Jörg Hickl

Jörg Hickl

Großmeister, Schachtrainer, Schachreisen- und -seminarveranstalter.
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oder unter Schachreisen
Freitag, 25 Februar 2011 10:39

Frauenschach auf dem Prüfstand

Für die Männer die Golddukaten und den Frauen ein Mon Chéri – so ähnlich war es Ende der 80er Jahre in der Publikation „Schachwoche“ zur Honorierung der Nationalmannschaft zu lesen. Seitdem floss viel Wasser den Rhein herunter, und die Gleichberechtigung hielt Einzug. Zwar haben wir nur unwesentlich mehr weibliche Schachspieler, doch stieg der Budgetanteil bei der jüngsten Schacholympiade auf 50%, und damit auf ein Niveau, das für Unmut in den Reihen der männlichen Nationalmannschaftskandidaten sorgte. Gehen einige der gleichgestellten Damen doch in Ihrer Freizeit dem Schachsport nach, während für die gesamte Herrenmannschaft Schach den Fokus des Lebens darstellt – der Spielstärkeunterschied ist entsprechend.

Hier einige Zahlen:
Eloschnitt Herrenmannschaft*: 2534, schlechtester Spieler Elo 2461, ca. Platz 80 in D
Eloschnitt Frauenmannschaft 2344, schlechteste Spielerin Elo 2237, ca. Platz 1100
Eloerwartung eines Matches Herren – Damen 7,5 zu 2,5
(*Mannschaft der letzten Schacholympiade. Zu den aktuellen A-Kaderspielern, den TOP 5, fällt der Elounterschied noch wesentlich deutlicher aus, sie weisen einen Schnitt von 2655 aus.)

Anteil männlicher Schachspieler ü18 im DSB ca. 95,7%
Anteil weiblicher Schachspieler ü18 im DSB ca. 4,3% (ca. 2900)
(Quelle: DOSB-Bestandserhebung 2009, www.dosb.de)

Etat des Schachbundes zur Spitzensportförderung ca. 110.000 €:
Anteil Männer: 65.000 € = 59%
Anteil Frauen: 45.000 € = 41%
Weitere Zuwendungen (u. a. auch Honorare für Nationalmannschaftseinsätze) laufen über andere Töpfe. So kostet z. B. die separate DM der Frauen zwischen 7.000 und 11.000 €/Jahr.

Jahrzehntelange Förderung hat anscheinend die Anzahl schachspielender Frauen keinen wesentlichen Einfluss und trotzdem wird dieses Thema tabuisiert. Ausgehend von der aktuellen Förderung (genaue Zahlen zur Vergangenheit liegen sicher beim DSB vor) sind in das Frauenschach in den letzten 20 Jahren somit weit mehr als eine Million Euro geflossen. In dieser Zeit hat es eine Frau auf über Elo 2400 geschafft und ganz wenige über 2300 - Zeit für einen kritischen Blick.

Spielen Frauen schlechter Schach als Männer? Hierzu liegen keine verlässlichen Angaben vor - sie sind mengenmäßig deutlich unterrepräsentiert, weshalb zwingend auch die Spitze dünner sein muss. Allerdings sollte der Anteil statistisch im Verhältnis stehen, z. B. bei den Spielern der TOP100 = über Elo 2443 (weiblich Ist 1, bei 4,3 % liegt das Soll bei 4)
Wenn Sie jedoch nicht schlechter spielen, warum sind sie schützenswert und werden protegiert? Frauen haben ihre eigenen Meisterschaften, Bundesligen und die Berechtigung, zusätzlich bei den Herren starten zu dürfen. In Sportarten, in denen es auf Muskelkraft ankommt, ist das leicht verständlich, beim Schach hingegen geht mir dieser „Protektionismus“ zu weit.

Letztendlich gilt es zu hinterfragen, ob das deutsche Schach ohne oder mit geringerer geschlechterspezifischer Förderung in Spitze und Breite spürbar schlechter dastehen würde. Hätten wir einen geringeren Frauenanteil? Gäbe es die einzige in der deutschen Spitze (Nr. 70) auffallende Spielerin, Elisabeth Pähtz, nicht oder wäre diese sogar stärker, wenn sie sich mit der männlichen Konkurrenz messen müsste?

Zu diesem Thema führten wir eine kurze Umfrage durch. Anlass bot die Meldung auf der Website des Schachbundes zur aktuellen Runde der Frauenbundesliga. Wir fragten “Was halten Sie von der Frauenbundesliga?“. Die Beteiligung daran hielt sich in Grenzen und das Ergebnis ist dementsprechend nicht aussagekräftig, allerdings fiel es wenig überraschend aus:
Nur 14 % fanden Frauenschach spannend. Ganz bitter war jedoch eine Quote von über 42%, die von dieser Veranstaltung noch nie etwas gehört haben…. Zur Umfrage

Was halten Sie von diesem Thema? Gibt es Handlungsbedarf oder sind wir auf dem rechten Weg? Vor allem interessieren auch Meinungen der Schachspielerinnen. Aus diesem Lager vernahm ich in der Vergangenheit durchaus Aussagen wie "Ich fühle mich durch die Förderung ein bisschen diskriminiert, nehmen sie aber gerne mit."
Über eine angeregte Diskussion würde ich mich freuen.

Schach ist oftmals ein sehr konkretes Spiel, doch kann die Kenntnis und Einhaltung grundsätzlicher Regeln und Verhaltensweisen den Alltag des Vereinsspielers deutlich erleichtern. Heute beschäftigen wir uns mit der „elektronischen“ Seite des Schachlernens:

Elektronische Hilfsmittel

Noch lebhaft erinnere ich mich an den irritierten Blick einer Rezeptionistin des Spielerhotels, als ich Ende der 80er Jahre meinen neuen Atari Computer (mit immerhin 2 MB Hauptspeicher) samt großem Röhrenmonitor auf das Zimmer schleppte. Seitdem hat sich viel getan. Datenbanken und Computerprogramme bestimmen den Alltag des modernen Spitzenspielers. Eine Turnierteilnahme ohne Notebook erscheint vielen undenkbar.

Fritz, Rybka & Co. machen uns stark?!

Unbestritten kam es inzwischen zur Wachablösung im Schach - die Maschinen haben übernommen. Begründet liegt dies primär in der taktischen Anfälligkeit des Menschen - vor allem bei knapper werdender Bedenkzeit. Jede Publikation muss es sich heutzutage gefallen lassen, von irgendjemanden mit einer Engine auf Richtigkeit überprüft zu werden, und auf Schachservern im Internet trifft man im Chat immer wieder auf die Aussage „Mein Rybka/Fritz sagt X steht schlecht.“ Wird es etwas schwieriger, führt der Weg des geringsten Widerstandes unweigerlich zum „Kiebitz zuschalten“-Knopf. Der Computer gibt eine brauchbare, für viele unantastbare Stellungsbewertung und damit ist die Sache abgehakt. Natürlich ist es schön, immer eine Antwort zu erhalten – doch was bringt uns die Maschineneinschätzung wirklich? Da nicht mehr nötig, reduzieren wir das eigene Denken, aber genau das bringt uns beim Lernen nach vorne. Die Stellungsbeurteilung des Rechners basiert auf völlig anderen Grundlagen als die menschliche. Z. B. lernen wir mit dem König bei Bedrohung in die Ecke zu gehen. Der Computer würde aber ohne zu zögern (wobei ihm dieses Wort bereits fremd ist) genauso den Marsch in die Brettmitte in Betracht ziehen. Sehr vieles im Schach ist eben berechenbar – doch nicht für den lernenden Schachspieler unter DWZ 2000. Er muss das menschliche, praktische Schach verstehen und dazu gehören auch unabdingbar Emotionen!

