Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens, Diplom-Handelslehrer, unterrichtet an einer Bremer Berufsschule. FIDE-Meister seit 1997, ELO um die 2200, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Spielte für den Schleswiger Schachverein von 1919 (moinmoin!), den MTV Leck (hoch an der dänischen Grenze!), den Lübecker Schachverein, die Bremer Schachgesellschaft und nun für Werder Bremen.

Seit 2012 Manager des Schachbundesliga-Teams des SV Werder Bremen.

Größte Erfolge:
Landesmeister von Schleswig-Holstein 1994, Erster Deutscher Amateur-Meister 2002, 5.Platz beim letztenTravemünder Open 2013, und Sieger des Bremer Hans-Wild-Turniers 2018.

Größte Misserfolge:
Werd´ ich hier lieber nicht sagen!

Größte Leidenschaften:
früh in der Partie irgendetwas mit Randbauern und/ oder g-Bauern auszuprobieren und die Partie trotzdem nicht zu verlieren – klappt aber nicht immer.

Corona-Krise 2020, keine neuen (Schach-) Veranstaltungen mehr, alles abgesagt!

Wenn man schon nichts Neues mehr spielen darf, was liegt da näher, als einfach ein altes Turnier noch einmal auszutragen? Gedacht, gemacht - und die Landesverbände des DSB (leider ohne DSJ) einigten sich nun im Rahmen einer Telefonkonferenz auf die Deutsche Meisterschaft 2014 im schönen Verden an der Aller. Dieses historische Turnier wird nun ohne Rücksicht auf Kosten, Mühen und den spektakulär hohen Kaffeekonsum erneut gespielt - bis es wieder weitergehen kann mit der auf Eis gelegten Saison 2019/2020 und den aktuellen Meisterschaften in Land und Bund.

Darum: Verden 2014? - Wir sind (noch einmal) mit dabei!

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DEM 2014: Die Karawane zieht weiter

27.11.2014 02:20
Schon zwei Drittel des Turniers sind vorüber

Dennis Wagner zieht mit an die Spitze

Fridman, immer wieder Fridman – der Mülheimer Großmeister nahm heute eine Art Ruhetag und sicherte sich mit einer entspannten Zugwiederholung gegen Igor Khenkin ein schnelles Remis.

GM Siebrecht gegen das Computerprogramm Deep Schachbund

Da horchten die Verfolger links und rechts natürlich auf, und am meisten spitzte wohl Dennis Wagner die Ohren – gegen die ambitionierte Spielanlage von Sebastian Siebrecht entwickelte er alsbald einigen grünfeld-indischen Schwung und ließ seine Belegschaft mutig gegen die weiße Königsstellung anrennen. Am Ende stand Siebrechts König entblößt da, und weder Tricks noch Schwindeleien erschienen mehr aussichtsreich – eine flotte Partie von Dennis Wagner!

Vorsicht ist geboten - Rasmus Svane lauert im Verfolgerfeld!

Nun ist es nur noch ein Hauch von Feinwertung, der die beiden Meister trennt, und auf der Zielgeraden ist die Meisterschaft damit wieder völlig offen. Mit 4,5 Punkten direkt dahinter haben sich Igor Khenkin und ebenfalls Vitaly Kunin positioniert, der sich mit einem Sieg gegen Klaus Bischoff, den Grandseigneur des deutschen Turnierschachs, wieder nach oben arbeitete. Für morgen hat die Turnierleitung daher ganz passgenau die Paarungen Kunin – Fridman und Wagner – Khenkin erdacht, und der Wettlauf um viel Preisgeld und noch mehr Ehre (oder ist es umgekehrt?) geht damit in die nächste Runde.

TV people are in the house  (Foto: Michael Woltmann, danke!)

Auch heute war das Fernsehen wieder mit vor Ort. Diesmal kam SAT 1 regional zu Besuch und unterhielt sich ein bisschen mit, Moment, mit wem war es noch? Natürlich, Matthias Blübaum!, und auch einige Impressionen zu ihm, seinem Trainer Matthias Krallmann und dem weiteren sportlichen Umfeld wurden eingefangen.

Die Fernsehteams sind immer lange vor Ort, und oft entstehen dann sehr schöne, aber für den langen Besuch doch nur recht kurze Beiträge. Es ist fast ähnlich wie beim Schach(sport) – auch da wird sehr viel und sehr lange nachgedacht, und dann kommt (bei mir zumindest) ein einziger kleiner Zug dabei heraus, und der ist mitunter auch noch schlecht!

Da macht es das Fernsehen schon besser, und es ist eine ungewohnte Aufwertung, hier so viele Journalisten aus Funk und Fernsehen begrüßen zu können.

Nur eine im Raum Bremen gut bekannte Tageszeitung hat es irgendwie noch nicht so richtig bis nach Verden geschafft. Rundenberichte hätten sie von den Organisatoren frei Haus erhalten, doch Platz im großen Sportteil ist dann doch eher nur für die Fußball-Bezirksklasse Nord. Einen würdigen Abschlussbericht zur (hey!) Deutschen Schach-Meisterschaft wird es aber auch dort geben.

Ein ansprechendes Porträt von Matthias Blübaum und ein wenig auch Dennis Wagner, in dem die Redakteure von Radio Bremen das etwas strapazierte Wort Schachprinzen geschickt umgehen, wurde heute abend im RB TV ausgestrahlt. Ein Blick lohnt – außer man ist irgendwo mit einer mauen Inter … net .. verbin .. dung. Dann dauert das Laden und Ansehen vielleicht ein klein wenig länger.

Einige mutige Teilnehmer spielten heute eine Motto-Runde zum Thema „Was ist denn das für eine Eröffnung?“. Vielfach wurden sensationelle Züge aufs Brett gezaubert, die man so noch nicht gesehen hatte, inspiriert ersonnen von Spielern oder Schachprogrammen, und wären wir nicht auf einer Deutschen Meisterschaft, man hätte argwöhnen können, ob man solche Züge denn überhaupt wagen dürfe. (Immerhin war ja auch das Fernsehen im Raum!)

Da ich selber von Eröffnungen noch viel weniger verstehe als von Endspielen, hier nur ein kurzer unkommentierter Strauß der spektakulärsten Motive. Aus Rechtsgründen weisen wir allerdings darauf hin: eventuelle eigene Versuche unserer Leser mit derlei Abspielen erfolgen auf eigene Gefahr! Eine Schadenersatzklage gegen den Deutschen Schachbund über beispielsweise 68.000,- € ist nicht aussichtsreich!

Maskottchen und Verpflegung bei Olaf Steffens, hinten sein Gegner Oliver Müller
Meister Müller, rechts im Bild     (Foto: Michael Woltmann)

Ein weiteres Mal war das Getränkeangebot im Saal wieder sehr erbaulich. Kaffee, Tee, Wasser, Apfelsaft, genug für viele Stunden Schach, da freut man sich.

Gerne hätte ich in all diesen Dingen noch deutlich länger geschwelgt, doch mein alter Lokalrivale Oliver Müller von Werder Bremen putzte mich schon nach knapp vier Stunden vom Brett, so dass wir in die urige Kegelbahn zur Analyse umsiedeln mussten. Glück auf! Nein, Gut Holz!, aber ist eigentlich auch egal, denn zu diesem Zeitpunkt war der Punkt ja schon vergeben und sicher in Olivers Händen. Immerhin, der Punkt blieb in der Hansestadt Bremen, doch hatte ich ein wenig und ganz im Stillen gehofft, meine sehr unheilvolle Serie mit FM Müller diesmal nicht fortsetzen zu müssen.

Schachspieler geben auch anderen Sportarten eine Chance: schön war es im Schwimmbad!

Um für die schwere Partie auch körperlich fit zu sein, bin ich heute morgen sogar noch mit dem Auto zum Schwimmbad gefahren -und auch geschwommen.

Man kennt das ja, Sport treiben, elastisch bleiben, durchtrainiert wie Vladimir Kramnik, alles sehr gut, so machen es die Profis. Doch auch mein erhoffter Trumpf durch diesen Extra-Einsatz am Morgen brachte mir keinerlei Gewinn. Denn gewieft wie er ist, ist Oliver einfach mitgekommen zum Schwimmen und neutralisierte dadurch ganz locker meinen erhofften Fitness-Vorsprung. Schade auch.

Nicht nur beim Schach wird ein Verlust streng bestraft

Ein einziges Mal habe ich in meinem Leben Remis gespielt gegen den großartigen Vize-Weltmeister der Blinden und Sehbehinderten, vor zehn Jahren schon oder zwölf, und danach? Eine große Rochade, wie es scheint, eine Null in Magdeburg, eine Null in Bremen, und tja, auch heute wieder, obwohl ich schon so wohl fühlte. Doch bei so etwas täuscht man sich gerne, vor allem gegen SF Müller.

Glückwunsch an Oli –Du warst einfach besser!

Und nun? Für heute endet unsere kleine Tageschronik, und wir vertagen uns auf morgen. Gute Nacht in nah und fern!

dem2014.schachbund.de

Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens ist FIDE-Meister, wohnt in Bremen und spielt dort für den SV Werder II in der Oberliga Nord-West. Obwohl das Schachspiel eigentlich viel zu schwierig für ihn ist, versucht er es immer wieder und schreibt darüber zusammen mit anderen auf www.schach-welt.de.

Während der Deutschen Einzel-Meisterschaft 2014 schreibt er für den Deutschen Schachbund.

Mittwoch, 15 April 2020 08:18

DEM 2014: Die Nacht der Endspielversteher

Corona-Krise 2020, keine neuen (Schach-) Veranstaltungen mehr, alles abgesagt!

Wenn man schon nichts Neues mehr spielen darf, was liegt da näher, als einfach ein altes Turnier noch einmal auszutragen? Gedacht, gemacht - und die Landesverbände des DSB (leider ohne DSJ) einigten sich nun im Rahmen einer Telefonkonferenz auf die Deutsche Meisterschaft 2014 im schönen Verden an der Aller. Dieses historische Turnier wird nun ohne Rücksicht auf Kosten, Mühen und den spektakulär hohen Kaffeekonsum erneut gespielt - bis es wieder weitergehen kann mit der auf Eis gelegten Saison 2019/2020 und den aktuellen Meisterschaften in Land und Bund.

Darum: Verden 2014? - Wir sind (noch einmal) mit dabei!

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DEM 2014: Die Nacht der Endspielversteher

26.11.2014 13:19
Rolf Hundack bahnt ein Endspiel ein

Meisterschaft geht in die zweite Hälfte

Viele schöne Züge wurden heute wieder gemacht bei den Deutschen Meisterschaften in Verden. Starke obendrein, so erwartet man das ja auch auf so einem Turnier, und in beachtlicher Anzahl. Nach der ersten Zeitkontrolle um 19 Uhr arbeitete man auf vielen Brettern noch weiter, eingehend behakten sich die Spieler und gingen in die gefürchtete fünfte Stunde. Und auch danach waren immer noch viele am Werk und prüften gegenseitig ihre Endspielkenntnisse:

Langwierige Vorteilsverwertung: Igor Khenkin - Gerlef Meins

- Läufer und Mehrbauer gegen Läufer der gleichen Farbe (Igor Khenkin – Gerlef Meins 1 : 0)

- Nochmal Läufer und Mehrbauer gegen Läufer der gleichen Farbe, Oliver Müller – Matthias Krallmann 1:0)

- Gemeines Läuferpaar gegen Springerpaar und Mehrbauer (Vince Keymer – Reinhold Müller, 1 : 0)

Ullrich Krause ahnt nichts Gutes

- Zwei Türme, Dame und Freibauer gegen zwei Türme, Dame und zwei Bauern mehr
(Ullrich Krause – Martin Breutigam, 0 : 1)

Internationaler Martin (IM)

- Turm und wenige Bauern gegen Turm und etwas mehr Bauern (Sebastian Zehnter – Tobias Jugelt, 0 : 1)

Großmeister unter sich: Matthias Blübaum und Rainer Buhmann

- Nicht so guter Läufer gegen agilen Springer (Matthias Blübaum – Rainer Buhmann, 0,5 : 0,5)

- Turm und einige Bauern gegen Turm, Springer und nicht so viele Bauern (Spartak Grigorian – Hauke Reddmann 0,5 : 0,5)

Rüdiger Kürsten und David Höffer

- Zwei Leichtfiguren gegen zwei andere Leichtfiguren und etwas schwächere Felder (Rolf Hundack – Joachim Asendorf 1 : 0)

- Turm und Läufer gegen (fies) Turm und Läufer der anderen Farbe (Rüdiger Kürsten - David Höffer, 1 : 0)

Viele interessante Konstellationen also – da kommt viel Arbeit auf Karsten Müller und Frank Lamprecht zu, die Hamburger Endspielexperten, wenn das wieder alles aufgearbeitet werden soll für eine Neuauflage ihres hinreißenden Standardwerkes „Grundlagen der Schachendspiele“.

Vielleicht gab es ja sogar eine theoretische Feinheit in einer der Partien? Oder eine späte Neuerung? Mit Grüßen nach Hamburg sei hier vor allem Keymer – Müller für eine nähere Betrachtung empfohlen.

Lev Gutman 1982 (Foto: Gerhard Hund, danke!)

Schwierig, schwierig also alles, und ich kann von Glück sagen, dass mich Altmeister Lev Gutman schon bald nach dem 20.Zug in die Niederlage entlassen hat, als das Brett noch ziemlich voll war.

Kein Endspiel darum bei mir, nur ein gutgemeintes Bauernopfer, das das Ende des Spiels bedeutete, und umso mehr Zeit hatten wir darum für eine ausgiebige Analyse nach der Partie - das soll ja ganz gut sein, um irgendwann mal besser zu werden beim Schach.

Und es ist eine Freude, sich mit Lev Gutman noch einmal durch die Partie zu bewegen. Lev ist ein leidenschaftlicher Kämpfer, und war als Sekundant an der Seite Korchnois mit dabei, als Schachgeschichte geschrieben wurde. Sehr, sehr beeindruckend.

Willi Skibbe unterwegs in Sachen Bank (oder so)

Die letzten Partien des Tages endeten nach guten sechs Stunden, so dass die Interessierte noch rechtzeitig a) zum Abendbrot eilen, b) die späten Tore von Manchester City sehen und c) ich noch eine Blitzpartie spielen konnte, und das auch noch mit Spartak Grigorian und Willi Skibbe, die beide recht eigenartige Eröffnungen wählten (1.d2-d4, d7-d6?, und 1.g2-g3!?).

