Vorerst letzter Monatsblitz, im März 2020
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Neulich noch Biergarten, heute schon Ausgangssperre, Grenzen dicht, Reisewarnung. Es ist nicht einfach, sich so schnell auf die neuen Gegebenheiten einzustellen, mögen sie (hoffentlich) auch nur relativ vorübergehend sein.

Als eine der wenigen Sportarten auf der Nordhalbkugel kann Schach - von jeher ja eine Art Hinterzimmersport - nach wie vor betrieben werden. In Jekatarinenburg spielen die acht Weltmeisterkandidaten "vor ohne Publikum", und die deutsche Schachszene wirft sich ins Internet, um allabendlich die Figuren über den Bildschirm zu jagen. Es lebe das weltweite Netz! Um wie viel trüber und verunsichernder wäre der Alltag, wenn nicht zumindest das Internet noch funktionieren würde?

So aber gibt es

- das Findorffer Online-Blitz- und das Online-Schnellschachturnier,

- das Lichess-Teamblitzen (2 Stunden am Stück, die Punkte der fünf besten BlitzerInnen eines Teams werden addiert, und man kann in andere Ligen auf-und absteigen - interessant, aber auch ein wenig wie Blockchain-Arbeit, nur dass man keine Bitcoins, sondern im Dreiminutentakt Punkte für sein Team produziert. Trotzdem, ein hübscher Team-Modus - danke an Jeffforever!)

- und neben vielen anderen Veranstaltungen und Quarantäne-Turnieren die Deutsche Schach-Internetmeisterschaft 2020. Morgen abend geht es weiter, Samstag 20:00 Uhr mit der dritten Vorrunde!

Watch 20.00 on monday the 16th of march. Sitting home asking yourself what to do? Tune in for the live commentary of the german internet ch! from werdertigers on www.twitch.tv

Das war es dann aber auch schon fast - kleine Ausflüge für den Kopf, bevor man sich wieder in der coronageschüttelten Wirklichkeit wiederfindet.

Noch nicht lange ist es her, da konnten wir an den Strand gehen, wenn wir mochten, im Café bummeln, einkaufen, unterrichten, uns bei der Arbeit mit KollegInnen treffen, Fußball gucken in der Menge - und niemand musste große Sorge haben für eine Ansteckung. Days long gone. Vorerst jedenfalls.

Aus besseren Tagen hier ein alter Schachwelt-Report aus dem Reise-und Schachsommer 2012. Ein Blick in die Vergangenheit - und zur Olympiade in Istanbul. Das deutsche Team stand seinerzeit schon fest, und wider Erwarten nicht berücksichtigt wurde Frank Hoppe aus Berlin - einer der Großen seiner Zunft, leidenschaftlicher Schach-Artist und ein Motoren des Deutschen Verbandsschach, nicht zuletzt als Admin durch seine passionierte Pflege der Schachbund-Internetpräsenz.

Das Leben war selten einfach, hierzulande und noch weniger in der Welt, für Menschen und vielleicht noch weniger für Tierwelt und Natur (auch und nicht zuletzt durch das Wüten von uns Menschen). Hoffen wir, wenn auch naiv, dass alles und dass es für alle irgendwann mal beser wird.

Kleine Rückschau also nun, zurückgeträumt, in etwas unbeschwertere Tage!

 

Wer darf mit nach Istanbul?

(Mit Olympia-Tippspiel!)

Frank Hoppe
Frank Hoppe, verdienter Beinahe-Nationalspieler und Admin

Sonne, Oliven, türkischer Kaffee und Bosporus - am nächsten Montag beginnen die olympischen (Schach-) Spiele in Istanbul. Das ist eigentlich schön. Doch wollen wir vor diesem wichtigen Ereignis nicht länger verschweigen, dass es auch einen Wermutstropfen gibt, der sich für Frank Hoppe (SK Berolina Berlin) und mich (SV Werder Bremen) wie ein Schatten über dieses sonnige Festival des Schachs gelegt hat. Denn wie schon in den Jahren zuvor sind Frank und ich auch dieses Mal nicht für den Kader der Nationalmannschaft nominiert worden. Andere dürfen hinfahren nach Istanbul, wo das Turnier der Turniere schon in wenigen Tagen beginnt. Wir jedoch müssen wieder hierbleiben und können nur aus der Ferne zuschauen.