Die Datenbanken

Zu meinen ersten Turnieren reiste ich mit drei Informatoren - Bücher mit telefonbuchartigen Auflistungen von Schachpartien. Dreimal 700 Partien entsprechen mit gut 2 kg dem Gewicht eines heutigen Laptops. Allerdings gewährt die moderne Technik innerhalb von Sekunden Zugriff auf 4 Millionen Partien. Datenbanken bieten eine erhebliche Erleichterung bei der Spielervorbereitung und eine gute Ergänzung eröffnungstheoretischer Arbeit. Zu nahezu jeder Stellung lassen sich Partievorläufer finden.

DVDs/CDs

Deutlich seltener als auf dem Buchsektor sind hier gute Produkte anzutreffen.

Die schnelle und damit kostengünstige Produktion lässt die glänzenden Scheiben aber wie Pilze aus dem Boden sprießen. Mit einer Spielzeit von einigen Stunden können DVDs im Allgemeinen nur einen Überblick verschaffen – sie ersetzen niemals ein Buch! Zuweilen liefern sie aber eine gute Portion medialer Unterhaltung: Also Chipstüte auf und Fernseher an!

Beeindruckend fand ich jedoch die auf Anfänger abzielende Serie Fritz&Fertig, die Kinder auf spielende Weise an die Materie heranführt.


Bisher erschienen:

Effektives Schachtraining (1)

Effektives Schachtraining (2)  Schach in der Theorie

Effektives Schachtraining (3) - Schach in der Praxis

Effektives Schachtraining (5) - Schach im Internet und Schachtrainer

Sonntag, 13 Februar 2011 21:00

Kein Interesse an Deutschlands TOP10?

Hollands Schachspieler werden zuweilen auf offener Straße von Fans erkannt, in Deutschland ist das undenkbar. Dabei unterscheidet sich die historische Entwicklung nicht wesentlich. Beide Länder konnten in der Vorkriegszeit einen Weltmeister und in den 70er/80er Jahren mit Jan Timman und Robert Hübner einen Spieler in der absoluten Weltklasse aufweisen.
Die Gründe sind sicher vielschichtig. Wesentlich scheinen mir jedoch die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und die Spielmöglichkeit der Topspieler bei Turnieren im eigenen Land. In Deutschland gibt es kaum noch eine Personifizierung, es zählt für viele nur die nackte Elozahl. Dass dies kaum ein zukunftsweisender Weg ist, zeigt sich z. B.  an dem immer weiter nachlassenden Interesse an der Bundesliga und der mangelnden Identifizierung mit der Nationalmannschaft. Dabei hätten wir derzeit eine Truppe, die im internationalen Vergleich gar nicht so schlecht dastehen könnte, wäre da nicht der immer noch schwelende Konflikt zwischen Funktionären und Spitzenspielern.

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Gemäß Dr. Weyer dem potentiell kommenden Präsidenten soll dieser nun Ende Februar beigelegt werden, doch die angeregte Diskussion in unserem Bericht „Stell dir vor, es ist Deutsche und niemand geht hin!“ deutet auf viele Probleme im deutschen Schach hin. Unter anderem stellte ein Leser in den Raum: „ein Rundenturnier mit den Top-10 der deutschen Elo-Liste würde keine Maus hinter dem Ofen hervorlocken“.
Stimmt das wirklich? Weit mehr als 95% aller Schachspieler sind nicht in der Lage, einen Qualitätsunterschied zwischen Anand-Kramnik und Hübner-Naiditsch  oder Meier-Gustafsson festzustellen.
Sind unsere Probleme hausgemacht und verkaufen wir unsere Spitzenspieler nicht ausreichend? Fehlt nur ein Marketingkonzept oder ist das deutsche Topschach wirklich nichts wert? Einen Rückhalt in der breiten Masse findet es zumindest kaum. Meine Erfahrungen zeigen mir, dass viele Schachspieler die Namen unserer Nationalspieler nicht einmal kennen, was wohl in den wenigsten Sportarten der Fall sein dürfte. Schachspielen wird in Deutschland großgeschrieben, Schachbildung hingegen leider nicht.

Kurzumfrage

Das Ergebnis unserer Kurzumfrage fiel eindeutig aus: Rund 75% der User stimmten für einenen anderen als den bisherigen Austragungsmodus. 60% der Teilnehmer wollten sogar ein Turnier der besten Deutschen sehen. Der Prophet im eigenen Land ist vielleicht doch etwas wert!

Verwandte Artikel:

Stimmte mich vor einigen Tagen das Interview des potentiellen neuen Präsidenten Dr. Weyer optimistisch, trübt der heutige Tag die Stimmungslage erheblich. Auf der Website des Deutschen Schachbundes wurde das Teilnehmerfeld der nächsten deutschen Meisterschaft in Bonn veröffentlicht: Die Setzliste folgt der unrühmlichen des Vorjahres. Konnte man damals von den TOP 100 neun Spieler für „das gute Open ohne ausländische Beteiligung“ gewinnen, sah es diesmal anscheinend noch düsterer aus. So dunkel, dass Bundestrainer Uwe Bönsch vor einer Woche noch kurzerhand drei Freiplätze dem letztjährigen „Feindeslager“ A-Kader anbot. Doch auch dies kann die Veranstaltung nicht retten. Bei sehr knapper Bedenkzeit war die Sache Einigen zu kurzfristig, für Andere die Gegnerschaft einfach keine sportliche Herausforderung. Letztendlich fanden sich mit Gustafsson, Fridman und Buhmann noch drei Spieler. Wohl einzig aus materiellen Gründen, denn es würde sehr überraschen, sollte ein anderer Spieler für das (weder zu einer amateur- noch zu einer Profimeisterschaft passende) Preisgeld bei gut 100 Elopunkten Differenz infrage kommen.
Andere Spieler über Elo 2500 sucht man vergebens, erwartet der Schachbund doch, dass diese sich über eine Landesmeisterschaft (Turniere mit ca. 200 Punkte schwächerem Schnitt) qualifizieren. Somit haben arrivierte Großmeister wie Hübner, Jussupow etc. noch nicht einmal die Möglichkeit an dieser Meisterschaft teilzunehmen.

Da der Schachbund großen Wert auf eine Teilnahme der Vertreter der Landesverbände legt, empfehle ich, die Veranstaltung in den Ramada-Cup, die Deutsche Amateurmeisterschaft, zu integrieren, was zudem den strapazierten Etat erheblich entlasten könnte…

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Die Besetzung anderer Deutscher Meisterschaften, ob Blitz- oder Schnellschach, sieht keineswegs besser aus. Die letzten hochkarätigen Veranstaltungen findet man im letzten Jahrtausend: Bremen 1998 mit 24 der TOP 25 und auch Altenkirchen 1999 waren durchaus noch brauchbar besetzt, danach wurde es immer dünner.

