Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens, Diplom-Handelslehrer, unterrichtet an einer Bremer Berufsschule. FIDE-Meister seit 1997, ELO um die 2200, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Spielte für den Schleswiger Schachverein von 1919 (moinmoin!), den MTV Leck (hoch an der dänischen Grenze!), den Lübecker Schachverein, die Bremer Schachgesellschaft und nun für Werder Bremen.

Seit 2012 Manager des Schachbundesliga-Teams des SV Werder Bremen.

Größte Erfolge:
Landesmeister von Schleswig-Holstein 1994, Erster Deutscher Amateur-Meister 2002, 5.Platz beim letztenTravemünder Open 2013, und Sieger des Bremer Hans-Wild-Turniers 2018.

Größte Misserfolge:
Werd´ ich hier lieber nicht sagen!

Größte Leidenschaften:
früh in der Partie irgendetwas mit Randbauern und/ oder g-Bauern auszuprobieren und die Partie trotzdem nicht zu verlieren – klappt aber nicht immer.

Von Stephan Buchal

Dramatisches Finale beim CD Meyer-Gedenkturnier! Von dem GM-Trio an der Spitze kann sich nur Dmitrij Kollars gegen Spartak Grigorian durchsetzen. Die anderen drei Großmeister müssen sich gegen fantastisch aufspielend Jugendliche in äußerst spannenden Partien mit Remis begnügen.

Weiterlesen - mit vielen Fotos und Partiefragmenten - bei Werder Bremen Schach

Dmitrij CD Turnier
Dmitrij Kollars (Mitte): der frühere Bremer und ehemalige Schachschüler von ... Claus-Dieter Meyer erkämpfte sich den ersten Platz! (Foto: Heinz Hinrichs)

Pokal CD Turnier
Der CD Meyer Pokal reist mit Dmitrij in die Welt

One more game
Schachfreund Steffens diesmal ohne Fortune - oder ganz einfach mit sehr vielen schlechten Zügen. Letzter Platz!

claus
Bundesligarunde in Bremen 2013 - Claus-Dieter Meyer (rechts, mit Andreas Burblies) ganz in seinem Element!

Sonntag, 11 Oktober 2020 07:39

CD Meyer-Turnier: erste Runde, viele Punkte!

Gestern der Aufgalopp und die erste Runde beim CD-Meyer Gedenkturnier in Bremen - Jonathan Carlstedt, Kapitän und Motor dieses Events, fasst die Ereignisse des Tages in seinem ausführlichen Bericht zur ersten Runde zusammen. Auch im Internet hat Jonathan live kommentiert - dieser Link führt Euch zum Twitch-Verlauf der ersten Runde.

Und hier auch das sehr schöne Turnierheft, mit Porträts von allen Teilnehmern, Grußworten und vor allem auch mit zahlreichen Würdigungen von Claus-Dieter Meyer, Trainer-Urgestein und Werderaner. Wir denken an Dich, lieber Claus!

CD Turnierheft Startseite

Einige Highlights und schöne Kombis gab es gestern zu sehen, viele Spieler zeigten gute Technik und gewannen, andere müssen auf ihre ersten (Teil-) Punkte noch ein wenig warten. So auch der Autor dieser Zeilen, dessen schlagkräftigste Aktionen gegen Jari Reuker das versehentliche Stoßen gegen die über den Brettern aufgebaute Plexiglaswand war.

CD Turnier 2
Plexiglas is in the house

Nachdenken, nachdenken, nachdenken, Figur in die Hand nehmen und schnell auf ein Feld in die andere Bretthälfte stellen ... - doch bonk!, da war die unsichtbare Wand, was drei-bis viermal einen kleinen effektvollen Wumms ergab. Immerhin habe ich sie nicht umgestoßen, was man mir hoch anrechnen möge! Jari natürlich steckte diese kleinen Malheure gut weg und fertigte mich in nur wenigen Zügen recht entspannt ab. Dabei hatte ich sogar meine neue Thermoskanne dabei, mit viel Kaffee für viele Turnierstunden, doch zeigte dies nicht die erhoffte Wirkung. Wir müssen uns erst noch finden, die Thermoskanne und ich - und überhaupt.

CD Turnier 1
Noch auf der Suche nach dem richtigen Mindset

Heute geht es weiter um 16 Uhr - die Paarungen findet Ihr hier.

Samstag, 10 Oktober 2020 12:21

CD-Meyer-Gedenkturnier: Auf an die Bretter!

ui ui ui

Heute geht es los in Bremen, ein beinhartes Feld voller Meisterspieler und MeisterspielerInnen, und dazwischen das kleine 2171er-Schäflein Olaf als Vorletzter auf der großen gefährlichen Turnierweide. Aber sich zu sorgen nützt ja nichts, Züge muss man trotzdem machen, und die anderen haben ja auch nicht mehr Figuren als man selbst.

Diese hohen ELO-Höhen bei der versammelten Gegnerschaft sind allerdings eine recht ungewöhnliche Perspektive für mich, ganz allgemein, und auch/ gerade nach einem halben Jahr strenger Turnierabstinenz. Wie wird es sein, wieder für Stunden an den Brettern, und Tag für Tag mit neuen massiven ELO-Riesen auf der anderen Seite der Plexiglasscheibe?

Wenn es ganz schlecht läuft, droht tagelange Agonie, untermalt von typisch bremischem Regenwetter. Sollte der eine oder andere Punkt in mein Netz tropfen, wäre das natürlich großartig - doch weit ist der Weg, bis so ein Punkt tatsächlich mal in Sicherheit gebracht ist! Es bleibt also nur - genießen, das Beste versuchen, weitermachen, und mit Kaffee am Schachbrett (aus neuer Thermoskanne, denn kein Ausschank beim Turnier unter Corona) und einer hübschen Fernsehserie am Abend eine schöne Turnierwoche zu erleben. Hurra (hurra!) !

Für heute ist die erste Runde raus, und ohne Pardon hat Turnierdirektorchef Jonathan Carlstedt ausgelost:

http://chess-results.com/tnr532285.aspx?lan=0&art=2&rd=1

Los geht es um 16 Uhr, live übertragen bei Chess24 und Chessbase, sowie aus allererster Hand bei www.twitch.tv/werdertigers, kommentiert vom Chef persönlich (und nein, damit ist nicht Garri Kasparov gemeint).

Für alles Übrige sei hier verwiesen auf Wo man Turnier spielt, da lass Dich ruhig nieder aus dem Vorjahr - ist immer noch so gültig, dieselben Gedanken, Ideen, Sorgen. Schön, nun wieder Schach zu spielen!

Rezension von IM Dirk Schuh, Mai 2019

Ich habe Schach durch verschiedenste Regeln gelernt. Erst kamen natürlich die Grundregeln, wie die Figuren ziehen, wie man rochiert, was passiert, wenn ein Bauern die gegnerische Grundreihe erreicht! Danach habe ich aber aus eigener Erfahrung oder der Lektüre verschiedenster Bücher und Magazine weitere Regeln abgeleitet, die mir sehr geholfen haben.

Es ging hierbei darum, erst alle Figuren zu entwickeln und dann anzugreifen oder Bauernschwächen wie Doppelbauern oder Isolanis um jeden Preis zu vermeiden, selbst wenn ich nicht sah, worin das Problem der jeweiligen Schwäche lag. Auch die eigene Königsstellung war mir heilig. Mir half das, eine Spielstärke von über 2000 DWZ zu erreichen. Erst danach merkte ich, dass die eine oder andere Regel nicht zu dogmatisch gesehen werden sollte. Ich spielte geschlossenere Stellungen und dort war die Figurenentwicklung plötzlich nicht mehr so wichtig, ich fand heraus, dass man in Isolanistellungen durch die höhere Aktivität herrlich angreifen konnte und entwickelte eine Vorliebe für Königsstellungen auf f1 oder f8, während ich den h-Turm dann jeweils nur zur Verteidigung auf g8 beließ oder mit Weiß oft nach h4-h5 über h3 oder h4 ins Spiel brachte.

Vor kurzem musste ich an diese eigene Evolution denken, als ich "Say No to Chess Principles" von Großmeister Evgeny Bareev aus dem Thinkers Publishing Verlag in den Händen hielt. In dem Buch zeigt der bekannte Schachgroßmeister, wie er immer wieder klassische Prinzipien wie die frühe Rochade oder dem Vorteil der Figur im Zentrum gegenüber einer Figur am Rand ausgehebelt hat und so seine Gegner praktisch unter Druck setzte, weil sie die unorthodoxen Stellungen falsch einschätzten oder auf der Suche nach einer Widerlegung seiner Spielidee in Zeitnot kamen und dann zusehen mussten, wie ihre Stellung auseinanderfiel.
In der Einleitung gibt er dabei den Kurs seines Buches schon treffend vor. Er schreibt, dass diese Prinzipien nicht falsch sind, aber in geschlossenen Stellungen nicht den gleichen Wert wie in offenen besitzen. Darum gibt es vorwiegend geschlossene Eröffnungen zu sehen und nur hin und wieder einmal die Französische und Caro-Kann-Verteidigung, die der Autor beide meisterhaft versteht, die aber auch zu recht blockierten Stellungen führen können.

say no to principles

Was kann man als Leser nun von diesem Buch erwarten? In erster Linie möchte es unterhalten. Der Schreibstil ist recht locker und es gibt viele kleine Anekdoten zu den Partien, um ihre Umstände näher zu beleuchten oder einfach Informationen über die reinen Züge hinaus zu geben. Die 54 Partien sind recht gut mit Worten und einigen Analysevarianten sowie weiteren Partiefragmenten kommentiert und man lernt einiges über die geschlossenen Spiele.
Es geht weniger darum, dem Leser zu zeigen, wann man jetzt genau die klassischen Regeln brechen kann, sondern eher darum, die Vielfalt im Schach zu behandeln und zu inspirieren. Um das Buch wirklich genießen zu können, sollte man es gerade nicht so ernst nehmen. Dann jedoch macht es einfach Spaß! Ich zum Beispiel habe es in einem Rutsch durchgelesen und wurde dadurch vielleicht nicht zu einem besseren Spieler, spürte aber schon ein Jucken in meinen Fingern, mal wieder etwas verrücktere Stellungen anzustreben. Darum kann ich das Buch jedem nur wärmstens empfehlen, der für sowas auch zu haben ist!

Say no to chess principles bei Schach Niggemann

Montag, 05 Oktober 2020 09:24

CD Meyer Gedenkturnier: Jetzt mittippen!

Es läuft der Countdown, die Schachfiguren machen sich bereit - Bremen freut sich auf den Auftakt zum CD Meyer Gedenkturnier am kommenden Samstag!

Anlässlich des großen Events richtet der SV Werder mit wunderbarer Unterstützung verschiedener Partner ein Turnier- Tippspiel aus, bei dem es viele prima Preise zu gewinnen gibt (Platz 1: ein schmuckes Werder-Trikot).

Folgt einfach diesem Link, und sendet Eure Vorhersagen bis zum Turnierbeginn an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Turniervorschau bei Werder

Werder Porz 2005
Deutscher Meister 2005 (hey hey!) - den Grundstein dazu legte auch CD Meyer

Freitag, 02 Oktober 2020 10:38

CD Meyer Gedenkturnier bei Werder Bremen

Werder Bremen richtet im Oktober das CD-Meyer-Gedenkturnier aus - zur Würdigung und zur Erinnerung an unseren früheren Trainer Claus-Dieter Meyer, der leider im Frühjahr diesen Jahres verstorben ist.

