Jörg Hickl

Jörg Hickl

Großmeister, Schachtrainer, Schachreisen- und -seminarveranstalter.
Weitere Informationen im Trainingsbereich dieser Website
oder unter Schachreisen
Samstag, 26 November 2011 19:48

Weltrekordversuch im Blindschach

Samstagabend, 20.15 Uhr, nach gut neun Stunden Spielzeit steht es 5:0 für Marc Lang. 41 Bretter und eine lange, sehr lange Nacht liegen vor ihm auf dem Weg zum Blindschachweltrekord. Die medienträchtige Veranstaltung wird flankiert von verschiedenen Veranstaltungen vom Simultan mit Vlastimil Hort über ein 24-Stundenblitzturnier bis hin zu einem sog. „Amateur gegen Meister“ -Turnier mit Nationalspieler Jan Gustafsson. Die Unterstützung durch unterschiedliche Sponsoren führt zu einer professionellen Aufbereitung, die auch ein Fernsehteam des SWR anlocken konnte.

Schneller, höher, weiter

IMG 4644Vor einem Jahr erreichte Lang den Europarekord mit 35 Brettern und schien dies im Vorübergehen erledigt zu haben, denn die nächste Steigerung fiel mit weiteren 11 Brettern deutlich aus. Es gilt den nicht bestätigten Weltrekord des Argentiniers Miguel Najdorf aus den 40er Jahren zu übertreffen. Doch ist es gar nicht einfach die beiden Veranstaltungen zu vergleichen. Möglicherweise hatte Najdorf, in den 50er Jahren einer der weltstärksten Großmeister, Zugriff auf die Partienotationen und natürlich gab es zur damaligen Zeit weder eine Elo- noch eine DWZ-Zahl, die über die Spielstärke der Gegnerschaft Auskunft geben könnte.

Jeder, der ein Simultan sehenden Auges gegeben hat, kennt jedoch die Schwierigkeiten. Bei rund 45 Gegnern muss man mit mehr als sieben Stunden Spielzeit rechnen, es kommt zu zwischenzeitlichen konditionellen Problemen, „Totphasen“, in denen der Simultangeber höchst anfällig ist, und mit zunehmender Spieldauer verlieren die Gegner oftmals die Lust. Partiefragmente bleiben zudem über Jahre hinweg hartnäckig im Gedächtnis haften.

IMG 4669Beim Blindschach treten diese Probleme in ähnlicher Form auf. Zwar wird der Bewegungsapparat nicht besonders beansprucht, doch die immense Dauer stellt riesige konditionelle Anforderungen an den Simultangeber und in gewisser Weise noch größere an die Teilnehmer. Mit einer normalen Schachpartie hat dies nicht mehr viel zu tun. Wer hat schon das Durchhaltevermögen, 24 Stunden am Brett zu bleiben? Sollten die Spieler die Partien ähnlich lang schleppen wie bei „normalen“ Simultanveranstaltungen kann im Extremfall mit einer längeren Veranstaltungsdauer gerechnet werden.

Was mich immer von Blindsimultanvorstellungen abhielt. war jedoch die unheimliche geistige Belastung. Miguel Najdorf wird z. B. nachgesagt, er wäre nach seiner Veranstaltung zwei Tage durch Buenos Aires gelaufen und hätte weder gewusst, wo er wohnt noch wie er heißt….

Drücken wir Marc die Daumen und hoffen, dass die Sache gut über die Bühne geht.

Aktuelle Informationen gibt es auf der gut gemachten Website.

Nachfolgend eine erste Kostprobe:


Update Sonntagmorgen, 06.59 Uhr

Marc Lang gewinnt 34,5:11,5.
Herzlichen Glückwunsch zu dieser unglaublichen Leistungen und zum neuen, erstmals auch offiziell bestätigten Weltrekord!

IMG 4601IMG 4688

IMG 4607

Groß war die Enttäuschung als Anfang August der lang erwartete Fischer Films "Zug um Zug in den Wahnsinn" kurzfristig abgesetzt wurde.. Wohl auch aufgrund überraschend vieler Anfragen hat ARTE ihn nun wieder ins Programm aufgenommen:

Am Dienstag, dem 6. Dezember um 22.00 Uhr, ist Showtime. Bis 12.Dezember ist die Sendung noch online:

http://videos.arte.tv/de/videos/zug_um_zug_in_den_wahnsinn-4296374.html

Zug um Zug in den Wahnsinn - Die Legende Bobby Fischer
Dokumentation von Liz  Garbus, USA, 2010
Der wohl begnadetste Schachspieler des 20. Jahrhunderts war der Amerikaner Robert James "Bobby" Fischer. Bereits mit 15 Jahren US-Schachmeister, startet er mit 29 Jahren den Angriff auf den Thron des Weltmeisters und tritt im "Match des Jahrhunderts" gegen den Sowjetrussen Boris Spasski an. Und da Schach ein klassisches Strategie- und Kriegsspiel ist, wird diese Partie in Zeiten des Kalten Krieges zum Kampf der Systeme stilisiert, den der unberechenbare Exzentriker "Bobby" Fischer gewinnt. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte dieses Matchs und porträtiert das "Schachgenie" Fischer.

Nähere Informationen finden Sie unter http://www.arte.tv/ Rubrik Programm.

 

Deutschland ist Mannschaftseuropameister – das stolze Ergebnis einer wunderbaren Teamleistung! Sollte man meinen…. Anscheinend bleibt „das Team“ jedoch auf die Spieler und ihren Sekundanten Rustam Kasimdschanow beschränkt, der Schachbund außen vor.

Wusste man im Vorfeld bereits, dass die Mannschaft um Deutschlands Spitzenbrett, Arkadij Naiditsch und Bundestrainer Uwe Bönsch nicht miteinander klarkommem, geht der Kampf nun in eine neue Runde.

„Natürlich hoffe ich, dass wir mit dem Titelgewinn etwas Positives bewirken können für das deutsche Schach“, sagt Naiditsch, „aber das liegt jetzt am Verband. Und da bin ich sehr skeptisch. Ich glaube sogar, dass sich die meisten Präsidiumsmitglieder gar nicht über unseren Sieg freuen. Gratuliert hat mir auch niemand.“…

seminar-Banner-anz300… „Er (Bundestrainer Uwe Bönsch) hat eine Festanstellung beim Deutschen Schach-Bund und kassiert rund 50.000 Euro im Jahr. Er glaubt jedoch, er fahre nicht zu einer EM, sondern in die Ferien“,

Soweit Naiditschs markige Worte, zu lesen in Thomas Lelgemanns Artikel „Seltsame Züge“ auf www.DerWesten.de

Zurückhaltende Unterstützung erhält er von Mannschaftskollegen Daniel Fridman:
„Er
(Bundestrainer Uwe Bönsch) kümmert sich um die Unterbringung im Hotel oder sorgt dafür, dass wir immer genügend Getränke haben.“

Für mich völlig unverständlich ist hierbei die Vorgehensweise des Schachbundes, der trotz der nahezu militanten Vorgeschichte, die in Naiditschs Brandbrief auf Chessvibes.com ihren Höhepunkt fand, an seinem Bundestrainer festhielt und alle zusammen zur EM nach Griechenland schickte.