So ein bisschen Blitzen, das ist wie Bolzen auf dem Fußballplatz – es geht um nichts, man kann die Figuren mal irgendwo reinhauen, und falls das gar nicht geht, ist es auch nicht weiter schlimm. Das alles macht den Kopf frei, für die mentale Stärkung während einer Meisterschaft. Wichtig ist das, denn wie wir heute erfuhren, ist für morgen um 15 Uhr ja schon wieder die nächste Runde angesetzt- da kennen die Turnierleiter ja nichts!

Schon seit über zwölf Monaten Deutscher Meister: Klaus Bischoff

Die Meisterschaft selber stand heute so ein bisschen auf der Stelle – überall wurde manövriert an den vorderen Brettern, man fuhrwerkte herum, und am Ende kam dann meistens doch nur ein Remis dabei heraus.

Nun ist so ein Unentschieden ja oft das logische Ergebnis, auch im Sinne der Brüderlichkeit, doch es hilft meist nicht, wenn man den Sprung an die Tabellenspitze plant. (Nur Niederlagen sind in dieser Hinsicht noch weniger hilfreich.) Der amtierende Deutsche Meister Klaus Bischoff hat dagegen zu einem Zwischenspurt angesetzt und holte gegen Thilo Kabisch den zweiten Punkt in Folge.

Ein Präsident, ein Graf, und weiter hinten ein Stern

Wir stellen daher nur spröde fest, dass Daniels Fridman (die heutige Doping-Probe ergab unter anderem, dass er offiziell wirklich so heißt – mit einem „s“ am Ende des Vornamens. Hübsch, eigentlich!), dass Daniels Fridman also weiterhin dem Feld voranschreitet und seinen halben Punkt Vorsprung durch ein Unentschieden mit Dennis Wagner behaupten konnte. Direkt hinter ihm folgen Sebastian Siebrecht (remis), Rasmus Svane (remis), Rainer Buhmann (rrremis!) und Matthias Blübaum (kein Sieg, keine Niederlage).

Im Reich der Führenden gewann allein Igor Khenkin ein langes zähes Endspiel, und das ist ja oft eine Kunst, die ein Großmeister mindestens so gut beherrschen muss wie den rauschend geführten Mattangriff, der es in die Schachspalten schafft. Das Tagesgeschäft aber – meist solide, kleinschrittige Fortschrittspartien, und am Ende dann irgendwie ein knapper Punkt. So wachsen Turniererfolge heran.

Khenkin hat sich dadurch für einen Besuch bei Daniels Fridman empfohlen und kommt zur morgigen Runde am Spitzenbrett vorbei. Ob er auch gleich dableiben wird? Beide waren bereits ein- oder mehrere Male Deutsche Meister – freuen wir uns auf eine anregende Partie!

Und sonst so?

Marcel Harff beim Interview mit dem NDR

Das Fernsehen war heute zu Besuch, das Bremer Regionalmagazin Buten und Binnen (Drinnen und Draußen) blieb für einige Stunden und drehte mit den drei jungen Schachkünstlern Matthias Blübaum, Rasmus Svane und Prinz Dennis, die für den Beitrag etwas Fußball spielen mussten (Sport!) und am Gartenschach Züge absolvierten (auch Sport!).

Die Kameras rollten später auch in den Turniersaal, unter allergrößter Ruhe natürlich, und weil gleichzeitig auch der NDR zu Besuch war, sah man überall Mikrophone und Reporter und Radio-Equipment. Was muss das für ein toller Sport sein, der so ein Medieninteresse hervorruft!

Doch wirklich, irgendwie liegt Schach in der Luft im Augenblick, die Öffentlichkeit ist hellhörig geworden durch den WM-Kampf von Magnus Carlsen und Vishy Anand, und die schöne Tabellenführung von Werder Bremen in der Schach-Bundesliga. Liegt es da nicht nahe, dass nun die Journalisten kommen? Ich möchte mir das jedenfalls ein wenig einbilden.

Der Bremer Fernsehbericht wird am Mittwoch abend um 19:30 Uhr im Radio Bremen TV ausgestrahlt (3.Programm), und sobald wir einen Link für die internationale Leserschaft haben, werden wir ihn hier selbstverständlich darbieten.Hier ist bereits eine kleine Vorschau, allerdings auf einen Beitrag im Sportblitz um 18:06 Uhr. (Sport! Wir sind Sport!)

Bis dahin aber – Radio hören, Zeitung lesen, und am Nachmittag wieder dabei sein bei der DEM. Op nach Veern!

Nachtrag Frank Hoppe: Thorsten Iffland vom NDR hat einige Stimmen eingefangen und uns den nachfolgenden Link geschickt. Auch unser Autor kommt zu Wort. Unbedingt anhören!
NDR.de

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Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens ist FIDE-Meister, wohnt in Bremen und spielt dort für den SV Werder II in der Oberliga Nord-West. Obwohl das Schachspiel eigentlich viel zu schwierig für ihn ist, versucht er es immer wieder und schreibt darüber zusammen mit anderen auf www.schach-welt.de.

Während der Deutschen Einzel-Meisterschaft 2014 schreibt er für den Deutschen Schachbund.

Dienstag, 14 April 2020 09:37

DEM Verden: Ein Prinz in meinem Wohnzimmer

Corona-Krise 2020, keine neuen (Schach-) Veranstaltungen mehr, alles abgesagt!

Wenn man schon nichts Neues mehr spielen darf, was liegt da näher, als einfach ein altes Turnier noch einmal auszutragen? Gedacht, gemacht - und die Landesverbände des DSB (leider ohne DSJ) einigten sich nun im Rahmen einer Telefonkonferenz auf die Deutsche Meisterschaft 2014 im schönen Verden an der Aller. Dieses historische Turnier wird nun ohne Rücksicht auf Kosten, Mühen und den spektakulär hohen Kaffeekonsum erneut gespielt - bis es wieder weitergehen kann mit der auf Eis gelegten Saison 2019/2020 und den aktuellen Meisterschaften in Land und Bund.

Darum: Verden 2014? - Wir sind (noch einmal) mit dabei!

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Daniel Fridman federt alles ab

Tag der Jugend in Verden

Auch für diesen Dienstag hat die umsichtige Turnierleitung schon wieder eine Runde bei den Deutschen Meisterschaften angesetzt, und obwohl es erst am Nachmittag losgeht, lauern die 44 Spieler bereits am Morgen und richten sich so langsam auf die kommenden Gegner ein.

Die Frage „Wer wird der Nächste sein?“ wurde noch des Nachts mit der Veröffentlichung der Rundenauslosung beantwortet, und schon begann die Arbeit der Meister und mit ihr der Blick in den Variantenkoffer, den Laptop, ins Internet, um den nächsten Gegner ein wenig besser zu verstehen und die ersehnte Lücke zu finden in seinem Repertoire. Groß ist die Kunst der Vorbereitung, und die wahren Meister sind auch darin versiert und beschlagen. Wenn sie sich später dann ans Brett setzen, ist der Matchplan schon entworfen und die ersten Züge tief erdacht.

Turnierleitung, nach der 4.Runde. Souverän wie immer: Torsten Bührmann (Netz und so), Dirk Rütemann (Schiedsrichter), Ralph Alt (Hauptschiedsrichter)

Manche Teilnehmer gehen am Vormittag vielleicht noch spazieren oder schwimmen eine Runde im sehr ansprechenden Verdener Hallenbad Verwell, sie statten den Pferden auf der nahen Koppel neben dem Hotel einen großmeisterlichen Besuch ab, frühstücken sogar und trinken Kaffee, doch eigentlich ist dies alles nur der Rahmen – der Tag beginnt um 15 Uhr, und alles kulminiert in diesem Beginn der neuen Runde.

Turniergericht (nach der 2.Runde)

Noch immer ist das Feld in Verden dicht beieinander, doch mit einem wohltuenden halben Punkt hat sich GM Daniel Fridman bereits von den anderen Spielern absetzen können. In der populären Rubrik Deutschland prüft die Schachprinzen (DPrDSchPr) hatte Fridman gestern selbstlos die Rolle des Jurymitgliedes übernommen, um in einem ereignisreichen Match mit Matthias Blübaum das Nachwuchs-Förderkonzept des DSB auf die Probe zu stellen. Der Punkt in einem knapp entschiedenen Endspiel ging dabei an den Mülheimer Großmeister, der nun heute mit Dennis Wagner gleich den nächsten Prinzen bei sich am Spitzenbrett begrüßen wird.

Kunin - Wagner: die weißen Felder sind schwach, und der h-Bauer läuft mal so los

Wird das Spitzenbrett in Verden zu Daniel Fridmans neuem Wohnzimmer? Dennis Wagner würde diese Geschichte lieber anders weitererzählen, und in der Tat scheint er in guter Form zu sein. Erst gestern konnte er mit den schwarzen Steinen einen schwungvollen Punkt gegen GM Vitaly Kunin einfahren. Heute um 15 Uhr also die neue Episode von DPrDSchPr!

Weiteres Voranschleichen nach h3?
Und nun kommt auch noch der Turm ins Spiel - und bald wurde der weiße König matt
 
Schöner Sieg gegen starken Titelträger: Dimitrij Kollars

Offenbar war es der inoffizielle Tag der Jugend gestern bei den Meisterschaften - nicht nur, dass Dennis Wagner stürmisch gewann, nein, auch Rasmus Svane spielte nach und nach GM Lev Gutman an die Wand, und Dimitrij Kollars vom Delmenhorster SK wehrte sich zäh gegen den IM Martin Breutigam aus Oldenburg. Nach einem Bauernsturm in der Eröffnung sah es erst nicht gut aus für den 15-jährigen Beinahe-Prinzen, doch nach einer Ungenauigkeit seines ideenreichen Gegners übernahm er die Kontrolle und verfolgte seinen König über das halbe Brett. Punkt für die Jugend in einer dramatischen Partie!

Ein großer Tag für Vincent Keymer!

Während Spartak Grigorian (ebenfalls jung) vom SV Wildeshausen gegen Reinhold Müller (er auch!) einen halben Punkt absicherte, konnte ein weiterer junger Mann in dieser vierten Runde brillieren - wenn das so weitergeht, wird sich der Deutsche Schachbund nie mehr Sorgen machen müssen über seine Zukunft!

Der zehn Jahre alte Vincent Keymer behielt souverän den Überblick und die Nerven in einem schwierigen Lavierspiel gegen IM Yuri Boidmann. Sein erfahrener Gegner hatte wohl die Chance auf eine vorteilhafte Abwicklung, indes als diese ungenutzt blieb, schlug die Stunde des deutschen U10-Meisters. Punkt für Vincent, und zugleich der erste Sieg für ihn gegen einen Titelträger in einer Turnierpartie. Wir gratulieren!

Doch seien wir ehrlich - wie ist das überhaupt möglich? In so einem Alter schlägt man doch noch keinen Internationalen Meister, und wenn doch, dann höchstens in einem Simultanspiel mit vierzig Teilnehmern! Früher wäre so etwas nicht erlaubt gewesen, und daher soll man vielleicht noch abwarten, ob die Turnierleitung das Ergebnis der gestrigen Partie tatsächlich werten wird.

Ich meine, zehn Jahre - in diesem Alter wusste ich noch gar nicht, dass es überhaupt Schachvereine gibt, geschweige denn Internationale Meister! Aber was nützt es, die Zeiten ändern sich, und schon mit acht Jahren reiste Vincent begleitet von seinen Eltern und den ehrenamtlichen Betreuern des DSB schon zu den Jugend-Europameisterschaften in die Slowakei - ein vierter Platz wurde es damals, vor zwei Jahren. Mon dieu! Was ist hier los?
Im Namen aller erwachsenen Teilnehmer bleibt uns daher nur Dank zu sagen an Dr. Hauke Reddmann, dem es in der dritten Turnierrunde gelang, dem eigentlich unstoppbaren Vincent Keymer eine Niederlage beizubringen - sonst wäre er sicherlich gleich durchmarschiert ins Wohnzimmer von Daniel Fridman!

Dies und das

Was bleibt noch zu sagen? Der Niedersachsenhof hatte ein freundliches Einsehen und gab in der gestrigen Runde eine Runde Kaffee, Wasser und heißes Wasser (für Tee) aus - als kleine Wiedergutmachung für die recht späten Arbeitszeiten, die aufgrund des Tanznachmittags am Sonntag notwendig geworden waren. Das in dieser Runde etwas reichlicher gedeckte Getränkebuffet wurde allgemein gewürdigt und genossen. Hoffen wir darum zum Wohle des Schachsports, dass auch in den nächsten Runden der Kaffeetisch so großzügig für alle gedeckt bleibt.

Heute kommt das Fernsehen, sie sind wahrscheinlich schon im Haus!, und interviewen Spieler und Turnierleiter. Auch zum Rundenbeginn sind die Journalisten von Radio Bremen noch im Saal - und das ist ungewohnt. Bilder, Fotographen, das kennen wir ja ein bisschen, aber Fernsehen, richtiges Fernsehen? Hui! Wir melden uns wieder, wenn es einen Bericht online zu sehen gibt im Netz.

Bis dahin aber - Schach gucken und genießen. Um 15 Uhr geht´s los!

dem2014.schachbund.de

Olaf Steffens

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Olaf Steffens ist FIDE-Meister, wohnt in Bremen und spielt dort für den SV Werder II in der Oberliga Nord-West. Obwohl das Schachspiel eigentlich viel zu schwierig für ihn ist, versucht er es immer wieder und schreibt darüber zusammen mit anderen auf www.schach-welt.de.

Während der Deutschen Einzel-Meisterschaft 2014 schreibt er für den Deutschen Schachbund.

Corona-Krise 2020, keine neuen (Schach-) Veranstaltungen mehr, alles abgesagt!

Wenn man schon nichts Neues mehr spielen darf, was liegt da näher, als einfach ein altes Turnier noch einmal auszutragen? Gedacht, gemacht - und die Landesverbände des DSB (leider ohne DSJ) einigten sich nun im Rahmen einer Telefonkonferenz auf die Deutsche Meisterschaft 2014 im schönen Verden an der Aller. Dieses historische Turnier wird nun ohne Rücksicht auf Kosten, Mühen und den spektakulär hohen Kaffeekonsum erneut gespielt - bis es wieder weitergehen kann mit der auf Eis gelegten Saison 2019/2020 und den aktuellen Meisterschaften in Land und Bund.

Darum: Verden 2014? - Wir sind (noch einmal) mit dabei!

