Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens, Diplom-Handelslehrer, unterrichtet an einer Bremer Berufsschule. FIDE-Meister seit 1997, ELO um die 2200, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Spielte für den Schleswiger Schachverein von 1919 (moinmoin!), den MTV Leck (hoch an der dänischen Grenze!), den Lübecker Schachverein, die Bremer Schachgesellschaft und nun für Werder Bremen.

Seit 2012 Manager des Schachbundesliga-Teams des SV Werder Bremen.

Größte Erfolge:
Landesmeister von Schleswig-Holstein 1994, Erster Deutscher Amateur-Meister 2002, 5.Platz beim letztenTravemünder Open 2013, und Sieger des Bremer Hans-Wild-Turniers 2018.

Größte Misserfolge:
Werd´ ich hier lieber nicht sagen!

Größte Leidenschaften:
früh in der Partie irgendetwas mit Randbauern und/ oder g-Bauern auszuprobieren und die Partie trotzdem nicht zu verlieren – klappt aber nicht immer.

Von Dr. Oliver Höpfner, Bremen

Nach der ersten Folge der kleinen Kolumne „Endspielmagie - Studien für die Praxis“ soll diese Artikelserie nun fortgesetzt werden.

Vorgestellt werden sollen dabei gemäß dem Credo des früheren Trainers der Schachabteilung von Werder Bremen Claus Dieter Meyer (1946 – 2020) – von allen nur C. D. genannt – Studien, die auch eine gewisse Praxisnähe haben.

Wie schon in der ersten Folge der Kolumne kurz ausgeführt, war C. D. ein großer Freund der praxisnahen Studien des französischen Schachmeisters und Studienkomponisten russischer Herkunft Alexei Sergejewitsch Selesnjow (1888 – 1967).

Selesnjow
Alexei Selesnjow (1888 - 1967)

Studien von Selesnjow verwendete C. D. deshalb auch regelmäßig in seinen Trainingsstunden. So daher auch die folgende Studienkomposition von Selesnjow aus dem Jahr 1912.

Sie zeigt – ebenso wie die erste Aufgabe dieser Kolumne – ein Turmendspiel. In diesem materiell völlig ausgeglichenen Endspiel spielen allerdings ganz andere Motive eine Rolle als in der ersten Aufgabe. Nun sind also die LeserInnen am Zug.

Selesnjow 2 Diagramm

Schwarz scheint in der Diagrammstellung – mit seinem aktiven König und seinem gut positionierten Turm hinter dem weißen Freibauern – sogar ein wenig besser zu stehen. In Wahrheit ist es aber der Anziehende, der diese Position mit präzisem und kreativem Spiel für sich entscheiden kann. Viel Spaß bei der Lösung der Aufgabe.

Dienstag, 05 Januar 2021 12:05

Spartak on tour: IM Titel in Aarhus!

von (so gut wie) IM Spartak Grigorian

Einmal mehr bekam ich in einem sonst so mauen Turnierkalender die Gelegenheit ein Turnier am richtigen Brett zu spielen. Das GM-Turnier in Aarhus, organisiert im ortseigenen Chess-House der zweitgrößten Stadt Dänemarks, war in der Vergangenheit ein erfolgsversprechendes Pflaster für Werderaner.
So erzielten Bundesligaspieler Martin Zumsande sowie unser Coach Jonathan Carlstedt, der mir die Teilnahme ermöglichte - vielen Dank noch mal an dieser Stelle! - jeweils eine GM-Norm in Aarhus. Voller Zuversicht, meine letzte IM-Norm dort zu verwirklichen, bin ich dementsprechend die Reise angetreten.

Sicherheitshalber machte ich mich schon einen Tag vor Turnierbeginn auf den Weg nach Aarhus, da ich während Schachreisen schon die eine oder andere lange Grenzkontrolle auf mich nehmen musste. Um die Grenze überqueren zu dürfen, war ich verpflichtet, einen negativen Corona-Test und die offizielle Turniereinladung mit im Gepäck zu haben.
Angekommen an der Grenze verlief die Kontrolle nicht nur überraschend zügig, auch enttarnte sich der Grenzkontrolleur in unserem kurzen Gespräch als ehemaliger Schachspieler. Bei offenem Autofenster und kalten Außentemperaturen bekam ich seine abenteuerliche Geschichte zu hören, wie er als Startnummer 80 den Erstgesetzten des Turniers bezwingen konnte. Erfrischt ging es dann weiter in den Norden, nach Aarhus.

Angekommen begegnete ich zum Turnierbeginn den Favoriten und aus Aarhus stammenden GM Jesper Thybo. Schon vor drei Monaten hatten Jesper und ich das Vergnügen, eine sehr spannende Partie in Innsbruck zu spielen, mit dem glücklicheren Ende für mich.
Dieses Mal konnte ich keinerlei Initiative erlangen, kam nicht mal zur Rochade und gab nach 28 Zügen auf. Kein optimaler Start, doch die Erkenntnisse aus dieser Partie waren für den weiteren Turnierverlauf sehr wichtig. Ich muss meine Figuren besser koordinieren und noch viel wichtiger, schneller rochieren!

In den beiden darauffolgenden und richtungsweisenden Partien für mögliche Normen konnte ich aus den Lehren der ersten Runde und der daraus resultierenden besseren Figurenharmonie 1,5 Punkte erzielen.

Spartak Grigorian - IM Filip Boe Olsen 1–0

Spartak Bericht 1 
 

GM Jonas Bjerre - Spartak Grigorian ½–½

 Spartak Bericht 0


Nach drei Runden stand ich bei 50% und begegnete bereits zwei von drei GMs – alles noch möglich. Entschlossen konnte ich in der nächsten Partie gegen WFM Ellen Fredericia Nilssen einen schönen Angriffssieg erzielen. Meines Erachtens nach hat Ellen die beste Partie des Turniers in Runde 9 gespielt hat.

Deutlich schwieriger wurde es in den Runden 5 bis 7. Alle drei Partien hatten einen ähnlichen Verlauf. Trotz nicht optimal gespielten Mittelspielen schaffte ich nach langen Bemühungen, die Partien in ausgeglichene bzw. unklare Endspiele zu führen.

Während ich in Runde 5 gegen FM Jens Ramsdal ein extremes Risiko eingegangen bin und dafür belohnt wurde, hatte ich in Runde 6 großes Glück. GM Henrik Danielsen führte seinen 40. Zug, trotz mehr als fünf Minuten auf der Uhr, nicht aus.
Das Endspiel in Runde 7 war nach der Zeitkontrolle sicherlich vorteilhafter für die starke Schweizerin WIM Lena Georgescu. Allerdings spürte ich im weiteren Verlauf, dass sie überhaupt keine Gewinnversuche unternimmt. Zwar hatte ich an mehreren Stellen die Möglichkeit, Züge zu wiederholen, dennoch probierte ich in nachteiliger Stellung einen interessanten Gewinnversuch - mit Erfolg. IM-Norm sicher!

FM Jens Ramsdal - Spartak Grigorian (Runde 5)

Spartak Bericht 1

51.Kf5 Kg7 52.Rg6+ Kf7 53.Rf6+ Ke8 [Der sehr riskante Versuch auf Gewinn zu spielen. Bereits bei 50...a5 hatte ich das Figurenopfer geplant. Während ich das Opfer berechnen konnte, waren mir die Varianten nach 54. Ke6! unklar] [53...Kg7 erlaubt die Zugwiederholung] 54.Ke6! [54.Nc7+ Ke7 55.Nxb5? Rf1+–+] 54...Kd8 55.Kd6 a4 56.Kxc5 a3 […] 85. 0–1

Aber wie der Name des Turniers schon andeutet, es gibt mehr als nur eine IM-Norm zu holen. Nächster Angriff - GM-Norm!

norisko
No risk-o, no fun-o - auch bei Normtunieren ist das so  (Foto: OSt)

Um diese zu erlangen, brauchte ich noch 1,5 Punkte aus den zwei verbleibenden Partien. Runde 8 war demnach eine enorm wichtige Partie für mich, zum einen war ich Favorit und zum anderem meine letzte Weiß Partie.
Meine Eröffnungswahl brachte meinen Gegner schon nach fünf Zügen an die Grenzen seiner Theoriekenntnisse. Drei Züge später beging er einen Fehler, der mir 2017 auch widerfahren ist. Den Mehrbauern konnte ich sicher zum vollen Punkt verwerten.

 SpartakBericht 2
 

Wie schon beim CD Meier Gedenkturnier brauche ich in der letzten Runde mindestens ein Remis. In einer zweischneidig angelegten Partie überspielte ich meinen Gegner mit dem Minoritätsangriff am Damenflügel, kennzeichnend für die Richter-Rauzer-Variante im Sizilianer.

Mit sechs Siegen in Folge stand ich demnach bei 7,5/9 Punkten und überfüllte die IM-Norm um zwei Punkte, die GM-Norm um einen halben Punkt. Ein weiteres Turnierhighlight ist der sehr leckere Kaffee gewesen, den ich jetzt schon vermisse und welcher wahrscheinlich mein gutes Abschneiden erklärt. ;)

Kaffee Meisterkaffee
Die Marke für junge IMs ...  (Foto: OSt)

Großes Dankeschön an die Organisatoren und Helfer aus Aarhus, ein wirklich großartiges Schachturnier mit optimalen Spielbedingungen in familiärer Atmosphäre.

Danken möchte ich auch Werder Bremen, insbesondere meinem Trainer Alexander Markgraf. Aber auch meinem ehemaligen Schachklub Wildeshausen und ersten Trainer Jens Kahlenberg, die mich bis zum heutigen Tage unterstützen. Alex und Jens begleiten mich schon seit über zehn Jahren und haben einen großen Einfluss auf meinen Werdegang.

