Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens, Diplom-Handelslehrer, unterrichtet an einer Bremer Berufsschule. FIDE-Meister seit 1997, ELO um die 2200, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Spielte für den Schleswiger Schachverein von 1919 (moinmoin!), den MTV Leck (hoch an der dänischen Grenze!), den Lübecker Schachverein, die Bremer Schachgesellschaft und nun für Werder Bremen.

Seit 2012 Manager des Schachbundesliga-Teams des SV Werder Bremen.

Größte Erfolge:
Landesmeister von Schleswig-Holstein 1994, Erster Deutscher Amateur-Meister 2002, 5.Platz beim letztenTravemünder Open 2013, und Sieger des Bremer Hans-Wild-Turniers 2018.

Größte Misserfolge:
Werd´ ich hier lieber nicht sagen!

Größte Leidenschaften:
früh in der Partie irgendetwas mit Randbauern und/ oder g-Bauern auszuprobieren und die Partie trotzdem nicht zu verlieren – klappt aber nicht immer.

Donnerstag, 21 Oktober 2021 12:42

Free Coffee am Meer und Tee satt in Leer

Nächste Woche geht es rauf an die Küste, das Open in Leer ruft!

Seit 2017 gibt es dieses Turnier in der nordwestlichsten Ecke der Republik, initiiert von Edzard Wirtjes, seiner Firma Spaß mit Sport und unterstützt von der Schachabteilung der Fortuna Logabirum im ostfriesischen Leer.

Von Jahr zu Jahr nun wurde der Wettbewerb größer, stärker, etablierter, bei der letzten Auflage 2019 gewannen die bärenstarken Oliver Mihok aus Erfurt und Spartak Grigorian (Werder Bremen).


Co-Sieger 2019: Spartak Grigorian (Foto: Mads Boe, mange tak!)

Auch in diesem Jahr geben die Veranstalter wieder alles, so dass rund 160 Teilnehmer trotz unsicherer Coronawetterlage an die Bretter können.

Weitergucken mit den Veganen Kaffeekatzen

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Dienstag, 19 Oktober 2021 10:48

Bundesliga: Bunte Breite in Berlin

Große Endrunde der Bundesliga in Berlin – vier Tage lang angefüllt bis zur Oberkante mit Schach auf höchstem Niveau, ein Festival der Spitzenspieler. Und ja, na klar, vielleicht nicht alle, die dort waren, gehören zu den TopTen unseres Planeten. Müssen sie ja aber auch nicht! Auch wenn wir der OSG Baden-Baden gerne zum Titelgewinn gratulieren – Topmannschaft, Jungs! – macht es Sinn, die Liste der Spitzenspieler erheblich weiter zu fassen.

Globales Spitzenschach sind ja nicht nur die 25 GMs des allerhöchsten Levels, denn dann wären die Geschichten am Schachbrett schnell auserzählt. Nein, auch andernorts in den ELO-Listen ist viel Kennertum unterwegs, werden Partien intensiv ausgekämpft, ideenreich angelegt, verteidigt und mit brillianten Ideen gewonnen. Und durch die Breite kommt der Spaß. Heyheyhey.

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Hei, die Jugend wieder! Beim ersten Blitzgetümmel in der Werderburg Hemelinger Straße nach langer Corona-Zeit gewann mit Ruben Köllner ein Mann der Zukunft.

Neben reichlich Werderanern waren Spieler aus Greifswald, Deizisau, Ruhrgebiet sowie mit Klaus Rust-Lux und Thorsten Ahlers Gesandte der Bremer SG und der SF Findorff an den Start gegangen.
Auch wenn die Turniergemeinde intensiv bemüht war, einem Durchmarsch der jungen, aufstrebenden Schachfachkräfte entgegenzuwirken – ganz gelang es nicht.

Im Gegenteil: beim Werderblitz Grün-Weiß Royale setzte sich in einem überregional besetzten Tableau schon früh der 16-jährige IM Ruben Köllner von den SF Deizisau an die Spitze, blieb dort bis zur Pause nach Runde 6, wehrte auch danach so gut wie alle(s) ab und gewann das erste Werder-Preisblitzen seit vielen Monaten mit 10,5 Punkten aus 11 Runden in souveränster Manier.

Glückwunsch dazu!, und ebenso an Jonathan Coach Carlsenstedt – nicht nur das Turnier leitete er auf gewohnt brilliante Art und Weise, auch schachlich konnte kaum jemand Schritt halten mit seiner bestechenden Technik beim Einsammeln freilaufender Turnierpunkte (9 von 11).