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Verden wartet auf Weltmeister Carlsen

Kommt er, oder kommt er nicht? Noch ist nicht sicher, ob Magnus Carlsen, der alte, aktuelle und vielleicht sogar zukünftige Weltmeister sein Versprechen wahr machen wird und nach dem Ende des WM-Kampfes mit dem Fernbus aus Sotschi direkt zu den Deutschen Meisterschaften nach Verden reist. "Mich reizt die norddeutsche Tiefebene", so der Weltmeister, der schon in der heutigen vierten Runde in den Wettbewerb einsteigen könnte, um seine Chancen im Titelrennen zu wahren.

Die Konkurrenz hier in Verden ist natürlich vorgewarnt - und leicht dürfte es nicht werden für Carlsen, denn Daniel Fridman gewinnt Partie um Partie und hat bereits jetzt drei Punkte Vorsprung auf den norwegischen Weltmeister. Spielen wird er heute gegen den anderen Drei-Punkte-Mann Matthias Blübaum. Direkt hinter dem Führungduo tummeln sich mit Dennis Wagner, Vitaly Kunin und Sebastian Siebrecht drei Titelträger - auch an diesen dreien müsste Carlsen sich erst einmal vorbeiarbeiten auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft. Ebenfalls zweieinhalb mit beachtlicher Souveränität erarbeitete Punkte haben Thilo Kabisch und Sebastian Zehnter - sie trotzten gestern sowohl Dennis Wagner und dem wiederum hartnäckig auf Gewinn spielenden Vitaly Kunin zwei wichtige halbe Punkte ab.

Dennis Wagner und ein spielstarker Zuschauer aus der Region

Manchem wird es aufgefallen sein, dass die gestrige Runde entgegen aller Ankündigung erst um 19 Uhr eröffnet wurde. Kurzfristig hatte sich herausgestellt, dass der große Saal des Hotels direkt neben dem kleinen Saal der Schachmeisterschaft für einen sonntäglichen Tanznachmittag vergeben worden war - ummta, ummta, ummta, und von dieser schönen Wendung und dem Fauxpas des Hotels kurzfristig überrascht, beschloss die Turnierleitung, zur Wahrung der Turnierruhe den Rundenbeginn um vier Stunden zu verschieben. Und tatsächlich, um kurz nach 19 Uhr schwang noch einmal "Gute Nacht, Freude, es wird Zeit für mich zu gehen" durch die Luft, und danach - Stille. Die Partien konnten beginnen.

Leider müssen in dieser Welt oft die Leisen den Lauten weichen - die Tanzwütigen hätten ja eigentlich auch anerkennend sagen könnten, Mensch, Mensch, eine deutsche Schach-Meisterschaft gleich nebenan! Und viele kleine und große Meister direkt hinter dieser dünnen Wand! Da wollen wir mal ein bisschen vorsichtig sein und ganz leise tanzen heute! Doch so kam es nicht, und statt dessen und wie immer waren es die freundlichen Schachsportler, die sich fügten und in die Abendstunden wechselten, sehr zum Missvergnügen des aus einiger Ferne anreisenden Gerlef Meins, den die Nachricht der Spielverlegung nicht mehr rechtzeitig erreichte. Aber vier Stunden Kurzurlaub in Verden - das ist doch vielleicht auch ganz schön? Wir empfehlen hiermit noch einmal das John Lennon-Denkmal, und natürlich das Pferdemuseum. Für den Werderaner endete der Tag zum Glück versöhnlich mit einem Remis gegen GM Rainer Buhmann. Das lange Warten wurde also belohnt, sozusagen. Alles wird gut.

Der späte Rundenbeginn war vermutlich von Vorteil für diejenigen Naturen unter uns, die eher den Eulen als den Lerchen zuzuordnen sind. Alle Eulen und Nachtschwärmer in dem 44-köpfigen Feldes hatten sicherlich bessere Chancen, die bis um 01 Uhr und länger andauernden Partien wacker zu überstehen. Die braven Lerchen natürlich, freundliche Frühaufsteher, werden möglicherweise spät um elfe an ihr Limit gekommen sein. Oder um zwölfe. Oder noch später. Einfach war es nicht, und in der Tat, als um halb eins immer noch gespielt wurde an drei Brettern, da war das Ergebnis sicher auch eine Frage der guten Kondition.

Die Spitzenpaarungen nach Mitternacht

Als spielstarke Eulen erwiesen sich in der Verdener Night Lounge Sergej Kalinitschew, der in der Geisterstunde Matthias Krallmann Gespenster sehen ließ und am Ende einen entscheidenden Bauern gewann, und ebenso Daniel Fridman. In einer komplexen Position mit reichlich weit vorgerückten Freibauern und einem mutig mäandernden Monarchen gelang es ihm nach Mitternacht, Tomislav Bodrozic (einer Lerche, eventuell)  noch einen vollen Punkt abzunehmen.

So sollst Du Schachpartien vorbereiten

Hoffen wir also nach all der Mühsal durch die nächtlich angesetzten Partien, dass die Hotelleitung, warum eigentlich auch nicht, die heutige Kaffeeration im Turniersaal verdoppelt. Oder verdreifacht. Kännchen für alle!

So, und nun? Nun geht die Runde gleich los, und aus Verden darum schöne Grüße in die Welt, an alle interessierten ZuschauerInnen, und an Weltmeister Carlsen. Magnus, am Busbahnhof noch ein paar Kilometer Richtung Autobahn, dann kommt der Niedersachsenhof. Wir spielen gleich rechts, wenn man reinkommt!

dem2014.schachbund.de

Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens ist FIDE-Meister, wohnt in Bremen und spielt dort für den SV Werder II in der Oberliga Nord-West. Obwohl das Schachspiel eigentlich viel zu schwierig für ihn ist, versucht er es immer wieder und schreibt darüber zusammen mit anderen auf www.schach-welt.de.

Während der Deutschen Einzel-Meisterschaft 2014 schreibt er für den Deutschen Schachbund.

Sonntag, 12 April 2020 07:28

DEM 2014: Verden Fight Club

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern frohe Ostern und viele bunte Ostereier! Kommt alle gut durch diese Zeit. Wir sehen uns wieder, wenn unsere Schachfiguren
und Holzbretter wieder freigegeben sind - und dann gibt's Kaffee und Kaltgetränke! Bis dahin, bleibt gesund!

Hase

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Corona-Krise 2020, keine neuen (Schach-) Veranstaltungen mehr, alles abgesagt!

Wenn man schon nichts Neues mehr spielen darf, was liegt da näher, als einfach ein altes Turnier noch einmal auszutragen? Gedacht, gemacht - und die Landesverbände des DSB (leider ohne DSJ) einigten sich nun im Rahmen einer Telefonkonferenz auf die Deutsche Meisterschaft 2014 im schönen Verden an der Aller. Dieses historische Turnier wird nun ohne Rücksicht auf Kosten, Mühen und den spektakulär hohen Kaffeekonsum erneut gespielt - bis es wieder weitergehen kann mit der auf Eis gelegten Saison 2019/2020 und den aktuellen Meisterschaften in Land und Bund.

Darum: Verden 2014? - Wir sind (noch einmal) mit dabei!

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Verden Fight Club

23.11.2014

Der Deutsche Schachbund hat sich ordentlich ins Zeug gelegt, um eine bundesweit flächendeckende Schachversorgung zu gewährleisten. Und so kann man aktuell in Dresden das deutsche Frauen-Masters besuchen, etwas weiter nördlich die Vorrunde der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaften (DSAM) verfolgen, und wenn man sich noch weiter in den Norden traut, kommt man irgendwann sogar nach Verden, wo 44 Teilnehmer heute die zweite Runde der Deutschen Meisterschaften und viele strenge Züge absolvierten.

Mehr Schach geht eigentlich nicht innerhalb der bundesdeutschen Grenzen. Geht doch? Nun gut, heute schalten sich aus der Ferne noch Vishy Anand und Magnus Carlsen wieder live dazu aus Sotschi, und dann wird es für die Schachfreunde allenthalben richtig hart, unter all den angebotenen Partien im Netz eine ausgewogene Auswahl zu treffen. Persönlich würde es mich wohl nach Dresden ziehen, cherchez la femme, und überhaupt, vielleicht auch zu Ralf Mulde nach Magdeburg, der von den DSAM-Turnieren schon viele Jahre mit viel Esprit und einem kenntnisreichen Blick für die freundlichen Details am Rande berichtet. Und wenn der Fernbus am Verdener ZOB morgens nicht schon so früh abfahren würde, käme selbst ein Abstecher nach Sotschi zur WM in Frage. Doch hier in Verden, da möchte ich gar nicht sein!

Verden nämlich, das muss einmal gesagt werden, ist schachlich ein recht hartes Pflaster. An jedem einzelnen Brett der Deutschen Meisterschaften lauert mindestens ein Gegner mit respektabler Elo darauf, seinem Spielpartner das Leben möglichst schwer zu machen. Wenn's sein muss wird man stundenlang hier gequält, angesprungen, überrollt, und kaum einer nimmt so richtig Rücksicht darauf, welche empfindlichen Auswirkungen eine schmerzvolle Niederlage für das Feierabendglück nach sich ziehen kann. Kurz gesagt: es ist einfach nicht immer eine Freude, ein Mitglied unserer großen Schachfamilie zu sein. Schachfamilie? Fight Club würde es eher treffen.

So richtig nett und chillig entspannt sind Schachspieler ja ohnehin nur, wenn ihre Partie nicht läuft. Hat aber die Runde begonnen und der Schiedsrichter die Uhr gedrückt, verwandeln wir uns in wilde Tiere auf der Suche nach dem nächsten vollen Punkt (ich ja auch, zugegeben, mit dem Unterschied nur, dass wilde Tiere nicht so viel Kaffee trinken). Man sieht es vielleicht nicht, doch die Ellenbogen werden ausgefahren und jeder dunkle Trick ist nun erlaubt, um den Gegner, der ja im Zweifel ähnlich handeln würde, in die Tiefe zu stoßen. In meiner Jugend gab es zur Abmilderung der schlimmsten Auswüchse dieses Treibens noch die edle Möglichkeit des Remisangebotes – damals durften Schachspieler noch selber vereinbaren, wie lang und intensiv sie kämpfen wollten.
Leider wird diese noble Geste auf Betreiben der FIDE mehr und mehr kassiert. Freundliche Unentschieden sind nun vor dem zwanzigsten Zug und, wenn man ganz großes Pech hat, vor dem vierzigsten Zug kaum mehr erlaubt. Und so sitzen wir da und wehren uns stundenlang unserer Haut, moderne Gladiatoren, die kämpfen müssen, bis jemand in die Knie geht oder das Reglement gnädig eine Punkteteilung gewährt. The show must go on, doch Autonomie sieht anders aus. Wenn sonst schon in allen Bereichen des Lebens wütend liberalisiert wird, warum nimmt man gerade den Schachspielern ihre Freiheit und erlaubt ihnen im Zweifel nicht, die Waffen zumindest nach zwanzig Zügen auch mal ruhen zu lassen?

Nun habe ich es ja schon lange geahnt und befürchtet, dass man mir und meinem Schach irgendwann mal auf die Schliche kommen würde. Doch muss es unbedingt hier in Verden soweit sein? Mein Gegner Rüdiger Kürsten vom SV Lok Engelsdorf jedenfalls hatte keine Probleme, meine einerdeutschenmeisterschaftunangemessenen Rechenkünste zu widerlegen und mir die zweite Niederlage beizubringen. In schlechter, aber optisch für beide Seiten recht zweischneidiger Stellung hätte ich wohl gerne einmal ein Remisangebot eingeworfen, doch – siehe oben. Damit habe ich nun stolze 100% nicht gemachte Punkte, und wie gesagt, eine nette Reise nach Magdeburg zu Ralf Mulde, das wäre vielleicht besser gewesen heute für mich.

Doch das Schöne beim Schach ist – wir gewinnen gemeinsam, und zusammen verlieren tun wir auch. Jedenfalls gibt es immer einige arme Teufel, die ebenso unfreiwillig wie man selbst als zweiter Sieger vom Tisch aufstehen, und so lassen uns zumindest einige unserer Brüder und Schwestern im Turnier in der Enttäuschung nie ganz allein. Man kann immer davon ausgehen, dass auch andere Turnierteilnehmer die Bürde der verlorenen Schachpartie wacker mitzutragen bereit sind. René Stern ist beispielsweise so jemand, der sich heute hier mit mir solidarisch zeigte und in einer sehr langen Partie wohl ungern, aber dennoch selbstlos gegen Thilo Kabisch unterlag. Gens una sumus!

Spartak Grigorian misst sich mit dem Präsidenten Herbert Bastian

Auch Vadim Reimche, Joachim Asendorf und Spartak Grigorian hatten nach langer Gegenwehr das Nachsehen und helfen mit, dass ich mich am Tabellenende nicht ganz so einsam fühlen muss. Hinzu gesellt sich zu unserer kleinen Schar noch der Saarländer Reinhold Müller, der vom Werder Bremen-Schachtrainer Matthias Krallmann sehenswert ausgeknockt wurde. Sicher aber werden auch wir Tagesverlierer bald noch Punkte machen und mit etwas Glück eine irgendwie gelungene Partie spielen. Es gibt immer Hoffnung, und selbst Borussia Dortmund hat ja gerade erst einen Punkt geholt in Paderborn. Darum: wir kommen wieder! (Allerdings, und wenn es nach mir gehen würde - Vadim Reimche von den SF Ravensburg darf sich mit seiner Aufholjagd gerne noch ein wenig Zeit lassen. In der dritten Runde nämlich spielt er erst einmal gegen mich.)

Nun aber genug des Trübsals, wer will schon von den Verlierern hören? Und was sollen die deutschen Schachfrauen in Dresden von uns denken? Darum wechseln wir jetzt schnell von den armen Teufeln zu den glorreichen Tagessiegern! Den Baden-Württemberger Thilo Kabisch haben wir ja schon erwähnt, und tun dies auch gerne noch einmal, denn nicht alltäglich ist es allemal, einen so versierten Großmeister wie René Stern mit Schwarz in gutem Stil vom Brett zu ringen. Glückwunsch noch einmal, Thilo, sehr beeindruckend!

Trotz Wanderkönig auch nach sechs Stunden nicht noch die Ruhe selbst: Thilo Kabisch mit Schwarz gegen René Stern

An der Spitze des Verden Fight Clubs haben sich nach zwei Runden einige weitere bekannte Gesichter eingefunden. GM Daniel Fridman hat auch heute gewonnen (hat er ?) und damit ebenso zwei Punkte wie sein Kollege Vitaly Kunin, der gegen Lev Gutman ein mutmaßlich remisliches Endspiel noch in einen überraschenden Sieg ummünzen konnte.

