Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens, Diplom-Handelslehrer, unterrichtet an einer Bremer Berufsschule. FIDE-Meister seit 1997, ELO um die 2200, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Spielte für den Schleswiger Schachverein von 1919 (moinmoin!), den MTV Leck (hoch an der dänischen Grenze!), den Lübecker Schachverein, die Bremer Schachgesellschaft und nun für Werder Bremen.

Seit 2012 Manager des Schachbundesliga-Teams des SV Werder Bremen.

Größte Erfolge:
Landesmeister von Schleswig-Holstein 1994, Erster Deutscher Amateur-Meister 2002, 5.Platz beim letztenTravemünder Open 2013, und Sieger des Bremer Hans-Wild-Turniers 2018.

Größte Misserfolge:
Werd´ ich hier lieber nicht sagen!

Größte Leidenschaften:
früh in der Partie irgendetwas mit Randbauern und/ oder g-Bauern auszuprobieren und die Partie trotzdem nicht zu verlieren – klappt aber nicht immer.

Donnerstag, 24 Februar 2022 16:30

DSOL (2): Confidence Boost für Deizisau!

Eine Woche voller Sturmtage liegt hinter uns, mit einem hoffentlich glücklichen, hoffentlich glimpflichen Ausgang für alle. Sind diese heftigen Unwetter am Ende nur ein weiterer Vorbote einer heraufziehenden Klimakatastrophe? Und was wird dann aus unserem landesweiten Ligabetrieb?

Zwar hat das zeitweilige Verschwinden der Deutschen Schach Online Liga in der vorletzten Woche zu Spekulationen Anlass gegeben – sieben Tage Schaffenspause, keine Ansetzungen, bis auf einzelne DSOL-Sichtungen über Brackwede (07.Februar) und Jena (10.Februar) ruhte der Spielbetrieb vollständig.

Noch ist nicht geklärt, wer hinter dem Verschwinden der DSOL steckte – Verfechter des chinesischen Schachs, Kölner Karnevalisten oder die geheimnisvolle Chessbase GmbH?

Zumindest war die Liga für eine ganze Woche abgetaucht, und ratlos und verlassen saß die Schachgemeinde vor ihren Endgeräten. Erst durch sachdienliche Hinweise aus dem Schachspieler-Milieu konnte die verlorengegangene Liga auf einer südhessischen Autobahnraststätte wieder aufgespürt werden.

Am letzten Montag nun ging die DSOL 2022 in eine neue Runde – und das im Auge eines europaweiten Sturmes. Doch gespielt wird immer, Ansetzung ist schließlich Ansetzung!

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Samstag, 19 Februar 2022 13:00

Trainieren mit GM Kuljasevic

Das ewige Menschheitsrätsel "Wie werde ich besser im Schach" harrt weiterhin der Lösung - zum Glück. Jeder aber kann versuchen, den einen oder anderen Schritt zur Verbesserung zu machen - symbolisch Türen aufzustoßen zu neuen Erkenntnissen, und neuem, klügerem Verhalten am Schachbrett.

Es mag ein weiter Weg sein, bis es einen Effekt auf die in Rating gemessene Spielstärke hat. Doch what shall's - immerhin hat man seine Zeit mit dem Trainieren, mit dem Verfeinern des Schachs verbracht, und das ist es ja auch, was wir wollen.

training bett
Training tut not

Aber, wie soll man trainieren? Und was?

Weiteres Coaching bei den Veganen Schachkatzen von 1899

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Freitag, 11 Februar 2022 15:42

It‘s fun to play in the DSOL

Und – da ist sie wieder!

Young man, there's no need to feel down.
I said, young man, pick your chess off the ground.
I said, young man, 'cause you're in a new town
There's no need to be unhappy.

Young man, there's a place you can go.
I said, young man, when you're short on your ELO.
You can play there, and I'm sure you will find
Many ways to have a good time.

It's fun to play in the D.S.O.L.
It's fun to play in the D.S.O.L.

(Village People, D.S.O.L. - bekannter wurde die gecoverte Version mit dem Titel Y.M.C.A.)

Die weltweite Deutsche Schach Online Liga geht in ihre dritte Staffel und öffnet erneut ihre virtuellen Turnierräume.

Für alle darbenden SchachfreundInnen, die zur Zeit weder in der Liga noch im Vereinsheim ihrem Sporte frönen können, eine wunderbare Möglichkeit, ein Pflaster des Trostes – endlich wieder Turnierschach!

Wie läuft sie ab, so eine DSOL-Saison? Nach Spielstärke sortiert, gibt es zehn Ligen mit jeweils vier Staffeln, in denen jeder Club mit dem eigenen Vereinsvierer gegen Teams aus dem gesamten Bundesgebiet antritt.

Von jeweils acht Clubs in jeder Staffel qualifizieren sich am Ende zwei für das Viertelfinale. Dort ist es vorbei mit dem netten Gens Una Sumus!, denn von da an geht es weiter im strengen K.O.-System. Und raus bist Du!

So war das Viertelfinale im Vorjahr...

Spannung also, Qualifikation, Matt und Turmendspielpatzer? So halten wir das noch ein wenig aus ohne unsere handfesten Bretter und Figuren, und gehen schachspielend einem besseren Frühling entgegen – hoffentlich.
Wenn wir anschließend auch noch den Lebensraum des Orang-Utan retten könnten, und Wale, Schmetterlinge, Bienen, Elefanten, Regenwald … es wäre vieles gewonnen, und wir müssten uns – als Menschen – nicht mehr ganz so schlecht fühlen. Oder ganz durchdrehen.


Die letzten … ihrer Art (Ölbild von Emese Kazár)

Was bisher geschah – Kleine Geschichte der DSOL

Als im Mai 1343 die ersten Schachspieler über die Alpen nach Deutschland kletterten, trugen sie auch ein Reiseschach am Gürtel – es war der Anfang einer großen Schachtradition zwischen Ems und Elbsandsteingebirge.

„Von einem, der auszog, das Fianchetto zu lernen“ der Gebrüder Grimm, der bekannte „Auerbachs Schachkeller“ in Goethes Faust, oder „Ich war noch niemals beim New York Open“ von Udo Jürgens - wer kennt sie nicht, diese kulturellen Referenzen, tief eingebrannt in das kollektive Schachgedächtnis?

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Freitag, 04 Februar 2022 20:50

Bremer Blitzen: Sorge Dich nicht - löse!

Mit seinem Bestseller Sorge Dich nicht - löse! traf der Amerikaner Dale Pawnegie den Nerv der amerikanischen Schachgemeinde.
In den 1930ern verkaufte sich sein berühmtes Trainingswerk mehr als fünfzig Millionen Mal - und das bei einer Zahl von weltweit nur 82.000 aktiven SchachspielerInnen (inclusive Fern- und Räuberschach).

Doch so waren die Zeiten damals, anders als heute verkaufte sich alles, was nur irgendwie mit Schach zu tun hatte, wie geschnittenes Brot mit Erdbeermarmelade.