Von Samstag, 10 Oktober, bis Sonntag, 18 Oktober, geht es in einem 22-köpfigen sehr starken und sehr internationalen Feld um Punkte und Preise - ein kleines Nahschach-Juwel in diesen langen Corona-Monaten. 

Organisiert von Turnierdirektor Jonathan Carlstedt, werden in dem zweiundzwanzigköpfigen Feld zahlreiche internationale Meisterspieler vertreten sein, darunter Spieler aus Frankreich, Brasilien, Spanien und den Niederlanden.
Auch die deutsche Schachsport-Spitze im Herren- und Damenbereich, zahlreiche Nationalspieler sowie aufstrebende Werderaner Junioren gehen an den neun Tagen an die Bretter und kämpfen um den mit 1.500,-€ dotierten Ersten Preis.

 
Partner des SV Werder bei diesem Turnier ist die Sparkasse Bremen - eine Unterstützung, über die sich die Schachabteilung sehr freut.
 
Mehr zu diesem Einladungsturnier schon bald auf www.werder.de/schach !

Zum Tode von Claus-Dieter Meyer  (Nachruf von Dr. Oliver Höpfner)

Montag, 28 September 2020 11:51

Meistergipfel: Passables Finale in Karlsruhe!

Große Pause in Schachdeutschland – das Corona-Virus hatte im März diesen Jahres den gesamten Spielbetrieb der ersten Schachbundesliga lahmgelegt (und den aller anderen Ligen und Sportarten weltweit natürlich ebenfalls). Nach einer längeren Zeit der Schockstarre indes sprossen neue Initiativen aus dem Boden, wie trotz der unheimlichen Pandemie doch wieder eine Art Spielbetrieb hergestellt werden könnte.

Zunächst beschloss die Bundesliga, die Saison 2019/2020 umzumünzen in eine verlängerte Saison 2019/2021 – zwei Jahre, eine Spielzeit! – so dass sie im kommenden Frühjahr aller hoffnungsvollen Voraussicht nach beendet werden kann.
Zugleich aber wollte man auch jetzt schon spielen, wenngleich nicht absolut verbindlich – denn nicht allen Teams war die Rückkehr zu den normalen Mannschaftskämpfen schon wieder geheuer.
Konnte man aber nicht dennoch schon wieder „in echt“ an die Bretter gehen? Man konnte, fürwahr, und man wollte – und geboren war der Meistergipfel 2020 in Karlsruhe, ein freiwilliges Turnier von acht Bundesligisten, bei dem sogar ein veritabler Champion 2020 ermittelt werden sollte!

Werder in Karlsruhe 2020
Grün-Weiß Bremen im Badener Land (es fehlt - weil hinter der Kamera - Jonathan Carlstedt)

Werder Bremen war eines dieser acht Teams, und Captain Fish sowie Coach Carlstedt hatten für die Reise ins Badische eine hübsche Aufstellung komponiert: viele etablierte Fachkräfte aus aller Welt, der Ukraine, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden – ergänzt um regionale Kometen aus dem Bremer Raum, junge Werderaner, die beim Meistergipfel Erfahrung und gerne auch reichlich Punkte sammeln konnten.

Nikolas Wachinger, Collin DerBesteAusWelt Colbow und Jari Reuker sicherten somit in Karlsruhe die hinteren Bretter, und das machten sie ganz vortrefflich! Ihre Ausbeute lag bei gut 50% aus 12 Partien – Chapeau, chapeau, mit prima Resultaten u.a. von Jari gegen GM Sergei Movsesian und Collin vs GM Ilja Zaragatski, die beide mit schönen Remisen endeten.
Nikolas schnappte sich 3 Punkte in vier kniffligen Partien – was soll man sagen, in dieser Form zählt er sicher auch bei unserer gerade gestarteten Clubmeisterschaft zu den Favoriten!

Vor der letzten Runde des Meistergipfels am Sonntagmorgen lag Team Werder auf dem fünften von acht möglichen Plätzen.

Am Samstag noch waren wir vom späteren Meister OSG Baden-Baden mit 5:3 besiegt worden - leicht hätte es auch genau anders herum enden können, denn an mehreren Brettern standen wir aussichtsreich bis sogar - zeitweise- auf Gewinn (Laurent, gegen Caruana!). Immerhin, am Nachmittag kamen wir mit einem schönen 5 - 3 gegen Bayern München und verstärkt durch den nachgereisten Martin Zumsande zu zwei weiteren wichtigen Mannschaftspunkten.
Somit ging es in der abschließenden siebten Runden noch einmal um alles – denn ein Erfolg gegen die Schachfreunde Berlin bot uns die Chance, noch in die obere Tabellenhälfte vorzustoßen und die SG Solingen von Platz vier zu verdrängen.
Die Chancen dafür standen nicht allzu schlecht: im Spiel mit den Chessfriends waren wir leicht favorisiert, während die starken Solinger gegen – so hofften wir – noch stärkere Deizisauer vielleicht nicht gewinnen würden. Und tatsächlich – die Jungmannen aus Deizisau erarbeiteten sich geduldig einen überzeugenden Sieg, und auch wir konnten (wenn auch nicht ohne zeitweiliges Bangen) mit 5,5 : 2,5 beide Punkte sichern. Hurra! Vierter Platz!

Sieger wurde, bevor wir es vergessen, mit der OSG Baden-Baden der Ausrichter dieser gelungenen Veranstaltung und zugleich auch der Standard-Anwender-Meister der vergangenen 12 oder mehr Jahre – herzlichen Glückwunsch dazu, es war verdient und mit einem schillernden Team rund um Caruana, Vachier-Lagrave, Aronian und Rapport auch eine Freude, die vielen prominenten Meister in Aktion zu sehen.

Vierter Platz für uns, wir sind‘s zufrieden, und haben die Bremer Farben so hoffen wir angemessen vertreten: zugebissen gegen Aachen, die SF Berlin, die Münchner Bayern (!) (immer schön) und gegen die SG Solingen gleich in der Auftaktbegegnung. Hier spielten wir sogar nur zu siebt, da Romain Edouard krankheitsbedingt kurzfristig ausgefallen war (wir freuen uns sehr, dass es ihm mittlerweile wieder besser geht). Zu unserem Leidwesen verloren wir knapp gegen Deisisau, hoch gegen Viernheim und nach großem Ringen auch gegen Baden-Baden – das kann passieren!

Durch Corona hatten wir vor und während des Turniers reichlich um die Ohren, Coach Jonathan und Captain Genna vor Ort, Präses Höpfner und ich hier in Bremen - die Einreise unserer Meister aus so manchem Risikogebiet hielt uns viele Tage in Atem, da zunächst Corona-Tests organisiert werden mussten, um ihnen eine problemlose Anreise und Aufenthalt zu ermöglichen – doch wo gab es dafür Kapazitäten, sichere Zeitfenster, Unterkünfte vor Ort?
Es gab Sorgen um Quarantäne, kurzfristige Verschiebungen der Anreise, Versicherungsfragen wollten geklärt sein, und reichlich Mails und Anrufe bei Gesundheitsämtern und der Bundespolizei, zusammen mit mancherlei mehr Kalamitäten en gros und en détail.
Doch sagen wir „Ende gut, alles gut“ - wie so oft sind alle Schwierigkeiten wie von Zauberhand vergessen, weil man in der Rückschau über diese oder jene Situation wieder schmunzeln kann.

Es ist prima, dass wir in Karlsruhe mit dabei sein konnten mit einer tollen Mannschaft aus langjährigen Werderanern und motivierten Junioren. Ein wunderbarer Team-Spirit und viele spannende Schachtage – viel mehr kann man sich nicht wünschen!

Die letzte Runde im Video

Werder-Ergebnisse im Einzelnen

Feuerwerk der Turmkunst

Aus unserer beliebten Reihe "Feuerwerk der Turmkunst" hier noch aktuelles Beispiel aus dem Schaffen von Nikolas Wachinger, der in Karlsruhe mit Schwarz gegen IM Norbert Coenen die folgende Position erreichte:

Coenen Nikolas

Diagramm von Chess24. vielen Dank!

Wir fragen die verehrte LeserInnenschaft:

1) Auf welchem Weg eigentlich kam Nikolas' Turm nach ... a2? (!?)

2) Und wie sicherte sich Nikolas in dieser Stellung großen Vorteil?

(Lösung diskret versteckt ... hier)

Glückwunsch, Glückwunsch, liebe BadenserInnen - der Titel "Deutscher Mannschaftsmeister" geht auch in der Auflage des Jahres 2020 wieder an die Nordschwarzwälder, die mit ihrem einmal mehr aus vielen lokalen Kräften komponierten Team wie schon in den letzten 15 Jahren für Furore sorgten.

Heute kam es in Karlsruhe zum Finale gegen einen Gegner auf Augenhöhe, den gewaltigen SC Viernheim, der ebenso wie die OSG Baden-Baden in den sechs Meistergipfel-Runden ungeschlagen geblieben war, und allein aufgrund von etwas weniger Brettpunkten noch nicht auf Rang 1 der Tabelle stand. Viernheim in diesem Jahr also auf dem Weg ganz nach oben?
Nein, auch Viernheim schaffte es nicht, kein "Breaking Baden-Baden" und kein neuer Meister der Bundesliga - die Füchse der OSG hielten ihren Laden zusammen und sammelten letztlich getragen von Arkadiy Naiditsch und Vallejo Pons die meisterschaftsentscheidenden Punkte. Gratulation und Chapeau, und Danke für das Ausrichten dieser tollen Veranstaltung in schwierigen Corona-Zeiten!

 BadenBaden 2020
Titanen am Schachbrett, und vielfach schon seit über 10 Jahren bei der OSG - Team Baden-Baden (mit Teamchef Sven Noppes, 2. von links) ist auch durch die enge und langjährige Verbindung zu seinen Spielern so stark  (Foto: Christian Bossert, vielen Dank!)

DSB BadenBaden Meister

Huch - Neuer Deutscher Meister? Bundesliga-Endrunde in Karlsruhe? Wie schon in den vier Tagen(!) davor, ist die Berichterstattung auf der neuen Seite des Deutschen Schachbunds auch am Abend nach dem Turnier noch von einer verblüffenden Zurückhaltung geprägt.

Auch Werder Bremen war heute angetreten, ihrem nordwestdeutschen Mannschaftskonto noch zwei weitere Punkte hinzuzufügen - das war keine leichte Sache gegen die stets gefährlichen Kollegen von den SF Berlin, doch am Ende setzte sich das ELO-Plus der Hanseaten durch - 5,5 : 2,5, und ein schöner vierter Platz im Endklassement für Werder.

Das kann sich sehen lassen!, und gäbe es dieses Jahr noch einen Europapokal, Grün-Weiß Bremen wäre qualifiziert. Erfreulicher auch für Coach Jonathan Carlstedt und Mannschaftsführer Gennadiy Fish (sowie für die beiden anderen Bremeraner, die von zu Hause aus ebenfalls fünf Tage intensiv unterstützten, Abteilungsleiter Dr. Oliver Höpfner und Manager Olaf Steffens) - erfreulich also, dass die Werder-Junioren Jari Reuker, Nikolas Wachinger und Liga-Debütant Collin Colbow bei ihren Einsätzen in Karlsruhe durch die Bank erfolgreich punkteten und gegen teilweise Weltklasse-Konkurrenz mutig aufspielten.

So kann das gerne weitergehen - wir freuen uns auf die nächsten Matches in Liga Eins, und haben für diese Vorfreude nun ein gutes halbes Jahr Zeit. Im nächsten Frühling, so die Schachgöttin will, folgen die letzten drei Wochenenden der verlängerten Saison 2019/ 2021. Und Werder ist dabei, in München, in Kiel und in Berlin. Hurra!

