Gegen Russland kann man mal verlier'n

by on07. November 2017
Ian Nepomniachtchi heute mit einem vollen Punkt gegen Georg Meier Ian Nepomniachtchi heute mit einem vollen Punkt gegen Georg Meier Turnier-Homepage, epharisto!

Letzte Runde der Mannschafts-EM auf Kreta, Deutschland ringt mit der russischen Übermannschaft und muss sich am Ende mit 1 : 3 geschlagen geben - zwei schöne halbe Punkte von Liviu-Dieter Nisipeanu und Daniel Fridman, und zwei umkämpfte Niederlagen von Matthias Blübaum und Georg Meier reichten am Ende (diesmal!) nicht aus, um den Favoriten zu ärgern.

Damit robbt sich Russland auf Platz zwei vor, hat aber das Nachsehen hinter den rasant durchpunktenden Aserbeidschanern. Die Brettpunkte gaben hier den Ausschlag für den Kaukasus, und da Integration alles ist, hier auch herzliche Glückwünsche an Arkadij Naiditsch, der als Ex-Deutscher und Neu-Aserbeidschaner einen guten Anteil am Titelgewinn seiner neuen Heimat hatte. Das deutsche Team aber - Chapeau, Chapeau, meine Herren, eine sehr starke Woche in Griechenland, tolle Partien, große Matches und ein absolut passabler achter Platz am Ende. So soll das sein. Danke!

Doch genug der Worte zur letzten Runde - viel eher lohnt hier der Weg zu Chessbase, die wie immer hübsch und aktuell die letzte Runde für uns Zuschauer aufbereiteten. Sehr cool!

Uns bleibt nur, vor dem nun anstehenden zweiten Bundesliga-Wochenende noch einmal etwas durchzuschnaufen, und dann am Samstag ins Weserstadion (oder zu einer der anderen Austragungsstätten) zu ziehen und Schach live! vor Ort zu schauen. Viel besser als im Netz - so nah ran an die Weltspitze wie in der Bundesliga kommt man nicht so oft! (weder räumlich, noch in Bezug auf ELO). Wenn wir Glück haben in Bremen, sehen wir Rasmus Svane (für den Hamburger SK) sowie Daniel Fridman (für Mülheim-Nord) am Brett - zwei Spieler, die in dieser Woche noch auf Kreta weilten und für Deutschland die EM spielten!

Abschließend noch ein paar lobende Worte an den stets unvergleichlichen MiBu. Im großen Schach-Welt-EM-Tippspiel nahm er mit seherischen Fähigkeiten das heutige Ergebnis von Russland - Deutschland vorweg und tippte verwegen genau auf ein 3 : 1. Das spricht absolut für unseren werten Leser, und das umso mehr, als er in diesem Tippspiel mit Holger Hebbinghaus auch den König, Kaiser und Supertopchecker der Schachprognosen zum Gegner hatte.
Doch MiBu ebenso wie Russland ließen sich heute nicht beirren, und der Vize-Europameistertitel (für die Russen) sowie eine britische Walkers-Chipstüte (für MiBu) sind der verdiente Lohn für ihre Bemühungen. Glückwunsch, MiBu - die Chips gehen in Kürze auf den Weg!

Olaf Steffens

Olaf Steffens, Diplom-Handelslehrer, unterrichtet an einer Bremer Berufsschule. FIDE-Meister seit 1997, ELO um die 2200, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Spielte für den Schleswiger Schachverein von 1919 (moinmoin!), den MTV Leck (hoch an der dänischen Grenze!), den Lübecker Schachverein, die Bremer Schachgesellschaft und nun für Werder Bremen. Größte Erfolge: Landesmeister von Schleswig-Holstein 1994, Erster Deutscher Amateur-Meister 2002, 7.Platz beim Travemünder Open 2010. Größte Misserfolge: werd´ ich hier lieber nicht sagen! Liegen aber gar nicht so lang zurück (leider). Größte Leidenschaften: irgendetwas mit Randbauer-Eröffnungen auszuprobieren, und die Partie dann trotzdem nicht zu verlieren. Klappt aber nicht immer.

Kommentare   

#1 MiBu 2017-11-07 16:17
Großartig! Gibt es auch Pokal und Urkunde und ein Siegertreppchen?

Man muss allerdings einräumen, dass es sehr schwer war, gegegn HH zu bestehen: Der Russe Nepodingsda gewann ein wohl objektiv remises Turmendspiel gegen GM G.M. (oder G.M. stellte es ein) - wäre das Remis ausgegangen, wäre der "übliche Verdächtige" Sieger beim Tippspiel gewesen!
#2 Thomas Richter 2017-11-07 18:13
Nun das war nicht das einzige Turmendspiel mit "falschem" Ergebnis: Zuvor musste im M&M-Duell der A-Klasse (Mamedov-Melkumyan im Match Armenien-Aserbaidschan) Schwarz in Remisstellung Turm gegen Turm und zwei Bauern 50 Züge durchhalten und erzielte 50% - nach 25 Zügen ab Tablebase-Domäne der entscheidende Fehler. Das freute übrigens offenbar die im Video bzw. vor Ort intensiv kibitzende Josefine Heinemann - spielt wie Naiditsch für einen süddeutschen Verein.
Dasselbe unter umgekehrten Vorzeichen - Gewinnstellung zum Remis vergeigt - gab es auch im Damenmatch Polen-Russland, sonst wäre in diesem Turnier vielleicht - was Gold betrifft - noch Spannung aufgekommen. So gewann Russland souverän, zwar nicht dieses Match das 2-2 endete aber das Turnier - ohne gegen Deutschland zu spielen, aber das ist ein anderes Thema.

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