Zwar gräme ich mich nicht, denn ich hätte dem Bundestrainer ohnehin absagen müssen. Schon seit einiger Zeit war ich für ein Open in Bayern angemeldet und hatte auch das Startgeld dafür bereits überwiesen.
Bei Frank Hoppe allerdings stößt die Nicht-Nominierung zumindest bei mir auf Unverständnis – immerhin ist er Webmaster des Deutschen Schachbundes, ein feiner Kerl und betreibt den sehr lesenswerten Blog Schachbulle.de. Er würde bestimmt einen prima Nationalspieler abgeben, zum Beispiel in einer Partie Hoppe – Nakamura.
Frank hätte für uns vom schönen Bosporus berichten und neben Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Daniel Fridman, Igor Khenkin und Jan Gustafsson als sechster Spieler in Istanbul für die deutschen Farben spielen können.

frank hoppe 1b-samson pokale1

Eine schier unübersichtliche Anzahl an Pokalen und wertvollen Ehrenpreisen konnte Hoppe in seiner Karierre gewinnen. Im rechten Arm hält er Mr. Oizo, einen erlesenen Plüschteddy, den er einst im Buxtehuder Oizo-Memorial davontrug.

Auch dieses Mal haben Frank und ich es wieder erst aus den Schachzeitungen erfahren, dass wir im Team nicht dabei sind. Kein guter Stil, aber nun ja, was soll man tun? Das Leben ist manchmal so. Wir drücken den deutschen Teams natürlich trotzdem die Daumen!
Und immerhin bleibt uns noch die vage Hoffnung auf das kühle Norwegen, wo 2016 die nächste Olympiade stattfinden wird.-

Der Schachbund hatte vor dieser Olympiade eine sehr sympathische Idee und schickte einen Fragebogen an die deutschen Olympioniken. Die Interviews sind auf der Homepage des DSB zu sehen – dort stellten sich bereits Elisabeth Pähtz, Marta Michna, Melanie Ohme und Elena Lewuschkina den Fragen, und auch Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Emanuel Lasker und der Hanseate Jan Gustafsson haben geantwortet.

Als kleinen Trost für die erneute Nicht-Nominierung möchteSchachwelt.de Frank Hoppe, unserem Nationalspieler der Herzen, heute symbolisch ebenfalls den Olympia-Fragebogen des DSB unterbreiten.

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Nationalmannschaft, Olympiade, Personalien

frank hoppe

Der um die 40-jährige Frank Hoppe zählte schon immer mal zum gefühlten Stammkader der deutschen Nationalmannschaft der Herren. Der mehrfache Vereinsmeister des SK Berolina Mitte lebt im schönen Berlin und betreut dort unter anderem den Webauftritt des Berliner Schachverbandes.

Unserer Internetredaktion beantwortete er - wie bisher schon sieben Olympiakader vor ihm - einen kleinen Fragekatalog.

 

 

  • Was für Ziele haben Sie bei der Schacholympiade in der Türkei?

Meine Pläne für Ende August haben sich mit der Nichtnominierung in Luft aufgelöst. Ich weiß absolut nicht, warum ich für Istanbul nicht berücksichtigt wurde. Ich habe mir all die Jahre nichts zu Schulden kommen lassen. Weder habe ich böse Worte gegen den Bundestrainer verloren, noch bin ich jemals betrunken am Brett eingeschlafen. Ich versuche mit jedem gut auszukommen und bin ein rundum pflegeleichter Spieler.
Vielleicht bin ich ja zu alt. Dabei bin ich doch erst 47. Warum darf Igor zur Olympiade und ich nicht?!

  • Wie bereiten Sie sich vor?

Warum müssen Sie den Finger in die Wunde drücken?! Istanbul ist Geschichte. Außerdem bereite ich mich generell nicht vor. Wäre ich nominiert worden, hätte ich vielleicht ein paar Bulletpartien gespielt.

  • Achten Sie eventuell auch auf besondere Ernährung oder treiben Sie Ausgleichssport?

Oh ja. Eine gesunde Ernährung hat bei mir höchste Priorität: Morgens zwei XXL-Schnitzel mit Kartoffelsalat und zwei Stück Kuchen. Danach habe ich aber immer das Problem, daß der Kalorienbedarf für den Tag gedeckt ist. Was soll ich dann mittags und abends essen?

Okay, Sie sagen jetzt, dann muß man eben Sport machen um noch Platz für ein paar Kalorien zu haben. Aber ist Schach denn kein Sport ...?! Nein? Ich dachte... - Zählt Bus- und Bahnfahren als Ausgleichssport? Stressig genug ist das ja in Berlin.

Moment. Da fällt mir doch noch was ein. Letztens war ich im Fitnesstudio. War ziemlich voll der Laden und leider keine Geräte frei. Ich konnte deshalb nur meiner eigentlichen Aufgabe nachgehen - und den stehengebliebenen Fahrstuhl wieder in Gang setzen. Aber die Fitnessluft konnte ich schon mal schnuppern. War nicht so angenehm. Wer weiß, ob ich in so einen Laden nochmal reingehe.

  • Sie erfahren erst wenige Stunden vor der Partie, wer Ihr Gegner ist. Wie stellen Sie sich in der kurzen Zeit noch auf ihn ein?

Ich hoffe Ihre Frage ist kein Seitenhieb auf Istanbul...

Mich interessiert generell nicht, wer oder was mein Gegner ist oder welche Farbe ich habe. Falls ich trotzdem eine solche Information vorher bekomme, schaue ich nur ganz kurz in meine Datenbank. Ist mein Score positiv, lege ich mich wieder hin. Ist mein Score negativ, versuche ich meinem Gegner bereits vor Partiebeginn ein Friedensangebot zu machen.

  • Wen sehen Sie in der Favoritenrolle bei dieser Schacholympiade?

Normalerweise Deutschland. Aber ohne mich werden die wohl nichts reißen. Chancen hätte aber auch diese Adipösen-Truppe gehabt - wenn ich dabei gewesen wäre. Mit inzwischen nur noch 157 Kilo habe ich aber nicht mehr genügend Gewicht mitgebracht und das Nominierungskriterium nicht erfüllt.
Auch die Blinden und Gehörlosen hätten von mir profitiert - doch auch bei denen wurde ich nicht berücksichtigt. Dabei sagte meine Frau immer, ich sei blind und höre schwer. Deshalb bin ich vielleicht auch ihr Ex-Mann...

Da diese vier Mannschaften für eine vordere Plazierung aus den genannten Gründen nicht in Frage kommen, werden wohl Gambia, Venezuela und San Marino die Medaillen unter sich aufteilen. Bei den Frauen rechne ich mit Burundi, Französisch-Guyana und den Bahamas auf den vorderen Plätzen.

frank hoppe 3b-samson pokale3

Weil in den Vitrinen nicht mehr genug Platz ist, verschenkte Frank Hoppe bereits viele Trophäen an seine Fans.
(Anmerkung des Autors: Hallo Frank, ich hätte
bei Gelegenheit Interesse an dem Insektenspray.)

  • Gegen wen würden Sie gerne spielen und warum?

Oh ja, Nakamura wäre schon ein Traum! Statt einer einzelnen Partie würde ich aber lieber mit ihm blitzen. Er soll ja angeblich noch stärker Blitzschach spielen als ich. Die, die das behaupten, haben mich aber noch nie am Brett gesehen. Ich glaube, so schnell ist mir keiner ebenbürtig - auch Naka nicht!

  • Wie sehen Sie die Chancen bei der Schacholympiade für die deutsche Frauen- und die Männermannschaft?

Wenn meine Geschlechtsgenossen Glück haben, kommen sie vielleicht unter die ersten Zehn. Ich traue ihnen auch einen Achtungserfolg gegen San Marino zu. Ein 2:2 sollte auch ohne mich drin sein.

Unsere Damen werden so etwa auf Platz 15 bis 20 landen. Mit Ketino und Zoja würde mehr drin sein. Aber ich wiederhole mich: Die Alten und Erfahrenen sind nicht mehr so ganz begehrt.

  • Bei der Schacholympiade wird beiden Teams ein Eröffnungstrainer zur Verfügung gestellt. Wie wichtig ist das für Sie?

Grundsätzlich ist das völlig in Ordnung. Ich lasse mir aber nicht gern in meine Varianten hineinreden. Meine Eröffnungsbibel ist seit meiner Kindheit das "ABC des Schachspiels" - dieses DDR-Lehrbuch von Awerbach. Da lasse ich nichts drauf kommen.

  • Wie oft haben Sie schon bei einer Schacholympiade teilgenommen?

Einmal. 2008 als Fotograf in Dresden.

Vielen Dank für das Gespräch!


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Liebe Leserinnen, liebe Leser, hallo Schachspieler,

auch zu dieser Olympiade veranstalten wir wieder ein spannendes Tippspiel. Die Frage ist ganz einfach: 

Welchen Platz belegt das deutsche Olympia-Team der Herren bei der Olympiade 2012?

Tipps können bis zum kommenden Montag, 27.August 2012, 14:15 Uhr Bremer Ortszeit, hier als Kommentar eingeschickt werden. Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los.

Zu gewinnen gibt es ein feines Schachbuch ("55 feister Fehler" von Robert Hübner, siehe auch Schachwelt-Artikel Oldhand Robert Hübner...) aus dem Schachwelt-Buchversand, freundlich gesponsort von unserem Blog-Chef Jörg Hickl. Weitere kleine Preise (CD, Kekse) werden unter allen Einsendern verlost.

Wir wünschen viel Spaß beim Tippen!

Arkadij geht!
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Samstag, 25 Juli 2015 21:11

Mein erstes, erstes Brett ist frei ...

 ... wir wünschen uns Kramnik, Anand, Timman und Aronian herbei

Arkadij Naiditsch sucht nach neuen Perspektiven

Eine knifflige Quiz-Challenge vorweg:
Wie lautet der genaue Vorname von GM Mamedyarov aus Aserbaidschan?
 (Lösung siehe unten)

Tja, das war es also. Aus der Traum, erst einmal, von einem wirklich bärenstarken deutschen Spitzenspieler, der dann auch noch am ersten Brett der Schach-Nationalmannschaft spielt.
Bei uns im Blog hat er sich zwar noch nicht abgemeldet, doch wie wir hier und hier von den regennassen Dächern zwitschern hörten, verlässt Arkadij Naiditsch das Land und wechselt zu den Ölmultis nach Aserbaidschan. Als Schach-Aseri wird er jedoch auch weiterhin in der Bundesrepublik leben können – nur für die Nationalspiele, die WM, die EM und Olympia!, bei all diesen Veranstaltungen trägt er von nun an eben ein anderes Trikot.

Da haben wir es also wieder, mit dem freien Markt. Man kann unseren Sportsbrüdern im Fußballsport vieles vorwerfen, doch immerhin ist dort ein Wechsel des Verbandes nicht so ohne weiteres möglich – zumindest, wenn man schon einmal für sein (bisheriges) Land gespielt hat. Einmal Däne, immer Däne – so ist das im Fußball.

fuballschach

                Schach ist wie Fußball, nur (fast) ohne Transferzahlungen

Beim Schach aber, hier herrscht noch (oder schon) Marktradikalismus und ein liberaler Geist, ganz wie im Bankensektor. Spielerinnen und Spieler, die den Wunsch entwickeln, für eine andere Föderation ans Brett zu gehen? Kein Problem – es wird eine dezente Summe überwiesen vom aufnehmenden zum abgebenden Verband, und schon kann aus einem Philippino ein US-Amerikaner werden. Oder aus einem Italiener noch ein weiterer US-Amerikaner.
Auch Naiditsch wurde auf diese Weise ausgelöst, denn aus Aserbaidschan fließen nun fette 30.000,-€ in die bundesdeutschen Schachkassen – 30 Cent für jedes Mitglied sozusagen. Kein wirklich umwerfender Betrag, eigentlich, auch in diesem Bereich scheinen uns die Fußballer voraus zu sein. Hätten es nicht ein oder zwei Nullen mehr sein können am Ende der Transfersumme?