Auch die Einigung mit der deutschen Nationalmannschaft ist möglicherweise noch nicht unter Dach und Fach. Ein desillusionierter Georg Meier, für den Deutschland keine vernünftigen Turniere zu bieten hat, geht nun zunächst für zwei Monate nach Uruguay (ohne Schach) und anschließend ist ein Studium in Amerika im Gespräch. Damit wäre er das zweite deutsche Großtalent (nach Leonid Kritz) mit Elo 2600+, auf das das deutsche Schach verzichten muss.

Lieber Herr Weyer, ändern Sie schnellstens etwas an der Schieflage, sonst muss ich meine voreilig abgegebene Stimme zurücknehmen.

Verwandte Artikel:

Kein Interesse an Deutschlands TOP10?, Jörg Hickl, 13.02.2011

Stell dir vor, es ist Deutsche und niemand geht hin! Ilja Schneder, 10.02.2011

 


Dem Thema „schlechter Läufer“ wird in der Schachtheorie oftmals nur ein untergeordneter Stellenwert eingeräumt. Dabei kommt es in den meisten Partien zum Tragen - bereits nach Zügen wie z. B. 1. e4 e5 sind die Grundlagen geschaffen. Ganze Eröffnungssysteme drehen sich darum, unter Anderem „Die Französische Verteidigung“ oder die gespiegelte Zentrumsformation, „Der Königsinder“.
Auch Aaron Nimzowitsch beschäftigte sich in seinem 1926 erschienenen Klassiker „Mein System“, in dem zum ersten Mal die Grundlagen des modernen Positionsschachs zusammengefasst wurden, nur unzureichend damit. Fünf Jahre später produzierte er aber ein Paradebeispiel:

henne1

Schwarz am Zug, Stellung nach 51. Ke3-e2

Der schwarze Springer dominiert klar, doch ist die Sache nicht trivial. Nimzowitsch zog einige Züge hin und her, bevor ihm der richtige Plan bewusst wurde.

Analysearbeit und Planfindung sind gefragt!

Zur Lösung

Die Partie Henneberger-Nimzowitsch, gespielt auf der Schweizerischen Einzelmeisterschaft 1931 liegt nun 80 Jahre zeigt und zeigt die komplette Schlechtigkeit des schlechten Läufers ebenso eindrucksvoll wie der Jarchov-Läufer:

hannejarhalb

Fragment aus einer Simultanpartie Jarchov-Hickl, Mallorca 2001, Weiß am Zug

Es ist verständlich, dass Weiß den ausgeschlossenen (per Definition nur etwas schlechten) Läufer a2 wieder am Spiel teilhaben lassen wollte, doch 1. b3 war der falsche Weg (1. c3). Nach 1. – c3 war dieser für immer eingekerkert. Immerhin führte dies zu einer Erwähnung in einem Schachlehrbuch („Die Macht der Bauern“)

Spielen, spielen, spielen

Ohne Spielen geht es nicht! Den analytischen Trockenübungen muss der Sprung ins Wasser folgen. Erst die turniermäßige Anwendung und die damit verbundene Bewertung in unserem Punkte(DWZ)-System zeigt die wahre Spielstärke. Eine rege Turnierteilnahme kann sogar größere Wissenslücken kompensieren. Einmal traf ich auf einen Schüler mit DWZ 1800, der Schwierigkeiten beim Mattsetzen mit dem Turm aufwies.

Bei der Turnierauswahl würde ich auf doppelrundige Veranstaltungen verzichten. Sie sind körperlich zu anstrengend und für den wichtigsten Teil der Schachpartie, der Analyse (mit dem Gegner), bleibt keine Zeit. Es ist unabdingbar, das in der Partie Erfahrene zu verarbeiten. Auch wenn diese Turnierform gerade in Deutschland im Trend liegt, da wenige Urlaubstage benötigt werden, ist für den Lernenden eine längere Veranstaltung zwei kurzen Turnieren mit Doppelrunden vorzuziehen.

Auch ein Schnellturnier von Zeit zu Zeit kann dem Erhalt der Spielstärke förderlich sein. Blitzpartien machen Spaß, bringen schachlich jedoch kaum weiter.

Partievorbereitung

Nehmen Sie davon Abstand, sich unmittelbar vor der Partie noch mit Varianten herumzuschlagen. Die Vorbereitung sollte vor Turnierbeginn, spätestens jedoch am Vorabend abgeschlossen sein. Eine Schachpartie ist zu anstrengend, um noch Energie für andere Dinge aufzuwenden. In diesem Zusammenhang muss auch vorn Sport oder Saunagängen abgeraten werden. Zwar fühlt man sich danach locker und entspannt, doch gerade dies ist bei einem Wttkampf fehl am Platz. Die besten Ergebnisse sind in ausgeruhtem Zustand zu erzielen - idealerweise vom Bett ans Brett! Nun gut, etwas essen sollte man vorher schon noch. Doch gerade das Thema Verpflegung bei Schachspielern ist umstritten. Fachkundige Aussagen sind mir keine bekannt. Immer wieder hört man Sprüche wie „voller Bauch studiert nicht gerne“. Doch ich habe mit stark kohlenhydrathaltiger Nahrung, relativ kurz vor Partiebeginn beste Erfahrungen gemacht. Eine Schachpartie wird zumeist in der dritten und vierten Stunde entschieden wenn die Zeit knapper wird, die Konzentration nachlässt und die Fehlerquote erheblich ansteigt. Hier muss man fit sein!


In den nächsten Ausgaben beschäftigen wir uns unter anderem mit

  1. Elektronische Hilfsmittel: Von Datenbanken über DVDs bis hin zu Fritz, Rybka & Co..
  2. Schach im Internet.
  3. Wo erhalte ich fachkundige Unterstützung?

Bisher erschienen:

Effektives Schachtraining (1)

Effektives Schachtraining (2)  Schach in der Theorie

Effektives Schachtraining (4) - Tipps für eine höhere DWZ

Effektives Schachtraining (5) - Schach im Internet und Schachtrainer

Vor einigen Wochen wurde deutlich, dass Professor von Weizsäcker für eine weitere Amtsperiode als Präsident des Deutschen Schachbundes nicht mehr zur Verfügung steht. Als Nachfolger wird der derzeit einige Kandidat, Dr. Hans-Jürgen Weyer, gehandelt. Am 02.02. stand er Deep Chess für ein Interview zur Verfügung.
Von großem Interesse war dabei seine Stellungnahme zum Thema Nationalmannschaft, das in der zweiten Jahreshälfte 2010 zu erheblichen Spannungen zwischen Spitzenspielern und DSB geführt hatte. Weyer stellt für den nächsten Termin Ense Februar in Aussicht, unseren Spielern erheblich entgegenzukommen, explizit auch bei den Honoraren.
Ein schöner Zug, doch musste wirklich erst soviel Porzellan zerschlagen werden, bevor es zu einer Einigung kommen kann? Allerdings begeistert mich die Aussicht auf eine dem deutschen Schach würdige Vertretung auf internationaler Ebene und die damit verbundene Perspektive.