Nikolas Wachinger, Stephan Buchal, und Coach Jonny

Weiterschmökern bei den variablen Schachkatzen

Freitag, 08 Oktober 2021 10:47

So lieben wir das: Mannschaftskampf!

Nach den sehr langen Corona- Monaten vor den digitalen Endgeräten, Onlineturnier hier, Twitch-Übertragung dort, öffnen sich nun mehr und mehr die Turniersäle, und LOS!! geht es wieder an den Brettern. So kennen wir das, so lieben wir das:

– mit Gegnern
– mit Figuren zum Anfassen, Bewegen, Spüren
– Atmo, Vibrations, Perspektiven, Spannung beim gemeinsamen Spielen und Zuschauen und
– immer die Hoffnung auf frischen Kaffee am Brett. Mit etwas Zucker.


Getränketraum in schwarz und weiß

Nach den langen Monaten also, Onlineturnier hier, Twitch-Übertragung dort, denkt man zurück und findet – nicht viel. Es war besser, viel besser als nichts, und Chapeau an alle, die tolle, wundervolle Corona-Auffang-Onlineveranstaltungen ins Netz brachten, zur Zerstreuung, Erbauung, zum Training, und um unsere Schach-Community weiter zusammenzuhalten, landauf, landab.

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Freitag, 01 Oktober 2021 11:30

Werderblitz Grün-Weiß Royale

Wir  sind wieder zurück am Brett - die Pause war lang genug!

Ab Oktober starten wir erneut in loser Folge die Werder-Blitzturniere. Es beginnt mit dem Werderblitz Grün-Weiß Royale am Donnerstag, 07.Oktober - mit vielen tollen Preisen!

Mehr Infos - hier!

Mittwoch, 29 September 2021 17:27

Korchnoi - Karpov 1978: Die WM im Kino

Der große Kino-Schach-Herbst hat begonnen – nicht nur gehen die Ligen allenthalben wieder los, auch in den Lichtspielhäusern werden nun großartige Züge gezeigt.
Los ging es bereits mit einer vielgelobten und leicht dystopischen Verfilmung von Stefan Zweigs Schachnovelle, die bei Chessbase von André Schulz ausführlich besprochen und gewürdigt wird. Es lohnt ein Blick!

Auch in Russland drehte man dieser Tage etwas Filmisches mit Schach, ging dabei aber nicht in die finsteren Nazijahre zurück, sondern in die hippen 1970er. Obwohl, waren denn auch die Schachspieler hip in den späten Siebzigern? Jedenfalls hatten sie coole Brillen, rauchten, trugen elegant-legére Kleidung – und spielten selbst ohne Computerhilfe sensationelles Schach.

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Es mag eigenartig klingen, aber an Klimawandel, Klimakatastrophe und eine sich erhitzende Erde dachte vor zehn Jahren noch kaum jemand, wenn es hierzulande mal extreme Wetter gab. Man nahm es hin mit einem Huch, ein Starkregen, oder Ui, eine Überschwemmung. Oder einem verwunderten Nanu, was für eine Dürre dieses Jahr, aber das wird schon wieder.

Heute dagegen zieht man schon gleich etwas mehr den Kopf ein und äugt skeptisch gen Himmel, wenn sich Regen ankündigt. Mag es doch vielleicht ein Starkregen werden, stundenlange massive Wassermassen. Die schlimmen Überflutungen aus dem letzten Sommer haben wir ja noch vor Augen.

Eine frühe Daseinsform des Starkregens überkam auch das Kölner Open 2011, gespielt im charmanten Straßenbahndepot am Thielenbruch.

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Montag, 20 September 2021 22:06

Anand – Gelfand: Remmidemmi op Plattdütsch

Vor neun Jahren spielten in Moskau Vishy Anand und Boris Gelfand um die Weltmeisterschaft. Nach sieben eher überschaubar dramatischen Partien ging es in der achten Runde schachlich plötzlich total drunter und drüber – unglaublich!

Heute senden wir hier noch einmal die Kommentierung dieser für den WM-Kampf psychologisch vielleicht schon vorentscheidenden Begegnung. Und wisst Ihr was – als Küstenkatzenblog mok wi dat hüt mal op Plattdütsch!

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Dor kummt man arglos na Huus nah en Arbeitsdag in de School, un wat is? Anand hett Gelfand slagen un gliekt damit to’n 4:4 in Moskau ut. En Paukenslag, denn de Partie hett bloot söbentein Tüüg duurt!

