Same Time, Next Year

Gerade wurde bekannt, wer am 8. bis 15.Dezember beim London Chess Classic im Olympia Kensington spielen soll: Anand, Carlsen, Kramnik, Nakamura, Adams, Short, Howell und McShane. Wenn es nebenan wieder ein Open gibt (und der Euro nicht weiter abstürzt), ist das sicher wieder erstklassig organisierte Event eine tolle Gelegenheit für einen Schachtrip nach London. Wer im vorigen Dezember schon da war (wie ich), wird dagegen weniger Lust haben. Denn das Feld ist nahezu das gleiche wie im Vorjahr (und der Veranstalter sollte ernsthaft überlegen, die Eingeladenen so zu setzen, dass sie mit vertauschten Farben antreten, und innerhalb des Rundenschemas nur auszulosen, welche Runde des Schemas als erste gespielt wird)

Zum Teil ist es durch das Konzept verständlich. Man will ja die vier stärksten Engländer mit vier Weltklasseleuten matchen. Doch selbst da wäre es dem Wettbewerb dienlich gewesen, würde wenigstens ein Platz ausgespielt bzw. für den im August zu bestimmenden Britischen Champion reserviert.

Bei den Ausländern hätte man von Haus aus mehr Spielraum gehabt. Einige Spitzenspieler (zum Beispiel Topalow) waren noch nie in London und hätten die Spielgelegenheit gerne für etwas Tourismus genutzt. Ersetzt wird allerdings nur Ni Hua und zwar durch Anand. Das immerhin ist eine kluge Wahl aus gleich drei Gründen: Im Dezember wird Anand wieder Lust aufs Spielen haben und noch nicht auf die nächste Titelverteidigung (für die dann ja auch noch kein Gegner feststeht) fixiert sein. Er hat in London mehr Landsleute als irgendwo anders in Europa. Außerdem ist es ein kluger Zug, den Weltmeister für die Austragung der nächsten WM 2012 in der Stadt der Olympischen Sommerspiele zu gewinnen.

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