Herr Dr. Weyer,  wir nehmen das Interview als Maßstab für die kommende Amtsperiode. Unsere Stimme haben Sie!

Hier das komplette Interview, bereitgestellt von Deep Chess (http://www.deep-chess.de/?p=1145)
Zitat: (Deep Chess)"
Der DSB- Vizepräsident und mögliche Nachfolger von Robert von Weizsäcker, Dr. Hans-Jürgen Weyer, stellt sich diversen Fragen des DC!!!-Media Teams. Erfahren sie etwas über die neue Struktur des DSBs, über den Verhandlungsstand in Sachen Nationalteam sowie zum Thema “Schach als Breitensport”. Eine klare Antwort gibt es auch zur Förderung von Schachprofis sowie zur Förderungen von Jugendlichen und Talenten.
Die Aufnahme wurde am 02.02.2011 in Düsseldorf aufgezeichnet. Das Video wurde in HD-Technik angefertigt."

Vor einigen Wochen stellte Marc Lang einen Europarekord im Blindsimultanschach auf. Nach knapp 24(!) Stunden waren  25,5 von 35 Punkten erreicht. Angeregt durch die Resonanz zu dieser Veranstaltung bewegte ich Robert Hübner zu einem Blindsimultan an 6 Brettern ablässlich der 1. Schachwoche Sonnenalp. Der Kölner Großmeister, Deutschlands bedeutendster Schachspieler des 20. Jahrhunderts, beeindruckte zuvor durch großartige Ergebnisse im Blindschach. So bezwang er 1997 eine Auswahl der Kölner Schachfreunde mit 5,5:0,5 und zwei Jahre später die erste Mannschaft des Zweitbundesligisten SF Kreuzberg, die einen Eloschnitt von 2300 aufwies, mit 5,5 zu 2,5.

gruppe2

Der Eloschnitt derTeilnehmer war mit knapp 1600 deutlich niedriger. Doch trotzdem nahm Hübner seine Aufgabe keineswegs leicht. Ihm bei der Arbeit zuzuschauen, war ein besonderes Erlebnis. Er wirkte nicht schwächer als am Brett. Die gewaltige geistige Präsenz war zu jeder Zeit spürbar und manifestierte sich in einem 6:0 nach knapp dreieinhalb Stunden Spielzeit. Eine Leistung, die seiner Meinung nach trainierbar ist, ich mir aber in dieser Form nicht unbedingt zutraue....

Dienstag, 01 Februar 2011 14:21

Fernschach und Schach per Mail

Neben unserem traditionellen Schach am Brett bieten sich diverse Möglichkeiten mit (imaginären) Gegnern, die man möglicherweise niemals zu Gesicht bekommt, den Kampf aufzunehmen. Am bekanntesten sind das Spielen auf Servern und Fern- sowie seit einigen Jahren auch das e-Mailschach.

Dabei kämpft in unserer modernen Computerzeit  das Fernschach ums Überleben. So hat sich die Mitgliederzahl des Deutschen Fernschachbundes in den letzten Jahren weit mehr als halbiert, auch wenn sich die Sportart massiv gewandelt hat. Spielte man vor 30 Jahren noch mit Postkarten wurde die Ausführung mit Aufkommen der Fernschachserver massiv vereinfacht - hohe Portokosten gehören der Vergangenheit an. Allerdings ist es noch weniger Mann gegen Mann als früher. Statt gegen möglicherweise viele Schachcomputer  eines Unbekannten anzutreten, ziehen es heute Viele wohl vor, das eigene Programm anzuwerfen oder auch auf einen der vielen (Live-) Schachserver auszuweichen. Mit dem Aufkommen neuer Medien entstand 2004 allerdings mit dem DESC (Deutscher E-Mail Schachclub, www.desc-online.de) eine Gruppierung, die Schach via e-Mail spielt. Die Mitgliederliste weist 411 Personen aus – wohl auch mit fallender Tendenz.

Umso mehr überraschte mich der Vorstoß des Spieleportals mailgames24.de. Hier findet Schach Platz zwischen 4 gewinnt, Flip-o-thello, Battleorcs Arena und Gomoku. Alle Spiele werden per Mail ausgetragen.

Das Innovative ist anscheinend Folgendes:
Normalerweise befindet sich bei Mailschach-Spielen in den Zug-E-Mails nur ein Link auf eine Website, auf den man klicken muss. Daraufhin öffnet sich die Website und dort wird der Zug ausgeführt. Bei anderen Mailservern muss ein Client-Programm installiert werden, welches die Schach-Mails abholt und verwaltet.
Bei mailgames24 dagegen entfällt der Client und für die Züge muss keine Website besucht werden:
Man sieht das Spielbrett schon in der E-Mail, und antwortet einfach mit einem Zug, z.B. e7e5 und schickt die Mail dann ab.
Ganz einfach und auch ideal für z.B. iPhone usw. - da für einen Zug keine Website aufgerufen werden muss, werden wenig Daten verschickt (spart Kosten und geht schnell). Und da kein Client nötig ist, können mailgames24-Spiele auf jedem System gespielt werden, das HTML-Mails empfangen, darstellen und verschicken kann (also auch Linux oder sonstige Betriebssysteme).
Weitere Informationen finden Sie auf www.mailgames24.de sowie auf den Schachwelt-Seiten des Fernschachbundes.

Mir ist jegliche Form des Fernschachs zu antiseptisch: Emotionen , Kommunikation und Analysearbeit sowie der damit verbundene schachliche Fortschritt kommen zu kurz.

Das Ergebnis unserer Kurzumfrage kam nicht überraschend: Vishy Anand geht als klarer Favorit unserer Leser in die letzten Runden. Der amtierende Weltmeister hat in Deutschland viele Anhänger. Zum einen durch seine jährliche Präsenz bei den Chess Classic zum anderen verdientermaßen durch sein gutes Spiel. Nie war er stärker! Mit 41 Jahren hat er wohl das beste Alter für die Kombination aus körperlicher Fitness und Erfahrung und mit 2816 in der aktuellen Live-Eloliste die höchste Elozahl seines Lebens.

Platz 2 geht an meinen Favoriten Aronian mit der Hälfte der Stimmen.

Den jungen Spielern wird noch nicht allzu viel zugetraut - etwas überraschend, denn die Leistung des Mitführenden Nakamura in diesem Turnier ist beeindruckend. Und mit seinem heutigen Schwarzsieg, zwei Runden vor Schluss,sollte er zum klaren Favoriten der Buchmacher werden. Ein steiler Aufstieg. Mich verwundert es wenig - habe ich doch in einer dunklen Nacht vor sieben Jahren  14:0 gegen den Amerikaner verloren (und das als Elofavorit). Doch dazu an anderer Stelle mehr....

