Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens, Diplom-Handelslehrer, unterrichtet an einer Bremer Berufsschule. FIDE-Meister seit 1997, ELO um die 2200, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Spielte für den Schleswiger Schachverein von 1919 (moinmoin!), den MTV Leck (hoch an der dänischen Grenze!), den Lübecker Schachverein, die Bremer Schachgesellschaft und nun für Werder Bremen.

Seit 2012 Manager des Schachbundesliga-Teams des SV Werder Bremen.

Größte Erfolge:
Landesmeister von Schleswig-Holstein 1994, Erster Deutscher Amateur-Meister 2002, 5.Platz beim letztenTravemünder Open 2013, und Sieger des Bremer Hans-Wild-Turniers 2018.

Größte Misserfolge:
Werd´ ich hier lieber nicht sagen!

Größte Leidenschaften:
früh in der Partie irgendetwas mit Randbauern und/ oder g-Bauern auszuprobieren und die Partie trotzdem nicht zu verlieren – klappt aber nicht immer.

Dienstag, 01 Juni 2021 20:26

Ein Bild und seine Geschichte

Kritische Fragen sind uns ja immer willkommen, solange sie - natürlich - nicht allzu kritisch sind. Eine solche Frage erreichte das Welthauptquartier unserer Redaktion vor Kurzem in Gestalt eines Kommentars von Umumba, dem einen oder anderen bekannt aus dem einen oder anderen Bericht hier in unserem kleinen Blog.

Es ging dabei um das folgende Foto:

One more game
Rote Katze - Schwarze Katze          (Foto: Hausmarke)

Dieses Bild entstand vor einigen Jahren, ungestellt, und zeigt eine Szene aus einem hausinternen Wettkampf zwischen zwei - wie sollte es auch anders sein - veganen Schachkatzen.

Umumba nun, kritisches Auge, kritischer Geist, stellte dazu die folgende Frage:

#1 Umumba 2020-10-19 23:41

Wieso durfte die rote Katze nur einen Zug ausführen? Oder hat sie 1.c3 und 2.c4 gespielt? Oder einen Springer oder gar die Dame vor und zurückgezogen? Spielen die beiden Katzen am Ende gar das von Malte Markert einst analysierte "Marseiller Schach", bei der nach dem ersten weißen Zug jeweils zwei Züge gemacht werden dürfen?

****** Weiterlesen bei VeganeSchachKatzen *******

 

Freitag, 14 Mai 2021 15:20

Ran an die Büsumer Bretter

Trainingsvergleich SV Werder Bremen - SK Doppelbauer Kiel von 1910
 
von Wolfgang Pajeken

Monatelang habe ich versucht ein kleines Trainingsturnier im Präsenzmodus zu ermöglichen. Nachdem ich schon fast die Nase voll von den Absagen diverser Gesundheitsämter und Behörden hatte, ist es mir nun doch gelungen, ein interessantes Event auf die Beine zu bringen.
 
Vom 14.05 bis 16.05 findet in Büsum ein Trainingsvergleich nach dem Scheveninger System zwischen drei Spielern des SV Werder Bremen und dem aus der Fusion von Doppelbauer und Turm Kiel hervorgegangenen neuen Kieler Vereins SK Doppelbauer Kiel von 1910 e.V. (vorm. auch Turm Kiel) statt.
Möglich ist dieses zum Einen, weil die Stadt Büsum am sogenannten touristischen "Modellprojekt" des Bundeslandes Schleswig-Holstein teilnimmt. Zum anderen aber auch, weil Bundeskaderspieler in Schleswig-Holstein unter gewissen Bedingungen trainieren dürfen.
 
Ich danke folgenden Personen, für Ihre Unterstützung (Reihenfolge ohne Wertung):
 
Danke an Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler, der das Projekt von Anfang an ideell unterstützt hat. (Neben Ashot Parvanyan und Jakob Pajeken war ursprünglich Ruben Köllner als dritter Bundeskader vorgesehen. Aufgrund der starken Belastung beim soeben zu Ende gegangenen Mitropa-Cup musste er allerdings kurzfristig absagen).
 
Danke an den schleswig-holsteinischen Leistungssportreferenten Heiko Spaan, der die zündende Idee einbrachte, in die Modellregion Büsum zu gehen, und mir mit rasender Geschwindigkeit alle notwendigen Kontakte vermittelte.
 
Danke an Jonathan Carlstedt vom SV Werder Bremen, der mich immer wieder mit Optimismus ansteckte, wenn ich den Glauben an die mögliche Organisation solch einer Trainingsmöglichkeit schon aufgeben wollte. Zusammen mit Jari Reuker und Spartak Grigorian geht er als Spieler in Büsum an den Start.
 
Büsum 2
Runde 1: Spartak Grigorian, Nordsee - Ashot Parvanyan, Ostsee (Foto: Wolfgang Pajeken)
 
Danke an die Stadt Büsum und Frau Kerstin Hube von der Tourismusmarketing Büsum für ihr großartiges Engagement und die Nutzungserlaubnis der repräsentativen und gut zu lüftenden Räume im Watt´n Hus.
 
Danke an Dirk Martens, den 1. Vorsitzenden des Schachvereins Büsum, für seine umfassende und schnelle organisatorische Hilfe, sowie die guten Kontakte vor Ort.
 
Danke an Frau Birte Jürgens vom Gesundheitsamt Dithmarschen für die Geduld, mit der sie mein Drängeln kanalisiert hat und so geholfen hat, ein gesetzeskonformes Hygienekonzept zu entwickeln.
 
Ein Danke an Max Oberberg und Sebastian Buchholz vom Vorstand des SK Doppelbauer. Die beiden haben den Wert der Veranstaltung sofort erfasst und sich für eine Bezuschussung der Kieler Spieler eingesetzt.
 
Und last but not least ein Dankeschön an Schiedsrichter Dirk Rütemann, der bestimmt schon immer gern mal in Büsum Urlaub machen wollte.
 
Zuschauer sind selbstverständlich nicht zugelassen. Unter folgendem Link lassen sich allerding Paarungen und Ergebnisse einsehen:
 

Von IM Dirk Schuh!

Rezension der englischen Ausgabe

Der französische Großmeister Christian Bauer hat nicht nur eine stattliche Elo von 2644, er ist mir auch schon vor Jahren durch seinen interessanten Eröffnungsstil aufgefallen. Wo andere Profis die Hauptvarianten auf das Brett knallen, versucht er, eigene Wege zu gehen und den Gegner wie sich selbst schnell zum eigenen Denken zu zwingen. Dass er aber voll und ganz an seine Eröffnungen glaubt, hat er schon mit dem Mut bewiesen, eher belächelte Varianten wie die Skandinavische Verteidigung nach 1.e4 d5 2.exd5 Dxd5 oder 1. ...b6 gegen alles anhand von Schachbüchern in die Öffentlichkeit zu bringen. Mir persönlich gefiel auch sein Beitrag in "Experts on the Anti-Sicilian" aus dem Hause Quality Chess sehr gut, in dem er nach 1.e4 c5 2.Sf3 d6 sowohl 3.Lc4 als auch 3.c3 Sf6 4.h3 beleuchtet.

Nun hat er mit "Candidate Moves" für Thinkers Publishing sein erstes Nicht-Eröffnungsschachbuch veröffentlicht.

Den Titel plus den Klappentext finde ich dabei allerdings sehr irreführend. Ich hielt das Buch darum zuerst für ein Lehrbuch zur Variantenberechnung, aber in Wirklichkeit trifft der Ausdruck Partiensammlung wohl eher die Thematik. Auf 405 Seiten analysiert GM Bauer 41 seiner Partien und beleuchtet dabei verschiedenste Aspekte des Schachspiels. Dazu gehört auch die Variantenberechnung, aber eben auch interessante Eröffnungsvarianten, Schachpsychologie, positionelle Aspekte, kurzum alles, was bei einer gut analysierten Partie so anfällt.

Den kreativen Stil des Autoren findet man dabei überall im Buch wieder. So gibt es zu den oben genannten Eröffnungen natürlich einige nette Partien. Es beginnt gleich wunderbar abwegig mit einer Partie gegen den Haudegen GM Davit Shengelia, mit dem ich vor Jahren beim SK Werther zusammengespielt habe. Christian Bauer beginnt mit 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.c3 Sf6 4.h3, Schwarz kontert mit Sc6 5.Ld3 g5 und das Chaos ist angerichtet. Solche Eskalationen gibt es in dem Buch zuhauf und das unterhält ungemein. Mich juckte es jedenfalls bei der Lektüre mehrfach in den Fingern, die neu gelernten Ideen gleich mal in der Praxis auszuprobieren.


Partiedarstellung - mit Dank an Chessbase!