Uwe Boensch 2008 DresdenDie neuerliche Eskalation lässt vieles erwarten. Bisher war Schach wohl eine der großen sportlichen Ausnahmen, bei denen der Trainer wichtiger als das Team zu sein schien.

Möglicherweise hat die neu erstarkte Mannschaft mit der Goldmedaille nun genug Rückenwind, um sich gegenüber den Funktionären stärker zu positionieren.

Eins sollte jedoch allen Beteiligten klar sein: Für eine Ersatzmannschaft und einen 64. Platz auf einem Mannschaftswettbewerb hat niemand mehr Verständnis.

 

Uwe Bönsch 2008, Foto: GFHund

„Tor, Tor, Tor, Tor! Halten sie mich für verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt – ich glaube, auch Fußballlaien sollten ein Herz haben.“ Herbert Zimmermann, Kommentator der Fußball-WM 1954

Auch die Schachwelt steht Kopf. Zwar war es keine WM, sondern die Mannschaftseuropameisterschaft, doch mit Ihrem Sieg in der Letztrundenbegegnung gegen den Favoriten Armenien, erzielte das deutsche Team um Frontmann Arkadij Naiditsch einen der wohl bedeutendsten Erfolge der deutschen Schachgeschichte.

Herzlichen Glückwunsch

Tabellen und Ergebnisse auf euro2011.Chessdome.com

 

Die Werbemaschine ist angelaufen. Seit Wochen wandert eine Mail durch die Netze, Flyer finden sich auf Schachturnieren und auch uns erreichte die Nachricht: ACO, Amateur Chess Organisation, gemäß eigenem Bekunden „die neue Weltschachorganisation für Amateurschachspieler“, betritt die Bühne.

Auf einer ansprechend gemachten Website, www.amateurchess.com, findet man einige weitere Informationen. Ziel sei es, die von der FIDE bisher nicht ausreichend vertretenen Spieler unter Elo 2400 zu bedienen, und man „werde alles tun, damit Schach, Freude und Spaß wieder in einem Boot sitzen.“ Wie das genau aussehen soll, wird nicht genauer beschrieben.

Geleitet wird die in der Slowakei ansässige Organisation von Lothar Hirneise, Vater des in der deutschen Schachszene gut bekannten Internationalen Meisters Tobias Hirneise (Elo knapp 2450), zusammen mit GM Falko Bindrich auch Geschäftsführer der ACO.

Was bietet die ACO?

Zu Beginn wartet man gleich mit einer ACO-Weltmeisterschaft auf, die im klimatisch unfreundlichen Juli 2012 in Dubai im feudalen 5*-Hotel Jebel Ali über die Bühne geht. Für die Siegerehrung lockt der Ballsaal des Burj al Arab. Hier werden Titel in 7 Ratingklassen vergeben. Drei Anmeldungen pro Land und Gruppe sind möglich, wobei keine Qualifikation nötig ist. Wer zuerst kommt, mahlt (zahlt?) zuerst. Warum wir eine solche Weltmeisterschaft brauchen, bzw. welchen Sinn Weltmeistertitel in Ratingklassen machen, erschließt sich mir nicht. In der untersten Klasse 0-1200 bin ich dann WM der fortgeschrittenen Schachanfänger?!

Auch das zweite publizierte Turnier, die ACO Jugend Schachweltmeisterschaft wird nach ähnlichem Schema an einem attraktiven Ort (Disneyland in Paris) ausgetragen.

Für die Zukunft verspricht man ein neues Rating- und Trainingssystem, Online- und Liveschach, eine komplett neue Form der Schachligen und die Förderung des Jugendschachs.

Wie finanziert sich die ACO?

Beide Startveranstaltungen finden sowohl ohne Start- wie auch Preisgeld statt. Auf Rückfrage erhielten wir die Auskunft, dass Finanzierung/Sponsoring der ACO ausschließlich über mehrere Privatpersonen läuft.

Da ich nicht immer den philanthropischen Grundgedanken unterstelle und keine Einnahmen über Mitgliedschaften angestrebt werden, stimmt mich dieser Punkt etwas nachdenklich. Mit all den angestrebten Punkten besteht großer Personal- und Investitionsbedarf.

Es kann der Eindruck entstehen, dass eine Finanzierung über touristische Leistungen erfolgen wird. Die angebotenen 899 € für ein DZ (Einzelzimmer werden nicht angeboten) ohne Flug und Transfers dürften jedoch im Rahmen dessen liegen, was über deutsche Reiseveranstalter anfallen würde.

Brauchen wir eine solche Organisation?

Unser bestehender Weltschachverband FIDE sieht naturgemäß seine Aufgabe im Spitzenschach und verfolgt diese keineswegs zur Zufriedenheit aller.

Doch sehe ich auch keinen Bedarf an einer anderen weltweiten Vereinigung, die meisten Schachspieler kommen ohnehin nie in Kontakt mit dem Weltverband. Zudem haben wir endlich die lange, dem Schach abträgliche Phase zweier Spitzenverbände und boxartigen Zuständen mit mehreren Weltmeistern überwunden.

Im Moment erweckt die ACO auf mich noch den Anschein eines privaten Veranstalters, der seine Turniere unter dem Deckmantel einer Organisation mit eigenen WM-Titeln verkaufen möchte. Der Mehrwert für die Szene ist (noch) nicht spürbar.

Auf der anderen Seite ist es ausgesprochen schwierig, sei es auch mit noch so hehren Zielen, ohne große Rückendeckung Fuß zu fassen. Bis sich eine entsprechende Reputation eingestellt hat, schaue ich mir die Sache von der Seitenlinie an.

Was halten Sie davon? Brauchen Schachamateure eine weltweite Vertretung?

Ein von der ACO zur Verfügung gestelltes Interview mit dem Präsidenten, Lothar Hirneise, finden Sie hier zum Download als PDF.

Unsere Kurzumfrage brachte ein klares Ergebnis. Mehr als dreiviertel stimmten auf die Frage "Brauchen Ammeteure eine Weltschaorganisation?" mit Nein. Andererseits wollten jedoch fast 25 % organisiert werden...

 

Freitag, 28 Oktober 2011 11:48

Schachschlappe für die SPD

coverzz2200Das Image des Schachs genießt in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Häufig findet das königliche Spiel deshalb Verwendung in der Werbung. Dass es dabei nicht immer um die Liebe zum Spiel gehen kann, zeigt oftmals bereits die mangelhafte Regelkunde. Nach Arnold Schwarzenegger wurden nun Peer Steinbrück und Altbundeskanzler Helmut Schmidt auffällig: Bei der Präsentation ihres gemeinsamen Buches „Zug um Zug“ (Hoffmann und Campe, 330S., 24.99€), setzte man nicht nur im Titel auf die Symbolkraft des Schachs.

Für das Cover engagierte der Verlag die Fotografin Ingrid von Kruse. Heraus kam ein ansprechendes Foto – doch leider mit einigen handwerklichen Schwächen. Es gehört zur schachlichen Grundausbildung, dass die rechte untere Ecke des Schachbretts weiß ist, damit man eben nicht über die Seiten des Brettes spielt. Anscheinend ging dies im Eifer des Gefechts unter, denn auch das Handgemenge am weißen Damenflügel zeugt von hoher Dynamik, die jedoch Schachspielern fremd ist – bei uns geht es immer abwechselnd: Zug um Zug.