Zwischenstand nach der 11. Runde

1. Nakamura         8 Punkte
2. Anand                 7,5
3. Aronian               7
Zum Zeitpunkt der Berichterstellung muss sich Kramnik (6,5) noch in einem schwierigen Endspiel mit Minusbauern gegen Carlsen (5,5) erwehren (gefühlter Sieg für MC, aber schwierg). Somit werden wohl beide nichts mehr mit dem Turniersieg zu tun haben (siehe Aktualisierung)

Zum Thema: Spannendes Finale in Wijk                       Zur Umfrage                Zu Tatasteelchess

Nachtrag:

Soeben ging Carlsen-Kramnik zu Ende. Ein interessantes beispiel für das endspiel guter Springer gegen schlechten Läufer (mit viel Analysebedarf in den nächsten Tagen)

Ohne die große Veranstaltung in Wijk aan Zee würde die Schachwelt wohl ohne Zweifel auf eines der bedeutendsten Open Europas blicken. Alljährlich Ende Januar findet auf Gibraltar das Tradewise Chess Festival statt, und wer nicht nach Holland eingeladen wurde, scheint hier mit zuspielen u. a.  Ivanchuk, Adams, Caruana, Vallejo Pons, Bologan, Georgiev, Nigel Short und auch Viktor Kortschnoi. Und gerade Kortschnoi,  mehrfacher Vize-Weltmeister und Urgestein des Weltschachs, sorgte in der zweiten Runde für eine Überraschung. Am 23. März wird er 80 Jahre alt, doch von Müdigkeit keine Spur. Mit Elo 2544 gehört er zur zweiten Hälfte der Spitzengrupe und wurde gegen den um mehr als 60 Jahre jüngeren italienischen Weltklassegroßmeister Fabiano Caruana (Elo 2721) nach oben gelost. Es wirkte wie eine leichte Aufgabe für ihn:

Nachdem wir von immer jünger werdenden Spitzenspielern berichten, freut es mich, auch den umgekehrten Fall präsentieren zu können.


Zu Kortschnoi:

"Ich bin Schachgroßmeister"

Ein von Frank Zeller aufgenommenes Video zeigt Viktor Kortschnoi bei der Arbeit

„Ich nehme ein Schachbrett mit ins Grab“

FAZ.net:Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 09.01.2005, Nr. 1 / Seite 15

Mittwoch, 26 Januar 2011 10:09

Spannendes Finale in Wijk

Selten war der Ausgang eines Spitzenturniers so unklar wie der des diesjährigen A-Turniers des Tatasteelchess-Events in Wijk aan Zee. Vier Runden vor Schluss kommen noch 6 Spieler für den Sieg infrage. Vier davon liegen gleichauf.

Die Tendenz der letzten Jahre  bestätigt sich: Nach mehr als 100 Jahren in denen der Weltmeister zumeist unbestritten der beste Spieler war, ist die Weltspitze eng zusammengerückt.

Der Überflieger der letzten zwei Jahre, Magnus Carlsen, scheint eine (Zwischen-) Landung eingelegt zu haben. Eine bittere Niederlage warf ihn in Wijk zunächst deutlich zurück. Nach einem glücklichen Sieg gegen l‘Ami hat er jedoch den Anschluss an die Spitzengruppe wieder gefunden. Mit 5,5 aus 9 teilt er sich mit Frankreichs Jungstar Vachier-Lagrave den 5.Platz.
An der Spitze der vier Spieler mit 6 Punkten finden wir den aktuellen Weltmeister, Viswanathan Anand,  der ebenso grundsolides Schach darbietet wie der Ex-Weltmeister Wladimir Kramnik und Lewon Aronian. Die drei haben bisher keine einzige Partie verloren. Anders der Vierte im Bunde, der sich zwischenzeitlich kurz absetzen konnte, ehe ihn eine heftige Niederlage gegen Carlsen wieder auf den Boden zurückbrachte. Amerikas Schachspieler des Jahres, Hikaru Nakamura ist für extravagantes und taktisches Schach berkannt. Nachdem er aber seine Experimente, wie z. B. 1. e4 e5 2. Dh5 einstellte, ist er ein ernstzunehmender Kandidat, der sich fest unter den TOP Ten etablieren wird.
Mein Favorit ist Aronian. Unauffällig rangiert der Blitzweltmeister seit geraumer Zeit knapp hinter den Führenden in der Weltrangliste und es würde mich nicht überraschen, wenn er es an Position 1 schaffen würde. In Wijk hat er eindeutig das leichteste Restprogramm. Mit zwei Holländern, einem angeschlagenen Schirow und Ponomariov stehen nur noch Spieler des Tabellenendes auf dem Speiseplan.

Vier spannende Runden liegen vor uns. Wagen Sie eine Prognose – unsere Umfrage steht ab sofort links oben zur Verfügung.
Mittwoch, 26 Januar 2011 10:08

Wijk in Bildern (2)

Tatasteelchess kommt in die entscheidende Phase. Im zweiten Teil seines Bilderbeitrags dokumentiert Joachim Schulzes wiederum hervorragend, die Faszination vor Ort. Hoffen wir, dass es Organisatoren des deutschen Schachgroßereignisses, dem Sparkassen Chess-Meeting in Dortmund im Juli ebenso gelingt, unseren Sport zu den Menschen zu bringen.

Der Spielort De Moorian von außen

2001a

und innen

2001b

Schach ist omnipräsent: In den Läden,

2001c

im Fernsehen,

2101

auf der Straße

2201a

2201b

und vor allem bei den Menschen

2301a

2301bzuschauer

2401

Altstar Jan Timman kommentiert

250altstar

und der Jungstar spielt - Ilya Nyzhnik

2501jungstar

Aronians Freundin Arianne Caoili

Arianne Caoili

Fotos bereitgestellt von Joachim Schulze, www.litzowhaus.de

Ressourcen richtig eingesetzt

Die für das Schacharbeiten zur Verfügung stehende Zeit ist meist sehr begrenzt und wird leider selten effektiv eingesetzt.
Zunächst gilt im Rahmen der eigenen Möglichkeiten das Ziel festzulegen und die durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche festzulegen.
Ordnen Sie sich dafür einer der folgenden Kategorien zu:

a) Ich will so bleiben wie ich bin – dann ist der restliche Artikel von untergeordnetem Interesse
b) Ich möchte Spaß haben und etwas dazu lernen (bis zu 5 Wochenstunden)
c) Für mich ist eine deutliche Steigerung der Spielstärke wichtig, zeitlich kann ich mir ein stärkeres Engagement vorstellen (bis 10 Wochenstunden)
d) Ein Titel ist mir wichtig, dafür bin ich bereit mehr als 15 Stunden pro Woche aufzuwenden.

Für die Punkte b) - d) ist ein eindeutiger Zusammenhang zwischen aufgewandter Trainingszeit und DWZ feststellbar. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Auch wenn der Kubaner José Raul Capablanca (dritter Schachweltmeister von 1921-27) behauptete, er hätte sehr wenig für Schach gearbeitet, stellte sich später heraus, dass die übermäßige Beschäftigung mit dem Spiel einen Grund für seinen Verweis von der Columbia Universität in New York darstellte. Jeder lebt in seinem Mikrokosmos mit einer eigenen Sicht der Dinge …
Die ermittelte Arbeitszeit könnte folgendermaßen aufgeteilt werden:
40% Taktik, 30% Partieanalyse, 20% allgemeines Schachwissen (Strategie, Endspiele etc.).10 % Eröffnungstheorie. Die Gebiete gehen oft fließend ineinander über. So beinhaltet jede Partieanalyse Taktik, strategische Elemente und natürlich auch Eröffnungstheorie. Zudem ist eine Anpassung an die jeweilige Spielstärke und Trainingsphase nötig. Die Auflistung zeigt jedoch deutlich die Gewichtung der einzelnen Themen. Zu Beginn des Trainings ist es zuweilen sogar zweckmäßig, den Taktikanteil auf über 70% zu erhöhen

Grundausstattung

Schach kann eine sehr kostengünstige Sportart sein. Grundvoraussetzung für die Arbeit bilden Schachbrett und Figuren. Bitte achten Sie dabei unbedingt auf Turniergröße! Zu häufig werde ich mit seltsamen Abarten bis hin zum Minitaschenschach konfrontiert unter denen die Übersichtlichkeit leidet. Ein einfacher Plastiksatz (Kosten ca. 15 €) ist vollkommen ausreichend.