Ergebnisseite Chess House Aarhus 2020

Samstag, 02 Januar 2021 09:45

Spiel um Platz 3: Heute morgen live!

Im Spiel um die Weltherrschaft Platz 3 des Werdertiger Cup 2.0 treten am heutigen Samstagmorgen an:

Stephan Buchal - Collin Colbow

Die beiden Werderaner erweisen sich mit ihrer Terminansetzung als frühe und furchtlose Vögel, denen auch die allerfrüheste Uhrzeit schachlich keine Steine in den Weg zu legen vermag. Beeindruckend, mehr als!

Gespielt wird ab 10 Uhr auf dem Playchess-Server unseres Vertrauens, in der Werderlounge.

Und wir übertragen auf dem altbewährten Twitch-Kanal der Werdertigers. Schaut vorbei und sendet einen Gruß, wir freuen uns!

Donnerstag, 31 Dezember 2020 08:34

The Danny Gormally Show

Bye bye 2020 - hello 2021. Ein schweres Jahr liegt hinter uns, schräg und belastend wie lange nicht, und wir können nur hoffen, dass in den nächsten Monaten Licht am Ende des Corona-Tunnels aufscheinen wird.

Und selbst dann ist noch nicht alles wieder gut - denn parallel oder im Anschluss harren unser weitere herkulische Aufgaben, sei es das prophylaktische Retten der Welt nun endlich mal, oder die enorme Kraftanstrengung, die eigene ELO/ DWZ mal wieder nach oben zu biegen.


Gewinnen kann ganz schön sein - hier in einem wilden Video, zuerst gesehen bei den hochgeschätzten Kollegen von den Bodenseeschachperlenfischern

Bis es aber soweit ist mit dem neuen Jahr, können wir uns eigentlich noch ein wenig zurücklehnen und den heutigen Silvestertag genießen.
Berliner essen, das Luftsachen Masters gucken (zusammen mit Magnus Carlsen, der ja schon im gestrigen Viertelfinale von Daniil Dubov stilvoll verabschiedet wurde), Sekt kaltstellen.
Und vielleicht einen Blick werfen auf das wunderbare Kleinod der Danny Gormally Show, in der der britische Großmeister seine Berufskollegen liebevoll porträtiert und tja, wie das so ist, ein paar ihrer Eigenheiten spiegelt. Eine sehr schöne Parodie, es geht langsam los und wird dann noch immer besser.

The Danny Gormally Show! Und - guten Rutsch ins neue Jahr!

 

Finale, und sogar ein Finale dahaom, denn alle sitzen wir ja nach wie vor im Hoamoffice. Möge der Lockdown bald vorüber sein, und Corona sowieso!

Bis es aber soweit ist, müssen wir alle wohl noch ausdauernd Online-Schach spielen. Zwei, denen dies aktuell und auch sonst besonders gut von der Hand geht, treffen sich am heutigen Abend zum großen Endspiel des Werdertigers-Cup 2.0:

Jonathan Carlstedt! - Spartak Grigorian!

spartak chess house 
Den IM-Titel frisch mitgebracht aus Dänemark: Spartak beim Chess House Turnier in Aarhus (Foto: Mads Boe)

Carlstedt Werderstadion
Der Coach in seinem Wohnzimmer: Jonathan Carlsenstedt (Foto: André Colbow)

Beide haben seit der Vorrunde dieses weltweiten Turniers alle/ alles aus dem Weg geschaufelt, was Rang oder zumindest Namen hatte:

Vorrunde

Jonathan Carlstedt - Alexander Bräutigam 6 - 0 (puh!)
Jonathan - Daniel Elias Ochs 6- 1
Spartak - Holger Burhhart 6 - 1

Achtelfinale

Jonathan - Olaf Steffens 6,5 - 0,5 (arrgh)
Spartak - Veaceslav Cofmann 6 - 5

Viertelfinale

Jonathan - David Höffer 6,5 - 2,5
Spartak - Jari Reuker 6,5 - 3,5

Halbfinale

Jonathan - Collin Colbow 6,5 - 3,5
Spartak - Stephan Buchal 6,5 - 3,5

Nun stehen sie im Finale, und in einem letzten Match Best of Werder's Eleven können wir uns heute auf einen wahrlich titanischen Showdown freuen. Der Sieger qualifiziert sich möglicherweise direkt für das Luftsachen-Turnier mit Magnus Carlsen.

Los geht es um 20 Uhr, die Spiele finden statt in der Werdertigers Lounge bei Playchess. Live übertragen und dumm reingeredet wird wie immer bei den Werdertigers live auf Twitch. Kommt vorbei, drückt die Daumen und fachsimpelt mit!


Nicht nur beim Blitzschach gilt: Aufgepasst bei Standardsituationen!

Montag, 28 Dezember 2020 12:03

Hannover All Stars Reloaded

Grüße, liebe Leute, von zwischen den Jahren. Unser Redaktionsbetrieb ruht ein wenig, der Kaffee ist uns auch ausgegangen, und darum wärmen wir ein paar Kamellen auf, kleine Porträts zur Lage der Welt, von denen in den vergangenen Jahren ja einige über den Äther gegangen sind.

Denn unglaublich ... seit wirklichen 10 Jahren schon bin ich hier mit am Schreibtisch der Jörg-Hickl-geführten Schachwelt, und was war da nicht alles los .. ein neuer Weltmeister hat den Thron bestiegen, ein Verein aus Baden-Baden konnte Deutscher Meister werden, Schachpolitik, Präsidenten, Deutsche Meisterschaften, Schachjugend, WerderBremenBundesliga, und und und.

Zur Feier des Tages, nach zehn Jahren bei der Schachwelt, bietet sich ein Artikel aus dem Jahre 2014 an, mit dem wir unser Nachbarstädtchen Hannover zugleich grüßen (moin!) und würdigen möchten (siehe unten).
Die Zukunft liegt vor Euch, Jungs - und Sieger der Quarantäneliga wart Ihr ja bereits, mit dem HSK Lister Turm. Aller Ehren wert!

Hannover All stars

Als Gott die Welt erschuf, nahm er sich auch etwas Zeit für die Großstadt Hannover. Zentral gelegen inmitten von Hamburg, Berlin, Wuppertal und Walsrode, ist sie seitdem bekannt für guten Fußball, sommerliche Feuerwerkskunst, gutes Wetter, ein schönes Schloss und allerlei mehr, das mir aber im Moment nicht einfällt. Der gesamte europäische Keksausstoß wird von den Hannoveraner Bahlsenwerken bestritten, zudem regiert Erbprinz Ernst-August von Hannover aus das gesamte Bundesland Niedersachsen, oder würde es vielleicht zumindest gerne tun. Rein schachlich, und damit sind wir wieder beim Thema, läuft es für Hannover aber seit langem nicht mehr ganz so prächtig.

Wir kennen zwar alle Ilja Schneider, den berühmten Sohn der Stadt, der einst mit dem HSK Post Hannover alle Ligen des Nordens rockte und zu den kühnsten Hoffnungen Anlass gab. Dann aber, eines Tages, machten verwegene Späher aus Berlin ihre Aufwartung im Hause Schneider und entführten den jungen Meister an die Spree, wo er fortan in der Bundesliga um Punkte spielen musste – weiterhin bei Schachfreunden, aber diesmal in Berlin.

ilja-bundesliga
Hier wird noch so richtig nachgedacht: Ilja Schneider kämpft um den nächsten Punkt

Früher auch war es, noch in der Kohl-Ära, da hatte Hannover sogar einen veritabeln,, handelsüblichen Weltmeister in seinen Reihen –Anatoli Karpov absolvierte für Hannover-Stadthagen diverse Einsätze in der ersten Bundesliga. Ruhm und Ehre für die Stadt! Dann aber verschwand der Verein von der Bildfläche, und Karpov mit ihm gleich mit.

Die Hannoveraner Topklubs tummeln sich derzeit entweder in den zweiten und öfter noch in den dritten Ligen des Landes. Doch wer weiß – vielleicht wird die Stadt bald zu neuer schachlicher Blüte streben? Nur sehr sehr knapp zum Beispiel scheiterte in der vergangenen Spielzeit der HSK Lister Turm am Aufstieg in die 2.Liga, letztlich lediglich ein halber Brettpunkt fehlte für den ersten Platz, und was ist das denn schon, ein einziges Remis!
Da hätte der Bundesturnierdirektor doch mal ein Auge zudrücken können und auch den Zweitplatzierten hochwinken können in die höhere Klasse. (Doch wir kennen das ja schon – auch in Abstiegsfragen gibt es beim Schachbund keine Kulanz.)

 Hannover, meine Liebe! Und überhaupt – was sind das nicht alles für starke Spieler, die sich dort in der Region tummeln? Daraus könnte man glatt eine eigene Bundesliga-Mannschaft formen. Wir schauen kurz genauer hin:

- Ilja Schneider: Zwei GM-Normen bislang, schlug neulich erst Laurent Fressinet am Brett 1 der Liga, leuchtender Stern der SF Berlin, und - ursprünglich aus Hannover

Anatoli Karpov: geboren zwar irgendwo in der russischsprachigen Hemisphäre, doch als temporärer Wahl-Hannoveraner wäre seine erneute Aufstellung im Hannover All-Stars-Team natürlich klar gerechtfertigt. Es fehlt eigentlich nur noch die Freigabe aus Hockenheim.

karpov-bundesliga
Ob man ihn mit Keksen nach Hannover locken kann? Einen Versuch wäre es wert.


