Remis anbieten -- aber wann? (Teil 3)

 Nachdem es an gleicher Stelle bereits einen Text mit dem Titel „Aufgeben – aber wann“ zu lesen gab, soll es heute mal einen geben, der sich mit dem Remis anbieten beschäftigt. Wann sollte man es tun? Was gibt es noch dazu zu sagen?
Zunächst mal so viel: ein Remisangebot ist eine Option, welche jeder Spieler gleichermaßen ein Mal in der Partie zur Verfügung hat, und nach dessen Aussprache und Ablehnung man, laut Regeln, erst wieder das Recht dazu erhält, wenn der Gegner eines ausgesprochen hat und man dies seinerseits abgelehnt hat.
Selbst wenn sich dies von der Formulierung her halbwegs kompliziert anhört, so ist es doch eigentlich jedem Schachspieler eingängig. Man kann seine Option einmal ziehen, danach ist man – außer bei Annahme – zum Schweigen verurteilt und kann NUR NOCH seine Züge sprechen lassen.
Es gibt nun einige interessante Aspekte daran. Hier sollten einmal locker angeführt und aufgezählt werden:
1)    Was hat das Verhältnis der Spielstärken für einen Einfluss auf die Aussprache des Angebots?
2)    Gibt es ein paar ethisch-moralische, nicht in den Regeln verankerte Grundsätze, die man beachten sollte?
3)    Welche Absichten können sich hinter einem Remisangebot verbergen?
4)    Wann sollte man die Option zwecks Erreichens der Absichten ziehen?
5)    Wie sollte man persönlich auf Remisangebote reagieren?
6)    Wie lehnt man ein Remisangebot ab?

Da man als Autor selbst während der Aufzählung erst auf ein paar Aspekte traf, sollen diese nun doch systematisch abgearbeitet werden, natürlich möglichst nicht zu sehr in „Arbeit“ ausartend sondern eher in „Unterhaltung“ übergehend, selbst wenn gerne zum Nachdenken darüber anregend.

coveru1anzBevor dies geschieht hier noch der kurze Hinweis, dass das Remisangebot nach hier vertretener Ansicht genau den gleichen Stellenwert wie ein Schachzug hat. Wenn man am Zug ist, muss man alle Möglichkeiten erwägen. So lange man diese Option noch nicht gezogen hat, müsste man bei jedem Zug darüber nachdenken, ob es ein günstiger Zeitpunkt für ein Remisangebot wäre – egal, mit welchen Absichten verbunden. Und: man kann diesen speziellen „Zug“ ausführen an einer beliebigen Stelle, nur gilt auch bei ihm: er kann gut oder schlecht sein.

Die Option eines Remisangebots ist im Übrigen ganz gut vergleichbar mit dem Verdopplungswürfel im Backgammon. Man muss diesen auch sehr gekonnt einsetzen, um ein Optimum aus einer Partie zu holen. Ab und an gibt es den Aspekt, den Gegner hinein zu doppeln, indem man ihn zum rechten Zeitpunkt zwingt, ihn anzunehmen, in der Hoffnung auf eine fortan günstige Entwicklung, muss dies aber vor dem Wurf tun, ab und an hat man die Absicht, diesen möglicherweise günstigen Wurf noch abzuwarten, um den Gegner danach heraus zu doppeln, ihn also zur Kapitulation zu zwingen. Analog das Remisangebot. Wenn man die Option zum falschen Zeitpunkt ausspricht, ohne Aussicht auf Annahme, so hat man den Würfel aus der Hand gegeben, im auf Backgammon übertragenen Sinne. Man kann ihn (oder eben die Option) danach nicht mehr ziehen, man hat sein Recht verwirkt und hätte möglicherweise einen viel günstigeren Zeitpunkt verpasst, die Chance dazu vergeben, zu welchem der Gegner vermutlich kaum hätte widerstehen können.

Der Autor hat persönlich ein ziemlich gespaltenes Verhältnis zu dieser Option. So hat man in der eigenen Karriere diese Option sehr selten (vielleicht viel zu selten?!) gezogen, andererseits eine hohe Prozentzahl von Angeboten ausgeschlagen, etliche davon ohne eine sinnvolle Begründung, und vor allem, von diesem Angebot irgendwie herausgefordert, oftmals auf dem Brett den Blick für die besten Züge verloren, stattdessen Harakiri Aktionen durchgeführt, die oftmals weder das Remis in Reichweite hielten, geschweige denn, der eigentlichen Absicht, einen Sieg zu erzwingen, näher rückten, sondern stattdessen häufig genug geradewegs in den Abgrund führten.