Bücher und das leidige Thema Eröffnungstheorie

Um das intensive Studium der Fachliteratur kommt man nicht herum! Doch welches ist das richtige Buch? Pro Tag werden im deutschsprachigen Raum 400 Bücher publiziert mit stark steigender Tendenz. Auch der Schachmarkt bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Wünschte man sich bis spät in die 80er Jahre hinein Alternativen zu den nicht gerade beeindruckenden Werken des Sportverlages der DDR, trifft man heutzutage auf ein nahezu unüberschaubares Sortiment. Zu jeder noch so unbedeutenden Variante scheint es ein Buch zu geben! Gefühlte 90 Prozent des Marktes sind Publikationen zur Eröffnungstheorie. Dies steht in krassem Gegensatz zu meiner Ansicht, dass eröffnungstheoretisches Studium für die Gesamtperformance des Vereinsspielers eine untergeordnete Bedeutung hat und 10 Prozent der Arbeitszeit nicht überschreiten sollte! Was hilft es, etwas auswendig zu lernen ohne die Hintergründe zu verstehen? Wie hoch ist der Anteil der in der Eröffnung entschiedener Partien? Selbst wenn es mal nicht so gut läuft, gibt es doch fast immer eine zweite und dritte Chance! Die Medien werden oft durch Prominenz bestimmt. Und in der Tat ist in der Weltspitze, den Top 20, die in unterschiedlichen Turnieren immer wieder aufeinandertreffen, der Stellenwert der Eröffnung ein ganz anderer. Varianten beginnen unter Umständen erst im 20. Zug und Sizilianisch-Sweshnikow wird mit Weiß und Schwarz bis zum Exzess gespielt. Dahinter steht jedoch oftmals ein Team von Sekundanten und monatelange Arbeit. Doch das Schach der Vereinsspieler ist anders! Bei einem Rückblick auf meine letzten 20 Partien komme selbst ich nur zu einem Theorieanteil von durchschnittlich sechs bis sieben Zügen bevor schwächliches Neuland betreten wurde und der Eloschnitt der Gegner lag durchaus im Bereich von 2500.
Wer das Schach versteht kommt in der Eröffnung klar, wer die Eröffnung auswendig gelernt hat, kommt nicht zwingend mit dem Schach zurecht.
Das klingt alles so einfach, doch verstehe ich auch, die Unsicherheit, die mit empfundener unzulänglicher Vorbereitung einhergeht. Meine Empfehlung lautet deshalb: Legen Sie sich ein enges positionelles Eröffnungsspektrum zu und wechseln Sie danach unter keinen Umständen, auch wenn die Ergebnisse anfangs nicht befriedigend sind! Das Problem liegt zumeist beim Anwender und nicht in der Eröffnung. Die Spezialisierung auf Nebenvarianten hat zusätzlich den großen Vorteil, keinen Trends und theoretischen Entwicklungen folgen zu müssen. Der Nachbearbeitungsaufwand bleibt auf Jahre hinaus überschaubar.
Doch zurück zur Bücherauswahl. Zunächst sollte jedem klar werden, dass Schachbücher nicht mit einem Roman vergleichbar sind. Sie müssen verstanden und nicht nur gelesen werden. Letztendlich muss das Erlernte auch abrufbar sein, wenn eine entsprechende Stellung in einer wichtigen Partie entsteht, und das kann unter Umständen erst Jahre später der Fall sein.
Gehen wir im Idealfall von einem Zeitaufwand von vielleicht 100 Stunden für ein Buch aus, reduziert man schnell die Anzahl auf eine Handvoll. Neben Repertoirebüchern zur Eröffnungstheorie bieten sich Titel zu den Gebieten Taktik und Strategie an. Endspieltheorie kommt dann für deutlich Fortgeschrittene in Betracht. Eine genaue Empfehlung ist jedoch schwierig, da hier auf das Eloniveau des Lernenden eingegangen werden muss. Eine individuelle Beratung durch einen erfahrenen Spieler/Trainer wäre sehr hilfreich.
Taktik ist der wichtigste Bereich des Schachs, da hier der Mensch besonders anfällig ist. Was hilft es eine überlegene Strategie zu demonstrieren, wenn später wegen eines Figureneinstellers kapituliert werden muss? Allerdings ist Taktik auch das Gebiet auf dem der Vereinsspieler selbstständig und ohne großen finanziellen Aufwand erhebliche Fortschritte erzielen kann. Die permanente, intensive Auseinandersetzung mit einem Taktikbuch reicht dafür zunächst aus. Auf dem Markt gibt es viele Publikationen ähnlicher Machart mit z. B. 1000 Diagrammen/Aufgaben. Der Autor spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Fragen Sie Ihren Schachbuchhändler. Wir empfehlen Schach-Niggemann.
Strategie (vielleicht auch allgemeines Schachverständnis) stellt hohe Anforderungen an Planfindung, den Umgang mit Strukturen, Wertigkeit von Figuren, Bedeutung von Feldern etc.. Empfehlenswert ist hier Aaron Nimzowitschs Klassiker „Mein System“ - auch über 80 Jahre nach Erscheinen noch Pflichtlektüre für jeden Spieler von  1300 bis 1800 DWZ.

Partieanalyse

Die Aufarbeitung der eigenen Schöpfungen ist der wichtigste Teil des schachlichen Arbeitens. Hier spielen alle Partiesituationen eine Rolle und man hat sich unter Wettkampfdruck bereits Stunden mit den Problemen auseinandergesetzt.
Nachfolgend eine wünschenswerte, wenn auch aufwändige Vorgehensweise:
  • Zunächst ist der Gedankenaustausch mit dem Gegner direkt nach der Partie zweckmäßig. Hier erfahren Sie unterschiedliche Sichtweisen einer Stellung. Vielleicht gab es zur positionellen Herangehensweise auch alternativ eine taktische? Spielten Sie am Damenflügel, für den Gegner war aber ein Vorgehen im Zentrum der angesagte Plan?
  • Danach folgt die eigenständige Analyse (bitte ohne Schachprogrammhilfe) inklusive eines Datenbankabgleichs (falls vorhanden). Wo hörte die Eröffnungstheorie auf, was war die Neuerung?
  • Bringen Sie die Ergebnisse zu Papier und gleichen Sie diese mit einem Trainer oder Vereinskameraden ab. Steht kein Partner zur Verfügung ist die Computerengine als letzte Mittel natürlich erlaubt.