Schachthemen laufen eigentlich immer

Pawnegie trug für Die Kunst, zu einem von Einstellern und Rechenfehlern freien Schachleben zu finden Geschichten und Erlebnisse aus seiner schachtherapeutischen Praxis in Baltimore zusammen. Dort unterstützte er Meister und Clubspieler bei typischen Fragen des US-amerikanischen Liga- und Open- Betriebs:

- Wie gewinnt man Turmendspiele?
- Ist das Königsgambit wirklich noch eine geeignete Eröffnung für mich?
- Wurde das hypermoderne Schach schon erfunden, oder ist dafür noch Zeit?
- Warum übersehe ich so viele Züge, und sollte ich mehr Kaffee trinken?

Weitersorgen mit den Veganen Schachkatzen
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Ups – beim ersten Teil dieses Artikels wurden wir vor Kurzem rüde unterbrochen – was sind das bloß für Katzen/ für Menschen in der Blog-Redaktion?

Aber nun gut, wir setzen fort! Und zwar hier …

Wird es ein Bauer bis zur Grundreihe schaffen, und wo sollen überhaupt die sieben Damen herkommen, die diesem Text ihren Titel gaben?

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Goodger, Martyn (2140) – Steffens, Olaf (2280)  , Hastings 2002/2003 (4), 31.Dezember 2002
[Uwe,J]

53… e6-e5

Nur so kann Schwarz noch ins Spiel kommen. Wenn erst 53. … Kd6, brauchen die Bauern zu lange, um selbständig ins Ziel zu kommen. Weiß kann derweil a4 erobern und mit seinem König dann in die Mitte zurückkehren.

54. Kb4! Kd5 55. Kxa4 Kc4

Rausch 2 768x1024
Die Turbulenzen beginnen

Weiß muss nun Zeit verlieren, um den a-Bauern nach vorne zu bekommen. Eine beinharte Veränderung der Situation – muss Weiß nun schon um das Remis kämpfen? Mit wenigen Sekunden Rest- Bedenkzeit fand mein Gegner aber die beste Fortsetzung.

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Silvester 2002 – sechs Schachspieler aus Schleswig- Holstein betreten einen Turniersaal in Hastings, um für den letzten Abend des Jahres noch ein paar Punkte zu besorgen (versuchsweise).
In der hier vorgestellten Partie erscheint dabei nach wenigen Zügen der „Blaubär“ auf dem Brett (1.e4, b6 2. d4, La6!), der von allerdings unberufener Lübecker SV- Seite auch gerne mal als „Blauwal“ oder gar „Waschbär“ verunglimpft wird.

Das tiefe strategische Konzept dieser Eröffnung („Alles auf die weißen Felder!“) entspringt allerlei im Bremer Lagerhaus unter Blitzschach-Bedingungen durchgeführten Feldstudien. Es erfährt in dieser Partie einen beeindruckenden Höhepunkt und lässt den Vater des Bären in einem turbulenten Endspiel immerhin noch mit einem halben Punkt davonkommen …

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                                                     Die Seebrücke von Hastings

Goodger, Martyn (2140) – Steffens, Olaf (2280)  , Hastings 2002/2003 (4), 31.Dezember 2002
[Uwe,J]

1. e4 b6 2. d4 Ba6!?

Da ist er, der Blaubär auf a6. Das Ausrufezeichen stammt von mir, das Fragezeichen von Ralf Christ (Lübecker SV!), der das Treiben des Blaubären schon seit einiger Zeit kritisch verfolgt hat – und mir einen Tritt ans Schienbein versprach, sollte ich ihn in Hastings noch einmal spielen … gesunde Härte.

3. Bxa6

Nach 3.c4 kann … e5 folgen, mit der Idee 4.dxe5, Dh4! (dynamisch)

… Nxa6 4. Qe2 Qc8


Fazit: Schwarz hat den guten weißen Läufer (den „Tarrasch- Läufer“) abgetauscht und kann nun prinzipiell sorgenfrei in die Zukunft sehen. Das weiße Zentrum wird bald angenagt. (Hinweis: Alle Diagramme mit Dank an Chessbase Online.)
Einschätzung von Ralf jedoch: fünf Züge sind gespielt und Schwarz hat nur schlechte Felder für seine Figuren gefunden.

... Weiterforschen mit den Veganen Schachkatzen

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Donnerstag, 06 Januar 2022 09:47

Euro 2011: Gustis Hidden Läufer-Champion

Europameisterschaft 2011 in Porto Carras? Deutschland holte den Titel! Wir blicken noch einmal zurück auf die letzte Runde, und – Jan Gustafssons sensationellen weißfeldrigen Läufer.
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Deutschland ist Europameister, und wir freuen uns noch immer! Team Germany ging letztes Jahr als Außenseiter in das Turnier und gewann. Das macht mir Mut – vielleicht kann ja auch der HSV eines Tages noch einmal Deutscher Meister werden?!

Lange Zeit haben sich die Scheinwerfer der Teletext lesenden Öffentlichkeit nun schon auf die fünf neuen Europameister gerichtet, die im schönen Griechenland durch starke Eröffnungen, kraftvolle Züge und das kunstvolle Aushalten in heiklen Situationen sehr zu Recht alle anderen Mannschaften auf Distanz hielten. Chapeau!

Erstaunlich, ein wenig unheimlich und bislang recht wenig diskutiert ist dabei die enge Verbindung der Glorreichen Fünf mit der Hansestadt Bremen:

– Arkadij Naiditsch (spielte erst neulich Schach an der Weser – wie dieser Film beweist),

– Georg Meier (war früher mal ganz, ganz kurz bei Werder Bremen im Team),

– Daniel Fridman (ein Bremer im Herzen)

– Jan Gustafsson (wohnt in der Nähe von Bremen) und

– Rainer Buhmann (war bestimmt auch schon mal in der Stadt)

Auch Uwe Bönsch als Bundestrainer, Betreuer und/ oder Teamchef (vielleicht klärt es sich irgendwann mal auf) und Rustam Kazimdschanow, der Coach für die allerersten Partiezüge, hatten erheblichen Anteil am Erfolg.

Und das gilt ebenso natürlich auch für all jene, die in den neun Runden des Turniers am Bildschirm die Daumen gedrückt haben. (Man soll so etwas ja nicht unterschätzen – kein Scherz, vielleicht hilft es ja wirklich! So sagt es jedenfalls dieser Artikel.)

Das alles führte zu einem sagenhaften ersten Platz bei der EM. Wir können uns bei vielen bedanken. Doch vielleicht haben wir bisher noch nicht an alle gedacht?

Tatsächlich gibt es da jemanden, der in der kitzeligen letzten Runde gegen Armenien das letzte, das entscheidende Unentschieden rettete und somit die Meisterschaft für Deutschland entschied.

Die Rede ist von Jan Gustafsson – und von seinem phänomenalen Läufer. Vom weißfeldrigen Läufer auf c8, um genau zu sein – dem Man of the Match, der in Jan letzter Partie alle gefährlichen Situationen gekonnt zu meistern half. Wir sprechen es offen aus: ohne diesen Läufer wäre Deutschland wahrscheinlich nicht Erster geworden.