In der beliebten Serie „Prüf den Prinzen (PdP)“ versuchten Sergej Kalinitschew und Willi Skibbe (heute mit Löwen-T-Shirt) ihr Glück. Gegen Matthias Blübaum und Dennis Wagner allerdings verließen sie den Saal mit leeren Händen. Beide Nachwuchskräfte des DSB holten damit gutgelaunt ihren zweiten Sieg, der allerdings durch die Niederlage von Prinz Rasmus (Svane) gegen Tomislav Bodrozic überschattet wurde.
Noch zwei weitere Spieler liegen von Minuspunkten unbelastet vorne – der Niedersachse Sebastian Plischki setzte sich gegen Igor Khenkin durch, und Sebastian Zehnter vom Ilmenauer SV nahm gegen Felix Graf beide Fäuste hoch und wählte mit der (wenn man weiß, wie es geht) schönen Tschigorin-Verteidigung eine kämpferische Verteidigung. Im Bemühen, den Druck auf seinen Gegner konstant aufrecht zu erhalten, verfiel Graf dabei auf eine schwungvolle, doch letztlich unglückliche Idee:

Graf - Zehnter nach 18 Zügen
Graf - Zehnter nach 18 Zügen

Weiß spielte a4 und nahm nach bxa4 den Bauern auf b7. Einen Zug später allerdings gab er sich geschlagen. Warum? (Antworten siehe im Partienbereich)

Sebastian Zehnter:
Zwei Runden, zwei Titelträger und zwei Punkte! (Foto: privat)

Heute bereits folgt die nächste Runde, die dritte schon von neunen wird vom Schiedsrichter-Gespann Ralph Alt und Dirk Rütemann eingeläutet. Wer möchte, kann im Internet seines Vertrauens alle Partien live verfolgen, interessanter allerdings ist möglicherweise ein Besuch vor Ort hier in der Reiterstadt. Es gibt hier Kaffee und Kuchen im schönen Restaurant, denn immerhin ist ja auch Sonntag, und ein Gartenschach steht auch vor der Tür!

Schachspieler-Paradies

Sehr schöne Bilder von Andreas Burblies aus Runde zwei erwarten Sie auf dieser Seite.

dem2014.schachbund.de

Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens ist FIDE-Meister, wohnt in Bremen und spielt dort für den SV Werder II in der Oberliga Nord-West. Obwohl das Schachspiel eigentlich viel zu schwierig für ihn ist, versucht er es immer wieder und schreibt darüber zusammen mit anderen auf www.schach-welt.de.

Während der Deutschen Einzel-Meisterschaft 2014 schreibt er für den Deutschen Schachbund.

Corona-Krise 2020, keine neuen (Schach-) Veranstaltungen mehr, alles abgesagt!

Wenn man schon nichts Neues mehr spielen darf, was liegt da näher, als einfach ein altes Turnier noch einmal auszutragen? Gedacht, gemacht - die Landesverbände des DSB (leider ohne DSJ) einigten sich nun im Rahmen einer Telefonkonferenz auf die Deutsche Meisterschaft 2014 im schönen Verden an der Aller. Dieses historische Turnier wird nun ohne Rücksicht auf Kosten und Mühen einfach noch einmal ausgetragen - bis es wieder weitergehen kann mit der auf Eis gelegten Saison 2019/2020 und den aktuellen Meisterschaften in Land und Bund.

Darum: Verden 2014? - Wir sind (noch einmal) mit dabei!

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Die erste Runde ist gespielt bei den Deutschen Meisterschaften in Verden, und schon ist der Katzenjammer groß. An einem der 22 Bretter wurde ein besseres Abspiel übersehen, zwei Bretter weiter eine mögliche Rettung nicht erkannt, zumindest einer hat überhaupt nicht viel geblickt und wurde früh matt, und dann war da noch die Partie, in der das energische Spielen auf Gewinn zu einer enttäuschenden Niederlage führte. Der Tag endet somit für einige Spieler in tiefer und berechtigter Erstrunden-Agonie.

Schach ist Sport, Schach soll auch Spaß machen, so verspricht es eigentlich die Werbung, doch einmal mehr zeigt sich, dass dieser Spaß recht ungleich unter den Beteiligten verteilt ist. Bei mir zumindest ist heute nicht so viel davon angekommen, und auch einige der Titelträger werden sich einen beschwingteren Start in das Turnier erhofft haben.

Zwei der Internationalen Meister beendeten ihre Auftaktrunde ohne zählbaren Erfolg – trotz geschmeidiger Spielführung hatten sowohl IM Martin Breutigam als auch IM Yuri Boidman am Ende das Nachsehen gegen Sebastian Zehnter und Thilo Kabisch, die somit einen gelungenen Aufgalopp in den Wettbewerb hatten.

GM Rainer Buhmann musste sich mit Dr. Hauke Reddmann bundeslandübergreifend auf ein Remis verständigen, ebenso wie Titelverteidiger GM Klaus Bischoff und der Delmenhorster David Höffer vom Delmenhorster SK, als dieser gerade anfangen wollte, sich einen Weg durch Bischoffs Verteidigungslinien zu beißen.

Keine Geschenke für niemanden - Klaus Bischoff vs David Höffer

Alles wird gut

Willi Skibbe: Eindeutig ein Schlund auf seinem Shirt - der Teller ist schließlich auch schon leergeputzt

Zum Glück bietet der Verdener Niedersachsenhof in derart trüben Momenten Trost in Form eines guten Abendessens (Grünkohl satt), verschiedener Fruchtschorlen und der Aussicht auf das reiche Frühstück am folgenden Morgen. Auch eine Feier mit 200 Teilnehmern im Festsaal hellt die Laune auf, Musik und fröhliche Menschen überall, unbelastet von schachlichen Sorgen – das Leben könnte so schön sein!

Aber, hey, diese erste Runde der DEM, sie hatte auch ihre erfreulichen Seiten. Fragt man beispielsweise Willi Skibbe, den offiziellen Vertreter des Schachbezirks Rostock und der Ostseeküste, so würde er vermutlich den Daumen hochnehmen und von einer gelungenen Partie berichten.

Sein Gegner war zwar der gefährliche IM Hagen Poetsch von den Schachfreunden Schöneck, doch eine gut vorgeführte Englische Partie brachte für Willi erst Raumvorteil und dann nach klugem Manövrieren einen entscheidenden Königsangriff. So startet man gerne ins Turnier!

Mutmaßungen, auch das kämpferische T-Shirt des jungen Mecklenburgers hätte einen Anteil am Erfolg gehabt, lassen sich allerdings nicht belegen. Mich erinnerte der gelb-schwarze Aufdruck ein wenig an einen weit aufgerissenen, fürchterlichen Schlund, doch Willi, der in Sachen T-Shirt und Schachpartien in gewisser Weise vorbelastet ist, wollte darin ein Batman-Symbol erkennen.

Wer hatte einen guten Tag?

Viele der anwesenden Titelträger brachten ihre erste Partie vorschriftsgemäß über die Bühne und netzten einen ganzen Punkt ein. Glückwunsch an Igor Khenkin, Vitaly Kunin, und die Schachprinzen Rasmus Svane, Dennis Wagner und, ja, es muss gesagt werden, auch an Matthias Blübaum, der seinen, wie sagt man so schön, überforderten Gegner* wie eine weiche Slalomstange umdribbelte und schon nach zwanzig Zügen zum Matt ansetzte.

*Name der Redaktion bekannt

Weitere Teilnehmer können nach der ersten Runde eine gut gelaunte text message an Freunde und Verwandte senden:

- Daniel Fridman als Nummer Eins der Setzliste besiegte seinen Präsidenten Herbert Bastian – es bleibt abzuwarten, ob und wie der Schachbund auf diese Provokotion reagieren wird

- Der deutsche U16-Vizemeister Dimitri Kollars (ebenfalls Delmenhorster SK!) erspielte sich in einer stets ausgewogenen Partie ein beeindruckendes Unentschieden gegen GM René Stern

- Stephan Buchal, mein Turnierfavorit, begann mit einem Remis gegen GM Sebastian Siebrecht, ebenso wie Roland Schmid bei seiner ersten DEM gegen IM Gerlef Meins, und Rolf Hundack, obgleich durch einen Fahrradunfall geschwächt, erreichte in einer sehr langen Partie eine sehr kämpferische Punkteteilung mit IM Tobias Jugelt.

Hauen und Stechen bei Hundack gegen Jugelt
Don´t miss out on round two!

- Der junge Vincent Keymer – mit seinen zehn Jahren ist er jünger als alle anderen Teilnehmer zusammen - luchste FM Thomas Thiel einen halben Punkt aus phasenweise schon bedrängter Stellung ab. Indes war es am Ende keineswegs unverdient, und musste in gut sechs Stunden auch lange erwirtschaftet werden.

Der Turniersaal öffnet morgen wieder um 15 Uhr, Zuschauer sind nach wie vor willkommen. Für alle, die keinen Internetzugriff haben, präsentieren wir hier die Auslosung der zweiten Runde in analoger Form – so wie früher, in der guten alten Zeit, als man noch schlechte Züge machen konnte, ohne dass es die ganze Welt sehen konnte.

Gute Pferde-Vibrations im Niedersachsenhof

Gerne greifen wir an dieser Stelle noch den Hinweis von Dr. Oliver Höpfner, dem Präsidenten des Bremer Landesschachbundes, auf. Im Netz spürte er zwei hörenswerte Interviews zur DEM auf, geführt von Radio Bremen, und an dieser Stelle noch einmal erhältlich. Ein Gespräch führten die Redakteure mit Michael Woltmann, dem Vizepräsidenten Verbandsentwicklung beim DSB, und ein weiteres mit Marco Bode, Ex-Fußballnationalspieler und intensiver Hobby-Schachspieler.

Und noch etwas, und dann gehen wir ins Bett: es gibt noch einige Spieler-Interviews, die aufgrund verschiedener Umstände erst jetzt den Weg zu uns fanden und nun sogleich online gehen können. Sie folgen gleich im Anschluss - wir bitten um freundliche Beachtung!

Rüdiger Kürsten, SV Lok Engelsdorf

-Ist dies Deine erste Teilnahme an einer DEM?/Deine wievielte Teilnahme an einer DEM ist das?

Ja, das ist meine erste Teilnahme.

-Wie bereitest Du Dich vor?

Aus Zeitmangel leider nicht so intesiv wie ich es mir erwünscht hätte.

-Wer sind in Deinen Augen die Favoriten?

Die ersten der Setzliste sind sicherlich favorisiert, aber auch jüngere Spieler aus der „zweiten Reihe“ sollte man auf der Rechnung haben.

-Was war bisher Dein größter schachlicher Erfolg?

Es gab einzelne Partien mit denen ich sehr zufrieden war. In konnte drei mal auf dem Treppchen der Sachsenmeisterschaften landen, in der Jugend war ich außerdem zwei mal Sachsenmeister.

-Was ist Dein Ziel für die Deutschen Meisterschaften in Verden?

Zwei Siege einfahren und mich im Mittelfeld platzieren.

-Was weißt Du über Verden? 

Leider so gut wie gar nichts, aber das wird sich vielleicht noch ändern.

-Wie würdest Du feiern, wenn Du Deutscher Meister wirst?

So ausschweifend wie möglich, bis der Wecker klingelt und ich aufwache ...

-Wer ist Dein schachliches Vorbild?

Es gibt so viele Spieler von denen ich noch viel lernen kann.

-Was machst Du beruflich?

Ich bin Promotionsstudent in theoretischer Physik.

-Hast Du neben dem Schach noch andere Hobbys?

Ja, ich reise gern, ab und  zu boulder oder wandere ich.

Bitte vervollständige folgenden Satz: Ich freue mich auf die DEM ganz besonders, weil...

Schach ein toller Wettkampfsport ist und es großen Spaß macht sich mit den Besten zu messen!

Alle Interviews können Sie auch auf unserer von Frank Hoppe gestalteten Porträtseite anschauen!

dem2014.schachbund.de

Freitag, 10 April 2020 12:07

La Deutsche Vita in Verden

Deutsche Meisterschaften beginnen am Freitag

Wenn Ralph Alt den sonnigen Freistaat Bayern verlässt und den Rest des Landes besucht, steht meist ein wichtiges Schachturnier vor der Tür. Denn Ralph Alt arbeitet nicht nur als Richter am Münchner Landgericht - auch beim Deutschen Schachbund hat er als Bundesturnierdirektor eine wesentliche Funktion. Er ist der Mann für die großen Veranstaltungen, und bei den allermeisten, wenn nicht sogar allen nationalen Meisterschaften der letzten Jahre - Schnellschach, Blitzschach, Turnierschach- war er vor Ort und sorgte mit viel Umsicht und einem dezenten bayerischen Flair stets für einen reibungslosen Ablauf.

In ein paar Tagen wird sich der Turnierdirektor einmal mehr auf den Weg machen und die bayerischen Landesgrenzen für einige Zeit hinter sich lassen. Es ruft der Norden, denn in Verden an der Aller beginnen am kommenden Freitag die 85. Deutschen Schach-Meisterschaften!


dresscode
Deutsche Meisterschaft der Schach-Formationen!

Ausgerichtet wird der Wettbewerb in diesem Jahr von gleich zwei Landesverbänden – Schulter an Schulter zeichnen sowohl der Niedersächsische Schachverband als auch der Landesschachbund Bremen für die Durchführung des großen Turniers verantwortlich. Michael S. Langer (Niedersachsen und Deutscher Schachbund), Dr. Oliver Höpfner (Bremen) und Michael Woltmann (Bremen und Deutscher Schachbund) waren die Männer mit der Vision für dieses gemeinsame Turnier, und nach langen Monaten des Vorbereitens, Abstimmens, Arrangierens und Telefonierens ist es nun endlich soweit. Mögen die Züge beginnen!

Unterstützt wird die Veranstaltung im Herzen der norddeutschen Tiefebene maßgeblich von der Toto Lotto Stiftung Niedersachsen (und damit auch ein ganz klein bisschen von mir, denn jede Woche riskiere ich einen Euro zwanzig für Lotto), und dem Apotheken Verbund Koop in Lingen. Danke an die Sponsoren!

Was bisher geschah

JosephBlackburne
Da ist er, Haudegen und zweiter Deutsche Meister: Joseph Blackburne

 

Deutsche Schach-Meisterschaften gibt es ja schon seit einiger Zeit, die Älteren unter uns werden sich erinnern, und tatsächlich begann alles ganz offiziell im Jahre 1879 in Leipzig mit einem Internationalen Schachkongress – was ja allein schon sehr würdig klingt.