- Dennes Abel: amtierender niedersächsischer Meister im 960-Schach, und darüber hinaus ein weiterer Bundesligaspieler, der jetzt zwar in Berlin, in der jüngeren Vergangenheit aber für den HSK Post Hannover spielte. Was ist da in Gange – wie machen die Berliner das? Sind alle Berliner in Wirklichkeit ehemalige Niedersachsen? Vielleicht müssen wir auch bei Robert Rabiega nochmal nachfragen – am Ende kommt er, was ich schon lange vermutete, doch aus Papenburg an der Ems?

Nikolas Nüsken: jung, dynamisch, und ein Hannoveraner Jung´. In Ausübung seines Amtes als Spitzenbrett des HSK Lister Turm erzielte er hochrespektable 5 aus 8 Punkte und unterlag fast nur einmal in der entscheidenden Aufstiegspartie gegen den gefährlichen IM Martin Breutigam aus Oldenburg. Sonst aber, Respekt, Nikolas Nüsken! Immerhin war es ihm als Einzigem vergönnt, den für Turm Lüneburg spielenden Falko Bindrich zu besiegen (Falko holte insgesamt 8 aus 9).

 Jörg Hickl: ein würdiger Großmeister, der durch seine Schach-Trainingsreisen bekannt und in der ganzen Welt zu Hause ist. So steht zu vermuten, dass er sicherlich auch schon einmal in Hannover gewesen ist. Er könnte einem All-Stars-Team als Spieler und qualifizierter Trainer zur Seite stehen, und seine Erfahrung aus dem Schachreisen-Business prädestiniert ihn vermutlich so wie niemand anderen als Mannschaftsführer.

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Schachreisen mit Jörg Hickl - was mehr kann man noch wollen im Leben?

- David Höffer: das Kopfball-Ungeheuer aus Delmenhorst, das, wenn man nicht gut aufpasst, mit 1.Sb1-c3 sofort das Brett in Flammen setzt und auch vor den allerverwegensten kombinatorischen Verwicklungen nicht zurückschreckt. (Das musste auch René Stern einräumen, der bei den Deutschen Blitz-Mannschaftsmeisterschaften von David ausgedribbelt wurde. David wurde dort übrigens fünftbester Spieler am Zweiten Brett.)
Im Fußball nennt man solche Spieler „Knipser“, und was könnte einem All-Stars-Team besseres passieren, als so einen Mann zu den Seinigen zu zählen? David wohnt zwar nicht in Hannover, doch wer tut das schon, und andererseits kennt er eine Menge von Menschen, Sportlern und auch Schachspielern dort in der Stadt. Das sollte doch fürs Erste reichen.

Frank Hoppe: Der Webmaster des Deutschen Schachbundes liebt nicht nur das Schachspielen, nein, auch die Webseite des Verbandes liegt ihm am Herzen. Frank scheiterte vor zwei Jahren knapp an der Nominierung zur Schach-Olympiade in der Türkei und musste dabei Arkadij Naiditsch, Georg Meier und anderen in der Nationalmannschaft nur knapp den Vortritt lassen. Für Hannover aber, da sollte es reichen, und von Berlin nach Niedersachsen ist es ja auch gar nicht so weit. -         

Magnus Carlsen: Hannover gilt ja gemeinhin als norddeutsche Großstadt (auch wenn sie aus Bremer und Hamburger Sicht schon eher zum Süden gehört). Nicht jedermanns Sache ist es, im nordischen Klima Schach zu spielen, doch wenn jemand damit gut umgehen kann, dann wird es Magnus Carlsen sein. Carlsen hat bekanntermaßen vor nichts Angst, weder vor Anand noch vor langweiligen Turmendspielen, und so sollte auch Hannover keine Hürde mehr für ihn sein. Carlsen wird zwar im Spätherbst durch einen vorübergehenden WM-Kampf verhindert sein, wäre ansonsten allerdings einsatzbereit, denn Baden-Baden hatte aufgrund einer Vielzahl von anderen starken Meistern im Kader keine Verwendung mehr für ihn. Hannover also! Eine zweite Chance für den jungen Weltmeister!

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Ahnt noch nichts von seinem Glück, doch die Bundesliga
wartet schon auf ihn: Magnus Carlsen (HSK Post Hannover)  
                                                              
Foto: Ray Morris-Hill

Last but not least Torben Schulze: gefährlich, gefährlich, dieser Mann, und ebenso wie Carlsen eine Verstärkung für jedes Team. Könnte, wenn Carlsen gegen Anand spielt, von Mannschaftskapitän Hickl als mindestens gleichwertiger Ersatz aufgeboten werden. Torben Schulze besticht durch die mutige Wahl seiner Eröffnungen. Er selbst schlug mit 1.e4 – Sc6! bereits den einen oder anderen verblüfften Titelträger, und mit 1.Sc3-David Höffer  hat er ja schon einen Seelenverwandten im Team. Und natürlich: Torben kommt aus Hannover!

Hannover, man merkt es, bietet mehr als Kekse und Autobahnanschlüsse. Wir bedauern die aktuelle schachsportliche Durstphase, doch zeigen unsere Analysen, dass das Potential da ist und es schon bald wieder aufwärts gehen kann. Auf geht´s, Jungens, in die Bundesliga!

Wie wir hörten, zieht morgen bereits zieht ein Tross junger, hungriger Hannoveraner aus ins benachbarte Barsinghausen. Anlässlich der Norddeutschen Blitzmeisterschaften (ab 11 Uhr, VHS-Haus für Bildung und Freizeit,  Längenäcker 38,  30890 Barsinghausen) wird ein beachtliches Kontingent aus der oben umrissenen Mannschaft mit am Start sein. Das macht es nicht gerade einfacher für den Papenburger Robert Rabiega und alle anderen Teilnehmer (geschweige denn für mich), sich mit einem vorderen Platz für die Endrunde der Deutschen Blitzmeisterschaften zu qualifizieren.
Doch so sind sie, die Hannoveraner  - nette Menschen, doch wenn es irgendwo um Punkte geht, hört der Spaß auf. So ist eben Sport, und das wollen wir ja eigentlich auch so.

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Wenn Sie aus Hannover kommen und/oder Ihnen der Artikel gefallen hat, würden ich mich freuen, wenn Sie die Arbeit an diesem Text durch eine kleine Spende würdigen würden. Bitte überweisen Sie einen kleinen Betrag, wie hoch auch immer, an Greenpeace Deutschland, zum Schutz der Meere, Tiere, Zukunft. Vielen Dank!

Donnerstag, 24 Dezember 2020 08:52

ho ho ho

Ein langes und offenkundig trübes Jahr geht zu Ende. Zeit für etwas Wärme und etwas Licht, für das Chanukkah-Fest und für Weihnachten, oder das Zuckerfest, wenn es denn schon so weit wäre. Es war ein krummes Jahr, und am Besten wird in 2021 alles viel viel besser. Dann gucken wir zurück und sagen "Hey Mann, war das bitter, zäh, einsam in 2020 - aber jetzt haben wir das Schlimmste hinter uns!". Dann machen wir weiter und retten die Welt, und was wir Menschen davon noch übrig gelassen haben. So geht's!

schachstudienkatze
Nächstes Jahr wird besser

Weihnachten also! Ho ho ho, macht es alle gut, bleibt GESUND und seid auf der Hut. Übt auch mal ein bisschen Schach und schiebt die Figuren über das hölzerne Brett - denn das ist wohltuend, so sagt man ja. Frohe und mußevolle Feiertage Euch allen!

Von IM Dirk Schuh!

Auch nach über 25 Jahren Vereinszugehörigkeit und vielen Turnierpartien ist Schach für mich immer noch faszinierend. Der Grund ist die Vielzahl an Möglichkeiten, die es in jeder Phase der Partie gibt. Mir haben es dabei vor allem die Eröffnungen angetan, in denen ich vor allem unkonventionelle Ideen sehr schätze und auch immer wieder ausprobiere. Es begann in den 90er Jahren des letzten Jahrtausends mit FM Harald Keilhacks und Rainer Schlenkers Werk "1. ...Sc6! aus allen Lagen" aus dem Schachverlag Kania. Gerne erinnere ich mich daran, wie ich mit Freunden die krautige Stellung nach 1.e4 Sc6 2.d4 d5 3.Sc3 dxe4 4.d5 Se5 5.Lf4 Sg6 6.Lg3 f5 rauf und runter analysierte und so manche Partie auf der Rasierklinge ritt. [Ich auch! :-), gez. Der Setzer]
Später kamen dann königsindische Aufbauten nach 1.e4 gegen so ziemlich alles dazu und nach dem ersten Band der "Schach ohne Scheuklappen"-Reihe von New in Chess, in der jeweils nebenvariantige Häppchen in Artikeln so gut aufbereitet wurden, dass man sie sofort spielen wollte, war eh alles vorbei. Später habe ich mich dann generell etwas solider aufgestellt, um noch das Lebensziel des IM-Titels zu erreichen, aber manchmal ist mir einfach nach etwas besonderem zumute. Hilfreich ist dabei sicher auch "Unconventional Approaches to Modern Chess Volume 2" von Großmeister Alexander Ipatov aus dem Hause Thinkers Publishing.

Im ersten Band wurden diverse interessante Eröffnungsansätze für Schwarz fernab der Schablone vorgestellt, nun darf Weiß krauten, was das Zeug hält. Der Aufbau ist dabei wieder wie zuvor. Es gibt einige Varianten in gängigen Systemen, die dem ganzen eine etwas andere Richtung geben als sonst, aber auch ziemlich abgefahrenes Zeug. Als e4-Spieler muss man dabei aber sehr stark sein. Nur eine interessante Eröffnungsidee gibt es zu bestaunen und die ist auch noch recht speziell, weshalb man sie auch hätte weglassen können. Ich hatte sowas aber schon befürchtet, denn erstens ist der Autor ganz klar ein Verfechter von 1.d4, 1.c4 und 1.Sf3 und zweitens ist der oft recht konkrete Charakter der Stellungen nach 1.e4 nicht unbedingt förderlich, viele neue Ideen in bekannten Stellungen zu finden.