Das Remis ist gesichert – auf diesem historischen Photo direkt nach dem Titelgewinn sehen wir Jan Gustafsson, das Ergebnis der Partie und … den Man of the Match auf e4! (Photo: WhyChess)

Dieser Läufer war extra-wichtig. Doch leider scheut er die Öffentlichkeit und hält sich seit dem Titelgewinn bisher sehr im Hintergrund. Der schwarze Läufer c8 – ein typischer Hidden Champion.

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Sonntag, 02 Januar 2022 22:57

Das große Quiz zum neuen Jahr

Willkommen in 2022 - möge es ein gutes Jahr werden!

Zum Reingrooven in die kommenden 12 Monate auf den bis zu 64 Feldern gibt es heute ein Quiz - und als tollen Hauptpreis kann man eine wundervolle Reise durch Bremen gewinnen!

Zu lösen gibt es neun knifflige Aufgaben. Dafür müsst Ihr nicht nur schachlich fit sein, sondern auch fix wie ein Stockfish Eure Lösungen raushauen. Die am Schnellsten hervorgebrachte und richtige Lösung gewinnt.

Spielregeln

1. Alle neun Aufgaben werden nacheinander auf Zeit gelöst. Uhrenvergleich: im Moment ist es gerade 17:45 Uhr Bremer Zeit. (Korrektur: jetzt ist es schon 17:50 Uhr.)

2. Es gewinnt der oder die Kandidat(in), der oder die alle Aufgaben am schnellsten löst und dabei nicht mogelt. (Wer irgendwie mogelt, den setzen wir beim nächsten Turnier eigenhändig matt.)

3. Obacht: Jede falsche Antwort kostet Euch strenge 30 Strafsekunden extra.

4. Die Lösungen stehen im Anschluss. Man muss selbst vergleichen, ob man richtig gelegen hat. (FSK/ Freiwillige Selbstkontrolle)

5. Wem dieses Regelwerk zu kompliziert ist oder wer es nicht versteht, bekommt ebenfalls 30 Strafsekunden.

6. Wer teilnehmen will, vermerke seine Lösungszeit und Namen im Kommentarbereich. Bitte beachten: sollte das Ergebnis unrealistisch erscheinen, wird es unter Umständen nicht gewertet!

7. Einsendeschluss: Mit Ablauf von Heilige Dreikönige (= mit Ablauf des Donnerstag, 06.Januar). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, auch für Juristinnen, Juristen und Briefträger.
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Preise!

1.Platz: Ein feines Ticket der Bremer Straßenbahngesellschaft

2.Platz: Eine Bremer Stadtmusikanten-Schokolade von Hachez

3.Platz: Ein Postkartengruß aus Bremen

Viel Spaß, und – ein prima Jahr 2022!

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Uhrenvergleich
Notiert Eure Anfangszeit (mit Sekunden!) bitte hier: _______________


Als es noch kein Chessbase gab: Klassische Schachuhr (Photographie: OSt)

Alles bereit? Dann läuft ab JETZT Eure Zeit ...

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Freitag, 31 Dezember 2021 13:51

Mit Schwung ins neue Jahr … !

Bye bye 2021 – buon giorno 2022. Ein weiteres krummes Jahr liegt hinter uns, schräg und belastend erneut, und wir möchten hoffen, dass in den nächsten Monaten endlich Licht am Ende des Corona-Tunnels aufscheinen wird.

Und selbst dann ist noch nicht alles wieder gut – denn parallel oder im Anschluss harren unser weitere herkulische Aufgaben, sei es das prophylaktische Retten der Welt nun endlich mal, Beenden der Zerstörung von Wald und Flur und des ungehemmten Ausrottens unserer (Klein-) Tierwelt durch Monokultur, Herbizide, Insektizide, Dünger, Gülle, Pestizide, Verkehr. Lasst uns einkaufen gehen im Biomarkt, Leute! – es ist ein solidarischer Akt mit unseren Kollegen aus der Tierwelt, und bietet eine kleine Chance, alle kleinen Kreucher und Fleucher noch weiter zu bewahren.


Bedrohte Hummel bei der Arbeit. Oder doch eine bedrohte Wildbiene? (Foto: OSt)

Eine weitere herkulische Kraftanstrengung wird es sicher auch erfordern, die eigene ELO/ DWZ mal wieder nach oben zu biegen. Das ist zumindest mir selber im vergangenen Jahr noch nicht gelungen, eher im krassen Gegenteil.

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Donnerstag, 23 Dezember 2021 09:45

Weihnachten! Turniere?

Man weiß es ja einfach nicht in diesem Jahr – gibt es Turniere, gibt es keine? Corona, Corona, und ein weitere Winter der (schachlichen) Ungewissheit liegt vor uns, so gut wie ohne Ligaspiele, und der Turnierbetrieb arg reduziert.

Immerhin, die DSOL öffnet in Kürze wieder ihre Portale, als vom Deutschen Schachbund gesandtes schachliches Trostpflaster – eine tolle Idee!

Vor einem Jahr begann die zweite Waffel Staffel der Deutschen Schach-Online-Liga, und für Wochen blickten die Freunde des königlichen Sports einmal die Woche gebannt auf ihre Endgeräte, zum Match am heimischen Schreibtisch auflaufend.
Zehlendorf Berlin war wieder dabei, die Laskers aus Kölle, Roter Turm München und – neben vielen, vielen anderen – natürlich auch die Vertretungen des Hamburger SV SK 1, HSK 2, HSK 3, HSK 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11 und? HSK 12! (Wo kommen die alle her – ist Hamburg wirklich so groß? Wow.)
Schön also, dass die DSOL bald in die dritte Auflage geht. Die Liga ist Balsam für den Spielbetrieb landauf, landab, und sie verbindet uns, wenngleich nur online.


Die DSOL 2.0 :  Welche Vereine standen im Finale? Klicke mutig auf die Karte!

Coming soon: Das Bremer Silvester Turnier

Die Tage „zwischen den Jahren“ von Weihnachten bis Silvester sind gerne ja auch Außeneinsätze für uns als SchachfreundInnen – mal raus aus den vier Wänden, ran an die vierundsechzig Felder, und kreative Dinge tun. Weihnachts-Open, Silvester-Open, Eure Zeit ist gekommen. Doch darf in diesem Jahr überhaupt turniergespielt werden?

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Samstag, 18 Dezember 2021 19:20

Das Elometer: Wie gut ist Deine Rating?

Bist Du unzufrieden mit Deiner ELO? Traust Du der letzten Auswertung nicht, und ist Deine Rating eigentlich sogar viel zu niedrig? Dann rücke Deine Welt zurecht und hole Dir die Punkte zurück – hier ist das Düsseldorfer Elometer!

Nach unseren kritischen Recherchen zur Hildesheimer Elo-Zucht mag der eine oder die andere nun mit Verunsicherung auf die eigene Wertungszahl schauen. Wem kann man noch trauen, und sind nicht alle ELO-Zahlen ohnehin veraltet?
Doch Hilfe naht – das Institut für Experimentelle Psychologie an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf springt netterweise in die Bresche und bietet einen kostenfreien ELO-Selbsttest an.