Schach Karlsruhe 7.png
LiveKommentare vom Meistergipfel: Über Schach zu erzählen ist zum Glück einfacher als selber gut zu spielen

Freitag, 18 September 2020 17:58

Tag 2 der Schachbundesliga

von Werder-Trainer Jonathan Carlstedt

Tag 2 brachte einen Sieg und eine Niederlage für das Werderaner Bundesligateam

Dass Deizisau ein schwerer Gegner werden würde, war bereits vor dem Turnier klar. Doch wir hatten entgegen unserer Erwartungen zwei Ausfälle an Tag 2 zu verkraften. Romain ist weiterhin nicht in der Verfassung ans Brett zurückzukehren und Wouters Heimat wurde kurz vor seiner Abfahrt zum Risikogebiet erklärt.

Doch trotzdem lieferten wir Deizisau einen spannenden Kampf mit vielen entschiedenen Partien. Schnell lagen wir 0-1 zurück als Jan gegen Vincent Keymer in eine Falle lief! Den Ausgleich besorgte der in starker Form befindliche Alexander, der genau wie Lucas seine Partie gewinnen konnte. Laurent macht aus der Position der Stärke heraus Remis. Das gleiche Ergebnis stand auch bei Luke zu Buche, jedoch nachdem er ein deutlich schlechteres Endspiel verteidigen musste. Zaher verlor seine Partie leider, sodass es auch an unseren jungen Bremern lag das Match zu gewinnen. Beide, Jari und Nikolas, spielten sehr gute Partien, mussten aber nach großem Kampf aufgeben: 3-5.

Am Nachmittag gegen Aachen lief es dann deutlich besser. Lediglich Lucas verlor, der seinen Angriff überzog. Debutant Collin Colbow startete mit einem Sieg in seine Bundesliga-Karriere. Auch seinen ersten Sieg in der Bundesligamannschaft holte Nikolas. Weitere volle Punkte steurten Gennadiy, Jan und Alexander bei, sodass bei Remisen von Luke und Zahar ein klarer 6-2 Sieg zu Buche stand.

Am Freitag geht es dann gegen Viernheim, die sehr stark aufgestellt sind, was uns wiederum zum klaren Außenseiter macht. Doch wir hoffen den Baden Baden-Ärgerer zumindest ein wenig aus der Reserve locken zu können! 

Werdertigers-Sendung zu Viernheim - Werder        

 

Der Bundesliga-Meistergipfel ist eröffnet 

Von Jonathan Carlstedt

Die Bundesligamannschaft Schach des SV Werder Bremen startete mit einem wichtigen Sieg gegen die SG Solingen.

Schon an normalen Tagen ist die SG Solingen ein schwerer Gegner. Mit vielen starken Großmeistern ausgestattet hat die Mannschaft immer wieder um die Meisterschaft gespielt und zuletzte in der Saison 2015/16 den Titel geholt. Heute war aber kein normaler Tag. Romain Edouard musste kurz vor Spielbeginn seine Teilnahme am Kampf absagen, da es ihm nicht gut ging (ein Zusammenhang mit Corona ist ausgeschlossen).
Wir tun vor Ort alles um ihn wieder fit zu bekommen. Es gibt einige Dinge die wichtiger als Schach sind, die Gesundheit unserer Spieler ins eins davon. Sein Gegner, Loek van Wely, bot sogar an, wenn Romain vorbei kommt, gegen ihn schnell zu remisieren. Eine sehr faire Geste, doch an die Umsetzbarkeit war nicht zu denken.

Da wir auch unsere Aufstellung kurzfristig nicht mehr ändern durften, lagen wir also bereits nach Minute 1 mit 0-1 zurück. Doch unsere anderen Spieler kämpften dafür umso verbissener. Jari hatte an 8 mit den schwarzen Steinen im Noteboom schnell einen Vorteil herausgespielt. Auch Laurents Stellung gegen den Eröffnungsexperten Erwin L´Ami sah sehr ordentlich aus, während sich die anderen Bretter zunächst im ungefähren Gleichgewicht befanden.
Doch es war Alexander Areshchenko, der gegen Jorden van Foreest den ersten vollen Punkt zum 1-1 dank eines starken Angriffs auf den weißen Feldern machte. Kurz darauf remisierte Lucas van Foreest in Werderaner Diensten mit Schwarz gegen seinen Landsmann Jan Smeets. Leider musste Laurent seine Gewinnversuche einstellen, was ihn sehr ärgerte, auch hier ein halber Punkt für jeden. 2-2.


Dann war es an Jari uns mit 3-2 in Führung zu bringen. Zahar Efimenko gegen Mads Andersen und Luke McShane gegen Tari Aryan sicherten den ersten Mannschaftspunkt. Luke schaffte es, nachdem er zuvor noch ein Remisangebot abgelehnte hatte, gerade so mit Figur und Bauer weniger ins Dauerschach: 4-3.


Jan Werle musste gegen den Österreicher Robert Kreisl ein schlechteres Turmendspiel verteidigen. Das gelang ihm. 4,5-3,5 für Werder!

Ein wichtiger Sieg für Mannschaft und Moral. Donnerstagvormittag um 10 Uhr geht es zunächst gegen die Schachfreunde Deizisau und um 17 Uhr gegen den Aachener SV.

Gegen Deizisau haben wir direkt vor der Corona-Pandemie noch knapp 3,5-4,5 verloren - hoffen wir, dass es diesmal besser wird! 

www.schachbundesliga.de

 

Dienstag, 15 September 2020 11:23

Meistergipfel: Werder läuft mit auf!

Von Jonathan Carlstedt

Vom 15.September an richtet die Schachbundesliga in Karlsruhe den Meistergipfel 2020 aus, bei der in sieben Runden der Deutsche Meister 2020 ermittelt wird. Auch der SV Werder schickt ein Team in den Süden, und freut sich auf den Wettbewerb mit vielen Weltklassespielern.

Werder Team 2020
Grün-Weiß Bremen im Februar: Heimspiel gegen Deizisau!

Was bisher geschah

11.März 2020: Die Schachabteilung des SVW feilt an den letzten Vorbereitungen für das Auswärts-Wochenende in München. Hier noch ein Zimmer reservieren, da noch einen weiteren Flug buchen, nachdem ein Spieler kurzfristig abgesagt hatte. Abends Vorstandssitzung in der Hemelinger Straße.

12.März 2020, Mittagszeit: Kurzfristige Absage des gesamten Spieltags durch die Schachbundesliga. Handball, Fußball, Basketball, alle Ligen schließen sich an. Die Schach-Europameisterschaft der Senioren in Prag wird einen Tag früher beendet, da um 24 Uhr die Grenzen des Landes schließen. Alles kollabiert. In den Clubräumen in der Hemelinger Straße wird für Monate kein Schach mehr gespielt werden.

Nachdem die Corona-Krise im März auch Deutschland erfasst hatte, wurde die Saison der Schachbundesliga zunächst unterbrochen. In den folgenden Monaten wurde bald klar, dass ein schnelles „Weiter so, wie wir es kennen“ nicht möglich sein würde.

So schlug der Vorstand der Schachbundesliga zunächst vor, die laufende Saison schlicht zu verlängern und nach einer langen Pause mit den ausstehenden Runden ab März 2021 zu Ende zu spielen.
Doch einigen Vereinen, darunter Baden-Baden, Deizisau, Bayern München und Werder war dies nicht genug. So wurde an Konzepten und Ideen gebastelt, wie man in dieser verrückten Zeit doch noch ein wenig echtes Schach an echten Brettern hinbekommen könnte.
Nach vielen Online- Sitzungen, Diskussionen den Mai und Juni hindurch und reichlichen Verhandlungen einigten sich die Mitglieder der Schachbundesliga im Juli auf folgendes Modell: die Saison 2019/20 wird zu einer Saison 2019/21, und! in der Zwischenzeit soll es zudem einen „Meisterschaftsgipfel der Willigen“ in den Karlsruher Messehallen geben, großzügig unterstützt von der Grenke AG, der wir für dieses tolle Engagement herzlich danken möchte.

Zu diesen acht Willigen, die nun in einem Rundenturnier vom 16. bis zum 20.September den Deutschen Meister 2020 ausspielen, zählen:

die OSG Baden Baden, Schachfreunde Deizisau, Viernheim, Bayern München, Aachen, die Schachfreunde Berlin, SG Solingen und euer Lieblingsverein, der SV Werder Bremen.

Werder Bremen Schild

Auch die Auslosung der einzelnen Runden ist bereits veröffentlicht:

1. Runde am: 16.09.2020, 14 Uhr

OSG Baden-Baden - SF Deizisau
FC Bayern München - SC Viernheim
SF Berlin - Aachener SV
SG Solingen - SV Werder Bremen

2. Runde am: 17.09.2020, 10 Uhr

SF Deizisau - SV Werder Bremen
Aachener SV - SG Solingen
SC Viernheim - SF Berlin
OSG Baden-Baden - FC Bayern München

3. Runde am: 17.09.2020, 17 Uhr

FC Bayern München - SF Deizisau
SF Berlin - OSG Baden-Baden
SG Solingen - SC Viernheim
SV Werder Bremen - Aachener SV

4. Runde am: 18.09.2020, 14 Uhr

SF Deizisau - Aachener SV
SC Viernheim - SV Werder Bremen
OSG Baden-Baden - SG Solingen
FC Bayern München - SF Berlin

5. Runde am: 19.09.2020

SF Berlin - SF Deizisau
SG Solingen - FC Bayern München
SV Werder Bremen - OSG Baden-Baden
Aachener SV - SC Viernheim

6. Runde am: 19.09.2020, 17 Uhr

SF Deizisau - SC Viernheim
OSG Baden-Baden - Aachener SV
FC Bayern München - SV Werder Bremen
SF Berlin - SG Solingen

7. Runde am: 20.09.2020, 11 Uhr

SG Solingen - SF Deizisau
SV Werder Bremen - SF Berlin
Aachener SV - FC Bayern München
SC Viernheim - OSG Baden-Baden

Natürlich wird es von den jeweiligen Kadern vor Ort abhängen, wie die Erfolgsaussichten der einzelnen Mannschaften für das Turnier sind. Wie alle anderen hat auch Werder Bremen noch den Mantel des Schweigens über die Aufstellungen gelegt, um den 7 Gegnern jetzt noch keine Anhaltspunkte zu geben. Aber wie immer werden wir natürlich auf eine Mischung spielstarker und interessanter Spieler setzen.

Jeder Verein durfte zudem einzelne Spieler nachmelden, um eventuelle Hürden der Corona-Zeit überwinden zu können.

fressinet
Die echten Bretter werden wieder ausgepackt!                       Foto: OSt

Die OSG Baden-Baden wird auch bei dem siebenrundigen Quasi-Heimspiel des Karlsruher Meistergipfels als Favorit ins Rennen gehen. Fraglich ist jedoch, ob Spieler wie Anand, der nach dem Bremer Bundesligaspiel Ende Februar monatelang wenn auch nicht in Bremen, so doch immerhin in Deutschland festsaß, und Caruana die weiten Reisen nach Karlsruhe auf sich nehmen werden.
Bereits in Bremen haben wir der OSG fast einen Punkt abgenommen - unbezwingbar ist der Serienmeister also nicht! Grundsätzlich sind wir auf Augenhöhe mit Solingen, Deizisau und Viernheim, sollten gegenüber Berlin, München und Aachen jedoch leicht favorisiert sein. Doch gegen Berlin sahen wir ebenfalls in diesem Februar nicht gut aus, und so ist auch gegen die vermeintlich etwas schwächeren Gegner Vorsicht geboten.