Kreativ ist allerdings auch der Aufbau des Buches. Auf der einen Seite gibt es eine klassische Ordnung der Partien nach Qualitätsopfern, taktischen Chaosstellungen, Königen in der Mitte und ruhigeren Stellungen, über deren Ruhe man sich allerdings auch streiten darf. Das wirkt noch relativ normal. Auch die Einleitung eines jeden Kapitels, wo alle beinhalteten Partien kurz angeschnitten werden, damit der Leser weiß, was ihn so erwartet, ist begrüßenswert, aber wurde auch schon hundertfach gesehen.
Neu für mich war allerdings, dass jede Partie in dem Buch doppelt analysiert wird. Der Autor beleuchtet erst alle Aspekte der jeweiligen Partie aus weißer Sicht und sieht sich das Ganze danach dann noch aus der Sicht des Nachziehenden an. Das frisst zwar einiges an Platz und wirkt auch erst einmal gewöhnungsbedürftig, wenn ein merkwürdiger Zug gar nicht kommentiert wird, weil er von der Seite kommt, die gerade nicht behandelt wird, ist aber auf seine eigene Art auch sehr übersichtlich und erlaubt es dem Autor, insgesamt mehr Kommentare und Analysen zu den Partien anzugeben, ohne dass es zu voll wird.

Der Autor gibt dabei in den Partien oft noch sehr viele Fragmente zu ähnlichen Partien an, die auf den ersten Blick gar nichts mit den Hauptpartien zu tun haben, aber sehr schön die Welt der Nebenvarianten erläutern. Zum Beispiel träumt Weiß in der Variante, die gegen Davit Shengelia gespielt wurde, davon, Schwarz in Strukturen der Spanischen Eröffnung zu lotsen, in denen oft später im Mittelspiel das Bauerndreieck e5-d6-c5 aufgebaut wird, um im Zentrum Gegenspiel zu erlangen. Spielt Schwarz also in dem Sizilianischen Pendant später notgedrungen e5, um eine weiße Bauernexpansion auf dieses Feld mit e4-e5 zu verhindern, ist Weiß mit seinem Spanischwissen klar im Vorteil, sofern der Gegner nicht 1. ...e5 in seinem Eröffnungsrepertoire hat.

Ein anderer zuletzt häufig zu sehender Trick der Nebenvariantenelite ist das Spielen von Schwarzeröffnungen mit Weiß. Hier liefert der Autor ein hochinteresantes Beispiel zum symmetrischen Englisch nach 1.c4 c5, das oft sehr langweilig wirkt, da Schwarz häufig die weißen Züge spiegelt. Wie man dort allerdings mit Weiß und mit Schwarz auf Gewinn spielen kann, zeigt Christian Bauer sehr gut. Die gängigeren Beispiele zu diesen Thema wie das derzeit moderne Londoner System, das nichts anderes als Slawisch im Anzug ist oder auch der Torreangriff nach 1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.Lg5, der als Schwarzeröffnung nach 1.Sf3 d5 2.g3 Lg4 oder auch erst c6 und dann Lg4 lange Zeit sehr viel populärer war, werden natürlich auch behandelt und ergeben einen großen Fundus an seltenen Eröffnungen.

Kandidatenzüge Bauer

Insgesamt bietet das Buch tolle Partien , in denen oft schon frühzeitig die Fetzen fliegen und gezeigt wird, wieviel Spaß das Spiel abseits der Mode der Hauptvarianten bereiten kann. Das Titelthema ist zwar klar verfehlt worden, aber dennoch kann ich es jedem Schachfreund ans Herz legen.

IM Dirk Schuh, Schachtrainer

Mai 2018

Kandidatenzüge von Christian Bauer bei Schach Niggemann

Freitag, 07 Mai 2021 01:38

Meister gegen Meister

Werder Open 2021, fünfte Runde von sieben - und die beiden Großkopferten, ELO-Bullen, Denkriesen müssen ran, und dann auch noch gegeneinander!

Am Samstag abend ab 18 Uhr daher nun das große Match live:

IM Frank Zeller - IM Jonathan Carlstedt

über 6 Partien mit 5+3 Bedenkzeit

https://www.werder.de/schach/turniere/sonstige-turniere/werder-online-open/

Live und gerichtsfest kommentiert von Olaf Steffens unter www.twitch.tv/werdertigers

Kommt vorbei und schaut rein, wir freuen uns!

Donnerstag, 06 Mai 2021 16:55

Online is the new Black

Nicht nur der Ligakampf in der verwinkelten Gaststube des Lokalrivalen, verstärkt durch den nicht erhältlichen/ viel zu dünnen/ nicht mehr heißen oder auch nur teuren Kaffee an der Theke bieten vielerlei Ansätze, um die Verantwortung für eine soeben verlorene Turnierpartie herunterzuspielen und die Schuld elegant an die Umstände weiterzureichen.

Die ermutigende Nachricht ist – diese guten Gründe gibt es auch, wenn man zu Hause spielt! Hier ist, was wir für rechtfertigende Stimmen nach vielen Wochen in der Deutschen Schach-Onlineliga oder ihrer bezaubernden kleinen Schwester, der Bremer Umzu-Liga, einfangen konnten.

Warum man auch zu Hause seine Partien verliert, ohne daran schuld zu sein

- unsere Katze wollte ständig raus und kratzte an der Tür (Bremen)

- ich habe nebenbei noch ein paar Aktien geshortet (Frankfurt)

- es lief gerade „The Queen‘s Gambit“ (Überlingen)

-  ich durfte meine Engine nicht mitlaufen lassen  (anonym)

- die Techno-Musik in meinem Club war zu laut (Berlin)

- der Kaffee war zu dünn/ nicht mehr heiß/ zu teuer/ es gab keinen  (Nordwalde)

- ich durfte nicht rauchen (Köln)

- die Katze wollte dann wieder rein und kratzte an der Tür (Bremen)

- meine Partnerin fing in der Zeitnotphase an staubzusaugen  (Magdeburg)

Nun gut, so ist das manchmal – da bleibt dann eigentlich nur der Schwamm drüber- Lockdown Blues von SF Otto Waalkes.

„Ob wir betrübt sind? Keinesfalls! Mit breiter Brust geht das Hellas-Team aus dieser grandiosen DSOL-Saison.“ (Hellas Nauen)

Deizisau, der SC Moosburg und Akademie Paderborn - was haben sie und die 23 andere Finalisten der DSOL nur falsch gemacht? 

Die meisten der 400 Mannschaften, die für die DSOL 2.0 im Januar in den Ring stiegen, haben ihren Platz in der bundesweiten Online-Hierarchie bereits gefunden. Oben oder unten? Sie wurden ehrenvolle Dritte, Fünfte, Letzte ihrer Liga, flogen hübsch raus im Viertelfinale oder kamen gar nicht erst so weit – und schon konnte man im Zweifel bereits nach 7 Spieltagen ohne viele Diskussion abschätzen, wo sie denn so stehen im großen digitalen Gefüge: die einen gut, die anderen besser. 

Andere Teams mochten sich da nicht so fix einordnen. Deizisau, Moosburg, Paderborn, sie gewannen hier mal ein Viertelfinale, verloren dort auch nicht das folgende Halbfinale, und entzogen sich dadurch einer genaueren Platzierung. Und also wussten die Spielstärkeforscher des DSB auch Ende April immer noch nicht, woran man bei ihnen war: tiptop, oder nur top? Wer ist denn nun wie gut?

Mühsam, mühsam, denn die DSOL-Geschäftsleitung musste nun sogar eine weitere Spielrunde ansetzen, Finale genannt, um auch für diese 26 Mannschaften zu einer vollumfänglich gültigen, sportlich-adäquaten Standortbestimmung kommen zu können. Geduldiges Feinjustieren im Sinne der Wahrheit, das zeichnet unseren Schachbund aus.

Und das hieß natürlich: alle Schiris nochmal an Deck, DSOL-Sendemasten aufrichten, Pizza ordern für die Chessbase-Zentrale, damit auch die letzten der 400 Teilnehmer ihren Platz in der Rangliste finden konnten.

Und auch GM Siebrecht kam noch einmal vor die Kamera, gab ein Da Capo, um dieses Finale und damit die zweite Staffel der Liga in einem tollen Rahmen mit zu beschließen.


Huch! - der Link will leider nicht, darum bitte hier: https://www.twitch.tv/videos/1006193310

 

Die anderen gut 370 Clubs hatten dagegen am vergangenen Freitag schachfrei, konnten länger arbeiten, Fußball gucken und entspannt der nächtlichen Ausgangssperre entgegenfiebern. Clever! Das sind sie, die Wonnen des sportlichen Nichtweiterkommens.

Wer aber waren die 26, die sich jeder rechtzeitigen schachlichen Bewertung bislang entzogen hatten?

Hier sind die 13 Final-Paarungen in der Übersicht (Vorsicht – Ergebnisse stehen schon drin!)
 

Und damit wir auch ein bisschen Weltwissen mitnehmen aus den vergangenen 4 Liga-Monaten, hat unsere Design-Abteilung die Finalpaarungen graphisch aufbereitet.