(Wat schall ik seggen – ich föhl mi erinnert an manch düüstere Begegnung von mir in de Tweete Bundesliga, wo ik ok al nah weniger as 20 Tüüg mehr oder weniger platt stunn. Schön weer/ is sowat nich.)

Nah acht Runden und twee opregenden Partien in Folge folgt nu en Rohdag, de sik beide Spelers un ok de Tokiekers verdeent hebben. Anand is weer torüch in`n Match un hett nah sien ernüchternde Nedderlaag gestern – as seggt man so schöön – postwennend dagegen gehalten. Een wahrhaftige Champion!

quickstep
Wi sippt de Ohren – Anand is weer dar!

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Dienstag, 14 September 2021 23:12

Torsten Benecke und der Zug des Jahres

Endlich, endlich wollen wir ihn hier mal zeigen, den Zug des Jahres 2020, gespielt bei den Offenen Bremer Seniorenmeisterschaften 2020 (OffBrSenM – jedes Turnier soll ja heute gerne eine Abkürzung bekommen).

Wir erinnern uns, Anfang 2020, was war da noch? Genau, fast kein Corona! Alles lief noch so wie immer, gut gefüllt das Haus in der Werderburg in der Hemelinger Straße, freier Verkauf von Kaffee und anderen Getränken, und auch Hände wurden noch geschüttelt!

So war das damals, und yep, wir können sagen, das haben wir miterlebt, und so war das früher! Unbefangene Zeiten.

Bundesliga-Endrunde 2013, Klaus Bischoff kommentiert: viel Betrieb und keine Sorgen

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Donnerstag, 09 September 2021 00:38

Gewinnen mit Spartak Grigorian

Nun müssen wir wohl auch bald mal ins Bett, vorher aber noch als kleinen Gruß zur guten Nacht eine Partie von der Europameisterschaft im Schach, die vor Kurzem in – schreibt man es so? – Reykjavik zu Ende ging.

Es siegte in einem opulenten Feld der russische GM Anton Demchenko vor der regionalen deutschen Schachkraft Vincent Keymer (Glückwunsch!!) und Alexey Sarana (ebenfalls RUS).

Wir folgen einer Partie des jungen Bremer IM Spartak Grigorian, der auf Island ein formidables Turnier spielte, und in der fünften Runde dem tschechischen Großmeister Thai Dai Nguyen gegenübersaß. Auf geht’s also, in eine sizilianische Eröffnung und eine gefühlte Analyse der Partie.


(Mit Dank an Chessbase für diese Möglichkeit der Partiedarstellung)

Freitag, 03 September 2021 20:03

Aufgedeckt: Die Elo-Züchter von Hildesheim

Haben wir es nicht immer schon geahnt? Lange war die Rede von der Elo-Inflation, dem Übermaß an steigenden Wertungszahlen, die seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts unsere hart erarbeitete Rating verwässert hat.

Und nun – sind wir dem brisanten Geheimnis auf die Spur gekommen. Wie das Redaktionsnetzwerk Nord, bestehend aus der Syker Kreiszeitung, Eurosport und den Veganen Schachkatzen, in langer und investigativer Arbeit ermittelte, wurden neue Elos nicht nur in Griechenland mühevoll aus der Erde gekratzt, sondern offenbar auch hierzulande und ganz legal durch intensive Zucht vermehrt und gegen Geld in die Turniersäle gebracht:

Dem Züchter ist es selbst überlassen, wie viel er für eine neue Elozahl veranschlagt. Unterschiedliche Preise können durch die verschiedenen Regionen entstehen. Auch die Nachfrage spielt bei der Preishöhe eine Rolle.

Um die Qualität der Elo-Zucht dauerhaft garantieren zu können, wird allen lizenzierten Elo-Züchtern durch die EZFG e. V. eine unverbindliche Preisempfehlung in Höhe von 1.300 € bis 1.500 € pro Wertungszahl nahegelegt.

Donnerwetter! Mitten unter uns – die niedersächsische Elo Zucht-und Forschungsgemeinschaft e.V. (EZFG) und zahlreiche Privatzüchter machen mit unseren Wertungszahlen offenbar ein riesiges Geschäft. Aber ist es auch legal, und ist der Schachbund informiert?


Ganz süß und mit Hundelogo – auf dieser Seite werden die neuen Zahlen vertrieben

Weiterforschen bei den Legalen Schachkatzen

Naaa, schon wieder nicht gewonnen heute? Oder gar verloren? Keine Sorge, das kommt vor – auch Carlsen, Kramnik und Capablanca mussten schließlich mal aufgeben.