Läuft das Turnier normal, wird Baden-Baden vorneweg marschieren und auch in diesem besonderen Gipfelformat Deutscher Meister werden.
Wenn es für uns gut läuft, können wir in den Kampf um die Vizemeisterschaft einsteigen. Ob uns das gelingt – dafür sind bereits die ersten beiden Runden gegen Solingen und Deizisau vorentscheidend: gegen Solingen konnten wir im Kaffeequartier in der Überseestadt in dieser Saison gewinnen, gegen Deizisau aber setzte es eine knappe Niederlage.

Die Organisatoren werden im Internet für eine hochklassige Kommentierung sorgen, zudem halten wir die Werderaner Schachfans über unsere üblichen (Werdertigers- und Homepage-) Kanäle auf dem Laufenden.

Drückt also die Daumen, dass bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft 2020 als Rundenturnier die Grün-Weißen auf sich aufmerksam machen werden!

Mehr zu der Veranstaltung täglich hier (Partien, Analysen, Berichte):

www.schachbundesliga.de

Online-Worte aus Werder-Sicht zu ausgewählten Runden:

www.twitch.tv/werdertigers

Samstag, 12 September 2020 13:07

DSOL: Finale für Werder, Pokal für Porz

Der lange Marsch des SV Werder durch die Institutionen der Deutschen Schach-Online-Liga - sieben Runden Vorrunde, Viertelfinale, Halbes Finale, Finale - wurde wenige Meter vor dem Erreichen des Siegerpodestes gestoppt. Das wirkmächtige junge Team der SG Porz knüpfte mit einem 2,5 - 1,5 Erfolg an alte Vereinstraditionen an und holte den Pokal nach großem Kampf verdient an den Rhein!

Leicht favorisiert war Grün-Weiß Bremen an die vier Bretter gegangen, mit Vlastimil Babula sicherte sogar ein handfester Großmeister das Spitzenbrett, doch auch wenn er mit dem progressiven Eröffnungskonzept von IM Christian Braun gut zurechtkam und bei beidseitig umherwandernden Königen leichte Feldvorteile zu haben schien - am Ende reichte man sich die Hand zu einem spannend ausgekämpften Remis.

Werder Porz 2005
Werder - Porz ...!? Da war Vlastimil Babula doch schon einmal dabei -
2005 im großen Stichkampf
um die Deutsche Meisterschaft (hintere Reihe, 3. von rechts)        (Foto: Werder Bremen)

Auch an den anderen drei Brettern klangen die Wertungszahlen der WerderanerInnen ein wenig imposanter als auf Porzer Seite, doch andererseits - Ratings sind Ratings aus der realen Welt, mit echten Figuren und echten Gegnern, und im Netz unter Schnellschachbedingungen am heimischen Schreibtisch sieht das ja alles oft schon wieder ganz anders aus.

Zwar waren Jari Reuker und Olaf Steffens, das Online- Kommentatorenschwadron bei den Werdertigers, zur Halbzeit verhalten optimistisch angesichts der Stellungen von Lara Schulze gegen Robin Gallasch sowie Nikolas Wachinger gegen Jonas Gallasch: hier etwas Druck im Endspiel, dort ein Wolgagambit-Aufmarsch gegen den weißen Damenflügel, das sah nach etwas aus.

Werder Team
Grün-Weiße, von vielen Seiten bedrängt

Dunkle Wolken am grün-weißen Werderhimmel zogen indes am zweiten Brett auf, wo die SG Porz mit Dmitrii Marcziter listig noch eine vierte starke Schachfachkraft postiert hatte. Gegen Sven Charmeteaus Grünfeld-Inder schien Dmitrii aus der Eröffnung zunächst nicht viel erwirkt zu haben - eine energische Stellungsöffnung mit Zentralturm auf e4 kündigten allerdings bald Ungemach an, und ein feiner Bauernhebel hob Svens Stellung dann endgültig aus allen Angeln.
Beeindruckend gemacht, und die Führung für die SG mit einem runden Sieg am zweiten Brett. Würden die anderen BremerInnen das noch ausgleichen können?

Sie konnten nicht. Zu geschickt die Kölner, mit starkem Gegenspiel nun von Robin Gallasch gegen Lara Schulze und einem klugen mannschaftsdienlichen Remisangebot, das durch die bessere Berliner Wertung bereits den Mannschaftssieg bedeutete. Kein Pokal für Werder!

Pokalhai
Die Kölner Haie angeln sich den Pott!

Auch Nikolas Wachinger sah sich mit einer massiven Ausbremsung konfrontiert. Jonas Gallasch hatte sein Wolgagambit in eine gut handhabbare Position überführt und gewann mit einem hübschen Freibauernvormarsch eine Figur, ehe eine Wendung im Endspielt dann überraschend noch zum Unentschieden führte. 2,5 - 1,5 für Porz, der Endspielsieg!

Wir wollen (müssen) es gerne noch einmal sagen, Finalsieg, stark gemacht von Porz - herzlichen Glückwunsch zum tollen Erfolg in der 1.DSOL! Auch Werder Bremens junges Team hat sich überaus achtbar ebenfalls geschlagen, nur allein das Endspiel wollte nicht mehr so ganz gelingen. Dennoch, tiptop, bärenstark in Vor-und Hauptrunde, und ein klasse zweiter Platz in der obersten DSOL-Gruppe.

WerderEins, wie allen anderen Werder-Vertretungen, hat es viel Spaß gemacht, an diesem spontan und mit sehr viel ehrenamtlichen Elan von DSB und Chessbase aus dem Boden gezauberten bundesweiten Turnier teilzunehmen. Gerne wieder! (Und dann, liebe Porzer, versuchen wir es noch einmal, mit dem Pokal ...!)

************************************************************************

Werdertigers-Übertragung (mit speziellen Soundfeatures): https://www.twitch.tv/videos/738027886

Turnierseite: https://dsol.schachbund.de/ergebnisse.php?s=2020&l=1z&r=30

SG Porz: https://sg-porz.de/pages/posts/sg-porz-gewinnt-die-dsol-278.php 

Better Call Saul - Music Video from MOCEAN on Vimeo.

Samstag, 05 September 2020 12:49

DSOL: Werder im Finale!

Großes Halbfinale gestern bei der Deutschen Schach-Online Liga: das Team des SV Werder trat digital an bei der TuRa Harksheide II, um Kurs auf das große Endspiel der neuen Online-Liga zu nehmen. Doch auch Harksheide II, ein Club aus dem Süden Schleswig-Holsteins nahe Norderstedt - eben auch die TuRa Harksheide zog alle Register, um den Finalplatz zu erobern.

Leider waren unsere Gegner nicht so prominent besetzt wie in den Runden zuvor, sie mussten auf ihren Spitzenmann Daniel Kopylov verzichten, der kurzfristig ausgefallen war. In dem recht engen Mannschaftskader gelang es den Gastgebern kurzfristig nicht mehr Ersatz zu finden, und auch eine Verlegung des Halbfinalspiels war aufgrund der Liga- Statuten nicht möglich.
Und so führte Grün Weiß Werder bereits früh, als GM Vlastimil Babula um 19:30 Uhr einen kampflosen Punkt gegen Artur Hovhannisyan sicherte. Etwas schade zwar für das Match als solches, doch aus Binnenbremer Sicht - hurra!

Vlasti im Stadion
Grün-Weiß im Stadion: Thorben Koop vs Vlasti Babula, 2017

Nach einer halben Stunde Matchzeit schalteten sich Tiger-CollinColbow und Werdertiger Olaf Steffens in die Twitch-Live-Kommentierung der Begegnung, nachdem sie zuvor reichlich technische Übertragungsprobleme in Hülle und Fülle bewältigt hatten (Skype-Verbindung, Bildaufbau, Mikrofonzuschaltung, Zugangsdaten ... so schön das Twitchen auch ist, aber bevor es überhaupt mal losgehen kann, sind manche Hürden erst zu überspringen.
Wie ich heute merkte, war mein Mikro falsch konfiguriert, so dass ich zwar etwas sage, man es aber kaum hören kann. Doch Collin rettete den Online-Abend!)

Werder Harksheide II

Spektakuläre Lichteffekte an drei Brettern und umzu - möge die Übertragung beginnen!

Tiger-CollinColbow und ich kombinierten dann auch messerscharf, dass wohl ein Spiel bereits entschieden sein musste, da nur noch drei laufende Partien in der Übertragung bei unserem Werder-Partner Chessbase angezeigt wurden.
In diesen drei Begegnungen stand Nikolas Wachinger gegen Taron Khachatryan sehr ok bis aussichtsreich, Sven Charmeteau gegen Alexander Bodnar durchwachsen bis mit dem Rücken zur Wand, und unser sommerlicher Neuzugang (oder: unsere sommerliche Neuzugängin?) Lara Schulze hatte die Eröffnung gegen Enno Striebeck mit zwei Figuren im Tausch gegen Turm und Bauer verlassen - das sah erstmal schon sehr gut aus, fanden wir.

Sven kämpfte noch lange und intensiv zur Rettung seiner Partie, doch gab es am Ende keinen Ausweg mehr - Ausgleich für Harksheide, 1 - 1.
Noch immer sah es insgesamt eigentlich ok aus, doch Nikolas kam nicht mehr weiter mit seinen Angriffsbemühungen gegen die gegnerischen Bauern, und eher im Gegenteil war es nun Taron Khachatryan, der so langsam die Kontrolle über das Spiel an sich riss. Nicht schön, und noch weniger schön bei aufkeimender Zeitnot.
Nikolas setzte konsequent fort und agierte furchtlos in der Vorwärtsbewegung, aber elegante und überraschende Manöver seines Gegners kosteten ihn schließlich den Ausgleich und die Partie. Was war das - wir lagen zurück!

Und schon fiel mir wieder ein, dass - IMMER wenn ich für Werder in der diesjährigen DSOL dabei war, wir noch kein einziges Match gewonnen hatten!
Das betraf zwar bisher nur Werder II, mein Team, doch nun, mit Collin in der gemeinsamen Übertragung und dem 1-2 Rückstand im Halbfinale, drohte es nun erneut schlecht zu laufen für uns?

cat
David Höffer und die Katzen des Blitzschachs - aber wie steht es mit dem Werder Online-Team?

Sorgenvolle Gemüter, doch der goldene Streif am Horizont war - Lara Schulze, "Schachfine", die ihre Partie auch bei knapper Zeit souverän behandelte, angriff, parierte, angriffangriffangriff, und ihren Gegner letztlich mattsetzen konnte. 2 - 2! Ein weiteres Hurra!

Und während Tiger-CollinColbow und ich uns bereits auf den nun folgenden Blitzentscheid freuten, funkte Udo Hasenberg, der Werder-Online-Manager von allem, uns an und teilte mit, dass Werder I gewonnen hatte - Sonderregel, da die Gegner nicht komplett angetreten waren.
Überraschend genug, denn nach Berliner Wertung war dieser Kampf exakt 5 -5 ausgegangen (Siege für Vlasti und Lara an Eins und Vier). Die Statuten aber sagen, dass bei Gleichstand in der Berliner Wertung ... das nicht komplette Team verliert. Surprise! Und etwas schade.
Für uns hätte sich ein Blitzmatch wie die deutlich fairere Lösung angefühlt. Aber na gut, die Statuten, die Statuten.

Werder I damit im Finale, und wir treffen dort auf das starke Team der SG Porz, die im zweiten Halbfinale den Hamburger SK besiegten. Nächsten Freitag geht es weiter - FI-NA-LE! 