An manchen Stellen (Sachsen, Rheinland-Pfalz) ging unserer Zeichnergilde offenbar ein wenig das Land aus – wir bitten, eventuellen Unwuchten in der Darstellung indes mit Milde zu begegnen. Man verstehe die Darstellung vielleicht besser als den noblen Versuch einer Veranschaulichung, weniger als eine Straßenkarte und am besten noch weniger als politisches Statement.

Wir sehen jedoch:

- mehr West als Ost, mehr Nord als Süd bei den letzten 26 Teams - was war da los in Bayern, Sachsen und in Schleswig-Holstein?

- NRW boven, insgesamt herrscht in diesen Gefilden offenbar die höchste DSOL-Kompetenz

- ein Verein liegt direkt am Meer

- der Beitrag Hessens, Mecklenburg-Vorpommerns und Sachsen-Anhalts zur Finalrunde bestand im Gewähren von Überflugrechten für das eilige Übermitteln der Züge – und ja, auch das ist wichtig

- auffällig ist die Achse von NRW nach Berlin

- noch auffälliger: die acht süddeutschen Standorte im Saarland, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg bilden miteinander verbunden das Sternbild des Hasen zu großen Teilen ab

- und eine Region hat am großen Finaltag besonders abgeräumt, glatte dreimal sogar….

Wenn man auch nicht weiß, wozu es gut ist: hier alle Ansetzungen in der geographischen Zuordnung:

Wer mit wem in der DSOL?

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Und nun, bevor wir uns dem Geschehen in den einzelnen Ligen widmen, heißt es – die LeserInnen sind am Zug! Greiz, Ostertal, Hannover – wo nochmal genau liegen die 26 Final-Orte?

Jede richtige Antwort gibt einen DWZ-Punkt - den persönlichen Highscore bitte zur weiteren Bearbeitung unten im Kommentarbereich vermerken.


Fullscreen...

Fi-na-le: Die Lagen in den Ligen

Liga 8

Ein großer Abend für das Münsterland – die Türme Billerbeck wendeten einen alten Viererpokal-Trick an und lockten den schwäbischen SC Leinfelden 2 in ein mutmaßlich fein austariertes 2:2- Endergebnis.

Weitergelesen bei Chessbase.de

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Von Dr. Oliver Höpfner, Bremen

In der vierten Folge der kleinen Kolumne „Endspielmagie - Studien für die Praxis“ möchte ich gerne eine weitere kleine Studie des tschechoslowakischen Studienkomponisten Jindrich Šulc (22.3.1911 – 3.12.1998) vorstellen.

Dadurch, dass Mark Dworetski (1947 – 2016) eine der Arbeiten von Šulc als „Kleine Perle“ bezeichnet hat, wurde ich auf die Kompositionen des hierzulande nicht so bekannten Studienautors überhaupt erst aufmerksam.

Ich habe mir daher die Studien von Šulc noch einmal genau angeschaut und fand dabei in einer Sammlung seiner Arbeiten die folgende elegante Aufgabe, die aus meiner Sicht auch sehr gut in diese kleine Studien-Kolumne passt.

Jindrich Šulc
Sach 1942, 3. Ehrende Erwähnung

Studie_4_Sulc.png

Vor uns haben wir hier ein außerordentlich taktisches Endspiel. Wie kann Weiß in diesem Turm-Endspiel seine beiden Freibauern zum Sieg führen?

Dazu bedarf es schon eines kleinen Griffs in die taktische Trickkiste.

Viel Spaß daher bei der Lösung der Aufgabe.

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Und hier - die Lösung! (10.Mai 2021)

Für Freunde des überregionalen Denksports: heute abend um 18 Uhr treffen in der vierten Runde des Werder Online Open der berühmte IM Frank Zeller und ein unbekannter, schon seit Jahren unter dem Decknamen Olaf Steffens spielender FM aufeinander, um in einem sechsrundigen Vergleichskampf wichtige Punkte im Rennen um das Siegertreppchen zu sammeln.

Zwei Schachkulturen treffen dabei aufeinander: auf der einen Seite Eröffnungswissen, filigranes Positionsverständnis, passgenaue Zuspiele und süddeutsche Lebensart (Frank Zeller), auf der anderen grobe Schnitzer, Überforderung nach wenigen Zügen und die bloße Hoffnung auf den lucky punch (Olaf Steffens) - schauen wir mal, was das so wird.

Turnierseite

Spielsaal

Zuschauen wird auch Werder-Coach Jonathan Carlsenstedt, der live bei Twitch als Moderator für das Traditionshaus Werdertigers mit dabei sein wird.

Ein kurzes knuffiges Blitzmatch heute abend also, und hinterher kegelt Holstein Kiel die Dortmunder aus dem DFB-Pokal - klingt doch wie eine schöne Mélange für einen milden 1.Mai-Abend.


Frank Zeller - inspirierender Schachjournalist, Buchautor, Bundesligaspieler - und vielfach engagiert (s. ab Minute 2:14) !

Montag, 26 April 2021 16:02

DSOL-Halbfinale: Arbitrium omnia esse!

Großes Liga-Halbfinale – und die DSOL hat es geschafft! Weltweite Anerkennung und schachsportliche Kooperation:

- die Spiele des Jekateriner Kandidatenturniers wurden auf 13:00 Uhr gelegt, um ja nicht mit den Abendspielen der DSOL zu kollidieren

- die bundesweite Ausgangssperre beginnt in der Nacht von Samstag auf Sonntag und sowieso erst um 22:00 – damit alle DSOListas nach ihren Knock-Out-Spielen am Freitag noch in Ruhe nach Hause zurückkehren können

- die Zuschauerzahlen bei Sebastian Siebrechts Liga-Show gehen in die Tausende

Liveshow von Sebastian Siebrecht

So soll das sein – und es wäre ja auch bedauerlich, wenn dieser schöne bundesweite Wettbewerb nur so still und heimlich zu Ende gehen würde. Schließlich haben wir doch Halbfinale. Und Finale!

Und einmal mehr sagen wir hier Dank an Frank Jäger, den Beauftragten für Online-Schach im DSB, und sein gesamtes schlagkräftiges, kompetentes und engagiertes Team – ohne sie, und ohne die DSOL, würden wir immer noch hilflos vor unseren heimischen Holzbrettern hocken, die Klötzchen anschauen und auf die erste post-pandemische Ausschreibung für Mannschaftsturniere warten.
 

Mit Grüßen nach Leipzig: Frank Jäger

Zweite Staffel der DSOL also, und mit der Runde der letzten Vier stand am vergangenen Freitag sozusagen schon fast das große Staffelfinale auf dem Programm. Wer sprang da in den Ring, und welches Team konnte am Ende die geballte Schachfaust hochreißen und ins Endspiel einziehen?

Es starteten ja Legionen an Spielern in der DSOL 2.0. Man zählte 13 Ligen, in jeder Liga 4 Staffeln, in jeder Staffel 8 Mannschaften, in jedem Kader 8 Spieler, für jeden Spieler 2 Springer – Heerscharen an SchachjüngerInnen, Unmengen an DWZ-Kraft!

Wohl sortierte die Turnierleitung nach der siebten Ligarunde eine Vielzahl der Apologeten aus. Nur ein paar Auserwählte wurden ins Viertelfinale durchgewunken, was man einerseits hartherzig finden mag, andererseits aber der Turnierordnung entspricht und bereits bei Anmeldung Teil der Abmachung war. Pacta sunt servanda, wie im alten Rom, Verträge und Spielregeln werden eingehalten, klar. Daher also ? no whining, ne lamentari.

Auch wenn man rausgekickt und wie der SV Dinslaken, SC Caissa Falkensee oder Akademie Paderborn 2 nach einem verlorenen Halbfinale krude des Turniersaals verwiesen wird – immer soll man ja auch danach gucken, was gut war und was man erreicht hat, statt nur zu bedauern, was man nicht erreichte.

So jedenfalls hat es Marc Aurel formuliert, römischer Kaiser, Stoiker und laut Vereinschronik der Amici Ludus Scacorum Roma dem Vernehmen nach auch ein starker Amateurspieler (DWZ 2023). Also: lieber über gute Gesundheit freuen, nicht über den verpassten Finaleinzug klagen. Und beim nächsten Mal wird es dann schon wieder besser!

Marc Aurel, 121 - 180 (Foto: Bibi Saint-Pol)

 

Weiterlesen bei Chessbase.de

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Am vergangenen Freitag spielte die DSOL ihre Viertelfinale aus, die besten Clubs aus allen Staffeln dachten um die Wette auf dem Weg unter die letzten Vier. Es wurde spät und später, und dann, als alle schon längst nach Hause gehen wollten, qualifizierte sich als eine der fast letzten Mannschaften die SF Deizisau mit einem 2,5:1,5 gegen den FC Bayern München.

Deizisau also, ein schwäbisches Juniorenteam, und schon im Halbfinale der obersten DSOL-Liga? Da kann man sagen, was man will – das ist beachtlich, so eine junge Mannschaft, und doch schon recht stark! Da haben die Schachfreunde Deizisau und ihr Kapitän Sven Noppes wohl voll auf ihre Jugend gesetzt, und offenbar werden sie nun dafür belohnt.