Dennoch bleibt das Votum entgegen einer zu friedlichen Gesinnung. Dies hat einerseits die Ursache, dass man doch bitte schön, zwecks Entwicklung der eigenen Spielstärke immer mal schauen sollte, wie sich die Partie entwickelt und was noch so alles passieren kann (dies sollte sehr wohl eingedenk der lauernden Gefahren sowohl VOR gegnerischer Aussprache als auch DANACH geschehen). Dieser Vorschlag richtet sich vor allem an sich entwickelnde Spieler, die ruhig ihre Partien ausspielen sollten und nicht zu sehr die reinen Ergebnisse in den Vordergrund rücken. Andererseits gibt es stets den Aspekt des Zuschauerinteresses, welches gerade heutzutage, dank Internet live Übertragungen wieder einen mächtigen Aufschwung erlebt und es im Geiste des Spieles liegt, sich einen fairen Kampf zu liefern, und so lange es noch beiderseitige Chancen gibt, diese nicht dem Zuschauer – und auch nicht sich selbst – vorzuenthalten.

Insofern ist der Vorschlag, alle Partien einfach ausspielen zu lassen – wohl derzeit als „Sofia-Regel“ in die Praxis übergegangen -- eine sehr willkommene und wohl unterstützte, so gut sie denn praktikabel ist und friedfertig gestimmte Spieler nicht auf andere Art dahin treibt, wohin man sie nicht haben möchte: zu Zugwiederholungen oder Dauerschachvarianten, die möglicherweise gar auf Absprache hin erfolgen könnten, um die Regel zu umgehen. Der Grundgedanke an der Regelidee ist jedenfalls gut.

Bevor es nun wirklich hinein geht, die weitere Erläuterung der Regeln: man muss zu einem Remisangebot einen Zug ausführen und es mit diesem Zug aussprechen. Wenn man die Reihenfolge nicht einhält und zuerst anbietet, ohne zu ziehen, so hat der Gegner das Recht, sich einen Zug zeigen zu lassen, und danach das Remisangebot anzunehmen oder abzulehnen. Insofern ist die Einhaltung dieser Reihenfolge nicht bindend, nur sollte man es grundsätzlich vermeiden, den Gegner zu verärgern, da man ja ein Spiel spielt und keinen Krieg führt, und zugleich der Spruch „Gens una sumus“, wir sind alle des gleichen Geschlechts, alle eine Familie, der Leitspruch der Schachspieler ist.

Unbedingt vermeiden sollte man jegliche Aktionen während der Gegner am Zug ist. Vor allem nicht lange nach dem eigenen Zug Remis anbieten, wobei hier in den Regeln keine Zeitspanne verankert ist. Man muss einen Zug ausführen und mit der Ausführung Remis anbieten. Was nun, wenn der Gegner gar nicht am Brett ist? (nur ein Beispiel). Es gibt also eine Zeitspanne, aber es sollte sicher nicht mehr als wenige Sekunden nach dem Zug erfolgen.

1)    Was hat das Verhältnis der Spielstärken für einen Einfluss auf die Aussprache des Angebots?

Sicher ist dies der meist diskutierte Aspekt daran. Wann hätte der schwächere Spieler überhaupt das moralische Recht, ein Remisangebot auszusprechen? Von den Regeln her kann es ihm niemand verbieten, insofern dürfte man die Aufregung der stärkeren Spieler nicht ganz nachvollziehen. Er bietet Remis an, verschleudert sinnlos diese Option, man lehnt ab – und hat fortan Ruhe. Es ist wie ein schlechter Zug, den der Gegner ausgeführt hat. Es ist kein Schwein da, welches einen Baum anpinkelt und kein Hund, der den Mond anbellt. Der Unterlegene hat sich des Regelparagraphen bedient, hat eine Option gezogen, und, genau so wenig, wie er wusste, dass er DIESEN Springer nun wirklich nicht für JENEN Läufer hergeben sollte, oder er nicht wusste, dass in diesem Abspiel des Königsinders das Feld d4 eine tödliche Schwäche darstellt, so wusste er auch nicht, dass es nicht ein winziges Mikroprozent gab, welches den Gegner zur Annahme hätte verlocken können. Er hielt seine Stellung für komfortabel, dachte, er machte mit seinem Aufmarsch Eindruck, hielt sich ohnehin vor der Partie schon für „underrated“ und ist überzeugt, dass der Gegner das spürt, hatte gar in einer Runde zuvor schon einen ähnlich guten Gegner am Rande einer Niederlage, was auch immer die Motivation sein mag, und welcher Fehleinschätzung sie unterliegt: er tut es, absolut regelkonform, mit der Ausführung des Zuges.