Doch was erzählt man seinen Mitreisenden, dem Partner/ der Partnerin zu Hause, dem Bundestrainer oder den LeserInnen dieses Blogs zu den Gründen einer Niederlage? Das positive Selbstbild soll ja gewahrt bleiben, die Zeiten sind hart.

Daher:

Dreizehn gute Gründe, warum man doch verloren hat

1) Meine Gegnerin hat die Partie ihres Lebens gespielt – da war echt nichts zu machen.

Unbedingt plausibel. Wenn die anderen stärker sind, verliert man eben mal.

2) Ich wollte unbedingt gewinnen, und habe dann am Ende überrissen.

Fürwahr ein nobler Grund! Solche Niederlagen sind ansich verzeihlich. Und beim nächsten Mal zahlt sich das Weiterspielen vielleicht schon aus.

3) Ich habe für die Mannschaft alles versucht und das Remis verdaddelt.

Das hat der Mannschaft dann ja nicht so viel geholfen.


St. Paulis Schachteam – auch in der Niederlage stilvoll

Weiterlesen bei den Veganen Nachtkerzen

Mittwoch, 25 August 2021 07:56

ELO: Don't leave me this way

Nach heftigen Einschlägen beim Kieler Open inklusive einer satten Schlussrunden-Niederlage habe ich nun einige Zeit
- im Urlaub eingecheckt, dort
- im Zelte mich gereckt,
- meine Wunden geleckt und
- meine ELO bedeckt, sobald sie irgendwo angezeigt zu werden drohte.

Tja, da fährt man schon mal weg und spielt Schach, und kommt mit gut 50 Wertungspunkten weniger zurück nach Hause. Ist das die Idee von Erholung, für die wir Schachspieler uns auf den Weg machen? Ich fürchte nicht, aber das weiß man vor dem Turnier ja nicht. Ist vielleicht auch besser so, denn für den Schachtourismus sähe es sonst düster aus.


Wertungspunkte machen sich oft ganz schnöde vom Acker

Weiterlesen bei den vertanen Schachkatzen von 1789

Donnerstag, 29 Juli 2021 14:51

Der Klimawandel - Gefahr für unsere Rating?

Wenn die Rating fällt, sollte man sich anderen Themen zuwenden.

Beim großen Kieler Open 2021 wurde ich nun schon mehrfach gemolken und musste nach fast jeder Abendrunde mit Remis, Niederlage, Niederlage (mit Grüßen an meinen Bremer Gegner Malte Hentrop von den SF Findorff) und einem weiteren Remis den Weg zurück zur Unterkunft antreten. Ein DWZ-Plus von 300 Punkten oder mehr gegenüber meinen Gegnern nützte mir da gar nichts.

Auch gegen Alexander Bräutigam, einen jungen Rendsburger mit einer (Prä-Corona-) Wertung von 1600, konnte ich gestern aus einem sehr vorteilhaften Endspiel nicht mehr herauspressen als einen mauen halben Punkt. Mein Gegner hatte sich die Punkteteilung allerdings sehr verdient und kämpfte erfolgreich in allen Partiephasen, die letzten 50 Züge sogar mit einem Bauern weniger.
Einzige kleine atmosphärische Trübung: als er nach einem Remisangebot im 18.Zug ein weiteres Mal im 42. und dann 15 Züge später nochmals Unentschieden vorschlug, wurde ich bereits etwas unwirsch.
Irgendwann hatte ich dann meinen Mehrbauern im Dschungel der Endspieltechnik unter Zeitnotbedingungen wieder verbaselt und musste im 92.Zug selber den Remisschluss antragen – nicht angenehm.

 Endspiel 1

Lc5-b6 und Turmendspiel? Oder Tc6-d6 und Läuferendspiel? Oder lieber nichts tauschen, und mit dem König zum a-Bauern rennen?

Weitertüfteln bei den Veganen Fördekatzen

Es ist ja alles nicht so einfach, heute nicht, und früher ebenfalls nicht. Und damals, 1994, machten wir unsere Fehler noch fast ganz ohne Computerassistenz – man möge uns daher verzeihen, wenn der eine oder andere Bock vor allem in der Eröffnungsphase geschossen wurde. Es war eben alles nicht so ganz ohne beim Schach, auch damals schon.