Turnierseite

Die Begegnung bei Twitch/ Werdertigers

Donnerstag, 09 Juli 2020 18:57

DSOL: Chatten bis die SysOps kommen

Hach, die DSOL - ein schönes Experiment! Der Schachbund unsere Vertrauens hat alle Vereine aufgerufen, sich wenn schon nicht an den Tischen und Stühlen des Vereinsheims, so doch immerhin am Computer am heimischen Schreibtisch zu Online-Mannschaftskämpfen zu versammeln. In flugs aus dem Erdboden gestampften acht Ligen und 32 Staffeln (oder so) empfangen jetzt Clubs aus Nord, Süd, Ost und West bissige Gegnerteams aus Ost, West, Süd und Nord, für ein Match an vier Brettern im erweiterten Schnellschachmodus (45 Minuten + 15 Sekunden pro Zug).
DSOL, Deutsche Schach-Online-Liga heißt das imposante Konstrukt, geboren aus den Nöten der Corona-Monate, in denen niemand so richtig Schach spielen konnte - oder zumindest keine regulären Mannschaftskämpfe, die wir doch so mögen! Verlorene Seelen finden wieder ein Zuhause - wir sagen: eine schöne, eine sehr sehr schöne Idee! So lässt es sich aushalten, bis die Ligen dann wieder "in echt" weitergehen können.

Kompliment an alle Funktionäre, die diesen Spielbetrieb auf die Schnelle in allen Details möglich gemacht haben - stellvertretend sei hier nur Bundesturnierdirektor Gregor Johann erwähnt. Auch Chessbase ist mit am Start und öffnet seine Hallen und seinen intensiven Support für die virtuellen Begegnungen. Das Spielen indes ging nicht immer reibungslos vonstatten in der ersten Ligarunde vor zwei Wochen - doch macht ja nix, und nach einer Woche Pause für Chessbase- Instandsetzungsarbeiten geht der Online-Spielbetrieb nun in dieser Woche vollumfänglich weiter. 

Werder Bremen ist mit vier Teams im Rennen, zwei davon in der Liga 1, zwei weitere etwas weiter unten - die Jugend drängt ins Online-Schach! Werderzwo, mein Team, spielte vor zwei Wochen gegen den? die? TuRa Harksheide aus Schleswig-Holstein. Und verlor - zu Recht, zu Recht, die Harksheider waren einfach vortrefflich, nicht allein schon aufgrund des bärenstarken Daniel Kopylov am ersten Brett! Damit hat Werder die ersten zwei Punkte bundeslandübergreifend nach nördlich der Elbe exportiert - das ist ja auch ganz ok. Glückwunsch an die?/ den? TuRa!

Vor dem großen Spiel, das um 19:30 Uhr anfangen sollte, aber wegen kleinerer technischer Kalamitäten dann doch erst einige Zeit später begann, entspann sich ein Chat unter Werderanern und den gastgebenden Harksheidern, ehe das Eintreffen der Systemoperatoren (SysOps) von Chessbase schließlich den Spielbeginn ermöglichte.

Wir geben das Gesprächsprotokoll zu Dokumentationszwecken hier einmal wieder, damit nachfolgende Generationen sich ein Bild machen können - wozu auch immer, wovon auch immer, und um zu zeigen, wie das damals alles war, beim Schach nach dem ersten Corona-Lockdown 2020.

Die Werderaner in diesem kleinen Bühnenstück sind Bergsteiger, Madeye, DoctorOlivar, Karl Puccino und als Captain SV Werder Bremen II.
Harksheide wird im Prä-Partiebeginn-Chat vertreten von Enno Striebeck, Alex_Bodnar und Not Taron, ergänzt um ihren Kapitän TuRa Harksheide II.

Und nun - Bühne frei!

DSOL1
         Quelle: Chessbase

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Version Play 11.7

Hello, Karl Puccino

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SV Werder Bremen II : einloggen und dann melden

Karl Puccino: moinmoin

SV Werder Bremen II : moin Karl

Karl Puccino: alles rund?

SV Werder Bremen II : ein werderaner fehlt noch, ansonsten alle supi

DoctorOlivar : ich muss jetzt nichts mehr machen, oder?

DoctorOlivar : kadde baut noch seinen schrank auf. der kommt gleich

SV Werder Bremen II : Docotr, richtig, warten :-)

Karl Puccino: doc olivar, du musst nur noch gewinnen :-)

SV Werder Bremen II : Taron, geklappt? Der Heimverein startet, dann fangen die Partien automatisch an

Karl Puccino: man kann unten rechts auch video aktivieren, ganz lustig

Karl Puccino: wie können wir die andeeren partien sehen?

SV Werder Bremen II : wenn wir AN ALLE schreiben, dann ist das erlaubt

Karl Puccino: nur zur info, ich bin aktuell im browser und versuche es dort, falls es nichts wird, starte ich den cb client. Ok?

SV Werder Bremen II : Taron, dann kann es ja gleich losgehen :-)

SV Werder Bremen II : Genau Karl, soch machen wir es

Karl Puccino: spitze!

Madeye : Kadde fehlt noch !?

Bergsteiger : Kadde ist da.

DoctorOlivar : lol. du alter bergsteiger

Karl Puccino: hey kadde!

Bergsteiger : wird automatisch gepaart? muss ich was machen?

SV Werder Bremen II : Das Heimteam startet in Kürze

Madeye : es geht automatisch los!

Karl Puccino: einmal zusammen den Werder schlachtruf zusammen!

Karl Puccino: Hipp hipp ...

Madeye : Hurra!

Bergsteiger:hurra!

Karl Puccino: Hurra!

DoctorOlivar : eisern union! <3

SV Werder Bremen II : Werder wünsche ich viel Erfolg, Harksheide viel Spaß ;-)

Bergsteiger: :-D

Karl Puccino: uuuh

Karl Puccino: SV Werder Bremen II - gut gesagt!

Enno Striebeck : GL an alle

ligabetrieb
   Mannschaftskampf am Sonntagmorgen ... so war das früher mal

Alex_bodnar : Hallo zusammen

Madeye : Hallo Harksheide!

Karl Puccino: Moinmoin Harksheide!

SV Werder Bremen II : und jetzt Turnierruhe ;-)

Karl Puccino: haha :-)

Alex_bodnar : Ich hab keinen Gegner

Enno Striebeck : ich auch nicht

Alex_bodnar : und keine Figuren!!!!!!!!!!!!

Karl Puccino: ich auch noch nicht,

Karl Puccino: wird sicher gleich was passieren

Madeye : muss wohl noch gestartet werden ;-)

SV Werder Bremen II : Taron, schon gestartet?

Karl Puccino: spielt die 1. auch?

SV Werder Bremen II : Karl, Team 1 und 3 spielen parellel

Karl Puccino: alles klar, danke!

Karl Puccino: dürfen wir während der runde auch chatten?

SV Werder Bremen II : ja, aber immer AN ALLE

Enno Striebeck : ok

Not Taron : Los

Karl Puccino: ok :-)

DoctorOlivar : jungs, bei mir passiert nichts

Bergsteiger : bitte gendern!

Karl Puccino: gendern? wir sind doch hier beim Schach!

SV Werder Bremen II : Wenn Taron sagt ist gestartet und nix passiert, dann frag ich mal im parellen ZOOM chat mit dem Orga Team

Karl Puccino: ist biertrinken erlaubt in der dsol?

Bergsteiger : ja, aber musst die Marke abdecken!

atmo
   Analoger Gegenentwurf zum Online-Schach

DoctorOlivar : ich dachte man hat mehr als 3 min ???

DoctorOlivar : lol, spielt ihr alle schon?

Bergsteiger : nein, nur du bisher

Madeye : Ich warte .... nix passiert

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Version Play 11.7

Bergsteiger : nein Doctor, das muss schon richtig sein hier

Karl Puccino: harksheide verliert auf zeit

SV Werder Bremen II : Taron, gestartet??

Not Taron : ich hab da startschwierigkeiten

Not Taron : eigentlich müsste es schon längst gehen

Karl Puccino: kein problem, ist für uns alle ja ganz neu

Bergsteiger : genau!

Bergsteiger : in der Ruhe liegt die Würze.

Karl Puccino: frag' einfach nochmal beim Admin, wir warten einfach

Not Taron : es wurde gesagt man sollte auf chat und da das los geben

SV Werder Bremen II : Taron, kannst du in den parallen ZOOM Chat gehen? Da wird dir geholfen, die sehen das auch schon

Madeye : jetzt kommen schon viele Sysops!!

Karl Puccino: was sind sysops? Krieg der Sterne und so?

Madeye : Androide?

Bergsteiger : Hugo Schulz for President!

Karl Puccino: freundliche oder feindliche?

Madeye : sehr freundlich!

Bergsteiger : und Gaby natürlich auch!

Karl Puccino: jetzt kann nichts mehr schiefgehen!

SV Werder Bremen II : Taron, oben auf Datei neu, MK Starten, ein paar mal OK.. dann unten auf starten

SV Werder Bremen II : Besser in den ZOOM chat

Karl Puccino: verdammt, mein bier ist schon gleich leer

Karl Puccino: marke sage ich natürlich nicht

DoctorOlivar : habt ihr alle eine zoom konferenz?

Karl Puccino: ich nicht

Madeye : macht 0,05%

SV Werder Bremen II : Doctor, dass ist ein ZOOM Chat vom Orga Team

Enno Striebeck : hat schon jemand einen Gegner?

Bergsteiger : nope

Karl Puccino: wir sind uns selbst die allergrößen Gegner (Nietzsche)

DoctorOlivar : j'adoube

Madeye : wir quasseln noch alle!

DoctorOlivar : ich dachte da kann ich zeuge eurer saufgelagen werden

Karl Puccino: be our guest

Karl Puccino: im moment aber nur alkoholfreies Wasser

Enno Striebeck : ok... Und mal ne Frage, ist es ein Anzeigefehler, dass einer von euch vor der Küste in Afrika ist? :)

Karl Puccino: hi enno, das kann man angeben, muss aber nicht stimmen

Bergsteiger : da steht mein Arbeitslaptop, auf den ich von zuhause zugreife

Karl Puccino: :-)

Enno Striebeck : ok :)

Madeye : und Deine Engine steht am Kap der guten Hoffnung?

Karl Puccino: viel lustiger hier als bei vielen Mannschaftskämpfen :-)

Enno Striebeck : @madeye meine? :-)

SV Werder Bremen II : Bremen 3 führt 1-0 :-)

Bergsteiger : nein, meine Enno :-)

Enno Striebeck : ok :)

Bergsteiger : mir wäre lieber wenn bremen 1 führt

SV Werder Bremen II : Taron??

Madeye : gegen Köln??

SV Werder Bremen II : Okay Taron, die SysOps starten, ok?

Bergsteiger : einfach starten bitte :-)

TuRa Harksheide II : Frank Jäger, ich übernehme die Turnierleitung.

TuRa Harksheide II : Ich starte jetzt und wünsche viel Erfolg!

TuRa Harksheide II : Started games

TuRa Harksheide II:Board 2: alex_bodnar - Karl Puccino

Und auf ging es in einen intensiven Kampf, den TuRa Harksheide deutlich und verdient mit 3,5 - 0,5 für sich entschied. 

Spielbericht zur ersten Runde (SVW)  von Udo Hasenberg

Turnierseite DSOL

 

Es wird Zeit, Stellung zu beziehen, gerade an diesem Abend. Bundesliga-Relegation, Nord gegen Süd, Werder gegen Heidenheim, und ja, es wird schwer für beide Mannschaften!