Nun ist, zugegeben, die DSOL kein Europapokal der Mannschaften, dafür wären Alexander, Matthias, Dmitrij, Ruben, Georg, Vincent, Andreas und Marc zum jetzigen Zeitpunkt wohl auch noch nicht stark genug?

Aber immerhin, Viertelfinale der DSOL, auch das ist ja etwas in so einem jungen Alter, davon erzählt man seinen Enkelinnen später gerne auch mal einen Schwank. Zum Beispiel von einem Erstrunden-Auswärtsspiel bei Bad Homburg, das 2:2 endete.

Im K.O.Spiel gegen den FCB war Deizisau sofort hellwach, zwei relativ frühe Tore von Alexander Donchenko und Dmitrij Kollars brachten sie früh aufs Siegersträßle, wie man im Schwabenland so sagt. Als schließlich auch Ruben Köllner einen hineingelupften Eckball zum Remis verwandelte, war die Begegnung vorentschieden – Deizisau uneinholbar vorne! Beeindruckend allerdings – bei den Münchner Bayern punktete mit Tino Kornitzky ein relativer Außenseiter in einer messerscharfen, tollen Partie gegen Deizisaus GM Matthias Blübaum. Gratulation!

Hier die mitentscheidende Partie von GM Alexander Donchenko gegen IM Theo Zwanzger:

Und hier für alle Fans des FC Bayern das Spiel von Tino Kornitzky!


So sehr es uns freut für Deizisau, aber ob das so auch reichen wird im Halbfinale, wenn es – und  Achtung! - gegen die Bremer Werderaner geht? Wir gucken uns das an! Und wir übertragen das – die Werdertigers unterbrechen rechtzeitig zum großen Halbfinale ihren Winterschlaf und kommentieren ab 19:30 Uhrdas große Spiel Werder - Deizisau live bei Twitch. Und .. das Heimspiel von Werder 5 gegen den SK Paderborn 5 ebenso, eines der Halbfinale in Staffel 13.

Am Start in der Kommentatoren-Lounge sind entweder Schachfreund IM Jonathan Carlstedt, falls er nicht selber spielt, oder Schachfreund FM Olaf Steffens. Oder beide. Wir freuen uns, wenn Ihr vorbeischaut. (Bringt gerne Bier mit. Oder Saft!)

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Hier der Viertelfinalbericht bei Chessbase - und hier alle Links zu den Halbfinal-Ansetzungen, die alle am kommenden Freitag stattfinden, eine zentrale Runde sozusagen. High Alert!

Dienstag, 20 April 2021 02:08

DSOL: Einige raus, aber einige auch weiter!

Liebe Leute, Leserinnen, Leser, die Zeiten sind schwierig und fordernd. Vor dem Weiterlesen müssen wir Sie bitten, einen kleinen DSOL-Schnelltest abzulegen, ehe Sie zusammen mit den anderen LeserInnen Zeit auf einer vollgepackten Webseite verbringen können. 

Bitte streichen Sie vorher mit einem Wattestäbchen fünfmal über den linken und fünfmal über den rechten Nasenflügel, um besser nachdenken zu können. Und dann geht es los – auf, auf, gelle, zum großen

DSOL-MONSTER-Taktik-Workout

bei den ehrenwerten Bodenseeperlenfischern!

Conrad Schormann und seine Taktik-Bergleute haben einmal mehr tiefe Stollen in die Partiesammlungen der letzten DSOL-Runden getrieben, und präsentieren in dieser Kompilation eine Fülle aufregendster Aufgaben aus dem Online-Tagebau.

(Indes, ein wohlmeinendes Wort der Warnung gleich vorneweg - Vorsicht vor dem Schlangenotto, der mitten in den ganzen Aufgaben irgendwo ganz unvermittelt auftaucht! Es klingt nach einer mystischen Figur, wie sie einem auch im Herrn der Ringe begegnen könnte – mit eher ungewissem Ausgang.

Tatsächlich aber verbirgt sich hinter diesem schönen, wenngleich ungewöhnlichen Namen ein junger Mann aus Ostwestfalen – und wer sich darüber Späße anmaßt, den möge nach der Partie der Schlangenotto holen!)

Hier im Westfalenblatt erschienen... 

Zum Weiterlesen des Artikels können wir Sie leider erst freischalten, nachdem Sie Ihre aktiven und eindringlichen Lösungsversuche noch einmal mit Ihrer Unterschrift bestätigt haben.

Darum bitte ganz kurz hier zeichnen und mit „Enter“ bestätigen.
 

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Alles ehrlich gelöst, und natürlich nicht gecheatet? Dann geht‘s jetzt los:

Das Viertelfinale der DSOL 2

Viertelfinale, das Wort allein klingt schillernd. Jede der 50 (!) DSOL-Staffeln entsandte nach edlem siebenrundigem Denkerwettstreit ihre zwei formstärksten Teams in die K.O.-Runde. Die letzten Acht sollen es dann ausmachen und ermitteln, wer überhaupt weiterkommen darf unter die letzten Viere, und einen großen Zug näher an den schillernden Pokal nebst Titelgewinn.


Nicht alle finden den Weg bis ins Endspiel

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Fix weiterlesen bei Chessbase.de

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Freitag, 09 April 2021 19:47

Wahr oder Legende: Robert Hübner

Beim Aufräumen, Umsortieren, Staub aufwirbeln in meinen Gemächern stolperte ich über ein lang vermisstes Exemplar der englischen Schachzeitung Not the British Chess Magazine (N.T.B.C.M.), mutmaßlich aus dem Jahr 1984, als die Welt noch eine andere war - genügend Elefanten in Afrika, noch keine tödlichen Neonicotinoide auf den Feldern, die alle Insekten und bald dann auch uns dahinraffen werden - darum, Leute, kauft und unterstützt BIO-Lebensmittel, dringend dringend dringend.

Und 1984, Bayern wurde noch nicht jedes Jahr Meister in jenem Jahrzehnt, stattdessen auch mal der ... Hamburger SV! (bedauerlicherweise nur war ich zu dieser Zeit noch nicht HSV-Supporter, sondern, sorry about that, ein Anhänger des FC Bayern München - so ist das manchmal in der Jugend, bei mir jedenfalls).

Doch ich schweife ab? Und in der Tat, das ist ja das Problem in diesem Internet, dass immer genug Platz ist zum Schreiben und die Sätze ewig weitergehen können, denn es gibt keine Seitenbegrenzung und mein Schachwelt-Blog-Präsident und Großmeister Jörg Hickl sieht das auch nicht so eng, so dass man theoretisch schreiben und schreiben und schreiben und schreiben könnte, und schreiben und schreiben und schreiben, bis irgendwann mal der Strom ausfällt oder man in die Küche muss, um abzuwaschen und damit den häuslichen Frieden zu wahren oder aber um ein kaltes Getränk aus dem Kühlschrank - aber genug der langen Worte.
Jetzt wieder Schach, versprochen!

 Not the British Chess Magazine

Das Not the British Chess Magazine also von 1984, es erscheint nach eigenen Angaben ansonsten alle 150 Jahre. Noch ist also etwas Zeit, ehe die nächste Ausgabe auf den Markt kommt. Vorbestellen lohnt.
Denn in diesem wunderschönen Magazin wird Investigation noch ganz groß geschrieben - man findet aktuelle Recherchen zu Bobby Fischer, eine Einführung für das große WM-Match Karpov - Kasparov sowie einige Ausführungen zu vegetarischem Schach.
Ergänzt wird dies unter anderem um einen historischen Blick auf die längste Fernpartie wohl aller Zeiten, begonnen zur Zeit der Kreuzzüge zwischen einem französischen und einem englischen Ritter - und weitergespielt über die Jahrhunderte bis heute. Der Postweg kann zäh und langsam sein, wir kennen das.

Eine Meldung neben anderen erregte nun meine Aufmerksamkeit, denn es geht dabei um Robert Hübner, Großmeister und Legende wie Jörg Hickl und Vincent Keymer. Das N.T.B.C.M. berichtet:

The fastest double default. Hubner and Rogoff were paired together on Board 1 for the World Students Team Championship, playing for West Germany and the USA respectively.
Hubner had just finished an extremely long game and asked to be rested but his match captain would not agree.
They first agreed an instant draw but the arbiter told them they must play a game of reasonable length. Now over 200 moves were played at breath-taking speed. As usual a 0-0 result.

Flott online übersetzt mit Dank an www.pons.de (das hätte sich 1984 so auch noch niemand vorstellen können):

Die schnellste doppelte Voreinstellung. Hubner und Rogoff waren zusammen an Board 1 für die World Students Team Championship, jeweils für Westdeutschland und die USA.
Hübner hatte gerade ein extrem langes Spiel beendet und bat darum, ausgeruht zu werden, aber sein Match-Kapitän wollte nicht zustimmen.
Sie stimmten zunächst einem sofortigen Unentschieden zu, aber der Schiedsrichter sagte ihnen, sie müssten ein Spiel von angemessener Länge spielen. Jetzt wurden über 200 Züge mit atemberaubender Geschwindigkeit gespielt. Wie üblich ein 0-0 Ergebnis.