Sieger damals wurde der Österreicher Berthold Englisch, bevor zwei Jahre darauf bereits der berühmte Joseph Blackburne den Titel eroberte.
Die 1914 in Mannheim ausgetragene Meisterschaft wurde vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges überschattet und musste abgebrochen werden. Ab 1920 war der Wettbewerb nur noch für deutsche Spieler zugelassen, und seit den frühen 1950er Jahren fand das Turnier nicht mehr gemeinsam, sondern geteilt nach Ost (Wolfgang Uhlmann! Rainer Knaak!) und West (Wolfgang Unzicker! Eric Lobron!) statt.

Im Jahr 1991 kam es schachlich zur Wiedervereinigung, und es war Vlastimil Hort, der das erste gesamtdeutsche Turnier in Bad Neuenahr für sich entschied.

Seitdem wird beinahe in jedem Jahr ein neuer Meister ermittelt, und wer oft dabei war, hat schon viel vom Land gesehen – Spielorte waren unter anderem Binz auf Rügen (hübsch!), Bremen (natürlich auch hübsch), mehrmals Altenkirchen im Westerwald, die alte Hauptstadt Bonn und zuletzt immer mal Saarbrücken – dort auch gewann GM Klaus Bischoff im letzten Jahr seinen ersten Titel, den er in diesem Jahr im Norden verteidigen wird.

Die Teilnehmer 2014

Klaus Bischoff Schwetzingen 2013
Klaus Bischoff reist als Titelverteidiger nach Niedersachsen. Hier sieht man ihn als Kommentator bei
der großen Bundesliga-Endrunde in Schwetzingen 2013.


Es sind gut 45 Spieler, die aus nah und fern nach Verden reisen werden. Ein weites Feld also, denn wie jedes Jahr entsendet jeder der 16 Landesverbände seine beste(n) Spieler(in). Hinzu kommen Startplätze für Klaus Bischoff als amtierender Meister, Oliver Müller als Meister des Blinden- und Sehbehindertenschachbundes, Michael Schulz als Deutscher Amateurmeister 2013 und Hagen Poetsch als Dähne-Pokalsieger 2013.

Soviele Meister auf einmal, da müssen sich die übrigen Spieler schon auf Einiges gefasst machen!

Und doch, einige werfen davon unbeeindruckt ihren Hut in den Ring, denn die Kommission Leistungssport nominierte unter anderem noch die Schachprinzen Rasmus Svane, Dennis Wagner und den frischgebackenen Großmeister Matthias Blübaum für das Turnier.

Ergänzt wird das Feld durch Vincent Keymer, Jugendspieler vom SV Gau-Algesheim, der mit seinen gerade einmal zehn Jahren vor einer spannenden Herausforderung steht,durch den Bundespräsidenten (Abt. Schach) Herbert Bastian und natürlich durch Lev Gutman, den früheren WM-Sekundanten von Viktor Korchnoi und als solcher bereits eine Schachlegende.

Abgerundet wird das Feld durch eine ganze Reihe von lokalen Matadoren, die von den beiden ausrichtenden Verbände Bremen und Niedersachsen eine Wilde Karte erhielten. Ungefähr zehn werden es sein - schauen wir mal, wie sie sich bewähren. Die Luft in Verden ist ja nicht nur frisch und klar, sondern auch dünn – vor allem im Turniersaal, und jeder Punkt wird schwer verdient sein.

Aktuelle Liste der Teilnehmer

Das Regelwerk

Kein Schachturnier ohne Regeln, auch beim Deutschen Schachbund ist das so, und was an neuen Richtlinien von der FIDE ersonnen wurde, findet sich in der Ausschreibung für Verden wieder:

  • Keine Handys im Turniersaal – zumindest, wenn man Spieler ist
  • Grundsätzlich kein Remis vor dem 40.Zug
  • Pünktlich sein, pünktlich sein, pünktlich sein – es gilt Nullkarenz zum Rundenbeginn, und wer dann noch nicht auf seinem Stuhl sitzt, hat verloren und kann den Nachmittag im Verdener Pferdemuseum verbringen (Montags aber Ruhetag).

Wer kann Deutscher Meister?

Schach ist ja kein Glücksspiel, und somit haben im Prinzip alle 45 Spieler die Möglichkeit, den Titel zu gewinnen.
Da Schach aber kein Glücksspiel ist, stehen die Chancen für einige Teilnehmer wiederum besser als für andere – ob man das nun fair findet oder nicht.

Zu gewinnen gibt es reichlich Geld, es warten 5.000,- € für den ersten Platz, und als Favoriten für diesen Preis nennen wir in diesem Vorbericht natürlich alle Spieler mit einer hohen ELO-Zahl, als da wären GM Daniel Fridman, Meister von 2008 und 2012, Mannschafts-Europameister gar von 2011, zählt unbedingt zu diesem Kreis, ebenso wie Großmeister Igor Khenkin (er gewann 2011 in Bonn) und die GM Vitaly Kunin und Rainer Buhmann, die beide bereits einmal den Wettbewerb als Vize-Meister beendeten und gleichfalls hochrespektable Wertungszahlen haben.

Schwer einzuschätzen sind natürlich auch die gefährlichen Schachprinzen, mit denen der Schachbund in Verden seinen gestandenen Fachkräften einmal mehr das Leben schwer macht, und wer weiß, auch René Stern aus Berlin, der Stadt der Schachtaktiker, mag ebenso zum erweiterten Anwärterkreis zu rechnen sein.
Und natürlich, natürlich steht auch Klaus Bischoff auf unserem Zettel weit oben, denn zum Einen ist er the one, der im letzten Jahr gewann, er ist eine feste Größe im Turnierschach und kennt durch das stetige Kommentieren von Bundesligakämpfen, Kandidatenturnieren und WM-Kämpfen natürlich alle Tricks und Manöver der Weltspitze. Und das kann in Verden ja nur von Vorteil sein!

Ob auch die anderen Teilnehmer in die vorderen Ränge vordringen können? Wir verden sehen! Und damit kommen wir gleich zum nächsten Punkt, der da lautet …

Als Zuschauer in Verden

mit schwalbe oder so
 Das schöne Salzburger Land - etwas nördlicher und nicht unweit von hier liegt auch Verden

Verden (ausgesprochen Ferden) liegt ebenso auf einer gedachten Linie zwischen Rügen und dem Ruhrpott, und ebenso direkt zwischen Flensburg und dem Bodensee. Kaum ein anderer Ort des Bundesgebietes bietet sich daher für die Deutschen Schach-Meisterschaften so an wie Verden an der Aller - hier laufen alle Linien in einzigartiger Weise zusammen, und das gilt natürlich auch für die Bahnlinien, die von hier aus bis nach Hannover, Bremen, Bad Harzburg, und darüber hinaus bis nach Rom, Istanbul und Wladiwostok führen (Umsteigen aber nicht vergessen).

Eine Reise nach Verden (op plattdütsch: Veern) lohnt ja eigentlich immer, denn wie wir hörten, gibt es dort das Deutsche Pferdemuseum und tatsächlich auch das einzige Denkmal für John Lennon in der gesamten Bundesrepublik (!). Der Vogelpark Walsrode ist ganz in der Nähe, ebenso wie das Wolfscenter in Dörverden – anders als das bei niedersächsischen Hühnern und Schweinen für seine Mastbetriebe gefürchtete Cloppenburger Land bekundet die Region rund um Verden noch eine sympathische Verbundenheit mit der Natur.

An jedem Freitag abend trifft sich der Schachclub Verden und lädt zum Vereinsabend im (Achtung!) Scharfrichterhaus.
Die Deutsche Meisterschaft dagegen wird ausgetragen im Hotel Niedersachsenhof – einer bewährten und behaglichen (wie man so sagt) Location für wichtige Turniere, denn auch das Schachland Niedersachsen trägt hier alljährlich im Januar seine Meisterschaften aus.

Die Partien in dem neunrundigen Wettbewerb beginnen von Freitag an täglich um 15:00 Uhr Verdener Ortszeit. Die letzte Runde am Sonnabend, dem 29. November, wird dagegen schon in relativer Herrgottsfrühe um 11:00 Uhr eröffnet.

Alle Begegnungen werden bundesweit live ausgestrahlt und, wer weiß, im Netz auch ein wenig kommentiert – wenn Klaus Bischoff einen Augenblick erübrigen kann. Hier auf der Turnierseite veröffentlichen wir an jedem Tag Rundenberichte und Fotos.
Was aber der Blick ins Netz oder das geschriebene Wort nur anzudeuten vermag, findet man direkt im Turniersaal – die Spannung am Brett, das Fiebern der Spieler, und die Atmosphäre bei den Partien vor Ort. Ein Besuch im Niedersachsenhof sei hiermit empfohlen – die Reise mag lang und ermüdend sein, doch die Veranstaltung ist es unbedingt wert. Einen Besuch bei der Deutschen Meisterschaft 2014 wird man so bald nicht wieder machen können.

Möge auch der Münchner Bundesturnierdirektor Ralph Alt eine schöne Woche im hohen Norden verbringen, damit es nachher nicht etwa heißt:

Alles Glück dieser Erden
liegt auf dem Rückweg aus Verden. (?)

Hoffentlich nicht. Auf zur DEM nach Verden! Op nach Veern!

Turnierseite des DSB (mit täglichen Rundenberichten)

Interviews mit den Teilnehmern

Dienstag, 07 April 2020 23:05

Werdertigers-Cup: Achtelfinale komplett!

Da waren es nur noch sechzehn - nach aufreibenden und teilweise nervenstrapazierenden Matches Best of Eleven stehen nun die Qualifikanten fest, die es ins Achtelfinale des Tigers Cup geschafft haben. Alle anderen können nach Hause fahren, zum nächsten Event weiterreisen, sich auf die faule Schachhaut legen - whatever. Sechzehn aber müssen weiterarbeiten, und los geht es bereits morgen, am Nachmittag des Mittwochs:

1) Martin Koch - Mohamad Alhamid, Mittwoch 14 Uhr

Süd gegen Nord, Stuttgart-Botnang gegen Delmenhorster SK - gleich die erste Ansetzung verspricht intensives, bundeslandübergreifendes Beharken im Rennen um Hachez-Schokolade und acht Rollen Toilettenpapier. Martin Koch wurde hier in Bremen dem Vernehmen nach erst selten gesichtet, Mohamad Alhamid dagegen fiel bereits durch mutiges, konsequentes Angriffsschach ohne Gefangennahmen auf - Bremer Schachjugend eben, wie man sie kennt und liebt. Freuen wir uns auf dieses Match!

2) Mattes Detjen - Nikolas Wachinger, Mittwoch, 15 Uhr

Grün- weiß gegen weiß-grün, jung gegen sehr jung - hier spielen zwei Werderaner, junge Leute aus der Schachabteilung des Clubs! Deutlich favorisiert hier eher Nikolas, der auch schon in der Bundesliga bravourös zu debütieren wusste, während Mattes sich in seiner jungen Karriere bislang eher auf den Raum Bremen und umzu fokussierte.

3) Jonathan Carlsenstedt (Werdertiger) - Burkhard Atze (SV Markneukirchen), Donnerstag 10:00

Die Favoritenbürde mag hier bei IM Carlstedt liegen, doch wer weiß, im Blitz ist vieles möglich. Burkhard hat auf der Vereinshomepage seine Erstrundenbegegnung ausführlich beleuchtet und erlaubt tiefe Einblicke in das Wettkampfschach - lesenswert.

Auch hier ein Nord-Süd-Duell, live kommentiert von Jonathan live auf www.twitch.tv/werdertigers

4) Andreas Albers (Hamburger SK von 18Uhr30) - Wolfgang Galow (FC Bayern München),  Donnerstag 16:30

Keine großen Worte mehr notwendig, um dieses Klassiker-Duell noch weiter zu beleuchten - Hansestadt gegen Bayern-Metropole, St Pauli gegen Miasanmia - ein großes Blitzduell angesetzt für den Donnerstag!
Wenn Andreas als Mr. HSK ebenso trickreich und spektakulär zu kontern weiß wie in der ersten Runde gegen David Wachinger, stehen uns wieder viele entschiedene Partien bevor!

Wachinger - Albers auf Twitch.tv

Andi3Winning
Theoriehai Andi Albers bei der Vorbereitung auf das Achtelfinale

5) Sören Evering (Papenburg) - Robert Klemm (Bremer SG), Donnerstag 18:00

Emsland gegen Bremerland, Jugend gegen ehemalige Jugend, und zwei schnelle Blitzhände unter sich - hier ist alles offen. Mehr kann man noch nicht sagen!

6) Marco Bode - Olaf Steffens

Ein weiteres Werderaner Duell: Chef des Aufsichtsrats gegen Manager der Schach-Bundesliga .. eine hübsche Ansetzung fürwahr! Marco hat sich in starker Form präsentiert bereits in Runde eins, zack zack, schnelle Züge, starke Züge, kaum Zeitnot, und dann durch mit einem 6:2. Steffens dagegen, zwei Partien, zwei Wackler, das muss noch besser werden. Bis es soweit ist, empfiehlt sich ein strenges Trainingsprogramm - Taktiktricks büffeln, Londoner System üben, und Medizinbälle stemmen mit der rechten Zughand.

Zahar
Bundesliga 2018: Marco Bode unterstützt Zahar Efimenko am zweiten Brett der Bremer

7) David Höffer (Delmenhorster SK) - Leon Niemann (SK Lehrte)

Noch ein gefährlicher Spieler aus DEL, und dann noch jemand, der schon dutzende Male den Werder Monatsblitz gewinnen konnte! Der junge Leon NIemann ist im Vergleich dazu deutlich weniger berühmt für seine Monatsblitz-Dominanz - aber was nicht ist, kann ja noch werden, und außerdem wohnt er ja auch bei Hannover und somit weit, weit weg von Bremen. Wie wird es also laufen? Wir sehen uns das an.

8) Collin Colbow - Stephan Buchal

In dieser von der bezaubernden Losfee mit einem Lächeln aus dem Lostopf gehobenen Paarung spielen wiederum zwei Werder-Internationale gegeneinander - Collin, der erst im Herbst bei der Jugend-WM aufgelaufen ist, gegen Stephan, der selbiges noch im März bei der Seniorenmannschafts-WM tat! Die beiden kennen sich gut, waren schon bei vielen Turnieren gemeinsam, und sehen sich nun im Achtelfinale. Ein virtueller Knaller!

Alle Begegnungen werden (so weit es möglich ist) live übertragen und kommentiert bei www.twitch.tv/werdertigers. Schaut vorbei und chattet ein bisschen mit der Runde - es ist wirklich nett.

Die zeitliche Ansetzung der Paarungen 5) bis 8) entnehmt bitte der Turnierseite, zusammen mit allen weiteren Informationen.