Heidenheim hat sich gut verkauft, in Bremen ein schönes Nullnull geholt im ersten Spiel, und heute abend lauern die Jung von der Alb auf ein wackelndes, verunsichertes, im Zweifel zweifelndes Werder-Team mit dem Rücken zur Wand .... oder?

Nein, mitnichten! Denn Bremen haut heute alles raus, hält sich die Heidenheimer vom Hals und sichert sich hübsch und vielleicht sogar stilvoll den Startplatz in der kommenden Bundesliga-Saison. Hurra!

Aber, liebe LeserInnen aus nah und fern, Bremen und umzu, damit auch wirklich, wirk-lich nix schiefgeht heute abend - drückt alle fest die Daumen!

Wir freuen uns natürlich, wenn Heidenheim aufsteigen sollte - aber bitte erst in einem Jahr! (und am besten dann zusammen mit dem HSV)

 Werder HSV UEFA
Those were the days ...


 

Mittwoch, 10 Juni 2020 09:14

Schuh schaut Schach: Keep It Simple 1.e4

von IM Dirk Schuh

Was macht ein gutes Eröffnungsrepertoire aus? Es sollte sich in seinen Eröffnungsvarianten dem Spielstil und der Spielstärke des jeweiligen Schachspielers unterordnen. Das klingt erst einmal sehr einfach, aber erstens wissen viele Spieler gar nicht, welchen Stil sie beherrschen und zweitens gibt es Unmengen an verschiedenen Eröffnungen, die man spielen könnte, unter denen man erstmal eine Auswahl treffen muss. Ich habe darum bisher nicht wenige Schüler gehabt, die zum Beispiel ursprünglich im Londoner System verkümmerten, obwohl sie taktisch stark waren.

Ein falsches Eröffnungsrepertoire kann die ganze Entwicklung eines Spielers hemmen oder zerstören, darum sollte man gerade als junger Mensch am besten erfahrene Schachtrainer fragen, ehe man eines aufbaut. Gleichzeitig sollte man aber auch schauen, welche Variantenzahl man sich denn merken kann. Es gibt Eröffnungen, in denen man sehr häufig in bestimmte Strukturen einlenkt und in diesen darum auch sehr schnell Verständnis aufbauen kann. Der Vorbereitungsfaktor ist hier geringer und man kann sich in seinem Schachtraining mehr auf spielerische Details konzentrieren.

Es gibt aber auch Eröffnungen, die sehr viel gehaltvoller sind und in denen man eine enorme Bandbreite an verschiedenen Strukturen beherrschen muss, um nicht unterzugehen. Dies ist für schwächere Spieler nur schwer zu händeln und man muss sowohl ein gutes Gedächtnis als auch viel Zeit und Geduld mitbringen, um sich diese Eröffnungen anzueignen.

adams
Wo ist das beste Feld für den Springer? (Foto: OSt)

Ich bevorzuge als Spieler und Trainer stets erstere Eröffnungen. Meine Schüler haben normalerweise alle unter 2000 DWZ und sollen nicht nur andauernd Varianten auswendig lernen. Ich selbst habe zwar ein ganz gutes Gedächtnis, aber mag konkrete Eröffnungsvarianten, wo derjenige gewinnt, der sich besser auskennt, einfach nicht. Am Schachbrett möchte ich spielen und mich nicht nur erinnern. Darum war ich auch sehr auf das neue Buch des Internationalen Meisters Christof Sielecki gespannt.

In "Keep It Simple 1.e4- A Solid and Straightforward Chess Opening Repertoire for White" aus dem Hause New in Chess soll der Leser ein vollständiges Eröffnungsrepertoire nach 1.e4 erhalten, das einerseits solide ist, aber auch keine konkreten Varianten beinhalten soll, die man auswendig lernen muss. Stattdessen soll der Leser jederzeit gute Züge finden, auch wenn er die Theorie einmal vergessen hat. Die Zielgruppe wird mit einer Elo ab 1500 und nach oben hin offen klar definiert.
Mit dem Wort "simple" hat er mich natürlich sofort begeistert. Ich dachte dabei erst an Sam Collins`"A Simple Chess Opening Repertoire for White", in dem auf nur 160 Seiten ebenfalls ein Eröffnungsrepertoire nach 1.e4 vorgestellt wurde. Die geringe Seitenzahl schaffte der Autor damals, indem er gegen die Haupterwiderungen 1. ...c5, 1. ...e6, 1. ...c6 und mit Abstrichen auch 1. ...e5 stets die gleiche Bauernstruktur im Zentrum, den Damenisolani, anstrebte. Der Leser konnte so schnell zum Experten werden.
Mir gefiel das damals sehr gut, auch wenn das Buch schon eine höhere Spielstärke der Leser voraussetzte. Ganz so simpel ist das Sieleckirepertoire allerdings nicht. Statt einer Hauptstruktur im Zentrum, durch die man relativ schnell weiß, wohin man seine Figuren entwickeln kann, gibt es in diesem Buch sehr viele zu bestaunen.

So gibt es zum Beispiel nach 1.e4 e5 das Schottische Vierspringerspiel und damit eine offene Zentrumsstruktur mit dem e4 gegen den d6 oder gar ohne weiße Zentrumsbauern gegen einen schwarzen d5, gegen Sizilianisch gibt es Lb5-Aufbauten mit spanischen Zentrumsstrukturen und dem Vollzentrum e4 und d4, Igelstrukturen mit e4 und c4 gegen e6 und d6, gegen e6-Sizilianer kann Weiß auch mal den Damenisolani anstreben oder gegen einen schwarzen Damenisolani spielen, während Weiß gegen die Französische Verteidigung einfach auf d5 tauscht und dann ein statisches Zentrum mit dem d4 gegen den d5 erhält, um nur einmal die Stellungen zu nennen, die nach den häufigsten Verteidigungen vorkommen. Das stellt einen unfassbaren Aufwand dar.
Ich hätte das aber ganz gut verstanden, wenn der Autor jede Möglichkeit wahrgenommen hätte, sein Repertoire halbwegs eng zu lassen und im Hinblick auf das Oberthema "Keep It Simple" keine andere Wahl gehabt hätte. Es sollen halt einfache Stellungen angestrebt werden, in denen Weiß kaum verlieren kann und Schwarz immer etwas gequält wird.
Allerdings hätte er sich da zum Beispiel sein Russischkapitel halbwegs sparen können. Nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.Sxe5 d6 4.Sf3 Sxe4 5.d3 Sf6 6.d4 spielen die meisten Russischspieler d5 und nach 7.Ld3 sind wir in der Französischabtauschvariante. Man hätte dann nur noch kurz zeigen müssen, was Weiß macht, wenn Schwarz nun nicht d5 spielt, aber das wäre vom Aufwand her vertretbar gewesen. Der Autor nennt diese Möglichkeit auch, aber ohne Weiß einen Plan nach dem Auslassen von d5 an die Hand zu geben. Seine Wahl ist stattdessen nach den obigen Zügen 3.Sc3, wonach Sc6 wieder in das Schottische Vierspringerspiel einmündet, aber nach 3. ...Lb4 4.Sxe5 0-0 5.Le2 Te8 6.Sd3 Lxc3 7.dxc3 Sxe4 haben wir wieder eine neue Zentrumsstruktur zu meistern.
Bundesliga Markus Ragger gegen Luke McShane
Grenzenlose Schachspielerfreiheit: Vor dem ersten Zug ist alles möglich!     (Foto: OSt)


Da ich 3.Sc3 häufig gegen die Russische Verteidigung spiele, kann ich sagen, dass Lb4 nicht so selten vorkommt und lästig ist. Ok, der Autor meint, dass Leute ab 1500 Elo ein unglaublich gutes Gedächtnis haben und fordert sie. Das kommt mir zwar komisch vor, aber im Hinblick auf ein in sich stimmiges Repertoire hätte ich das in Kauf genommen. Es kommt aber leider noch schlimmer. Gegen die Caro-Kann-Verteidigung hätte ich nach der Französischabtauschvariante eigentlich 1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.Ld3 erwartet. Das System ist derzeit ähnlich populär und bietet einfache Stellungen, in denen Weiß meist etwas aktiver steht. Stattdessen wird in dem Buch allerdings 2.Sc3 d5 3.Sf3 empfohlen. Das Zweispringersystem habe ich selbst jahrelang gespielt, aber nicht im Turnierschach. Der Grund dafür ist 3. ...Lg4 4.h3 Lh5, wonach Weiß mit 5.exd5 cxd5 6.Lb5 Sc6 7.g4 Lg6 8.Se5 Tc8 9.d4 e6 10.De2 Lb4 11.h4 Sge7 12.h5 Le4 13.f3 eine Figur gewinnen kann, aber nach 0-0 14.Sxc6 Sxc6 15.Le3 Df6 16.fxe4 Sxd4 17.Lxd4 Dxd4 18.Td1 Lxc3 19.bxc3 Dxc3 20.Kf1 dxe4 21.Dxe4 kann Schwarz sowohl Dxc2 als auch f5 spielen und Weiß muss weiterhin sehr konkret spielen, um nicht Probleme zu bekommen.

Ich wundere mich, dass der Autor hier seine Grundsätze für das Repertoire ganz vergessen hat, denn erstens muss man diese Variante einfach auswendig lernen, was auch das mehrfache im Text auftauchende "forced" belegt, zweitens erwähnt er f5 gar nicht, obwohl der Zug genauso oft wie Dxc2 gespielt wird und drittens möchte ich den Spieler mit einer Elo von 1500, dem ich mal eine DWZ zwischen 1300 und 1400 zuordne, sehen, der das entstehende Endspiel ohne weitere Schulung gewinnt oder auch nicht verliert. Hier hätte ich zumindest eine Modellpartie erwartet, die dem armen Tropf noch ein wenig weiterhilft. Stattdessen erwähnt der Autor nur, dass diese Variante häufiger vorkommt als man denkt und dass man das Ganze auswendiglernen sollte. Aber ich dachte eigentlich, sowas soll in dem Repertoire vermieden werden.

Ich möchte dazu noch ein weiteres Beispiel nennen, um zu zeigen, dass das Repertoire leider nicht wirklich stimmig ist. Die Skandinavische Verteidigung ist für viele e4-Spieler ein kleines Problem, weil die Stellungen schnell mal austrocknen können. Der Autor bietet hier ein hartes System nach 1.e4 d5 2.exd5 Dxd5 3.Sc3 Da5 4.d4 Sf6 5.Sf3 c6 6.Lc4 Lf5 7.Se5 e6 8.g4 Lg6 9.h4 Sbd7 10.Sxd7 Sxd7 11.h5 Le4 möchte er, dass sein Leser mit 12.0-0 in die Königsflügelruine rochiert. Nach Ld5 13.Sxd5 cxd5 14.Ld3 Ld6 15.Ld2 gibt er jetzt nur Dc7 16.Df3 an, ohne weiteren Plan für Weiß und schreibt nur, dass man sich schon keine Sorgen um den ab jetzt für den Rest der Partie geschwächten König machen muss.
Die Leute, die nach 15. ...Dd8 auch den Buchzug 16.Df3 spielen und nach Dh4 17.Dg2 Sf6 18.f3 g6 nicht mehr das Gleichgewicht halten können, tun mir jetzt schon ein wenig leid. Der Autor liefert diesmal sogar eine Modellpartie von niemand geringerem als Viswanathan Anand, der aber 12.Th3 spielt.