Beide Spieler also, Rogoff und Hübner, wurden offenbar genullt, weil sie den Turnierregeln mit ihrem Verhalten (200 schnelle Züge!) keinen Respekt erwiesen.

Wir fragen: Wahr oder Legende - stimmt diese Geschichte, oder ist sie einfach nur sehr schön ausgedacht? Einschätzungen bitte kostenfrei unten im Kommentarbereich. Wir lösen auf in 113 Jahren, sobald das nächste N.T.B.C.M. erschienen ist!


Könnte man gerne mal wieder ins Programm aufnehmen - Schach der Großmeister (hier aus dem Jahr 2002)

Von IM Dirk Schuh

Ich denke, mein schachlicher Werdegang ist recht ähnlich zu dem anderer Schachspieler. Über die Schach-AG an meinem Gymnasium kam ich (natürlich viel zu spät) mit 14 in den Schachverein. Dieser konnte zwar kein regelmäßiges Training anbieten, aber die beiden Betreuer Klaus und Frank haben mir immer wieder bei schachlichen Fragen weitergeholfen. Ansonsten war ich auf mich allein gestellt und habe alles an Schachinformationen eingesaugt, was ich beschaffen konnte.

Da dies natürlich kein geordneter Trainingsplan war, beschäftigte ich mich vor allem mit Dingen, die mich interessierten, also Eröffnungen und Taktik. Endspiele übte ich gar nicht, da ich davon ausging, dass ich meine Partien vorher entscheide oder im Endspielbereich mit ein wenig Rechnen auch so klar komme. Aus heutiger Sicht bin ich sehr überrascht, dass ich es mit dieser Strategie auf eine DWZ von über 2200 und eine IM-Norm brachte. Danach merkte ich gegen stärker werdende Gegner aber, dass ich taktisch, wenn überhaupt, höchstens Kleinigkeiten wie Bauern gewann und regelmäßig gute Stellungen im Endspiel versemmelte. Das Nachholen der Endspielfertigkeiten war gar nicht so einfach und ich bereute ein wenig, dass ich damit nicht eher begonnen hatte. Bei meinen Schachschülern lege ich heute darum einen großen Wert auf das regelmäßige Berechnen und Ausspielen von Endspielen, damit sie es später einmal leichter haben.

Luke Adams
Bis zum Endspiel ist es oft ein weiter Weg

Zum Glück gibt es heutzutage einige exzellente Endspielbücher, die einem weiterhelfen können. Eines davon ist "The 100 Endgames You Must Know" von GM Jesus De La Villa, zu dem bei New in Chess jetzt das "Workbook" erschienen ist. Der ambitionierte Endspiellernwillige erhält hier insgesamt 300 Endspielaufgaben mit jeweils ansteigenden Schwierigkeitsgraden in 12 Kapiteln. Die jeweiligen Aufgabenstellungen geben dabei gewisse Hilfestellungen. Mal soll man einen Remisweg finden, dann muss man sich zwischen zwei Zugkandidaten entscheiden oder ausrechnen, ob sich ein bestimmter Abtausch lohnt.

100 Endgames

Ich habe mich nach der Lektüre der Einleitung, die noch einmal den hohen Stellenwert von Endspielkönnen erklärt, gleich ans Werk gemacht und die ersten Aufgaben zu lösen versucht. Zu Beginn gibt es gemischte Endspiele, die typisches Wissen erfordern. Die meisten habe ich zum Glück geschafft, aber gerade bei dem Endspiel Turm gegen Läufer ohne Bauern auf dem Brett hat es mich erwischt, obwohl ich die Endstellung sogar kannte. Mir schwante da schon Böses, aber zum Glück gibt es ab Kapitel zwei nicht nur feste Themen, in diesem Fall Springer gegen Bauern, sondern auch jeweils eine Einleitung, die noch einmal wichtige theoretische Stellungen erklärt und den Geist des Lesers auf die kommenden Aufgaben einstimmt. Danach kann jeder schauen, wie weit er kommt, aber ein paar Aufgaben sollten auch wenig erfahrene Endspieler schaffen.

Für mich ist dieses Konzept sehr gelungen. Man kann anhand der einzelnen Themen gut sehen, was einem liegt oder was man lieber wiederholen sollte und lernt nebenbei noch weitere Endspielfeinheiten. Die Lösungen sind nicht nur reine Varianten, sondern erklären auch kurz und knapp die wichtigen Themen der Stellungen. Hier und da hätte ich mir ein paar mehr Nebenvarianten in den Lösungen gewünscht, da nicht alle meine Fragen geklärt wurden, aber das ist auch immer Geschmacksache!

Die Auswahl der Aufgaben ist auch praktischer Sicht in meinen Augen hervorragend gelungen und bietet einen guten Überblick über typische Probleme, die in Endspielen zu lösen sind. Gerade im Spiel gegen stärkere Gegner ist das Halten von schlechteren Endspielen zum Beispiel eine wichtige Fähigkeit, die man anhand der Fragestellungen in diesem Buch sehr gut üben kann.

Insgesamt ist dies ein gutes Trainingswerkzeug für Leute, die meinen, dass sie ganz gut im Endspiel sind und dies überprüfen möchten, für Leute, die an ihren Defiziten im Endspiel arbeiten wollen oder einfach jene, die gerne knobeln und Aufgaben lösen. Bei einer Spielstärkeuntergrenze bin ich nicht ganz sicher, aber ab 1300 DWZ sollten zumindest die ersten Aufgaben der Kapitel kein Problem sein. Bei den letzten wurde auch ich stark gefordert, nach oben hin kann also jeder mit diesem Buch arbeiten!

IM Dirk Schuh, Schachtrainer

Mai 2019

Jesus de la Villa, The 100 Endgames you must know Workbook bei Schach Niggemann

Mittwoch, 31 März 2021 20:28

Deizisau ist Europameister!

Wow, wow, wow - sechs junge Meister, allesamt Großmeister, gewinnen den Europapokal der Vereine und sichern in einer hochaufregenden Finalrunde einen phantastischen internationalen Titel! 

GM Matthias Blübaum, GM Alexander Donchenko, GM Georg Meier, GM Andreas Heimann, GM Vincent Keymer und! GM Dmitrij Kollars vollbrachten mit 14 von 18 möglichen Punkten das Kunststück, so renommierte Vertretungen wie Clichy Échecs 92 aus Paris und Mednyi Vsadnik aus St. Petersburg mit einem oder sogar 3 Mannschaftspunkten hinter sich zu lassen. Kompliment, Kompliment!

Wann hat es das zuletzt gegeben, so einen Titel für das Schwaben- und eigentlich auch für ganz Schachdeutschland? Vielleicht 2011, als Deutschland Europameister wurde? Jetzt jedenfalls ein erneuter großer Titel - hervorragend, überwältigend, megacool!

Wir freuen uns, und senden Glückwünsche an die jungen Tiger von Deizisau!

Deizisau 2020
Ausdauertraining mit Peter Leko: Team Deizisau (von links: Dmitrij Kollars, Vincent Keymer, Alexander Donchenko, Matthias Blübaum) beim Bundesligawochenende in Bremen, Februar 2020 (Foto: Heinz Hinrichs)

Ergebnisse bei Chessresults

Dem Hamburger SK, zweites verbliebenes Team aus Deutschland, gelang neben einer soliden Mittelfeldplatzierung ein starkes Mannschafts-Remis gegen die neuen Champions - das ist doch was.

Und wie sagt man in diesen Zeiten gerne: SCHADE, dass alle sechs Deizisauer nun mehr oder weniger zu Hause sitzen und nicht feiern können - Turnier vorbei, Computer ausschalten, und dann rausgehen auf den Balkon und alleine jubeln?
Das mag sich sonderbar anfühlen (auch für mögliche Passanten), geht aber wohl nicht anders, denn zusammen feiern geht nicht. Das holen die Schwabenpfeile und ihr Teamcaptain Sven Noppes aber sicherlich nach - und das Tannenzäpfle Pilsener kann man ja schon mal kaltstellen, vielleicht.

Dienstag, 30 März 2021 08:00

Auf zum WOOp! - Werder-Online-Open 2021!

Werder lässt sein grünes Band
wieder flattern durch die Tropen;
süße wohlbekannte Open
streifen ahnungsvoll das Land.

(Eduard Mörike)

Der SV Werder und namentlich unser geehrter Turnierleiter Udo Hasenberg laden ein - das WOOp Werder Online Open startet in wenigen Tagen!

Seid dabei - jede Woche könnt Ihr im Schweizer System gegen Eure Gegner eine Runde spielen, in einem kurzen intensiven Blitzduell über jeweils 6 Partien.