Und .. als Gruß und in Gedanken an Italien und viele andere Länder, die in diesen Zeiten der Corona-Krise durch furchtbare Wochen gehen, eine Erinnerung an schönere Tage - die hoffentlich bald wiederkommen werden.

Der Werdertigers-Cup, online ausgetragen als kleines Pflaster in schwierigen Corona-Zeiten, hat begonnen. 32 Spieler aus nah und fern (je nachdem, von wo man guckt) sind angetreten, um im Rennen um eine Achterpackung Toilettenpapier, ein Saftset "Lütts Landlust", eine Packung Bremer Hachez-Schokolade und - wohl der systemrelevanteste Preis - eine erlesene Packung Jacobs Krönung Kaffee ausgiebig zu punkten.

Gespielt werden im Tigercup jeweils Minimatches über 11 Blitzpartien im zeitlos klassischen, schönen 5 + 0 Modus, bei denen die nächste Runde erreicht, wer zuerst 6 Punkte einfahren kann. Und das ist es auch schon. Simple Chess!

Im Feld der Kombattanten finden sich zahlreiche prominente und spielstarke Meister aus Gegenwart und Zukunft, aus Bremen und umzu sowie überregionale Schachfachkräfte aus bundesdeutschen Landen:

- Andi Albers vom ruhmreichen Hamburger SK (nur der HSK!)

- Jörg Wengler, Elena und Wolfgang Galow sowie Dieter Oddey vom FC Bayern München (da sagen wir allerdings: nur der HSV!)

- Sowohl als Bremer (und umzu) als auch als überregionale Kräfte: Blitzschachungeheuer David Höffer und der pfeilschnelle Mohamad Alhamid vom glorreichen Delmenhorster SK!

- aus dem fernen Emsland schaltet sich dazu Sören Evering (SC Papenburg!)

- und Ehrengast aus dem Württembergischen: Daniel Häußler vom SC Ostfildern!

- last but not least: Martin Koch (SC Botnang) und Burkhard Atze (SV Markneukirchen)

- zahlreiche BremerInner und Werderanier, dabei unter anderem Nikolas und David Wachinger, Jonathan Carlstedt (HSK! ?... SVW!?), Collin Colbow, Stephan Buchal, Fabiano Brinkmann

Ein wenig wurden die virtuellen Schachfiguren bereits bewegt und geshuffelt - und wer möchte und sich nervenstark genug fühlt, kann sich die Best of Eleven - Matches noch einmal in voller Länge reinziehen im Rahmen der Live-Berichte im Werdertigers-Kanal!

Fridtjof Wortmann - Wolfgang Galow

Watch streaming on lichess.org Werdertigers-Cup Wortmann-Galow 30th of march 14.00, join our live commentary! from werdertigers on www.twitch.tv

Yannek Nyenhuis - Stephan Buchal

Watch lichess.org german internet ch. Saturday 28th of march. Come and join us for live commentary at 16.00! from werdertigers on www.twitch.tv

Die Live-Berichte bei www.twitch.tv/werdertigers werden natürlich fortgesetzt - Jonathan Carlstedt und Olaf Steffens senden so gut es geht von allen Begegnungen, die Ansetzungen findet Ihr im untenstehenden Link. Schaut einfach mal rein, und grüßt gerne die diensthabenden Moderatoren!

Turnierseite (danke! an Admin Udo Hasenberg für das Einrichten sowie die ausdauernde Pflege und Aktualisierung!)

Ansetzungen heute, mit Live-Kommentierung

12:00 Aniko Gross - Jonathan Carlstedt

15:00 Tim Zimmer - Sören Evering

Große Zwischenrunde der Deutschen Schach-Internetmeisterschaft - 13 intensive Runden, wir übertragen erneut live, und versuchen, mit Collin Colbow und Jonathan Carlstedt auch die Bremer Spieler gut im Blick zu behalten. (Und ebenso Dimitrij Kollars - ja ebenfalls ein alter Hanseat!)

Die ersten Acht qualifizieren sich für die Endrunde im Mai.

Los geht es um 16:00 bei

www.twitch.tv/werdertigers

Werdertigers bei der zweiten Vorrundehttps://www.twitch.tv/videos/568551990

Vorbericht zur Zwischenrunde
https://www.schachbund.de/news/vorschau-auf-die-zwischenrunde-der-deutschen-schach-internetmeisterschaft.html

Dienstag, 24 März 2020 14:18

Macht mit beim Werdertigers-Cup!

Die Corona-Zeit treibt kreative Blüten, auch beim SV Werder. Die Schachabteilung des SV Werder Bremen veranstaltet einen eigenen Internet-Cup als K.O.-Turnier. Macht mit und habt Spaß! Wir wollen euch zu einem Online Turnier Bremen-Werdertigers-Cup einladen:

Idee?

Wir alle sitzen zuhause, weil Corona uns dort fesselt. Lasst uns also in freundlicher Atmosphäre ein kleines Turnier online spielen.

Modus?

K.O.-Turnier, maximal 64 Teilnehmer.
Bedenkzeit 5 + 0

Anmeldung:

bis Freitag, 27.März, 12:00 Uhr an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wo?

Im Internet, sei es bei playchess, chess.com, chess24 oder lichess. Je nach dem worauf ihr euch mit eurem Gegner einigt.

Ablauf:
 

  • Anmeldung bis zum 27.3.2020 um 12:00 Uhr bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Auslosung bis 27.3. (Zufällig, wie in den folgenden Runden auch!)

  • 27.3. Spieler werden über ihre Gegner informiert, mit jeweiliger Mailadresse.

  • Bis 30.3. Spieler einigen sich auf Termin und Plattform und informieren Jonathan Carlstedt über Tag, Uhrzeit, Plattform und Benutzernamen auf der Plattform.

  • Bis 12.4. Alle Runden müssen gespielt werden. Die Verlierer sind leider ausgeschieden.

  • 13.4. Auslosung nächste K.O.-Runde. Spieler werden über ihre Gegner informiert, mit jeweiliger Mailadresse.

  • Bis 15.4. Spieler einigen sich auf Termin und Plattform und informieren Jonathan Carlstedt über Tag, Uhrzeit, Plattform und Benutzernamen auf der Plattform.

  • Bis 22.4. Alle Runden müssen gespielt sein.

  • 23.4. Auslosung nächste K.O.-Runde. Spieler werden über ihre Gegner informiert, mit jeweiliger Mailadresse.

  • Bis 25.4. Spieler einigen sich auf Termin und Plattform und informieren Jonathan Carlstedt über Tag, Uhrzeit, Plattform und Benutzernamen auf der Plattform.

  • Bis 30.4. Alle Runden müssen gespielt sein.

  • Je nach Teilnehmerzahl geht der Zeitplan so weiter.


Matches:

Jedes Match wird als „best of 11“ gespielt, also bis der Erste 6 Punkte erreicht hat. Sollte es 6:6 (oder 5,5:5,5) stehen entscheidet die nächste Gewinnparte.

Sonstiges:

Wir werden versuchen jedes Match bei www.twitch.tv/werdertigers zu kommentieren. Es wird davon ausgegangen, dass jeder so viel Zeit mitbringt, dass ein Termin gefunden werden kann.
Mit der Anmeldung erklärt sich jeder Spieler bereit, dass sein Klarname im Zusammenhang mit dem „Bremen-Werdertigers-Cup“ und während der Live-Kommentierung genannt wird.

Preise: Sachpreise: Bisher Hachez-Schokolade, ein Landlust Getränke-Geschenkset, eine schöne Packung Jacobs Krönung und eine Achterpackung Klopapier.

Meldet euch an und habt Spaß!

Turnier-Information bei Werder:

https://www.werder.de/schach/aktuell/informationen/news/2020/svw-20200320-car/

Turnierseite

 

Watch 20.00 on monday the 16th of march. Sitting home asking yourself what to do? Tune in for the live commentary of the german internet ch! from werdertigers on www.twitch.tv

 

Neulich noch Biergarten, heute schon Ausgangssperre, Grenzen dicht, Reisewarnung. Es ist nicht einfach, sich so schnell auf die neuen Gegebenheiten einzustellen, mögen sie (hoffentlich) auch nur relativ vorübergehend sein.

Als eine der wenigen Sportarten auf der Nordhalbkugel kann Schach - von jeher ja eine Art Hinterzimmersport - nach wie vor betrieben werden. In Jekatarinenburg spielen die acht Weltmeisterkandidaten "vor ohne Publikum", und die deutsche Schachszene wirft sich ins Internet, um allabendlich die Figuren über den Bildschirm zu jagen. Es lebe das weltweite Netz! Um wie viel trüber und verunsichernder wäre der Alltag, wenn nicht zumindest das Internet noch funktionieren würde?

So aber gibt es

- das Findorffer Online-Blitz- und das Online-Schnellschachturnier,

- das Lichess-Teamblitzen (2 Stunden am Stück, die Punkte der fünf besten BlitzerInnen eines Teams werden addiert, und man kann in andere Ligen auf-und absteigen - interessant, aber auch ein wenig wie Blockchain-Arbeit, nur dass man keine Bitcoins, sondern im Dreiminutentakt Punkte für sein Team produziert. Trotzdem, ein hübscher Team-Modus - danke an Jeffforever!)

- und neben vielen anderen Veranstaltungen und Quarantäne-Turnieren die Deutsche Schach-Internetmeisterschaft 2020. Morgen abend geht es weiter, Samstag 20:00 Uhr mit der dritten Vorrunde!

Watch 20.00 on monday the 16th of march. Sitting home asking yourself what to do? Tune in for the live commentary of the german internet ch! from werdertigers on www.twitch.tv

Das war es dann aber auch schon fast - kleine Ausflüge für den Kopf, bevor man sich wieder in der coronageschüttelten Wirklichkeit wiederfindet.

Noch nicht lange ist es her, da konnten wir an den Strand gehen, wenn wir mochten, im Café bummeln, einkaufen, unterrichten, uns bei der Arbeit mit KollegInnen treffen, Fußball gucken in der Menge - und niemand musste große Sorge haben für eine Ansteckung. Days long gone. Vorerst jedenfalls.

Aus besseren Tagen hier ein alter Schachwelt-Report aus dem Reise-und Schachsommer 2012. Ein Blick in die Vergangenheit - und zur Olympiade in Istanbul. Das deutsche Team stand seinerzeit schon fest, und wider Erwarten nicht berücksichtigt wurde Frank Hoppe aus Berlin - einer der Großen seiner Zunft, leidenschaftlicher Schach-Artist und ein Motoren des Deutschen Verbandsschach, nicht zuletzt als Admin durch seine passionierte Pflege der Schachbund-Internetpräsenz.

Das Leben war selten einfach, hierzulande und noch weniger in der Welt, für Menschen und vielleicht noch weniger für Tierwelt und Natur (auch und nicht zuletzt durch das Wüten von uns Menschen). Hoffen wir, wenn auch naiv, dass alles und dass es für alle irgendwann mal beser wird.

Kleine Rückschau also nun, zurückgeträumt, in etwas unbeschwertere Tage!

 

Wer darf mit nach Istanbul?

(Mit Olympia-Tippspiel!)

Frank Hoppe
Frank Hoppe, verdienter Beinahe-Nationalspieler und Admin

Sonne, Oliven, türkischer Kaffee und Bosporus - am nächsten Montag beginnen die olympischen (Schach-) Spiele in Istanbul. Das ist eigentlich schön. Doch wollen wir vor diesem wichtigen Ereignis nicht länger verschweigen, dass es auch einen Wermutstropfen gibt, der sich für Frank Hoppe (SK Berolina Berlin) und mich (SV Werder Bremen) wie ein Schatten über dieses sonnige Festival des Schachs gelegt hat. Denn wie schon in den Jahren zuvor sind Frank und ich auch dieses Mal nicht für den Kader der Nationalmannschaft nominiert worden. Andere dürfen hinfahren nach Istanbul, wo das Turnier der Turniere schon in wenigen Tagen beginnt. Wir jedoch müssen wieder hierbleiben und können nur aus der Ferne zuschauen.

Zwar gräme ich mich nicht, denn ich hätte dem Bundestrainer ohnehin absagen müssen. Schon seit einiger Zeit war ich für ein Open in Bayern angemeldet und hatte auch das Startgeld dafür bereits überwiesen.
Bei Frank Hoppe allerdings stößt die Nicht-Nominierung zumindest bei mir auf Unverständnis – immerhin ist er Webmaster des Deutschen Schachbundes, ein feiner Kerl und betreibt den sehr lesenswerten Blog Schachbulle.de. Er würde bestimmt einen prima Nationalspieler abgeben, zum Beispiel in einer Partie Hoppe – Nakamura.
Frank hätte für uns vom schönen Bosporus berichten und neben Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Daniel Fridman, Igor Khenkin und Jan Gustafsson als sechster Spieler in Istanbul für die deutschen Farben spielen können.

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Eine schier unübersichtliche Anzahl an Pokalen und wertvollen Ehrenpreisen konnte Hoppe in seiner Karierre gewinnen. Im rechten Arm hält er Mr. Oizo, einen erlesenen Plüschteddy, den er einst im Buxtehuder Oizo-Memorial davontrug.

Auch dieses Mal haben Frank und ich es wieder erst aus den Schachzeitungen erfahren, dass wir im Team nicht dabei sind. Kein guter Stil, aber nun ja, was soll man tun? Das Leben ist manchmal so. Wir drücken den deutschen Teams natürlich trotzdem die Daumen!
Und immerhin bleibt uns noch die vage Hoffnung auf das kühle Norwegen, wo 2016 die nächste Olympiade stattfinden wird.-

Der Schachbund hatte vor dieser Olympiade eine sehr sympathische Idee und schickte einen Fragebogen an die deutschen Olympioniken. Die Interviews sind auf der Homepage des DSB zu sehen – dort stellten sich bereits Elisabeth Pähtz, Marta Michna, Melanie Ohme und Elena Lewuschkina den Fragen, und auch Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Emanuel Lasker und der Hanseate Jan Gustafsson haben geantwortet.

Als kleinen Trost für die erneute Nicht-Nominierung möchteSchachwelt.de Frank Hoppe, unserem Nationalspieler der Herzen, heute symbolisch ebenfalls den Olympia-Fragebogen des DSB unterbreiten.

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Nationalmannschaft, Olympiade, Personalien

frank hoppe

Der um die 40-jährige Frank Hoppe zählte schon immer mal zum gefühlten Stammkader der deutschen Nationalmannschaft der Herren. Der mehrfache Vereinsmeister des SK Berolina Mitte lebt im schönen Berlin und betreut dort unter anderem den Webauftritt des Berliner Schachverbandes.