Zur ELO bitte hier entlang

Letztlich ist ja jede Partie in höheren Ligen ein kleiner ELO-Wahrheitstest, und ein neunrundiges Open am Tegernsee, in Dortmund oder in Brügge erfüllt denselben hehren Zweck einer schachlichen Spielstärkenermittlung (und dieser mag gar schauerliche Resultate zeitigen).
Indes, für das Düsseldorfer Testwerkzeug muss man nicht durch die Weltgeschichte reisen, früh aufstehen, Kaffee trinken und sich in gefährliche Nähe eines Gegners/ einer Gegnerin begeben. Man kann die Fragen gleich hier am Computer durchgehen und muss dafür nicht einmal die Wohnung verlassen – auch wenn das manchmal ja ganz erfrischend wäre.


Wir bleiben zu Hause

Weiterlösen bei den Veganen Olafkatzen

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Samstag, 11 Dezember 2021 18:11

Fata Morgana auf c8: Das Ohrenprotokoll

KommentatorInnen berichten darüber, was sie sehen – was sollen sie auch sonst tun. Während der ersten WM-Partie rätselten Judit Polgár, Anish Giri und Klaus Bischoff intensiv an der Deutung des geheimnisvollen Turmzuges 14. … Tf8-c8 – ehe nach fünf Minuten Rätseln, Deuten und Verstehen die Stellung auf dem Live-Brett endlich korrigiert wurde.

So ruckelte der Turm ein Stückchen weiter nach links und landete auf b8, wo er in Wahrheit ja schon die ganze Zeit gestanden hatte.

Alles gut also? Nicht ganz. Denn wie erklärt man seinen ZuschauerInnen einen kryptischen und nur einer fehlerhaften Übertragungs-Software entsprungenen Zug wie Tf-c8?


Ein Feuerwerk der Turmkunst, in Bremen und Dubai

In Don’t Insult: The Online-Commentator’s Handbook (3.Auflage, Pisa 2019) finden wir dazu drei ganzheitliche Empfehlungen:

a) Die bodenständige Skepsis (Seite 49)

und das weltoffene

b) Dem Weltmeister glauben (Seite 52)

sowie

c) Die Engine wird das schon regeln (Seite 67)

Klaus Bischoff und auch Judit Polgár entschieden sich nach …Tfc8 für vorsichtigen Zweifel (= Möglichkeit a).
Anish Giri dagegen fand den Zug ok und kommentierte mutig für Alternative b), angereichert mit einer Prise c).

Alle drei Ansätze sind im Prinzip gleichwertig. Schwierig wird es nur, wenn man mit b) dem Weltmeister glaubte, und sich der gelobte Zug dann – lustig – als Übertragungsfehler entpuppt. Als Wüstenzitrone. Und simple Nebelkerze, vielleicht ganz ohne schachliche Rechtfertigung.

Wir sehen uns das an, im Originalmitschnitt der Kommentierung.

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Möglichkeit A: Die bodenständige Skepsis


Klaus Bischoff bannt das Publikum (Schwetzingen Bundesliga Endrunde 2013)


Nach dem vermeintlichen Tfc8                     (Diagramm: Chess 24)

Bischoff: Und den nächsten Zug, da tu‘ ich mich ehrlich gesagt ein bisschen schwerer, den zu erklären.

Ich hätte wahrscheinlich doch auch etliche Versuche zum Raten gebraucht, um auf den zu kommen. Der wäre in meiner Prioritätenliste nicht weit vorne gewesen. Also, Tfc8 finde ich einen ausgesprochen merkwürdigen Zug. (… 20 Sekunden Schweigen …)

[…] Ich finde Tfc8 dennoch einen etwas mysteriösen Abwartezug, aber … [nun] gut.

In der türkischen Übertragung ist der Turm nach b8 gegangen. Ist es nur die türkische Übertragung, oder ist er öfter nach b8 gegangen als nach c8 … ? Ich gehe mal auf meinen beliebten Refresh-Button.

Na gut, dann machen wir statt Tfc8 Tfb8, und den Zug kann man eigentlich auch besser erklären als den Tfc8, bei Tfc8 konnte ich, wenn ich ehrlich bin, keinen großen Sinn erkennen. […]

[Anmerkung: Tfc8 stellt sich wenig später als Übertragungsfehler heraus.]

Bischoff: Also, wir haben den nächsten Zug. Der Zug Tfc8 ist durch Tfb8 korrigiert worden. […]

Und Tfb8 und Tfc8 … war anscheinend ein technischer Fehler.

Ok, ist ja kein Problem … ich bin ja froh, bei Tb8 konnte ich einen Sinn erkennen. Bei Tfc8, den hab‘ ich überhaupt nicht verstanden.


Verstehen Sie Spaß? Klaus Bischoff lässt sich nicht ins Bockshorn jagen. (Bild: Chessbase)

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Kurze Musikpause mit den Dubai Brothers

Greenpeace: Her mit dem guten Leben!

Und hey, möchtest Du einen Katzenkaffee spendieren für die Veganen Schachkatzen? Wir freuen uns darüber!

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Möglichkeit B + C: Dem Weltmeister glauben/ Die Engine wird das schon regeln


Tf8- c8? Judit Polgár ist überrascht – Anish Giri würdigt die tiefe Idee (Bild: Chess24)

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Giri: Tf8-c8 gespielt. Ok, jetzt muss er aus dem Buch sein, denn Tfc8, das ist ein zu zufälliger Zug, es kann einfach nicht sein.

Polgár: Tfc8? Ich glaube, dass es der letzte Zug wäre, der mir in den Sinn kommt. Aber seien wir ehrlich – es ist nicht genau das, was man uns als Kinder sagte.

Giri: Ja, aber ich denke, eine Idee könnte sein, dass nach [Dame] nimmt, [Springer] nimmt, Ld2, c5, Sb4 . . . wenn wir irgendwann b4 nehmen, der Turm, die c-Datei lebendig wird, weißt du. Das könnte der tiefe Punkt dahinter sein.


Die Idee hinter Tf8-c8, vielleicht? Allerdings kann Weiß mit c2-c4 alles abfedern. (Variante, Chessbase)

Und mmh . . . ich habe hier eine Engine, die in der Nähe läuft, die ist nicht so schlecht, und im Moment gibt sie Weiß einen Vorteil.

Aber Magnus hat das wohl gründlich genug vorbereitet und ausgearbeitet. Und er glaubt wahrscheinlich, dass es im Endspiel genug Kompensation für Schwarz gibt.

Polgár: Entschuldigung, generell gesagt habe ich das Gefühl, dass dies wirklich etwas ist.

Wir werden gerade Zeugen, dass die Engines  eine so große Rolle bei der Vorbereitung spielen. Denn dieses Tfc8, das kann man sich im Kopf nicht ausdenken, glaube ich.

Es kann nur etwas Wertvolles sein. Ein Zug wie dieser kann nur so gedacht werden, dass in einer späteren Phase – fünf oder sechs oder sieben Züge später – dass es nützlich sein kann, weil der c7-Bauern irgendwie nach b4 gerät, und dann wird es eine offene Turmlinie, richtig?

Ich meine, normalerweise ist der erste Zug, der einem in den Sinn kommt, Turm nach e8, richtig?

Giri: Ja, normalerweise stellt man seine Türme auf offene Linien, die jetzt schon offen sind, und die sich nicht drei Züge später erst öffnen. Das ist die Regel. Aber natürlich bei einem Computer, Du weißt, gibt es einen Sinn in fast jedem Zug.