Das Kieler Open 1994 begann ja mit einer flotten Doppelrunde am Sonnabend, großer Saal im Legienhof, dem alten Gewerkschaftshaus in der Innenstadt. Hier unter anderem begann 1918 die deutsche Revolution, Matrosen murrten, meuterten, bildeten Soldatenräte, die Welt drehte sich weg von Krieg und Kaiserreich hin zur Weimarer Republik. Und wenn die Revolution auch zu einem eher durchwachsenen Ende kam – der Legienhof stand als Versammlungsort mittendrin.

Kieler Matrosen 1918 

Weiterlesen bei den Maritimen Meerkatzen von 1884

Von Dr. Oliver Höpfner, Bremen

Auch in Folge Nummer sechs der Kolumne „Endspielmagie - Studien für die Praxis“ möchte ich gerne eine Studie des russischen Schachgroßmeisters und siebten Schachweltmeisters Wassili Wassiljewitsch Smyslow (geboren am 24. März 1921 in Moskau; gestorben am 27. März 2010 ebenda) präsentieren.

2004 sagte Wassili Smyslow in einem Interview auf die Frage über sein Verhältnis von Schach und Harmonie folgendes:

Ich betrachte das Spiel genau wie die Musik als eine Kunst. Beim Schach habe ich mich stets um eine harmonische Figurenaufstellung bemüht. Eines meiner wichtigsten Bücher heißt "Auf der Suche nach Harmonie". Ich bin der Ansicht, dass sie auch in jedem schöpferischen Beruf angestrebt werden sollte.“

Und etwas später auf die Frage, was diese Harmonie mit seinem Schachstil zu tun hat:

Die permanente Suche nach ihr charakterisiert mein Schachverständnis und mein Spiel. Das ist eine bestimmte Art zu spielen, die auch Lasker und Capablanca auszeichneten. Sie sprachen von der Koordination der Figuren und Bauern auf dem Brett. Der geniale Capablanca hat die Stellung sehr gut gefühlt. Wer die Koordination erreichen will, muss die Harmonie erspüren, also die enge Verbindung zwischen den Figuren und dem, was auf dem Brett geschieht. Ich nenne es das menschliche Schachverständnis.“ (Quelle: „Die Harmonie des Vassily Smyslov“ https://de.chessbase.com/post/die-harmonie-des-vaily-smyslov ).

In diesem Zusammenhang bin ich bei der Beschäftigung mit den Studien-Kompositionen von Wassili Smyslow auch auf die folgende, nicht ganz so bekannte Arbeit von ihm aus dem Jahr 2000 gestoßen.

Diese Suche von Smyslow nach Harmonie und damit das Forschen nach der optimalen Koordination der Figuren und Bauern auf dem Brett fand ich persönlich sehr eindrucksvoll realisiert in dieser hervorragenden Endspielstudie.

Sie zeigt ein partienahes Endspiel mit sehr wenig Material auf dem Brett, bei dem der Anziehende die Umwandlung des schwarzen a-Bauern in eine Dame trotz seiner Mehrfigur nicht mehr vernünftig verhindern kann.

Um die Stellung von Weiß aber trotzdem noch zu retten, bedarf es einer harmonischen weißen Figuren-Koordination, bei der alle Figuren des Anziehenden bestmöglich zusammenarbeiten müssen.

Der Leser ist nun am Zug. Wie sieht die faszinierende weiße Rettungs-Idee in dieser scheinbar hoffnungslosen Position aus, bei der alle Figuren von Weiß wunderbar harmonisch zusammenarbeiten?

Viel Spaß bei der Lösung dieser exzellenten und eleganten Studie.

Wassili Smyslow

NIC 2000

Studie06Smyslow

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Liebe Lösefüchse aus nah und fern,

mit den besten Empfehlungen von Dr. Höpfner hier nun die Lösung zur 6.Studie, ausführlich hinterlegt bei diesem Link.

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Freitag, 16 Juli 2021 18:10

Kieler Open 1994

Es ist schon etwas her, da wurde im schönen Kiel an der Kieler Förde das Kieler Open 1994 ausgetragen. Student, der ich damals war, warf ich meinen Hut in den Ring, denn es waren Semesterferien und soviel Zeit muss sein, um auch mal etwas Schach zu spielen. Viele regionale Schachfachkräfte waren mit vor Ort, Ullrich Krause, mehrmaliger Landesmeister von Schleswig-Holstein, Martin Upleger, gefürchtete Blitzhand der Kieler SG, und weitere Schwergewichte.
Wenn ich noch Fotos finde, baue ich sie in den folgenden Runden mit ein. Hier erst einmal die Partien - meine Partien, um genauer zu sein :-) - der ersten beiden Runden. Nichts für schwache Nerven, schachlich bedenklich mitunter, doch man weiß ja:

a) Doppelrunden sind gefährlich, und
b) in den ersten Runden muss man sich auch immer erstmal warmspielen.