Unserer Internetredaktion beantwortete er - wie bisher schon sieben Olympiakader vor ihm - einen kleinen Fragekatalog.

 

 

  • Was für Ziele haben Sie bei der Schacholympiade in der Türkei?

Meine Pläne für Ende August haben sich mit der Nichtnominierung in Luft aufgelöst. Ich weiß absolut nicht, warum ich für Istanbul nicht berücksichtigt wurde. Ich habe mir all die Jahre nichts zu Schulden kommen lassen. Weder habe ich böse Worte gegen den Bundestrainer verloren, noch bin ich jemals betrunken am Brett eingeschlafen. Ich versuche mit jedem gut auszukommen und bin ein rundum pflegeleichter Spieler.
Vielleicht bin ich ja zu alt. Dabei bin ich doch erst 47. Warum darf Igor zur Olympiade und ich nicht?!

  • Wie bereiten Sie sich vor?

Warum müssen Sie den Finger in die Wunde drücken?! Istanbul ist Geschichte. Außerdem bereite ich mich generell nicht vor. Wäre ich nominiert worden, hätte ich vielleicht ein paar Bulletpartien gespielt.

  • Achten Sie eventuell auch auf besondere Ernährung oder treiben Sie Ausgleichssport?

Oh ja. Eine gesunde Ernährung hat bei mir höchste Priorität: Morgens zwei XXL-Schnitzel mit Kartoffelsalat und zwei Stück Kuchen. Danach habe ich aber immer das Problem, daß der Kalorienbedarf für den Tag gedeckt ist. Was soll ich dann mittags und abends essen?

Okay, Sie sagen jetzt, dann muß man eben Sport machen um noch Platz für ein paar Kalorien zu haben. Aber ist Schach denn kein Sport ...?! Nein? Ich dachte... - Zählt Bus- und Bahnfahren als Ausgleichssport? Stressig genug ist das ja in Berlin.

Moment. Da fällt mir doch noch was ein. Letztens war ich im Fitnesstudio. War ziemlich voll der Laden und leider keine Geräte frei. Ich konnte deshalb nur meiner eigentlichen Aufgabe nachgehen - und den stehengebliebenen Fahrstuhl wieder in Gang setzen. Aber die Fitnessluft konnte ich schon mal schnuppern. War nicht so angenehm. Wer weiß, ob ich in so einen Laden nochmal reingehe.

  • Sie erfahren erst wenige Stunden vor der Partie, wer Ihr Gegner ist. Wie stellen Sie sich in der kurzen Zeit noch auf ihn ein?

Ich hoffe Ihre Frage ist kein Seitenhieb auf Istanbul...

Mich interessiert generell nicht, wer oder was mein Gegner ist oder welche Farbe ich habe. Falls ich trotzdem eine solche Information vorher bekomme, schaue ich nur ganz kurz in meine Datenbank. Ist mein Score positiv, lege ich mich wieder hin. Ist mein Score negativ, versuche ich meinem Gegner bereits vor Partiebeginn ein Friedensangebot zu machen.

  • Wen sehen Sie in der Favoritenrolle bei dieser Schacholympiade?

Normalerweise Deutschland. Aber ohne mich werden die wohl nichts reißen. Chancen hätte aber auch diese Adipösen-Truppe gehabt - wenn ich dabei gewesen wäre. Mit inzwischen nur noch 157 Kilo habe ich aber nicht mehr genügend Gewicht mitgebracht und das Nominierungskriterium nicht erfüllt.
Auch die Blinden und Gehörlosen hätten von mir profitiert - doch auch bei denen wurde ich nicht berücksichtigt. Dabei sagte meine Frau immer, ich sei blind und höre schwer. Deshalb bin ich vielleicht auch ihr Ex-Mann...

Da diese vier Mannschaften für eine vordere Plazierung aus den genannten Gründen nicht in Frage kommen, werden wohl Gambia, Venezuela und San Marino die Medaillen unter sich aufteilen. Bei den Frauen rechne ich mit Burundi, Französisch-Guyana und den Bahamas auf den vorderen Plätzen.

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Weil in den Vitrinen nicht mehr genug Platz ist, verschenkte Frank Hoppe bereits viele Trophäen an seine Fans.
(Anmerkung des Autors: Hallo Frank, ich hätte
bei Gelegenheit Interesse an dem Insektenspray.)

  • Gegen wen würden Sie gerne spielen und warum?

Oh ja, Nakamura wäre schon ein Traum! Statt einer einzelnen Partie würde ich aber lieber mit ihm blitzen. Er soll ja angeblich noch stärker Blitzschach spielen als ich. Die, die das behaupten, haben mich aber noch nie am Brett gesehen. Ich glaube, so schnell ist mir keiner ebenbürtig - auch Naka nicht!

  • Wie sehen Sie die Chancen bei der Schacholympiade für die deutsche Frauen- und die Männermannschaft?

Wenn meine Geschlechtsgenossen Glück haben, kommen sie vielleicht unter die ersten Zehn. Ich traue ihnen auch einen Achtungserfolg gegen San Marino zu. Ein 2:2 sollte auch ohne mich drin sein.

Unsere Damen werden so etwa auf Platz 15 bis 20 landen. Mit Ketino und Zoja würde mehr drin sein. Aber ich wiederhole mich: Die Alten und Erfahrenen sind nicht mehr so ganz begehrt.

  • Bei der Schacholympiade wird beiden Teams ein Eröffnungstrainer zur Verfügung gestellt. Wie wichtig ist das für Sie?

Grundsätzlich ist das völlig in Ordnung. Ich lasse mir aber nicht gern in meine Varianten hineinreden. Meine Eröffnungsbibel ist seit meiner Kindheit das "ABC des Schachspiels" - dieses DDR-Lehrbuch von Awerbach. Da lasse ich nichts drauf kommen.

  • Wie oft haben Sie schon bei einer Schacholympiade teilgenommen?

Einmal. 2008 als Fotograf in Dresden.

Vielen Dank für das Gespräch!


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Liebe Leserinnen, liebe Leser, hallo Schachspieler,

auch zu dieser Olympiade veranstalten wir wieder ein spannendes Tippspiel. Die Frage ist ganz einfach: 

Welchen Platz belegt das deutsche Olympia-Team der Herren bei der Olympiade 2012?

Tipps können bis zum kommenden Montag, 27.August 2012, 14:15 Uhr Bremer Ortszeit, hier als Kommentar eingeschickt werden. Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los.

Zu gewinnen gibt es ein feines Schachbuch ("55 feister Fehler" von Robert Hübner, siehe auch Schachwelt-Artikel Oldhand Robert Hübner...) aus dem Schachwelt-Buchversand, freundlich gesponsort von unserem Blog-Chef Jörg Hickl. Weitere kleine Preise (CD, Kekse) werden unter allen Einsendern verlost.

Wir wünschen viel Spaß beim Tippen!

Sonntag, 15 März 2020 11:36

Werdertigers am Montag bei der DSIM

Jonathan Carlstedt und ich senden seit einiger Zeit verschiedentlich bei Twitch und den Werdertigers für Bundesliga, Werder und so Sachen:

www.twitch.tv/werdertigers

Für die morgige zweite Vorrunde der Deutschen Internetmeisterschaften (Montag, 16.März) kommentieren wir die beinharten neun Runden beinhart live ab 20 Uhr. Auch einige Großmeister sind mit in the house:

https://www.schachbund.de/news/zweites-turnier-der-internetmeisterschaft-am-16-maerz-mit-bluebaum-und-meier.html

Vielleicht können wir in diesen coronatrüben Zeiten ein bisschen mithelfen, den Zusammenhalt und Austausch auch in der Schachgemeinde zu bewahren (so lange das Internet noch läuft ..). Bis wir uns dann alle wiedersehen, live und mit Holzfiguren! owensmall

Schach mit Holzfiguren - wenn das wieder geht, ist schon viel gewonnen

Es gab ja verschiedentlich sehr kritische Rückmeldungen zu Turnier, Format, Sicherheit und Außendarstellun/ Vermarktung - das alles hat auch seine Berechtigung und sollte bei weiteren Turnieren in der Zukunft unbedingt berücksichtigt werden.

https://www.schach-welt.de/BLOG/blog/ist-expandiert

https://perlenvombodensee.de/2020/03/09/falsches-spiel-im-schneckenhaus/

Für den Augenblick möchten wir das aber nicht so hoch hängen. Ohne naiv sein zu wollen - Hauptsache, man kann jetzt ein bisschen Schach spielen ...!

Moin aus Bremen, und bleibt gesund.

Donnerstag, 12 März 2020 14:39

Corona: Bundesliga ruht für Wochen

Reisewarnungen, ausgefallene Flüge, Großmeister aus fernen Landen, die fürchten, nach dem Wochenende nicht wieder einreisen zu können - keine guten Rahmenbedingungen für ein unbeschwertes Liga-Wochenende.

Nach vielerlei Absetzungen im deutschen Eishockey, in der NB, nach Geisterspielen im Fußball folgte nun heute auch eine Absage für die erste Schachbundesliga - am Samstag und Sonntag wären die nächsten Runden gewesen.

"Liebe Schachfreunde,
 
der Vorstand des Schachbundesliga e.V. hat heute, am Donnerstag den 12. März, beschlossen, den Spielbetrieb der 1. Schach-Bundesliga ab sofort und bis auf weiteres zu unterbrechen. Dies betrifft zunächst die Spieltage am 14./15. März 2020 sowie am 04./05.04.2020. Wann die betreffenden Runden nachgeholt werden können, kann derzeit noch nicht festgelegt werden.
 
Uns ist diese Entscheidung wahrlich nicht leicht gefallen, zumal sie sehr kurz vor einem Doppelspieltag erfolgt. Der Schutz der Gesundheit aller Beteiligten hat für uns jedoch höchste Priorität. Hinzu kommt, dass sich die Lage auch mit Blick auf Restriktionen und Reisebeschränkungen hinsichtlich der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus insbesondere seit dem gestrigen Tage erheblich verschärft hat, so dass wir diese Entscheidung heute treffen mussten.
 
Wir bitten um Ihr Verständnis.
 
Mit besten Grüßen
 
Markus Schäfer
Präsident Schachbundesliga e.V.

https://www.schachbundesliga.de/bundesliga/schach-bundesliga-unterbricht-den-spielbetrieb-wegen-coronavirus

 

Donnerstag, 05 März 2020 23:44

Bewegte Bilder: Der Pokal hat immer Recht

Deutscher Viererpokal 2020 in Bremen an der Weser!

Wir testen erst ein bisschen die Akustik, und losen schon einmal vorsorglich aus. Los geht's am Samstag!

https://www.schachbund.de/dpmm2020.html

www.werder.de/schach

Übertragung live bei

www.twitch.tv/werdertigers

Montag, 02 März 2020 16:41

Deutscher Viererpokal - in Bremen!

Surprise, surprise - Werder Bremen steht unter den letzten 16 im Deutschen Vierer-Mannschaftspokal. Ein guter Grund, um das nun anstehende Achtelfinale gleich in Bremen auszurichten. Und das Viertelfinale auch!

Los geht es am kommenden Samstag, 07 März, 14 Uhr in the clubraum, Hemelinger Straße 17, und dann am Sonntag, 08 März, 10 Uhr, in the clubraum, too.

Zu Gast bei Werder Bremen sind tolle Teams aus der ganzen Welt, wir verbringen den Samstag mit der SG Leipzig, dem früheren Bundesligisten SV Lingen, und Bavaria Regensburg. Am Sonntag werden dann nur noch zwei Mannschaften im Rennen sein - so ist es im Pokal. Der Sieger des Sonntags zieht ein in das deutsche Halbfinale.

https://www.schachbund.de/dpmm2020.html

https://www.schach-welt.de/BLOG/blog/der-pokal-hat-immer-recht-werder-im-achtelfinale

Wenn alles gut geht, senden wir am Samstag auch bei www.twitch.tv/werdertigers - doch vor Ort und mit echten Menschen ist es natürlich noch einmal doppelt so gut. Kommt vorbei und unterstützt den Werder-Vierer - wir können jeden Support gut gebrauchen! (Und Kaffee gibt es auch!)

Beim Herumstöbern im weltweiten Internet stolperten wir soeben über einen etwas älteren Artikel, bei dem es - große Überraschung! - um Schach geht. Und um Werder! Und um die OSG Baden-Baden - was für ein Zufall, denn just am kommenden Wochenende kommt Baden-Baden ja vorbei im Clubraum Nord des SVW.

 Bremen schlägt Baden Baden

Vor vier Jahren hat Grün-Weiß Bremen also mal gewonnen gegen den siegesverwöhnten Schwarzwald-Achter. Ist schon lange her. War aber schön!

Und in 2020, in der ganz aktuellen Gegenwart? Was soll man sagen: es wird schwer genug für Team Hansestadt! Denn:

- die Fußballer des Vereins lummern zur Zeit noch auf einem eher unteren Tabellenplatz in der Bundesliga - wie soll man sich da redlich auf Schach konzentrieren? (anders sieht es aus, natürlich, ist man als Werderaner ein Freund des HSV. Aber selbst dann, hansestädtische Solidarität, das KANN einen nicht kaltlassen mit den Werderanern gerade. Los geht's, Jungens, spielt wieder so wie früher!)

- Mit Baden-Baden kommt am Sonntag eine herkulische Mannschaft zu Besuch, die offenbar nur äußerst ungerne verliert. Dennoch, man kann sie schlagen - Breaking Bad(en- Baden) ist möglich! Wird aber wahrlich nicht so einfach für wackere Werderaner, denn der Badener Kapitän Sven Noppes hat sein Team mit Sicherheit gut eingestellt.

- Am Samstag tritt schon das Badener- Badener Bruderteam von den SF Deizisau in Bremen an - gute Leute dort, gewiefte Meister, mal gucken, wie wir Bremeraner da mithalten können, denn der Deizisauer Erste Vorsitzende Sven Noppes hat die Spieler seines Vereins sicherlich gut eingestellt.

Knifflig aber: unsere Aufstellung mag dadurch am Samstag für das Wochenende schon verraten sein, und Team Baden-Baden kann sich dann bis zum Sonntag hübsch darauf vorbereiten, wenn sie wollen. Wir dagegen - wissen bis Sonntag früh um achte nichts über das Badener Lineup, alles bleibt im Nebel. Einfacher wird es dadurch nicht (Schönen Dank nach Lingen!). Die Mannschaftspunkte aber, das wäre schön, sollen doch gerne im Norden bleiben. Nützt ja nix!