Was hat das Buch jetzt zu bieten? Natürlich kann ich hier nicht jede Idee aufzeigen, möchte aber doch ein paar Beispiele nennen, um den möglichen Lesern zu zeigen, worauf sie sich einlassen. Ein häufiges Motiv sind Raumgewinne oder Bauernstürme am Königsflügel. Es fängt gleich mit dem guten, alten abgelehnten Damengambit ein. Weiß steht hier oft mit seinem kleinen Raumvorteil nach 1.d4 d5 2.c4 e6 etwas besser, aber wenn Schwarz sich auskennt, kann es doch etwas langweilig werden. Bei GM Ipatov sieht das dann so aus: 3.Sf3 Sf6 4.Lg5 ist schon etwas ungewöhnlich, kann aber nach einem eingestreuten Sc3 immer noch sehr normal werden, weshalb Schwarz wohl einfach seine Schablone runterspielt. Also kommt Le7 5.e3 0-0 6.Dc2 h6 7.Lxf6 Lxf6, aber plötzlich folgt 8.h4 und Weiß deckt seine Karten auf.

AmSee
Trügerische Idylle mit Erdbeerkuchen, denn: Schach ist ein Kampfspiel

Er möchte mit g4-g5 einen Sturmangriff auf den schwarzen König spielen. Antwortet Schwarz klassisch mit dem Gegenschlag im Zentrum, also 8. ...c5, folgt 9.g4 cxd4 10.g5 und schon sieht es recht trübe für ihn aus. Hier sieht man auch die Idee des Zurückstellens von Sc3, denn sonst wäre dieser nach cxd4 angegriffen. Der Autor gibt hier mit 10. ...Da5+ 11.Sd2 dxe3 12.fxe3 Le7 13.gxh6 gxh6 14.Tg1+ Kh8 15.0-0-0 und ein paar mehr Zügen noch eine kurze Orientierungshilfe und analysiert neben 8. ...c5 auch noch 8. ...c6, 8. ...g6 und 8. ...Sc6 sehr genau und gewissenhaft, um dem Leser eine gute Waffe gegen diese Variante zur Hand zu geben. Aber natürlich geht da noch mehr. Der moderne Trend in den Eröffnungen geht immer mehr zu 1.c4 oder 1.Sf3, die auch ineinander übergehen können.

Durch das Zurückstellen von d4 herrscht noch weniger Spannung im Zentrum und man hat mehr Freiheiten an den Flügeln, in unserem Fall natürlich am Königsflügel. Unter dem Namen Mamedyarov Angriff präsentiert der Autor eine weitere Idee gegen die klassischen Damengambitler. Nach 1.c4 Sf6 2.Sf3 e6 3.e3 d5 4.b3 Le7 5.Lb2 0-0 sieht die Stellung erst nicht ganz so spannend aus, aber der Autor präsentiert nun 5 hochklassige Modellpartien, die zeigen, wie man hier und in verwandten Stellungen etwas Pepp kreieren kann. Zum Beispiel kam in der Partie Mamemdyarov-Karjakin aus Saint Louis 2018 nun nach Zugumstellung 6.Tg1 b6 7.g4 c5 8.g5 Se4 9.d3 Sd6 10.h4 und Weiß hatte einen schönen Raumvorteil, der ihm später einen starken Königsangriff brachte. Weiter hinten im Buch wird diese Idee sogar schon nach 1.Sf3 d5 2.c4 e6 3.g4 entkorkt, um Raum zu gewinnen und den Gegner zu provozieren.

Neben diesen Bauernvormärschen gibt es aber auch noch andere Ideen. Eine mittlerweile recht respektierte gibt es mit dem Jobava Angriff, der nach 1.d4 d5/Sf6 2.Sc3 Sf6/d5 3.Lf4 entsteht. Er bietet eine recht theoriearme Waffe gegen die beiden Hauptzüge und führt wegen der frühen Drohung e4 meist zu der oben gezeigten Stellung, in der Weiß oft mit f3, g4, h4 am Königsflügel Raum gewinnt oder auf e3, Ld3, Sge2, 0-0, Dd2, Tad1, Tfe1 mit einer soliden Stellung setzt, in der Großmeister Baduur Jobava schon einige tolle Partien gewann, die der Leser in diesem Buch in gut kommentierter Form kennenlernen kann.

Daneben fand ich als letztes Beispiel auch die Gambitideen in der Slawischen Eröffnung ganz gut. Die erste brachte eine schmerzhafte Erinnerung in mir hoch, weil ich nach 1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 dxc4 5.e4 b5 mit Schwarz einmal mächtig unter die Räder des weißen Angriffes kam. Mein Gegner spielte damals das anerkannte Geller Gambit mit 6.e5, aber das ist für das vorliegende Buch zu gut ausanalysiert. Zum Glück kam zuletzt das etwas ruhiger aussehende 6.Le2, das aber auch schon niemand geringeres als Weltmeister Magnus Carlsen gespielt hat. Es bringt etwas frischen Wind in diese Variante und wird in einer gut kommentierten Partie präsentiert, die Lust auf mehr macht. Ebenfalls sehr interessant wirkte auf mich aber auch die Idee nach 1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 a6 5.Dc2. Schwarz spielt eine meiner alten Lieben, das Chebanenkosystem, und Weiß geht es nach b5 mit 6.e4 hart an. Nach dxc4 7.b3 spielt Weiß auf eine typische positionelle Kompensation. Ich hätte mir hier ein paar Varianten nach cxb3 gewünscht, da der Partiezug Da5 zwar kämpferisch, aber nicht unbedingt natürlich wirkt. Das ist hier und da ein kleiner Kritikpunkt, aber meist bekommt der Leser alles mitgeliefert, um die jeweilige Variante gleich erfolgreich ausprobieren zu können.

Unconventional Approaches 2

Bei der Darstellung der Systeme gibt wie beim Vorgänger zwei Arten. Mal wird aus vielen Partiefragmenten und eigenen Analysen ein Bild der Variante gezeichnet, mal gibt es eine interessante Partie als Aufhänger, in der die typischen Ideen in verbalen und Analyse-Kommentaren aufgezeigt werden.

Insgesamt kann ich sagen, dass hier für Freunde der geschlossenen Eröffnung viele moderne und überraschende Ideen aufgezeigt werden, die viel Gift mitbringen. Der Autor ist dabei aber dennoch stets objektiv und versucht nicht, in jeder empfohlenen Variante Vorteil zu zeigen, zeigt aber in den unklaren Stellungen dennoch genug Ideen, dass man aufgrund des Wissensvorsprunges gut gewappnet sein sollte. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen, wenn man einmal Lust auf weniger ausgetretene Pfade und skurrilere Stellungen hat!

IM Dirk Schuh

Juni 2020

Mittwoch, 23 Dezember 2020 11:49

Allüberall Schach, und heute auch

Bumm bumm bumm. Lauter Highlights, große und kleine, an diesen letzten Tagen vor Weihnachten, und offenbar geht es in hohem Tempo auch gleich weiter, wenn die Feiertage vorüber sind!

Es locken unter anderem

- die Norddeutschen U12-Vereinsmeisterschaften online am 28.12.

- das Luftsachen-Masters, mit Magnus Carlstedt und vielen weiteren Großmeistern, los geht es am 26.Dezember

 atmo
Bis auf Weiteres erstmal noch nicht wieder so: Schach bleibt online

Vor dem Heiligen Abend schon:

- Matthias Blübaum wird Dritter bei der Online-EU-Meisterschaft!

- Frederik Svane (ja, genau, aus Lübeck!, und Bruder von ... !?) gewinnt den Welttitel der U16-Junioren - heidewitzka, was für ein Erfolg. Wir gratuliiiiiiieren!!

- und ... die Werdertigers regen (räkeln?) sich vor Weihnachten ebenfalls noch einmal und starten mit dem ersten Halbfinale ihres zweiten weltweiten K.O.-Turniers.

 Werdertigers 2

Heute abend ab 19 Uhr treten an in der charmanten Playchess-Lounge zu einem heroischen Match Best of Eleven:

Collin Colbow - Jonathan Carlstedt

In gewisser Weise sind auch hier wieder beide Kontrahenten favorisiert - einerseits der Werderaner Collin, hat er doch Jonathan im Frühjahr aus der gleichnamigen Erstauflage des Wettbewerbs werfen können.

Andererseits natürlich auch der Werderaner Jonathan, der im Frühjahr parallel zu ebenjenem Match auch online kommentierte - das mag ihm schachlich zum Verhängnis geworden sein, denn die letzten Runden gingen mehr oder weniger an Colin.
Jonathan also ist gewarnt, ist präpariert, ist Lichtgestalt, doch das wiederum weiß selbstredend auch Collin und wird sich gut vorbereiten.

Unsere ehrliche Voraussage lautet daher: eijeijei, das wird ein ganz enger Wettkampf!

Collin
Frisch aufgenommen in den Deutschen Leistungskader: Collin Colbow

Carlstedt Werderstadion
Lichtgestalt vor großer Kulisse: Jonathan Carlstedt im Weserstadion (Foto: André Colbow)

Co Kommentatore
Der Kommentatore und sein Team sind bereit

Wir übertragen und kommentieren live bei Twitch - seid dabei und schaut vorbei. Wir freuen uns!