Andererseits ist es auch klar, dass man sich als schwächerer Spieler auch in dieser Hinsicht weiter entwickeln kann, etwas lernen kann, so, wie man eben lernt, dass man einen Angriff möglichst erst nach Entwicklung aller Figuren und gesicherter eigener Königsstellung tun sollte oder dass man möglichst einen vereinzelten rückständigen Bauern auf einer offenen Linie vermeiden sollte. Genau so gilt auch, dass man sich doch am liebsten nicht blamieren möchte und, genau so, wie man schlechte Züge am liebsten vermeidet, gar grobe Einsteller, oder es lieber vermeiden sollte (siehe: Aufgeben – aber wann?), mit einem nackten König auf einem nur noch von gegnerischen Figuren besiedelten Feld herumzuirren, vielleicht in der völlig albernen Hoffnung, dass der Gegner einen ins Patt entweichen lässt oder – Gott bewahre – tot vom Stuhl kippt. In diesem Sinne eben sollte man sehr wohl die Aspekte im Auge behalten, mit welcher Chance das Remisangebot angenommen werden könnte und vor allem, welche spätere, viel günstigere, Situation man sich damit vergeben hätte, in der man vielleicht wirklich die Überredungskünste erfolgreich zum Einsatz hätte bringen können.

2)     Gibt es ein paar ethisch-moralische, nicht in den Regeln verankerte Grundsätze, die man beachten sollte?
3)    Welche Absichten können sich hinter einem Remisangebot verbergen?

Nun, ganz so einseitig wie zunächst oben beschrieben ist das Remis anbieten natürlich auch nicht. Denn: außer, dass man das Angebot zwar nicht zurücknehmen kann und, ab dem Moment der Aussprache, bis zur möglichen Ablehnung, durchgehend mit der Annahme  und damit der Manifestierung des Ergebnisses in der Tabelle rechnen muss, gibt es jedenfalls den Aspekt des „taktischen Remisangebots“.

banner-seminarturnier250-anDieses wäre dann auszusprechen, wenn man der Überzeugung ist, dass der Gegner tatsächlich ablehnt, da man ihn charakterlich sehr ordentlich einschätzen kann, dass aber in der Fortdauer der Partie, von diesem Angebot beeinflusst, plötzlich in der Zugwahl weit unter optimal abschneidet. Möglicherweise geht er Risiken ein, nur um den Nachweis der Sinnlosigkeit und Dummheit des soeben ihm zu Ohren gekommenen Vorschlages zu führen.

So könnte also ein „taktisches“ Remisangebot mit der verschleierten Absicht ausgesprochen werden, vielleicht selbst dem Sieg ein Stückchen näher zu rücken. So wenig man Werbung machen möchte für ein derartiges Vorgehen – aus eigener schlechter Erfahrung damit, aber auch aus anderen ethischen Überzeugungen heraus --, so Erfolg versprechend mag es dennoch sein.

Explizit soll hier NICHT auf derartige taktische Angebote eingegangen werden, welche sich auf Mannschaftskämpfe beziehen. Nur so viel möge einmal am Rande erwähnt sein – in der recht festen Überzeugung, dass der Leser ein derartiges Argument zuvor noch nicht gehört oder gelesen hat: sofern man beim Stande von 4:3 Remis anbietet, unabhängig von einer möglichen mehr oder weniger klaren Überlegenheit in der Stellung, so kommt dies, zu Ende gedacht, dem „Angebot“ gleich, den Gegner (also demnach die gegnerische Mannschaft) zur Aufgabe aufzufordern. „Gebt ihr den Kampf jetzt auf?“ ist etwa synonym mit „ich biete Remis“. Auch darauf möge man lieber verzichten und dieses Angebot (beziehungsweise die Kapitulation) dem Gegner überlassen.