Dabei müssten es die beiden besser wissen. Zumindest Peer Steinbrück – spielte er sogar im Jahr 2005 in Bonns Bundeskunsthalle einen Schaukampf gegen Wladimir Kramnik.

Soweit ich mich erinnere, gehörte dieses Match zu einer großen Werbekampagne, die die Deutsche Bank mit Schach verband. Auffallend war auch hier ein Schachbrett, das auf vielen Werbematerialien zu sehen war und es sogar auf die Website des Unternehmens schaffte. Raten Sie, welche Farbe die rechte untere Ecke hatte....

Passend zum Thema ist wohl auch der Artikel auf Welt-Online:
Die Guttenbergs spielen nur mit weißen Figuren

Nach Leonid Kritz ist Georg Meier bereits der zweite deutsche Spitzenspieler den das (Schach-) Studium in die USA verschlug

Dort gelang ihm nun ein ausgezeichneter dritter Platz beim jährlich von der Texas Tech University und Susan Polgar Foundation ausgetragenen SPICE-Cup in Lubbock/Texas (weitere Informationen auf Susan Polgars Blog). Für den allseits bekannten Sebastien Feller scheint die Betrugsaffäre wenig Folgen zu haben.

1. Le, Quang Liem g VIE 2717 * * 0 1 1 ½ ½ ½ ½ ½ 1 1 17 2753
2. Dominguez Perez, Leinier g CUB 2710 1 0 * * ½ ½ 1 1 ½ ½ ½ ½ 15 2716
3. Meier, Georg g GER 2648 0 ½ ½ ½ * * ½ 1 1 ½ ½ 1 15 2729
4. Robson, Ray g USA 2583 ½ ½ 0 0 ½ 0 * * 1 ½ ½ 1 11 2634
5. Feller, Sebastien g FRA 2668 ½ ½ ½ ½ 0 ½ 0 ½ * * 0 1 9 2581
6. Shulman, Yuri g USA 2608 0 0 ½ ½ ½ 0 ½ 0 1 0 * * 7 2516

Mit einer Performance von 2729 empfahl er sich wärmstens für die am kommenden Donnerstag im griechischen Porto Carras beginnende Mannschaftseuropameisterschaft. Trotz stärkster Besetzung wird unser Team jedoch kaum für Medaillenplätze infrage kommen. Mit einem Eloschnitt von 2660 reicht es nur für Platz 12 der Setzliste. Aber bei einem neunrundigen Schweizer-System-Turnier ist vieles möglich...

A.T.U - Auto Teile Unger

Freitag, 21 Oktober 2011 13:24

Schachbundesliga auf neuen Wegen

Erstmalig in der 30-jährigen Geschichte der Schachbundesliga trafen sich vergangenes Wochenende die 16 Teams zu einer zentralen Auftaktrunde. Mit fast 100 Großmeistern kam die in der Breite stärkste Großveranstaltung Deutschlands seit der Schacholympiade Dresden 2008 zustande. Und auch die Organisation konnte sich sehen lassen. Fanden vor Jahren Begegnungen noch in Pfarrheimen und ähnlichen Lokalitäten statt, bot die repräsentative RWE-Arena in Mülheim/Ruhr ideale Bedingungen für Spieler und Zuschauer.

Live is life

IMG_3861In den letzten Jahren verfolgen mehr und mehr Spieler Schachübertragungen im Internet, doch ist eine Großveranstaltung nur bedingt monitorfähig – das Flair bleibt auf der Strecke. Spieler direkt am Brett, bei der Analyse oder die präsente Anspannung in der Zeitnotphase zu erleben, vermittelt eine besondere Atmosphäre, und bei 64 parallelen Partien wurde schachlich viel Abwechslung geboten. Wem das nicht ausreichte, der konnte in diversen Bereichen der Halle selbst Hand anlegen, den einzigartigen Viktor Kortschnoi bei einer Simultanvorstellung bewundern, Bücher am riesigen Stand Schach-Niggemanns schmökern oder auch dem Live-Kommentar folgen.

Eine rundum gelungene Veranstaltung mit Programm für Jung und Alt jeder Spielstärke. Ein Aushängeschild und tolle Werbung für das Schach, die ich mir häufiger wünsche. Doch...

Viel Licht und ein Kernschatten

... was nützt auf Dauer der beste Event, wenn wir kaum Zuschauer in die Arena bringen. Rund 1.000 Werbebriefe sollen im Vorfeld an Schachvereine gegangen sein, doch haben diese die Zielgruppe (das große Publikum der Schachinteressierten unter DWZ 2000) wohl nicht erreicht. Andere Arten der Werbung fielen kaum auf, auch uns erreichte noch nicht einmal eine Infomail. Dass sich jemand den nett gemachten Flyer auf der Seite der Schachbundesliga abholt, ist eher unwahrscheinlich. So muss der Berg wohl zum Propheten kommen.

Meine Begleiter (DWZ 1500-2100) erfuhren erst kurzfristig durch mich davon, waren ausnahmslos hellauf begeistert – und kommen jederzeit wieder! Typisch war die folgende Aussage:
„6 Stunden Schach mit Rahmenprogramm ist um Längen besser als 90 Minuten Fußball für 40 €.“

Geschätzte 300-400 Zuschauer/Tag (genaue Zahlen liegen wohl nicht vor, da der Eintritt frei war und als Messgröße entfällt) verwundern daher nicht und sind einfach unbefriedigend für eine Veranstaltung, die in der Gesamtheit wohl weit über 100.000 € verschlingt.

Die weitestgehend lokale Medienpräsenz – von Fernsehen keine Spur – dient als zuverlässiger Indikator für die größte Schwäche unseres Sports – das Marketing.

Auch der angekündigte Dressingcode fand wenig Beachtung. Von Katernbergs grünweißem Schal der Verbundenheit, über diverse Glanzstücke der Freizeit und Trainingsbekleidung, bis hin zu Kleidungsstücken, die eher beim Wandern verbreitet sind. war alles anzutreffen.

zahnklschlosser2

schal2sgturmschal3

Sportlich gestaltete sich das Wochenende zudem hochinteressant und veränderte die Voraussetzungen für Olaf Steffens Tippspiel. Mühsame 4 Punkte des Topfavoriten Baden-Baden, und das ebenfalls überraschende Straucheln der Nummer 2, Werder Bremen, hievten Wattenscheid auf Platz 1. Alle Ergebnisse und weitere Informationen findet man auf den Seiten des Schachbundesliga e. V..

Update 24.10.:

Deep chess zeichnete während der Bundesligarunde ein Interview mit Almira Skriptchenko, Dameneuropameisterin und Brett 16 Werder Bremens, auf:

Donnerstag, 06 Oktober 2011 16:01

Front gegen FIDE - Gegenwind nun auch aus der ECU

Die Ankündigung des Weltschachbundes, zukünftig die Gebühren für Eloauswertung und Titelvergaben drastisch zu erhöhen, führte zu erheblicher Unruhe unter den Schachspielern weltweit. Auch in unserem Blog war die Stimmung eindeutig: Einige Leser drohten damit, an elogewerteten Turnieren nicht mehr teilzunehmen. Doch hat die Medaille zwei Seiten: Der Elohype und die Identifikation mit ihrer Zahl ging von den Spielern und nicht der FIDE aus, was bedauerlicherweise in den 80ern zum kompletten Verschwinden der ungewerteten Turniere führte. Jetzt, wo diese Leistung augenscheinlich fühlbar kostenpflichtig werden soll, formiert sich großer Widerstand. Natürlich begeistert die Aussicht auf höhere Zahlungen niemanden, vor allem, wenn diese von einem Verband eingefordert werden, dessen Reputation deutlich verbesserungswürdig ist. Die Diskussion zu den Anwandlungen des Weltschachbundes verläuft mir jedoch zu einseitig. Bei allem, ohne Zweifel berechtigten Unmut über das rabiate Vorgehen berücksichtigen wir kaum die Kostenseite. Sicher kann man über Höhe und Umfang diskutieren, den Verbänden aber das Recht absprechen zu wollen, sich ihre Angebote bezahlen zu lassen, geht mir zu weit. Bereits ein Blick auf das deutsche DWZ-System zeigt, dass es sich um einen Zuschussbetrieb handelt, der nur funktioniert, weil die Auswerter weitestgehend keine Kompensation erhalten (danke für Frank Hoppes Info). Es scheint eine Erwartungshaltung vorzuherrschen, dass alles im Schach billig sein muss und Funktionäre grundsätzlich ehrenamtlich tätig werden, oder sogar noch Geld mitbringen sollen.

Der Widerstand formiert sich

Dem offiziellen Schreiben des Niederländischen Schachverbandes folgte ein Schreiben der Spanier und nun bezieht auch Silvio Danailow, Präsident der übergeordneten Europäischen Schachunion (ECU), eindeutig Stellung. Dabei bittet er darum von unüberlegtem schnellem Handeln Abstand zu nehmen und die nicht absehbaren Konsequenzen ins Kalkül zu ziehen:

October 3th, 2011 Madrid, Spain

To: World Chess Federation  

Mr. Kirsan Ilyumzhinov  

President Executive Board 82 FIDE Congress  

Dear Mr. President,

Dear Executive Board Members,

Dear Delegates,

I am writing to you on behalf of the European chess family regarding the forthcoming FIDE Congress in Krakow. Namely, with my colleagues I analyzed the proposed changes, since they are very important for the future of chess, especially from the viewpoint of organization of chess competitions and their further development and growth in number.

In addition, I read very attentively the letters sent to the FIDE Executive Board by the Spanish Chess Federation and the Royal Dutch Chess Federation which are concerned with the proposed changes.

Furthermore, I received a certain number of e-mails and phone calls from the representatives of federations as well as from organizers, arbiters and chess players.

All the phone calls and conversations contains one core in common – a great concern for the future of chess competitions if those proposals are adopted.

With that being said, before to give any explanation, I take this opportunity to make my own proposal:

I SUGGEST: SINCE THE PROPOSALS IN QUESTION KNOWN AS "REGULATIONS ON REGISTRATION & LICENSING OF PLAYERS" AND "PROPOSAL TO CHARGE RATING FEES DIRECTLY TO ORGANIZERS" ARE NOT DISCUSSED YET, IT`S BETTER TO AVOID TO MAKE A DECISION ON THEM AT THE FORTHCOMING FIDE CONGRESS.

Namely, as the President of the continental federation, I believe that such changes need to be discussed more broadly reaching clear answers to the following questions – why have these changes been implemented and in which way the chess world will benefit from these changes?

I feel free to make a few comments on the above mentioned:

1. It is evident that, according to the new proposal for registration and the payments for the rated tournaments, the communication with FIDE shifts from the national federations straight to the tournament organizers. I am pretty sure that it brings a great danger, especially for the reason that, according to both the FIDE and the ECU Statutes, our partners are national federations.

2. Knowing the situation in many European countries, I claim that a huge number of organizers do not have knowledge enough to fulfill communication standard with FIDE regarding the rating of tournaments.

3. I am pretty sure that the annual payment of licenses, no matter the amount, would instantly decrease the number of active chess players ready to participate in the competitions even by half, and I believe that the same would happen with the tournaments if the launched proposals would be adopted.

I would like to express my concerns regarding these proposals, for they would cause a significant decrease in the number of chess competitions, or their transformation into unofficial ones – with unrated status. In addition, it might also happen that some national federations will ignore this system.

Dear Mr. President,

Dear Executive Board Members,

I really hope that the common sense will prevail like many times so far, and I believe that now you will find the solution how to avoid a great crisis and danger which might shake the chess motto idea "GENS UNA SUMUS".

Silvio Danailov

President of ECU

Mittwoch, 21 September 2011 14:42

Nominierungsroulette zur EM - Der Fall Khenkin

Gerade ein paar Tage ist es her, dass wir vom Comeback der alten Nationalmannschaft und der Hoffnung auf ein Ende der Querelen berichteten und schon verdunkelt sich der Himmel erneut. Betroffen ist diesmal der etwas undankbare fünfte Platz. Die Nominierung Rainer Buhmanns, mit Elo 2606 die Nr. 8 der deutschen Rangliste, löste bei vielen Lesern Verwunderung aus. Rangierte doch unter Anderem der amtierende Deutsche Meister, Igor Khenkin, deutlich vor ihm.

Darüber ob Ballack oder Lahm der bessere Fußballspieler ist, lässt sich trefflich streiten, im Schach hingegen gibt es eine klare Leistungseinschätzung über die Elozahl. Nur selten basieren Mannschaftsaufstellungen auf anderen Kriterien. Warum wich der Bundestrainer von dieser klaren Vorgehensweise ab? Wir machten uns auf die Suche und trafen dabei auf ratlose und enttäuschte Spieler:

Deutschlands Nummer 5 (Elo 2628), Alexander Graf:

Es ist schon 4 Jahre her, dass ich aus dem Team gestrichen wurde. Der Grund wurde mir nicht mitgeteilt. Wegen des Alters vermute ich. Seitdem hatte ich keinen Kontakt mit dem DSB.“

 

seminar-Banner-anz300Igor Khenkins Ratlosigkeit

Damit ist für Graf das Thema Nationalmannschaft wohl passé. Nicht jedoch für den amtierenden Deutschen Meister, Igor Khenkin (2624). Von ihm erreichte uns folgende Stellungnahme:

 

"Letztlich ist Uwe Bönsch natürlich der Bundestrainer und hat das Recht und die Pflicht die Mannschaftsmeldung für die EM zu machen. Aber wie Viele, frage ich mich natürlich auch, nach welchen Kriterien denn die Mannschaft aufgestellt wird ? Die ersten Vier werden wohl nach ELO-Zahl aufgestellt, der fünfte Teilnehmer aber nicht. Sowohl Alexander Graf wie auch ich haben doch eine erheblich bessere Zahl. Nicht einmal der Deutsche Meistertitel war hier ausschlaggebend, auch danach habe ich weiter sehr erfolgreich gespielt und meine ELO-Zahl weiter verbessert. Aktuell habe ich die gleiche ELO-Zahl wie Jan Gustafsson (ELO 2631).

Letztlich mag es noch neben der ELO-Zahl andere Kriterien geben, warum aber nur für den fünften und nicht für alle. Welche Kriterien sind es denn überhaupt?

Hierzu schrieb mir Uwe Bönsch nichtssagend:

"Heute wurden die Mannschaften für die Europameisterschaft nominiert. Leider muss ich dir mitteilen, dass du in der aktuellen Aufstellung nicht berücksichtigt wurdest. Verschiedene Faktoren haben bei der Wahl der Spieler eine Rolle gespielt. Am Ende fiel die Entscheidung jedoch auf Grund des Gesamtpakets."

Welche Faktoren, was für ein Gesamtpaket? - das sind leere Worthülsen. Da ich nicht weiß, warum man mich nicht berücksichtigt, fühle ich mich schlecht behandelt und bin sehr enttäuscht. Es ist eben besonders schmerzhaft, wenn man durch so einen Willkürakt - der nicht sinnvoll begründet wird – daran gehindert wird für sein Land zu spielen. Daher appelliere ich noch einmal an Uwe Bönsch und die Verantwortlichen vom DSB, mir doch irgendwie objektive Gründe für meine Nichtberücksichtigung mitzuteilen."

Igor Khenkin

Nun stellt sich die Frage, ob persönliche oder triftige interne Gründe für die Entscheidung vorliegen. Doch auch dann sollten diese zumindest den Betroffenen, unter Umständen auch der Öffentlichkeit, mitgeteilt werden und natürlich nicht in Form einer unpersönlichen e-Mail.

Khenkins Weg über unseren Blog wirkt wie das letzte Mittel und offenbart, dass die interne Kommunikation nicht funktioniert. Bei unbeteiligten Beobachtern kann schnell der Eindruck entstehen, es gäbe kein Miteinander und Funktionäre die selbstherrlich die Ohnmacht der einzelnen Spieler ausnutzen.

bannersr400anzVon einem der bestbezahlten Funktionäre des deutschen Schachs erwarte ich eine deutlich andere und intensivere Art der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Die Hauptaufgabe eines Bundestrainers liegt dabei in der Führung einer Nationalmannschaft, ihr sich gegebenenfalls unterzuordnen, eben alles für guten Teamgeist und bestmögliches Abschneiden zu tun. Schachliche Unterstützung hingegen kann er auf diesem Niveau kaum noch bieten, aber das muss er auch nicht.

Solange sich Erfolge einstellen, kann man über vieles hinwegsehen. Allerdings fällt mir auf Anhieb keine Veranstaltung innerhalb der letzten 10 Jahre ein, in der eine deutsche Mannschaft über den Setzlistenplatz hinauskam.

Es liegt vieles im Argen!

 

Donnerstag, 15 September 2011 02:41

Endlich wieder Nationalmannschaft

Es scheint wieder alles im Lot - Deutschland wird bei der Anfang November im griechischen Porto Carras stattfindenden Mannschaftseuropameisterschaft endlich wieder mit der nahezu stärksten Mannschaft antreten! Gestern nominierte Bundestrainer Uwe Bönsch die TOP 4 der Rangliste sowie Rainer Buhmann (Nr. 8):

GM Arkadij Naiditsch 2707
GM Daniel Fridman 2652
GM Georg Meier 2648
GM Jan Gustafsson 2631
GM Rainer Buhmann 2606

Dazu DSB-Präsident Herbert Bastian.

"Das Präsidium des Deutschen Schachbundes ist sehr erleichtert darüber, dass es dank der guten Vorarbeit der Kommission Leistungssport unter der Führung von Klaus Deventer gelungen ist, wieder unsere stärksten Spieler für die Nationalmannschaft zu berufen. Damit wird ein Schlussstrich unter die Querelen der Vergangenheit gezogen und der Blick gemeinsam nach vorne gerichtet"...

...Und an unsere Mitglieder in den Vereinen ist die Erwartung gerichtet, dass sie unsere Nationalspieler moralisch unterstützen, wenn diese auf der Europameisterschaft nicht zuletzt um die Wiederherstellung des guten Ansehens der Schachnation Deutschland spielen werden.

Money makes the world go round

Die finanzielle Situation konnte mithilfe eines neuen Sponsors für beide Seiten zufriedenstellend geklärt werden. Mit einer anderen Kernforderung, der Absetzung Uwe Bönschs, setzte sich das Team jedoch nicht durch.

Allerdings scheint mit dieser Konstellation neues Ungemach vorprogrammiert. Nach der über Monate heftig geführten Auseinandersetzung wird es mehr als schwierig sein, ein harmonisches Klima zwischen Mannschaft und Teamkapitän/Delegationsleiter Bönsch herzustellen.

Dienstag, 13 September 2011 17:00

Die Schachbundesliga wirft ihre Schatten voraus

Gut drei Jahrzehnte nach Einführung der einteiligen Schachbundesliga kommt es vom 14.-16. Oktober erstmalig zu einer gemeinsamen Runde aller 16 Vereine. Mit 128 Spielern, davon ca. 100 Großmeistern, unter anderem Weltmeister Anand, wird es die weltweit stärkste Veranstaltung des Oktobers. Das bedeutendste Großereignis des deutschen Schachs (neben dem kleinen Dortmunder Einladungsturnier) seit der Schacholympiade 2008 findet mit der RWE-Sporthalle in Mülheim einen repräsentativen Austragungsort. Ein breites Rahmenprogramm soll ebenfalls dazu beitragen, die Zuschauer zu begeistern. Neben einer Livekommentierung macht eine Simultanvorstellung Viktor Kortschnois die Veranstaltung zu einem Erlebnis für jeden Schachliebhaber. DETAILS

Licht und Schatten

Nicht alles läuft jedoch so, wie ich es mir wünschen würde. Der Schachbundesliga e. V. überträgt die Partien kostenlos live auf der eigenen Website und kannibalisiert somit die grandiose Veranstaltung. Anscheinend traut man es sich nicht zu, genügend Zuschauer für einen einzigartigen Schachevent begeistern zu können, denn auch der Eintritt vor Ort ist frei. Für mich völlig unverständlich – offenbar schätzen die Veranstalter den Wert der Darbietung als gering ein. Dabei erfordert die Organisation unzweifelhaft erheblichen finanziellen und personellen Einsatz. Ich kann mir kaum vorstellen, dass andere Sportarten Weltklasseveranstaltungen zum Nulltarif bieten.

Dass es möglich ist, Zuschauer zu finden, erlebte ich als Mannschaftsführer der Stuttgarter Schachfreunde und Mitorganisator einer BL-Runde in Stuttgart im Jahr 2002. Zu Gast waren mit Castrop-Rauxel und Wattenscheid nicht die attraktivsten Mannschaften, doch unser Reisepartner Baden-Baden mit Anand&Co. machte dies mehr als wett. Ohne großen Vorlauf fanden rund 500 Zuschauer den Weg zu dem leicht außerhalb liegenden Veranstaltungsort.

Was wäre mit entsprechender Bewerbung einer Spitzenveranstaltung möglich? Doch hier krankt es im Schach erheblich. Wir schaffen (bzw. versuchen) es gar nicht, die große Masse der Spieler unter 1800 zu erreichen und für Schachveranstaltungen zu begeistern. Werbung und Vermarktung scheint unnötig oder verpönt. Auch Mülheim hätte mich nicht gefunden, wenn ich es nicht gesucht hätte…

Aber egal – ich bin trotz allem dabei.

Oftmals bescheren uns Funktionäre des Weltschachverbandes FIDE Regeländerungen, die schwer nachvollziehbar sind und Volks- und Praxisnähe vermissen lassen. Doch verwundert dies wenig. Ein Blick auf die 13 Mitglieder der FIDE Regelkommission (Commission for Rules and Tournament Regulations)  erweckt nicht den Eindruck eines schachnahen, entscheidungsfähigen Teams. Eine babylonische Zusammensetzung von 13 Mitgliedern aus 13 Nationen und einem Vorsitzenden, der, zumindest im neuen Jahrtausend, keine Partie nach seinen abgesegneten Regeln gespielt hat, sprechen für sich selbst. Doch auch für die Regelkommission des Deutschen Schachbundes (sog. Technische Kommission), mit einem möglicherweise etwas höheren Schachspieleranteil, scheint der Austausch mit den aktiven Spitzenspielern, für die die meisten Regeländerungen wohl eingeführt werden, nicht dringlich zu sein.

Nicht endender Diskussionsbedarf zu Karenzzeitregelung, Verkürzung der Bedenkzeit, Verbote elektronischer Hilfsmittel etc. ist die Folge. Schach soll aber in erster Linie Spaß machen und nicht unter der Verwaltung leiden. Wie bei anderen Sportarten sind die Regeln ein unabdingbares Beiwerk, das unter keinen Umständen in den Vordergrund treten darf oder benutzt werden kann, um einzelne Spieler zu maßregeln.

Abschaffung des Remis?

Anfang Mai wiesen die Kandidatenkämpfe in Kazan, die der Ermittlung des WM-Herausforderers dienten, eine unerfreulich hohe Remisquote von fast 90% auf. Sofort rief man auch hier nach Regeländerungen. Aus meiner Sicht war einzig der unglücklich gewählte Austragungsmodus die Ursache, doch Wladimir Kramnik regte an, das Rochaderecht erst ab dem zehnten Zug zu erlauben um eröffnungstheoretische Vorbereitung, die zum Verflachen der Stellungen führen kann, zu erschweren. Auch wenn er nachträglich die Aussage zum Scherz erklärte, scheint das Thema einige Spitzenspieler zu beschäftigen. Jüngst erkannte nun auch Rustam Kasimdzhanov, wenig beachteter FIDE-Weltmeister des Jahres 2004, das Remis als Quelle allen Übels und forderte in einem offenen Brief das häufigste Ergebnis des Schachs abzuschaffen. Nur so könnte unsere Sportart attraktiv werden, Sponsoren anziehen und irgendwie auch Tennis einholen….

Viel Lärm um nichts. Das Remis als taktische Waffe bereichert Schach immens. Wer glaubt, durch Regeländerungen Schach attraktiver machen zu können, scheint mir auf dem Holzweg zu sein. Hier sind die Veranstalter gefragt, und wie die großen privaten Turniere (London, Biel, Dortmund etc.) zeigen, hat man dort das Problem im Griff. Zuletzt konnte man überall großes Kampfschach beobachten, ohne einen Gedanken an Schachregeln zu verschwenden..

Sponsoren kommen nicht aufgrund von Regeln (eine Ausnahme stellen vielleicht die Bekleidungsrichtlinien bei Beachvolleyball dar..). Bekanntheitsgrad und Image der Sportart sind bestimmende Faktoren und hier führt Schach nunmal ein Dornröschendasein, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit sind gefragt!

Hier der genaue Wortlaut Kazimdzhanovs Begehrens:

Open letter with a proposal

Dear chess friends,

I am writing this open letter, addressed both to FIDE and the entire chess playing world, due to a certain crisis, in which our noble game finds itself lately. This crisis is not only defined by a general dissatisfaction, coming from sponsors, organizers and amateurs; also among the professionals there has been some growing distress. Quite a number of traditional tournaments are no longer organized; in those still out there an ever growing number of extremely strong players is competing for the same money. At the same time voices from all around are expressing serious concern about lackluster play in some top tournaments, and notorious short draws.

To understand the reasons why our sport has never made it to the heights it deserves I find it useful to take a look at a sport very similar to ours – tennis. Both games feature the battle of two personalities, showing a whole array of technical weapons in their fight, competing in speed and precision, in patience and wisdom. Why, despite this apparent similarities, despite the fact that many more people worldwide are capable of playing chess properly, do we stand light-years behind tennis in everything that defines success in professional sport?

The reasons are numerous, no doubt, but the main problem, as I see it, is an existence of a draw as a result in chess. Short draws (and I also have made a number of those) make our game look more like an insider academic activity, rather than sport; but they can’t be avoided – the preparation of today and the inherent qualities of chess are such, that a draw, and in fact a short draw, is a most likely result in a game between strong well-prepared players. Still, in a well-organized tournament, top players, getting up to go to their hotel rooms after a ten minute draw, do not add attractiveness to chess.

Returning to tennis, the main attraction is, as I see it, the fact that every single fight produces a result; a winner and a loser at the end of the day. And there is a thrill for every spectator to see, say, Nadal and Federer, come to court, and know with certainty that one of them will triumph and the other one will lose. In short, to put it figuratively, there will be blood. And there will be great champions.

In our game, however, things are different. We also have great champions, but their greatness is sometimes limited to insiders of the game. In order to be successful outside of our little world, in order to make front pages and TV, and thereby also the finance that comes in a parcel, we need champions that appeal to a general public, even to a public far from intricacies of chess. Such was a winning streak of Novak Djokovic this year, for instance. Something that a win in a chess super tournament with 8 out of 13 simply cannot match.

And now comes my proposal. If we want success, sponsors, public and the rest of the parcel, we need to abolish those draws in classical tournaments. And not by Sofia rules – tournaments with Sofia rules produced as many draws as any other; and not by 30 move rule, where players are often just waiting for move 30. We need something entirely different. Like a tie-break in tennis. We need a result. Every single day.

And here is how it works. We play classical chess, say with a time control of four to five hours. Draw? No problem – change the colors, give us 20 minutes each and replay. Draw again? Ten minutes each, change the colors and replay. Until there is a winner of that day. And the winner wins the game and gets one point and the loser gets zero; and the game is rated accordingly, irrelevant of whether it came in a classical game, rapid or blitz.

This way the expectations of the crowd will never be deceived. There will always be a winner, there will always be blood. There will come an age of great champions, since withthis system there will be times when Vishy or Magnus will win Wijk-aan-Zee with 13 out 13; and there will be winning streaks, when some of the great champions will win 50 games in a row. We’ll make front pages.

And much more than that. It will be good for our sport. Not just sponsors and attention and prizes. It will be essentially good for our game. People will try extremely hard with white, in order to decide the issue now, and not in a black rapid game. Instead offering a draw in a slightly better ending in order to save energy and catch a movie, chess players will show their whole ability and will win these endings. As a matter of fact this will develop classical chess.

And there is so much more. Often players, playing white, feeling rough in the morning, get to the game with an attitude “I’ll just make a draw today” Imagine, what will happen to this attitude? Chess will become a true sport. We’ll wake up to win or to lose that day. We’ll come tho the board, ready to play chess. And just like when we come to see Federer play – we see his whipping forehand, his effortless slice, his hammer serve and immaculate return – same will happen in chess. Every single day we’ll see players like Aronian or Grischuk pressing with white, wriggling out of trouble with black and showing some blitz skills to an ever larger public. That is something I would like to watch and play.

Grandmaster Rustam Kasimdzhanov

Auch 2011 wird auch das Schachjahr mit den London Chess Classic würdig ausklingen. Die Veranstalter bieten erneut ein Feld der Extraklasse auf. Fünf der TOP 6 der Weltrangliste, darunter auch die drei Spieler über Elo 2800 Carlsen, Anand und Aronian, messen sich mit den englischen Größen. Mit vier von neun Spielern ist deren Anteil ansprechend hoch - die englische Schachszene wird dies sicher wohlwollend aufnehmen.

Erfreulich auch die neue Idee des neunten Spielers. Er wird an seinem spielfreien Tag als Kommentator vor Ort zur Verfügung stehen.Kombiniert mit einer der parallel laufenden Schachturniere oder auch der Simultanveranstaltung mit Viktor Kortschnoi bietet sich ein Package, das so manchen Schachfan bewegt, die englische Metropole auch im tristen Dezember heimzusuchen.

Eine gelungen Gesamtkonzeption, die vielleicht das etwas in die Jahre gekommenene Sparkassen-Chess-Meeting in Dortmund – Deutschlands einzige Spitzenveranstaltung – inspirieren könnte.

FIDE   Name                                     Land    Elo       geb.

1          Carlsen, Magnus                    NOR   2821    1990

2          Anand, Viswanathan              IND     2817    1969

3          Aronian, Levon                       ARM   2805    1982

5          Kramnik, Vladimir                   RUS    2781    1975

6          Nakamura, Hikaru                  USA    2770    1987

28        Adams, Michael                     ENG    2715    1971

51        Short, Nigel D                         ENG    2687    1965

74        McShane, Luke J                   ENG    2671    1984

149      Howell, David W L                 ENG    2625    1990

Mittwoch, 24 August 2011 17:08

Wo ist Gaddafi?

Die Frage nach dem Verbleib des Libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi beschäftigt derzeit die Welt. Schachinsider hingegen kennen die Antwort längst: Gemäß der russischen Nachrichtenagentur Interfax verriet der Machthaber unserem Schachoberhaupt Kirsan Iljumschinow gestern angeblich seinen Standort in einem Telefongespräch. Danach verweilt er weiterhin in Libyens Hauptstadt um die Kämpfe notfalls bis zum bitteren Ende zu führen.kirsangadaffi

Es begeistert immer wieder, wie Funktionäre unseren Sport in den Medien halten. Bereits am 12. Juni besuchte der FIDE-Präsident Gaddafi in Tripolis um eine Partie Schach zu spielen. Wir sind sehr gespannt auf den Austragungsort des Rematches.

Donnerstag, 04 August 2011 14:05

Schach wichtiger als Watergate

Update: Kurzfristig erhielt ARTE die Rechte zur Ausstrahlung des Dokumentarfilms „White Terror" zu dem Thema der weltweiten Vernetzung der Rechten Szene.
„Zug um Zug in den Wahnsinn“ fiel der Programmänderung zum Opfer. Und noch bertrüblicher: Die Redaktion reichte den Film bei zwei Festivals in Frankreich. Bobby Fischer wird also voraussichtlich erst Ende des Jahres oder gar erst Anfang 2012 auf ARTE zu sehen sein.

Heute Abend, 22 Uhr, sendet ARTE in deutscher Erstausstrahlung „Zug um Zug in den Wahnsinn – Die Legende Bobby Fischer“ (Programminfo)

Wir hatten Gelegenheit die Produktion bereits im Vorfeld zu sichten:

Liz Garbus Dokumentarfilm schafft in 90 Minuten einen eindrucksvollen Einblick in das Leben des Robert James Fischer, besser bekannt als Bobby Fischer, Schachweltmeister 1972-75.

Zum Teil authentisches Bildmaterial, kombiniert mit Zeitzeugen aus Fischers Umfeld und Anmerkungen Susan Polgars bilden eine kurzweilige Mischung, die auch Nichtschachspielern gute Unterhaltung garantiert.

Besonders beeindruckte mich, als Spieler der Nach-Fischer-Ära, die stimmig umgesetzte politische Bedeutung: So entsandte die Regierung ihren Nationalen Sicherheitsberater, Henry Kissinger, um Fischer zur Teilnahme an dem Jahrhundertmatch gegen Boris Spassky zu bewegen, und Schach war die Topmeldung des amerikanischen Fernsehens noch vor dem Politskandal Watergate 

Fazit: Absolut sehenswert!
Der Film vermittelt einem breiten Publikum Einblick in die Bedeutung des Schachs zu Zeiten des Kalten Krieges. Auch die Nähe von Genie und Wahnsinn wird auf beklemmende Weise spürbar.

Einzige (nicht bedeutende) Schwäche des Films. ist die an einigen Stellen fehlerhafte deutsche Übersetzung der Schachterminologie. Die zur damaligen Zeit im angelsächsischen Raum verbreitete „englische Notation“ bereitete dem wohl nicht schachspielenden Sprecher hörbare Probleme.

Für den Fall, dass Sie die Erstausstrahlung nicht sehen können, stellt die ARTE-Mediathek ARTE+7 den Film noch sieben Tage lang zum kostenlosen Streaming bereit: www.arte.tv/plus7.

Nach der gestrigen Runde sprach das Team von Deep Chess mit Georg Meier, Anish Giri und Kommentator Klaus Bischoff.

Während Kramnik mit zwei Punkten Vorsprung faktisch als Sieger des Sparkassen-Chess-Meetings-2011 feststeht, entäuscht Tata Steel Gewinner Hikaru Nakamura auf breiter Front. Für das heutige Aufeinandertreffen prognostiziert Georg Meier deshalb auch wiederum "Not gegen Elend". Die 150-zügigen Partie der Vorrunde wird lange in Erinnerung bleiben.
Rundenbeginn ist wiederum 15 Uhr. Die Partien können auf der Website des Veranstalters live mitverf
olgt werden.

Dienstag, 26 Juli 2011 19:46

Meier verschießt Elfmeter

Ein verregneter Montagabend, ich stricke gerade am Pulli für meinen frierenden Hund, nebenbei läuft zufällig die Liveübertragung des Sparkassen-Chess-Meetings. Zu vorgerückter Stunde sind einzig die Lokalmatadoren der USA und Deutschlands noch zu Gange - Georg Meier und Hikaru Nakamura kämpfen um die rote Laterne zum Vorrundenabschluss.

Tausende Familienväter ziehen anscheinend den warmen Platz am Monitor Frau und Kind vor, doch lange Zeit passiert wenig. Der Chat plätschert wie üblich vor sich hin, Unbekannte erzählen zumeist Unbedeutendes. Statt sich mit den Problemen des Schachbretts oder zumindest des Alltags auseinanderzusetzen, werden Ergebnisse tiefergelegter Rybkas oder Houdinis ausgetauscht. Dazu gesellen sich auffällig viele Amerikaner, die ihren üblichen Patriotismus auch im Schach zelebrieren. Go Naka, go!, doch gegen wen spielt der eigentlich?