(Das zweite Halbfinale zwischen Stephan Buchal und Spartak Grigorian wird in Kürze terminiert!)

Freitag, 18 Dezember 2020 12:35

Carlstedt - Höffer: Viertelfinale live!

Schooon geht es wieder rund auf unserem viereckigen Spielfeld - heute abend sehen wir das erste Viertelfinale des Werdertigers Cup 2.0!

Wir freuen uns auf die heutige Begegnung, einen modernen Klassiker und heimlichen Weltmeisterschaftskampf zwischen zwei Großen unserer Metiers:

David Höffer (SK Delmenhorster SK) - Jonathan Carlstedt (SV Werdertigers)

Hier ist einer wieder stärker als der Andere, und wir werden es uns in einem Match Best of Eleven gerne live mit anschauen, wer zumindest heute dieser Stärkere sein wird.

Favorisiert ist zum einen Vorjahresfinalist David Höffer, der wie kein anderer den Werder Monatsblitz von alters her dominiert und in mehr als 100% der Turniere den Sieg davongetragen hat. Unglaublich, aber - keine Chance für die anwesenden Blitzschachfreunde aus aller Welt!

Mehr über David erfahrt Ihr hier in einem ausführlichen Interview.

David
Kann auch mit wenigen Figuren gewinnen: David Höffer

Favorisiert ist aber auch Jonathan Carlstedt, Trainer des SVW, Lichtgestalt, Multitalent und 1.d2-d4-Spieler - was haben wir von ihm nicht schon alles für schöne Züge gesehen? (außer vielleicht 2.Lc1-f4 nach 1.d2-d4).

Wenn jemand das Blitzschachungeheuer Höffer stoppen kann, dann ist es unbedingt vielleicht Jonathan. Auch den Berichterstatter hat er schon mit einem glasklaren 6,5 - 0,5 im Achtelfinale auf die stille Treppe verweisen können - und so lauert auf ihn nun ein richtig universell gefährlicher Gegner.

Jonathan und Werder 2020
Jonathan (3.v.l.) und die Werderboys beim CD Meyer-Gedenkturnier 2020

Das titanische Match wird wie alle anderen auch ausgetragen bei Chessbase, Partner des SV Werder, auf dem Playchess-Server in der coolen Werdertigers-Lounge. Die Spieler sind dort in Bild und Ton zu sehen - ein besonderes Feature, sehr schön, sehr schön!

Übertragen und mit etwas Kommentarsenf versehen wird dieses Viertelfinale ab 20 Uhr auf www.twitch.tv/werdertigers. Schaut vorbei und diskutiert ein wenig mit!

Zwei weitere Viertelfinal-Runden sind bereits avisiert, auch hier kommentieren wir live auf Twitch:

Spartak Grigorian (Werder) - Jari Reuker (Werder), Sonntag 15 Uhr

Matthias Ahlberg (SG Weißensee 49) - Stephan Buchal (Werder), Sonntag 17 Uhr

Die vierte Begegnung lautet

Rolf Hundack (Bremer SG!) - Collin Colbow (Werder)

Von Dr. Oliver Höpfner, Bremen

Der im März 2020 gestorbene frühere Trainer der Schachabteilung von Werder Bremen Claus Dieter Meyer (1946 – 2020) – von allen nur C. D. genannt – hat im Laufe seines Lebens unzählige Schach-Trainingsstunden für die verschiedensten Spielstärke-Gruppen durchgeführt.

Die Spannbreite der Teilnehmer bei seinen vielen Trainings-Terminen reichte dabei vom fünfjährigen Anfänger, über fortgeschrittene erwachsene Schachspieler mit einer DWZ um 1500, den ambitionierten Vereinsspieler, ehrgeizige Jugendspieler in Hamburger und Bremer Leistungskadern bis hin zum erfahrenen Bundesligaspieler.

Inhaltlicher Bestandteil des Trainings von C. D. waren dabei seinerzeit oft auch Schachstudien. C. D. hielt sehr viel von dem Training mit Studien. Studien – der Rezensent Harry Schaack schrieb bei der Rezension des Studienbuches "Studien für Praktiker" in der Schach-Zeitschrift KARL 1/2009 einmal sehr blumig, dass „Studien (…) die Umsetzung von Schachwissen in ein reines, ästhetisches Konstrukt einer Schachposition - Poesie auf karierten Feldern“ sind, waren deshalb ein wichtiger Bestandteil seiner Trainingsstunden.

CD Turnierheft Startseite
Zu Ehren von C. D.: Gedenkturnier bei Werder im Herbst 2020

Ebenso wie die leider auch schon verstorbene russische Trainer-Legende Mark Dworetski war C. D. auch außerordentlich an der Praxisnähe der Studien interessiert, die er in seinem Training verwendete. Der frühere russische Weltklasse-Schachgroßmeister Artur Jussupow schrieb in dem Vorwort des oben schon erwähnten Buches "Studien für Praktiker", warum Dworetski – und damit auch C. D. - partienahe Studien bevorzugte. Er schrieb:

„Und noch dazu liegen diese Studien sehr nah am praktischen Spiel, weswegen der aufmerksame Leser viel davon lernen kann: Angriff und Verteidigung, Endspiel, taktisches Sehvermögen und Variantenberechnung werden in diesem Buch stark gefördert.

Mein Schachtrainer und der zweite Autor dieses Buches Mark Dworetsky benutzt wahrscheinlich wie kein anderer Studien im Training. Er hat bereits in der "vor Computer"-Zeit eine große Stellungskartei mit mehreren tausenden verschiedenen Übungen erstellt. Diese Übungen sind auch nach verschiedenen Themen sortiert und werden sehr aktiv im Training genutzt. Dabei spielen auch die Studien eine wichtige Rolle.

Einige Studienstellungen muss man von Anfang bis zum Ende berechnen. Andere darf man mit einem Trainer oder gegen einen Trainingspartner ausspielen. Dabei trainiert man sich in echten Kampfbedingungen, muss viele schwierige Entscheidungen treffen und die Zeit für die ganze "Partie" richtig verteilen, da wir oft nicht genau wissen, wo der kritische Moment liegt.“

Ein Studienkomponist, der immer sehr praxisnahe Studien mit spektakulären und unerwarteten Ideen komponierte, war der französische Schachmeister und Studienkomponist russischer Herkunft Alexei Sergejewitsch Selesnjow (1888 – 1967).

Selesnjow
Alexei Selesnjow (1888 - 1967)

Selesnjow war ein sehr starker Turnierspieler und hatte eine historische höchste Elo-Zahl von 2619 (Januar 1920). Er belegte zum Beispiel 1927 außer Konkurrenz Platz eins der ukrainischen Meisterschaft.

C. D. war ein großer Fan der praxisnahen Studien von Selesnjow. Er besaß daher natürlich auch das kleine Studienbuch „35 Endspielstudien von Schachmeister A. Selesnieff“ (Verlag Bernhard Kagan, Berlin 1919), dass Selesnjow zusammen mit dem damaligen Schach-Weltmeister Emanuel Lasker verfasst hatte.

Eine der Studien aus dem kleinen Büchlein war dabei die folgende Komposition von Selesnjow. C. D. zeigte diese kleine Perle der Studienkomposition im Laufe der Jahre relativ oft in seinem Training. Die Teilnehmer an seinem Training waren dabei nahezu immer fasziniert von der Lösung dieser kleinen, aber nichtsdestotrotz sehr einfallsreichen und eleganten Studie.

Nun ist also der Leser am Zug. Wie kann Weiß in der Diagrammstellung – trotz Minus-Bauer und zwei entfernten schwarzen Freibauern – die Partie noch gewinnen? Viel Spaß bei der Lösung der Aufgabe.

Selesnjow1
Alexei Sergejewitsch Selesnjow, 1919

Oliver Höpfner, Bremen

Anmerkung der Redaktion: Das Lösen - überlassen wir unseren verehrten LeserInnen im Kommentarbereich. Zeigt was Ihr könnt ... ! 

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UPDATE: Und nun ist es soweit - am 11.Januar erhaltet Ihr die Lösungen, liebe LeserInnen! (Mit großem Dank an Udo Hasenberg, für den geduldigen und sehr hilfreichen technischen Support)

 

Sonntag, 13 Dezember 2020 13:09

Prophylaxe rettet die Welt

Einen guten dritten Advent allen Leserinnen und Lesern!

Bald tauchen wir leider ab in einen neuerlichen Corona-Lockdown, und anders als im Frühjahr werden wir viel drinnen sitzen müssen, Heizung an, draußen grau, es könnten zähe Wochen werden. Zählen wir die Tage bis Mitte Januar, und hoffen wir, es wird dann so langsam alles wieder besser.

Eine weitere Krise bahnt sich derweil hinter den Kulissen an, fast unsichtbar, fast noch unspürbar. Die Erde, unser Planet, heizt sich auf und auf und auf.

Noch ein paar Jahre, und es wird zu spät sein, diesen Trend zu stoppen. Und wir sind es, die in einigen Jahren mit allen üblen Folgen davon leben müssen. Stürme, Hitzeperioden, Dürren, Feuer, Artensterben, Hungersnot, das ganze Programm. Traurig genug.

mit schwalbe oder so
Open Schwarzach/ St.Veit 2019 - alles sieht scheinbar noch gut aus

Ändern können wir im Einzelnen die Welt natürlich nicht. Doch wir können helfen, dass wir persönlich sie nicht noch schlechter machen. Vorschläge dafür gibt es viele:

- Verkauft Euren SUV und fahrt mit dem Fahrrad zum Schach.

- Nehmt die Bahn für die Reise zum Auswärtsspiel, und nicht das Flugzeug.