Sie müssen das Rad nicht neu erfinden; profitieren Sie von dem, was andere sich erarbeitet haben, und schauen Sie den Meistern auf die Finger! Das Studium gut kommentierter Großmeisterpartien ist eine weitere wesentliche Möglichkeit dazuzulernen. Aktualität ist dabei nicht entscheidend. Gute Dienste leistete mir ein altes Turnierbuch: Zurich International Chess Tournament, 1953 von David Bronstein (englische Originalversion, derzeit noch lieferbar, ca. 11 €, es gibt auch eine deutsche, allerdings gekürzte Ausgabe. Empfehlenswert ab ca. DWZ 1800).

Bisher erschienen:

Effektives Schachtraining (1)

Effektives Schachtraining (3) - Schach in der Praxis

Effektives Schachtraining (4) - Tipps für eine höhere DWZ

Effektives Schachtraining (5) - Schach im Internet und Schachtrainer

Während Shirow und  Grischuk sich noch in ihrem Endspiel abquälen und möglicherweise beide nicht wissen, ob es theoretisch Remis sein könnte, bringe ich hier schon einmal einen Vorläufer:
In der Bundesligasaison hatte ich genau dieselbe Aufgabe zu lösen: Nach einem missratenen Mittelspiel konnte ich mich in der Zeitnotphase befreien und landete im Endspiel Turm und Randbauer gegen Läufer, der nicht das Einzugsfeld des Bauern kontrolliert. (der andere Läufer verliert sofort). Bekannt war mir, dass es sich um eine Remisstellung handelt, sobald der Bauer die fünfte Reihe des Gegners betritt, ohne vorher den Läufer entsprechend in eine schlechte Stellung gebracht zu haben. Über den technischen Ablauf wusste ich hingegen wenig.
Glücklicherweise wurde damals mit einer Bedenkzeit von 8 Stunden gespielt und nach 6 Stunden für eine Stunde unterbrochen. In der Pause bestellte ich mir ein Schnitzel, während mein Mannschaftskollege Christopher Lutz nach Hause eilte um mit einem theoretischen Wälzer nach 30 Minuten wieder zu erscheinen. Und während ich freudig vor mich hinkaute, erhielt ich eine nette Vorlesung. Mit diesem Wissen produzierte ich eine Musterpartie zu diesem Thema:

heykenhickl
Heyken-Hickl, BL1991/92, Remis mit Bauer auf h4

Zum Nachspielen am Bildschirm:

und wie so üblich zeigt sich, dass Prognosen beim Schach sehr ungenau sind: Shirow hat gewonnen! Doch gerade deshalb lieben wir unseren Sport - es bleibt unberechendbar und die analytische Einschätzung der Computer spielt keine Rolle! Doch Shirow hatte kein Glück. Er gewann, weil sein Gegner die Verteidigung nicht kannte (bitte prüfen, vielleicht war es doch etwas anders als bei mir... - in der Kürze bleibt keine Zeit für eine ausgiebige Analyse). Ebenso wie viele Endspiele T+L-T in der Praxis gewonnen werden, obwohl sie theoretisch Remis sind. Die neue Bedenkzeitregel verschiebt dabei das Verhältnis noch deutlich zu Gunsten der Partei  mit mehr Material.

Zum Nachspielen am Bildschirm:

Die Schachwelt blickt gebannt auf das A-Turnier in Wijk aan Zee (zu Tatasteelchess) – die hochkarätig besetzten anderen Turniere werden kaum gewürdigt. Dabei wird dort sicher ebenso interessantes und weitaus weniger theorielastiges Schach geboten als in der Weltspitze.

Letztes Jahr hatte im B-Turnier Anish Giri als Zwölfter der Setzliste sein Coming-Out. Dieses Jahr scheint ihm der 15-jährige Ilya Nyzhnik in nichts nachzustehen. In der Juliausgabe unseres Magazins stellten wir ihn bereits als Newcomer vor ("Wer wird der neue Magnus Carlsen?", SW 07/2010). Nach seinem heutigen Sieg gegen den einzigen deutschen Teilnehmer, Sebastian Siebrecht, führt er das Turnier mit 5,5 aus 7 an. Nicht schlecht, bedenkt man, dass das dritte Turnier mit einem Eloschnitt von 2507 ungefähr dem Niveau der aktuellen deutschen Nationalmannschaft entspricht.
nyzhsieb

Stellung nach 16. Sd5

Warum nun das Turmopfer 16. - Da4??? Solange man nicht Shirow heißt, gelten die Grundregeln des Schachs: Play simple chess - spiele einfaches Schach! Extravaganz bringt keine Punkte. nach 16. - Dd8 17. Dxc4 Ta7 ist die Welt noch in Ordnung. Einige Züge später gab es die Quittung: Material zählt fast immer!

nyzhnikdia
Stellung nach 28. ... Ke5

Da wurde wohl etwas verwechselt. bei Shogi ist es sinnvoll die Grundreihe des Gegners zu erreichen, da die Figuren die stärkste Wirkung nach vorne erzielen. Beim Schach hingegen sollte der König, zumindest im Mittespiel, schön zu Hause bleiben

Donnerstag, 20 Januar 2011 20:09

Soeben bei Magnus Carlsen

in Wijk kam die Diagrammstellung aufs Brett. Scheinbar gewinnt Weiß mit 63. g7 Bxg7 64. Rg5+ Kh4 65. Nxg7 spielend leicht Läufer und Partie, doch Schwarz verfügt über die Pattressource Ne3+ 66. Bxe3 Rd2+ 67. Kc1 Rd1+ 68. Kb2 Rd2+ 69. Kc3 Rd3+ 70. Kc4 Rxe3 71.
Rxh5+ Kg4 und hier griff der Norweger fehl. 72. Rh2 Den Bauern kann man wahrscheinlich bequem mit 71. Th6 halten (was zu prüfen wäre) und nach Re7

 mc2

73. Nh5 Re5 74. Nf6+ Kg3 75. Rh7 Kxg2 war der Bauer weg. Es läuft nicht gut für unsere wohl ehemalige) Nummer 1.

Turm und Springer gegen Turm ist natürlich remis, aber nachdem Kasparow dies vor Jahren gegen Judith Polgar gewann, spielt es wohl jeder weiter.  Ich gehe jedoch lieber essen, als mir den Rest anzuschauen...

Und während ich den Artikel zu Ende bringe stellt lÁmi den Turm ein...

mc3

Kf3?? 94. Sh4+ Genug Weltklasseschach für heute.


Zum Nachspielen am Bildschirm:

Donnerstag, 20 Januar 2011 10:45

Wijk in Bildern

Knapp ein Drittel des Turnieres ist vorbei, es führen Weltmeister Anand und Amerikas erster Topgroßmeister seit Bobby Fischer, Hikaru Nakamura, mit jeweils 3 aus 4. Die Nummer 1 der Weltrangliste, „Fotomodell“ Magnus Carlsen, kommt nicht in die Gänge und liegt nach seiner desaströsen Niederlage gegen Hollands Jungstar Giri auf Platz 11. Joachim Schulzes Fotos zeigen eindrucksvolle Impressionen der Veranstaltung.