Luke Fridman1
Das Gute an Endspielen ist, dass alle Eröffnungssorgen überstanden sind (McShane - Fridman, Bundesliga 2013)

Aber es gibt auch tolle Varianten in dem Buch. Für mich ist die Darstellung des Schottischen Vierspringerspiels beispielsweise top. Weiß hat klare Pläne und Felder für seine Figuren und die Verlustgefahr ist relativ gering. Ich spiele dieses System seit über 25 Jahren und hatte nie sonderlich Probleme damit. Zwar gewinnt man ab einer Spielstärke von 2200 nicht mehr allzu viele Partien damit, aber das sollte für die meisten Spieler hoffentlich nicht zu schlimm sein.

Der Autor analysiert dabei in der Hauptvariante nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 Sf6 4.d4 exd4 5.Sxd4 Lb4 6.Sxc6 bxc6 7.Ld3 d5 8.exd5 0-0 9.0-0 cxd5 den modernen Zug 10.h3. Dieser ist noch gar nicht allzu alt und fand enorme Beachtung, nachdem Wladimir Kramnik ihn 2012 gegen Levon Aronian gespielt hatte. Weiß lässt meist Df3 und Lf4 folgen, hat aber immer noch Lg5 in Reserve, sodass Schwarz noch nicht genau weiß, was Weiß im Schilde führt. Später wird die schwarze Bauerninsel d5, c6 oder c7 meist mit c4 angerempelt und Schwarz hat mit der schlechteren Bauernstruktur im Endspiel zu kämpfen.
Die Empfehlungen von Christof Sielecki gefallen mir hier sehr gut und sind auch recht aktuell. Selbst die derzeit modische Variante nach den obigen Zügen und dann statt 9. ...cxd5 9. ...Lg4 bespricht er und empfiehlt hier eine einfache stellungsgerechte Variante.

Alles in allem hätte man die Nennung der Zielgruppe wohl weglassen oder auf mindestens 1800 DWZ anheben müssen. Mit dieser Spielstärke sollte man die zahlreichen verschiedenen Strukturen und Klippen meistern können. Auch hätte man vielleicht besser schauen sollen, ob man die genannten überscharfen und konkreten Systeme nicht durch andere hätte ersetzen können.
Vielleicht kommt hier zum Tragen, dass Christof Sielecki selbst eigentlich eher mit 1.Sf3, 1.c4 oder 1.d4 eröffnet und ihm darum die nötige Erfahrung fehlt, die Gefahren der Stellungen richtig einzuschätzen. Dass die Engine seine Varianten alle gut findet, ist klar, dafür ist er einfach zu professionell. Als Eröffnungsbuch finde ich sein Werk darum auch sehr gut, aber als angedachtes Repertoirebuch für die genannte Spielstärkegruppe hat es doch leider viele Mängel.
Ein Problem ist natürlich auch, dass ein e4-Repertoire auf nur 365 Seiten an sich schon etwas oberflächlich wäre, aber durch das Auslassen von möglichen Varianten- oder Strukturabkürzungen ist der Leser aufgrund des Umfangs in vielen Systemen schon recht früh auf sich gestellt, obwohl noch gar nicht alle seiner Figuren entwickelt sind. Wer aber die nötige Spielstärke mitbringt und bereit ist, die empfohlenen Varianten selbständig mit einer Datenbank weiterzuentwickeln, wird an dem Werk viel Spaß haben.

IM Dirk Schuh, November 2018

Schachtraining mit Dirk Schuh

keep it simple

Das Ansichtsexemplar wurde von der Firma Schach Niggemann in Münster freundlich zur Verfügung gestellt.

Hurra! Mit 20,5 – 15,5 hat das Werder Online Team einen am Pfingstsamstag ausgetragenen Vergleichskampf mit dem FC Bayern München für sich entschieden. Gespielt wurde Schnellschach auf dem Chessbase-Kanal, bei sechs Runden im Scheveninger System (= jede(r) spielte einmal gegen jede(n) der anderen Mannschaft).

Bei dem in freundschaftlicher Atmosphäre ausgetragenen Match standen auf Werder-Seite Jonathan Carlstedt, Spartak Grigorian, Nikolas Wachinger und Jari Reuker im Aufgebot, ergänzt um Collin „DerBesteAusWelt“ Colbow am U20-Brett sowie Ophelia Carlstedt, die mit beeindruckenden 3 Punkten aus 6 Partien das Damenbrett vertrat.
Die stark aufgestellten Münchner Bayern liefen mit GM Michael Bezold (6 Punkte aus 6 Runden!), IM Michael Fedorovsky, dem live aus Schweden zugeschalteten IM Philip Lindgren und FM Makan Rafiee auf, sowie Andriy Manucharyan am U20-Brett und Carolin Diermeier am Damenbrett.

Werder Bayern 2
 Beinhartes Ringen: Jari Reuker gegen Andriy Manucharyan auf dem Brett, links davon grüßt der Chat

Werder Bayern 1
   Ehrenrunde via Zoom: die letzte Runde brachte die Entscheidung

Unter der Leitung von Coach und Teamchef Jonathan Carlstedt lagen die Grün-Weißen nach fünf Runden knapp mit einem Punkt in Führung. Die intensive Abschlussrunde ging mit einem wuchtigen 5 – 1 jedoch deutlich an die Bremer, so dass das Gesamtergebnis in diesem Clásico letztlich überraschend deutlich ausfiel für Team Hansestadt!

Werder freut sich nun schon sehr auf den Wetteinsatz für das Siegerteam, den die Bayern in Form eines schönen Kastens Paulaner Weizenbier (mit einer alkoholfreien Flasche für das U20-Brett) überreichen werden. Andernfalls hätten wir einen Kasten Beck‘s auf den Weg nach München verschiffen müssen - aber anders herum ist es natürlich viel schöner.

Übertragen wurde das gesamte Match live auf dem Werdertigers-Kanal bei Twitch, hier kommentierten Jörg Wengler (Abteilungsleiter der FCB-Schachabteilung) und Olaf Steffens (Werder Bundesliga) in einer gut dreieinhalbstündigen Live-Sendung ausgiebig das Geschehen.

Wir übermitteln heute die Grüße der Deutschen Schachjugend, die in diesen Tagen der Corona-Pandemie auf ihr Flaggschiff, ihren Anker und beinahe sogar ihre Seele verzichten muss - die Deutsche Schach-Jugendeinzelmeisterschaft in Willingen!

Jahr für Jahr schon reisten zu Pfingsten aus dem gesamten Sendegebiet der DSJ Jugendliche für eine, wie sagt man in Bremen, pickepackevolle Woche mit viel, sehr viel Schach in eine hochgelegene Lokalität im schönen Sauerland. Was waren das immer für Highlights - sieben Tage Meisterschaft in tausenden von Altersgruppen, Mädchen, Jungens, U6, U8, U10,Tandemnächte, Hallenfußball - unsere Schachjugend, eine Pfingstwoche lang im Kombinationsdauerdienst!

In diesem Jahr aber, hach, wir wissen, ruht der Ball und bleiben die Figuren versteckt, denn nix ist mit Meisterschaft, nix ist mit Schach.
Indes - die Deutsche Schachjugend, formidabel und energiegeladen wie wir sie kennen, zaubert nun für 2020 ein alternatives Ereignis aus dem Ärmel, und die sieben Tage von Willingen, man verbringt sie jetzt kurzerhand im Netz!

Für jeden Tag gibt es allerlei Highlights für Jung und Sehr Jung, abgeschlossen am kommenden Freitag mit einem 50-stündigen Spendenmarathon "Unser Matt hilft mit" zugunsten von Terre des Hommes im Kampf gegen Corona.
Wir sagen: a) WOW und b) Chapeau, Chapeau, liebe DSJ - das muss man erstmal organisieren, so aus der Ferne, online und über das ganze Land verstreut. Begeisternd!

Danke

Und darum auch an dieser Stelle einmal einen Link zum Vorstand der DSJ, in Steckbriefen hübsch vorgestellt!

 

Hier die Rundmail zur DEM 2020 von Kristin Wodzinski, der Nationalen Spielleiterin der Schachjugend.

Kristin Wodzinski
Kristin Wodzinski               (Foto: DSJ)

 
Liebe Schachfreunde in den Ländern,
 
eigentlich wäre ich vorhin mit dem Zug in Willingen angekommen und würde jetzt wahrscheinlich gerade im Turniersaal sein, um alles für den Start unserer DEM vorzubereiten. Das ist, wie ihr alle wisst, leider nicht der Fall.
 
Doch trotzdem hat der DSJ Vorstand keine Kosten und Mühen gescheut und in den letzten 9 Tagen ein umfangreiches Alternativprogramm auf die Beine gestellt. Dazu gehören Turniere in verschiedenen Altersklassen mit tollen ChessBase Preisen, Partiekommentierung auf Twitch, eine Simultanveranstaltung, die nächste Runde der Online-Länderliga, Freizeitprogramm mit verschiedenen Gesellschaftsspielen, ein Tandemturnier, eine 12-Stunden Blitzarena, das Finale des Mädchen- und Frauen Länderkampes XXL, die Eröffnungsfeier als Video, ein 50-stündiger Spendenmarathon "Unser Matt hilft mit", die Saturday Night Show mit dem Vorstand, bei der es viele bekannte Spiele der DEM Siegerehrung geben wird und vieles, vieles mehr. Dabei ist das Thema Fairplay natürlich genauso wichtig, wie wenn man sich am Brett gegenüber sitzt.
 
Alle Informationen rund um unsere Online DEM mit dem aktuellen Programm findet ihr auf unserer Webseite und in den sozialen Medien: 

 
Nun seid ihr an der Reihe. Macht bitte Werbung bei euch in den Ländern für dieses tolle Event und motiviert eure Kinder und Jugendlichen bei einer tollen Schachwoche mit dabei zu sein. Verbreitet auch das Eröffnungsvideo bei euch, welches wir euch am Wochenende noch zukommen lassen werden.
 
Auch wenn wir uns in den nächsten Tagen nicht in Willingen sehen können, hoffe ich, dass es viertuell mindestens genau so toll wird.
 
Viele Grüße aus Karlsruhe
 
Kristin
 
 
Zur Turnierseite: DEM 2020 online!
 
Und das war die DEM 2019
 

One more game
  Katzen allein zu Haus - keine DEM in diesem Jahr!


 

 
 
 
 
 

Bald ist Pfingsten, und Corona hängt noch immer in der Luft. Das aber ist noch lange kein Grund, den Schachbetrieb ganz auf Null herunterzuregeln, ganz im Gegenteil!

So ruft die von uns geschätzte Deutsche Schachjugend ein großes Jugend-Pfingstturnier aus (für das ich offenbar schon etwas zu alt bin), und Bayern München und Werder Bremen tragen an sechs Brettern einen rasanten Schaukampf aus.

In Ermangelung von Über das Brett (ÜDB) - Schachereignissen zieht es uns also wieder einmal an die Gestade des weltweiten Internets. Das ist auch prima so, und auch hier erweist sich das Netz sozusagen als Retterin der (Schach-) Welt.

cb logo

Chessbase rettet die Welt, ganz ähnlich wie Lichess, Chess24 und Chess.com

Bei allen sonstigen Schwierigkeiten in dieser weltweiten Krise - wie ruhig, verlassen und isoliert wäre es, gäbe es nicht immerhin das WWW.
Hoffen wir, dass es irgendwann auch bei weiteren schlimmen Konstellationen (Klimakatastrophe, Artensterben, massenhaftes Produzieren von Fleisch mit Tieren in erbärmlichsten Verhältnissen) hilft, die Welt ein wenig transparenter, verknüpfter und mitunter besser zu machen.
Naiv hoffen zumindest kann man ja, aber wahrscheinlich ist das - einfach sehr naiv, und letztlich viel zu wenig.