- Kauft mehr Bio-Artikel, seid radikal - jedes nachhaltig hergestellte Produkt hilft, dass die Bienen, Insekten, Vögel an anderer Stelle nicht durch beinhart pestizid-und düngerversprühende Landwirtschaft umgelegt werden. Bio-Kaffee bei Schachturnieren! Einkäufe sind Stimmzettel - schützt Eure Umwelt mit dem, was Ihr kauft.

- Häuser gut isolieren, Ökostrom fördern, fossile Energien beschränken. Und Wildblumenwiesen pflanzen vor dem Vereinslokal!

scharnhorststrae
OK, es ist kompliziert ...

Was das alles hier soll, auf einem Schachblog? Eine gute Frage! Vielleicht, weil es einfach notwendig ist, und wichtig, und weil wir als Menschen demütiger, zurückhaltender werden sollten.

Schachlich-prophylaktisch im Sinne von Mark Dvoretsky gedacht, vielleicht auch, weil wir ohne ein frühes Umsteuern bald nicht mehr in Ruhe Schach spielen werden. Corona macht es vor, dass andere Probleme gewaltig und wichtig werden können, und uns den gesamten Alltag, so wie wir ihn kennen und kannten, zerschießen.

Können wir nicht den Wandel in die eigene Hand nehmen, und schon jetzt so gut es geht vorbeugen, gegensteuern? Das wäre angewandte Prophylaxe, und hey, wir sind doch alles Schachspieler. Kennen wir doch! Wer, wenn nicht wir?

Denn ändern wird sich etwas - entweder jetzt durch uns und in halbwegs eigener Regie. Oder in 25 Jahren, wenn die Welt, die wir kannten, untergeht.

Da ist es doch besser, lieber jetzt schon etwas zu tun.


"This is the solution. We are the hope."

"Die Klimaaktivistin Greta Thunberg kritisierte den digitalen Klimagipfel und seine Teilnehmerinnen und Teilnehmer. "Beim Climate Ambition Summit feiern Anführer ihre schamlosen Schlupflöcher, leeren Worte, unzureichenden Fernziele und den Raub heutiger und künftiger Lebensbedingungen – und nennen es 'Ehrgeiz'", schrieb Thunberg auf Twitter. "Es gibt keine Klima-Anführer. Die einzigen, die das ändern können, seid ihr und ich. Zusammen." (Zeit Online, 13 Dezember 2020)

Donnerstag, 10 Dezember 2020 16:48

Die Liga der außergewöhnlichen Jugendlichen

Ho, ho, ho! Werder lud zum Schachturnier am Nikolaustag, unser Partner Chessbase steuerte großzügig tolle Preise bei, und so saßen am 06.Dezember in aller Herrgottsfrühe (10 Uhr am Sonntag!) rund 20 TeilnehmerInnen aus nah und fern am virtuellen Nikolausstiefel zusammen und wärmten sich am gemeinsamen Bildschirm der Live-Übertragung.

Gaby Assmann, von Chessbase als souveräne Turnierleiterin freundlich nach Bremen entsandt (danke, Gaby!), steuerte ihre SpielerInnen durch die sieben Runden bei einer Bedenkzeit von 12 Minuten + 6 Sekunden pro Zug. Das war ein sozusagen innovatives Zeitformat, auch vor dem Hintergrund, dass in vielen Turnieren allüberall ja auch gerne mal bei 3 + 2 in flotter Folge die Züge aufs Brett gehämmert werden müssen. Doch wie soll dabei weihnachtliche Stimmung aufkommen? 3 + 2 wäre Vorweihnachtsstress geworden in einer ohnehin schon nicht unbelasteten Zeit – darum hatte sich Werder Chief Turnierleiter Udo Hasenberg für eine schöne Runde mit entspannteren 12 + 6 am Nikolaustag entschieden. Angenehm!

Das eher kleine, aber sehr feine Teilnehmerfeld sah zahlreiche Werderanier und Werderanierinnen, ergänzt um Gäste aus fernen Bundeslanden. Und so war es dann auch ein Spieler aus umzu, der mit dem ersten Preis von dannen zog – die neue und weithin gelobte DVDs von Marco Baldauf „Caro Kann - Berliner Geheimvarianten 1 +2“ ging an Paul Plum vom Schachclub ML Kastellaun!

Simul4
In Ermangelung aktuellerer Turnierbilder - hier das Simultanspiel Andreas Calic - Luke McShane, Bremen 2019

Wunderwelt des Onlineschachs

Paul ließ die zahlreich vertretenen grün-weißen Schachfachkräfte allesamt hinter sich wie Nikoläuse auf einem abgesagten Weihnachtsmarkt und steuerte entschlossen auf den Spitzenplatz zu. Ein hübscher Sieg gegen FM Stephan Buchal, ein kühler Kopf gegen FM Olaf Steffens und den stark aufspielenden Dr. Irmin Meyer, dann zweimal Abfedern gegen IM Martin Zumsande und FM Collin Colbow – schon stand das Adventskalendertürchen für Paul weit offen und der Gewinn des Turniers war mit 6 Punkten in trockenen Weihnachtsdecken.

Wie schon im Frühjahr, als der Fischbeker Jugendliche David Serrer (DWZ 1550) einige IMs recht sensationell hinter sich ließ, überraschte damit erneut ein junges Talent von unter 18 Jahren . Mit sehr zügigem und fast durchgängig fehlerfreiem Spiel verblüffte er nicht nur die versammelte Spielerschaft, sondern übertraf mit einer schönen Online-Performance von rund 2400 auch deutlich seine Über-das-Brett-DWZ von 1930. So soll das sein – auch ein sehr starkes Computerprogramm hätte das wohl nicht viel besser hinbekommen können.

Glückwunsch an Paul zu diesem außerordentlichen Ergebnis!

Die Plätzchen hinter Paul teilten sich Martin Zumsande (ebenfalls 6 Punkte) vor Irmin Meyer on fire (5!), Collin Colbow und Stephan Buchal.

Nicht den Senioren- (hört, hört), aber den Ü50-Preis gewann zum ersten Mal in seinem Leben Olaf Steffens, und auch Burkard Lloyd Shang (Frankfurt/Main) erhält als bester U1900er einen Gutschein des Schachversands Niggemann.

Tom Hofmann sicherte nach unten alles ab und setzte sich souverän auf den ersten Rang der zweiten Tabellenhälfte. Damit füllte er den Nikolausstiefel für sich mit einem Buchpreis, ebenso wie Matthias Heiligtag (DJK Aufwärts Aachen) als bester U18-Spieler.

Grün Weiß Werder
Grün-weiß macht sich überall gut

Es war ein kurzweiliges Turnier mit guter Laune auch im Chat zwischen den Runden. Beim nächsten Mal (Oster-Open, Karnevalsturnier, Nikolausturnier?) sehen wir uns dann wieder, und gerne noch ein paar SpielerInnen mehr! So schön es auch ist gemeinsam im Netz - am Liebsten aber spielen wir dann aber wieder in echt, in real, mit veritablen Holzfiguren und Uhren, auf denen man raufhämmern kann (aber nicht soll). Mögen die schweren Corona-Zeiten bis dahin schon längst Geschichte sein. Hohoho!

Wenn der Gegner was kann, verliert man doch gerne

Noch ein Fragment aus der Mitte des Turniers – mit Schwarz gegen SF Tinz (= der bärenstarke Martin Zumsande) erreichte ich die folgende Stellung:

Diagramm Tinz Ste
   Nach 10.Lc1-f4, f7-f6

In meinem Wahn meinte ich hier noch, „ganz aussichtsreich“ zu stehen, allein, dem war nicht so. Schwarz knabbert mit f7-f6 zwar am fragilen weißen Zentrum, und weil der Läufer f4 hängt, geht auch nicht 11.exf6.

Martin boxte mich aber nun direktaus der Partie mit einem ungemein hübschen Kraftzug – was spielte er im gewinnbringend im 11.Zug?

Nikolausturnier Werder Bremen 2020 Abschlusstabelle

 

Und weiter geht es, liebe Schachfans, zwei kundige Denkkampfsportler im Achtelfinale des Werdertigers Cup 2.0 treten an und versuchen ihr Glück im Rennen um die Viertelfinalplätze.

Am Dienstag abend sehen wir

Jari Reuker (SV Werder Bremen) gegen FM Michael Buscher (SG Porz!)

Dienstag, 08 November 2020, 20 Uhr

Und dies ist fürwahr ein Spiel, was sicherlich auf Augenhöhe durch viele intensive Runden gehen wird. Aufstrebender Junior gegen versierte Schachfachkraft, und das alles im Spiel auf 6 Punkte. Wir schauen uns das an!

Aachen Blitz 4
Deutsche Blitzmannschaftsmeisterschaft 2012 in ... Aachen - wenn da mal der Michael Buscher nicht auch mit dabei gewesen ist, sozusagen in seinem Wohnzimmer!
Vielleicht findet ihn jemand? Und wer nur ist der Werderaner auf dem Foto?

Papp Reuker
GM Gábor Papp im Spiel mit Jari Reuker beim CD Meyer Gedenkturnier im Oktober. Das Vergnügen,
wie auch das Poster beweist, war eher auf Seiten von Jari - das Spiel endete Remis, und Jari holte sich eine IM-Norm!

Als Werdertiger Tiger-Olaf kann ich nach meinem eher schmählichen Gescheitert-Werden durch Coach Carlstedt (0,5 - 6,5) immerhin als Kommentatore noch live mit dabei sein.
Um kurz nach 20 Uhr schalte ich mich mit dazu auf www.twitch.tv/werdertigers - vorher erstmal fertig arbeiten in der Schule, dann nach Hause, und flugs geht es ab ins Netz!