Tfc8, wie gesagt … Ian war gut vorbereitet, ich meine, um bis zu dieser Stelle vorbereitet zu sein, hat man eine großartige Arbeit geleistet. Um noch weiter vorbereitet zu sein – das ist zu viel. Und ich glaube, jetzt ist die Zeit für ihn gekommen, alleine zu denken.[. . . ]

Du weißt, es könnte sein, dass Magnus hier ein paar Optionen hatte. Er wusste vielleicht, dass Rfd8 der beste Zug war. Aber er dachte, ok, wenn der Kerl im Buch ist, überrasche ich ihn mit Rfc8, als Extra-Option. [. . .]

[In diesem Moment kommt die Information, dass es ein Übertragungsfehler war. Leichtes Missvergnügen bei Anish.]

Giri: Interessant, dass einige Leute sagen, dass Tfb8 gespielt wurde. Können wir das Brett vergrößern, nur um sicher zu gehen, weil unterschiedliche Sendungen anscheinend unterschiedliche Züge zeigen?

Die türkische Übertragung, schon früh mit Tfb8 (Screenshot: Chess24)

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Giri: […] Wenn ich Tfc8 oder Tfb8 wählen müsste, würde ich c8 wählen. B8 ist ein bisschen . . . zu viel.

Polgár: (schmunzelt) Nun, es ist klar, dass Magnus die Eröffnungsschlacht gewonnen hat, können wir sagen . . . Und es ist Turm f8 nach b8!

Giri: Ist es das? Siehst du ihn auf b8, ja?

Polgár: Er ist auf b8.

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Technisch alles in Ordnung, zumindest nach dem ersten Zug    (Bild: Chess24)

Giri: Du weißt schon, als sie rochierten, wurde mir auch König nach f1 angezeigt. Irgendwie ist das Livebrett etwas wackelig dort. Sie wählten ein leicht wackeliges Livebrett.

Polgár: Aber jetzt, der König ist tatsächlich auf f1.

Giri: Ich meine, du hast das ganze Jahr Zeit, ein gutes Livebrett für WM-Spiele auszuwählen, nur eines, mit Kabeln, die gut funktionieren, weißt du, nur ein Brett.

Warum nehmen Sie eines, das, Du weißt schon, die Züge nicht gut erkennt?

Polgár: Nun, der Turmzug nach b8 ist etwas, das – wenn die Sekundanten von Nepomniachtchi dies nicht gefunden haben, kann man ihnen keine Schuld geben, muss ich sagen.

(Übersetzung ins Deutsche unter Mithilfe von www.pons.de)

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Der große Moment – die fünfminütige Kommentierung von Phantomzugs Tfc8 hier im Video

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It‘s a hard life – im Kommentatorenraum muss man nehmen, was man zu sehen bekommt, und darüber blitzschnell kluge Sachen sagen. Schwer genug.

Und in jedem Fall, sie machen das exzellent, Judit Polgár, Anish Giri, und (der leider ohne PartnerIn sendende) Klaus Bischoff.

Wir sind gespannt – vielleicht sehen wir das vom Livebrett so fein ersonnene Tfc8 in den nächsten Runden sogar auf dem richtigen Brett. Denn Giris Engine hat es bestätigt – die Idee scheint ja … ganz passabel zu sein?

Die WM bei Chessbase

Offizielle Webseite

Greenpeace: Her mit dem guten Leben!

Einen Katzenkaffee spendieren

König nach f1, Springer nach a5, Turm nach c8 – in der ersten WM-Runde in Dubai bekam es das Team der Kommentatoren mit allerlei Phantomzügen zu tun. Kein leichter Nachmittag für Judit Polgár und Anish Giri auf Chess24 als auch Klaus Bischoff im deutschen Programm von Chessbase, denn einige dieser Züge gab es in Wirklichkeit gar nicht. Was war da los in der Live- Übertragung?

So wackelte schon nach wenigen Zügen der weiße König auf dem Livebild nach f1, als er eigentlich zur Rochade nach g1 gelangen sollte. Ein kleiner Scherz vielleicht, wer weiß, ein Prank aus der Sendezentrale. Saß hier den Scheichs der Schalk im Nacken?

Die Stellung aber wurde alsbald korrigiert, und Nepomniachtchis König stand nun frisch rochiert auf g1. Nur um wenige Züge später wieder nach f1 zurückzutigern.
Das moderne Schach, es steckt voller Überraschungen!


Huch! Statt Nepos Rochade zeigt das Bild kurzzeitig Ke1-f1  (Bild: Chess24)

Nicht viel später sah die Welt das fürstlich-frivole 8….Sa5!? in der Frühphase der Spanischen Eröffnung – auch hier wusste man nicht, war es Carlsens Vorbereitung, oder eine neuerliche Finte aus dem Übertragungswagen?

Weiterspähen bei den Veganen Wüstenkatzen

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Die WM steht vor der Tür, nach drei Jahren der erste große Kampf. Von wissenschaftlicher Neugier getrieben, haben sich die Veganen Schachkatzen die letzten Nächte mit reichlich Kaffee um die Ohren gehauen, um das Ergebnis des großen Events vorauszuberechnen. Alles für die große Sache!

Hier der zweite Teil unserer Analyse (Teil 1 – hier). Zwischenstand nach den ersten sieben Runden:

Carlsen – Nepo  3- 4

Ian Nepomniachtchi punktete bei den Faktoren Motivation, Turnierhärte, Körpergröße und Training mit der Play Magnus-App.
Magnus Carlsen sammelte Punkte mit seinem breiten Eröffnungsrepertoire, seinem leichter zu merkenden Namen, und weil er aus einem Land kommt, in dem die Könige auch mal Olaf heißen (Sonderpunkt!)

Weiter geht’s!

8) Fitness

Nepo hat im Sommer mit den FC Bayern München Basketballern trainiert – so wird man Weltmeister, oder mindestens Zweiter! Auch Carlsen dribbelt ja gerne mal mit dem Ball an spielfreien Tagen, aber ob das auch so spielstärkefördernd ist wie bei den Münchnern? Wir glauben nicht, und daher

Carlsen – Nepo nun schon 3 – 5

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Sport und Schachtraining zeitsparend umgesetzt

9) Tierwelt und Karma

Les mer på Vegan Chess Cats

 
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Dienstag, 23 November 2021 21:59

Carlsen – Nepo: Das Katzenorakel zur WM

Die Welt will es schon wieder wissen, und Magnus Carlsen scheint bereit – zum 4.Mal muss der norwegische Meisterspieler ab Freitag seinen Titel verteidigen. Sein Gegner in Dubai ist der Russe Ian Nepomniachtchi.

Bis zum 14.Dezember soll in 14 Runden der Sieger ermittelt werden – bei Gleichstand gibt es am Tag darauf noch einen Stichkampf.