Bayern München
Gefährliche Blitzhände bei der Arbeit: Bayern München - SG Solingen bei der Deutschen Meisterschaft 2016 in der Rettichstadt Schifferstadt

Die Firma Chessbase stiftet einmal mehr überragend tolle Preise, und einige Matches werden sicher wieder live im Werdertigers-Kanal übertragen.

Hier findet Ihr alle Infos rund um die sieben aufregenden Turnierwochen - die Spieltermine könnt Ihr jeweils individuell mit Euren GegnerInnen absprechen:

https://www.werder.de/schach/aktuell/informationen/news/2021/svw-20210327-has/

Bis bald, meldet Euch an und kommt vorbei beim ersten WOOp 2021!

Montag, 29 März 2021 13:27

DSOL (7): Da waren's nur noch 104

A1–D2, B1-C2, C1-B2, D1-A2? Nein, dies sind keine durchgeknallten Zugnotationen, die außerhalb der Schacherszene für Ehrfurcht oder Unglauben sorgen. Vielmehr sehen wir hier die Paarungstabelle des Viertelfinales, den Da-Vinci-Code der DSOL sozusagen, nach dem die Ligadirektion die Ansetzungen der Runde der letzten Acht schon zu Anbeginn des Wettbewerbs festlegte.

Es spielen also jetzt in jeder Staffel

Sieger der Gruppe 1 – Zweiter der Gruppe 4
Sieger der Gruppe 2 – Zweiter der Gruppe 3
Sieger der Gruppe 3 – Zweiter der Gruppe 2
Sieger der Gruppe 4 – Zweiter der Gruppe 1

Man erkennt es sofort – ein gewieftes Muster, alle Teams sind mit Gegnern gut versorgt, und wer  seine Gruppe gewann, muss nicht sofort gegen einen starken anderen Gruppenersten ran.

Wer aber sind diese geheimnisvollen Siegerteams, und wer schaffte es auf den ominösen zweiten Rang? Wir wollten es genauer wissen, und haben mitverfolgt, wie diese Woche so nach und nach die 104 Tickets ins Viertelfinal-Glück gebucht wurden – zur Freude der einen (Platz Eins, Platz 2!), aber auch zur Unfreude der anderen (= des 3., 4., 5. …).

Welche Liga muss noch ran?

In dieser Woche drum – ein Blick auf die Qualifikationsspiele, den Sprung über die Ziellinie, um  einmal alle Sieger zu würdigen, die sich durch sieben intensive Wochen auf die vorderen Plätze gearbeitet haben.

Alle Züge, alle Tore, viel Licht, etwas Schatten und einiges Nervenflattern – auch wenn es mit so vielen tollen Staffeln in dieser Gesamtschau etwas lang werden mag, wir blicken auf die finale DSOL-Woche!

Darum geht‘s: Die stolzen DSOL-Trophäen (Foto Gregor Johann)

 

Montag, 22.März 2021: Hopp auf!

Bund und Länder treffen sich online zum Besprechen der Pandemie-Situation. Nächtliche Ausgangssperren werden erwogen. Am Ende wird der Lockdown bis Mitte April verlängert, und im Rahmen einer fünftägigen Osterruhe auch der Gründonnerstag zum Ruhetag erklärt.

Selbst wenn es vor der letzten Runde manchmal schon gaaanz, gaaanz gut aussieht mit den Punkten – zu früh freuen soll man sich ja lieber nicht. Was haben wir da nicht schon alles erlebt! Vorschnelle Aufstiegsfreude, weil man vor der letzten Ligarunde schon zwei Mannschaftspunkte Vorsprung hatte, und dann – RUMMS, Niederlage, Aufstieg weg.

Weitergelesen bei Chessbase.de

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Freitag, 26 März 2021 15:54

Am Schachbrett: Blumentopf lehrt Schach

Nachdem wir am Montag die DSOL-Wochenrückschau hochgeladen hatten, befiel uns die Sorge, dass ein kleines Kronjuwel, eine Perle der Schachkultur in dem langen, langen, langen Text womöglich untergehen könnte. Mit etwas Glück und ganz tiefem Buddeln war nämlich ein sehr hübsches Schachvideo freigelegt worden, in weiten Teilen der Schachszenerie noch zu weiten Teilen unbekannt, und daher - allerhöchste Eisenbahn, das fix zu ändern!

Das folgende DSB- Schulungsvideo der Deutschrapper von Blumentopf erklärt wichtige Regeln, macht klar, dass es überhaupt Regeln gibt, und warnt eindringlich vor Mattüberfällen, die so manche Begegnung in einseitigem Missvergnügen enden lassen. Und Mitsingen kann man auch. Better watch out!

Hier noch, zur Abrundung, eine kurze Passage eines Blumentopf-Interviews mit der Zeitschrift Backspin, mutmaßlich aus den 1990er Jahren:

Wie wichtig ist ein Video heutzutage, um Erfolg zu haben?

Master P: Ein Video ist heutzutage essentiell, sag ich mal. Leute, die Musik hören wollen, schalten als allererstes den Fernseher an, VIVA oder MTV, und zweitrangig ein Radio. Das ist halt heute so.

Sepalot: Wobei ein Video auch nichts nützt, wenn es nicht gespielt wird. Und damit es auf VIVA oder MTV gespielt wird, muß man entweder einiges zahlen oder Connections haben oder eine ständige Live-Präsenz. Ein Video zu drehen, nur damit es einmal auf Wordcup läuft, rentiert sich auch nicht. Man muß schon genau abwägen, ob sich der finanzielle Aufwand für ein Video lohnt oder nicht.

Die Schachbrettwelt sagt: Wir stehen bereit und spielen Euer schönes Video gerne! (wissen und vermuten aber, dass es eher ein Video zum Spaß war für zwischendurch? Umso großartiger!)

Outdoor 1
Und noch einmal am Schachbrett 2017: IM Spartak Grigorian, IM Thorben Koop, und mit prüfendem Blick GM Vlastimil Babula (Foto OSt)

Der Zweite ist der erste Verlierer, heißt es mitunter, doch anders ist es beim Deutschen Schach-Onlineliga Invitational (DSOLI). Gleich zwei Mannschaften rücken hier weiter ins Viertelfinale, zwei Gewinner bei acht Teams, das ist doch schon einmal eine nette Geste der Ligaleitung in all ihrer Weisheit, ebenso wie die Tatsache, dass auch niemand in eine untere Liga verbannt wird, wenn es mal nicht so läuft. Abstieg ist ein schwarzes Pferd? Nicht so in der DSOL.

Vielleicht könnte man auch gleich alle Mannschaften weiterkommen lassen ins Viertelfinale? Das wäre doch eine progressive, eine schöne Anerkennung für den Beitrag aller 3000 SpielerInnen zum gesellschaftlichen Kulturgut Schach.

Wer „macht es“ ins Viertelfinale, wer kommt weiter? Darüber werden wir am Ende dieser Woche sinnieren und befragen dafür natürlich auch gerne unser kostenloses Medium, das Liga-OLrakel. Darum – dranbleiben, weiterlesen.

Saisonende? Nein, nur ein Scherz – eine Runde haben wir ja noch!  Foto: OSt

 

Montag, 15.März 2021: Das Land der starken Züge

Jörg Dahlmann wird als Fußballreporter bei SKY suspendiert, weil er mit Sophia Thomalla kuscheln möchte und – erschreckend, unverzeihbar, rassistisch - Japan das „Land der Sushis“ nennt.

Nach einer einwöchigen Werksschließung nimmt die DSOL in allen 13 Staffeln die Produktion wieder auf. Was wird hier in abendlicher Nebentätigkeit nicht alles hergestellt! 

Innovative Eröffnungsideen, Endspielmanöver, Mattüberfälle entstehen in reicher Zahl, und ebenso werden in kreativer Teamarbeit einzügige Figureneinsteller und so manche Zeitnotdramen angefertigt.

Für den Weltmarkt mag die überwiegende Zahl der Produkte nicht zwingend geeignet sein, aber für den erfolgreichen Ideen-Export gibt es in Deutschland, dem Land der Bockwürste, ja Unternehmen wie zum Beispiel … Wirecard. Oder vielleicht auch Sky.

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In der Staffel 1D ruckelt sich der Hamburger SK wieder in die Spur – 2,5:1,5 im schwäbischen Ettlingen!

Alte Hanseaten-Hasen wird dies an eines der ersten Spiele des HSV mit Ruud van Nistelrooy erinnern – mit einem späten Tor von Van the Man gewann man damals auswärts beim VfB Stuttgart, und von dort ist es nach Ettlingen ja schon gar nicht mehr so weit.

Allerdings, der Form halber merken wir natürlich an, dass der Hamburger SK nicht der HSV ist, und der HSV spielt auch nicht (mehr) in der ersten Liga, und in der Staffel 1D der DSOL schon gleich gar nicht.