 Bundesliga Februar 2020 Zu Gast im Clubraum

Im Rahmen einer fairen Analyse soll hier natürlich auch untersucht werden, was denn für Werder spricht am nächsten Wochenende. Da muss es doch irgendwas geben? Na KLAR:

- Coach Carlstedt ist vor Ort - damit sind gute Vibrations auf grün-weißer Seite schon einmal garantiert. Soll man nicht unterschätzen sowas.

- Wir übertragen aller Voraussicht nach live bei Twitch und den Werdertigers - man kann also (nur für Werder) auch im Internet und von weit weg die Daumen drücken. Wir freuen uns!

- Heimvorteil! Heimvorteil! In den mit viel Werder-Spirit aufgeladenen Clubräumen kennen wir uns im Gegensatz zu Caruana, Shirov, Yifan Hou und möglicherweise Jan Gustafsson bestens aus, denn in der Hemelinger Straße spielen wir an denselben Tischen und an ebenjenen Stühlen ja seit Jahr und Spieltag allerlei Turniere. Neulich noch Monatsblitz, Sonntag schon Aronian!

 

WErdertigers4

 Don't mess with the Werdertigers

Damit steht es, genau nachgezählt, 3 : 3 zwischen Baden, Baden, Werder und Bremen. Wir wollen aber gewinnen, und darum noch zwei Vorteile für Nord:

- die Bremer Fußballer spielen am Samstag direkt nebenan im Weserstadion! Das wird man im Clubraum spüren, auch am nächsten Tag noch. Volle Lotte!

- wir können mit den grün-weißen Farben, Postern, Plakaten und ganzkörpergrün eingekleideten Fans im Vereinsheim besser umgehen als unsere süddeutschen Gäste - es sind ja schließlich unsere Vereinsfarben! Für alle anderen, selbst für hartgesottene internationale GMs, mag es schwerer sein, sich in der kurzen Zeit an das massive Werdergrün zu gewöhnen. Und Sonnenbrille? Ist nicht!

Und damit: neuer Spielstand 5 : 3 für Werder Bremen gegen Baden-Baden. Wenn das mal nichts ist! Sehr schön, nun kann ich mich eine Woche auf die beiden Spiele gegen Süd freuen. Und sollten wir doch untergehen? So be it.

Kommt vorbei, wenn es heißt: Willkommen Deizisau, und willkommen Baden-Baden - wir freuen uns, dass Ihr nach Bremen kommt! (Schade allein, dass Lingen nicht mehr dabei ist.)

PS: Der Eintritt ist frei für alle, die im Werder-Oberteil kommen.

Liebe Schachfreunde,

ein beinhartes Liga-Wochenende wartet auf das Bundesliga-Team des SV Werder. Nach dem abrupten Rückzug des SV Lingen wird der SVW nun die kommende Runde in Bremen austragen, mit den folgenden Paarungen:

22.Februar, 14:00    Werder Bremen - SF Deizisau

23.Februar, 10 Uhr   Werder Bremen - OSG Baden-Baden

Bundesliga Februar 2020 Zu Gast im Clubraum

Mehr bärenstarke Weltklasse geht fast nicht - hohe ELO-Dichte und viele weltbekannte Großmeister sind garantiert.

https://www.schachbundesliga.de/tabelle/567/517#tabs-0-center-1

Wer weiß, wer auflaufen wird ...Caruana, Aronian, Anand, McShane, Fressinet, Shirow? Kommt vorbei und werft vor Ort einen Blick - es lohnt sich!

Gespielt wird in der Werderburg, unserem Vereinsheim in der Hemelinger Straße 17, 1.Etage. Der Eintritt ist frei für alle Fans, die im Werder-Oberteil auflaufen! (sonst 6,-€ voll und 3,-€ ermäßigt)

Es gibt eine Kommentierung vor Ort durch Werder-Trainer IM Jonathan Carlstedt und (ein bissschen) FM Olaf Steffens, und aller Voraussicht nach auch live  im Netz bei den Werdertigers. Vor Ort ist aber besser! :-)

Wir freuen uns auf Euch - helft uns, die Punkte in Bremen und im Norden zu behalten!

Olaf Steffens

Bundesliga bei Werder Bremen

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 Stundenlange Schwerstarbeit - im November 2019 im Bremer Kaffeequartier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am kommenden Freitag ist es soweit: 20 SpielerInnen aus Bremen und umzu treten an gegen die beiden Werder-Bundesligaspieler Großmeister Gennadiy Fish und IM Gerlef Meins, die gegen die Bremen All Stars ein Doppelsimultan austragen werden.
Sowohl Gennadiy (seit 15 Jahren im Bundesligateam) als auch Gerlef (seit 25 Jahren (!!) Bundesliga-Spieler bei Werder, wow!) durchlaufen das Rund in einem Doppelsimultan, ziehen dabei abwechselnd und ohne sich über die Züge des anderen auszutauschen. Das macht die Sache nicht einfacher, aber hey, wozu ist man IM und GM? 

Hier ein Update zu dieser Veranstaltung, zusammen mit der Aufstellung des Bremer Teams. ZuschauerInnen sind natürlich herzlich willkommen!

Liebes Bremen All Stars Team,

wir freuen uns, dass Ihr am kommenden Freitag abend mit dabei seid und für unsere langjährigen Bundesliga-Spieler IM Gerlef Meins und GM Gennadiy Fish eine renommierte Simultanrunde bildet.

Das große Simultanspiel ist auch für die beiden Meister ein ungewöhnliches Ereignis, und wer weiß - bei einem Doppelsimultan ist alles möglich!

https://www.werder.de/schach/aktuell/informationen/news/2019/svw-20191125-car/
Simul4

 Große Schachzüge bei Andreas Calic - Luke McShane/ Tomi Nybäck 1/2 : 1/2 im November 2019

Hier noch einmal der Plan für den Abend in der Werder-Burg (Hemelinger Straße 17, Vereinsheim, 1.Stock):

18 Uhr  Begrüßung durch Werder-Abteilungsleiter Dr. Oliver Höpfner

im Anschluss: In grün-weißem Dress an schwarz-weißen Brettern - Als Bundesligist bei Werder

Anekdoten und Partien aus der Bundesliga von Gerlef Meins (25 Jahre Bundesliga bei Werder!) und Gennadiy Fish (15 Jahre Bundesliga bei Werder, UND Mannschaftsführer seit 2012!)

gegen 19 Uhr   Einladung zu einem kleinen Imbiss

gegen 19:15/19:30  Doppelsimultan an 20 Brettern

(und am Wochenende dann - Schachbundesliga im Finanzzentrum der Bremer Sparkasse Am Brill!   

Bundesliga Februar 2019

Erst Simultan, dann Bundesliga - viel Schach im hohen Nordwesten

Damit Ihr wisst, wer sich links und rechts von Euch im All Star Team tummelt, hier noch einmal ein kurzer Überblick über alle Teilnehmer.

Wir haben eine Reihe von Plätzen für besondere sportliche Erfolge vergeben, einige von Euch sind sehr geschätzte Ehrengäste, und weitere haben ihre Chance genutzt, einen Platz bei der Verlosung auf der Homepage des Landesschachbundes Bremen zu gewinnen (gut gemacht!).

1) Collin Colbow, Werder 2 (Weiß)

2) Semjon Bart, Werder 3 (Schwarz)

3) Wolfgang Adaschkiewitz, Werder 6 (Weiß)

4) Klaus Rust-Lux, Bremer Dähnepokalsieger 2020 (Schwarz)

5) Lothar Wemßen, Bremer Seniorenmeister 2020 (Weiß)

6) Marco Bode, Bremer Nationalspieler (Schwarz)

7) Niklas Fröhlich, Bremer Schachjugend (Weiß)

8) Tom Rehpenn, Bremer Schachjugend (Schwarz)

9) Wilfried Prüß, Ehrengast Königsspringer Hamm (Weiß)

10) Keke Schmidt, Werder Jugend (Schwarz)

11) Emilia Maruffo, Werder Jugend (Weiß)

12) Samuel Pfeffer, Werder Jugend (Schwarz)

13) Shaheen Varkal, Werder Jugend (Weiß)

14) Theresa Schube, Werder Jugend (Schwarz)

15) Luca Humpe, Verlosung Landesschachbund (Weiß)

16) Andreas Calic, Verlosung Landesschachbund (Schwarz)

17) Anton Strodthoff, Gesandter Werder Monatsblitz (Weiß)

18) Wilfried Schmid, Ehrengast Landesschachbund Bremen (Schwarz)

19)  (Weiß)

20)  (Schwarz)

    (Die Plätze 19 und 20 geben wir Euch in Kürze noch bekannt)
    

Wir wünschen Euch einen spannenden Abend im Werder Vereinsheim!

Bis bald!, und moinmoin

Olaf Steffens
SV Werder Bremen
Manager Schach Bundesliga

www.werder.de/schach/bundesliga

 

 

 

Freitag, 24 Januar 2020 10:34

Hart ist das Brot in der Landesliga

In unserem Bestreben, den verehrten Leserinnen und Lesern dieses Blogs stets ein umfassendes Bild des aktuellen Schachgeschehens zu bieten, schalten wir heute runter in die nicht ganz so hohen Etagen. Neben Wijk an Zee (goede dag mijnheer!) und Gibraltar (hola chicas!) ist die niedersächsische Landesliga Nord ja einer der Hotspots des regionalen Weltschachs.
Loyale Besucher der Schachwelt werden - hoffentlich - wissen, dass hier mit dem SK Bremen-Nord und der Bremer SG und dem SV Werder III UND dem SV Werder IV sogar vier Mannschaften aus dem kleinen Bundesland Bremen mit am Start sind.

Nachdem wir neulich berichteten von einem hübschen Werder III- Auswärtssieg in Osnabrück, geben wir heute der Wahrheit die Ehre und verschweigen nicht länger, dass das Dezember-Heimspiel gegen den SV Osnabrück dagegen glatt verlorenging. Unsere Adventszeit war begleitet von ausgiebiger schachsportlicher Agonie.
Indes, das neue Jahr brachte schon wieder neue Punkte - nach einer langen Autofahrt hin (200 km) in aller Frühe gewannen wir mit 7:1 bei Nordhorn II.

werder badenbaden6
Passt nicht zum Artikel, aber so ein Sommerbild ist einfach immer schön

Zu diesen zwei Showdowns in der norddeutschen Tiefebene hier nun zwei epische Berichte:

Werder 3 – SV Osnabrück 3 : 5 – Hart ist das Brot in der Landesliga

von Olaf Steffens

Trüb war das Wetter, trüb war auch der Mannschaftskampf, und allein der von Abteilungsleiter Oliver selbstgekochte Präsidentenkaffee vermochte diesem Tag ein wenig Glanz zu verleihen. Indes, am Ende lief Werder 3 im Heimspiel gegen robuste Osnabrücker auf Grund. Und wenn man am Ende auch nicht wusste, wie verdient das alles war – letztlich reichen die Einzelergebnisse, um die Wahrheit aus diesem Spiel zu lesen.

Schon früh unbehaglich wurde es am Brett von André Büscher, der mit Weiß gegen ein verzögertes Marschall-Gambit fehlgriff und bald die Waffen strecken musste. Zum Glück haben wir mit Fabiano Brinkmann einen veritablen Top-Scorer, der auch in Runde 4 wieder sehr souverän zuschlug und damit den 1,5 – 1,5 Zwischenstand herstellte, nachdem Nils-Lennart Heldt eine erst aussichtsreiche, später tendentiell murkelige Stellung zum Remis abgesichert hatte.

Zum Unglück für alle (Bremer) Beteiligten folgte alsdann der Auftritt des Berichterstatters. Paul Wielebinski hatte sich in zweischneidiger Position zu einem Turmopfer hinreißen lassen, doch zeitigte seine Vorausschau Lücken, und ich hätte offenbar relativ einfach nun den Punkt nach Hause bringen können – ganz im Sinne der Mannschaft! Doch mein König musste wandern, und trotz Mehrturm (!) fand ich bei immer knapperer Zeit kein nachhaltiges Versteck. Gewonnen war es dennoch, oder mindestens Remis … aber nicht so, wie ich es spielte. Punkt und erneute Führung stattdessen für den SV Osnabrück.

Glaube und Wissen
Steffens - Wielebinski 0:1 - bei Weiß war offenbar mehr Glauben als Wissen im Spiel

Steffens Olaf Wielebinski Paul 36Qxd5
Könnte man gewinnen, aber sollte man nicht verlieren. Grusel, grusel.

Bei vier noch laufenden Partien war Werder 3 nun deutlich in Zugzwang.

Erschwerend kam hinzu, dass auch Reiner Franke in einer positionellen Partie einen Bauern verlor und im Endspiel letztlich zum 1,5 – 3,5 aufgeben musste.

Doch noch wurde gekämpft! Bei Duong eilte ein Freibauer der gegnerischen Grundreihe entgegen, Timur verwickelte den Osnabrücker Spieler in ein wildes, timurhaftes Getümmel – sollten hier noch zwei Punkte herausspringen für den Ausgleich?

Zwischenzeitlich erkämpfte sich unser Spitzenmann David Kardoeus ein Remis gegen Dirk Hummel, und dann – der Anschlusstreffer, Timur hatte gewonnen! Alle Augen schnell auf Duong – indes, hier war das Endspiel gekippt, der gefasste Plan vom Gegner stark pariert, und schon war es ein gegnerischer Bauer, der sich zur Damenumwandlung bereitmachte.

Gut gekämpft haben wir, das wollen wir festhalten, allerdings … ein 3 – 5 war nicht ganz das erhoffte Ergebnis. Schade!

flop 1000
  Kein richtig guter Tag für Werder III

 

Werder Drei mit doppeltem Comeback

von Stephan Buchal

Nachdem das letzte Jahr für unsere Dritte mit einer ebenso überraschenden wie unnötigen 3:5-Niederlage gegen den SV Osnabrück geendet hatte, konnten wir das neue Jahrzehnt mit einer konzentrierten Leistung und einem 7:1-Auswärtssieg beim SK Nordhorn-Blanke beginnen. Das macht Hoffnung für das kommende Heimspiel gegen den Tabellenführer aus Uelzen am 9. Februar.

Das Comeback der Mannschaft wurde auch möglich durch ... Weiterlesen auf www.werder.de/schach

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So sieht's aus. Es bleibt spannend in der Landesliga Niedersachsen.

Wir möchten noch hinweisen auf das Werder Frühlings-Open 2020, das in Kürze wieder startet und in entspannten sieben Runden den ganzen Frühling hindurch bis zum Juni hin mäandert - sehr schön, sehr schön. Eine Ausschreibung findet Ihr hier. Ob Bremer, Oldenburger, Kölner, Österreicher, Münchner oder Delmenhorster - seid dabei!