Doch warum so lange warten? Das Vegane Katzenorakel verrät bereits heute, wie es die WM in der Wüste prognostiziert. Unter nicht-notarieller Aufsicht und einigem Kaffeeverbrauch wurden 14 zentrale Facetten des Duells in Dubai berücksichtigt, und ein verdienter Sieger vorhergesagt.
Wir brauchen also das Endspiel im Emirat nicht mehr in allen Details zu verfolgen und sparen eine Menge Lebenszeit, die sich doch viel besser zum Aufforsten unserer Innenstädte verwenden lassen. Oder für das Ansehen einer neuen Netflix-Serie.

Das Vegane Katzenorakel spricht


Das Orakel bei seiner schweren Prognosetätigkeit

1) Motivation

Nepo wird hungriger sein auf den Titel – wäre ja auch komisch, wenn nicht? Carlsen kennt das alles schon, WM-Kampf, Eröffnungsfeier, erste Runde, und das Feuer, das Kribbeln und das absolute Gewinnenwollen setzt bei ihm vielleicht erst wieder ein, wenn schon einige Partien gespielt oder verloren sind. Dann mag es zu spät sein – wer weiß.

Auftaktpunkt: Carlsen – Nepo 0 – 1

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2) Das Spiel der Könige

Carlsen stammt aus einem Land, in dem die Könige immer auch mal Olaf heißen. Glückliches Norwegen! Das gibt einen persönlichen Olaf-Sondersympathiepunkt, denn die russischen und auch nur teilweise gekrönten Regierungschefs trugen oder tragen nur so profane Namen wie Nikolai, Alexander, Josef oder Vladimir. Daher, sorry, kein Punkt für Nepo.

Sonderpunkt: Carlsen – Nepo 1 – 1

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3) Das Wohl des Schachsports

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Europameisterschaft 2011 in Porto Carras? Deutschland holt den Titel! Wir blicken zurück.
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„Ich tippe auf 2½:1½ für unsere Jungs.

Hätte nie gedacht, dass mich ein Schach-Event so fesseln kann…“

Matthias (im Kommentarbereich, vor der letzten Runde gegen Armenien)

Deutschland ist …. (und das ist wirklich so) …. Europameister! –

Letzte Woche las ich auf Jan Gustafssons schönem Blog, dass nun bald die Europameisterschaften beginnen würden, irgendwo im krisengeschüttelten Griechenland. Ich dachte mir nicht viel dabei und war auch nicht besonders neugierig darauf. Vielleicht kann ich ja mal reingucken, dachte ich, wer weiß.
Ein Blog-Besucher wünschte ihm und den anderen Spielern dann noch viel Glück für das Turnier– fand ich sehr nett!

Am Donnerstag ging es dann los in Porto Carras. Als gute Chronisten des Weltgeschehens schaut Schach-Welt, der Blog für die großen Zusammenhänge, noch einmal zurück auf das Turnier.

europareise 2011
Photo von der Rundreise – so langsam ging es immer weiter nach Süden und Osten.

(Wir weisen prophylaktisch darauf hin, dass die Reisekarte (Diercke Weltatlas 1977) vielleicht nicht mehr ganz den aktuellen Gegebenheiten entspricht.)

1) Team Germany – Montenegro 3:1

3:1, und keine Euphorie – irgendwie hatte wohl jeder erwartet, dass zumindest gegen Montenegro alles gut gehen würde. War ja auch so. Ein schöner Auftakt!

2) D- Team – Israel 2 : 2

Zu diesem Spiel kann ich nichts sagen. Hab´ erst später erfahren, dass es so ausgegangen ist. Wurde viermal schnell Remis gemacht? Ich weiß es wirklich nicht!

3) Németország – Magyarország 2,5 – 1,5

Nicht schön für alle Ungarn, doch so ist das eben, wenn man Judit nicht zum Mitkommen überreden kann. Prima Ergebnis, und der hübsche Sieg von Gustafsson gegen Balogh hat vielleicht zu einem ersten Aufhorchen rund um die Mannschaft geführt.

4) Jan und seine Freunde – Ukraine 3,5 : 0,5

War die Ukraine das erste Mal bei diesem Turnier dabei? Dem Ergebnis nach könnte das fast hinhauen. Aber wir wissen natürlich alle, dass die Ukrainer an ZWEI gesetzt waren. Favoriten also! Machte aber nichts – 3,5 Punkte für die Außenseiter. Schön, dass wir diesmal nicht auf der Seite der gestürzten Favoriten saßen! Ob´s auch am neuen Eröffnungs-Coach lag? Stefan Löffler bringt ein paar Hintergründe dazu in der ZEIT.

5) Germanien – Bulgarien 1 : 3

Um ehrlich zu sein – erst hier stieg ich ins Turnier ein. Letzten Montag stand auf der Schachbund-Seite ein Bericht über die tollen ersten vier Runden und den nun anstehenden Mannschaftskampf gegen Bulgarien.
Ich verfolgte also das erste Mal die Partien, und prompt verloren die Deutschen deutlich. Agonie befiel mich. Denn ist es nicht eigentlich immer so – sobald man einsteigt, kippen die Ergebnisse ins Gegenteil um (ganz wie an der Börse.)

schachteam unter druck
Hui, das war nicht schön – nach dem 1 : 3 stand das deutsche Team ein bisschen unter Druck

Nun war Bulgarien ganz vorne, und auch Topalov – noch ein Grund mehr für mich also, am nächsten Tag meinen Landsleuten die Daumen zu drücken.

6) Bella Italia – Team Tedesco 1 : 3

Italien war nicht so richtig stark, und Bulgarien gewann sein Spiel nicht – das Team von Bundestrainer Uwe Bönsch zurück an der Spitze! Rainer Buhmann mit einem hübschen Sieg, Georg Meier knetete Caruana viele Züge lang durch, und es gab zwei Remisen in den anderen beiden Spielen. Wunderbar. Die Euphorie begann sich anzubahnen.

7) Rumänien – Team D 1,5 : 2,5

Hier begannen die Deutschen, beständig gegen meine Tipps zu spielen. Gesetzt hatte ich auf ein wenig erbauliches 2 : 2, doch was machen die Jungs? Daniel Fridman gewinnt, und die anderen drei bringen weitere 1,5 Punkte nach Hause – und dabei hatte Arkadij im Turmendspiel zwischendurch schon sieben Bauern weniger. Auch der Übertragungswagen funktionierte nicht so richtig – ständig gab es ein Freeze auf den Schachbrettern und die Stellungen änderten sich nicht. Am Ende aber Sieg für D – nachdem zwischendurch schon 2 : 2 gemeldet worden war! Die Schach-Frenzy nahm Formen an.

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8) Aserbaidschan – Deutsche Land 1;5 : 2,5

Aserbaidschan Favorit, mein Tipp aber dennoch 2 : 2. Ich hatte Jan Gustafsson noch eine nächtliche Depesche nach Porto Tarrasch gesandt, damit die Mannschaft diesmal nicht schon wieder gegen meinen Tipp spielt. Hat aber nichts genützt – Aserbaidschan wurde umgebogen, der Ü-Wagen arbeitete störungsfrei, und vor allem Arkadij Naiditsch spielte eine wuchtige Partie gegen Radjabov. Toll!
Und das hieß – in der letzten Runde spielt Team Germany am Spitzentisch um den Titel. Schlaflose Nächte in deutschen Wohnungen!