Was aber sagt der Hamburger SK (von manchen scherzhaft auch „kleiner HSV“ genannt)? Bei mehr als zehn Mannschaften am Start in allen Etagen könnte es vereinsintern schwerfallen, den Überblick zu behalten und alle ausreichend zu würdigen. Kein Problem aber für den kleinen HSV – auf ihrer neu gestalteten und sehr ansprechenden Webseite berichten sie:

Lennart Meylings HSK I (4:8 / 10) erspielte in der 1. Liga, Gruppe D beim SK Ettlingen seinen ersten Sieg, während Luis Engel am Spitzenbrett gegen den IM Janos Rosner zum ersten Mal verlor. Zu seinem Trost konnte Luis nach seiner schnellen Analyse die drei Partien seiner Mannschaftskameraden auf Felix Meißners Twitchkanal ziehen und zunächst das 1:1 am 2. Brett durch Jakob Weihrauch im Mattangriff feiern, dann die bessere Stellung von Michael Kotyk am 4. Brett mit einer Gewinnprognose ausstatten, die auch bald eintraf. Der Kapitän am 3. Brett hatte im Endspiel einen Freibauern auf a3 mehr, musste aber wegen seiner auf der 8. Reihe bedrängten Königsstellung mit einer Remis zufrieden sein – gern, denn es brachte den Mannschaftssieg!

Und wir schalten gerne zu GM Luis Engel, der das gesamte Match im Land der Käsespätzle bei lockdownchess auf Twitter live kommentierte. Hummel, hummel!

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In der 2A berlinert sich die Berolina Mitte weiter durch ihre Staffel und holt mit einem 2,5:1,5 bei Horst-Emscher zwei große Punkte – einen wichtigen Sieg gegen Beckerbursche Marco Becker fuhr dabei Katzenmausel ein, die ehemalige 1.Vorsitzende des Vereins, die im richtigen Nicht-Schach-Leben Katja Sommaro heißt. Damit ist für die Berolina das Viertelfinale gebucht, ebenso wie für den SC ML Kastellaun!

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In der Staffel 3A trafen sich der SK Langen und der SV Breitenworbis. Wir wollen den Spielverlauf nicht lang und breit auswalzen: Breitenworbis sicherte sich mit 1:3 einen lange erhofften Auswärtssieg. Die Ausrichter verließen mit Langen-Gesichtern den Turniersaal, und mit breiter Brust knipsten die Gäste ihre Endgeräte aus.

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Die beiden einzigen 4:0 heute: der SK Kelheim, und der SV Königsjäger SW!

 

Dienstag, 16.März 2021: So viel Schach muss sein

*** Weiterlesen bei Chessbase ****

Das Karnevalsturnier des SV Werder ist - helau! alaaf!? - eigentlich ja schon länger vorbei, doch müssen die Namen der Sieger noch einmal neu verlesen werden. (Hier der ursprüngliche Bericht von Turnierleiter Udo Hasenberg).

Der/Die SpielerIn NotLenny98 (oder 95, oder Lonny, oder ist wohl auch total egal) holte zwar am meisten Punkte, wollte seinen/ ihren Klarnamen aber nicht nennen und wäre nach einiger Prüfung ohnehin von uns wegen Cheating disqualifiziert worden. Vielen Dank für Nichts, liebe(r) NotLenny.

Auch Olaf Dippel vom SC Weiße Dame Borbeck ackerte sich durch einen langen Turniertag, am Ende erntete er dabei 6 von 7 Punkten. Das wäre eigentlich Platz zwei ... gewesen, Gratulation!, doch stellten wir Olaf im Anschluss einige genauere Fragen zu seinem außergewöhnlich schönen Ergebnis und der Kaskade von beeindruckend starken Zügen.
Ohne dass wir genau wissen warum, verzichtete Olaf am Ende auf seinen Preis.

Genaueres zu den Hintergründen wissen wir nicht. Klar ist damit aber:

Bester verbliebener Teilnehmer des Karnevalsturniers war SF Stephan Buchal vom SV Werder Bremen! Zweiter ist damit der punktgleiche Finn Helms (SV Werder) vor Christoph Schroeder vom SK Johanneum Eppendorf.
Daniel Chitsazian (SVW) bleibt Sieger des Lucky-Win Preises mit seinem Platz 10.

StephanBuchal
Nicht nur im Netz, auch beim Europapokal erfolgreich: Stephan Buchal in Skopje, 2015

Glückwunsch allerseits, und bis bald, beim nächsten Online-Turnier!

Und hier, warum auch nicht, noch einmal der Link zu einem informativen Text von Werder-Coach Jonathan Carlstedt.

Cheating - Häufig ein Problem

Montag, 08 März 2021 16:04

DSOL (5): Da haben wir D SALat?

Mensch, schon 5 volle Runden sind über die Bretter gegangen, Schachdeutschland ist im Fieber – Tausende im Bann der DSOL-Dämonen! Allein wie viele Mails wohl hin-und hergejagt wurden, nur damit alle 1600 DSOListen in dieser Woche komplett und zeitig an ihren Brettern saßen – gerne wüsste ich das.

Fast ist es eigenartig, dass die zweite Saison nun schon auf die Zielgerade geht. Das Saisonfinale naht, aber sind wir auch schon alle dafür bereit?

Es ist doch ein behaglicher Rhythmus, Spieltag, Spieltag, Woche frei, Spieltag, Spieltag, Woche frei – sehr elegant, und nun soll es bald vorbei sein. Was kommt dann? Schaffen wir es überhaupt noch zurück ins lockdownlose, normale und von allen Ligen befreite Leben, und was erwartet uns dort?

Von Cottbus bis Aachen, von Kappeln bis Bad Wimpfen wurden wieder die Endgeräte angeknipst, Heringe und vegane Chips bereitgestellt, und auf ging‘s in die Ligarunde 5. Gucken wir mal, was so passierte!

Montag, 01.März 2021: Aufgalopp

Zweite Fußball-Bundesliga, Stadtderby in Hamburch – der FC St. Pauli schlägt den HSV 1:0. Wo soll das noch enden? Wenn sogar der HSV verliert, ist eigentlich nichts mehr sicher.

Wie ein weißer Ritter tritt der SK Ettlingen auf den Plan und gewinnt mit einem schönen 3 : 1  gegen den SK Bickenbach sein erstes Spiel in der Liga 1D. Bisher waren die Runden eher gegen Ettlingen gelaufen, aber nun sind sie wieder mit im Rennen um das Mittelfeld. It‘s not over till it‘s over.

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In der 6D: die Aachener Tigerlis versalzen dem SC Bad Salzuflen mit 2,5 : 1,5 den schönen Feierabend. Als Tigerli in die DSOL gesprungen, als Königstiger gelandet - Aachen jetzt an der Spitze der Staffel.

The tiger sleeps tonight – aber nicht in Aachen!

Bad Salzdetfurth, die zweite Équipe aus dem Salzmilieu in der 6D, besiegt die Münchner von Roter Turm Altstadt mit 2,5 : 1,5 und rückt vor auf Platz 2.

Und Fulda II? Die Hessen verdienten sich den höchsten Sieg des Tages gleich vor den Toren Bremens – 4:0 in der 7C bei den SF Achim.

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Eppendorf! Unsere Erstliga-Freunde aus Eppendorf mit dem diskret-kryptischen Kampfnamen SKJE brachten Zehlendorf den ganzen Abend zum Grübeln, was oder auch wer sich hinter diesen vier Buchstaben verbergen könnte - und schon war der Kampf vorbei und mit 2,5 – 1,5 entschieden. (SKJE bedeutet ja .. wer weiß es? Auch der Duden gibt keine Auskunft, aber den darf man ja während eines Online-Matches ohnehin nicht aufschlagen).

[Anmerkung der Redaktion: Die SKJE ist ein renommierte Schulschach-Klub und die Abkürzung bedeutet Schachklub Johanneum Eppendorf. 1981/82 spielte die Mannschaft des SKJE sogar in der 1. Bundesliga]

Paul Meyer-Dunker, Vizekanzler des Berliner (!) Schachverbandes, holte für seine Hamburger (!) diesmal den entscheidenden Punkt, nachdem er vor zwei Runden gegen die Laskers aus Köln noch unglücklich die Begegnung hatte kippen lassen. Da sage nochmal jemand was gegen die Funktionäre im Schach.

Und wow, hier das Spiel von Purplepaul gegen IM Raphael Lagunow.

Glücklich der Mann, der so Schach spielen kann.

Angereist mit einem enormen ELO-Plus im Kofferraum, hatten sich die Berliner sicherlich ein wenig mehr von diesem Abend versprochen. Die Tücken des Auswärtskampfes - da sieht man mal wieder, welche Wirkung ein Spiel auf des Gegners Platz haben kann.

Dennoch steht Zehlendorf auf einem hübschen zweiten Platz und bleibt gut im Rennen um die beiden Qualifikationsränge für das Viertelfinale. Und SKJE (SpezialKräfte Jenseits der Elbe) hat nun schon drei Punkte mehr als der Hamburger SK.