ZeltCarlsenbeiderAuslosung

 

Carlsen bei der Auslosung

SpielsaalNeueDekoration

 

Die neue Dekoration des Spielsaals

Carlsen-girieroeffnungsphaseamBrett

Carlsen-Giri: Eroeffnungsphase am Brett

Carlsen-girieroeffnungsphaseamdemobrett

Carlsen-Giri: Giri analysiert

ZeltSokolovbeimKommentieren

Ivan Sokolov kommentiert live

JugendsimultanimzeltvielezukuenftigeGiris

Jugendsimultan im Zelt: Viele zukuenftige Giris

StrandSpringer

Strand-Springer

GirinachderPpartiegegennakamura

Giri nach der Partie gegen Nakamura

Samstag, 15 Januar 2011 04:43

Effektives Schachtraining (1)

In den ersten Ausgaben des Magazins Schachwelt erschien mein Artikel zum Thema Schachtraining. Nun  möchte ich das Thema nun allen unseren Blogbesuchern näherbringen.und hoffe mit dem neuen Medium zu einer Diskussion anzuregen, die in den herkömmlichen Printmedien nicht erfolgen kann.

Effizientes Schachtraining (1)

Eine Entscheidung für das Turnierschach hat oft lebenslange Folgen. Man spielt nicht einfach mal so, denn unsere herausfordernde Sportart setzt erhebliche Kenntnisse voraus. Alleine die komplexen Regeln stellen für viele eine Hemmschwelle dar. Einmal mit dem Schachvirus infiziert, stellt das Spiel eine lebenslange Herausforderung dar und begleitet uns, wie kein anderer Sport, bis ins hohe Alter.
Ziel der meisten Spieler ist es, mit möglichst geringem Arbeitsaufwand ein für sie zufriedenstellendes Leistungsniveau zu erreichen. Doch der Weg ist steinig. Zu viele gut gemeinte Ratschläge der Mitspieler gehen in die unterschiedlichsten Richtungen - man ist oft auf sich gestellt.
Da auch ich nie einen klaren offiziellen Leitfaden zur Schachausbildung kennengelernt habe, möchte ich in diesem Artikel Erfahrungen aus meiner nahezu 15-jährigen Trainertätigkeit wiedergeben. Sie basieren zumeist auf einer Zusammenarbeit mit Spielern bis zu einer DWZ von 2100. Für den darüber beginnenden Leistungssport gelten unter Umständen andere Voraussetzungen auf die hier nicht näher eingegangen werden soll.

Die viel zitierte russische Schachschule

… gibt es nicht! Zumindest konnte ich trotz Nachfrage bei diversen russischen Großmeistern, nichts Bestimmtes in Erfahrung bringen. In Zeiten des Kalten Krieges wurde Schach zu einem Politikum. Die wirtschaftlich schwächere Sowjetunion sah hierin eine Möglichkeit, den Klassenfeind USA zu übertrumpfen. Entsprechend wurde das Schach finanziell gefördert. Ein Schachtrainer erhielt Anfang der 80er-Jahre ein doppeltes Ingenieursgehalt und die Aussicht auf Turniere reisen zu dürfen. Für Spieler war es natürlich nicht minder attraktiv.

Eine Ausbildung anhand eines speziellen, pädagogisch aufgebauten Trainingsplans, dem alle folgen mussten, gab es jedoch nicht. Konzentriert man eine große Anzahl Kinder an einem Stützpunkt und lässt sie permanent mit starken Trainern arbeiten, erscheint es eine logische Folge, Spitzenspieler in Masse produzieren zu können.

Die Entwicklung im kapitalistischen Westen musste zwangsweise anders verlaufen. Nahezu alle deutschen Großmeister der vergangenen Jahrzehnte sind Autodidakten. Wie viele meiner Kollegen habe auch ich niemals Schachunterricht erhalten. Mit 18 Jahren kam es zur ersten Open-Teilnahme, mit 21 Jahren folgte jedoch schnell der IM-Titel, mit 22 der des Großmeisters. Verglichen mit geltenden Maßstäben spät und nicht besonders effektiv, doch mit der entsprechenden Motivation sind erhebliche Steigerungen auch im fortgeschrittenen Alter möglich.

Heutzutage ist einiges erheblich einfacher geworden. Neben einem breiten Turnierangebot stehen dem Lernenden viele die Ausbildung unterstützende Maßnahmen zur Verfügung. Neben einer Flut an Publikationen gibt es eine Reihe elektronischer Hilfsmittel, und auch qualifizierte Trainer sind vorhanden.

Bisher erschienen:

Effektives Schachtraining (2)  Schach in der Theorie

Effektives Schachtraining (3) - Schach in der Praxis

Effektives Schachtraining (4) - Tipps für eine höhere DWZ

Effektives Schachtraining (5) - Schach im Internet und Schachtrainer

Donnerstag, 13 Januar 2011 03:31

Unser Spieler des Jahres

Nachdem Stefan Löffler zwischen den Jahren seine „Spieler des Jahres“ vorstellte, führte SCHACHWELT eine Kurzumfrage zu diesem Thema durch. Dabei erhoben wir keineswegs einen repräsentativen Anspruch. Und doch lieferten die rund 100 Stimmen einige interessante Erkenntnisse.

Hier das Ergebnis:
Klare Nummer 1 unserer Leser, wie sollte es nach dem Medienrummel auch anders sein, ist Magnus Carlsen. Fast jeden Vierten konnte der junge Norweger begeistern.

Auf Platz 2 finden wir den amtierenden Weltmeister Viswanathan Anand (16%). Der ruhig und zurückhaltend wirkende Inder verteidigte im Mai seinen Weltmeistertitel (SW war live dabei). Seinem Gegner, Wesselin Topalow (5%), bekannt für ein gewisses Hau-Ruck-Schach, haftet wohl noch immer die Toilettenaffäre des Jahres 2006 und die damit verbundene negative Presse in Deutschland (siehe Chessbase.de) an.

Aus deutscher Sicht sehr erfreulich der dritte Platz** Georg Meiers (14%), dem (ehemaligen?) zweiten Brett der Nationalmannschaft, der eine klare Position gegenüber dem Schachbund vertritt und breite Rückendeckung in der Schachbevölkerung erhält.
Ganz anders dagegen Arkadij Naiditsch (1%) - anscheinend hat sich Deutschlands Nummer 1 mit seinem offenen Brief zur unangenehmen Honorardiskussion die letzten Sympathien verscherzt. Ebenfalls nur eine Stimme bekam, für mich etwas überraschend, Wladimir Kramnik – ruhige Typen verschwinden anscheinend schnell aus dem Fokus der Medien.
Ansonsten finden wir diverse russische Namen in einem breiten Feld unter ferner liefen. Jungstar Anish Giri hatte ebenso wenig zu melden wie Stefan Löfflers Favorit Jan Nepomnjaschtschi, Neppi. Für mich ein Indiz, dass die breite Masse der Schachspieler nur an der absoluten (auch deutschen)  Spitze interessiert ist.

**Bedauerlicherweise müssen wir Georg Meier 10 Stimmen abziehen: Die Umfrage wurde durch denselben User manipuliert, der kontinuierlich unsere Blogbeiträge abwertet. Vielleicht hat ein Leser eine Idee, wie man sich solcher Personen erwehren kann. Zuschriften an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erwünscht.