9) Deutschland – Armenien 2,5 : 1,5

Armenien? Einige wiesen darauf hin, dass auch der junge Wildeshausener Spartak Grigorian von dort kommt. Und obwohl auch einige Fans von Armenier Bielefeld für Armenien die Daumen drückten, wollte heute darauf im deutschen Team niemand Rücksicht nehmen. Immerhin ging es heute um Gold (!), und das allein war schon unglaublich genug.
Nach fünf Minuten die erste Verblüffung – ein schnelles Remis am ersten Brett! War das gut oder schlecht, zu früh oder genau richtig? Der Blick zurück sagt: alles richtig gemacht. Arkadijy spanische Eröffnung führte zum ersten halben Punkt, und darum zur Feier des Tages:


Ein Fan-Video zur Spanischen Eröffnung – wir singen Spanische Eröffnung …

Wie es weiterging – wir wissen es längst! Daniel sicherte ein Remis, Georg Meier eroberte durch eine ungemein harmonische Spielführung einen ganzen Punkt, und Jan Gustafsson (wohnt zwar in Hamburg, könnte aber auch glatt ein Werderaner sein) federte alle Bemühungen seines Gegners gekonnt zum Unentschieden ab. Alte Schule! Und wunderbar – 2,5 : 1,5 für Deutschland, Euphorie auf allen Sendern. Großartig!-

Der letzte große Mannschaftserfolg liegt elf Jahre zurück – 2000 in Istanbul gewannen Artur Jussopov, Robert Hübner, Rustem Dautov, Christopher Lutz, Klaus Bischoff und Thomas Luther eine phantastische Silber-Medaille.

Der Gewinn des EM-Titels fällt für mich in eine ähnliche Kategorie – und ich freue mich sehr, dass ich es diesmal so direkt miterleben durfte!

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tippspiel

Das Tippspiel der letzten Runde ist entschieden. In diesem Video (pardon, bin etwas erkältet) könnt Ihr nachsehen, wer die Bremer Schokolade gewonnen hat.

Wenn Du der Gewinner bist – schick´ mir einfach Deine Adresse. Bitte melde Dich! Die Schoki geht dann auf den Weg.

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Ursprünglich erschienen am 15.November 2011 auf www.schach-welt.de. Und wie ging die EM dann aus …? – Wissen wir doch!
Das Tippspiel wurde zwischenzeitlich leider schon beendet – bitte nicht mehr mitspielen!

Kurz vor der dräuenden Weltmeisterschaft ist Magnus Carlsen immer noch Vegetarier. Kein Fleisch, keine Wurst, kein garnix - und doch steht er seit Jahren auf dem Gipfel der Schachwelt.

Einen Zusammenhang zwischen der fleischlosen Ernährung und seiner monumentalen Spielstärke wollen wir indes nicht herstellen - auch andere (ich zum Beispiel) essen seit Jahren kaum mehr Fleisch, auf dem Weg zur Weltspitze hat uns das nur leider noch gar nicht geholfen.

Warum aber überhaupt Fleisch? Ist natürlich klar, eigentlich, schmeckt super, gibt Energie, ist der Kick oder der Trost zwischendurch an einem langen Tag auf Arbeit oder im Spielsaal zwischen zwei Doppelrunden.

Immer mehr WissenschaftlerInnen warnen vor dem irrwitzig gewordenen Fleischkonsum, für den in Brasilien Regenwälder zum Futterabbau abgeholzt werden, hierzulande Gülle das Grundwasser verdreckt und Methan die Erderhitzung beschleunigt - schönen Dank dafür, liebe Produzenten. Vom moralischen Standpunkt einmal ganz abgesehen, Tierrechten, und dem Elend in der Massentierhaltung.


Das erste Mal in ihrem Leben erleben sie Wind und Sonne
erst auf dem Weg zum Schlachthof: Puten bei Blindheim, 2020

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Freitag, 12 November 2021 10:26

Tony Miles (1955 – 2001)

Irgendwann müssen wir alle ja gehen und diese Welt verlassen, die einen früher, die einen später. Traurig ist es in jedem Fall.

Als im Jahr 2001 der englische Großmeister Tony Miles überraschend verstarb, traf es die Schachwelt wie ein Schock. Miles? So jung? Lebt nicht mehr? Das konnte niemand glauben, und doch war es so.
Als vielreisender Openspieler und Professional führte der sechsundvierzig Jahre alte Tony ein intensives, strapaziöses Leben, hinzu kam eine schwierige Diabetes-Erkrankung. Am 12.November 2001 entdeckte man ihn tot in seiner Wohnung in Birmingham, gestorben vermutlich an einem Herzinfarkt.

Miles war immer einer der Helden in meinem Schachleben, wie so viele der britischen Meister vor und mit ihm, Jon Speelman, Michael Basman (1…a7-a6!), Simon Webb (Schach für Tiger!), auch Nigel Short und natürlich der sehr und sehr langjährige Werderaner Luke McShane.
Sie alle spielten und spielen aufregendes Schach und haben viel Sinn für die Phantasie des Spiels. Humor auf und neben dem Brett – das gehört dazu.


Michael Adams – Luke McShane: How to go on?

Read on with the Vegan Chesscats

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Europameisterschaft 2011 in Porto Carras? Wir blicken zurück – auf den Tag genau zehn Jahre!
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Von GM Jörg Hickl, 11.November 2011

„Tor, Tor, Tor, Tor! Halten sie mich für verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt – ich glaube, auch Fußball-Laien sollten ein Herz haben.“ Herbert Zimmermann, Kommentator der Fußball-WM 1954

Auch die Schachwelt steht Kopf. Zwar war es keine WM, sondern die Mannschaftseuropameisterschaft, doch mit Ihrem Sieg in der Letztrundenbegegnung gegen den Favoriten Armenien, erzielte das deutsche Team um Frontmann Arkadij Naiditsch einen der wohl bedeutendsten Erfolge der deutschen Schachgeschichte.

Herzlichen Glückwunsch

Tabellen und Ergebnisse auf euro2011.Chessdome.com

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Zehn Jahre ist das nun her ... war schön damals, und hey, was für eine Überraschung! Niemand hätte das wohl gedacht, mit dem deutschen Team auf Platz Eins, vor allen Riesen aus Armenien, Aserbeidschan und Russland.

So gut ist es trotz starker Spieler nicht mehr geworden in den Jahren darauf - umso großartiger, in 2011!

Mittwoch, 10 November 2021 08:00

EM 2011: Wow!! (Mit Tippspiel)

Europameisterschaft 2011 in Porto Carras? Wir blicken zurück – auf den Tag genau zehn Jahre!
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Mensch, Mensch, Mensch – da sitzt man hier so herum im trüben Norden, und auf der anderen Seite der Welt gewinnt das deutsche Schachteam mal so eben gegen Aserbaidschan! Was für ein Ereignis – herzlichen Glückwunsch an „unsere Jungs“ in Griechenland! Fast könnte man glauben, dass Team D nun auf M(edaillen)-Kurs gehen könnte - doch sicher ist das jetzt noch nicht, denn auch die anderen Mannschaften haben noch alle Chancen. -

Viele haben heute die Daumen gedrückt, und wieder hat es geholfen. Es war schon so eine Art Showdown heute in Porto Tarrasch: die bärenstarke Mannschaft von Aserdaidschan hatte in den ersten sieben Runden nur eine einzige Partie verloren und war auch aufgrund eines leichten ELO-Vorteils Favorit in dieser Begegnung. Das aber störte die deutschen Spieler wenig – sie alle hielten wacker dagegen und sicherten ihre Stellungen gekonnt und flexibel ab. Zwei Unentschieden waren die Folge – erst remisierte Georg Meier gegen Vugar Gashimov, und dann einigte sich auch „der zähe Hamburger Fisch“ Jan Gustafsson gegen Eltaj Safarli auf eine Punkteteilung. (Pardon – ich fand diese Bezeichnung so hübsch, die der User Slowhand auf Jans Blog verwendete!)