Seid dabei bei einem überregionalen Match mit geradezu europäischer Bedeutung. Wir freuen uns auf Euch!

Und ... hier noch ein wenig Regeltechnik, kann ja nicht schaden vor einer großen Begegnung:

Samstag, 05 Dezember 2020 11:19

Werdertigers live: Trainer vs Manager

Die Werdertigers stromern wieder durchs weltweite Netz - heute abend im Duell Werder-Trainer (Jonathan Carlstedt) gegen Werder-Bundesliga-Manager (Olaf Steffens).

Das Gute daran: einer von beiden erreicht auf jeden Fall das Viertelfinale des Werdertigers Cup 2.0! Der Nachteil: einer wird die Heimreise antreten und sich nach erfolgreicher Vorrunde die Zeit anders vertreiben müssen. Doch so sei es!

Wer sich das Match (nun wirklich, wirklich, wirklich) geben möchte: gespielt wird um 19 Uhr auf Playchess, Karl Puccino - Werderjonny, und parallel dazu wird Jonathan diesen Werder-Bruderkampf Best of 11 live auf Twitch kommentieren.

Freitag, 04 Dezember 2020 13:58

Spartak wird IM!

Ein großer Sohn Wildeshausens weilt derzeit bei unseren nördlichen Nachbarn und spielt im Aarhus Chess House ein Normenturnier. Und was sollen wir sagen - Spartak Grigorian, entdeckt und weithin gefördert vom Schachklub Wildeshausen, trainiert unter anderem von Jens Kahlenberg und Alexander Markgraf, er wurde Deutscher U18-Meister und ist seit einigen Jahren engagierter Werderaner in Verein und! Bundesliga.

Und nun in Aarhus - Spartak hat brilliant gespielt, ein fast unbezwingbarer Löwe, ein grün-weißer Tigran Petrosian, und konnte im Chess House Punkt um Punkt unter Dach und Fach bringen! 

Mit einem Sieg unter anderem gegen GM Henrik Danielsen, hatte er schon kurz vor Turnierende die IM-Norm in der Tasche ... und nicht nur eine IM-Norm ist es, es ist sogar die dritte, und letzte, und endgültige - mit der schon vorher erreichten ELO von 2400 wird Spartak alsbald also Internationaler Meister.

Grigorian Steffens
Irgendwas mit Katzen ... in dieser Stellung hatte ich Spartak mal fast am Wickel,
aber ging am Ende (natürlich) doch unter.

Wir gratulieren und sagen: a) gut gemacht!! und ... b) das ruft nach einer Feier! (Bring uns dänische Ringelchips mit, Spartak!)

Bericht von Jonathan Carlstedt aus der Turniermitte

Bericht - die Norm ist komplett!

Montag, 30 November 2020 19:13

Warm anziehen: Last Sixteen!

Hui hui hui, mit einigen Aufregungen sind die ersten Matches im Werdertigers Cup 2.0 über die Bühne gegangen. Meist konnten die Höherplatzierten ihre Schäfchen souverän ins Trockene bringen, verblüffend oft blieben die Gegner bei ein bis zwei Punkten stehen, 6 - 1, 6 - 0, 6 - 0, 6 - 1, so gingen die Ergebnismeldungen.

Man mag sich ja fragen, ob das Blitzen die wertungsniedrigeren Adepten vielleicht auch mal begünstigt, denn sind bei knapper Zeit nicht dem Zufall und dem Spielglück etwas die Tür geöffnet? Auf der anderen Seite - gerade wenn die Zeit so-ho-ho knapp ist wie im regulären 3 + 2 Blitz, offenbar macht sich da die Kenntnis vertrauter Muster, üblicher Manöver und "wie man sowas spielt" noch stärker bemerkbar?
Diesen Verdacht zumindest legt unsere kleine Empirie aus gut 20 Begegnungen nahe - ob's wirklich so ist, das wissen die Götter.

Nun also Achtelfinale, die Last Sixteen, und schon geht es um die Schachwurst. Denn Chessbase, freundlicher Sponsor des sportlichen Beisammenseins, hat Premierenabos in den Topf geworfen - für jeden Viertelfinalisten gibt es drei freie Monate Playchess, was eine feine Sache ist, und bei weiter gutem Verlauf noch ausgebaut werden kann.
Doch erstmal muss man ja soweit kommen, und da werden wie immer wohl auch die Gegner noch ein Wörtchen mitreden wollen. Als da wären in den acht Begegnungen:

1 3 Reuker,Jari 2430 - Buscher,Michael 2277        
2 3 Ahlberg,Matthias 2082 - Emig,Nils 1820        
3 3 Cofmann,Veaceslav 2273 - Grigorian,Spartak 2444        
4 3 Buchal,Stephan 2216 - Koholka,Jan 1041        
5 3 Steffens,Olaf 2144 - Carlstedt,Jonathan 2432        
6 3 Colbow,Collin 2257 - Fenski,Matthias 1865        
7 3 Burkart,Lloyd Shang 1556 - Hoeffer,David 2350        
8 3 Gerhard,Dominik 1622 - Hundack,Rolf 2091        


Gucken wir uns die einzelnen Runden etwas näher an:

1) Jari Reuker - Michael Buscher

Wer weiß, wer weiß - zwei Riesen unter sich! Hier einer der Bundesliga-Youngster des SVW (Jan Gustafsson wird sich erinnern), dort eine veritable Schachfachkraft aus dem Westen.
Aus diplomatischen Erwägungen heraus sollte ich wohl Michael die Daumen drücken, ist er doch einer der treuesten und langjährigsten Leser unseres kleinen Blogs - möge er für jeden seiner Kommentare einen starken Zug finden!

Auf der anderen Seite, Jari, mein junger Bruder aus der Werder-Familie, wie könnte ich da nicht für Jari sein? Ist aber auch egal, denn die Jungens werden sowieso machen, was sie wollen. Sicher ein sehr spannendes Match - wir kommentieren bei Twitch, wenn irgend möglich!

2) Matthias Ahlberg - Nils Emig

Zwei Newcomer im Werdertigers-Land, einer wohl etwas favorisierter als der andere, doch was will das schon heißen? Nils kommt aus Marburg und, so sah ich, spielt einen heißen Schuh, furchtlos, schnell - da sollte sein Gegner mal gut aufpassen!
Aber Matthias, als Weißenseer, wird wie alle Berliner Rummel gewohnt sein auf den 64 Feldern. Wir gucken uns das an.

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3) Veaceslav Cofmann - Spartak Grigorian

Der große Nord-Süd-Vergleich: Veaceslav, Gesandter des Schwabenlandes, und Spartak, Nordi und Werderaner.
Beide heftig stark, und Veaceslav ein schneller Finger, wie ich schon zu meinem Ungemach feststellen musste (online und "in echt" am Brett). Hübsche Ansetzung!

4) Stephan Buchal - Jan Koholka

Der SK Langen hat mit Jan Koholka einen uns noch unbekannten jungen Mann abgeordnet, der - sozusagen trotz der langen Anreise - in der ersten Runde gegen Fritjof Wortmann gleich mal mit 6,5 - 1,5 durchmarschierte.

Nun aber lauert Stephan Buchal, eine erfahrene Blitzhand mit gut doppelt so hoher Rating. Doch Wertungszahlen spiegeln ja nur die Vergangenheit, und warum sollte man spielen, wenn alles allein durch Ratings schon vorentschieden wäre?
Daher, auf zur Runde, und passt auf Euch auf - mit niemandem ist zu spaßen, wenn man erstmal im Achtelfinale steht!

5) Olaf Steffens - Jonathan Carlstedt

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Ein Bild aus glücklichen Tagen - die Werdertigers bei der Bundesliga-Heimrunde in Bremen, Februar 2020 (Screenshot: Chess24)

Wow, ein Werder-Match ... Bundesliga-Manager gegen Bundesliga-Trainer - ein amtsangemessenes Gesamtremis ist hier vermutlich das einzige Resultat, das dem Geiste der Brüderlichkeit unter Werderanern am ehesten entsprechen sollte.

Indes, wer soll dann die freien Playchess-Monate erhalten, wenn es beim Unentschieden bleibt? Und wenn man schon mal da ist, kann man ja auch spielen! Wie aber besiegt man Jonathan? Vertrauliche Tipps bitte im Kommentarbereich.

6) Collin Colbow - Matthias Fenski

Aus dem schönen Lübeck ist Matthias bis ins Achtelfinale vorgedrungen, mit einem recht eindeutigen 6 - 0 hat er in der ersten Runde sogleich sein Turnierrevier abgesteckt. Nun aber rückt FM Collin auf die andere Seite des Brettes, schnell, trainiert, versiert - freuen wir uns auf eine intensive Begegnung!

7) Lloyd Shang Burkart - David Höffer

Zu Gast aus Frankfurt/Main weilt während des Turniers Lloyd Shang Burkart, sehr gut warmgespielt nach einem engen 4 -6 - Fight gegen Katerina Bräutigam aus Rendsburg (da sagen wir doch gleich mal Grüße und MOIN! an den Nord-Ostsee-Kanal!).

Lloyd trifft auf Blitzschachungeheuer David Höffer, der in der Vorrunde Jörg Wengler vom FC Bayern deutlich mit 6 -1 hinter den Weißwurstäquator zurückdrängen konnte.
David war obendrein (schönes Wort!), also, obendrein Finalist der ersten Auflage des Werdertigers-Cups, Norddeutscher Blitzschachmeister und hat auch schon mal den Werder Monatsblitz für sich entschieden.
Starke Referenzen fürwahr, doch nichts, was Lloyd übermäßig beeindrucken sollte.