*** Weiterlesen bei den Kieler Vegankatzen von 1994 ***

Mittwoch, 14 Juli 2021 20:53

Werder wechselt den Bundesligamanager

Seit dem 01.Juli hat sich das „Team hinter dem Team“ bei der SV Werder Schachbundesliga geändert – ich bin nicht mehr dabei, Spartak übernimmt meine Aufgaben als Bundesliga-Manager. Alles Gute dafür!

Mehr dazu hier in einem hübschen Artikel aus dem Bremer Weser-Kurier:

Werder wechselt den Bundesligamanager von Yannik Sammert

Zeit für mich, nun mehr in die Luft zu gucken, mit einem Schachbuch in der Sonne zu liegen, mit dem Rad über Land zu fahren – was man sich eben so ausdenkt. Ob es was wird, oder ich dann doch nur am Schreibtisch im Internet hänge? Mal gucken. So oder so, möglich ist nun alles. Und in Kürze kommt ja schon das Kieler Open.

Hansdampf der Schachabteilung

Samstag, 10 Juli 2021 16:29

Oslo – Trondheim: Nordwestwärts ho!

Man kann ja vieles tun mit seiner Zeit?

  • Fußball gucken
  • Schach spielen
  • Arbeiten gehen (was ein verbreitetes Laster ist)
  • dem Abend in der Sonne entgegendämmern (sehr schön)
  • auf das nächste Fußballspiel warten
  • und noch ein bisschen Schach spielen

Doch es geht auch ganz anders. Wer es schafft, den großen Sprung zu machen und sich aus den tückischen Fesseln der Routine zu befreien, wer sich aufschwingt und es schafft, seine Laufwege zu verändern, der freut sich hinterher meist sehr.
Der Trend geht zum Mikroabenteuer, raus in die Natur, draußen nächtigen zwischen Schafen unter freiem Himmel, und morgens zurück ins Büro oder ans Fließband – warum denn auch nicht?

Zwei solche Aufschwinger und Losgeher größeren Ausmaßes, das sind Julian Kramer und David Kardoeus, (auch) Schachspieler ihres Zeichens, der eine, Julian, langjährig beim Hamburger SK, sein Kumpel David ein gestandener grün-weißer Wanderaner.

Weiterwandern bei den Veganen Schachkatzen

Mittwoch, 07 Juli 2021 16:48

Hansdampf der Schachabteilung

Seit 2012 war ich im SV Werder mit dem spannenden Amt des Bundesliga-Managers betraut. Nach neun intensiven Jahren beende ich nun meine Tätigkeit, und kann (vielleicht) wieder mehr selber Schach spielen!? Mal schauen.
Danke aber auf alle Fälle an Dr. Oliver Höpfner, wunderbarer Leiter der Schachabteilung des SV Werder, an Gennadiy Fish, Mannschaftskapitän, Trainer Jonathan Carlstedt (seit 2019) und seinen Vorgänger Matthias Krallmann für eine ungewöhnliche, anregende, voll gefüllte und unvergessliche Zeit am und neben dem Schachbrett in Grün-Weiß!

Für das Werder Magazin hat mich Jens Kardoeus im vergangenen Jahr porträtiert – diesen Artikel können wir hier wiedergeben mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Werder Magazins. Vielen Dank dafür!


Homepage der Werder-Bundesliga

Von Jens Kardoeus
Erschienen im WERDER MAGAZIN 345 (Dezember 2020)

Die Schachabteilung von Werder Bremen ist als umtriebig bekannt und immer bemüht, Highlights zu präsentieren. So beschrieb unser Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald einst die Grün-Weißen anlässlich einer
Blindsimultan-Vorstellung. Bietet sich die Möglichkeit, Schach einmal anders denn als reinen Wettkampf zu präsentieren, dann machen sie es dort.
Olaf Steffens ist einer dieser Umtriebigen. Manager, Redakteur, Organisator, Blogger und natürlich … Schachspieler. Sozusagen ein Hansdampf der Schachabteilung. Seit acht Jahren managt er die Schachbundesligamannschaft – eine Aufgabe, die zu den Spieltagen viel Zeit und großen Einsatz abverlangt.

*** Weiterlesen bei den Veganen Werderkatzen von 1899 e.V. ***