Es stand also 1 : 1. Und dann? Dann war es Arkadij Naiditsch, der mit Schwarz gegen den (anderen) Weltklassespieler Teimour Radjabov einen gut gesetzten Konter aus dem Ärmel zauberte und innerhalb weniger Züge die Position des aserbaidschanischen Spitzenspielers verheerte.

Erst stand es so:

radjabov - naiditsch 1

Dann so:

radjabov - naiditsch 2

Und irgendwann dann so:

radjabov - naiditsch 3

Und nun sah es schon gar nicht mehr so gut aus für Weiß!

Eine dolle Partie, wie man hier an der Küste so sagt, und zugleich auch die Führung für Team Germany. Doch was tat sich in der letzten Partie?

mamedyarov - fridman 1

Daniel Fridman kämpfte hier mit einem Turm gegen zwei weiße Leichtfiguren, und irgendwie wirkte das sehr gefährlich, was sich sein Gegner Shakhriyar Mamedyarov da nun alles so ausdachte.

Doch auch wenn es gefährlich war – es war noch lange nicht gefährlich genug für Daniel Fridman! Der Mülheimer sah sich zwar schon einigen wild heranstürmenden Freibauern gegenüber, doch mit der Verfolgung des Läufers, der immer das Umwandlungsfeld achtgeben musste, fand er einen eleganten Weg heraus aus dem Schlamassel (Schachmagazin 64) und forcierte das Remis.
Und dadurch waren es unter dem Strich 2,5 Punkte gegen Aserbaidschan – sensationell!

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Was geschah an den anderen Tischen?

- Armenien bog die aufstrebenden Niederländer um und schob sich damit auf Platz 1 der Tabelle.

- Rumänien und Ungarn trennten sich 2:2 und bleiben „oben dran”

- Bulgarien schickt Italien (ohne Caruana) mit 3:1 zum Abendessen.

- Die Russische Schachschule kommt zu zwei Punkten gegen Frankreich. Damit bewahrt Russland seine Chancen auf eine Medaille. Man weiß ja nie!

- Die SF Schweinfurt konnten ihre Serie dagegen nicht fortsetzen und unterlagen mit 1: 3 gegen Schottland. Die letzten Medaillenchancen sind dadurch leider futsch. Schade!

Wer spielt morgen? (In Klammern die Mannschaftspunkte)

Deutschland (13!) – Armenien (13!)

Aserbeidschan (12) – Romania (11)

Ungarn (11) – Bulgarien (12)

Slovenia (10) – Russland (11)

Länderporträt

Heute fragen wir: wie heißt die Hauptstadt von Armenien? Ich schaue lieber nochmal nach, aber mit einiger Gewissheit sollte es Yerewan sein. Hier ist ein schönes Bild der Stadt:

yerewan with ararat von mcschreck

Einige kennen dieses Bild schon aus einem anderen Zusammenhang … - ein imponierender Blick auf  Yerewan und den Berg Ararat (Photo von McSchreck/ Wikicommons, dank u well!)

Kasparow hatte eine armenische Mutter, und damit ist eigentlich auch schon alles Wesentliche gesagt über den morgigen Gegner. Armenien ist Schach – das Spiel hat in dem kleinen Land in der Nähe des Schwarzen Meeres eine lange Tradition, und es war bestimmt kein Zufall, dass große Spieler wie Tigran Petrosian, Rafael Vaganian und der schon erwähnte Garry Kasparow von dort stammen. Wir sind also beeindruckt – und gewarnt.

garry kasparov 1980 dortmund von gf hund

Der Chef in seinen jungen Jahren (Dortmund 1980)  (Photo von GF Hund, WikiCommons, Danke!)

Ansonsten – welche Assoziationen verbindet man so mit Armenien?

- Während des Ersten Weltkriegs gab es traurige Vorfälle zwischen Armenien und der Türkei, von der die Türkei bis heute aber offiziell noch immer nichts wissen will. Auch zwischen Armeniern und Aserbaidschanern gab es immer mal wieder Konflikte.
- Der schöne Berg Ararat, auf dem damals die Arche Noah angedockt hat, liegt auch in der Nähe Armeniens.
- Es gibt gutes Essen in Armenien, und bestimmt noch viel besseren Wein.
- Radio Eriwan war ein berühmter Sender in der Zeit der Sowjetunion!

Unser Tippspiel für die letzte Runde

Obacht: Abgabeschluss = Rundenbeginn = morgen schon um 12 Uhr!! (!)

Ob Aronian wieder dabei ist? Als er vor kurzem für die SF Berlin gegen Werder überraschend in der Bundesliga auflief, hat das ja den Bremern für einige Verwirrung gesorgt. Morgen wird es aber nicht ganz so leicht sein, denn die Deutschen haben Dr. Levon heute schon am Brett gesehen - keine Überraschung mehr möglich. Und ein 6:2 wie bei den Schachfreunden Berlin wird es wohl auch nicht werden!

Dennoch ist morgen wieder alles möglich. Vielleicht ist sogar eine Medaille drin - aber es kann auch ganz anders kommen. Wir bitten daher um Tipps für die alles entscheidende Frage:

Wie spielt Deutschland morgen gegen Armenien?

Die Deutschen spielen ja schon seit Tagen beständig gegen meine Tipps – und darum tippe ich für morgen ein bedauerliches 2,5:1,5 für Armenien. (Ich hoffe aber auf das Gegenteil!)
Zu gewinnen gibt es diesmal einen wahren Top-Preis. Die Bremer Firma Hachez stellt feinste Schokoladen her mit einem hübschen Bild der Bremer Stadtmusikanten. Ich weiß, dass diese nun nicht allzu viel mit der EM in Griechenland zu tun haben, aber – immerhin gingen auch die Bremer Stadtmusikanten ebenso wie die vier Musketiere und morgen das Team D zu viert in den Mannschaftskampf (mit unterstützendem Auswechselspieler). Und schmecken tut die Schokolade ohnehin!

bremen schoko

Viel Spaß beim Tippen! (Und Krennwurzn – nicht wieder 4:0 für den Gegner tippen!)

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Ursprünglich erschienen am 10.November 2011 auf www.schach-welt.de. Und wie ging die EM dann aus …? –
Tipps für das Armenien-Spiel können theoretisch noch gerne eingereicht werden. Zu unserem Bedauern ist die Abgabefrist aber vor weniger Minuten abgelaufen - bedauerlich!