4)    Wann sollte man die Option zwecks Erreichens der Absichten ziehen?
a.    Als besserer Spieler
i.    in vorteilhafter Stellung

Dies sollte nun das kleinste Problem sein. Wenn denn nun die Zeit drängt oder turniertaktische Erwägungen Vorrang haben, womöglich gar eine eigene Unpässlichkeit einer Verwertung des Vorteils im Wege zu stehen scheint, so „darf“ man natürlich als besserer Spieler jederzeit das Remis anbieten. Dass der Unterlegene sich verwundert die Augen reiben mag wird ihn wohl kaum daran hindern, einem vor Freude um den Hals zu fallen – und einzuwilligen.

ii.    in ausgeglichener Stellung

Natürlich auch ein derartiges Angebot zur Freude des Unterlegenen, der sich vielleicht noch auf eine längere Abwehrschlacht bis zur Erringung des Traumzieles eingestellt hat, und nun durch dieses Angebot „erlöst“ wird. Er schlägt vermutlich ein – ein kaum erforderlich zu erläuternder Ratschlag – und ist stolz und glücklich, wobei man als Besserer dann schon damit rechnen darf, dass man alsbald erfährt, wie einfach denn die Stellung Remis zu halten wäre – nur um während dieser Vorführung vielleicht doch leicht entsetzt den Kopf zu schütteln, da DIESER Weg nun ausgerechnet Schwierigkeiten bereitet hätte.

Jedenfalls ist es absolut legal und zulässig, wird aber wohl auch eher selten anzutreffen sein, höchstens, der von der Wertzahl her schwächere hat schon eine Weile lang konstant die besten Verteidigungszüge aufs Brett gebracht und so überzeugt, dass er weiß, wie es geht.

iii.    in nachteiliger Stellung

Dies ja eigentlich erst der diskutierbare Punkt. Wie groß darf der Nachteil sein, in welchem sich der Bessere befinden dürfte um dennoch ein Remisangebot ohne Rot zu werden über die Lippen zu bringen? Genau dies die (eine) heikle Frage.

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, wie weit nach unten er seine Schamgrenze verschiebt. Beispiele aus der eigenen Praxis: als der Autor im Sommer 2011 in einer (wichtigen) Schnellpartie einmal einen klaren Vorteil verspielt hatte und dieser sich erkennbar ins Gegenteil verkehrte, der Gegner nur noch über einen deutlichen Zeitnachteil verfügte, kam auf die rettende Idee, einen Friedensschluss zu offerieren.  Der Gegner dankte höflich, führte seinen Gegenzug aus – und nach selbigem war man undeckbar in zwei Zügen Schachmatt.  Das war natürlich so peinlich wie es eben sein konnte, da man sich persönlich gut kannte, wurde jedoch die Entschuldigung sofort akzeptiert. „Kein Problem“ und „ebenso gute Freunde wie zuvor“.

Damit soll es für heute erst einmal genug sein, es folgt ein zweiter Teil, vielleicht gar ein dritter mit ein paar (mehr) praktischen, hoffentlich unterhaltsamen, teils kuriosen Beispielen. Bis dann!

Kommentare   

#1 Gerhard 2012-04-21 13:00
Ein sehr umfangreicher Text.
Remisangebote habe ich in meiner Praxis nur selten ausgesprochen.
Ich kann mich an eine Situation erinnern, in der mein Angebot regelkonform war, aber für den Gegner keinesfalls annehmbar: Es hätte ihm zum 2. Platz in dem Blitzturnier "verdammt" und mich zum ersten. Durch das Nichtwürdigen meines Angebots verlor er (in ausgeglichener Stellung) noch und wurde Dritter.