(Wobei wir es natürlich nicht vergessen wollen zu erwähnen, dass der HSK die Saison eher nicht mit voller Kapelle spielt und neben GM Luis Engel vielfach der nachrückenden Jugend eine Chance gibt – sehr sympathisch.)

***

Und wir bleiben noch ein wenig in Berlin, denn was müssen wir da lesen? Berolina boven!

Die ständige Vertretung der Berolina Mitte steht in der Staffel 2A ganz oben! Und das, obwohl deren Unterschiedsspieler Frank Hoppe, Schachbulle und Globaler Chief WebAdmin des Deutschen Schachbunds, bisher noch gar nicht eingesetzt wurde. (Auch bei der Schacholympiade 2012 hätten wir Frank ja schon gerne im deutschen Kader gesehen – wurde aber nix.)

Die Berliner Kombinierer obsiegten auch im fünften Spiel und setzten sich mit 2,5 : 1,5 gegen die SG Arnstadt-Stadtilm durch.

Unter Mithilfe modernster Datenübertragungs-Endgeräte konnten wir ein exklusives Interview mit den Berolinistas führen – hier ist es!

- Glückwunsch Euch allen! zum so erfolgreichen Auftreten Eurer drei Teams in der zweiten Auflage der DSOL. Wie nehmt Ihr die Stimmung in Berlin wahr, seit Berolina Mitte in der Staffel 2D Tabellenführer ist?

Frank: Die Stimmung in Berlin wird wahrscheinlich nicht sein als anderswo, seitdem uns die Pandemie fest im Griff hat. Die erste DSOL konnten wir dank des Pandemielochs letzten Sommer noch vor unseren Schachcafé "en passant" auf dem Gehweg spielen. Straßen- und U-Bahn-Hochviaduktlärm inklusive. Das hat sogar unsere ehemalige Vorsitzende Katja Sommaro an das (Online-)Brett gelockt, obwohl ihr das nerdige vor-dem-Computer-sitzen eher nicht liegt.

In der zweiten DSOL-Saison müssen wir leider alle von zuhause spielen. Und kaum ist der Straßen- und U-Bahnlärm weg, läuft es gleich viel besser. Und Katja spielt glücklicherweise trotzdem mit.

- Was bedeutet es Euch, dass Ihr mehr Punkte habt als beispielsweise Zehlendorf und die SF Berlin in den anderen Ligen?

Frank: Ich habe die anderen Mannschaften aus Berlin gar nicht so auf dem Schirm. Nur die Ergebnisse der Zehlendorfer von Helmut Flöel schaue ich mir fast immer an.

- Was ist das Geheimnis Eures bisherigen Durchmarschs - tretet Ihr gemeinsam in Eurem Spiellokal an, bereitet Ihr Euch intensiv vor?

Frank: Das wäre schön, wenn wir sozusagen hybrid spielen könnte. Das Geheimnis unseres Siegeslaufes ist wohl, das ich diesmal noch nicht mitgespielt habe in Mannschaft eins. Mit Andreas Volkmer, Georg Richter und Wolfgang Vandré haben wir drei grundsolide Spieler, die alle mindestens auf 2100er Niveau spielen. Und mit Uwe Sabrowski haben wir einen starken vierten Mann, der durch die Pandemie sehr viel zuhause ist und fleißig Schach trainieren konnte. Nach den Partien analysieren wir diese im sogenannten "Hoppe-Stübchen" (Zoom-Call; eine Wortschöpfung von Georg) und quatschen noch über die nächsten Vorhaben.

- Seht Ihr Euch als das Union Berlin des Schachsports?

Frank: In welcher Hinsicht? Vielleicht weil wir aus Prenzlauer Berg sind und Union hier viele Anhänger hat?! Aber inzwischen hat es viele Schwaben hierher gezogen. Und ein gebürtiger Schwabe ist jetzt unser Vorsitzender.

- Wie bei der Schacholympiade 2012 hoffen viele Fans aus dem ganzen Land auf den Einsatz Eures Schachbullen, Frank Hoppe, in der ersten Mannschaft. Wann wird es soweit sein?

Frank: Ich war in der 4. Runde kurz davor vielleicht zum Einsatz zu kommen. Glücklicherweise zog dann der SC Großhansdorf seine erste Mannschaft zurück, unsere 2. Mannschaft war plötzlich spielfrei und Uwe (dort aufgestellt) konnte oder wollte wieder in Mannschaft eins spielen. Außerdem ist der Schachbulle eher ein Schachlamm geworden.

- Noch etwas zu außerhalb der DSOL: ich hörte, dass Euer zweites Brett Georg Richter in seiner Jugend dem großen Friedrich Sämisch (1896 - 1975, Foto) begegnete. Georg, magst Du uns dazu mehr erzählen?

Georg: Das ist so nicht ganz richtig. Als Sämisch 1975 verstarb, war ich zehn Jahre. Erzählungen über Sämisch kenne ich nur über meine Großeltern. Mein Großvater Prof. Erik Richter (Problemkomponist, zweifacher Landesmeister von Schleswig-Holstein und ehemaliger Spieler der Kieler Schachgesellschaft) weckte in mir das Interesse für das Schach, leider verstarb er 1981 mit 91 Jahren bevor ich annähernd eine Spielstärke erreicht hatte, um ihm ein ebenbürtiger Gegner zu sein. Sämisch lernte mein Großvater in der Vorkriegszeit in Berlin bei seinen regelmäßigen Schachcafebesuchen kennen, nach seinem Umzug 1950 nach Plön/Holstein spielte er mit Sämisch für die Kieler Schachgesellschaft.

Einige wenige kuriose Details über Sämisch erfuhr ich über meine Großmutter, die selbigen in sehr gemischter Erinnerung hatte: Bereits wenige Wochen nach seiner Hochzeit zog Sämisch für einige Zeit bei meinen Großeltern ein. An sämtlichen Orten der Wohnung an der sich Sämisch bevorzugt aufhielt, musste Linoleum ausgelegt werden, da er grundsätzlich keine Aschenbecher benutzte. Neben Zigaretten waren Kaffee und Sahnetorten seine bevorzugten Grundnahrungsmittel. Als meine Großmutter zu einer Schachpartie einmal Kaffee und selbstgebackenen Marmorkuchen servierte, antwortete er: "Gnädige Frau, Danke - aber "Leute" Kuchen esse ich nicht.

Im schachlichen Nachlass meines Großvaters entdeckte ich unlängst neben zahlreichen Schriftverkehr mit seinen Freunden Teschner und Bogoljubow eine Karte von Sämisch mit einem Schweizer Poststempel aus den 50-er Jahren mit folgendem Inhalt: "Sehr geehrter Herr Professor, leider läuft das Turnier nicht wie erwartet. Könnten Sie bitte etwas Geld für die Rückreise anweisen".

(Zur Ergänzung nur: eine Skizze von Sämisch zeichnet auch Martin Hahn in einem charmanten Text.)

Frank: Im Übrigen bin ich begeistert über Georgs Einsatz für unseren Verein. Er ist im November 2019 vom SK 1879 HD-Handschuhsheim zu uns gekommen. Ich lernte ihn erst einige Wochen später kennen, hatte aber bis dahin schon viel Gutes über ihn gehört, wie er sich für unseren Verein interessiert, sich sofort integrierte und Kontakte knüpfte. Als wir ihn endlich für die Berliner Mannschaftsmeisterschaft (BMM) melden konnte, haben wir uns auch mit seiner Leistung bereits nach 8 von 9 Runden souverän für die Landesliga qualifiziert. Leider brach danach die Pandemie aus und die BMM wurde abgebrochen.

- Und eine letzte Frage an Wolfgang Vandré, Euren Chef (= 1.Vorsitzender der Berolina). Was macht für Dich die Berolina aus?

Wolfgang: Meine Verbindung zu Berolina ist fast schon libidinös. Abseits vom Schach kannst du hier Schriftsteller finden, Polarforscher, einer der mit dem Kajak den Yukon runterfuhr. Mein Vorvorgänger hat das Amt des 1.Vorsitzenden 55 Jahre lang bekleidet.

Als ich vor einem Jahr in seine Fußstapfen trat, hatte ich keine Ahnung von einer Pandemie und was sie mit uns anstellt, wirtschaftlich, sozial, sportlich. Dank einiger engagierter Leute und guter Online - Angebote ist es uns gelungen, den Laden halbwegs zusammenzuhalten.

- Euch allen vielen Dank für dieses Interview!

Die Berolina-Mitte

Dienstag, 02.März 2021: Muße

Der Lockdown wird bis Ostern verlängert – vielleicht reicht es noch für eine 3.Staffel der DSOL?

Kein großer Tag für die erste und zweite Online-Liga – jeweils nur 2 Begegnungen in allen acht oberen Staffeln. Was ist da los?

Aber irgendwann muss man ja auch mal ruhen, Muße walten lassen, Heringe und vegane Chips nachkaufen. Auch das ist wichtig, gerade in Zeiten wie diesen. DSOL? Wir können später sagen, dass wir dabei gewesen sind!

Weiterlesen bei Chessbase.de!