 David
David Höffer beim recht starken Skilling Open 2020

8) Dominik Gerhard - Rolf Hundack

Letzte Paarung der laufenden Runde - aus dem fernen Oberursel rundet Dominik Gerhard das Feld ab, und auch wenn er rein wertungsmäßig etwas unterhalb von Rolf Hundack von der Bremer Schachgesellschaft rangiert, werden wir sicher zahlreiche spannende Partien sehen.
Rolf legt seine Spiele ja gerne furchtlos fulminant und "nach vorne" an, und wenn Dominik da den einen oder anderen guten Vorstopper in seiner Mannschaft hat, kann hier vieles passieren.

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Los geht's in den nächsten Tagen, die Spieler vereinbaren jetzt gerade, wo und wann sie spielen werden.

Formidabel eingepflegt von Righthand Udo Hasenberg findet Ihr alle Turnierdaten und Ansetzungen stets aktuell auf der Werder-Seite.

Jonathan oder ich kommentieren immer mal auch live bei www.twitch.tv/werdertigers.

PATE WERDEN für bedrohte Tiger - beim World Wildlife Fund. (Danke!)

Schaut vorbei - bis bald!

Samstag, 28 November 2020 17:48

SchuhSchautSchach: The Complete Chess Swindler

Eine Rezension von IM Dirk Schuh

Ich schreibe diese Rezension zu Zeiten der Coronakrise. Ich kann kaum noch arbeiten, das Verlassen der Wohnung macht mir auch nicht mehr soviel Spaß nach dem erlassenen Kontaktverbot, mein Geist schreit also nach Ablenkung. Was liegt da näher als ein unterhaltsames Schachbuch? Im Nachhinein bin ich sehr erfreut, dass kurz vor der Abschottung noch "The Complete Chess Swindler- How to save Points from lost Positions" vom australischen Großmeister David Smerdon bei mir vor der Haustür lag.

Mich erinnerte es an eines meiner ersten Schachbücher. Ich war gerade neu im Schachverein, da schenkte mir meine Mutter "Schach für Tiger" von IM Simon Webb. Sie hat gar keine Ahnung von Schach, aber dieses Geschenk war ein absoluter Glückgriff. Ich habe es so oft gelesen, dass es irgendwann ganz verschlissen war, aber habe es immer noch in meiner Sammlung. Dort lernte ich zum ersten Mal bewusst, dass der Kampf zwischen zwei Menschen am Schachbrett eben nicht nur durch die objektiv besten Züge entschieden wird, sondern auch viel Psychologie mit hineinspielt.
Für mich war das eine faszinierende Sache, die mir in vielen Partien weitergeholfen hat. GM Smerdon nimmt sich jetzt einen ganz bestimmten Aspekt daraus vor. Bei ihm ist schon klar, dass wir vom rechten Pfand abgekommen sind und auf Verlust stehen. Gegen eine Engine könnte man jetzt aufgeben, da sie keine Nervosität oder Ungeduld kennt. Sie ist frei von der Angst, es noch zu verhunzen, und lehnt sich auch nicht zu früh innerlich in dem Bewusstsein zurück, dass die Stellung sich jetzt schon von allein gewinnen wird und man sich schon einmal gedanklich mit dem Mittagessen oder der Einkaufsliste auseinandersetzen kann. Zu all dem kann der Mensch allerdings neigen und darum kann man auch verlorene Stellungen natürlich weiterspielen. Der Autor gibt dem Leser aber nun auch das Werkzeug an die Hand, mit dem er solche Schwächen nutzen kann.

Zeller Smerdon 2017
Brettkampfsportler und wundervolle Autoren: Frank Zeller (Schwäbisch Hall) und David Smerdon (Werder Bremen), 2017 im Weserstadion

Dafür zeigt er anhand zahlreicher Beispiele nach der Klärung des Begriffes "Schwindel" erst einmal die oben genannten Schwächen, damit man weiß, worauf man achten muss. Erst danach gibt es verschiedene Schwindeltechniken, die der Leser in verlorenen Stellungen anstreben kann. Natürlich sind gute Schwindel gar nicht so einfach, aber ich glaube, dass man durch Übung durchaus zu einem besseren Schwindler werden kann. Derzeit erprobe ich das mit den wenigen Schülern, die ich noch trainieren kann, und kann sagen, dass einige durchaus Talent dafür mitbringen.
Am besten gefiel mir in dem Buch aber der vierte Teil. Ich durfte mir schon von vielen Leuten anhören, dass Endspieltraining bei ihnen eh nichts brächte, weil sie entweder nie ins Endspiel kommen oder dann schon einen derart großen Materialvorteil haben, dass man das eh ganz locker gewinnt. Dass dieses Argument nicht gehalten werden kann, ist klar, aber hier kommt jetzt noch ein weiterer Aspekt dazu.
Als guter Schwindler sollte man zahlreiche Festungen im Endspiel kennen oder auch festungsähnliche Stellungen, die zwar für die stärkere Seite gewonnen sind, aber eben nur mit sehr viel Präzision. Auch hier glänzt das Buch mit vielen tollen Beispielen und Erklärungen, begonnen mit den Tücken des Endspiels Dame gegen Turm über andere Materialverteilungen gegen die Dame oder das Problem der Mehrqualität oder der nutzlosen Mehrfigur oder, oder, oder. In meinen Trainingseinheiten spiele ich oft verlorene Stellungen gegen meine Schüler aus und kann nur bestätigen, dass gute Endspielkenntnisse und findige Opferideen viele halbe oder gar ganze Punkte retten können. Abgerundet wird das Ganze dann mit ein paar Tests, in denen man selbst schwindeln soll.

Das Konzept des Buches gefällt mir sehr gut, aber hervorheben muss ich einfach die Art von GM Smerdon. Nicht nur, dass sich das Buch flüssig lesen lässt, abgesehen von ein paar Fremdworten, die ich kurz nachschlagen musste, er gibt auch immer wieder Zitate und Buchempfehlungen zu schachlichen, aber auch psychologischen Dingen, mit denen man einzelne Themen, die einen besonders fesseln, noch weiter vertiefen kann. So kann man schnell zum starken Schwindler werden.
Ich war auch überrascht, wieviele starke Spieler zugleich starke Schwindler sind. Bei Mihail Tal hatte ich es bereits gewusst, aber viele andere Experten waren mir neu und ich habe ihre Beispiele sehr genossen.

Complete Chess Swindler

Insgesamt ist das mit das beste Buch, das für mich seit langem im New in Chess Verlag erschienen ist. Das Thema ist sehr frisch und der Autor musste die Beispiele mit seinem Kopf und guter Recherche erstellen, da die Engines von Schwindeln keine Ahnung haben. Natürlich ist es nicht einfach, einen erfolgreichen Schwindel zu finden, aber mit diesem Buch wird ein guter Grundstock für solch eine Möglichkeit gelegt. Ich kann es nur jedem Schachfreund empfehlen, da die nächste verlorene Stellung vielleicht schneller kommt als man meint! [Anmerkung der Schachwelt-Redaktion: Wohl wahr, wohl wahr!]

IM Dirk Schuh, März 2020

David Smerdon: The Complete Chess Swindler- How to save Points from lost Positions" bei Schach Niggemann

(Das Buch erscheint in Kürze auch in deutscher Übersetzung)

Samstag, 28 November 2020 11:38

Ho Ho Ho! Nikolausturnier bei Werder Bremen

Der Nikolaus kommt in diesem Jahr online, zumindest was den schachlichen Wettbewerb angeht - die Schachabteilung des SV Werder Bremen freut sich, mit erneut großzügiger Unterstützung der Firma Chessbase zum 1.Bremer Nikolausturnier einzuladen!

Los geht es am (na klar) 6.Dezember in aller Frühe, ein Startgeld braucht nicht gezahlt zu werden, und wunderschöne Preise warten auf die Gesamtsieger und die Besten in den jeweiligen Gruppen (Senioren, Jugend, DWZ unter 1900 und bester Spieler der zweiten Tabellenhälfte).

Gespielt wird auf PlayChess, den Link zum Turnierraum bekommen alle Vorangemeldeten per Mail zugesandt.
Zusätzlich wird dieser auch für die Kurzentschlossenen auf unserer Homepage veröffentlicht.

Tigerniko
Nu aber los - Nikolaus bei Werder Bremen! (Foto: Udo Hasenberg)

Alle Details sind in der unten angehängten Ausschreibung zu finden.

Kommt alle vorbei, meldet Euch gleich an - für einen schönen Nikolaus-Schachtag am 06.Dezember!

Nikolausturnier bei Werder

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Sonntag, 22 November 2020 21:54

Werdertigers Cup: Colbow - Müer

Die erste Runde des Tigerwerders Cup 2.0 ist in vollem Schwange, so mancher schon setzte sich durch im beinharten K.O.-Modus, andere mussten bereits die Heimreise antreten. Ein Ausrufezeichen vermochte SF Rolf Hundack von der Bremer SG zu setzen, der den gut 150 Punkte eloschwereren Samuel Weber (Oberursel) furios und hauchdünn mit 6 : 5 aus dem Wettbewerb warf - Rolf sehen wir also bald wieder, in der Runde der letzten 16!

Heute am frühen Abend und vor dem hübschen Wiesbadener Tatort trafen Collin Colbow (Werder) und Sebastian Müer (SK Oldenburg) aufeinander - eines der wertungsstärksten Duelle dieser Auftaktrunde. Best of 11 - wer würde obsiegen? Hier ist der Stream - viel Spaß! (Nix für schwache Nerven, gelle)

Werdertigers Collin Tigerdompteur

Soweit für heute - morgen geht's weiter!

Turnierseite bei den Werdertigers