Zurück zum Schach: Werder Bremen macht sich bereit zum Nord-Süd-Duell gegen den FC Bayern! Nun heißt es ja bei den Toten Hosen, "ich würde nie zum FC Bayern gehen", doch allein, hinzugehen braucht man jetzt ja auch gar nicht mehr, denn das Internet ermöglicht so ein Match, ohne dass man die eigenen vier Wände verlassen müsste!
Die sechs MünchnerInnen und ihre Bremer GegenspielerInnen können also trotz aller stay at home - Aufrufe ein freundschaftliches Match austragen, und im sehr sehr schönen Scheveninger System wird jede(r) Münchner(in) einmal auf jede(n) Bremer(in) treffen. (Zumindest der letzte Halbsatz belegt, wie viel einfacher doch die Welt wäre, wenn beim Schach die Männer unter sich blieben. Hat aber auch Nachteile.)

Team Hansestadt:Bremen

IM Jonathan Carlstedt     
                       
Jari Reuker         
                                      
Spartak Grigorian       
                              
Nikolas Wachinger     
                             
Collin Colbow   
                                      
Ophelia Carlstedt           

 

 

 

 

 

 

Bayern MünchenTeam Weltstadt mit Herz:

GM Michael Bezold

IM Michael Fedorovsky

IM Philip Lindgren

FM Makan Rafiee

Andriy Manucharyan

Carolin Diermeier

 

Es geht wie immer um die Ehre, aber - wenn man so will und jeden peinlichen Kalauer mitnehmen möchte - auch um die Ähre, denn das Gewinnerteam erhält von den Verlierern einen ehrlichen Kasten Bier. Wahlweise die Münchnerbayern einen Kasten Beck's aus Bremen, oder (was ich natürlich ausdrücklich - wenn vielleicht auch naiv - zu hoffen bereit bin, Team Hansestadt einen kühlen Kasten Paulaner.
Es geht also wieder einmal um alles, und wir Werderaner schicken ein Foto, sollten wir den Kasten gewinnen. Wohl bekomm's!

Aufgalopp für sechs nicklige Runden Nord-Süd-Schnellschach ist um 19 Uhr am kommenden Samstag, 30.Mai. Gespielt wird bei Chessbase, und Jörg Wengler, Leiter der Bayernmünchener Schachabteilung, sowie meine Wenigkeit werden auf dem Werdertigers-Kanal ein paar begleitende Worte sprechen während des großen Matches und die Partien der jeweiligen Adepten kritisch-würdigend unter die Vereinslupe nehmen.

Schaltet Euch dazu, kommt vorbei, wir freuen uns über alle Gäste!

Wenn man ganz naiv ein Heimspiel der Schach-Bundesliga ausrichtet, denkt man sich, ok, wir fangen an am Samstag um 14 Uhr, um sechs bis sieben Uhr sind alle fertig, wir gehen essen, und dann ab nach Hause – Sportstudio gucken, ein paar Kekse essen und für den Sonntag vorbereiten.

Richtet man indes ein Heimspiel aus, bei dem Großmeister Luke McShane mit an den Brettern sitzt, kann es sein, dass diese ganze Rechnung nicht aufgeht – nicht nur ein bisschen, sondern bei weitem nicht!

Im Februar 2013 endete unser Werder-Spiel im Weserstadion gegen den SV Mülheim Nord nicht um 19 Uhr, und ebenfalls nicht um 20 Uhr.

Es stand 3,5 : 3,5 gegen den SV Mülheim Nord, doch aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit hatten eine Reihe von Grün-Weißen das Stadion schon verlassen. Spieler und Betreuer saßen beim Mannschaftsessen – Sonntag früh um zehn war ja schließlich schon die nächste Runde. Goldene Regel: die Kräfte gut einteilen, früh aufbrechen, früh essen, und dann bald ins Bett.

Ein Werderaner aber spielte noch, spielte und spielte, ein langwieriges Endspiel mit leichtem Vorteil gegen den deutschen Großmeister Daniel Fridman.

Luke suchte nach Hebeln, tüftelte, und knetete, knetete, knetete seinen Gegner, bis das berüchtigte Format “Dame und Bauer gegen Dame” auf dem Brett zurückblieb.

Da war es bereits nach 21 Uhr, und weit über sieben Stunden hatten sich beide Meister am Spitzenbrett schon intensiv behakt.

Damenendspiel mit Mehrbauer - wer wäre bei dieser Materialverteilung ein besserer Mann, um dauerhaft seine Chance zu suchen, als Luke McShane? Luke ist bekannt für sein “glorious grinding”, eine Mischung zwischen Aussitzen und dem Anhäufen minimalster Vorteile in sehr langen Partien, gefährlich für jeden Gegner. Und immerhin, ein Sieg gegen Daniel Fridman würde ja auch direkt zum knappen Mannschaftssieg gegen bärenstarke Mülheimer führen.

 Luke Fridman1
 Kein Remis – noch ist ja gar nichts entschieden! (Fridman – McShane 2013)

Wer knetet so spät bei Nacht und Wind?

So ging das Spiel weiter bis um 22 Uhr, und der Hausmeister rasselte bereits verhalten mit dem enormen Weserstadion- Schlüsselbund (der ja bekanntermaßen auch den Schlüssel zur Welt beinhaltet).

Noch immer spielte Luke, arbeitete mit der einen Hand seinen Mehrbauern Fridmans Grundreihe entgegen, während er mit der anderen Hand (und auch mit seiner Dame) Schach um Schach abwehrte– Gewinn, Remis, wer sollte das alles einschätzen?

In den Datenbanken endet die Partie offiziell bereits mit dem 92.Zug, doch die Wahrheit ist, dass es noch viel, viel weiterging!

Die 50-Züge-Regelung besagt ja, dass eine Partie Unentschieden ist, wenn fünfzig Züge lang keine Figur geschlagen wurde, und auch kein Bauer bewegt worden ist.

Klingt das nicht wie eine Gebrauchsanweisung für extrem lange Partien? Schach, Schach, viele Schachs von Fridman – und dann ein kleiner Bauernzug von Luke, auf zum Umwandlungsfeld. Die fünfzig Züge fangen neu an zu zählen. Wieder Schach, Schach, viele Schachs von Fridman, dann ein weiterer Bauernzug von Luke, und erneut tickt die Fünfzig-Züge-Uhr von vorne los. Kein Remis!

Luke Fridman2
Kein Remis – die Partie fängt doch gerade erst an? (Fridman – McShane 2013)

Schon stand die Stadionuhr auf kurz vor elf. Und da zeigte sie sich endlich, eine Gewinnstellung, fein austariert nach gut 9 Stunden auf den 64 Feldern! Irre.

Doch just, als Luke um 23 Uhr seinen Bauern zum Gewinn in eine neue Dame umwandeln wollte – war die Partie vorüber, und - Remis! Die 50-Züge-Regel hatte nun doch gegriffen, einen Zug, bevor die Zählung der Züge durch b2-b1 Dame neu begonnen hätte. Remis, Remis – schade!

Nun kann man sagen, na gut, Unentschieden, das hätte man ja auch schon viel früher haben können. Doch da wäre uns ein einmaliges Ringen entgangen, zwischen Luke McShane und Daniel Fridman. Neun Stunden tiefes Schweigen, Fokussieren, subtiler Angriff, gekonnte Verteidigung, und dann der Friedensschluss – einmalig.

Werders Trainer Matthias Krallmann und den wenigen noch bis 23 Uhr verbliebenen Zuschauern blieb nur noch, alle Türen schnell hinter sich zu schließen und gemeinsam mit Luke zu später Stunde noch eine sehr späte und wohl auch sehr große Pizza zu verzehren. 4 – 4 gegen Mülheim war die eine Sache an diesem Tag, und diese Partie, DIE würde keiner so schnell wieder vergessen.

Wenn wir ab und an aus Solidarität mit den Werder-Fußballern das Weserstadion freigeben und andernorts in Bremen unsere Heimspiele austragen, fragen uns die Vermieter der Säle oft, wie lange denn so ein Spiel gehen würde, am Samstag in der Schachbundesliga. Wir sagen dann, nun, normalerweise ist alles wohl vorbei gegen acht Uhr abends. Aber wenn Luke McShane mitspielt … dann müssen wir erst nochmal gucken! -

Auch Werders Trainer Matthias Krallmann beschrieb die packende Begegnung später im Werder Schachmagazin:

"Luke transformierte seinen Positionsvorteil in ein Damenendspiel mit einem Mehrbauern in der b-Linie und die Bühne war bereit für eines der größten Dramen der jüngsten Bundesligageschichte. Zug um Zug wurde im 30-Sekundenmodus gewechselt, Spieler um Spieler und Zuschauer um Zuschauer verließen das Weserstadion. Am Ende blieben Joachim Asendorf und ich mit ein paar Mülheimern und dem Schiedsrichter allein zurück.

Luke hatte mittlerweile den b-Bauern auf die vorletzte Reihe gebracht, doch ich wusste, dass der letzte Schritt der schwierigste ist, weil der König des Angreifers nun den Schachgeboten des Verteidigers schutzlos ausgeliefert ist. Die Internet-Verbindung war zusammengebrochen und ich stellte mich direkt neben das Brett. Joachim Asendorf konnte nicht mehr hinsehen und unternahm Wanderungen durch die ausgedehnten Platin-Logen. Als die beiden Kontrahenten vom Schiedsrichter das dritte Partieformular bekamen, wurde auch ich nervös. Würde Luke die Gewinnführung schaffen, bevor die 50-Züge-Regel in Kraft tritt?

Der Kampf wogte hin und her. Mehrmals sah es so aus, als würde Luke es in wenigen Zügen schaffen, aber immer wieder fand Fridman das schlaueste Schach. Plötzlich entstand Unruhe: Fridman reklamierte und zeigte dem ungläubigen Luke sein Partieformular. Der Schiedsrichter eilte hinzu. Tatsächlich: im 97. Zug hatte der b-Bauer nach b2 gezogen und Fridman war bereit seinen 147. Zug auszuführen. Der Schiedsrichter endschied auf Remis. Fassungslos starrte ich auf das Brett: In zwei Zügen hätte Luke seinen Bauern umwandeln können!"

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Der Londoner Luke McShane kam in der Saison 1998/1999 als junger Mann zum SV Werder Bremen, nachdem er zuvor schon beim SV Erfurt-West an den Brettern gesessen hatte. Seine erste grün-weißen Spielzeit begann Luke als Fünfzehnjähriger (!), und mit seinem pointiert- dynamischen und zugleich zuverlässigen Spiel war er in großem Maße am Gewinn der Deutschen Meisterschaft (hurra!) für Werder Bremen 2005 beteiligt.

Bundesliga Markus Ragger gegen Luke McShane
 Große Meister unter sich: Markus Ragger - Luke McShane         (Foto: OSt)

luke adams
Tief einsteigen schon in den ersten Zügen: Michael Adams - Luke McShane       (Foto: OSt)

Luke arbeitet für eine Londoner Bank, ist aber als Großmeister zugleich vielfach auf Meisterschaften und für das englische Nationalteam unterwegs. Er gilt vielen als “der stärkste Schach- Amateur der Welt”.

In dieser Saison 2019/2020 ging Luke in seine 21.Spielzeit beim SVW. Wir danken ihm für viele supertolle Jahre als Spieler, und ebenso als Ansprechpartner bei vielen Fragen rund um unsere Bundesligamannschaft!

Eine meiner All Time-Lieblingspartien von Luke: