die Bücher ergab Schreckliches: die ChessBase GmbH neigt dazu beständig Gewinne auszuwerfen, Verluste vor allem wirklich ordentlich hohe findet man in den Büchern nicht. Der von allen Seiten gewünschte Deal schien nun endgültig geplatzt zu sein und die Schachwelt um eine Story ärmer zu sein.

Auch die kreativsten Finanz- und Beratungsexperten auch aus nicht so gut beleumundeten Hafen- und anderen Vierteln von Hamburg konnten keine Lösung für das Problem finden und so wandte man sich an einen „Experten für eh alles“ im Nachbarland Österreich und tatsächlich die Krennwurzn fand nach kurzem Nachdenken eine elegante Lösung für das Problem.

ChessBase hatte ja in den Nullerjahren – sic!! null Gewinn - mit Fritz 8 die erste Charge als sogenannte „Ewige Accounts“ verkauft und diese mit 2040 befristet. Natürlich ist 2040 noch nicht mit dem Ende aller Tage zu rechnen und daher kann diese Frist extrem gedehnt werden. Allen Inhabern eines „Ewigen Accounts“ steht ab nun ein Betrag von 10 Mio. Euro bei Rückgabe des „Ewigen Accounts“ zu und ChessBase muss für diesen Fall Rücklagen bilden und diese werden auch nachträglich in die Abschlüsse der Vorjahre eingetragen und so ist auch ChessBase buchhalterisch ein Unternehmen mit einer hohen Verlustphantasie geworden, welches sich nahtlos in die Tenbagger-Phantasie integrieren lässt – ach was schreibe ich Tenbagger?? beim Schach natürlich Sixtyfourbagger!!

Somit stand der heutigen Vertragsunterzeichnung in der Märchenwelt der Grottenbahn in Linz nicht einmal die strengen Coronaregeln im Wege. ChessBase Hamburg wird Teil der Play Magnus Group und Wüllenweber und Feist spielen das Norway Chess 2021 und Magnus programmiert den neuen Fritz für das Weihnachtsgeschäft 2021!!

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Nicht nur Kinder sind vom Drachen „Lenzibald“ begeistert!

Sollten Sie als Besitzer eines „Ewigen Accounts“ jetzt noch auf die abwegige Idee kommen diesen trotz strahlenden Aussichten zurückgeben zu wollen, so sollten Sie das Kleingedruckte ordentlich lesen: eine Rückgabe ist nur dann möglich, wenn das Datenprogramm ChessBase und Fritz zu einem Programm mit einer Oberfläche vereint werden, wie dies die Krennwurzn schon lange fordert. ABER glauben Sie wirklich, dass die Hamburger nach der Pfeife der Krennwurzn tanzen, nur weil diese ihnen ein einiges Mal aus der PATTsche geholfen hat???

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Krennwurzn

Anonymer aber dennoch vielen bekannter kritischer Schachösterreicher! Ironisch, sarkastisch und dennoch im Reallife ein netter Mensch - so lautet meine Selbstüberschätzung! Natürlich darf jeder wissen wer die Krennwurzn ist und man darf es auch weitererzählen, aber man sollte es nicht schreiben, denn die Krennwurzn hat so eine abkindliche Freude damit „anonym“ zu sein – lassen wir ihr doch bitte diese Illusion!

Motto: Erfreue Dich am Spiel, nicht an der Ratingzahl! Das Leben ist hart, aber ungerecht (raunzender Ösi)!
 

Kommentare   

#1 Olaf Steffens 2021-04-01 20:14
Wow, fundierte Analyse, vielen Dank!

Wurde ich denn gleich mitaufgekauft, wenn ich ein Playchesskonto habe? Kann ich mich auch freikaufen?
Wenn Chessbase soviel Gewinn macht, und PlayMagnus noch nix, warum kauft Chessbase dann nicht Playmagnus?

Boah, ist das alles kompliziert. Gut, dass wir nur Schachspieler sind, und nicht auch noch Finanzjongleure, oder Drachenzähmer (süß, der Lenzibald!).
#2 Krennwurzn 2021-04-02 00:52
Olaf sparen wir noch ein wenig, vielleicht kaufen wir uns dann nächstes Jahr sämtliche ELO dieser Welt :-* :lol:
#3 Olaf Steffens 2021-04-02 11:09
Ist gut, so machen wir das. Ich hörte allerdings, dass man mit Blockchain und etwas Energie auch selber ELOs herstellen kann, ähnlich wie Bitcoins? Dann pressen wir uns doch einfach einige Hundert, und steigen bei den nächsten Kandidatenturnieren ein.

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