Umgedreht hatte ich Selbiges aber auch schon erlebt. Ein Spieler, der sich mir inwendig überlegen dünkte, bot mir mit Schwarz nach wenigen Zügen Remis an. Dies hätte den 3. Platz für mich und für ihn den zweiten bedeutet. Ich war dermassen entrüstet und verletzt, vollkommen aus der Fassung, daß ich nach Ablehnung des Angebots schlecht weiterspielte. Zähneknirschend bot ich einige Züge später selbst Remis an, das angenommen wurde. Mehr als den 2ten Platz hätte es für den Herrn nicht gegeben, also nahm er nach gewisser Überlegenszeit das Remis an. Er hätte natürlich weiterspielen können, um mir zu zeigen, was für eine ausserordentliche Gnade sein 1. Angebot war. Das hatte ich insgeheim fast schon erwartet.
Dieser Vorfall ist mir wohl ewig im Gedächtnis...die quasi offene Aussage über das Remisangebot: "Ich bin besser (das weißt Du sicher...oder nicht?!) und wenn ich Dir mit Schwarz Remis anbiete, dann sei froh, wenn ich es Dir anbiete, auch wenn es zu Deinem Nachteil im Turnier ist".

Es passieren also unschöne Dinge am Schachbrett.
Die Frage ist, wie man sich dagegen wappnen kann.
#2 leAchim 2012-04-21 14:21
Zitat:
Zitat von Dirk Paulsen
"Zunächst mal so viel: ein Remisangebot ist eine Option, welche jeder Spieler gleichermaßen ein Mal in der Partie zur Verfügung hat, und nach dessen Aussprache und Ablehnung man, laut Regeln, erst wieder das Recht dazu erhält, wenn der Gegner eines ausgesprochen hat und man dies seinerseits abgelehnt hat."
Das steht so nirgends in den FIDE-Regeln!

Warum sollte ich ein Remisangebot nicht erneuern dürfen, wenn sich die Stellung inzwischen wesentlich verändert oder der Gegner über einen angemessenen Zeitraum (15-20 Züge) keinen erkennbaren Fortschritt erzielt hat?

Ständiges Wiederholen des Remisangebotes würde ich allerdings als bewußte Störung des Gegners werten und bestrafen.

Ab wann man das so interpretieren kann/sollte, ist sicherlich Ermessensspielraum des Schiedsrichters.


Wenn man "ethisch-moralische Aspekte" eines Remisangebots von der Spielstärke abhängig macht, so sollte eine Betrachtungsweise m.E. nicht fehlen:
Der stärkere Spieler hat aufgrund seiner Kenntnisse und Fähigkeiten das Privileg großzügig die "Unverschämtheit" eines Remisangebots zu ignorieren, sofern keine Belästigung / Störung (s.o.) vorliegt.
#3 Tiger-Oli 2012-04-22 17:32
Ich kenne es noch als alte Schule: einmal Remis anbieten darf man, und danach soll man schweigen und spielen.
Selbst wenn sich die Stellung danach groß ändert, würde ich ungern nochmal Remis anbieten - immerhin weiß mein Gegner schon, dass ich damit einverstanden wäre. Und wenn er wissen will, wie ich jetzt darüber denke, kann er mich ja fragen.

Ich selber mag es nicht, wenn jemand mehrmals nacheinander ein Remis anbietet, auch wenn einige Züge geschehen sind.
Einmal anbieten finde ich aber unbedingt statthaft - auch gegen Großmeister und ähnliche Kaliber. Warum auch nicht - zumindest dann, wenn die Stellung schon eine Zeitlang gespielt wurde und besser bis gleich für mich steht? So demütig soll man ja nicht sein. Und wenn es ihn nervt, ist es doch eigentlich sein Problem.
#4 Gerald Braunberger 2012-04-22 22:42
#3 Tiger-Oli 2012-04-22 16:32
"Ich kenne es noch als alte Schule: einmal Remis anbieten darf man, und danach soll man schweigen und spielen."

Das erinnert mich an eine Erzählung Boris Spasskys: Er spielte mit Weiß gegen Kasparow und bot nach wenigen Zügen Remis an. Kasparow lehnte ab, spielte danach aber so ungenau, dass Spassky bald eine bessere Stellung erhielt. Nun sagte Spassky sinngemäß: "Entweder nimmst Du jetzt Remis an oder ich werde Dich zerschmettern", worauf Kasparow das Remis sofort akzeptierte.

Naja, Weltmeister unter sich...



Gruß
gb.
#5 leAchim 2012-04-23 16:34
zitiere Tiger-Oli:
Ich kenne es noch als alte Schule: ...


zitiere Dirk Paulsen:
..., laut Regeln, erst wieder ...


Es ist , finde ich, schon wichtig, dass man zwischen Regel und Gepflogenheit deutlich unterscheidet.

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