“Crower (Zuschauer):  Where does Meier come from - is he german ?

Poet13 (Zuschauer):  Uruguay

Mikey Maus (Zuschauer):  oh no,

Crower...stop it!

Crower (Zuschauer):  hey - sometime I have real questions Mikey Maus – so please dont blame me every questions I raise …

Crower (Zuschauer):  ok - I got your point - but believe me or not – I was not aware of any GM called Meier before this tournament

John Dukas (Zuschauer):  I didn't know Georg Meier either...”

So geht es wohl auch vielen Deutschen, dabei ist der Trierer eines der ganz großen, an einer Hand abzählbaren Eigengewächse, die das deutsche Schach jemals hervorgebracht hat. Am Marketing muss offensichtlich noch gearbeitet werden. Aber vielleicht nicht wie es gerade geschieht, dass Meier nach Amerika zum Studieren geht und am Ende mehr amerikanische als deutsche Fans hat. Ein anderes großes Talent, Leonid Kritz, ging auf diese Weise bereits verloren.

Urplötzlich wird es lauter. Wie bei einem Börsencrashs schießen die Gebote in die Höhe, +2, +3, ja sogar +5,5 Bauerneinheiten werden geboten – Hikaru Nakamura hat in Zug 37 eingestellt. 5 BE plus - Elfmeter für den Underdog. Doch bereits 3 Züge später sorgt Meier Georg Meierwieder für Fast-Ausgleich. Die Partie tritt in eine Phase des Lavierens, in der nur Weiß gewinnen kann, aber nichts Greifbares hat. 70 Züge lang geht alles einen typischen Gang - im Fachjargon "Totsitzen" genannt. Von stundenlangem Spiel im 30-Sekundenmodus, von denen man wohl aufgrund der Schreibpflicht nur 10 ernsthaft konzentriert nutzen kann, ermüden letztendlich beide Spieler – Nakamura lässt nach und bei Zug 115 erhält Meier seine zweite Chance, wieder +5 BE – doch er macht einen nichtssagenden Abwartezug (115. Ke1 statt 115. h5) um Zeit zu gewinnen und Schwarz konsolidiert. Auch bei diesem Elfmeter geht der Ball leider deutlich am Tor vorbei. Schach in der 30-Sekunden-Phase hat wenig mit dem früheren hohen analytischen Ansatz zu tun und erinnert vereinzelt an Loseziehen. Nach gut 7,5 Stunden und 150 Zügen einigen sich die Spieler auf Remis.

Man gruselt sich noch etwas im Gedränge und ist zufrieden – das Programm war gut!

Die beiden Tabellenletzten konnten um 23 Uhr Ortszeit gemeinsam das Licht ausmachen.

Gut, dass heute Ruhetag war.


Hier die Partie zum Nachspielen:

Nach zuletzt gemischten Ergebnissen beeindruckt Wladimir Kramniks bei Deutschlands bedeutendster Schachveranstaltung, dem Sparkassen-Chess-Meeting in Dortmund. Nach fünf Runden weist er mit 4,5/5 einen deutlichen Vorsprung auf das Verfolgerfeld auf. Auf seine Erklärung für die vielen Punkte darf man gespannt sein, hatte er doch nach dem Ausscheiden ohne Gewinnpartie bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft bekundet, im Spitzenschach zu gewinnen sei nahezu unmöglich geworden. Die Eröffnungstheorie wäre allen hinreichend bekannt und man solle über eine Regeländerung nachdenken (z. B. Rochaderecht erst nach dem 10. Zug). Schnee von gestern.

Bernard Verfürden war mit seinem Deep Chess Team vor Ort und hielt Eindrücke
der vierten Runde in einem Video fest:

Am Donnerstag, dem 4. August 2011, um 22.00 Uhr bringt ARTE Schach der breiten Öffentlichkeit wieder etwas näher. Der Fernsehsender zeigt in deutscher Erstausstrahlung die internationale Koproduktion

„Zug um Zug in den Wahnsinn – Die Legende Bobby Fischer“.

Der wohl begnadetste Schachspieler des 20. Jahrhunderts war der Amerikaner Robert James „Bobby“ Fischer. Doch in Zeiten des Kalten Krieges wird das Strategie- und Kampfspiel Schach auch zum Kampf der Systeme. Vor dem „Match des Jahrhunderts“ zwischen dem 29-jährigen Fischer und seinem russischen Kontrahenten Boris Spasski dominierte die Sowjetunion die Schachwelt. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte dieses Matchs und porträtiert das Schachgenie Fischer.

Seit seiner Erfindung im 6. Jahrhundert gilt Schach als Spiel der Könige, als klassisches Kriegsspiel und ultimative Herausforderung an den menschlichen Geist. Im 20. Jahrhundert überragte ein Spieler alle anderen: Der Amerikaner Robert James „Bobby“ Fischer wurde von Beobachtern als Schachgenie und unberechenbarer Exzentriker beschrieben. Mit 15 Jahren war er bereits Schachmeister der USA, sein größtes Ziel war es, Weltmeister zu werden und es auch für ungefähr 20 Jahre zu bleiben.

1972 war es soweit. Im isländischen Reykjavík trat der 29-Jährige im „Match des Jahrhunderts“ gegen den amtierenden Schach-weltmeister an, den Russen Boris Spasski. Seit Jahrzehnten dominierten sowjetische Spieler die Schachweltspitze. Doch in 18 Monaten Vorbereitungszeit auf die Begegnung hatte Fischer in einer beispiellosen Gewinnstrecke von 20 Spielen eine Reihe der besten sowjetischen Spieler besiegt. Aber in Zeiten des Kalten Krieges war das Match um den Weltmeistertitel nicht nur für die Schachwelt bedeutend. Es war gleichzeitig ein Kampf der Ideologien.

Fischer und Spasski wurden in der Öffentlichkeit als Feinde wahrgenommen, die einen Stellvertreterkrieg am Schachbrett führten. Henry Kissinger, der spätere US-Außenminister, hielt es für „gut für Amerika und die Demokratie, einen Amerikaner als Gewinner zu haben.“ Und den bekam die Welt. Fischer besiegte Spasski in einem nervenaufreibenden Match und wurde Weltmeister.

fischertalleipzigSchach ist ein Spiel wie kein anderes - bereits nach zwei Zügen können über 70.000 verschiedene Figurenkonstellationen entstehen. Manche besessene Spitzenspieler leben in einer abstrakten Welt aus Figuren, Feldern, unvorstellbar vielen möglichen Zügen und Stellungen. Einige finden aus dieser Welt nicht mehr zurück ins normale Leben.

In ihrem Dokumentarfilm rekonstruiert Filmemacherin Liz Garbus aus Originalmaterial und Aussagen zahlreicher Zeitzeugen die Ereignisse um das „Match des Jahrhunderts“. Gleichzeitig entwickelt sie das Psychogramm eines genialen Schachspielers, der sich Zug um Zug in den Wahnsinn spielte.

Dokumentarfilm von liz garbus, zdf/ARTE , USA 2010, 90 Min. - HD. Erstausstrahlung

Die komplette ARTE-Programminfo

Pressekontakt: Vera Berger / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / T +33 388 14 24 18 / F +33 388 14 23 50