Doch so sind sie eben, die Regeln, und wer wären wir hier in der Schachwelt-Redaktion, dass wir sie auch noch kritisieren würden? Man sollte es Arkadij Naiditsch nicht verdenken, wenn er sich im Rahmen dieser Regularien frei bewegt. Ich hätte mich gefreut, wäre er noch im deutschen Team geblieben, doch hatte Aserbaidschan wohl die finanziell attraktivere Offerte, und auch ein Großmeister muss die Möglichkeit haben, für seine Kunst einen Gegenwert zu erhalten. It´s a free country.

Zu den finanziellen Beweggründen gesellten sich offenbar auch atmosphärische Irritationen, schon zu spüren im Jahr 2011, als Naiditsch direkt nach dem deutschen Sieg bei den Europameisterschaften gegen den DSB heftig zu rumpeln begann, und auch Bundestrainer Uwe Bönsch dabei nicht verschonte. Es folgte eine erzieherische Sperre gegen den jungen Mann, und auch wenn es seitdem eine Art Burgfrieden gibt – Naiditsch spielt, doch scheint ihm das vom Schachbund vorgegebene Umfeld nicht mehr ganz angenehm zu sein.

Und nun geht er also, der Arkadij. Schlägt vorher noch zweimal den Weltmeister, doch er geht. Schade, in der Tat. Vorbei die schöne Zeit mit einem tollen ersten Brett.

robert hbner 1966 porz

Einer von Naiditschs großen Vorgängern: Robert Hübner in Porz 1966 (Foto: Gerhard Hund)

Das Bundesteam wird weiterhin ausgewogen und sehr passabel besetzt sein - unter anderem mit Georg Meier, Liviu-Dieter Nisipeanu, Daniel Fridman und Rainer Buhmann, das ist schon was. Mit den Schachprinzen und irgendwann auch Vincent Keymer rücken fünf inspirierte Spieler nach, die in Bundesliga und Internationalen Meisterschaften schon Beachtliches erreichten. Seien wir also nicht zu pessimistisch. Es wird schon wieder werden, mit dem bundesdeutschen Schach!

Dennoch wird es eine Lücke geben, vorerst, und besonders im Bereich 2700+. Sollten wir uns darum nicht vielleicht auch umsehen, wen wir für den Schachbund von außerhalb noch einwerben könnten? Wie wäre es beispielsweise mit Vladimir Kramnik? Er hat doch schon immer gerne in Dortmund gespielt, und Paris ist ja auch gar nicht so weit weg. Oder Vishy Anand, wo er doch in Bad Soden schon beinahe ein zweites Zuhause hat. Oder Frank Hoppe – noch immer wird er bei den großen Turnieren vom Bundestrainer übergangen. (Doch halt, Frank ist ja bereits als Netzmeister in zentraler Funktion für den Schachbund tätig und in Berlin darum unabkömmlich.)

anand

          Vishy Anand: gibt es bald wieder einen deutschen Weltmeister? 

Und überhaupt, wäre nicht jetzt der richtige Zeitpunkt, um Shakhriyar Mamedyarov aus Aserbaidschan abzuwerben? Ein Spieler geht, ein anderer kommt dafür zurück – klingt doch wie ein fairer Deal. Und ist es denn etwa nicht attraktiv, am ersten Brett der deutschen Auswahl zu spielen, beim Europameister von 2011? Die Ablösesumme für Aserbaidschan, 30.000, € oder gar 50.000,- € bekommen wir doch auch noch irgendwie zusammen. Da würden sie aber gucken, die Aseris!